Aus dem Geschäftsbericht 2021: Von der Ausarbeitung der Gesetzgebung zum Anwendungsfall

Das Departement «Regulations» der SUISA befasst sich mit juristischen Fragen. Seine Aufgaben reichen von der Beteiligung an unseren verschiedenen politischen Aktionen im Hinblick auf die Gesetzgebung, über Tarifverhandlungen und die Ausarbeitung des Verteilungsreglements bis hin zur Durchsetzung der Regeln bei Rechtsstreitigkeiten. Zu den Aktivitäten des Departements gehörten 2021 verschiedene Themen. Text von Vincent Salvadé

Aus dem Geschäftsbericht 2021

Der Geschäftsbericht 2021 enthält die relevanten Zahlen und Informationen zum Geschäftsjahr 2021 der SUISA Genossenschaft und Gruppe. (Bild: SUISA)

1. Gesetzgebung

Im Bericht über das vorangehende Jahr haben wir auf die Initiative des Nationalrats Philippe Nantermod hingewiesen. Er verlangte eine Ausnahme vom Urheberrecht, wenn geschützte Werke in Hotelzimmern und ähnlichen Orten verwendet werden. Diese parlamentarische Initiative griff eine Bestimmung neu auf, die der Nationalrat und der Ständerat im September 2019 im Rahmen der Revision des Urheberrechts abgewiesen hatten. Der Nationalrat hatte die Parlamentarische Initiative am 3. März 2021 angenommen. Für uns war das inakzeptabel. Es gab keinen Grund, das Gesetz nach so kurzer Zeit bereits wieder zu revidieren, wo es doch ohnehin auf einem Kompromiss beruht. Um eine Lösung zu finden, hatte man sich auf Seiten der Künstler/innen bereits auf erhebliche Zugeständnisse eingelassen. Sie wären also die Betrogenen gewesen, wenn einseitig bestimmte Punkte revidiert worden wären. Ganz zu schweigen davon, dass die Initiative gegen internationales Recht verstossen hätte. Damit hätte diese Initiative entweder die Schweiz dem Risiko wirtschaftlicher Sanktionen ausgesetzt oder sie hätte zur Folge gehabt, dass diese Ausnahmen auf Werke und Darbietungen Schweizer Staatsbürger hätten beschränkt werden müssen, damit nicht internationale Verträge verletzt worden wären. Das wäre eine offenkundige Diskriminierung der Künstler in unserem Land gegenüber jenen aus dem Ausland gewesen. Glücklicherweise wurde die Initiative Anfang März 2022 vom Ständerat abgelehnt. Damit ist diese Angelegenheit endgültig abgeschlossen.

Auch die Revision der Zivilprozessordnung hat uns beschäftigt. Eine Zeitlang drohte die Gefahr, dass vor der Einleitung rechtlicher Schritte bei Urheberrechtszahlungen bis zu CHF 30 000.– ein Schlichtungsversuch obligatorisch würde. In einem Prozess ist es oft hilfreich und von Vorteil, eine Einigung zu finden. Doch die Verwertungsgesellschaften müssen sich an die Gleichbehandlung halten, und sie haben bindende Tarife. Daher ist ihr Verhandlungsspielraum bei der Annahme oder Ablehnung einer gütlichen Lösung oft begrenzt. Unter diesen Umständen haben wir uns für eine fakultative Schlichtung stark gemacht, wodurch unnötige Kosten vermieden werden, wenn eine Einigung nicht möglich erscheint. Das Dossier scheint auf gutem Weg zu sein obwohl die Revision der Zivilprozessordnung zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Textes noch nicht unter Dach und Fach war.

Kurz vor Weihnachten veröffentlichte der Bundesrat einen Bericht als Antwort auf ein Postulat, das ihn dazu aufforderte, die Wirksamkeit der Urheberrechtsrevision (in Kraft getreten am 1. April 2020) zu bewerten. Insgesamt äussert sich die Regierung recht positiv. Sie hebt insbesondere hervor, dass die neuen Massnahmen zur Bekämpfung der Piraterie anscheinend eine abschreckende Wirkung gezeigt haben und die Kritik der Rechteinhaber zurückgegangen sei. Demgegenüber äussert sich der Bundesrat etwas differenzierter über das neue Modell der erweiterten Kollektivlizenz: Es ermöglicht den Verwertungsgesellschaften, eine weltweite Lizenz für ein komplettes Repertoire zu gewähren, auch im Interesse von Rechteinhabern, die sie nicht vertreten. Das Modell habe jedoch noch nicht sein volles Potenzial entfaltet. In diesem Zusammenhang finden wir die Absicht der Schweiz begrüssenswert, die internationalen Diskussionen mitzuverfolgen. Tatsächlich wäre eine Reglementierung auf dieser Ebene erforderlich, damit die erweiterte Kollektivlizenz auch für länderübergreifende Verwertungen genutzt werden kann.

2. Tarife

Was die Tarifverhandlungen betrifft, so konnten wir 2021 erfreulicherweise zwei wichtige Abkommen treffen.

Zum einen haben wir uns mit den Partnern auf einen neuen Gemeinsamen Tarif 4i für Privatkopien auf in Geräten integrierten Speichermedien verständigt. Dieser sieht eine Erweiterung der Lizenzgebühr auf Laptops und externe Festplatten vor. Der Tarif liegt zur Zeit der Eidgenössischen Schiedskommission zur Genehmigung vor und sollte am 1. Juli 2022 in Kraft treten. Er wird zu einer erheblichen Steigerung unserer Einkünfte auf leere Datenträger führen. Daneben führen wir 2022 Verhandlungen über einen neuen Tarif für Privatkopien, die in der Cloud erstellt werden (d. h. auf Servern an entfernten Standorten). Diese Gespräche wurden im Herbst 2021 ausgesetzt, um ein Urteil des EU-Gerichtshofs zu einer ähnlichen Lizenzgebühr in Österreich abzuwarten. Dieses erfolgte nun Ende März 2022 in einem für die Rechteinhaber günstigen Sinne.

In einem anderen Bereich haben wir 2021 unsere Verhandlungen über einen neuen Gemeinsamen Tarif Z für Zirkusse abgeschlossen. Unser Ziel war es, den Anwendungsbereich dieses Tarifs gegenüber dem des Gemeinsamen Tarifs K abzugrenzen, der für Konzerte, aber auch für verschiedene andere Aufführungsformen gilt. Ab jetzt bleibt der günstigere Gemeinsame Tarif Z bestimmten, klar definierten Aufführungen vorbehalten. Der neue Tarif wurde am 8. November 2021 von der Schiedskommission genehmigt.

3. Verteilungsreglement

Im Frühjahr 2021 wurden alle Änderungen des Verteilungsreglements, die der Vorstand der SUISA Ende 2020 beschlossen hatte, vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) genehmigt. Das neue Verteilungssystem für Privatkopien wurde also erstmals im September 2021 zur Anwendung gebracht.

Darüber hinaus hat der Vorstand der SUISA 2021 drei Änderungen des Reglements in Bezug auf Online-Rechte verabschiedet. Die erste regelt die Situation, in der eine Online-Plattform keine ausreichenden Informationen über die von ihr genutzten Werke liefert. In diesem Fall erfolgt die Verteilung auf Basis der Informationen, die auf anderen Plattformen mit einem ähnlichen Repertoire hinterlegt sind. Die zweite Änderung betrifft die sogenannten Residuals. Dabei handelt es sich um Beträge, die von den Online-Anbietern «zur Abgeltung aller Rechnungen» für Werke entrichtet werden, die von keiner Verwertungsgesellschaft beansprucht worden sind. Auf Ende 2021 konnten diese Residuals den Rechteinhabern in Form von Zusatzzahlungen zu ihrer Abrechnung für die laufenden Nutzungen zugewiesen werden. Die dritte und letzte Revision betrifft «Play Suisse», die Video-onDemand-Plattform (VoD) der SRG. Der Vorstand der SUISA hat beschlossen, dass ein Teil der von der SRG bezahlten Beträge in Anwendung von Tarif A ab jetzt der Verteilungsklasse 22S zugeordnet wird, die den Bereich VoD regelt. Dieser Anteil wird entsprechend den von «Play Suisse» investierten Kosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten der SRG kalkuliert.

Es gilt zu beachten, dass die dritte Änderung noch vom IGE genehmigt werden muss. Dieses verlangte zuvor eine Ergänzung des Tarifs A. Da die SRG damit einverstanden war, wurde der Fall im Frühjahr 2022 an die Schiedskommission weitergeleitet, und wir hoffen, dass er bald zu einem positiven Abschluss gebracht werden kann.

