«Es wäre schön, wenn durch diese Krise eine Art Sensibilisierung stattfinden würde»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Zürcher Musikerin und Songwriterin Anna Känzig, wie es sich anfühlt, wenn eine Konzertabsage nach der anderen reinflattert und wieso sie trotzdem den Mut nicht verloren hat. Für «Music for Tomorrow» performte sie exklusiv ihren Song «House of Cards», welcher die momentanen Umstände schön umschreiben. Text von Nina Müller; Video von Anna Känzig, ergänzt von Nina Müller

Bereits in jungen Jahren war Anna Känzig (35) schon sehr musikalisch. Im Alter von fünf Jahren lernte sie, Gitarre zu spielen. Später folgten der Bass und das Klavier und auch ihre schulische Ausbildung fand im musikalischen Bereich statt. An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) machte sie ihren Bachelor in der Jazz-Abteilung und seit 2009 ist Känzig aus der Schweizer Musikszene nicht mehr weg zu denken. Mit ihrer klaren Stimme begeisterte die Zürcherin bereits Zuschauer am Montreux Jazz Festival, Gurten Festival, Energy Air und am Finale des Elite Model Look 2016.

Seit 2014 ist sie bei Sony Music Switzerland unter Vertrag und hat bereits drei Alben produziert, ersteres noch beim Label Nation Music. Das Album «Sound and Fury», auf dem auch auf «House of Cards» drauf ist, hat sie zusammen mit dem Musikproduzenten Georg Schlunegger von Hitmill produziert, und Lars Norgren, der auch mit der schwedischen Popmusikerin Tove Lo zusammenarbeitet, hat das Album gemischt.

2016 war ihr Song «Lion’s Heart» die Hymne der Spendenaktion «Jeder Rappen zählt». Anna Känzig ist die erste Frau, die den offiziellen Song für die Spendenaktion von SRF und der Glückskette beisteuerte.

«House of Cards»
Für «Music for Tomorrow» hat Anna Känzig den Song «House of Cards» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «Der Song beschreibt die momentane Situation eigentlich sehr schön. Es geht darum, dass sich Situationen von einem Tag auf den anderen ändern können und trotz minutiöser Planung plötzlich alles anders sein kann. Der Song ist vor ein paar Jahren entstanden und ist seither fester Bestandteil meines Live Programms.

Anna Känzig, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Ich versuche, die entstandene Zwangspause so kreativ wie möglich zu nutzen. Zu Beginn der Corona-Krise fiel mir das extrem schwer, da mich die ganze Situation lähmte. Täglich flatterten neue Konzertabsagen rein, und der geplante Single-Release schien auch plötzlich nicht mehr so viel Sinn zu machen. Irgendwann konnte ich mich dann von dieser Lethargie befreien und fand den kreativen Flow wieder. Ich kramte viele bis anhin brach gelegene Song-Ideen hervor und verschanzte mich damit in meinen Bandraum. Mittlerweile sind viele neue Songs entstanden, im besten Fall Material für ein neues Album!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Durch die Krise musste ich mich plötzlich wieder viel intensiver mit mir und meinem Schaffen auseinandersetzen. Die kollektive Abschottung löste in mir einen kreativen Schub aus. Da keine Live-Konzerte mehr gespielt werden durften, brach der persönliche Kontakt zum Publikum abrupt ab. Viele Konzerte wurden ins Internet verlagert, was mir persönlich jedoch nicht wirklich zugesagt hat. Ich verstehe, dass alternative Formen gefunden werden müssen, doch gerade bei Streaming-Konzerten geht für mich ein wesentlicher Teil des Kulturgenusses verloren. Mittlerweile sind kleinere Konzerte wieder erlaubt, und ich merke mehr als je zuvor, dass dieser Energieaustausch zwischen Musiker und Publikum einfach nicht zu ersetzen ist.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Ganz klassisch: Alben und Songs kaufen hilft immer. Das muss natürlich nicht immer bei großen Plattformen passieren. Am meisten hilft es uns, wenn die Musik direkt bei uns gekauft wird, via Webshop, oder persönlicher Anfrage. Streaming geht auch, aber hier sind die Einnahmen pro Stream halt sehr niedrig. Die sozialen Medien spielen sicher auch eine Rolle, wenn es darum geht, den Künstler zu unterstützen. Ein Like ist keine Bezahlung, aber die Aufmerksamkeit und das Teilen von Beiträgen in den sozialen Medien hilft uns, unsere Reichweite zu vergrössern und im besten Fall neue Fans zu gewinnen.

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Streaming hilft zu einem kleinen Teil sicher. Viel besser wäre es jedoch, wenn die Leute die Musik auf Plattformen konsumieren würden, wo sie die einzelnen Tracks kaufen können. Es wäre schön, wenn durch diese Krise eine Art Sensibilisierung stattfinden würde und die Leute wieder mehr bereit sind, für den Kulturkonsum zu bezahlen.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe, das Manko an kulturellen Erfahrungen und Erlebnissen, das durch die Corona-Krise ausgelöst wurde, bei den Leuten neuen Hunger nach Live-Begegnungen erzeugen wird und somit so etwas wie ein Konzertbesuch wieder viel mehr wertgeschätzt wird.

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Ich freue mich, meine Fans schon bald wieder bei einem Live-Konzert begrüssen zu dürfen!

www.annakaenzig.com

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
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  1. Guten Tag Nina,
    danke für deinen Beitrag! Ein sehr wichtiges Thema was du da ansprichst. Es war und ist auch immer noch für uns alle eine schwere und ungewohnte Zeit.

    Liebe Grüße
    Christoph

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Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Zürcher Musikerin und Songwriterin Anna Känzig, wie es sich anfühlt, wenn eine Konzertabsage nach der anderen reinflattert und wieso sie trotzdem den Mut nicht verloren hat. Für «Music for Tomorrow» performte sie exklusiv ihren Song «House of Cards», welcher die momentanen Umstände schön umschreiben. Text von Nina Müller; Video von Anna Känzig, ergänzt von Nina Müller

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Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020

Im April 2020 setzte der SUISA-Vorstand eine Arbeitsgruppe ein, um auf die negativen finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die SUISA schnellstmöglich reagieren zu können und zusammen mit der Geschäftsleitung Sparmassnahmen zu identifizieren.

Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020

Aufgrund der zu erwartenden negativen wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns auf die SUISA wurden erste Sparmassnahmen ergriffen und ein Corona-Budget erstellt. (Foto: Yuttapon Busu / Shutterstock.com)

Zu diesem Zweck wurden mehrere Sitzungen abgehalten, und wir möchten allen SUISA-Mitgliedern die wichtigsten Punkte aus diesen laufenden Diskussionen mitteilen.

Die Geschäftsleitung schätzt die Verluste im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise auf aktuell rund 25% der budgetierten Einnahmen für das Jahr 2020. Erste Sparmassnahmen wurden bereits ergriffen, um die Kosten zu senken, unter der Voraussetzung, dass negative Auswirkungen auf den regulären Betrieb und wichtige Entwicklungsprojekte der SUISA (z. B. Online-Zugang «Mein Konto» für die Mitglieder, Selfservice-Portal für Kunden) vermieden werden.

Die Frage der Kurzarbeit wurde als eine mögliche Lösung zur Kostensenkung diskutiert. Die Geschäftsleitung der SUISA hat die Task-Force darauf aufmerksam gemacht, dass Kurzarbeit im Moment negative Auswirkungen auf den Einzug der Lizenzeinnahmen vor allem im Bereich der kleineren Aufführungen und den ordentlichen Betrieb der SUISA haben würde. Obwohl fast alle Konzerte zwischen Ende März und Ende Mai abgesagt wurden, hat die Arbeit der SUISA-Mitarbeiter bis jetzt nicht wesentlich abgenommen, auch weil neu zusätzliche Dienstleistungen wie zum Beispiel der Hilfsfonds für die Mitglieder erbracht werden.

Die Geschäftsleitung erstellte ein Corona-Budget, das heute als Referenz dient (das im Herbst 2019 verabschiedete Budget für 2020 ist aufgrund der Krise nicht mehr realistisch). Im Corona-Budget wird die Verringerung der Einnahmen durch die Verwendung der normalerweise für unsere Zusatzverteilungen freigegebenen Gelder zur Kostendeckung ausgeglichen. Hierzu wurde eine Obergrenze für die Verwendung der freigegebenen Summen festgelegt. Voraussichtlich wird es im nächsten Jahr deshalb keine Zusatzverteilung geben.

Die Task-Force sprach sich klar gegen eine Erhöhung des aktuell maximalen Kostenabzuges von 15% bei den Abrechnungen an die Mitglieder aus. Die Geschäftsleitung ist deshalb angehalten, alle sinnvollen Kosteneinsparungen zu realisieren.

Die Task-Force und die Geschäftsleitung sind sich sehr wohl bewusst, dass die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns und vor allem des Verbots von Veranstaltungen im Frühjahr 2020 von längerer Dauer sein können und dass sie noch nicht sofort sichtbar sind: Sie wird daher alle realistischen Einsparungsmassnahmen prüfen nicht nur auf kurze, sondern auch auf mittelfristige Sicht. Dabei gilt es auch abzuwägen, welche Dienstleistungen an die Mitglieder dann aus Kostengründen nicht mehr erbracht werden könnten.

Alle oben genannten Punkte wurden von der Finanz- und Kontrollkommission und vom Vorstand genehmigt.

Die Task-Force wird sich weiterhin monatlich mit der Geschäftsleitung treffen, um sich über die weiteren Entwicklungen auszutauschen. Sie wird dem gesamten Vorstand bei jeder Gelegenheit Bericht erstatten, damit der Vorstand rasch Entscheidungen treffen kann, wenn die Situation dies erfordert.

Die Task Force:

Xavier Dayer
Marco Neeser
Rainer Bischof
Roman Camenzind

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Im April 2020 setzte der SUISA-Vorstand eine Arbeitsgruppe ein, um auf die negativen finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die SUISA schnellstmöglich reagieren zu können und zusammen mit der Geschäftsleitung Sparmassnahmen zu identifizieren.

Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020

Aufgrund der zu erwartenden negativen wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns auf die SUISA wurden erste Sparmassnahmen ergriffen und ein Corona-Budget erstellt. (Foto: Yuttapon Busu / Shutterstock.com)

Zu diesem Zweck wurden mehrere Sitzungen abgehalten, und wir möchten allen SUISA-Mitgliedern die wichtigsten Punkte aus diesen laufenden Diskussionen mitteilen.

Die Geschäftsleitung schätzt die Verluste im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise auf aktuell rund 25% der budgetierten Einnahmen für das Jahr 2020. Erste Sparmassnahmen wurden bereits ergriffen, um die Kosten zu senken, unter der Voraussetzung, dass negative Auswirkungen auf den regulären Betrieb und wichtige Entwicklungsprojekte der SUISA (z. B. Online-Zugang «Mein Konto» für die Mitglieder, Selfservice-Portal für Kunden)…Weiterlesen

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

Wichtig ist aber zu wissen, dass diese bis Ende Mai erwirtschafteten Umsätze Abrechnungen aus der Zeit noch vor der Absage aller Veranstaltungen stammen. Die Auswirkungen auf die Umsätze wegen der seit Mitte März abgesagten Veranstaltungen werden sich erst im zweiten Halbjahr zeigen. Auf Kostenseite sind Einsparungen gemacht worden (–3%), negativ wirkte sich dort jedoch die derzeitige Wertschriftensituation aus.

Revisionsbericht, Mint, PRS

Der Vorstand hat weiter den umfassenden Bericht der Revisionsstelle BDO zur Kenntnis genommen und verschiedene Berichtspunkte mit der Geschäftsleitung besprochen.

In Bezug auf das Joint Venture Mint Digital Services mit der amerikanischen SESAC liess sich der Vorstand über die Planung der Lizenzierungsaktivitäten in den nächsten Monaten und der Roadmap 2020–24 orientieren. Vorgesehen ist die Ausdehnung der Direktlizenzierung unseres Repertoires auf Indien, Australasien und Afrika. In diesem Zusammenhang beschloss der Vorstand Bürgschaftsgarantien für die Lizenzierung grosser Verlagskataloge zu gewähren.

