Artikel von: Manu Leuenberger

Mit voller Kraft voraus

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin den Geschäftsgang der SUISA. Dies war auch in der Vorstandssitzung im April spürbar. Umso wichtiger war es deshalb, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Mit voller Kraft voraus

Trotz den widrigen Umständen verfolgt die Genossenschaft SUISA ihren Weg im Interesse ihrer Mitglieder und Auftraggeber weiter. (Foto: Lobroart / Shutterstock.com)

Alles wie gehabt – im zweiten Coronajahr klingt diese Redewendung vielleicht etwas seltsam. Und doch blieb auch bei der letzten Frühjahrssitzung vieles beim (neuen) Alten. An die Sitzungen via Videokonferenz haben sich der SUISA-Vorstand und die Geschäftsleitung nach über einem Jahr Corona-Pandemie mittlerweile gewöhnt. Ebenso an die rollende Budgetplanung, die aufgrund der nach wie vor unsicheren Situation für die Kulturbranche weiterhin notwendig ist.

Und doch war die erste Vorstandssitzung in diesem Jahr besonders. Nach dem Rekordjahr 2019 verzeichnete die SUISA 2020 einen Rückgang bei den Einnahmen, was natürlich aufgrund von Corona zu erwarten war. Allerdings fiel der Rückgang weniger stark aus als befürchtet. Insgesamt ging der Umsatz um rund 12% zurück. Dies vor allem aufgrund des starken Einbruchs bei den Aufführungsrechten. Veranstaltungsverbote und zeitweise Schliessungen von Geschäften wegen Covid-19 führten in diesem Bereich zu einem Rückgang von 34%. Besonders betroffen waren die Lizenzeinnahmen aus Konzerten (–51%), im Gastgewerbe (–46%), bei den Unterhaltungsanlässen (–47%) und bei den Kinos (–58%).

Verhältnismässig gutes Ergebnis dank den Senderechten und dem Online-Geschäft

Dass der Gesamtumsatz «nur» um 12% zurückging, ist einem leichten Anstieg bei den Senderechten und vor allem den Einnahmen aus dem Online-Geschäft zu verdanken. Hinzu kommen gute Nebeneinnahmen und ein hohes Bewusstsein für die Kosten bei der SUISA.

Als Konsequenz ging auch die Verteilsumme an die Urheber und Verleger zurück, gesamthaft um 10,5%. Der Vorstand hat zudem aus den freiwerdenden Abrechnungsverpflichtungen eine unveränderte Zusatzverteilung von 7% auf allen im 2021 zur Abrechnung kommenden Werknutzungen beschlossen.

Erfreulich entwickelt sich das Geschäft der Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing, die für die weltweite Online-Lizenzierung verantwortlich ist. 2020 erzielte SUISA Digital Licensing Einnahmen in der Höhe von rund 5,5 Mio. Franken. Der Vorstand nahm Kenntnis von der finanziellen Situation bei SUISA Digital Licensing sowie dem aktuellen Stand beim Joint Venture Mint Digital Services. Da beide Firmen noch im Aufbau stehen, hat der Vorstand die notwendigen Massnahmen für eine ausgeglichene Bilanz bei SUISA Digital Licensing beschlossen. Die Forderungen der Genossenschaft gegenüber Mint für die Aufbaukosten wurden für ein weiteres Jahr im Delkredere zurückgestellt und die im 2020 zusätzlich entstandene Forderung wiederum in der Jahresrechnung abgeschrieben.

Die Generalversammlung findet auch 2021 auf schriftlichem Weg statt

Aufgrund der weiterhin unsicheren Situation betreffend Versammlungen in Innenräumen musste der Vorstand beschliessen, dass die Generalversammlung zum zweiten Mal nur auf schriftlichem Weg durchgeführt werden kann. Für die Nachfolge der zurücktretenden Géraldine Savary hat der Vorstand Ständerätin Johanna Gapany (FDP/Freiburg) nominiert. Videobotschaften von Johanna Gapany, des SUISA-Präsidenten Xavier Dayer und des CEOs Andreas Wegelin sowie weitere Informationen zur schriftlich durchzuführenden Generalversammlung 2021 finden sich unter www.suisa.ch/generalversammlung und im SUISAblog.

Aktuelle Situation Budget 2021 aufgrund der andauernden Corona-Krise

Die unsichere Lage für die Kulturbranche aufgrund der Coronakrise bereitet weiterhin Sorge. Es ist nach wie vor unklar, ob und wie Aufführungen und die Wiedereröffnung von Musiklokalen möglich sein werden. Entsprechend braucht es wie in den vergangenen Monaten eine rollende Budgetplanung. Die Finanzkommission des Vorstands entscheidet Anfang Juni 2021, ob das im Dezember 2020 abgesegnete Budget wegen Corona weiter angepasst werden muss.

Dank dem Corona-Hilfsfonds, den Unterstützungszahlungen aus der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge und den erweiterten Vorschussregeln kann die SUISA ihren Mitgliedern in dieser schwierigen Zeit helfen. Der Vorstand hat in dem Zusammenhang beschlossen, die Frist für die Rückzahlung bzw. Verrechnung von Vorschüssen mit den laufenden Verteilungen bis Ende Juni 2022 zu verlängern.

Das Joint Venture Mint wird gestärkt

Die Kunden für Online-Lizenzierung über Mint sind mittlerweile neben Musikverlagen, unter anderem BMG für Australien, Afrika und Indien, auch europäische Schwestergesellschaften. Deren Repertoires werden über Mint gebündelt den Online-Anbietern wie Spotify, Apple Music oder Youtube angeboten.

Die Bündelung der Repertoires verhilft Mint zu einem stärkeren Auftritt im Markt für Online-Musikrechte. Die SUISA ist dank Mint und SUISA Digital Licensing mittlerweile trotz kleinem Schweizer Repertoire durch die Bündelung der Repertoires ein ernstzunehmender Verhandlungspartner: Je nach Land beträgt der Marktanteil am gesamten Weltrepertoire 4-10%. Der Vorstand hat in seiner Sitzung die Bedingungen definiert, unter welchen grosse europäische Verwertungsgesellschaften Teilhaber am Joint Venture Mint werden könnten. Damit soll die Marktposition von Mint im immer wichtiger werdenden Markt für Online-Musikrechte weiter gestärkt werden.

Anpassung des Dienstleistungskatalogs für Mitglieder und Auftraggeber

Im Bericht zur Dezembersitzung haben wir erwähnt, dass der Vorstand mit der Neugestaltung der Dienstleistungen zugunsten der Mitglieder und Auftraggeber Kosteneinsparungen erreichen will. Auftraggeber der SUISA sollen ab 2022 die ausgebauten Dienstleistungen nur noch über das Online-Serviceportal in Anspruch nehmen können. Ausführliche Informationen zu Einnahmen oder Abrechnungen werden für die Auftraggeber dank neuer Funktionalitäten noch einfacher im Portal auffindbar sein. Statt mit zeit- und kostenaufwändigen Anfragen über Telefon, Brief oder E-Mail können im persönlichen Zugang zu «Mein Konto» sämtliche Daten über das Auftragsverhältnis mit der SUISA online abgerufen werden. Stimmberechtigte Mitglieder erhalten dieselben Dienstleistungen über dieses Online-Serviceportal, können aber, falls gewünscht, weiterhin persönliche Beratungsleistungen erhalten.

Wie ebenfalls im oben erwähnten Bericht geschrieben, hat der Vorstand im Dezember 2020 beschlossen, dass Urheber und Verleger als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie mindestens ein Jahr bei der SUISA Auftraggeber waren und seit ihrer Anmeldung als Auftraggeber über 3000 (bisher 2000) Franken ausbezahlt bekommen haben. Zudem wird neu das Mitgliedschaftsverhältnis wieder in ein Auftragsverhältnis umgewandelt, wenn das betreffende Mitglied während der letzten 10 Jahre für seine Werke weniger als gesamthaft 3000 Franken Verteilbetrag erhalten hat. Diese Anpassung erfolgt gemäss Ziff. 5.5.4 der SUISA-Statuten. Ein Auftraggeber der SUISA hat zwar kein Stimmrecht in der Genossenschaft, der Anspruch auf Lizenzierung und Verteilung der Einnahmen auf die von den Nutzern verwendeten Werke bleibt jedoch genau gleich, und es erwachsen dem Auftraggeber im Vergleich zum stimmberechtigten Mitglied keine finanziellen Nachteile.

Mit diesen Massnahmen – insbesondere dem Ausbau der Dienstleistungen über das Mitgliederportal – wird die SUISA ihre Effizienz weiter steigern können. Und damit den Urhebern und Verlegern von Musik prozentual mehr Geld verteilen können.

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Auch 2021 keine physische Generalversammlung | mit Video

Über die Geschicke der Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mittels schriftlicher Stimmabgabe mitbestimmen. Text von Regula Greuter; Videos von Manu Leuenberger

Auch 2021 keine physische Generalversammlung

Der Saal im Bierhübeli in Bern bleibt leer: Die GV 2021 der SUISA wird in schriftlicher Form durchgeführt. (Foto: Manu Leuenberger, bearbeitet von Likeberry und Schellenberg Druck AG)

Anders als erwartet, verhindert die Covid-19-Pandemie auch dieses Jahr die Durchführung der Generalversammlung. Vorgesehen war, dass der diesjährige Anlass am 25. Juni 2021 im Bierhübeli in Bern stattfindet. Die aktuelle Situation lässt keine zuverlässige Planung der Veranstaltung zu, deshalb hat der Vorstand an seiner Sitzung vom 22. April 2021 beschlossen, die Generalversammlung auch in diesem Jahr auf schriftlichem Weg durchzuführen. Auf diese Weise haben alle stimmberechtigten Mitglieder die Möglichkeit, an der GV teilzunehmen, ohne ein gesundheitliches Risiko einzugehen.

Organisatorische Abwicklung

Ab dem 25. Mai 2021 werden die Unterlagen zur Generalversammlung (Einladung zur brieflichen Abstimmung, Informationen zur Generalversammlung inklusive Traktanden sowie das Wahlformular) an alle stimmberechtigten Mitglieder verschickt. Sie haben ab Erhalt die Möglichkeit, das personalisierte Wahlformular auszufüllen und mit einer gültigen Unterschrift versehen bis zum 25. Juni 2021 an die SUISA zurückzuschicken (der 25. Juni ist das späteste Eingangsdatum).

Die Auszählung der Resultate der Stimmabgaben wird anschliessend vom Wahlbüro unter der Leitung von Dr. Bernhard Wittweiler (Leiter SUISA-Rechtsdienst) vorgenommen.

Die Wahlergebnisse werden am 30. Juni 2021 vom Präsidenten, der Protokollführerin, dem CEO und dem Leiter Rechtsdienst anhand der Auszählung formell festgestellt und gleichentags auf der SUISA-Homepage veröffentlicht.