4. Aufsichtsbehörde

Schliesslich müssen wir noch auf zwei Rechtssachen hinweisen, in denen wir seit dem letzten Herbst Differenzen mit unserer Aufsichtsbehörde IGE haben. Beide betreffen das Verhältnis zwischen der «klassischen» kollektiven Verwertung unter Bundesaufsicht und der liberalisierten Rechteverwertung im Online-Bereich. In der ersten Sache opponierte das IGE gegen die Garantien der SUISA für einen Bankkredit zugunsten von Mint, der gemeinsam von SUISA und SESAC gegründeten Gesellschaft zur Verwertung von Online-Rechten. In der zweiten ging das IGE gegen eine «Cross-Selling»-Aktion der SUISA vor, in welcher sie ihre Kunden aus dem Gemeinsamen Tarif 3a (Hintergrundmusik) informierte, dass eine andere Lizenz erforderlich ist, wenn sie Musik auf ihren Internetseiten oder ihren Seiten in den sozialen Medien verwenden.

In beiden Fällen haben wir beim Bundesverwaltungsgericht rekurriert. In Bezug auf den ersten Punkt haben wir das Interesse der SUISA-Mitglieder am reibungslosen Funktionieren von Mint hervorgehoben. Das Joint Venture hat zum Ziel, das Schweizer Repertoire weiteren Repertoires anzugliedern, um gegenüber den Branchenriesen wie Google, Apple oder Spotify an Verhandlungsmacht zu gewinnen. Die Gewährung von Garantien für Mint wird der Generalversammlung 2022 vorgelegt, wodurch das Verfahren voraussichtlich beendet werden kann. Im zweiten Fall war das IGE der Ansicht, dass das Datenschutzrecht der von der SUISA gegebenen Information widerspricht und die Aktion irreführend gewesen sei, da die klassische kollektive Verwertung und die Online-Verwertung unterschiedlichen Regeln folgen. Wir glauben, dass das IGE hier seine Kompetenzen überschritten und die gesetzlichen Regeln in Unkenntnis der täglichen Realitäten der Kollektivverwertung interpretiert hat. Wir warten nun auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.

Diese beiden Rechtsstreitigkeiten werfen in der Tat eine wichtige Frage auf: Wie weit kann die SUISA gehen, wenn sie in einigen Bereichen ihren Pflichten als Monopolgesellschaft nachkommen soll, sich jedoch in anderen Bereichen den Realitäten eines liberalisierten Marktes stellen muss? Hier besteht die Notwendigkeit, dass die Aufsichtsbehörde uns eine praktikable Antwort liefert. Andernfalls wären die Mitglieder der SUISA die Leidtragenden.

Geschäftsbericht 2021
Der Geschäftsbericht 2021 enthält die relevanten Zahlen und Informationen zum Geschäftsjahr 2021 der SUISA Genossenschaft und Gruppe. Informative Artikel beleuchten die Einnahmen, politische Entwicklungen sowie die Tarifverhandlungen im vergangenen Jahr. 2021 war wiederum stark geprägt von der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Musikbranche. Was dies für die Mitglieder und Kunden/innen der SUISA bedeutete, können Sie ebenfalls im Geschäftsbericht 2021 lesen.
www.suisa.ch/geschaeftsbericht
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Hoffnung und Engagement

Das Jahr 2022 lässt Hoffnung aufkeimen in Bezug auf die Überwindung der Pandemie und damit vor allem auch auf die Verbesserung der Arbeitssituation für unsere Mitglieder. Grössere Konzerte dürften diesen Sommer wieder möglich sein und das Publikum zeigt vermehrt Interesse, Festivals und Konzerte wieder zu besuchen. Einige Festivals und Anlässe waren denn in diesem Frühling ganz erfreulich schnell ausverkauft. Von Andreas Wegelin, CEO

Hoffnung und Engagement

Andreas Wegelin, CEO der SUISA. (Foto: Lisa Burth)

Am 17. Juni 2022 wird es auch nach zwei Jahren erstmals wieder die Möglichkeit geben, an der SUISA-Generalversammlung mit anderen Mitgliedern, mit dem Vorstand, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden der SUISA zusammenzukommen. Nutzen Sie als stimmberechtigtes Mitglied diese Gelegenheit und engagieren sie sich für unsere gemeinsame Sache, den Urheberinnen und Urhebern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit zu sichern.

Das Geschäftsjahr 2021 schliesst dank dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SUISA und der guten Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, den Nutzern und Nutzerinnen von Musik, gesamthaft nur mit einem leichten Einbruch gegenüber unserem Allzeitrekord von 2019. Die grösste Einbusse gab es bei Live-Musikaufführungen: Weil diese nicht stattfinden konnten, verzeichnet die SUISA auch weniger Lizenzeinnahmen aus diesem Bereich. Mit viel Geduld und Engagement haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotzdem alles darangesetzt, dass Musiknutzungen möglichst lückenlos lizenziert wurden. Dafür gebührt ihnen sicher auch in Ihrem Namen unser Dank.

Dank dem Engagement von vielen von Ihnen und von Politikerinnen und Politikern konnte vor Kurzem auch ein Angriff auf die Durchsetzung von angemessenen Vergütungen abgewehrt werden. Am 8. März 2022 hat der Ständerat final die parlamentarische Initiative Nantermod abgelehnt. Diese Initiative verlangte, dass die Hotels nichts mehr hätten bezahlen müssen für die Ausstrahlung von Radio- und TV-Sendungen in den Gästezimmern. Damit wären den Urheberinnen und Urhebern mindestens 1 Million Franken entgangen.

Besorgt stimmt uns die Kriegslage in Europa. Es darf nicht sein, dass kulturelle Errungenschaften sinnlos zerstört werden und das friedliche Zusammenleben unter Menschen verunmöglicht wird. Setzen wir uns dafür ein, dass Musik über die Barbarei siegt. Für unseren Berufskolleginnen und -kollegen kann man sich über die koordinierte Hilfsaktion #creatorsforUkraine bei unserem Dachverband CISAC engagieren und ihnen damit Hoffnung geben.

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Vergütungen für Privatkopien – neuer GT 4i ab 1. Juli 2022

Musik, Videos und E-Books zum privaten Vergnügen kopieren: Diese Freiheit haben die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz schon sehr lange. Seit einigen Jahren werden die Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber für Kopien auf Smartphones und Tablets entschädigt – ab diesem Sommer erhalten sie nun auch eine Entschädigung für Kopien auf Laptops und externen Festplatten. Text von Anke Link

Vergütungen für Privatkopien – neuer GT 4i ab 1. Juli 2022

Mit der Erweiterung des Gemeinsamen Tarifs 4i erhalten die Rechteinhaber/innen ab Juli 2022 auch Vergütungen für Privatkopien ihrer Werke auf Laptops und externen Festplatten. (Foto: Rawpixel / Shutterstock.com)

Die Möglichkeit auf Audiokassetten massenweise Kopien von Musik anzufertigen, gab vor 30 Jahren den Anstoss zur gesetzlichen Verankerung einer Vergütung für Privatkopien. Seither ist es nach dem Schweizer Urheberrechtsgesetz gestattet, von geschützten Werken Kopien zur Verwendung im privaten Kreis herzustellen. Die Reihe der vergütungspflichtigen Leerträger hat sich im Laufe der technologischen Entwicklungen erweitert; heute sind überwiegend digitale Speicher relevant, die in Geräten wie Smartphones, Tablets und Laptops eingebaut sind.

Im Gegenzug zu den vielfältigen Möglichkeiten der Speicherung von Musik, Filmen und anderen Werken steht den Urhebern/innen und Interpreten/innen von Musik, den Filmemachern/innen, Schriftstellern/innen etc. per Gesetz eine Vergütung für diese Privatkopien zu.

Diese Vergütung muss von den Hersteller- und Importfirmen von Aufnahme- und Speichermedien bezahlt werden. Die Verwertungsgesellschaften verhandeln regelmässig mit den Verbänden dieser Firmen über die Höhe der Vergütung und für welche Speicher sie bezahlt werden muss. Die Vergütung für die Privatkopien wird dann von der SUISA nach sogenannten «Gemeinsamen Tarifen» für alle Schweizer Verwertungsgesellschaften eingefordert und an die jeweiligen Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber verteilt.