Die Erneuerung des Gegenseitigkeitsvertrags mit der englischen Schwestergesellschaft PRS war ebenfalls Thema an der Vorstandssitzung. Die PRS sieht die in unseren Statuten vorgesehenen Abzüge von den Einnahmen für soziale Zwecke kritisch. Das könnte nach weiteren Verhandlungen mit der PRS zu einer Statutenrevision führen.

Verzicht auf Sitzungshonorare zugunsten Hilfsfonds

Angesichts der schwierigen Situation für viele Kulturschaffende und besonders auch für die Mitglieder der SUISA hat der Vorstand beschlossen, auf sein Sitzungshonorar zugunsten des eben errichteten Hilfsfonds der SUISA zu verzichten. Auch die Geschäftsleitung verzichtet in gleicher Höhe zugunsten einer Reduktion der Personalkosten auf einen Teil des Gehalts.

Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020
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Vorstandssitzung im Zeichen des CoronavirusVorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Weiterlesen
Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-MitgliederEin weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
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Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

Wichtig ist aber zu wissen, dass diese bis Ende Mai erwirtschafteten…Weiterlesen

SUISA-Generalversammlung: Hilfsfonds für Urheber und Verleger genehmigt

Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

Die SUISA-Generalversammlung hätte dieses Jahr am 26. Juni im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des im März verhängten Veranstaltungsverbots hatte der SUISA-Vorstand im April entschieden, die Generalversammlung in schriftlicher Form durchzuführen. So konnten die SUISA-Mitglieder zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft per Brief und im Fall von einigen Mitgliedern aus dem Ausland per Mail abstimmen und wählen.

Covid-19: Hilfsfonds für Urheber und Verleger

Neben den statutarischen Geschäften wie die Genehmigung der Jahresrechnung oder die Erteilung der Décharge an den SUISA-Vorstand und die Revisionsfirma BDO war der Hilfsfonds für Urheber und Verleger einer der wichtigsten Abstimmungspunkte der diesjährigen Generalversammlung. Aufgrund der aktuell prekären Lage für Musikschaffende hatte der SUISA-Vorstand am 6. April 2020 beschlossen, dass die SUISA zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen soll für Ausfälle bei den Urheberrechtsvergütungen, die den SUISA-Mitgliedern wegen der behördlich angeordneten Absage von Veranstaltungen und der Schliessung von Betrieben entstehen. Der Fonds in der Höhe von Fr. 1,5 Mio. soll Komponisten, Textautoren und Verlegern von Musik, die wegen der Corona-Krise in Not geraten, nachweislich entgangene SUISA-Einnahmen ersetzen. Die Generalversammlung hat dem Hilfsfonds mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Michael Hug in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt

An der diesjährigen Generalversammlung fanden ausserdem zwei Ersatzwahlen statt. Als Ersatz für den im letzten Jahr in den SUISA-Vorstand gewählten Grégoire Liechti wurde der Musikverleger Michael Hug für die laufende Amtsdauer bis 2023 in die Verteilungs- und Werkkommission (VWK) gewählt.

Michael Hug ist Geschäftsführer des 1910 gegründeten Verlags Ruh Musik AG. Der Verlag ist national und international bekannt für die Herausgabe von Blasmusik; der Katalog umfasst jedoch auch zahlreiche Werke der Klassik und Chormusik. Michael Hug hat das Unternehmen 2009 zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen. Er hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinen ganzen Katalog digitalisiert. Für seine digitale Vertriebsplattform für Musiknoten wurde er 2012 von der Musikförderstiftung der SUISA, der FONDATION SUISA, ausgezeichnet; von der Jury besonders hervorgehoben wurden damals sein Innovationsgeist und sein nachhaltiges Konzept. Michael Hug ist 55 Jahre alt und – wie alle seine Vorgänger im Verlag – auch selber musikalisch aktiv.

Melanie Oesch neu im Vorstand der SUISA

Auch für den SUISA-Vorstand war eine Ersatzwahl notwendig, nachdem Reto Parolari, Dirigent, Komponist und langjähriges Vorstandsmitglied, im Dezember 2019 unerwartet verstorben ist. Neu wurde für die laufende Amtsperiode bis 2023 die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch (Oesch’s die Dritten) in den Vorstand der SUISA gewählt.

Melanie Oesch gehört mit Oesch’s die Dritten zu den erfolgreichsten Vertretern des volkstümlichen Schlagers. Melanie Oesch ist 33 Jahre alt und seit 2006 SUISA-Mitglied.

Im Videointerview erzählt sie, was die SUISA für sie bedeute: «Die Arbeit der SUISA ist sehr wichtig für mich. Ich hätte nie die Zeit, das Geld welches mir zusteht, überall selbst einzufordern und auch das Wissen darüber fehlt mir.» Sie schätzt insbesondere auch das Fachwissen der SUISA: «Ich bin froh, hat die SUISA so viele Fachpersonen, die sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigen und sich dafür einsetzen», sagt Melanie Oesch.

Die Anfrage, ob Melanie Oesch Vorstandsmitglied werden möchte, habe sie sehr gefreut und geehrt. Ihre Erfahrung als Volksmusikerin möchte sie in den Vorstand miteinbringen: «In der Volksmusik gibt es viele Stücke, die schon sehr alt sind. Oft ist nicht klar, ob die Komponistinnen noch Leben und wo [die Stücke] verlegt sind.» Auch die Art der Stücke in der Volksmusik sei speziell. «Zum Beispiel ein Jodel hat keinen klassischen Text und trotzdem hat er eine Art von Text», erklärt die gebürtige Bernerin.

Als Vorstandsmitglied will Melanie Oesch gerne etwas an den Unstimmigkeiten zwischen Veranstalterinnen und Künstlerinnen ändern. Ihrer Einschätzung nach fühlen sich gewisse Veranstalter benachteiligt, weil sie klein sind und das Gefühl haben, trotzdem viel zahlen zu müssen. Da möchte sie gerne für eine bessere Vermittlung zwischen der SUISA und den Veranstalterinnen und Veranstaltern sorgen.