Traktanden der diesjährigen Generalversammlung

Neben den üblichen statutarischen Geschäften – der Abnahme des Protokolls, Beschlüsse über die Jahresrechnungen, den Lagebericht und den Geschäftsbericht der Genossenschaft SUISA und der SUISA-Gruppe – wird der Generalversammlung ein Antrag zur Anpassung des allgemeinen Anlagereglements vorgelegt und eine Ersatzkandidatin für die zurücktretende Géraldine Savary vorgestellt.

Anpassung des allgemeinen Anlagereglements

Anlagen nachhaltig zu tätigen, ist vermehrt ein gesellschaftliches Anliegen, welchem auch von der SUISA Rechnung getragen werden soll. Daher hat der Vorstand beschlossen, das Anlagereglement der SUISA mit dem Kriterium «Nachhaltigkeit» zu ergänzen. Neben den hauptsächlichen Zielen der Anlagen, nämlich der Sicherheit und Liquidität, soll nun auch das Kriterium «Nachhaltigkeit» im allgemeinen Anlagereglement verankert werden.

Gemäss Statuten ist die Generalversammlung zuständig für die allgemeine Anlagepolitik in Bezug auf die eingenommenen Entschädigungen (SUISA Statuten, Ziffer 9.2.2. lit. m).

Der Vorstand beantragt daher, das allgemeine Anlagereglement mit dem Kriterium der Nachhaltigkeit zu ergänzen.

Nachwahl in den Vorstand

Aufgrund des Rücktritts von Géraldine Savary (ehemalige Ständerätin SP/VD) wird ein neues Vorstandsmitglied zur Wahl vorgeschlagen. Gemäss SUISA-Statuten Ziffer 9.3.2 dürfen neben den stimmberechtigten SUISA-Mitgliedern «Persönlichkeiten, die infolge ihrer Stellung oder ihres Fachwissens an der Tätigkeit der SUISA besonderen Anteil nehmen», in den Vorstand gewählt werden. In der Vergangenheit waren deshalb während vielen Jahren auch aktive oder ehemalige Parlamentsabgeordnete im Vorstand, welche mit ihrem Fachwissen wertvolle Erfahrungen in die SUISA einbringen.

Der Vorstand beantragt daher, Johanna Gapany (Ständerätin FDP/FR) neu in den SUISA-Vorstand zu wählen.

Johanna Gapany begann ihre politische Karriere in jungen Jahren. Diese führte sie vom Generalrat in den Gemeinderat von Bulle, sie nahm von 2016 bis 2019 Einsitz im Grossen Rat des Kanton Freiburg bis sie 2019 als erste Frau des Kanton Freiburgs in den Ständerat gewählt wurde. Die studierte Betriebsökonomin bringt berufliche Erfahrungen als Marketingleiterin in verschiedenen Unternehmungen und als Verantwortliche für Kommunikation in einem Privatspital in Freiburg mit.

Auch wenn 2021 keine physische Generalversammlung stattfinden wird, können die stimmberechtigten Mitglieder auf schriftlichem Weg über die Geschäfte der SUISA mitbestimmen. Wir fordern Sie auf, diese Möglichkeit zu nutzen und abzustimmen!

Unter www.suisa.ch/generalversammlung sind alle Unterlagen und Informationen zur Generalversammlung zu finden. Fragen zum Ablauf und zu den Traktanden können per E-Mail an die Geschäftsleitung gerichtet werden: gv (at) suisa (dot) ch

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Über die Geschicke der Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mittels schriftlicher Stimmabgabe mitbestimmen. Text von Regula Greuter; Videos von Manu Leuenberger

Auch 2021 keine physische Generalversammlung

Der Saal im Bierhübeli in Bern bleibt leer: Die GV 2021 der SUISA wird in schriftlicher Form durchgeführt. (Foto: Manu Leuenberger, bearbeitet von Likeberry und Schellenberg Druck AG)

Anders als erwartet, verhindert die Covid-19-Pandemie auch dieses Jahr die Durchführung der Generalversammlung. Vorgesehen war, dass der diesjährige Anlass am 25. Juni 2021 im Bierhübeli in Bern stattfindet. Die aktuelle Situation lässt keine zuverlässige Planung der Veranstaltung zu, deshalb hat der Vorstand an seiner Sitzung vom 22. April 2021 beschlossen, die Generalversammlung auch in diesem Jahr auf schriftlichem Weg durchzuführen. Auf diese Weise haben alle stimmberechtigten Mitglieder die Möglichkeit, an der GV teilzunehmen, ohne ein gesundheitliches Risiko einzugehen.

Organisatorische Abwicklung

Ab dem 25. Mai…Weiterlesen

SUISA Songwriting Camp 2021: Ab sofort können sich SUISA-Mitglieder bewerben

Das vierte SUISA Songwriting Camp findet vom 5. bis 7. Juli 2021 in den Powerplay Studios in Maur bei Zürich statt. Es ist möglich, dass wegen der Corona-Pandemie nicht alle Teilnehmenden vor Ort sein werden, sondern sich über Internet zuschalten. Für SUISA-Mitglieder besteht die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Text von Erika Weibel und Manu Leuenberger

SUISA Songwriting Camp 2021: Ab sofort können sich SUISA-Mitglieder bewerben

Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2019: Am Morgen wird mit einem leeren weissen Blatt begonnen, bis am Abend muss ein vollständiger Demotrack fertig sein. (Foto: Tabea Hüberli)

Mit dem SUISA Songwriting Camp bietet die SUISA einigen ihrer Mitglieder die Chance, zusammen mit renommierten Produzenten und Songschreibern aus dem In- und Ausland unter professionellen Bedingungen Popsongs im Team zu komponieren. In der Regel sind am 3-tägigen Anlass insgesamt zwischen 30 bis 40 Musikschaffende mit dabei.

Wer am Songwriting Camp teilnehmen will, muss über gefestigte musikalische Kenntnisse verfügen, unter Zeitdruck eine kreative Leistung von hohem Niveau abliefern können und für Kritik und Austausch mit den Mitkomponistinnen und Mitkomponisten offen sein.

Die anspruchsvolle Aufgabe ist: In einem Team bestehend aus drei bis fünf Personen innerhalb eines Tages nach Vorgabe einen Popsong zu schreiben – dabei wird am Morgen mit einem leeren weissen Blatt begonnen, bis am Abend muss ein vollständiger Demotrack fertig sein.

Popsongs mit Hitpotential

Der musikalische Stil der Songs kann alle Ausprägungen des zeitgemässen Pop umfassen, der auch in der Hitparade, auf Streamingplattformen oder in Radio/TV erfolgreich sein könnte. Denn die Songs sollen Verlagen und Interpreten angeboten werden oder eben auch für den Eurovision Song Contest verwendbar sein.

Die von der SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions organisierte Veranstaltung brachte bereits mehrere international erfolgreiche Popsongs hervor, die den Sprung auf die grosse Bühne des Eurovision Song Contest schafften. Das von Luca Hänni mitkomponierte und gesungene Stück «She Got Me» erreichte am ESC 2019 den vierten Platz. Ebenfalls qualifiziert waren «Répondez-moi» (Gjon’s Tears, für die schlussendlich abgesagte Veranstaltung im Jahr 2020), «Stones» (2018, Zibbz) und «Sister» (2019 für Deutschland, Sisters). Mit «Amen», gesungen von Vincent Bueno für Österreich, gelangte 2021 der fünfte Song aus dem SUISA Songwriting Camp bis ins Halbfinal oder Final des ESC.

«Hybrid-Version» des Camps möglich

Noch immer diktiert die Corona-Pandemie das Weltgeschehen. Es kann deshalb der Fall sein, dass trotz Schutzmassnahmen eine Durchführung mit physischer Teilnahme aller Beteiligten vor Ort in den Powerplay Studios nicht möglich sein wird. Aus diesem Grund müssen alle Bewerberinnen und Bewerber eine eigene technische Infrastruktur zur Verfügung haben, mit der auch eine Beteiligung aus der Distanz möglich wäre. Konkret muss man sich eventuell per Computer über WLAN mit Songwriter in der Ferne austauschen und selber professionelle digitale Tonaufnahmen und Musikbearbeitungen machen können. Das WLAN-Netz ist im Studio vorhanden. Computer und die nötige (Recording-)Software müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber mitbringen können.

Über Schutzkonzept und eine allfällige hybride Durchführung des Songwriting Camps werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer rechtzeitig informiert.

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2021

Das diesjährige SUISA Songwriting Camp findet statt vom 5. Juli bis 7. Juli 2021 in den Powerplay Studios in Maur bei Zürich. Organisiert wird die Veranstaltung erneut von der SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions. Pele Loriano Productions ist im Auftrag der SUISA für die künstlerische Leitung des Songwriting Camps zuständig.

SUISA-Mitglieder können sich für eine Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2021 bewerben:
Du bist Produzentin oder Produzent, Songwriterin oder Songwriter (Topliner), Textautorin oder Textautorin und du glaubst, die Anforderungen in Bezug auf musikalisches Handwerk und Fähigkeiten zu erfüllen? Zudem verfügst du auch über eine solide technische Infrastruktur (Computer mit Möglichkeiten für Kommunikation über WLAN und ausgestattet für professionelle digitale Tonaufnahmen und Musikbearbeitung), die du bedienen und mitbringen könntest? Dann schicke uns deine Bewerbung, die Folgendes enthalten sollte:

  • eine Kurzbiographie;
  • aussagekräftige Referenzsongs (mp3-Dateien oder Internet-Links);
  • Kontaktangaben.

Die Bewerbungen sind per Mail zu schicken an die Adresse: songwritingcamp (at) suisa (dot) ch
Einsendeschluss für Bewerbungen ist am: Montag, 7. Juni 2021.

Wichtig: Über dieses Bewerbungsverfahren werden ausschliesslich Teilnahmeplätze an SUISA-Mitglieder vergeben. Wer sich bewirbt, sollte gewährleisten können, dass er an einem oder mehreren der Veranstaltungstage (5. – 7. Juli 2021) für eine Teilnahme zur Verfügung steht.

Termine und Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Auswahl aller Künstlerinnen und Künstler, die zum Camp eingeladen werden, erfolgt durch die künstlerische Leitung. Eine geeignete Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für den kreativen Erfolg der «Songwriting sessions» von entscheidender Bedeutung.

Zusagen respektive Einladungen und weitere Informationen zur Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2021 werden bis am 27. Juni 2021 persönlich durch den künstlerischen Leiter mitgeteilt. Es werden keine Absagen verschickt. Wer bis zum 27. Juni 2021 keine Zusage erhalten hat, konnte für die Teilnahme am Songwriting Camp 2021 nicht berücksichtigt werden.

Erfahrungsgemäss wird die Anzahl der Bewerbungen die Zahl der zur Verfügung Teilnahmeplätze um ein Vielfaches übersteigen. Zu beachten ist, dass durch die Bewerbung zu keiner Zeit ein Anspruch auf eine Teilnahme entsteht. Über die Platzvergabe wird ausserdem keine Korrespondenz geführt. Zur Durchführung von weiteren von der SUISA unterstützten Songwriting Camps können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.