Vergütung für Privatkopien auf Laptops und externen Festplatten

Im Sommer vergangenen Jahres einigten sich die Verbände mit den Verwertungsgesellschaften darauf, dass ab 1. Juli 2022 auch Speicher in Laptops und Notebooks sowie externe Festplatten als vergütungspflichtige Leerträger gelten. Diese Speicher fallen somit neu ebenfalls in den Anwendungsbereich des Gemeinsamen Tarifs 4i (GT 4i). Bei externen Festplatten ist es dabei unerheblich, ob es sich um magnetische Festplatten (Hard Disk Drives) handelt oder ob eine andere Speichertechnologie enthalten ist (Solid State Drive oder eine Kombination aus beidem). Es kommt nur darauf an, dass sie für den Anschluss an Personal Computer (Desktop-Computer, Laptops, Notebooks oder Tablets) bestimmt sind. Dieser Anschluss kann sowohl über Kabel (z. B. USB oder Firewire) erfolgen als auch über Anschlüsse wie BUS und PCI an Steckplätzen im Personal Computer. Als externe Festplatten gelten alle Speichererweiterungen für Personal Computer, unabhängig davon, ob sie ausserhalb des Computers angeschlossen oder eingebaut werden. Ausgenommen von der Vergütungspflicht sind dagegen sog. «Server grade» Festplatten, die für die Serverinfrastruktur von Unternehmen gedacht sind.

Im Gegensatz zum bisherigen GT 4i, der noch verschiedene Vergütungen nach Gerätekategorie vorsah, gelten ab 1. Juli 2022 für fast alle vom Tarif erfassten Speicher einheitliche Vergütungen. Grundlage für die Vergütungen waren die Preise der Geräte bzw. der externen Festplatten sowie der Anteil, zu dem die jeweiligen Speicher im Zusammenhang mit der Privatkopie genutzt werden. Auf dieser Basis wurden einheitliche Vergütungsbeträge berechnet und verhandelt, die nur noch von der Speicherkapazität abhängig sind und je Gerät bzw. je externer Festplatte gelten. Lediglich für MP3-Player sind noch separate Vergütungen vorgesehen:

Für MP3-Player u. ä.:

Speicherkapzität pro Gerät
bis und mit 4 GB CHF 2.40
bis und mit 8 GB CHF 4.20
bis und mit 16 GB CHF 4.70
bis und mit 32 GB CHF 7.80
über 32 GB CHF 12.40

Für alle anderen vom GT 4i erfassten Geräte bzw. für externe Festplatten:

Speicherkapazität pro Gerät/Festplatte
über 16 GB bis und mit 32 GB CHF 2.10
bis und mit 64 GB CHF 2.90
bis und mit 128 GB CHF 3.85
bis und mit 256 GB CHF 4.80
bis und mit 512 GB CHF 5.60
bis und mit 1 TB CHF 6.50
bis und mit 2 TB CHF 7.50
über 2 TB CHF 8.30

Mit Ausnahme der MP3-Player sind die Vergütungen erst für Geräte bzw. externe Festplatten mit einer Speicherkapazität von mehr als 16 GB geschuldet. Für externe Festplatten gilt darüber hinaus eine Maximalvergütung von Fr. 4.50, auch wenn die Speicherkapazität sehr hoch ist. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Preise für externe Festplatten im Vergleich zu den anderen von der Vergütung erfassten Geräte tiefer sind. Die Mehrwertsteuer ist jeweils noch zusätzlich geschuldet.

Anmeldung der vergütungspflichtigen Speicher

Trotz einer einheitlichen Vergütung für fast alle Speicher ist es für die korrekte Verteilung der eingenommenen Beträge an die Rechteinhaber/innen wichtig, dass die Hersteller- und Importfirmen bei der Anmeldung ihrer vergütungspflichtigen Speicher eine Trennung nach Gerätekategorie vornehmen. Denn auf Laptops, Tablets und externen Festplatten werden beispielsweise häufiger Filme kopiert als auf Smartphones. Deshalb müssen die eingenommenen Vergütungen für diese Speicher anders aufgeteilt werden als die eingenommenen Vergütungen für Smartphones. Nur so erhalten die richtigen Urheberinnen und Urheber sowie die weiteren Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber die ihnen zustehenden Gelder. Die SUISA stellt ihren Kundinnen und Kunden ab Juli 2022 entsprechende Meldeformulare zur Verfügung, welche die Basis für die Rechnungstellung sind.

Mit dieser Erweiterung des GT 4i ist sichergestellt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin ohne schlechtes Gewissen ihre liebsten Werke auf die Geräte ihrer Wahl kopieren können und dass diejenigen, die diese Werke schaffen, dafür entschädigt werden.

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Musik in Games: Lizenzierung und Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag

Was wäre ein Game ohne Sound? In der Tat ist Musik aus Computerspielen kaum wegzudenken. Zahlreiche Games entwickelten sich gerade wegen der Musik zum Kassenschlager und oftmals wird sogar separat ein Soundtrack veröffentlicht. Wie muss bei der Lizenzierung von Game-Musik korrekt vorgegangen werden und was hat es mit dem neuen Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag auf sich? Text von Michael Wohlgemuth

Musik in Games: Lizenzierung und Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag

Gaming-Corner im Internetcafé: Jedes Game braucht den passenden Sound. (Foto: OHishiapply / Shutterstock.com)

Die Gameindustrie befindet sich seit Jahren in einem kontinuierlich starken Wachstum. Die Coronakrise verschaffte der Branche einen zusätzlichen Gewinnschub. Nie zuvor haben so viele Menschen Games konsumiert, sei es mittels Smartphone, Tablet, Konsole oder PC.

Obwohl die Musik in dieser Erfolgsgeschichte einen wichtigen Stellenwert einnimmt, arbeiteten die Gameproduzenten bislang nur vereinzelt mit Verwertungsgesellschaften zusammen. Stattdessen kooperierten die Gameproduzentinnen und -produzenten vielmehr mit Urheberinnen und Urhebern und Künstlerinnen und Künstlern, welche nicht einer Verwertungsgesellschaft angeschlossen sind, damit sogenannte «Buyout Deals» abgeschlossen werden konnten.

Dies ist auch heute noch grossenteils der Fall. Um ihren Mitgliedern in diesem florierenden Markt bessere Wettbewerbschancen einzuräumen, hat die SUISA einen neuen Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag geschaffen.

Buy-out
Bei einem Buy-out tritt der Urheber bzw. die Urheberin sämtliche Verwendungsrechte an seinem Werk gegen eine einmalige fixe Zahlung an den Produzenten ab. Das hat zur Folge, dass nach der Bezahlung des Kaufpreises keine weiteren Einnahmen aus Urheberrechten oder verwandten Schutzrechten für die Urheber/innen entstehen. Mitglieder von Verwertungsgesellschaften können in der Regel keine Buy-Outs abschliessen, da sie die Wahrnehmung ihrer Nutzungsrechte der Verwertungsgesellschaft übertragen haben. Die Verwertungsgesellschaft verfolgt gerade den Zweck, bei jeder neuen Nutzung eines Werks für das Mitglied Urheberrechte geltend zu machen. Bei Games ist deshalb eine Kompromisslösung nötig (vgl. Text).

Grundsätzliches

Welche Musikrechte muss ein Gameproduzent erwerben?

Für die Produktion bzw. Herstellung des Games benötigt eine Gameproduzentin folgende Rechte:

  • Synchronisationsrecht: Das Recht, ein musikalisches Werk mit einem audiovisuellen Werk (hier: das Game) zu verbinden. Dieses Recht kann ein SUISA-Mitglied (oder dessen Verlag) direkt mit dem Gameproduzenten regeln.
  • Herstellungs- und physische Verbreitungsrechte: Diese Rechte werden benötigt, um ein musikalisches Werk auf einem Tonbild- oder Datenträger zu vervielfältigen und diese Träger anschliessend zu verkaufen. Die Herstellungs- und Verbreitungsrechte werden von der SUISA verwaltet. Durch den neuen Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag können diese Rechte vom Wahrnehmungsvertrag ausgenommen werden (mehr dazu unter «Neuer Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag für SUISA-Mitglieder»).
  • Online-Rechte (Download / Streaming): Die meisten Games werden heutzutage auch oder nur über das Internet verkauft und vom Käufer heruntergeladen. Für die Bereitstellung zum Download benötigen die Gameproduzenten oder deren Online-Vertriebe (bspw. die Plattformen «Steam» oder «Origin») eine Download-Lizenz.
    Weiter existieren Games, welche nur über Streaming, bspw. in einem Browser gespielt werden können. Dafür wird eine Streaming-Lizenz benötigt.
    Diese Online-Rechte werden von der SUISA verwaltet. Sie können nicht durch den Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag ausgenommen werden.
  • Verwandte Schutzrechte: Bei den verwandten Schutzrechten handelt es sich um die Interpreten/innenrechte und die Rechte an der Tonaufnahme. Zusammen werden diese Rechte oft auch «Master Rights» genannt.
    Spielt eine Urheberin oder ein Urheber die Komposition selbst ein und produziert auch die Aufnahme selbst, so kann er diese Rechte als Interpret/in und Tonträgerproduzent/in in Personalunion direkt an den Gameproduzenten für sämtliche Nutzungen lizenzieren. Anderenfalls muss der Inhaber der «Master Rights» diese separat an den Gameproduzenten lizenzieren. Die SUISA verwaltet diese Rechte nicht.