Insgesamt haben 1’576 Komponisten, Textautoren, Musikverleger und Erben schriftlich abgestimmt und gewählt. Eine Übersicht der Ergebnisse der SUISA-Generalversammlung 2020 ist zu finden unter: www.suisa.ch/generalversammlung

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Von forte zu pianissimo in wenigen TaktschlägenVon forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen Die SUISA hat 2019 mit 171 Millionen Franken das beste Ergebnis ihrer 96-jährigen Geschichte erzielt. Zusätzlich hat das gute Anlagejahr 2019 auch die Finanzanlagen auf einen Höchststand gebracht. Bei Fr. 155,2 Mio. Einnahmen aus Urheberrechten können wir nach einem Kostenabzug von im Schnitt 13% Fr. 135 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland auszahlen. Drei Monate später ist plötzlich alles anders! Weiterlesen
Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019 Rund 150 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder kamen am 21. Juni 2019 an die ordentliche Generalversammlung ins Bieler Kongresszentrum und bestimmten die Geschicke ihrer Genossenschaft mit. Unter anderem wählten sie Sylvie Reinhard und Grégoire Liechti neu in den Vorstand. Im Zusammenhang mit der Urheberrechtsrevision verabschiedeten die SUISA-Mitglieder zudem eine Resolution für faire Bedingungen für Musikschaffende. Weiterlesen
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Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

Die SUISA-Generalversammlung hätte dieses Jahr am 26. Juni im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des im März verhängten Veranstaltungsverbots hatte der SUISA-Vorstand im April entschieden, die Generalversammlung in schriftlicher Form durchzuführen. So konnten die SUISA-Mitglieder zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft per Brief und im Fall von einigen Mitgliedern aus dem Ausland per Mail…Weiterlesen

«Get Going!» geht in die dritte Runde

«Get Going!» ermöglicht neue Perspektiven: Dem Gedanken von «Get Going!» liegt die Philosophie des «Möglichmachens» zugrunde. Bei «Get Going!» handelt es sich um eine Anstossfinanzierung. Es werden vier solcher Beiträge à 25 000 Franken pro Jahr ausgeschrieben. Text von FONDATION SUISA

«Get Going!» geht in die dritte Runde

Die Empfängerinnen und Empfänger der «Get Going»-Beiträge 2019 (von oben links nach unten rechts): Anna Gosteli, Michel Barengo, Jessiquoi, Félix Bergeron (Iynnu) und Jérémie Zwahlen. (Fotos: zVg)

«Get Going!» soll für möglichst viele musikalisch-kreative Menschen zugänglich sein. Die Musikschaffenden sollten in ihren kreativen Vorstellungen möglichst wenig eingeengt werden.

«Get Going!» 2020: Ausschreibung

Anmeldeschluss: 31.08.2020

Die Ausschreibung ist bewusst offen gehalten und verzichtet auf gängige Genre-, Alters- oder Projektkategorien.

Bewerben können sich Urheberinnen und Urheber, Autorinnen und Autoren sowie Musikerinnen und Musiker, die einen deutlichen Bezug zum aktuellen schweizerischen oder liechtensteinischen Musikschaffen nachweisen können.

Bitte beachten Sie:

  • Wir nehmen keine zusätzlichen Dokumente, weder elektronisch noch in anderer Form, entgegen.
  • Über das Auswahlverfahren können wir keine Korrespondenz führen oder telefonische Auskünfte geben.
  • Bei Bedarf kann die Jury Rückfragen stellen.
  • Die Jury, bestehend aus vier Personen des Stiftungsrates, beurteilt die Bewerbungen und trifft die Wahl. Ein entscheidendes Auswahlkriterium ist dabei die Substanz und Originalität der eingereichten Begründung.

Zur Bewerbung:

Für eine gültige Bewerbung füllen Sie bitte das folgende Online-Formular bis zum 31.08.2020 vollständig aus:

«Get Going!» 2020 Online-Formular

Im Verlauf des Herbstes 2020 wird sich die Jury mit den eingereichten Dossiers auseinandersetzen. Sie erhalten dann eine Rückmeldung zu Ihrer Bewerbung.

www.fondation-suisa.ch/de/werkbeitraege

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«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Weiterlesen
Die VertonungDie Vertonung Sei es für ein Chorwerk oder einen Song, oft ist man als Komponistin oder Komponist von einem bereits bestehenden Text inspiriert und möchte diesen oder Auszüge daraus für eine Komposition respektive einen neuen Song verwenden. Worauf ist bei der Verwendung von fremden Texten zu achten? Wie erhält man eine Vertonungserlaubnis und welche Punkte sollten darin geregelt sein? Weiterlesen
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Die Empfängerinnen und Empfänger der «Get Going»-Beiträge 2019 (von oben links nach unten rechts): Anna Gosteli, Michel Barengo, Jessiquoi, Félix Bergeron (Iynnu) und Jérémie Zwahlen. (Fotos: zVg)

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Anmeldeschluss: 31.08.2020

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Willy Viteka, der erfolgreiche Musikverleger und Musikproduzent ist verstorben

Mit Willy Viteka ist am 19. Mai 2020 ein Unternehmer verstorben, der als klassischer Produzenten-Musikverleger einen wesentlichen Beitrag in der schweizerischen Musikbranche geleistet hat. Nachruf von Gastautor Stephan F. Peterer

Willy Viteka, der erfolgreiche Musikverleger und Musikproduzent ist verstorben

Willy Viteka war langjähriges Mitglied der SUISA sowohl als Urheber als auch als Verleger. (Foto: zVg)

Er wurde am 6. November 1949 in Madrid geboren und hat bereits früh eine grosse Begeisterung an den diversen Künsten entdeckt und entschlossen Kunst, Literatur und Musik studiert. Sein grosses Wissen und Netzwerk in der Musikbranche hat er sich aufgebaut, indem er an wichtigen Orten des westlichen Musikgeschehens Tätigkeiten ausübte und sich so umfangreiche Erfahrungen aneignen konnte. Insbesondere hat er einen Teil seiner «Gesellenjahre» in den für das Musikgeschehen besonders wichtigen 70er Jahren als Studiomusiker, Produzent, Autor und Redakteur in London genutzt, welche ihn besonders geprägt haben.