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Das vierte SUISA Songwriting Camp findet vom 5. bis 7. Juli 2021 in den Powerplay Studios in Maur bei Zürich statt. Es ist möglich, dass wegen der Corona-Pandemie nicht alle Teilnehmenden vor Ort sein werden, sondern sich über Internet zuschalten. Für SUISA-Mitglieder besteht die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Text von Erika Weibel und Manu Leuenberger

SUISA Songwriting Camp 2021: Ab sofort können sich SUISA-Mitglieder bewerben

Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2019: Am Morgen wird mit einem leeren weissen Blatt begonnen, bis am Abend muss ein vollständiger Demotrack fertig sein. (Foto: Tabea Hüberli)

Mit dem SUISA Songwriting Camp bietet die SUISA einigen ihrer Mitglieder die Chance, zusammen mit renommierten Produzenten und Songschreibern aus dem In- und Ausland unter professionellen Bedingungen Popsongs im Team zu komponieren. In der Regel sind am 3-tägigen Anlass insgesamt zwischen 30 bis 40 Musikschaffende mit dabei.

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«Amen»: Wieder ein ESC-Song aus dem Songwriting Camp der SUISA

Der Eurovision Song Contest wird nach der Absage 2020 nun wieder durchgeführt. In Rotterdam wird ein Song zu hören sein, der am Songwriting Camp der SUISA in den Powerplay Studios in Maur entstanden ist. Wir haben mit dem Zürcher SUISA-Mitglied Tobias Carshey gesprochen, der «Amen» zusammen mit Jonas Thander und Ashley Hicklin geschrieben hat. Gesungen wird der Song jedoch vom Wiener Vincent Bueno – für Österreich. Interview von Gastautor Markus Ganz

«Amen»: Wieder ein ESC-Song aus dem Songwriting Camp der SUISA

Tobias Carshey singt am SUISA Songwriting Camp die Gesangsspur für die Demoaufnahme von «Amen» ein. (Foto: Tabea Hüberli)

Tobias Carshey, wie entstehen deine Songs normalerweise?
Tobias Carshey: Ich schreibe aus meinem Leben heraus – und entsprechend unterschiedlich kommt es heraus. Tendenziell setze ich mich hin und schreibe; manchmal kommt die Melodie zuerst, seltener der Text, meistens gehe ich von der Musik aus.

Bist du meistens alleiniger Autor deiner Songs?
Beim Schreiben ja, beim Arrangieren nicht.

Auf deiner Website schreibst du: «Writing songs is and was always a very personal process to me». War es schwierig, am Songwriting Camp mit dir unbekannten Songwritern zusammenzuarbeiten?
Zu Beginn sehr. Ich ziehe mich sonst gerne an einen stillen Ort zurück, wo ich vor mich hinarbeiten kann. Am Songwriting Camp war ich exponiert und musste in einem Team zusammenarbeiten. Ich habe das zwar schon mal gemacht, aber …

… hier war der Druck wohl grösser, weil du erstmals mit dem schwedischen Producer Jonas Thander und dem schottischen Topliner Ashley Hicklin zusammengearbeitet hast?
Genau, es ist einfach eine neue Situation: Da gibt es neue Dynamiken, die man zuerst verstehen muss. Ich hatte das Glück, dass Ashley Hicklin am Anfang mit einer konkreten Idee das Zepter in die Hand nahm.

Wie lief das ab, hast du Songideen mitgebracht?
Ich würde es heute anders machen, aber damals bin ich einfach hingegangen. Es war mein erstes Mal an einem Songwriting Camp, und ich wollte da völlig unvoreingenommen sein. Bevor wir zu schreiben begannen, haben wir uns aber noch Stücke von mir angehört, damit Jonas Thander und Ashley Hicklin hörten, woher ich musikalisch komme.

War dies wichtig, damit die Beiden erkennen konnten, wo deine Stärken liegen?
Genau, diesbezüglich war mein Song «Almond Eyes» der Ausgangspunkt.

An einem Songwriting Camp gibt es eine gewisse Spezialisierung mit Producer und Topliner. Was war deine Rolle, warst du eher Sänger im Sinn eines Interpreten oder warst du als Songwriter involviert?
Ich war durchaus auch als Songwriter involviert: Meine zwei Partner haben mich für voll genommen.

Jonas Thander Ashley Hicklin

Der schwedische Produzent Jonas Thander (l.) und der in Edinburgh beheimatete Songwriter Ashley Hicklin bei der konzentrierten Arbeit an der Komposition im Studio A der Powerplay Studios in Maur. (Foto: Tabea Hüberli)

Hat für dich diese Arbeitsteilung Sinn ergeben?
Sehr, weil jeder entsprechende Erfahrungen hat und wir von dieser Rollenverteilung ausgingen. Denn es kann leicht zu Reibungen kommen, wenn drei Songwriter zusammenarbeiten, die sich nicht kennen. So kann man sich auf seine Kompetenzen zurückziehen, wenn man sich nicht einig ist, und kommt doch voran mit dem Song.

Wie weit ging die Spezialisierung?
Es war klar, wer welche Funktion hat. Aber es galt jeder als kompetent genug, um überall mitreden zu können, ob im Songwriting oder im Text, auch in der Produktion.

Wie hat sich deiner Meinung nach ausgewirkt, dass ihr noch nie miteinander einen Song geschrieben oder musiziert habt, kein eingespieltes Team wart?
Ash und Jonas haben sich schon gekannt, aber das spielte keine Rolle, weil es erfahrene Musiker sind, die die Dynamiken eines Songwriting Teams kennen. Deshalb konnte ich gut als Neuling reinkommen und gewissermassen mitfliessen. Wenn alles Neulinge gewesen wären, dann wäre es wohl eine Lotterie gewesen.

Habt ihr auch gejammt oder habt ihr etwas beschlossen und dann hat jeder separat für sich seinen Job erledigt?
Es gab keinen Moment, wo jemand für sich selbst getüftelt hat – das war für mich neu. Ich bin eher der Typ, der sich zurückzieht, um eine Idee weiterzuentwickeln und sie dann im Plenum vorzustellen. Am Songwriting Camp kam Ashley Hicklin gleich zu Beginn mit einem Refrain. Das war dann der Ausgangspunkt für unsere Arbeit, was auch zum Ziel passte, einen ESC-Song zu schreiben. Und dann war die Bahn frei für alle.

Thander Carshey Hicklin SUISA Songwriting Camp

Die Miturheber von «Amen» beim gemeinsamen Tüfteln (v.l.n.r.): Jonas Thander, SUISA-Mitglied Tobias Carshey und Ashley Hicklin. (Foto: Tabea Hüberli)

Der Refrain war zuerst da: Wie dominant war das Ziel, einen ESC-Song – also einen potentiellen Hit – zu schreiben, also eingängig zu bleiben?
Das war uns schon bewusst, hatte aber keinen Einfluss auf das Feeling des Songs. Wir achteten zudem darauf, dass wir den Song in drei Minuten auf den Punkt brachten.

Spielte auch der Faktor eine Rolle, dass man sich trotz des Hit-Charakters auch abheben muss mit etwas Speziellem?
Bei uns nicht besonders. Aber unser Song stach im Vergleich zu anderen Songs des Songwriting Camps heraus, weil wir ihn sehr ruhig gehalten haben – nur Klavier, Gitarre und meine Stimme, wir haben auch keine Effekte wie Auto-Tuning eingesetzt. Das war meiner Meinung nach auch die Stärke des Songs: Der funktioniert auch allein mit einer Gitarre, was untypisch zu sein schien.

Wie unterscheidet sich der Song «Amen» vom Ende des Camp-Tages von demjenigen, der jetzt am ESC zu hören ist?
Er ist pompöser geworden. Das Original ist sehr reduziert: eine Bassdrum, mein Gesang, eine akustische Gitarre und ein Piano. Jetzt sind auch Streicher und Backing Vocals zu hören.

Wie ist es, dass nun jemand anders diesen Song – der immerhin zu einem Drittel von dir stammt – interpretiert?
Ich habe schon früher Songs für andere geschrieben, und einmal hat eine Interpretation auch weh getan, weil es ein persönlicher Song war. Ich finde es aber mega-spannend und auch mega-schön, dass Vincent Bueno den Song «Amen» mit seiner eigenen Geschichte interpretiert, ihm eine eigene Bedeutung verleiht. No regrets!

Wie hat das Songwriting Camp dein Vorgehen beim persönlichen Songwriting verändert?
Mich hat vor allem die lockere, auch freie Herangehensweise beeinflusst. Ich bin sonst wahrscheinlich zu streng mit mir, zu verbissen, um einfach draufloszuschreiben und auszuprobieren.

Machte dir das Tempo zu schaffen, dass man am Songwriting Camp in einem Tag den Song fertig haben muss?
Ja, das machte mir schon Mühe. Weil wirklich krasse, richtig gute, zeitlose Songs brauchen meiner Meinung mehr Zeit für die Entwicklung. Ich bin mich aber gewohnt, dass ich bei solchen Dogmen oft eines Besseren belehrt werde.

www.tobiascarshey.com

Eurovision Song Contest 2021: Im zweiten Semifinale des ESC wird am 20. Mai 2021 sowohl Vincent Bueno mit «Amen» für Österreich wie auch Gjon’s Tears mit «Tout l’univers» für die Schweiz antreten. Das Finale folgt am 22. Mai.

Songwriting Camp: Das von der SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions organisierte Songwriting Camp hat bereits mehrere international erfolgreiche Popsongs hervorgebracht. «Amen» ist der fünfte Song aus dem SUISA Songwriting Camp, der es bis ins Halbfinal oder Final des Eurovision Song Contests schaffte. Das von Luca Hänni mitkomponierte und gesungene Stück «She Got Me» erreichte am ESC 2019 den vierten Platz. Ebenfalls qualifiziert waren «Répondez-moi» (Gjon’s Tears, für die schlussendlich abgesagte Veranstaltung im Jahr 2020), «Stones» (2018, Zibbz) und «Sister» (2019 für Deutschland, Sisters).

Die Credits von «Amen»:
Lyrics/Music by: Tobias Carshey (CH), Ashley Hicklin (UK), Jonas Thander (SE). Produced by: Jonas Thander (SE), Mikolaj Trybulec(PL), Pele Loriano (CH). Recorded by: Pele Loriano, Jonas Thander, Mikolaj Trybulec, Mixed by: David Hofmann. Published by: Schneeblind Publishing, ORF Musikverlag. Label: Unified Songs.