Bei rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit Games wenden Sie sich bitte an unseren Rechtsdienst: legalservices (at) suisa (dot) ch

Neuer Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag für SUISA-Mitglieder

Wie erwähnt sind Gameproduzenten/innen es sich gewohnt, Buy-Outs zu tätigen. Dieser Umstand hat in der Vergangenheit mehrfach dazu geführt, dass SUISA-Mitglieder im Markt der Computerspielmusik aufgrund ihrer Mitgliedschaft bei der SUISA einen Nachteil erfahren haben: Die Gameproduzenten/innen haben es bevorzugt, mit Urhebern/innen zusammenzuarbeiten, die nicht einer Verwertungsgesellschaft angeschlossen sind und frei über ihre Rechte verfügen können.

Der neue Zusatzvertrag soll diesen Wettbewerbsnachteil für unsere Mitglieder nun verbessern und gleichzeitig die Grundprinzipien der kollektiven Verwertung aufrechterhalten. Da Buy-Outs sich nicht mit den Grundprinzipien einer angemessenen und nutzungsbezogenen Vergütung vereinbaren lassen, hat die SUISA sich für eine Kompromisslösung entschieden.

Mit dem neuen Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag ist es für SUISA-Mitglieder nun erstmals möglich, die Synchronisations-, Herstellungs- und Vertriebsrechte von Auftragskompositionen in einem Paket direkt mit den Gameproduzenten/innen zu regeln. Nutzungen wie Downloads oder Streamings sollen aber weiterhin von der SUISA wahrgenommen werden – so wie es auch im Bereich der Filme praktiziert wird.

Alle anderen Verwendungsrechte verbleiben wie im Wahrnehmungsvertrag definiert bei der SUISA. Sollte also dereinst bspw. eine Game-Musik im Radio gesendet oder an Veranstaltungen aufgeführt werden, wird die SUISA die Rechte des Mitglieds/Komponisten/der Komponistin geltend machen.

Die konkreten Voraussetzungen, dass die Herstellungs- und Verbreitungsrechte vom Wahrnehmungsvertrag ausgenommen werden können, sind die folgenden:

  • Es muss sich um eine Auftragskomposition handeln. Vorbestehende Werke, die bereits veröffentlicht wurden, können nicht vom Wahrnehmungsvertrag ausgenommen werden.
  • Die SUISA muss nach der Auftragserteilung über folgende Punkte informiert werden:
    • Titel des Musikwerks und des Spiels,
    • Dauer des Musikwerks,
    • Name und Adresse des Auftraggebers,
    • Name und Adresse des Produzenten des Spiels,
    • Art und Zweck des Spiels.
  • Es darf sich nicht um ein Game handeln, welches von einem Unternehmen zum Zweck von Werbung und Sponsoring oder sonst im Zusammenhang mit der Präsentation von Informationen über sich selbst, seine Produkte oder Dienstleistungen eingesetzt wird.

Der Zusatzvertrag kann bei unserer Mitgliederabteilung bezogen werden: authors (at) suisa (dot) ch

Lizenzen und Tarife

Was sind die SUISA-Ansätze im Bereich der Online-Nutzungen?

Online-Plattformen (national*)

Diese Lizenzsätze richten sich an Online-Plattformen, welche Games zum Download oder Streaming anbieten.

Downloads 2% der Gesamteinnahmen Mindestentschädigung:
Fr. 500.00 pro 100 000 Downloads/Streams
Subscription 2% der Gesamteinnahmen Mindestentschädigung:
Fr. 0.15 pro Abonnent/in pro Monat

* Internationale Plattformen wie Steam, Uplay, Playstation Store etc. werden über unsere Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing AG lizenziert.

Weitere Online-Nutzungen (bspw. Live-/Streaming oder Browser-Gaming)

Nur falls der Gameproduzent/Publisher das Game selbst vertreibt (bspw. über die eigene Website), kommen die folgenden Lizenzsätze zur Anwendung.

Allgemein 2% der Gesamteinnahmen Mindestentschädigung:
A. Musik nur im Spielmenu und Intro-/Outro-Sequenzen
Fr. 400.00 pro 100 000 Downloads/Streams
B. Games mit Hintergrundmusik während des Spielens («In-game»)
Fr. 500.00 pro 100 000 Downloads/Streams
C. Games mit Musik im Fokus
Fr. 600.00 pro 100 000 Downloads/Streams
Werbegames 2% der Gesamteinnahmen Mindestentschädigung:
A. Musik nur im Spielmenu und Intro-/Outro-Sequenzen
Fr. 800.00 pro 100 000 Downloads/Streams
B. Games mit Hintergrundmusik während des Spielens («In-game»)
Fr. 1000.00 pro 100 000 Downloads/Streams
C. Games mit Musik im Fokus
Fr. 1200.00 pro 100 000 Downloads/Streams

Was sind die SUISA-Ansätze im Bereich der Herstellungs- und Verbreitungsrechte?

Da es sich bei einem Game um eine audiovisuelle Produktion handelt, kommt der Tarif VI zur Anwendung. Die Kernpunkte dieses Tarifs sind die folgenden:

Physische Herstellung zum Verkauf

  • 3,3% des Detailverkaufspreises oder der Kosten (falls das Game kostenlos abgegeben wird).
  • 4,4% des fakturierten Preises («Actual invoiced price» = AIP), wenn der Kunde oder die Kundin bei der Abrechnung mit der SUISA seine Verkäufe pro Tonbildträger und pro Abrechnungsperiode mit Stückzahlen und fakturierten Preisen bekanntgeben kann und er mit der SUISA einen mehrjährigen Vertrag über die Abrechnung der Vergütung abschliesst. Als AIP gilt der von Kunden/innen an die Detaillisten/innen oder, falls der Kunde oder die Kundin die Tonbildträger nicht selbst vertreibt, vom offiziellen Vertrieb des Kunden oder der Kundin effektiv fakturierte Engrospreis.
  • Der anwendbare Prozentsatz wird in folgendem Umfang reduziert:
    Speicherplatz der geschützten Musik : Speicherplatz des gesamten Trägers
    (Beispiel: 500 MB geschützte Musik : 2000 MB Speicherplatz des Trägers = Reduktion der Vergütung um 75%)
  • Mindestentschädigung:
    29 Rappen pro Game mit Musik, unabhängig von deren Dauer.
    2,2 Rappen pro Minute Musik und pro Tonbildträger, höchstens 29 Rappen pro Tonbildträger, wenn der Kunde oder die Kundin der SUISA genauen Aufschluss über die im Game enthaltene Musik gibt.

Spezialfall: Auftragsmusik von SUISA-Mitgliedern

Falls ein SUISA – Mitglied Auftragskompositionen für ein Game erstellt und den «Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag Games» mit der SUISA unterzeichnet hat, so kann es die Entschädigung direkt mit dem Gameproduzenten oder der Gameproduzentin verhandeln und die SUISA muss nicht involviert werden.

Production Music Zuschläge

Wird von der SUISA verwaltete Production Music verwendet, gelten folgende Zuschläge:

  • für das Synchronisationsrecht: 50%
  • für verwandte Schutzrechte:
    • 50% auf der Summe der Vergütungen für die Herstellrechte gemäss Tarif VI (vgl. oben) und der Synchronisationsrechte, wenn das Game nur in der Schweiz und Liechtenstein vertrieben wird.
    • 100% auf der Summe der Vergütungen für die Herstellrechte gemäss Tarif VI (vgl. oben) und Synchronisationsrechte, wenn das Game international vertrieben wird.