Produzent, Verleger und Unternehmer

Nach seinen Wanderjahren hat er sich 1976, zusammen mit seiner geliebten Frau Olivia, in der Schweiz niedergelassen, von wo aus das engagierte Paar ihr Unternehmen, die Viteka Musik AG, welche sowohl eigene Labels wie auch Musikverlage beinhaltete, aufbaute und führte. Aber auch seiner ursprünglichen Heimat blieb Willy weiterhin verbunden. So hat er insbesondere seine Produktionstätigkeit an seinem Lieblingsort Mallorca ausgeübt und zusammen mit Olivia ein zweites Domizil aufgebaut. Sie waren besonders dort stets im Musikstudio aufzufinden.

Im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit spezialisierte er sich, nebst der eigenen Musikproduktion, auch auf die klassische Tätigkeit eines Subverlags in der Schweiz und hatte viele wichtige Werke in seinem Katalog: unter anderem von Kylie Minogue, Milva, Rick Astley, Bananarama, Donna Summer, Cliff Richard, Aitken & Watermann und vielen mehr.

Grosses Engagement für die Schweizer Musikbranche

Willy Viteka hat früh erkannt, dass Musikverleger und Produzenten nicht nur schöpferisch und unternehmerisch tätig sein müssen, sondern dass sie insbesondere auch für ein wirtschaftlich nutzbares Umfeld zu kämpfen haben. Obwohl es zu dieser Zeit bereits eine Vielzahl an Verbänden in der Musikbranche der Schweiz gab, wurde er als «produktionsorientierter Verleger» nicht fündig und suchte sich alsbald gleichgesinnte Unternehmer, um mit diesen zusammen einen neuen Verband zu gründen. So darf man ihn durchaus als Schöpfer-Vater des SVMV, dem Schweizerischen Verband der Musikverleger benennen, welchem er während 27 Jahren vorstand. Im Jahr 2019 wurde er für seine grossen Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Auch bei der Gründung des ASMP, der «Association of Swiss Music Producers» hat er intensiv mitgewirkt und diesen parallel zum SVMV präsidiert.

Mit der Gründung von Branchenverbänden war aber die Arbeit nicht getan, denn diese brauchten auch Aktivitäten, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Dazu gehört die Einflussnahme in wichtigen Gremien der schweizerischen Musikbranche, in einer Vielzahl von Ad-hoc-Kommissionen und vor allem auch bei den gesetzgebenden Behörden. Auch die gegenseitige Ausbildung und der Austausch zwischen den Unternehmern und insbesondere auch die Ausbildung von Nachwuchs in der Branche wurde zu einer wichtigen Tätigkeit, da es in der Schweiz keine spezialisierten Schulen und Hochschulen für diese Berufsbilder gab. So hat Willy zusammen mit Vorstandsmitgliedern des von ihm initiierten Verbands und mit der steten Hilfe seiner Frau Olivia als Sekretärin über Jahre hinweg Schulungsanlässe organisiert. Diese fanden ihren Höhepunkt in dem jeweils zweitägigen Musiksymposium in Fürigen, welches zum wichtigsten jährlich stattfindenden Berufsanlass im Kalender der Musikbranche wurde.

Mit der Revision des Urheberrechts in den 80er Jahren und den damit etablierten Leistungsschutzrechten konnte in der Folge auch die Swissperform gegründet werden, in welcher Willy von Anbeginn als Delegierter mitgewirkt hat und auch über einige Jahre Mitglied der Fachgruppe Phono-Produzenten war. Auch bei den Urheberrechtsgesprächen des Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) hat er über viele Jahre mitgewirkt, ebenso wie bei der Entwicklung der Standardverträge für Musikverleger, Subverleger und Produzenten.

Im Alter von 70 Jahren gestorben

Nach einer Hospitalisierung aufgrund eines Unfalls hat sich Willy Viteka auch noch mit Covid-19 infiziert und obwohl er vom Virus selbst noch geheilt wurde, war er durch die Erkrankung derart geschwächt, dass er an einer in der Rekonvaleszenz zugezogenen Lungenentzündung im Alter von 70 Jahren erlegen ist.

Wir werden Willy als einen ausserordentlich gutmütigen und herzlichen Menschen in Erinnerung behalten, der mit seiner zugänglichen Art und seinem grossen Einsatz viele Freundschaften in der schweizerischen Musikbranche und darüber hinaus geschmiedet hat.

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Mit Willy Viteka ist am 19. Mai 2020 ein Unternehmer verstorben, der als klassischer Produzenten-Musikverleger einen wesentlichen Beitrag in der schweizerischen Musikbranche geleistet hat. Nachruf von Gastautor Stephan F. Peterer

Willy Viteka, der erfolgreiche Musikverleger und Musikproduzent ist verstorben

Willy Viteka war langjähriges Mitglied der SUISA sowohl als Urheber als auch als Verleger. (Foto: zVg)

Er wurde am 6. November 1949 in Madrid geboren und hat bereits früh eine grosse Begeisterung an den diversen Künsten entdeckt und entschlossen Kunst, Literatur und Musik studiert. Sein grosses Wissen und Netzwerk in der Musikbranche hat er sich aufgebaut, indem er an wichtigen Orten des westlichen Musikgeschehens Tätigkeiten ausübte und sich so umfangreiche Erfahrungen aneignen konnte. Insbesondere hat er einen Teil seiner «Gesellenjahre» in den für das Musikgeschehen besonders wichtigen 70er Jahren als Studiomusiker, Produzent, Autor und Redakteur in London genutzt, welche ihn besonders geprägt haben.

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«Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas grösser geworden», sagt sie im schriftlichen Interview. «Was zu Beginn mein Bett war, ist zu einer Open-Air-Gampel-Bühne mutiert.» Ihre musikalische Karriere begann mit ihrem ersten Solo-Auftritt mit Gitarre an einer Kinderhitparade im Alter von 11 Jahren. Mit 14 gründete sie das Girl-Power-Trio Labyrinthzero, mit dem sie ihre erste EP mit Eigenkompositionen herausbrachte und über 150 Konzerte im In- und Ausland spielte.