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Der Eurovision Song Contest wird nach der Absage 2020 nun wieder durchgeführt. In Rotterdam wird ein Song zu hören sein, der am Songwriting Camp der SUISA in den Powerplay Studios in Maur entstanden ist. Wir haben mit dem Zürcher SUISA-Mitglied Tobias Carshey gesprochen, der «Amen» zusammen mit Jonas Thander und Ashley Hicklin geschrieben hat. Gesungen wird der Song jedoch vom Wiener Vincent Bueno – für Österreich. Interview von Gastautor Markus Ganz

«Amen»: Wieder ein ESC-Song aus dem Songwriting Camp der SUISA

Tobias Carshey singt am SUISA Songwriting Camp die Gesangsspur für die Demoaufnahme von «Amen» ein. (Foto: Tabea Hüberli)

Tobias Carshey, wie entstehen deine Songs normalerweise?
Tobias Carshey: Ich schreibe aus meinem Leben heraus – und entsprechend unterschiedlich kommt es heraus. Tendenziell setze ich mich hin und schreibe; manchmal kommt die Melodie zuerst, seltener der Text, meistens gehe ich von der Musik aus.

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«Komponistinnen und Komponisten sind eigentlich immer wieder Anfänger» | mit Video

Christian Henking bezieht sich in seiner Komposition für das Projekt «Schweizer Beethoven-Reflexionen» auf die Melodie des von Beethoven verwendeten Schweizer Liedes. In seinen sechs Variationen setzt er jeweils unterschiedliche Prinzipien ein. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Christian Henking hat durchaus Respekt vor Ludwig van Beethoven, «diesem Monument, diesem Granitfels in der Musikgeschichte». «Er ist mir immer wieder ein Lehrmeister, unabhängig von der Ästhetik; fantastisch, was er formal geleistet hat.» Umso mehr haben ihn Beethovens «Variationen über ein Schweizerlied» irritiert, wie er im Gespräch von Ende Januar 2020 erklärt. «Ich begreife sie ehrlich gesagt nicht, dachte, sie könnten nicht von Beethoven sein.»

Da der Komponist aus Biel und Bern keinen Zugang zu diesen Variationen fand, befasste er sich genauer mit dem ursprünglichen Lied, «Es hätt e Bur es Töchterli». Aber auch das sei an sich merkwürdig, er finde die Melodie komisch für ein Volkslied, es fehle ihm auch die Eleganz des «Guggisbergliedes». «Zugleich hat es aber die unglaubliche Spannung des grossen tonalen Umfangs. Auch das Geradlinige, Pulsartige ist interessant; es gibt nicht wirklich einen Rhythmus, nur diese Viertel, die ‹herumhängen›. Das Lied hat deshalb eine gewisse Leere und bietet damit auch eine Offenheit.» Deshalb entschloss sich Christian Henking dazu, sich für seine Komposition auf die Melodie des Volksliedes zu beziehen. Dann hat er «wie Beethoven, aber eher zufällig» ebenfalls sechs Variationen geschrieben.

Christian Henking erklärt, dass er diese Melodie zunächst analysiert und dann in einzelne Abschnitte zerschnitten habe. «In meinen ersten vier Variationen betrachte ich gewissermassen einzelne Abschnitte des Lieds. Die letzten zwei beziehen sich auf das ganze Lied.» Er sei also ganz beim Material – oder ganz nicht beim Material geblieben: «In der zweiten Variation vermeide ich bei der Suche nach dieser Variation gerade alle Töne, die im Originalstück vorkommen.»

Der Grundansatz war, bei jeder Variation eine andere Arbeitsweise beziehungsweise unterschiedliche Prinzipien anzuwenden. Das Konzept hat sich mit dem Komponieren konkretisiert und weiterentwickelt. «Ich wusste, dass ich Miniaturen komponieren will, kurze Variationen-Sätze. Zuerst habe ich die 5. Variation geschrieben. Dann wurde mir klar, dass ich nicht so maschinell anfangen will, also machte ich vorher etwas sehr Freies als Gegenstück. So hat sich das eine auf das andere ausgewirkt. Und aus solchen Bedingtheiten haben sich viele Zusammenhänge ergeben.»

Christian Henking arbeitet sehr häufig am Schreibtisch, komponiert im Kopf. Um die Phantasie anzuregen, spielt er aber oft Klavier oder Cello. «Übers Improvisieren kommen mir oft Ideen, ganz naiv. Das ist meine altmodische Ader; ich bin beim Komponieren wirklich weit weg vom Computer, ich schreibe ja von Hand ins Notenblatt.» Dazu gehört auch, dass er sämtliche Instrumente seiner Partituren auch einmal selbst spielt. «Ich mag es, wenn ich das Instrument in den Fingern habe. Nicht um es zu hören – ich bin ja Pianist, nicht Streicher –, sondern um als Laie die Griffe, Klänge und Bogenstellungen selber zu spielen. Das Haptische hilft mir komischerweise beim Komponieren, auch wenn es nicht nötig wäre; es gibt mir eine Art von Boden.»

Die Kombination von Streichtrio mit Flöte wählte Christian Henking zum einen, weil er eine kleine Besetzung wollte, damit nicht jemand dirigieren müsse. Vor allem findet er aber diese Besetzung faszinierend. «Ich habe einen nahen Bezug zum Streichtrio an sich. Und dann kommt noch die Flöte als eine Art Aussenseiterin, die sich mit dem Klang des Trios verschmelzt.»

Man darf nicht eine «typische Henking-Komposition» erwarten. Er versteht es als «die Aufgabe von Komponistinnen und Komponisten, dass wir jedes Stück als neu betrachten, wir sind eigentlich immer wieder Anfänger». Christian Henking hat sogar bei jeder seiner Variationen innerhalb des Stücks bei null angefangen und bewusst mit unterschiedlichen Ansätzen und Techniken gearbeitet: «Das macht die Vielfalt des Komponierens aus». Bei null anzufangen, bedeute aber auch, vor einem Berg mit Möglichkeiten zu stehen. Angesichts der vielen Freiheiten müsse man reflektieren. Er sieht denn auch die Gefahr, dass man ein Mittel oder eine Methode zu schnell einsetzt, weil es an einer Stelle funktioniert und sich sonst schon bewährt hat. «Die Routine ist eine Gefahr, und dagegen kämpfe ich bei jeder Note an.»

Beim Gespräch von Ende Januar 2020 war der Kompositionsprozess weitgehend abgeschlossen. «Alles liegt nun da», erklärt Christian Henking und zeigt auf unzählige Notenblätter. «Ich denke nun nochmals über alles nach, so dass es noch zu Korrekturen und anderen Veränderungen kommen kann.» Dann aber steht die Komposition bis ins Detail fest. Im Unterschied zu anderen Werken gewährt Christian Henking den Interpreten hier keine Freiheiten.

Christian Henking wurde 1961 in Basel geboren. Am Konservatorium Bern studierte er Musiktheorie bei Theo Hirsbrunner und liess sich von Ewald Körner zum Kapellmeister ausbilden. Danach studierte er Komposition bei Cristobal Halffter und Edison Denisov, in Meisterkursen bei Wolfgang Rihm und Heinz Holliger. Diverse Auszeichnungen, u.a. Kulturpreis der Bürgi-Willert-Stiftung (2000), Anerkennungspreis des Kantons Bern (2002) und Musikpreis des Kantons Bern (2016). Er ist Dozent an der Hochschule der Künste Bern für Komposition, theoretische Fächer und Kammermusik. www.christianhenking.ch
Schweizer Beethoven-Reflexionen: Ein Projekt von Murten Classics und der SUISA zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven hatte nur wenig mit der Schweiz zu tun. Aber er hat «Sechs Variationen über ein Schweizerlied» geschrieben, bei dem es sich um das Volkslied «Es hätt e Bur es Töchterli» handelt. Dies ist der Ausgangspunkt für Kompositionsaufträge, die die Sommerfestspiele Murten Classics zusammen mit der SUISA an acht Schweizer Komponistinnen und Komponisten verschiedener Generationen, Ästhetik und Herkunft vergeben haben.

Oscar Bianchi, Xavier Dayer, Fortunat Frölich, Aglaja Graf, Christian Henking, Alfred Schweizer, Marina Sobyanina und Katharina Weber konnten sich auf die Variationen, auf das von Beethoven verwendete Volkslied selbst oder auf Beethoven im Allgemeinen beziehen. Die Kompositionen wurden für das Ensemble Paul Klee geschrieben, das folgende Maximalbesetzung erlaubt: Flöte (auch Piccolo, G- oder Bassflöte), Klarinette (in B oder A), Violine, Viola, Cello, Kontrabass und Klavier.

Initiant dieses 2019 begonnenen Projekts ist Kaspar Zehnder, der während 22 Jahren künstlerischer Leiter von Murten Classics war. Wegen der Corona-Krise und den von den Behörden verordneten Massnahmen war die Durchführung sowohl der 32. Ausgabe im August 2020 als auch des vorgesehenen Ersatzfestivals in den anschliessenden Wintermonaten nicht möglich. Der «SUISA-Tag» mit den acht Kompositionen dieses Projekts wurde – ohne Publikum – am 28. Januar 2021 im KiB Murten dennoch aufgeführt und aufgezeichnet. Die Aufnahmen sind bei Radio SRF 2 Kultur in der Sendung «Neue Musik im Konzert» (5. Mai 2021, 21 Uhr) zu hören und werden auf der Plattform Neo.mx3 erscheinen. Im SUISAblog und auf den Social Media-Kanälen der SUISA wird das Projekt mit multimedialen Beiträge online dokumentiert.

www.murtenclassics.ch

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Wie die Privatkopie zu Geld wird – die Verteilung der Leerträgereinnahmen

Heutzutage stammt ein Gutteil der Privatkopien aus dem Internet und nicht mehr von CD wie einst zur Blütezeit des Tonträgermarkts. Mit einer Änderung im Verteilungsreglement der SUISA wird den aktuellen Umständen Rechnung getragen. Durch die vorgenommenen Korrekturen werden die Vergütungen für die Privatkopie gerechter verteilt. Text von Anke Link

Wie die Privatkopie zu Geld wird – die Verteilung der Leerträgereinnahmen

Die Konsumentinnen und Konsumenten beziehen Musik zunehmend aus dem Internet. Mit der Verlagerung zum digitalen Musikkonsum haben sich auch die Quellen für die privat kopierten Werke verschoben. Eine Änderung bei der Verteilung der Einnahmen aus der Leerträgervergütung war nötig. (Foto: Carlos Castilla / Shutterstock.com)

Das Schweizer Urheberrechtsgesetz (URG) erlaubt den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten die Anfertigung von Kopien für sich selbst, enge Freunde und Verwandte, egal aus welcher Quelle die Vorlage stammt. Für solche Privatkopien ist seit 1992 im hiesigen Gesetz eine Vergütung vorgesehen. Erhoben wird diese Vergütung aber nicht bei denjenigen, die tatsächlich die Kopien machen – namentlich die privaten Konsumentinnen und Konsumenten –, sondern bei den Herstellern und Importeuren der dafür notwendigen Leerträger.