Für die Lizenzierung von Games oder Fragen dazu kontaktieren Sie unseren Kundendienst: customerservices (at) suisa (dot) ch

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Was wäre ein Game ohne Sound? In der Tat ist Musik aus Computerspielen kaum wegzudenken. Zahlreiche Games entwickelten sich gerade wegen der Musik zum Kassenschlager und oftmals wird sogar separat ein Soundtrack veröffentlicht. Wie muss bei der Lizenzierung von Game-Musik korrekt vorgegangen werden und was hat es mit dem neuen Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag auf sich? Text von Michael Wohlgemuth

Musik in Games: Lizenzierung und Zusatzvertrag zum Wahrnehmungsvertrag

Gaming-Corner im Internetcafé: Jedes Game braucht den passenden Sound. (Foto: OHishiapply / Shutterstock.com)

Die Gameindustrie befindet sich seit Jahren in einem kontinuierlich starken Wachstum. Die Coronakrise verschaffte der Branche einen zusätzlichen Gewinnschub. Nie zuvor haben so viele Menschen Games konsumiert, sei es mittels Smartphone, Tablet, Konsole oder PC.

Obwohl die Musik in dieser Erfolgsgeschichte einen wichtigen Stellenwert einnimmt, arbeiteten die Gameproduzenten bislang nur vereinzelt mit Verwertungsgesellschaften zusammen. Stattdessen kooperierten die Gameproduzentinnen und -produzenten vielmehr mit…Weiterlesen

Zwei Jahre Pandemie finanziell für die SUISA glimpflich verlaufen – neue Herausforderungen

Nach den zwei schwierigen Jahren für die SUISA und die Urheber/innen und Verleger/innen wegen der weltweiten Corona-Pandemie drohen uns weiterhin schwierige Zeiten. Ein Krieg in Europa zerstört Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens. Die Kultur und damit auch die Urheber/innen von Musik als verbindendes und friedensstiftendes Element sind gefordert. Text von Andreas Wegelin

Zwei Jahre Pandemie finanziell für die SUISA glimpflich verlaufen – neue Herausforderungen

Angesichts des Krieges in der Ukraine lohnt sich der Gedanke daran, dass die Musik ein verbindendes und friedensstiftendes Element des Zusammenlebens sein kann. (Foto: Oleh Dubyna / Shutterstock.com)

Die SUISA konnte trotz der behördlich verfügten Veranstaltungsverboten auch in den vergangenen zwei Jahren ein ansehnliches Resultat erzielen. Der Rückgang der Einnahmen beträgt gesamthaft gesehen im Jahre 2020 wie im Jahre 2021 nur 10% im Vergleich zum bisher besten Ergebnis im Jahre 2019. Gleichzeitig konnten wir auf Kostenseite Einsparungen erzielen, insbesondere dank forcierter Automatisierung der Prozesse. Damit konnte der Rückgang der zu verteilenden Geldsumme stabilisiert werden. Sie liegt um 1% höher als 2020. Hohe Nebeneinnahmen erlauben es uns zudem, auch 2022 wieder eine Zusatzverteilung von 7% auf alle Abrechnungen des Jahres 2022 auszurichten.

Zur schnellen Hilfe an Mitglieder, welche wegen der Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind und deswegen weniger Geld von der SUISA erhalten haben, hat die Generalversammlung 2020 die Äufnung eines Hilfsfonds beschlossen. Dieser Fonds besteht weiterhin, viele Verteilungsergebnisse sind auch erst in diesem Jahr schlecht und entsprechende Gesuche können an die Mitgliederabteilung gerichtet werden.

Gerade in der Pandemiezeit war es wichtig, für unsere Kunden und Mitglieder da zu sein, in vielen Fällen auf elektronischem Weg, über Webformulare im Internet, aber auch E-Mails und wie bisher per Telefon oder Brief. Die elektronischen Kommunikationswege werden weiter ausgebaut. Sie sind zentraler Bestandteil eines guten Mitglieder- und Kundenservices, mit dem Ziel, den Kontakt zur SUISA 7 x 24 Stunden über Internet zu ermöglichen und damit für alle Beteiligten Kosten zu sparen.

Erfolgreiche Investitionen in neue Geschäftsfelder

Musik wird heute nicht nur live aufgeführt und genossen. Während der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig eine Diversifikation in andere Bereiche der Musiknutzung ist. Viele neue Präsentationsmöglichkeiten und Nutzungen im Internet, vor allem mittels Streaming, konnten sich in der Zeit etablieren und sind neue und beliebte Plattformen für den Absatz von Musikaufnahmen geworden.

Die SUISA hat seit 2016 mit den Tochterfirmen SUISA Digital Licensing und gemeinsam mit der amerikanischen SESAC bei Mint Digital Services in die Entwicklung der neuen Geschäftsfelder investiert. Mint administriert mittlerweile das Repertoire von über 3500 amerikanischen Independent Verlagen, 14 Verwertungsgesellschaften von vier Kontinenten sowie die Rechte von BMG Rights Management in Asien und Australien. Es wurden Lizenzverträge mit über 70 Musikanbietern weltweit abgeschlossen. Die Möglichkeiten der Direktlizenzierung des SUISA-Repertoires im Ausland sollen weiter ausgeschöpft werden. In vielen Fällen können so den Urhebern/innen und Verlegern/innen der SUISA höhere und rascher eintreffende Erträge verschafft werden.

Neue Herausforderungen – Krieg in Europa

Die SUISA wird nächstes Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Die Jubiläums-GV mit anschliessendem Fest soll am Freitag, 23. Juni 2023, in Zürich stattfinden. Bis dahin und darüber hinaus gilt es, neuen Herausforderungen zu begegnen und unsere bestehenden Services weiter auszubauen.

Musik kann ein verbindendes und friedensstiftendes Element des Zusammenlebens sein und wird ihr Publikum auch in Zukunft finden und erfreuen. Sie soll aber ihren Urheberinnen und Urhebern und den Musikerinnen und Musikern auch ein finanzielles Auskommen bieten. Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist der Frieden in Europa höchst gefährdet. Ein jahrelang gepflegter Aufbau der Beziehungen zu den Ländern im Osten Europas und zu den dortigen Urheberinnen und Urhebern droht beschädigt zu werden. Auch ist durch die kriegerischen Auseinandersetzungen der Austausch unter Urheberinnen und Urhebern und auch unter den Verwertungsgesellschaften stark gefährdet.

Die SUISA will ihren Teil dazu beitragen, dass die geknüpften Banden zur Schwestergesellschaft in der Ukraine nicht abreissen. Zuhanden des Unterstützungsfonds der CISAC, unseres internationalen Dachverbandes der Verwertungsgesellschaften, wurden 50 000 Franken bereitgestellt für die Nothilfe an Musikerinnen und Musiker im Kriegsgebiet und dem stark unterstützenden Polen. Es müssen alle Anstrengungen für eine friedliche Lösung unternommen werden und für die Funktionsfähigkeit und den Weiterbestand der Verwertungsgesellschaft NGO UACCR in der Ukraine.

Wer nun aber alle russische Kultur verdammt, handelt blind wie die Kriegsparteien. Glauben wir an die friedensstiftende Möglichkeit der Musik und an jene, die gemeinsam Musik aufführen oder geniessen, unabhängig aus welchem Land sie stammen.

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Informationen zu Livestreams für SUISA-MitgliederInformationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Weiterlesen
SUISA und die Covid-KriseSUISA und die Covid-Krise Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Weiterlesen
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  1. Eric sagt:

    Thanks for the informative article!
    I can agree with exactly that….

    Best regards

    Eric

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Ich möchte für meine Produkte werben: Welche Schritte muss ich bei der SUISA unternehmen?

Bei der Produktion von Werbung sind verschiedene Bereiche betroffen. Wenn es sich um eine audiovisuelle Produktion handelt, die in der Schweiz hergestellt und/oder zugänglich gemacht wird, müssen Sie zwingend mit der SUISA Kontakt aufnehmen. Sie wird Ihnen eine Bewilligung für die Verbreitung Ihrer Werbung erteilen. Dabei können mehrere Fragen auftauchen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Antworten. Text von Anne-Françoise Emery

Ich möchte für meine Produkte werben: Welche Schritte muss ich bei der SUISA unternehmen?