Das musikalische Zuhause gefunden

Massgebend für ihre musikalische Karriere war die Begegnung mit Jonas Ruppen, der als Keyboarder in ihrer Band spielt und die Videos erstellt: «Er hat mir die Welt von Radiohead, James Blake usw. gezeigt – und plötzlich hatte ich mein musikalisches Zuhause gefunden!» Die beiden spielen seit nunmehr zehn Jahren zusammen Musik und und arbeiten gemeinsam am Gesamtkonzept von «Tanya Barany» – Tanya als Songwriterin und Jonas als Videoproduzent.

Ihre musikalische Ausbildung begann sie 2014 mit dem Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie von tollen Dozentinnen und Dozenten habe profitieren können. «Gleichzeitig erlernte ich auch den Umgang mit dem Aufnahmeprogramm LogicX, was mein Songwriting in eine ganz andere Richtung lenkte – mein ‹Dark Pop› erblickte das Licht der Welt!»

Das Debütalbum «Lights Disappear»

2019 erschien Tanya Baranys Debütalbum «Lights Disappear». Es folgten mehrere Auftritte auf Bühnen im In- und Ausland, z. B. Gampel Openair, Zermatt Unplugged, Swiss Live Talents oder am Blue Balls Festival.

Nebst ihrem Projekt Tanya Barany ist sie hauptberuflich als Studiosängerin und -musikerin, Songwriterin, Texterin und Vocal Coach tätig.

«Cotton Clouds»

Für «Music for Tomorrow» hat Tanya Barany den Song «Cotton Clouds» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «‹Cotton Clouds› beschreibt das Gefühl des Eintauchens in Wasser, wo plötzlich alles herum stumm wird; wo plötzlich eine andere Welt zum Vorschein kommt. Die Wasserwände sind einerseits bedrückend (schon fast erdrückend), andererseits erinnern sie an die Geborgenheit einer Umarmung. ‹Cotton Clouds› ist mein unveröffentlichter ‹Hidden Track›. Wie meine Songs des Albums ‹Lights Disappear› ist ‹Cotton Clouds› aus meiner dunklen Herzensecke herausgewachsen, jedoch fand der Track keinen Platz auf dem Album. Ich hatte ‹Cotton Clouds› damals am Piano komponiert; Klavier spiele ich eigentlich am liebsten alleine für mich, ohne dass mir jemand zuhört. ‹Cotton Clouds› habe ich für ‹Music for Tomorrow› ausgewählt, weil ich die Zuhörer somit in meine kleine Stube einladen und euch auf eine kleine, persönliche Reise mitnehmen möchte … :-)»

Tanya Barany, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Tanya Barany: Momentan habe ich mehr Zeit, meine Liederideen zu fertigen Songs umzuwandeln. Deshalb versuche ich, so viel Output wie möglich zu generieren – nicht nur für mich als Tanya Barany, sondern auch als Ghostwriterin für andere Künstlerinnen und Künstler. Mein Partner, David Friedli – auch Musiker und Komponist –, und ich schreiben oft zusammen. Dabei bewegen wir uns in allen möglichen Stilrichtungen – von Folk zu Rock zu Schlager zu Electro Pop zu Soul usw. – das macht echt Spass!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an. Ich will eigentlich gar nicht dort sein – ich vermisse das Live-Performen, das Kulturleben und sogar das Vorausplanen – wer hätte das gedacht – und kann es kaum erwarten, wenn wieder Normalität eingekehrt.
Andererseits bringt diese Krise auch etwas Wertvolles mit sich: Zeit! Die Welt scheint sich einfach etwas langsamer zu drehen. Dabei darf ich mich plötzlich auf irgendwelche Dinge konzentrieren, die nicht unbedingt auf meiner Must-to-do-Liste sind sondern auf der Nice-to-do-Liste – das tut unglaublich gut! Diese geschenkte Zeit hat «Reboot» ermöglicht, nun fühle ich mich viel energievoller und kreativer als vor der Krise.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Mein Publikum kann mich am besten unterstützen, indem es allen Freunden und Verwandten von meiner Musik erzählt und ihnen sagt, dass sie uuuunbedingt die «Lights Disappear»-CD kaufen sollen! 🙂 Dunkle Songs helfen durch dunkle Zeiten … 🙂

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Bei der Auswahl von Live-Acts schauen die Veranstalterinnen und Veranstalter u. a. auf die Anzahl «Listens» auf Spotify, Youtube usw. Deshalb ist es sicher von Vorteil, wenn meine Musik auf diesen Plattformen regelmässig gestreamt wird. Es ist auch schön zu sehen, dass meine Songs sogar am anderen Ende der Welt gehört werden! Um mich als Künstlerin aber direkt zu unterstützen, bin ich immer sehr dankbar um gekaufte Musik auf iTunes usw. oder direkt an Konzerten.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe sehr, dass das Bewusstsein der Menschen etwas geschärft wird – und zwar auf allen Ebenen! Ein bisschen mehr Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität, Reflexion – das würde uns allen gut tun!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Liebe Fans, zwar scheint es momentan ruhiger um Tanya Barany zu sein, jedoch arbeite ich fleissig im Hintergrund an einem neuen Konzept, damit es danach umso mehr kracht – also geniesst die Ruhe vor dem Sturm! 🙂 Ich freue mich jetzt schon, euch neue Songs präsentieren zu können! Danke für eure bisherige Unterstützung! Take care <3

www.tanyabarany.ch

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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Informationen zu Livestreams für SUISA-MitgliederInformationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Weiterlesen
Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
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Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas…Weiterlesen

«Night of Light»: Die SUISA setzt sich für die Event- und Kulturbranche ein

Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

Am Montagabend leuchteten mehr als 900 Gebäude in der ganzen Schweiz rot. Von 22 Uhr bis Mitternacht setzten Unternehmen und Organisationen im Rahmen der Aktion «Night of Light» gemeinsam ein Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist.

Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautoren und Verlegerinnen von Musik hat sich auch die SUISA an der «Night of Light» beteiligt und ihren Hauptsitz in Zürich Wollishofen für zwei Stunden in rotes Licht getaucht. Bilder dieser Aktion sind im Video zu sehen. Damit setzt sich die SUISA für die Belange ihrer Mitglieder, der Urheberinnen und Verleger von Musik in der Schweiz und in Liechtenstein, sowie für ihre Kunden aus der Veranstaltungs- und Kulturbranche ein.

Das Ziel der Aktion war es, die Öffentlichkeit sowie Politikerinnen und Politiker auf die durch die Corona-Krise bedingte prekäre Situation der Event- und Kulturbranche aufmerksam zu machen. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren, Verbände aus der Veranstaltungs- und Kulturindustrie, wollen mit den politischen Verantwortlichen im Rahmen eines Branchendialogs ins Gespräch kommen, wie die milliardenschwere, heterogene Veranstaltungs- und Kulturbranche vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von schweizweit Tausenden Arbeitsplätzen gesichert werden kann.

«Die Veranstaltungsbranche war der erste Wirtschaftszweig, der von der Covid-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein», schreiben die Organisatorinnen und Organisatoren der Schweizer «Night of Light». Ab dem 16. März 2020 wurde einem kompletten Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage massiverschwert und Konzerte, Festivals, Theateraufführungen, Geschäftsanlässe waren bis vor kurzem komplett verunmöglicht und sind auch jetzt nur erschwert möglich.

Auch wenn der Bundesrat am 19. Juni 2020 weitere Lockerungen bekanntgegeben hat und nun Anlässe bis zu 1000 Personen unter Einhaltung entsprechender Sicherheits- und Hygienekonzepte erlaubt sind, bleibt die Lage im Event- und Kulturbereich nach wie vor äusserst schwierig. Erstens benötigen Veranstaltungen wie z. B. Tourneen eine Planungszeit von oftmals mehreren Monaten und können deshalb nicht von einem Tag auf den anderen wieder stattfinden. Zweitens können viele Veranstaltungen auch mit den neuen Lockerungen kaum wirtschaftlich durchgeführt werden, da sich die Veranstalter nach wie an strenge Auflagen halten müssen.

Hinzu kommt, dass der Anspruch auf Kurzarbeit für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung Ende Mai erlosch und die Auflagen für Unterstützungszahlungen verschärft wurden. Dies trifft insbesondere KMUs und Freiberufler aus der Eventbranche und aus dem Kreis der Kulturschaffenden, da diese Berufsbereiche zu grossen Teilen aus kleinen inhabergeführten Unternehmen und Selbständigerwerbenden besteht. Die Eventbranche und die Kulturschaffenden sind also dringend darauf angewiesen, dass die Unterstützung fortgeführt wird, bis wieder ein Normalbetrieb möglich ist.

Die SUISA unterstützt die Forderungen der Kulturverbände, die Unterstützungsmassnahmen für Veranstalter und Kulturschaffende weiterzuführen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele dieser Selbständigen, Klein- und Kleinstunternehmen Konkurs anmelden müssen und aus der Schweizer Kulturlandschaft verschwinden. Letztlich stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel in einer Industrie, die jährlich 70 Milliarden Schweizer Franken umsetzt.

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Wenn Band und Veranstalter ein Konzert gemeinsam organisierenWenn Band und Veranstalter ein Konzert gemeinsam organisieren Die Urheberrechtsentschädigung für ein Konzert muss vom Veranstalter bezahlt werden. Wie ist die rechtliche Situation, wenn Musiker und Veranstalter den Anlass in einer Form der Kooperation gemeinsam durchführen? Für die Bezahlung der Urheberechtsentschädigung bei Engagement-Verträgen ist der Konzertveranstalter verantwortlich. Es kommt vor, dass Anlässe von Bands selber oder in Kooperation mit einem Dritten durchgeführt werden. In diesen Fällen ist die Form der Kooperation zwischen Band und Veranstalter ausschlaggebend dafür, wer die Urheberrechtsentschädigung zahlen muss. Weiterlesen
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Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

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Von forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen

Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

Kaum war das beste Geschäftsergebnis der SUISA in ihrer 96-jährigen Geschichte Tatsache geworden, folgte im März 2020 mit der Schliessung aller Lokale und dem Veranstaltungsverbot ein bisher nie dagewesener Rekord in negativer Hinsicht: Reihum wurden Konzerte, Shows und Tanzanlässe abgesagt. Von einem Tag auf den anderen stehen viele Musikerinnen und Musiker vor Kalendern ohne Engagements. Die Instrumente sind vielerorts unvermittelt verstummt.

Das wird Auswirkungen auf den Geschäftsgang der SUISA haben. Wegen des Corona-Lockdowns müssen wir heute davon ausgehen, dass der Umsatz und damit auch die Verteilsumme der SUISA Ende 2020 um bis zu 25% tiefer sein könnte. Niemand kann es heute genau sagen, vieles hängt von der epidemiologischen Entwicklung im In- und Ausland ab, aber eine heftige Rezession kündigt sich an. Die Normalität dürfte erst langsam wieder zurückkommen, sodass auch für das nächste Jahr nur von einer zögerlichen Erholung ausgegangen werden kann.

In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer. Entsprechende Massnahmen für die Unterstützung der Musikschaffenden sind in Kraft, und wir sind kulant bei der Suche nach Erleichterungen für die Zahlungen der Kunden. Auch neue Formen der Musikaufführung über Online-Kanäle werden wichtiger für die Abrechnung der Urheberrechte. Das Streaming ist zumindest die Technologie der Stunde, allerdings bringt sie den Urheberinnen und Urhebern und Musikverlagen finanziell nur einen Bruchteil des Livekonzerts.

«In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer.»

Die SUISA selbst bleibt in der Corona-Zeit aktiv. Wir sind Anlaufstelle für Fragen unserer Mitglieder und Kunden. Wir wollen trotz weniger Veranstaltungen unsere Dienstleistungen aufrechterhalten und durch Automatisation sogar ausbauen. Leider werden Vorstand und Geschäftsleitung die Mitglieder dieses Jahr in Bern nicht zur Generalversammlung begrüssen können. Sie können dieses Jahr nur per Brief über die Geschicke der SUISA mitbestimmen. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit.