Anfangs waren dies noch leere Audiokassetten, die man in den Rekorder einlegte und dann gespannt vor dem Radio darauf wartete, dass der aktuelle Lieblingssong gespielt wurde, oder auf die man CDs überspielte, um die Musik mit dem Walkman unterwegs hören zu können. Auch VHS-Kassetten, auf die man Fernsehsendungen aufzeichnen konnte, gehörten zu den ersten von der Vergütung erfassten Leerträgern. Später folgten CD- und DVD-Rohlinge, auf die Kopien von Musik und Filmen gebrannt werden konnten.

Heute ist die Leerträgervergütung überwiegend für digitale Speicher relevant, die in Geräte wie Smartphones und Tablets eingebaut sind. Damit hat man vielseitige Möglichkeiten für die Speicherung von Musik, Filmen und anderen Werken. Die dafür fällige Vergütung gilt pauschal pro Leerträger, unabhängig davon, in welchem Umfang und für welche Werke er tatsächlich für Privatkopien verwendet wird. Die SUISA ist dafür zuständig, die Vergütung von den Herstellern und Importeuren der Geräte einzuziehen, und sorgt für die Verteilung an diejenigen, die den Grund für das Kopieren liefern: die Urheber und Interpreten von Musik, die Filmemacher, Schriftsteller et cetera.

Wie werden die Einnahmen aus der Leerträgervergütung verteilt?

Bei der Verteilung der Leerträgervergütungen gilt es zunächst, eine Aufteilung zwischen den fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform vorzunehmen, für die die SUISA die Vergütung gesamthaft erhebt. Grundlage für diese Aufteilung ist der Anteil des von der jeweiligen Gesellschaft vertretenen kopierten Repertoires. Diese Anteile werden im Rahmen von repräsentativen Studien erhoben. Die Studien geben aber keine Auskunft über konkrete Werke, sondern nur darüber, ob es sich um Musik, Filme oder Videos, Bilder oder Texte handelt.

Den Anteil, den die SUISA für die Privatkopien von musikalischen Werken erhält, verteilt sie an ihre Mitglieder über Zuweisungen in verschiedene Verteilungsklassen. Eine direkte Verteilung ist nicht möglich, weil nicht ermittelt werden kann, welche konkreten Werke in welcher Häufigkeit von den Hörerinnen und Hörern kopiert bzw. gespeichert oder aus dem Internet heruntergeladen werden. Neben dem unerwünschten Eingriff in die Privatsphäre der Konsumentinnen und Konsumenten wäre auch der Aufwand für eine solche Erhebung untragbar. Deshalb weist die SUISA die Einnahmen aus der Leerträgervergütung verschiedenen Verteilungsklassen zu, für die detaillierte Programminformationen vorliegen.

In der Vergangenheit stützten sich diese Zuweisungen auf Überlegungen über die Quellen der Privatkopie: Man ging beispielsweise davon aus, dass ein Teil der Privatkopien ab CDs gemacht wird, also wurde ein Teil der Leerträgereinnahmen den Verteilungsklassen für die CD-Herstellung zugewiesen. Oder man wies einen Teil dieser Einnahmen den Verteilungsklassen für die Erträge aus Radio- und Fernsehsendungen zu in der Annahme, dass ein weiterer Teil der Privatkopien vom Radio und Fernsehen aufgenommen wird.

Woher stammen die privat kopierten Werke heute?

In der heutigen Zeit stammt aber ein Gutteil der Privatkopien aus dem Internet. Also könnte man doch die Einnahmen aus der Leerträgervergütung einfach den Verteilungsklassen für Online-Nutzungen zuweisen? – So einfach ist es leider nicht.

Zum einen nimmt die SUISA nicht alle Rechte für im Internet genutzte Musik wahr. Im Internet hat die SUISA Konkurrenz durch ausländische Verwertungsgesellschaften und kann dort deshalb nicht das Weltrepertoire an Musik anbieten. In die Verteilungsklassen für die Online-Angebote fliesst also nur für einen Teil der im Internet genutzten Werke Geld. Es werden aber natürlich nicht nur diese Werke privat kopiert, sondern eben auch die übrigen Werke des Weltrepertoires. Bei einer Zuweisung der Einnahmen aus der Leerträgervergütung in die Verteilungsklassen für die Online-Angebote würde deshalb ein grosser Teil der privat kopierten Werke leer ausgehen.

Zum anderen dürfen keine Leerträgerentschädigungen verlangt werden für Werke, die aus einer legalen Quelle gegen Bezahlung stammen (Verbot der «Doppelzahlung» in Art. 19 Abs. 3bis URG). Das betrifft Musik aus Downloadshops wie z. B. iTunes oder auf Streamingplattformen wie z. B. Spotify. Die Einnahmen, die die SUISA von diesen Plattformen erhält, verteilt sie in den entsprechenden Online-Verteilungsklassen nach den Programminformationen dieser Plattformen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen darf aber für solche Downloads und auch für Offline-Speicherungen von Streamingdiensten keine Leerträgervergütung kassiert werden. Deshalb wäre es auch nicht gerechtfertigt, wenn auf die entsprechenden Werke über Zuweisungen Geld aus den Leerträgereinnahmen verteilt würde.

Nun werden aber heruntergeladene Songs oft weiterkopiert: Was ist denn damit? – Es stimmt, im Gegensatz zum ursprünglichen Download oder Offline-Speicherungen von Streamingdiensten werden diese Folgekopien von der Leerträgervergütung erfasst. Aber niemand weiss, um welche konkreten Werke es sich handelt und wie oft sie noch kopiert wurden. Es muss also für diese wie auch für alle anderen privatkopierten Werke ein Weg für eine indirekte Verteilung der Einnahmen aus der pauschalen Leerträgervergütung gefunden werden.

Wie werden die neuen Verhältnisse im Verteilungsreglement berücksichtigt?

Da nun unter den aktuellen Umständen eine Zuweisung auf Basis der Quellen für die Privatkopien zu falschen Ergebnissen führte, wurde mit Hilfe des Marktforschungsunternehmens Gfs-Zürich nach alternativen Methoden gesucht, um die Leerträgereinnahmen möglichst gerecht verteilen zu können. Gfs-Zürich führte zu diesem Zweck eine repräsentative Studie durch. Dabei wurden Konsumenten gefragt, wo ihnen das zuletzt von ihnen privat kopierte Werk – ganz unabhängig davon, von welcher Quelle die Kopie stammte – noch «begegnet» ist: bei einem Konzert, im Kino, im Radio, im Fernsehen, auf einer neuen CD/LP oder DVD? Für diese «Vertriebskanäle» von Musik hat die SUISA in ausreichendem Umfang Informationen zu den dort genutzten Werken, die sie nun als Grundlage für die Verteilung der Einnahmen aus der Leerträgervergütung verwenden kann.

Neu werden die Einnahmen aus den Leerträgertarifen deshalb den Verteilungsklassen zugewiesen, die für Nutzungen in diesen anderen Vertriebskanälen verwendet werden. Dies entspricht dem in Ziffer 5.3.2 des Verteilungsreglements (VR) festgehaltenen Prinzip, das lautet: «Die Entschädigungen ohne Programm-Unterlagen sind jenen Verteilungsklassen zuzuweisen, in denen die gleiche oder eine möglichst ähnliche Musik vorherrscht.» In einigen Fällen konnten kein alternative Vertriebskanäle ermittelt werden. Dieser Anteil an den Leerträgereinnahmen wird daher den Verteilungsklassen für die Radiosender zugewiesen, weil diese das breiteste Repertoire aufweisen und damit die meisten Rechteinhaber profitieren können.

Ziffer 5.5.5 lautet somit neu:

Ziffer 5.5.5 GT 4 (Leerträger), 4i (integrierte digitale Speichermedien) – Leerträgervergütungen
Verteilungsklassen
Audio 33,0% 1A
28,0% 2A
(für die Inland-Lizenzierung) 11,5% 21A
(für die Zentrale Lizenzierung) 11,5% 21Z
16,0% 4
Video 16,0% 1C
12,0% 22A
14,0% 2C
8,0% 9A
17,0% 1A
17,0% 2A
Die verbleibenden 16% werden den Fernsehentschädigungen für ausländische Sender aus dem Tarif GT 1 zugeschlagen.
Bei Mobiltelefonen und Tablets des GT 4i sind die Einnahmen zu 90% auf Audio und zu 10% auf Video zu verteilen. Bei den weiteren Leerträgern des GT 4 und GT 4i ergibt sich der entsprechende Verteilschlüssel bereits aus der Art des Leerträgers.

Das Institut für Geistiges Eigentum hat diese Änderung am 6. April 2021 genehmigt und auch die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde im Fürstentum Liechtenstein erwarten wir in den nächsten Wochen. Die Änderung tritt drei Monate nach der Genehmigung in Kraft und kann somit für die nächste Verteilung der Leerträgereinahmen im September 2021 angewendet werden.

Wer profitiert und wer hat künftig weniger Geld aus der Privatkopie?

Im Ganzen hat die Revision der Zuweisungen aus den Leerträgereinnahmen positive Auswirkungen: Es gibt fast dreimal so viele Urheber und Verleger, die mehr Geld bekommen, als solche, die weniger von der Revision profitieren. Allerdings werden sich die positiven Auswirkungen für die Mehrheit der Mitglieder in kleinen Beträgen zeigen. Diejenigen, die einen Rückgang ihrer Einnahmen aus der Leerträgerverteilung hinnehmen müssen, werden dies deutlicher spüren.

Trotzdem sind wir überzeugt, dass die Revision notwendig war und gerecht ist. Denn die Rückgänge resultieren überwiegend aus der Streichung der Zuweisungen in die Online-Verteilungsklassen und einer Verringerung der Zuweisungen in die Verteilungsklasse 21Z, welche die zentrale Lizenzierung von CD-Produktionen betrifft. Warum eine Zuweisung in die Online-Verteilungsklassen heute falsch ist, haben wir bereits oben erklärt.

Dass auch die Zuweisung in die Verteilungsklasse 21Z für die Zentrale Lizenzierung in der bisherigen Höhe von 33% nicht mehr gerechtfertigt ist, wird nachfolgend deutlich: Diese Entscheidung stammte aus einer Zeit, als der Tonträgermarkt in voller Blüte stand und die SUISA jährlich etwa 25 Mio. Franken für CD-Produktionen eingenommen hat. Für 2019 betrug der zu verteilende Betrag aus der Zentralen Lizenzierung jedoch nur noch rund 1 Mio. Franken, während 2,3 Mio. Franken aus den Leerträgereinnahmen in die Verteilungsklasse 21Z zugewiesen wurden. Ein Rechteinhaber, der Fr. 1.– aus dem Vertrieb seiner Werke auf CD erhält, bekam also bis anhin Fr. 2.17 aus der Leerträgervergütung!