Bei der Herstellung von Werbespots ist die SUISA eine fixe Ansprechpartnerin. (Foto: Proxima Studio / Shutterstuck.com)

Musik ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Reichweite eines Werbespots und damit für den Verkaufserfolg des beworbenen Produkts. Eine wichtige Entscheidung betrifft deshalb die Auswahl der Musik. Ein Werbespot mit Musik hat nicht dieselbe Wirkung wie ein Spot ohne Musik, und ein bekanntes Musikstück wird andere Emotionen wecken als ein unbekanntes. Wenn Sie also ein bereits bestehendes Stück verwenden möchten, müssen Sie zunächst die Einwilligung der Rechteinhaber/innen einholen. Diese Synchronisationsrechte werden in der Regel nicht von der SUISA verwertet, sondern direkt von den Rechteinhabern und Rechteinhaberinnen (meistens den Verlagen).

Es ist auch möglich, Production Music zu kaufen, die auf speziellen Websites verfügbar ist. Oder Sie beauftragen Musikschaffende mit der Komposition eines Stücks speziell für Ihre Werbung. In diesem Fall spricht man von Auftragsmusik.

Werbespots bei der SUISA anmelden

Ob Ihr Spot nun Musik enthält oder nicht: Sie müssen Ihre Produktion bei der SUISA anmelden. Unsere Genossenschaft erfasst alle audiovisuellen Produktionen und erteilt die Bewilligungen für die Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte an der Musik. Erst wenn Sie eine Lizenz (eine SUISA-Nummer) erhalten haben, können Sie ihre Werbung im Fernsehen, im Kino oder im Internet platzieren.

Zur Identifizierung Ihres Spots benötigen wir die folgenden Informationen:

  • Angaben zum Spot selbst (Titel, Dauer);
  • zur Musik (Titel der Musik, Komponist/in, Verlag, Dauer der im Spot verwendeten Musik);
  • zu den beabsichtigten verschiedenen Sendungen / Nutzungen im Internet des Spots;
  • zu den Kontaktdaten der Kundin oder des Kunden.

Nach dem Erhalt dieser Informationen wird Ihnen umgehend eine Lizenz erteilt. Auf dem Online-Formular können Sie uns all diese Angaben auf einfache Weise mitteilen.

Jeder Spot muss angemeldet werden, auch wenn es mehrere Versionen davon gibt. Sie können mehrere Spots auf demselben Formular anmelden.

Wenn Ihr Spot im Ausland produziert wurde, es aber eine auf die Schweiz angepasste Version gibt (Postproduktion), teilen Sie uns das bitte auf dem Formular mit.

Verschiedene Rechte betroffen

Die Vervielfältigungsrechte, die Sie der SUISA bezahlen, erlauben es Ihnen, die Aufnahme des Werbespots im Fernsehen, Kino oder im Internet zu verbreiten. Diese Rechte sind einmal und für die gesamte Dauer der Nutzung des Trägers zu bezahlen. Sie können also einen Spot mehrmals zu verschiedenen Zeiten ausstrahlen, müssen aber nur einmal die Vervielfältigungsrechte bezahlen.

Die Urheberrechte für die Ausstrahlung des Spots im Fernsehen oder im Kino werden von den Fernsehsendern oder den Kinos geregelt. Sie bezahlen also der SUISA keine Senderechte für die «Offline»-Verbreitung. Anders bei der Verbreitung im Internet: Dort sind Sie sind für die Rechte des Zugänglichmachens im Internet (online) zuständig. Die Lizenz wird abgestuft nach der Höhe des Medienbudgets für die Online-Werbekampagne berechnet. Jede neue Welle der Kampagne teilen sie uns bitte erneut mit.

Analoge Spots, «freie Werke» und Auftragskompositionen

Alle Werbespots müssen angemeldet werden, doch es gibt Fälle, in denen Sie keine Rechnung begleichen müssen. Die verschiedenen Sprachversionen oder gekürzte Versionen gelten als analoge Spots. Es sind also keine Vervielfältigungsrechte abzugelten. Werden diese Spots hingegen im Internet zugänglich gemacht, müssen uns die Medienbudgets gemeldet werden, und wir stellen Rechnung abgestuft nach der Höhe dieses Budgets. Für Spots ohne Musik und für Spots, die nicht arrangierte gemeinfreie Musik oder lizenzfreie Musik verwenden, fallen keine Vergütungen an.

Es ist zu beachten, dass die Angabe «freie Werke» möglicherweise nur für bestimmte Nutzungen gilt oder in unserem Land nicht gültig ist. Es kann also sein, dass Sie eine Rechnung erhalten, obwohl sie Musik von einer Website gekauft haben, die Ihnen «freie Musikwerke» anpries. Wir müssen uns an die Verträge halten, die wir mit unseren Partnern und Partnerinnen geschlossen haben, und die vereinbarten Vergütungen einziehen, wenn die Rechteinhaber/innen Mitglieder einer Urheberrechtsgesellschaft sind. Damit Sie nicht den Eindruck erhalten, die Nutzung der Musik doppelt zu bezahlen, sollten Sie nicht zögern, sich bei den Anbieterinnen und Anbietern genau zu erkundigen.

Auch wenn Sie jemanden beauftragen, die Musik für Ihren Spot zu komponieren, betrifft die Vereinbarung, die Sie mit dieser Person unterzeichnen, nur die Kompositionsarbeit und das Recht zur Verwendung des Stücks (Synchronisationsrecht), nicht aber die Urheberrechte, wenn diese Person einer Urheberrechtsgesellschaft angehört. Es handelt sich nicht um dieselben Rechte.

Wie viel kostet’s und was passiert mit dem Geld?

Die Höhe der Vervielfältigungsvergütungen hängt von der Sichtbarkeit des Spots ab. Das Minimum (lokale Verwendung) beträgt Fr. 7.— pro Sekunde Musik. Für eine nationale Verwendung erhöht sich der Tarif für diese Sekunde Musik auf Fr. 60.—. Nicht abgegolten ist damit das Synchronisationsrecht. Die Lizenz dafür muss mit dem Rechtsinhaber direkt ausgehandelt werden. Bei Production Music ist das Synchronisationsrecht enthalten, mit einem Aufschlag von 50% auf die Tarife für die Vervielfältigungsrechte. Sämtliche Vergütungen sind in unserem Tarif aufgeführt (Ziffer 15.1).

Die Lizenz für Online-Kampagnen basiert auf einem Prozentsatz (2,15%) des Betrags, den Sie für die Platzierung der Werbung bezahlen (Medienbudget), wobei ein Mindestbetrag von Fr. 200.— pro Kampagne gilt. Mehr Informationen finden Sie in den Lizenzbedingungen für das Zugänglichmachen von Online (Werbe-)Kampagnen.

Die von uns eingezogenen Vergütungen werden nach Abzug von 15% zur Deckung der Verwaltungskosten an die Musikschaffenden (Komponisten, Textautorinnen, Verleger/innen) verteilt.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen unser Team zur Verfügung, unter der E-Mailadresse: advertising (at) suisa (dot) ch oder unter der Telefonnummer +41 21 614 32 28 / 30.

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«Songs müssen für mich eine lyrische Tiefe haben»

Am 25. Mai 2022 wird an den Swiss Music Awards per Publikumsvoting auch der «Best Hit» für die beste Komposition ermittelt. Nominiert für die von der SUISA präsentierte Auszeichnung sind Zian, Joya Marleen und Lo & Leduc. Wir haben bei Zian und Henrik Amschler nachgefragt, welche Rolle der Text für den Song «Show You» spielt. Interview von Gastautor Markus Ganz

Zian und Henrik Amschler: «Songs müssen für mich eine lyrische Tiefe haben»

Zian (links) und Henrik Amschler. (Fotos: Jen Ries; Nina Müller)

Wie wichtig sind eurer Meinung nach die Lyrics für einen Song?

Zian: Für mich ist ganz klar: Die Lyrics sind entscheidend, ob ein Song sich länger halten kann oder nicht. Alle Songs, die über Jahrzehnte immer wieder angehört werden, sind Songs, die auch eine lyrische Tiefe haben. Deshalb sind Texte extrem wichtig. Kurzfristig mag ihre Bedeutung gleich gross wie die der Musik sein, was der Tantièmen-Aufteilung der SUISA entspricht. In längerer Hinsicht sind Texte aber wohl wichtiger, weil sie eine zusätzliche Ebene schaffen.

Ist die Musik bzw. der Sound also vergänglicher als ein guter Text?