Die Mitarbeitenden an den drei Standorten Zürich, Lugano, Lausanne sind jedoch weiterhin für Sie da. Wo gerade keine Arbeit ansteht, werden die Mitarbeitenden geschult und wir entwickeln mit Hochdruck unsere Dienstleistungen für Online-Selfservices weiter, damit Sie sich auf Ihre Stärke konzentrieren können: Musik machen, Neues erschaffen, promoten. Ich wünsche Ihnen trotz Coronakrise einen produktiven anregenden Sommer.

In eigener Sache: SUISAinfo 3.20 nur digital
Die News für SUISA-Mitglieder werden diesen Herbst nur in digitaler Form als Newsletter per E-Mail verschickt. Auf die Herstellung einer gedruckten Ausgabe wird zugunsten einer Kostenoptimierung im aktuellen Krisenjahr verzichtet. Die SUISA informiert laufend weiter über www.suisa.ch, www.suisablog.ch und SUISA Music Stories auf Instagram, Facebook und Youtube. (Manu Leuenberger)
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Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche AbstimmungKeine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Weiterlesen
Nik Bärtsch: «Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert»«Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Diese Woche stellen wir euch den Schweizer Pianisten, Komponisten und Musikproduzenten Nik Bärtsch und sein Stück «Modul 5» vor. Im Interview erzählt Nik von seinem Lockdown-Alltag mit seiner Familie und was er mit einem australischen Notarzt gemeinsam hat. Weiterlesen
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Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

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Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

In erster Linie und bereits seit jeher besteht für SUISA-Mitglieder die Möglichkeit, einen Vorschuss zu beziehen. Der Bezug eines Vorschusses ist sowohl für Urheberinnen und Urheber als auch für Verlage möglich. Die Höhe des Vorschusses wird anhand der durchschnittlichen Einnahmen des Mitglieds während den letzten Jahren berechnet. Vorschüsse werden nur dann ausgezahlt, wenn das Mitglied in den letzten Jahren durchschnittlich mehr als 500 Franken an Urheberrechtsvergütungen erhalten hat. Die Vorschüsse können per E-Mail beantragt werden. Die Anträge werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird man schriftlich per Mail informiert. Sofern der Antrag die nötigen Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Zahlung des Vorschusses umgehend per Banküberweisung.

Normalerweise wird ein Vorschuss mit der nächsten Abrechnung, die das Mitglied erhält, verrechnet. Das heisst, der bezogene Betrag wird vom zur Verteilung kommenden Betrag wieder abgezogen. Als Sofortmassnahme gegen die von der Coronavirus-Pandemie verursachte Ausnahmesituation hat der Vorstand der SUISA beschlossen, dass die Verrechnung von Vorschüssen mindestens bis Juni 2021 ausgesetzt wird. Vorstand und Geschäftsleitung beobachten den weiteren Verlauf der Krisensituation genau, um das Verrechnungsdatum den wirtschaftlichen Entwicklungen entsprechend allenfalls noch weiter aufzuschieben. So oder so müssen bezogene Vorschüsse also frühestens nächstes Jahr ab Juni 2021 wieder zurückgezahlt werden.

Unterstützungszahlungen an Mitglieder

Sollte ein Vorschussbezug nicht ausreichen und ein Mitglied der SUISA wegen des Ausfalls von Urheberrechtsvergütungen in eine existenzielle, finanzielle Notlage geraten, kann es bei der SUISA Unterstützungszahlungen beantragen. Für Urheberinnen und Urheber stehen Gelder aus der Fürsorgestiftung der SUISA für den Notfall zur Verfügung. Zudem hat der Vorstand als weitere Sofortmassnahme entschieden, einen zusätzlichen Hilfsfonds zu äufnen, aus dem Unterstützungszahlungen sowohl an Urheberinnen und Urheber als auch an Verlage geleistet werden können. Der Hilfsfonds muss im Rahmen der brieflichen Abstimmung von der Generalversammlung noch ratifiziert werden.

Als Verwerterin von Urheberrechten leistet die SUISA Unterstützung für den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen. Die Mittel für die Unterstützungszahlungen sind limitiert. SUISA-Mitglieder, die nicht bereits über den Nothilfefonds von Suisseculture Sociale oder anderweitigen kantonalen Massnahmen finanzielle Hilfe erhalten, können bei der SUISA Unterstützung beantragen.

Die finanzielle Notlage muss von den Gesuchstellenden nachgewiesen werden. Die Gesuche für Unterstützungszahlungen können über das Mitgliederportal «Mein Konto» eingegeben werden. Die eingereichten Unterlagen werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird schriftlich per Mail informiert. Die Zahlung erfolgt umgehend nach Bewilligung des Gesuchs mittels Banküberweisung. Die Unterstützungszahlungen müssen nicht zurückbezahlt werden.

Massnahmen des Bundes und diverse weitere Hilfsangebote

Die Unterstützung von der SUISA soll helfen, den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen finanziell zu überbrücken. Sie ist somit lediglich als Ergänzung, nicht jedoch als Ersatz oder Alternative zu den Unterstützungsmassnahmen des Bundes zu verstehen. Informationen über die «Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen», die der Bund für den Kultursektor erarbeitet hat, sind auf der Website des Bundesamtes für Kultur (BAK) aufgeführt: www.bak.admin.ch/bak/de/home/themen/coronavirus.html

Auch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia stellt online laufend aktualisierten Informationen zur Verfügung: www.prohelvetia.ch/de/dossier/infopoint-covid-19/

Auf www.suisseculture.ch sind nicht nur alle Informationen zu den beschlossenen Nothilfefonds für Kulturschaffende zu finden, sondern auch ein Link zum Gesuchsportal. Auf diesem Portal kann man Gesuche für die Soforthilfe einreichen.

Hilfreiche Informationen für Musikschaffende gibt es auch auf der Website von Sonart, dem Berufsverband der freischaffenden Musikerinnen und Musiker der Schweiz.

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Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche AbstimmungKeine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Weiterlesen
Vorstandssitzung im Zeichen des CoronavirusVorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Weiterlesen
Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
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Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

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