Durch den Verfall des Tonträgermarktes haben die Zuweisungen eine überdurchschnittliche Bedeutung erhalten gegenüber dem, was ursprünglich vorgesehen war. So wurde eine kleine Anzahl Rechteinhaber auf Kosten der Mehrheit bevorzugt. Die jetzt vorgenommenen Korrekturen sind für alle gerechter, und wir setzen darauf, dass auch diejenigen, die zukünftig weniger Geld aus den Leerträgereinnahmen erhalten, dafür Verständnis haben.

Weitere Informationen:
Verteilungsreglement der SUISA

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Musik in Unternehmen: Das gilt es zu beachten

Musik spielt in vielen Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie schafft eine angenehme Atmosphäre für Kunden, Gäste und Mitarbeitende, verstärkt die Aussagen von Werbespots und ist ein wichtiger Bestandteil von Firmenevents. Die Urheberrechte für die Nutzung von Musik erhält man unkompliziert von der SUISA. Je nach Art der Musiknutzung kommen dabei unterschiedliche Tarife zur Anwendung. Text von Liane Paasila, Martin Korrodi und Giorgio Tebaldi

Musik in Unternehmen: Das gilt es zu beachten

Die passende Hintergrundmusik in einem Geschäft bietet den Kunden nicht nur ein angenehmes Einkaufserlebnis sondern kann auch das Kaufverhalten beeinflussen. (Foto: Tana888 / Shutterstock.com)

Unternehmen kennen die Wirkung von Musik für ihr Geschäft. Die Detailhändler setzen auf die Dienste von professionellen Beschallungsfirmen, um ihren Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten – und sie letztlich zum Kauf zu ermuntern. In Arztpraxen läuft beruhigende Hintergrundmusik für die Patienten – schliesslich möchten die wenigsten vor einer Untersuchung oder einer Diagnose laute Rockmusik hören. Und auch ein Werbespot wirkt nur mit der passenden, oftmals eigens dafür komponierten Musik. Kurzum: Es gibt viele Beispiele und Fälle, in denen Musik zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt.

Vergütung für Komponisten, Textautoren und Verleger

Entsprechend müssen auch diejenigen bezahlt werden, die diese Musik komponiert und die Texte dazu geschrieben haben: die Urheberinnen und Urheber. Das geschieht über die SUISA, welche Lizenzen für die verschiedenen Nutzungen von Musik vergibt und hierfür Geld einnimmt. Die Höhe der Lizenzkosten hängt grundsätzlich davon ab, welchen Stellenwert die Musik bei der entsprechenden Nutzung hat. Für ein symphonisches Konzert, welches man fast ausschliesslich wegen der Musik besucht, sind die Kosten höher als für Hintergrundmusik im Wartezimmer einer Arztpraxis, wo man nicht wegen der Musikberieselung als Hauptgrund hingeht.

Musik aus der ganzen Welt dank Lizenz von der SUISA

Die Tarife für die unterschiedlichen Nutzungen von Musik werden in regelmässigen Abständen zwischen den Verwertungsgesellschaften wie der SUISA und den Nutzerverbänden (wie beispielsweise Gastrosuisse für die Nutzung in Gastrobetrieben) verhandelt, gemeinsam festgelegt und von der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten (ESchK) genehmigt.

Da die SUISA in der Schweiz und in Liechtenstein das Weltrepertoire an musikalischen Werken vertritt, kann man mit einer SUISA-Lizenz fast alle Musik aus der ganzen Welt nutzen. Das eingenommene Geld verteilt die SUISA weltweit an die Urheber und Verleger der genutzten Musik. Von 100 Franken Einnahmen zahlt die SUISA 87 Franken an die Urheber und Verleger von Musik aus.

Die SUISA vergibt Lizenzen an über 120 000 Nutzer wie Radio- und TV-Sender, Konzertveranstalter, Clubs, Gastwirte, Partyorganisatoren, Ladenbesitzer oder Online-Musikdienste. In diesem Jahr ist eine gezielte Markterfassung für die Musiknutzung in Unternehmen geplant; die SUISA wird mit ihren Angeboten potentielle Kunden direkt kontaktieren.

Musiknutzung in Unternehmen

Im Folgenden werden drei der häufigsten Nutzungen von Musik in Unternehmen näher erläutert:

1. Hintergrundmusik in Verkaufsräumen und Büros

In der Schweiz nutzen bereits über 100 000 Unternehmen Musik mit Hilfe von unterschiedlichen Technologien, um eine stimmungsvolle Atmosphäre z. B. in Verkaufsräumen, Büroräumlichkeiten oder Wartezimmern zu schaffen. In Firmenfahrzeugen, Telefonschlaufen oder Aufzügen sorgt Musik für die Unterhaltung von Kunden oder Mitarbeitenden. Diverse Studien bestätigen, dass Musik auch zur Steuerung des Konsumverhaltens dient.

Solche Verwendungen von Musik in Unternehmen gelten als öffentliche Nutzung: Hierfür muss eine Entschädigung entrichtet werden. Die Betriebe zahlen daher den Urhebern, Verlegern, Interpreten oder Produzenten eine Vergütung gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a). «Gemeinsam» heisst, dass der Tarif nicht nur die von der SUISA vertretenen Rechte enthält, sondern auch jene von anderen Verwertungsgesellschaften wie Swissperform (für die Interpreten und Produzenten) oder Suissimage (für die Filmschaffenden). Die SUISA verantwortet bei diesem Tarif das Inkasso im Auftrag aller Schweizer Verwertungsgesellschaften und verteilt ihren Anteil des eingenommenen Geldes an die Urheber und Verleger von Musik.

Beispiele für die Nutzung von Hintergrundmusik (GT 3a)
Wo?
• Büroräumlichkeiten (z. B. Aufenthaltsräume, Arbeitsräume, Sitzungszimmer)
• Geschäftsflächen (z. B. Verkaufsgeschäfte, Gastro- und Hotelbetriebe)
• Firmenfahrzeuge
• Telefonwarteschlaufen
• Museen, Ausstellungen
• Praxen (z. B. Patientenzimmer, Behandlungszimmer, Warteräume)
Wie?
• Wiedergabe von Radiosendungen und Musikaufnahmen
• Wiedergabe von Fernsehsendungen oder Filmen (mit Ort und Zeit angekündigte Filmvorführungen, Public Viewing auf Bildschirmen mit einer Diagonale von mehr als 3 Metern müssen jedoch separat geregelt werden)
• Betrieb von interaktiven Multimedia-Terminals
Weitere Information zur Nutzung von Hintergrundmusik (GT 3a)
Kundenportal GT 3a
SUISA-Website zum GT 3a: www.suisa.ch/3a
Verteilung der Einnahmen aus dem GT 3a:
www.suisablog.ch/de/wie-die-suisa-verguetungen-aus-der-hintergrundunterhaltung-verteilt/

2. Videos mit Musik im Internet

Je länger je mehr setzen Unternehmen auf digitale Formate, um ihre Kunden zu erreichen, seien es moderne, professionelle Websites oder Beiträge in den sozialen Medien. Nicht nur in aussergewöhnlichen Zeiten wie während der Corona-Pandemie wird die digitale Kommunikation wichtig, um mit Kunden und anderen Anspruchsgruppen in Verbindung zu treten und zu bleiben. In diesem Zusammenhang spielen Videos, die mit Musik unterlegt sind, eine wesentliche Rolle und helfen, Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung schmackhaft zu machen.

Wenn man ein aufgenommenes Musikstück in einem Video verwenden will, muss man zuerst einmal zwischen zwei Arten von Rechten unterscheiden, die es zu klären gilt:

  • Leistungsschutzrechte für die Audio-Aufnahme, die beim Label des Songs liegen;
  • Urheberrechte am Werk, also der Komposition und gegebenenfalls dem Text, die beim Musikverlag und/oder den Urhebern liegen.

Für die Leistungsschutzrechte an der Audio-Aufnahme ist die Plattenfirma zuständig. Bei einem Video mit Musik müssen beim Label Zustimmung und Lizenzen für die Synchronisation und Überspielung der Aufnahme eingeholt und erworben werden.

Für die Urheberrechte am Werk sind der Musikverlag und die SUISA zuständig. Die SUISA vergibt die Lizenzen für die Vervielfältigung des Werks im Rahmen der Videoproduktion sowie für das Zugänglichmachen des Werks im Video auf der eigenen Website und/oder Social-Media-Plattformen. Der Musikverlag vergibt die Synchronisationsrechte für ein Werk. Wenn jemand ein mit Musik untermaltes Video veröffentlichen will, muss man zuerst beim Verlag anfragen, ob man den Song überhaupt für ein Video verwenden darf.

Dieses Lizenzierungsverfahren gilt grundsätzlich für alle Unternehmen. Speziell für kleinere Firmen mit maximal 49 Mitarbeitenden und bis zu Fr. 9 Mio. Jahresumsatz bietet die SUISA zusammen mit ihrem Partner Audion eine Pauschallösung an: Gegen eine jährliche Vergütung von 344 Franken können sowohl die Rechte der Urheber von Musik sowie die der Produzenten/Labels erworben werden. Dank diesem Pauschalbetrag können Kleinunternehmen so viele imagefördernde kurze Videos mit Musik auf ihren Websites und/oder Social-Media-Plattformen verwenden, wie sie möchten. Dieses Angebot ermöglicht den einfachen Erwerb einer Lizenz für die Nutzung von urheberrechtlich geschützter Musik.

Weitere Informationen zu Videos mit Musik auf Websites
Kundenportal Musik auf Websites
Wichtigste Fragen & Antworten:
www.suisa.ch/de/kunden/online/musik-im-internet-fuer-kleinunternehmen/fragen-antworten.html
Artikel auf dem SUISAblog zum Pauschalangebot:
www.suisablog.ch/de/kollektive-verwertung-ist-eine-dienstleistung-fuer-musikschaffende-wie-musiknutzende/

3. Musik bei Firmenevents

Weihnachtsessen, Generalversammlung oder Produktepräsentation – Musik ist bei solchen Events oft ein wichtiger Bestandteil. Diese Veranstaltungen werden nach dem Gemeinsamen Tarif Hb (GT Hb) lizenziert, der Musikaufführungen zu Tanz und Unterhaltung ausserhalb des Gastgewerbes zum Gegenstand hat. Es geht hier um Aufführungen wie zum Beispiel die Live-Band beim Weihnachtsessen oder den DJ beim Mitarbeiteranlass, und auch um Anlässe mit musikalischer Umrahmung, wie etwa bei einer Generalversammlung oder einem Kundenanlass.

In Bezug auf die Berechnung der Vergütung unterscheidet der Tarif zwischen Gross- und Kleinveranstaltungen. Letztere sind Anlässe in Räumen mit einem Fassungsvermögen von maximal 400 Personen. Hierfür kommen Pauschalvergütungen pro Tag und Veranstaltung abgestuft nach Besucheranzahl zum Tragen. Bei Grossveranstaltungen bilden – da für Firmenanlässe in der Regel keine Tickets verkauft werden – meistens die Kosten, die mit der Musiknutzung verbunden sind, die Berechnungsgrundlage. Typischerweise sind das die Gagen und Spesen der Künstler sowie die Miete von Instrumenten und Veranstaltungsräumlichkeiten. Wenn für Anlässe Eintritt verlangt wird, gelten unter Umständen andere Berechnungsgrundlagen.