Zian: Ich glaube, dass der Sound vor allem den Text unterstreicht. Wer zuhört, muss sich in einem Sound finden, der den Text unterstützt. Den alleinstehenden Text kann man zwar als Poesie verstehen, wenn es ein guter Text ist. Aber wir zielen ja darauf hin, in drei Minuten eine Geschichte zu erzählen, die vielleicht über mehrere Jahre passiert ist.
Henrik Amschler: Ich finde Vergänglichkeit nicht schlecht. Texte sind aber per se nicht so vergänglich wie Musik, die immer auch Trends folgt. Dies ist jedoch stark abhängig von den Künstlern und der Art ihrer Musik; in der Dancemusic etwa braucht es keine Tiefe in den Texten – sie soll zum Tanzen animieren. Bei Künstlern wie Zian ist es hingegen sehr wichtig, was sie in den Texten sagen, entsprechend sind die Songs weniger vergänglich.

Mit englischen Texten erweitert ihr den potentiellen Hörerkreis. Aber wären Mundarttexte nicht naheliegender beim Schreiben?

Henrik Amschler: Man darf nicht vergessen, dass sowohl der Schweizer Musikmarkt wie auch die Leute in der Schweiz allgemein stark international beeinflusst sind, vor allem vom englischen Sprachraum. Das heisst, bei gewissen Stilrichtungen kann man mit Texten in Englisch auf einer anderen Ebene starten, als dies mit Mundarttexten der Fall wäre. Viele Schweizer Künstler haben auch gezeigt, dass man zuerst im Ausland Erfolg haben muss, damit man in der Schweiz überhaupt wahrgenommen, auch ernstgenommen wird.

Habt ihr eine typische Vorgehensweise beim Schreiben von Songtexten?

Henrik Amschler: Tendenziell kann man schon sagen, dass wir ein Muster haben. Oft stellt mir Zian eine Idee vor und fragt nach meiner Meinung. Wenn ich begeistert bin, sage ich «Let’s go», sonst diskutieren wir weiter. Im Prozess bin ich dann aber eher für die musikalischen Aspekte zuständig. Zian steht immer im Mittelpunkt, denn der Text muss von ihm, aus seiner Persönlichkeit herauskommen.
Zian: Ja, denn er muss ehrlich sein.

Die Glaubwürdigkeit der Zian-Songs hängt also davon ab, dass man beim Hören spürt, dass Zian über etwas Persönliches singt?

Henrik Amschler: Die lyrische Absicht muss immer klar erkennbar von ihm kommen, deshalb ist er beim Text mehr involviert als ich; ich habe mehr eine stützende Funktion. Der Song «Show You» ist denn auch aus einer persönlichen Geschichte von Zian heraus entstanden, wie eigentlich alle unsere Lieder.

Was ist üblicherweise der Triggerpunkt für einen Text, für einen Song?

Beide: Das kann alles sein.
Zian: Oft ist es irgendeine Situation, und dann spürt man plötzlich, dass da etwas ist und dass man daran weiterarbeiten kann.
Henrik Amschler: Bei Zian merkt man auch beim Schreiben der Texte, dass er sehr musikalisch ist, er ist ja ein Multiinstrumentalist.
Zian: Es ist für mich vor allem eine starke Gefühlssache, da ist viel Herz dabei.
Henrik Amschler: Oft entscheidet auch, auf was wir gerade Lust haben, was gerade im Kopf ist und raus muss, in einen Text gefasst werden will, und dann machen wir die Musik dazu.
Zian: Oft kristallisiert sich dann ein Wort heraus, und wir spüren, in welcher Welt sich dieser Song befindet, das kann traurig sein und sich dann doch Richtung «happy» entwickeln.

Entwickelt ihr Musik und Text dann parallel weiter?

Zian: Ja, bis zu einem gewissen Punkt, wo es sich dann lohnt, den Text festzulegen, weil wir die Welt des Songs definiert haben; bis dahin ist ein Teil des Textes noch unverständliches «Mumble-Englisch».
Henrik Amschler: Ja, wenn wir die Rahmenbedingungen des Songs festgelegt haben, gehen wir tiefer in die Lyrics, und auch tiefer in die Produktion.

Müsst ihr Texte manchmal noch an eine fortgeschrittene Produktion anpassen?

Zian: Kaum, denn irgendwann ist der Text fertig; die Perfektion anstreben ist gut, aber erreichen kann man sie nicht. Er muss vor allem vom Gefühl her stimmen, und natürlich zur Musik passen, der Welt, die wir mit diesem Song geschaffen haben.
Henrik Amschler: Für mich ist klar: Ich priorisiere stets Zian mit seiner einzigartigen Stimme und seinen tiefgründigen Texten.
Zian: Man muss aber auch verstehen, dass wir uns im Popbereich bewegen, allzu komplex und abstrakt sollte der Text nicht werden – die Leute sollen ihn verstehen können. Je mehr Wörter man braucht, desto weniger Interpretationsspielraum haben die Leute beim Anhören.

«Show You»
Kompositon und Text: Tizian Hugenschmidt, Henrik Amschler.

www.zianmusic.com
www.henrik-hsa-amschler.ch

Swiss Music Awards: SUISA ehrt die Songwriter/innen des «Best Hit»
In der Kategorie «Best Hit» werden an den Swiss Music Awards jeweils die erfolgreichsten nationalen Songs der Schweizer Hitparade des Vorjahres nominiert und das Siegerlied wird während der TV-Show per Publikumsvoting ermittelt. Die SUISA ist dieses Jahr zum ersten Mal Presenting Partner des «Best Hit»-Award und stellt die Arbeit der Songwriterinnen, Songwriter, Textautorinnen und Textautoren des Siegersongs in den Vordergrund. 2022 sind in der Kategorie «Best Hit» die Songs «Show You», «Tribut» und «Nightmare» nominiert. (Text: Giorgio Tebaldi)
www.swissmusicawards.ch
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Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt»Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt» Was zeichnet einen gelungenen Songtext aus? Gastautor Markus Ganz im Gespräch mit dem Journalisten Jean-Martin Büttner. Weiterlesen
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Zian und Henrik Amschler: «Songs müssen für mich eine lyrische Tiefe haben»

Zian (links) und Henrik Amschler. (Fotos: Jen Ries; Nina Müller)

Wie wichtig sind eurer Meinung nach die Lyrics für einen Song?

Zian: Für mich ist ganz klar: Die Lyrics sind entscheidend, ob ein Song sich länger halten kann oder nicht. Alle Songs, die über Jahrzehnte immer wieder angehört werden, sind Songs, die auch eine lyrische Tiefe haben. Deshalb sind Texte extrem wichtig. Kurzfristig mag ihre Bedeutung gleich gross wie die der Musik sein, was der…Weiterlesen

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Lo und Leduc: «Die Musik setzt den Text in einen Kontext»

Lo und Leduc. (Foto: Maximilian Lederer)

Wie wichtig sind eurer Meinung nach die Lyrics für einen Song?

Lo: Darüber kann man sich streiten. In unserem Fall sind sie aber wichtig; ich habe sicher ein grösseres Talent für Texte als für Gesang. Aus unserer Sicht ist Musikmachen mit schweizerdeutschen Texten grundsätzlich anspruchsvoller als mit englischen Texten, weil diese automatisch eine grössere Distanz zum Inhalt schaffen. Und mit Mundarttexten macht man Musik für ein vergleichsweise sehr kleines Publikum.
Leduc: Die Texte sind für uns das primäre Handwerk.

Habt ihr eine typische Vorgehensweise beim Schreiben der Songtexte?

Lo: Sehr unterschiedlich, es ist alles möglich. Meistens hat einer von uns eine Idee – das kann auch schon ein Refrain oder eine Melodie sein. Danach arbeiten wir teilweise einzeln, manchmal auch bereits zusammen. Spätestens gegen Schluss finalisieren wir alle Texte gemeinsam. Manchmal heisst das Feinschliff, manchmal aber auch: Wir schreiben die zweite Strophe und müssen dann die erste neu schreiben. Es gibt kein fixes Vorgehen, das Einzige, was sich eingebürgert hat, ist, dass ich ein Textarchiv führe und Luc ein Fotoarchiv.
Leduc: Es ist fast schon krankhaft, wie ich versuche, unsere Momente zu kategorisieren, weil ich Struktur benötige, um innerhalb der Ordner denken und arbeiten zu können. Es ist oft sehr spannend, wenn man derart eine neue Idee beim anderen platzieren kann. Wichtig ist auch, dass wir eigene Perspektiven einbringen. Mit einem neuen Ansatz sammelt man nicht nur Einfälle, man filtert unbewusst auch die Einfälle heraus, die für das Lied in Frage kommen könnten. Dann lassen wir der Songidee jeweils Zeit, zu gären, und köcheln die Idee später zusammen ein.