Der Tarif sieht zudem verschiedene Ermässigungen vor – etwa für Unternehmen, die für ihre Veranstaltungen gemäss GT Hb mit der SUISA einen Vertrag abschliessen oder die mehr als 10 Anlässen pro Kalenderjahr durchführen.

Unternehmen der Gastro- und Hotelbranche
Gastrobranche:
Für Unterhaltungs- und Tanzanlässe im Gastgewerbe ist nicht der Tarif GT Hb, sondern GT H anwendbar. Dieser regelt die gleichen Anlassarten wie der GT Hb, hat aber aufgrund der Verbindung zum gastronomischen Angebot ein anderes Berechnungsmodell, das neben der Anzahl anwesender Personen und dem Eintrittspreis auch den Preis des billigsten alkoholischen Getränks in die Kalkulation miteinbezieht.
Hotelbranche:
Da es ab und an zu Unklarheiten führt, welche Flächen bei Hotelbetrieben die Grundlage für die Verrechnung bilden, hier noch ein paar Hinweise: Der Gemeinsame Tarif 3a gilt auch für die Fläche der Hotelzimmer. Die SUISA erhält immer wieder Anmeldungen, bei denen Beherbergungsunternehmen die Zimmerflächen für die Berechnung der Nutzungsfläche nicht einkalkulieren. Für die Zimmer ist je nach gesamthaft betroffener Fläche (Zimmer und Gemeinschaftsräume) zusätzlich zur Basisvergütung eine Vergütung gemäss Zusatznutzung (Gemeinsamer Tarif 3a Ziff. 6) zu entrichten.
Weitere Informationen zu Musik-Events
Ausserhalb des Gastgewerbes, GT Hb:
www.suisa.ch/de/kunden/event-veranstalter/events-und-parties/parties-und-andere-tanzveranstaltungen.html
Im Gastgewerbe, GT H:
www.suisa.ch/de/kunden/gastgewerbe-hotellerie/clubs-bars-restaurants/djs-oder-musiker.html
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Musik spielt in vielen Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie schafft eine angenehme Atmosphäre für Kunden, Gäste und Mitarbeitende, verstärkt die Aussagen von Werbespots und ist ein wichtiger Bestandteil von Firmenevents. Die Urheberrechte für die Nutzung von Musik erhält man unkompliziert von der SUISA. Je nach Art der Musiknutzung kommen dabei unterschiedliche Tarife zur Anwendung. Text von Liane Paasila, Martin Korrodi und Giorgio Tebaldi

Musik in Unternehmen: Das gilt es zu beachten

Die passende Hintergrundmusik in einem Geschäft bietet den Kunden nicht nur ein angenehmes Einkaufserlebnis sondern kann auch das Kaufverhalten beeinflussen. (Foto: Tana888 / Shutterstock.com)

Unternehmen kennen die Wirkung von Musik für ihr Geschäft. Die Detailhändler setzen auf die Dienste von professionellen Beschallungsfirmen, um ihren Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten – und sie letztlich zum Kauf zu ermuntern. In Arztpraxen läuft beruhigende Hintergrundmusik für die Patienten – schliesslich möchten die…Weiterlesen

«Wir wollen, dass die Motoren weiterlaufen»

Mit «Keep Going!» erweitert die FONDATION SUISA temporär ihr Förder-Portfolio. Text von FONDATION SUISA

FONDATION SUISA Keep Going!

«Keep Going!» soll es der Schweizer Musikszene in Krisenzeiten ermöglichen, ihre Tätigkeit weiter aufrecht zu erhalten. (Bild: FONDATION SUISA)

Die FONDATION SUISA fördert Projekte mit Bezug zum aktuellen schweizerischen und liechtensteinischen Musikschaffen, explizit die Kreation und die Verbreitung von Repertoire. «Das ist unser Stiftungszweck und an ihn sind wir gebunden», erklärt Stiftungsdirektor Urs Schnell und fügt an: «Aber wir überprüfen laufend unser Portfolio und erweitern es gegebenenfalls mit neuen Programmen.»

Für Schnell ist klar, dass sich durch die Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns, der Alltag der Schweizer Musikschaffenden in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert hat. «Als Stiftung mussten wir handeln», meint er und zeigt sich sichtlich erfreut, dass der Stiftungsrat rasch und unkompliziert einer Flexibilisierung der Förderprogramme im Rahmen des Stiftungszweckes zugestimmt hat.

«Keep Going!» heisst das zusätzlich angebotene, temporäre Fördermodell, das – darauf weist Schnell ausdrücklich hin – die bestehenden Angebote nicht ersetzt, sondern ergänzt. «Keep Going!» soll es der Schweizer Musikszene in Krisenzeiten ermöglichen, ihre Tätigkeit weiter aufrecht zu erhalten. «Wir sind überzeugt, dass auch in Zeiten, in denen die Kultur praktisch stillsteht, sich Musikschaffende neue Wege erarbeiten müssen, um ihre selbst gesteckten Ziele weiterhin erfüllen zu können», sagt Schnell. «Und dies betrifft sowohl die Erarbeitung neuer musikalischer Werke wie auch deren Verbreitung.» Letzteres wird unterstrichen durch die Tatsache, dass das neue Fördermodell nicht nur Einzelpersonen oder Gruppen vorenthalten ist, sondern auch Organisationen miteinschliesst.

«Keep Going!» soll gemäss Schnell die Musikschaffenden und -Organisationen genau an jener Stelle abholen, wo sie sich zurzeit gerade befinden und ihnen erlauben, sich den neuen Gegebenheiten bei Bedarf anzupassen: «Mit dieser Förderung wollen wir dazu beitragen, dass der Motor bei bestehenden Projekten nicht ins Stottern gerät.»

Das «Aussergewöhnliche» oder das «Noch nie dagewesene» – Faktoren, die beim vor drei Jahren eingeführten Fördermodell «Get Going!» eine wesentliche Rolle spielen – werden zwar nicht explizit ausgeschlossen, sind aber für «Keep Going!» nicht ausschlaggebend.

Mit «Keep Going!» unterstreicht die FONDATION SUISA ihr oberstes Anliegen, auch in ungewissen Zeiten und unter anspruchsvolleren Umständen die Entfaltung kreativer Ideen zu fördern und deren Umsetzung zu ermöglichen.

In einer ersten Tranche werden im April 10mal Fr. 5 000.– vergeben. «Danach sehen wir weiter», so Schnell. «Wir werden die Gesamtheit der eingegangenen Gesuche analysieren und daraus unsere Schlüsse ziehen.» Geplant ist, «Keep Going!» alle zwei Monate neu auszuschreiben.

Informationen zu «Keep Going» auf der Website der FONDATION SUISA:
www.fondation-suisa.ch/de/werkbeitraege/keep-going-2021/

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Mit «Keep Going!» erweitert die FONDATION SUISA temporär ihr Förder-Portfolio. Text von FONDATION SUISA

FONDATION SUISA Keep Going!

«Keep Going!» soll es der Schweizer Musikszene in Krisenzeiten ermöglichen, ihre Tätigkeit weiter aufrecht zu erhalten. (Bild: FONDATION SUISA)

Die FONDATION SUISA fördert Projekte mit Bezug zum aktuellen schweizerischen und liechtensteinischen Musikschaffen, explizit die Kreation und die Verbreitung von Repertoire. «Das ist unser Stiftungszweck und an ihn sind wir gebunden», erklärt Stiftungsdirektor Urs Schnell und fügt an: «Aber wir überprüfen laufend unser Portfolio und erweitern es gegebenenfalls mit neuen Programmen.»

Für Schnell ist klar, dass sich durch die Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns, der Alltag der Schweizer Musikschaffenden in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert hat. «Als Stiftung mussten wir handeln», meint er und zeigt sich sichtlich erfreut, dass der Stiftungsrat rasch und unkompliziert einer Flexibilisierung der Förderprogramme im Rahmen…Weiterlesen

Julien-François Zbinden: eine aussergewöhnliche Persönlichkeit

Am 8. März 2021 verstarb der Schweizer Komponist und Jazzpianist Julien-François Zbinden im Alter von 103 Jahren. Julien-François Zbinden war von 1987 bis 1991 Präsident der SUISA. Nachruf von Xavier Dayer, Präsident der SUISA

Nachruf Julien-François Zbinden: eine aussergewöhnliche Persönlichkeit

Julien-François Zbinden in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000. (Foto: Jean-Pierre Mathez)

Mit grosser Trauer haben wir vom Tod von Julien-François Zbinden erfahren. Unser Ehrenmitglied und ehemaliger Präsident (von 1987 bis 1991) hat uns im Alter von 103 Jahren verlassen. Wir alle werden seine funkelnden Blicke nie vergessen. Und auch sein 100. Geburtstag, den er mit seinen nächsten Freunden oberhalb von Lausanne feierte, ist noch in frischer Erinnerung. Welche Energie, welch aussergewöhnliche Persönlichkeit. Vor allen Gästen erhob er sich und hielt eine immer noch sehr präsidiale und geistreiche Rede.

Ja, Julien-François Zbinden hat die Schweizer Musik über viele Jahre mit Charme und grosser Überzeugung geprägt. Seine stilistische Offenheit zwischen Klassik und Jazz, die er so wunderbar verkörperte, und die intensive Schaffenskraft dieses Mannes, der ganz für die Musik lebte, sind legendär. Er kam mit vielen Grössen in Kontakt, unter anderem mit Francis Poulenc, Igor Strawinsky, Clara Haskil, Django Reinhardt & Stéphane Grappelli, Fernandel und Juliette Gréco.

Seine Präsidentschaft und seine Verlässlichkeit prägten die SUISA positiv. Wann immer er konnte, nahm er an unseren Generalversammlungen teil, und wenn er aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, schrieb er uns eine Notiz voller Wertschätzung und Anerkennung. Denn er stammte aus einer Zeit, in der die Umgangsformen anderen Codes folgten als heute. Eine Zeit, die weit entfernt ist vom permanenten Informationsfluss und den multiplen Anforderungen, wie wir sie heute kennen.

Sich mit Julien-François Zbinden zu unterhalten bedeutete, das Rad der Zeit zurückzudrehen und in eine verlorene Dimension einzutauchen. Doch nie hörte man aus seinen Worten Nostalgie oder Verbitterung, ganz im Gegenteil: Der Flieger (mit Mitte fünfzig hatte er die Pilotenlizenz erworben!) liebte das Neue: neue Entdeckungen und neue Erfahrungen. Sein beispielloses Interesse faszinierte auch seine Gesprächspartner. So verstand er es, während seiner langen und glanzvollen Karriere bei Radio RSR, den Hörerinnen und Hörern die verschiedensten Musikgenres näherzubringen. Denn jegliche Abschottung lag ihm fern.

Diese Offenheit und seine Fähigkeit, Dialoge zu führen und Brücken zu schlagen ermöglichten es ihm, seine verschiedenen Präsidentschaften mit Bravour zu erfüllen (neben der SUISA war er von 1973 bis 1979 Präsident des Schweizerischen Tonkünstlervereins). Heute gibt es zahllose Hommagen an ihn, die höchst berechtigt sind, denn seine Präsenz, die ihm eigene Aufmerksamkeit und seine stimulierende Lebendigkeit werden der Schweizer Musiklandschaft fehlen.

Dank der Erinnerungen an den bereichernden Austausch mit ihm wird unser Ehrenmitglied uns noch lange erhalten bleiben.

Xavier Dayer

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  1. greg sagt:

    henry hubert accordeoniste et moi meme greg lewis pianiste rendont hommage a monsieur Zbinden en faisant aujourd hui notre adhesion a la suisa sincere amitiés a sa famille

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Musik und Kultur gehören zum täglichen Grundbedarf – öffnet nicht nur Lebensmittelläden!

Vor einem Jahr, am 28. Februar 2020, wurden die ersten Einschränkungen für kulturelle Veranstaltungen erlassen. Zuerst galt eine Obergrenze von 1000 Personen, Mitte März kam der erste Lockdown, im Sommer gab es dank Schutzkonzepten kleine Erleichterungen, welche schon im Herbst schrittweise rückgängig gemacht wurden. Seit Mitte Januar 2021 sitzen wir im zweiten Lockdown fest: ohne Musikveranstaltungen, ohne Zugang zu realen – nicht virtuellen – Kulturerlebnissen. Von Andreas Wegelin, CEO

Musik und Kultur gehören zum täglichen Grundbedarf – öffnet nicht nur Lebensmittelläden!

Für Andreas Wegelin, CEO der SUISA, ist Kunst und Kultur ein lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. (Foto: Beat Felber)

Um die Verbreitung des Virus zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, haben die Behörden zu drastischen Massnahmen gegriffen. Im Grundsatz sind alle Angebote ausserhalb des täglichen Grundbedarfs nur noch erschwert zugänglich oder dürfen gar nicht mehr durchgeführt werden.

Doch was ist der tägliche Grundbedarf? Wer definiert diesen?

Zum Grundbedarf der Menschen gehören doch auch Dinge, über die man sich geistig erfreuen kann! Der Besuch eines Konzerts, der Gang ins Kino, oder die Besichtigung einer Ausstellung: Warum sind Museen geschlossen worden, wo Ausstellungen doch selten – ausser bei Blockbuster-Sonderschauen – mit einem Besucherandrang zu kämpfen haben? Weshalb müssen Kleinkunstbühnen geschlossen bleiben? Sie könnten Schweizer Künstlerinnen und Künstlern Auftritte bieten und jeweils ein kleines, aber sicher dankbares Publikum erfreuen.

Ein im Internet gestreamtes Konzert ist kein Ersatz für Live-Veranstaltungen. Es fehlt die Interaktion, das gemeinsame Erleben einer künstlerischen Darbietung, welche beide Seiten, Aufführende und Publikum, gegenseitig befruchten, und ein Konzert erst zu einem denkwürdigen Anlass machen.

Mittlerweile ist es so weit, dass man Geisterkonzerte veranstaltet wie das «Ghost Festival»: Ein Festival mit rund 300 Bands – beteiligt sind knapp 1300 Musikschaffende inklusive Techniker/-innen, Booker-/innen, Manager/-innen und Weiteren –, das gar nicht stattfindet, weil schlicht niemand hingehen kann. Die SUISA unterstützt dieses Nicht-Festival durch ein Sponsoring, aber auch durch Ticketkäufe ihrer Belegschaft.

Kultur- und Kreativwirtschaft ist relevant

Viele Veranstalterinnen und Veranstalter hatten in den Sommermonaten 2020 zuverlässige Schutzkonzepte erarbeitet und mit nicht geringen Zusatzkosten auch umgesetzt. Nun stehen sie trotzdem faktisch vor einem Berufsverbot. Seit gesamthaft schon über 6 Monaten ist nichts mehr erlaubt. Durch die Corona-Verbote entstehen grosse finanzielle Einbussen. Bund und Kantone haben zwar Hilfsprogramme beschlossen, aber diese sind schlecht an die Situation der vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstler sowie der Veranstalterinnen und Veranstalter als Einzelunternehmen angepasst.

Wo liegt der Grund für die Geringachtung des Kulturbetriebs?

Es mangelt offenbar am kulturellen Bewusstsein bei den Entscheidungsträgerinnen und -trägern in der Politik und der Verwaltung. Obwohl gemäss einer neuen Studie von Ernst & Young (EY) der Kulturbereich gemessen an der Anzahl Beschäftigten in Europa an vierter Stelle steht: www.rebuilding-europe.eu

Ein Aufruf geht deshalb an die politisch und behördlich lenkenden Personen und Institutionen: Kultur ist lebensnotwendig! Sie ist ein Grundnahrungsmittel für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Lasst sie auch in Zeiten des Lockdowns gedeihen! Sie erfreut die Menschen, gibt ihnen Perspektive über die Pandemie hinaus und gibt vor allem den Künstlerinnen und Künstlern ein Auskommen.

Schafft differenzierte Regeln: Kleinveranstaltungen und Veranstaltungen mit reduzierter Besucherzahl müssen möglich sein, ebenso offene Museen, Kulturstätten, wo sich interessierte Menschen und Künstlerinnen und Künstler – natürlich unter Einhaltung der gesundheitlichen Vorschriften – treffen und gemeinsam etwas erleben können. Solche Orte sind für die Gesellschaft und den Alltag genauso wichtig wie die Läden, in denen Einkäufe für den täglich Bedarf getätigt werden. Mit wissenschaftlichen Studien ist nachgewiesen, dass bei Kulturveranstaltungen mit guten Schutzkonzepten keine erhöhte Gefahr in Bezug auf die weitere Ausbreitung des Corona-Virus besteht: nachzulesen in der Aerosolstudie des Fraunhofer-Instituts am Konzerthaus Dortmund sowie im Abschlussbericht des probeweisen Testbetriebes der Bayerischen Staatsoper (PDF) mit erhöhter Zuschauerzahl.

Kulturelles Bewusstsein stärker verankern

Die Corona-Krise in der Kultur zeigt noch etwas Weiteres: Erst beim Verbot und dadurch dem Wegfall von kulturellen Veranstaltungen wird vielen bewusst, wie wichtig Kultur und Unterhaltung für uns Menschen ist und wie aufbauend der kulturelle Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum für beide Seiten ist.

Dieses kulturelle Bewusstsein sollte in der Schweizer Bevölkerung viel stärker verankert werden. Beginnend schon bei der Ausbildung: Durch Bildung und dem Ermöglichen des Zugangs zu kulturellen Errungenschaften werden junge Menschen an die Künste herangeführt. Mit der Initiative Jugend & Musik wurde zwar einiges erreicht, aber es bleibt noch viel zu tun, insbesondere auch in anderen Kunstsparten als der Musik.

Das gesellschaftliche Interesse an Musik, bildender Kunst, Film, Literatur, Tanz und Performancekunst erweitert sich durch Anregung zu eigenem Schaffen und durch Förderung der Vermittlung der aktuellen künstlerischen Produktion und des künstlerischen Erbes. Je mehr Menschen mit künstlerischen Ausdrucksformen in Berührung kommen, desto mehr steigt auch das Bedürfnis nach Kunst und Kultur. Wodurch die Gesellschaft schliesslich nachhaltiger einfordert, dass dieser Bedarf erfüllt wird und die nötigen Voraussetzungen dazu aufgebracht werden.

Gemeinsame starke Stimme für die Kultur nötig

Für die Erhöhung und vertiefte Verankerung des Bedarfs nach Kunst und Kultur müssen sich die kulturellen Institutionen dieses Landes zusammenschliessen und die Verbreitung des kulturellen Schaffens gemeinsam viel nachdrücklicher fordern und fördern.

Mit der «Taskforce Culture» hat sich während der Pandemie erstmals eine starke gemeinsame Stimme gebildet. Als Gesprächspartnerin der Politik und der Verwaltung ist es dieser Task-Force in den letzten Monaten schon sehr gut gelungen, die Kräfte aus den verschiedensten Kultursparten, von den Künstlerverbänden bis zu den Veranstaltern und Kulturvermittlern, zu bündeln und für kulturspezifische Anliegen einzutreten. Denn es ist noch längst nicht in allen Köpfen angekommen, dass künstlerisches Schaffen andere Voraussetzungen hat als die Arbeit in vielen Produktions- und Dienstleistungsbereichen.

Ein Zusammenschluss der kulturellen Institutionen und Verbände kann ähnlich den grossen Wirtschaftsverbänden und Arbeitnehmerorganisationen eine gewichtige Rolle als Ansprechpartner für gesellschaftliche und politische Entwicklungen in der Schweiz übernehmen. Eine solche gemeinsame starke Stimme für die Kultur wird in den kommenden Monaten und Jahren noch zusätzliche Relevanz bekommen. Die öffentliche Hand wird ganz einschneidend sparen müssen, weil durch die Bekämpfung der Pandemie mit Verboten immense volkswirtschaftliche Schäden entstanden sind und weiter entstehen. Die künftigen Steuereinnahmen werden zurückgehen, während die Staatsverschuldung wegen der Hilfsmassnahmen zunimmt.

Wie rasch in finanziell schwierigen Situationen der Sparhebel zuerst bei Kultur und Bildung angesetzt wird, kennt man aus der Vergangenheit. Im Verbund können die Kulturverbände und -institutionen gemeinsam ihre Stimme erheben und mittel- bis langfristig dafür sorgen, dass die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Kunst und Kultur gestärkt und geachtet wird. Denn künstlerische Ausdrucksformen und der Zugang zu ihnen müssen selbstverständlich als Grundbedarf der Menschen anerkannt sein. Man kann und darf sie nicht wegsperren.

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  1. Markus Hefti sagt:

    Unverhältnismässige und existenzbedrohende Beschlüsse „ unserer „
    Politiker schüren das Unverständnis in der Bevölkerung. Aber da sie nie für ihre Fehler
    zur Rechenschaft gezogen werden ist es ihnen scheinbar Egal ☹️

    • Danke für Ihren Kommentar. Dass es Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie braucht, stellen wir nicht in Frage. Es braucht allerdings differenziertere Massnahmen, die gewisse Wirtschaftszweige gegenüber anderen nicht benachteiligen.
      Andreas Wegelin, SUISA CEO

      • Ndiaye sagt:

        Une contribution de haute facture . La culture inspire de belles ouvertures au monde .
        Alassane ndiaye membre Suisa Sénégal

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Für Andreas Wegelin, CEO der SUISA, ist Kunst und Kultur ein lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. (Foto: Beat Felber)

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