Die Musik des Songs «Tribut» stammt vom Produzenten-Team Jugglerz. Wie lief die Zusammenarbeit ab, gerade auch die Abstimmung von Text und Musik?

Lo: Dieses Lied ist ein Spezialfall. Die Idee zum Text ist etwa zehn Jahre alt, blieb aber unvollendet und deshalb liegen. Als wir 2020/21 mit den Jugglerz zu arbeiten begannen, haben wir sehr viele Beats und Songskizzen von ihnen durchgehört und sind dabei auf ein Gitarrenriff gestossen, das uns gepackt hat: Das passt zu diesem uralten Text! Also haben wir ihn wieder hervorgenommen, umgeschrieben und an die Musik angepasst.

War diese alte Textfassung ohne Musik?

Lo: Nein, es gab bereits Musik dazu, und wir haben in den letzten zehn Jahren einige Male versucht, einen Song daraus zu machen, sind aber immer stecken geblieben.
Leduc: Es ist ein schönes Beispiel dafür, dass die Zeit für einen Song manchmal noch nicht reif ist. «Tribut» enthält nun die älteste Zeile des aktuellen Albums «Mercato», aber auch die neuste: Der Schluss des Refrains war der letzte Teil, den wir für das Album geschrieben haben, ein grosser Spagat also.

Wie klar war die Zusammenarbeit mit den Jugglerz definiert?

Leduc: Manchmal verwischt die Arbeitsteilung zwischen Musik und Text, hier aber haben wir klar vorgängige Versionen gezeigt und festgestellt, dass ihre Skizzen zu unseren passen. Und dann haben wir unseren Text an den neuen Beat von ihnen angepasst.

«Tribut» hat einen vielschichtigen Text darüber, was Songs ausdrücken können und was nicht. Was war der Ausgangspunkt der ursprünglichen Version?

Lo: Die Grundidee ist am Anfang der ersten Strophe zu finden: das Gefühl, ein Liebeslied zu schreiben im Wissen, dass man der Liebe damit nicht gerecht werden kann, dieser Widerspruch. Da heisst es «aber Liebi isch kes Lied»; dies öffnet die Welt für dieses Lied und endet, dass Musik eben doch ein Vehikel ist, um solche Gefühle einzufangen, aber nicht so direkt.
Leduc: Textlich war wirklich schon alles vorhanden in der sehr frühen Version. Mir haben dann den Aspekt der Musik noch verstärkt, dass sie eine Art Datenspeicher von Erinnerungen ist, sogar wenn keine Musik ertönt: Bei Vinyl oder Kassetten kann man sogar die Pausen zwischen den Songs erkennen und in das Gesamte einordnen.

Wie weit haben sich in der Entwicklung des Songs dann euer Text und die Musik der Jugglerz gegenseitig beeinflusst?

Lo: Zuerst haben wir die Tonart ihrer Beat-Skizze angepasst, die ein rund 30-sekündiger Loop ohne Arrangement war. Dann haben wir den Text angepasst und zusammen mit Jonas Lang im Studio das Arrangement festgelegt: die Längen von Strophe, Pre-Chorus etc. Danach mussten wir den Refraintext praktisch neu schreiben, weil der nicht mehr funktionierte. Den Text an die Musik anpassen mussten wir auch am Schluss nochmals, wo die Ursprungsversion der Beat-Skizze zu hören ist.
Leduc: Darin zeigt sich schön, dass die Erinnerung an diesen ursprünglichen Beat zum Song geführt hat.

Oft entwickelt ein Songtext erst mit der Musik seine Wirkung, seinen Sinn. Was trägt die Musik zur Wirkung des eigentlich selbsterklärenden Textes von «Tribut» bei?

Leduc: Sie setzt den Text in einen Kontext; ein schönes Beispiel ist der Moment, wo sie am Schluss bricht und zur Moll-Paralleltonart wechselt: Das Bekannte wechselt in eine Art Parallelwelt.
Lo: Ich glaube schon vorher. Die Stimmung ist nicht traurig, aber es liegt eine gewisse Wehmut in der Musik.
Leduc: Ja, ich habe das Gefühl, dass die sehr konsequente Trap-Ästhetik hilft, eine Art Gegenpol zu schaffen, eine Balance zu finden, damit daraus nicht ein nostalgisches Lied wird, was im Mundartpop viel zu häufig passiert.

«Tribut»
Komposition: Jonas Lang (DJ Jopez), Joachim Piehl (Sir Jai), Martin Willumeit (DJ Meska) (Produzenten-Team bekannt als Jugglerz).
Text: Lorenz Häberli (Lo), Luc Oggier (Leduc).

www.lo-leduc.ch

Swiss Music Awards: SUISA ehrt die Songwriter/innen des «Best Hit»
In der Kategorie «Best Hit» werden an den Swiss Music Awards jeweils die erfolgreichsten nationalen Songs der Schweizer Hitparade des Vorjahres nominiert und das Siegerlied wird während der TV-Show per Publikumsvoting ermittelt. Die SUISA ist dieses Jahr zum ersten Mal Presenting Partner des «Best Hit»-Award und stellt die Arbeit der Songwriterinnen, Songwriter, Textautorinnen und Textautoren des Siegersongs in den Vordergrund. 2022 sind in der Kategorie «Best Hit» die Songs «Tribut», «Show You» und «Nightmare» nominiert. (Text: Giorgio Tebaldi)
www.swissmusicawards.ch
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Am 25. Mai 2022 wird an den Swiss Music Awards per Publikumsvoting auch der «Best Hit» für die beste Komposition ermittelt. Nominiert für die von der SUISA präsentierte Auszeichnung sind Lo & Leduc, Zian und Joya Marleen. Wir haben bei Lo & Leduc nachgefragt, welche Rolle der Text für den Song «Tribut» spielt. Interview von Gastautor Markus Ganz

Lo und Leduc: «Die Musik setzt den Text in einen Kontext»

Lo und Leduc. (Foto: Maximilian Lederer)

Wie wichtig sind eurer Meinung nach die Lyrics für einen Song?

Lo: Darüber kann man sich streiten. In unserem Fall sind sie aber wichtig; ich habe sicher ein grösseres Talent für Texte als für Gesang. Aus unserer Sicht ist Musikmachen mit schweizerdeutschen Texten grundsätzlich anspruchsvoller als mit englischen Texten, weil diese automatisch eine grössere Distanz zum Inhalt schaffen. Und mit Mundarttexten macht man Musik für ein vergleichsweise sehr kleines Publikum.
Leduc: Die Texte…Weiterlesen

«Wenn alles klar verständlich wäre, würde der Text langweilig»

Am 25. Mai 2022 wird an den Swiss Music Awards per Publikumsvoting auch der «Best Hit» für die beste Komposition ermittelt. Nominiert für die von der SUISA präsentierte Auszeichnung sind Joya Marleen, Lo & Leduc und Zian. Wir haben bei Joya Marleen und Thomas Fessler nachgefragt, welche Rolle der Text für den Song «Nightmare» spielt. Interview von Gastautor Markus Ganz

Swiss Music Awards: «Wenn alles klar verständlich wäre, würde der Text langweilig»

Joya Marleen und Thomas Fessler. (Fotos: Rouven Niedermaier; Emanuel Muhl)

Wie wichtig sind eurer Meinung nach die Lyrics für einen Song?

Joya Marleen: Mega wichtig, die Lyrics sind essentiell! Olivia Rodrigo etwa hat sehr schöne, aber auch direkte, krasse Lyrics geschrieben, wo alles zusammenpasst, auch Amy Winehouse hat mich mit der sehr persönlichen Ehrlichkeit ihrer Texte beeindruckt.
Thomas Fessler: Ja, die Lyrics sind sehr wichtig, das zeigt nicht zuletzt, dass ihr Tantièmen-Anteil bei der SUISA 50 Prozent beträgt, also gleich viel wie derjenige der Musik.

Habt ihr eine typische Vorgehensweise beim Schreiben der Songtexte?

Joya Marleen: Ich gehe gerne von Wörtern aus, die irgendwie gut tönen oder eine Idee vermitteln, wohin sich der Song entwickeln soll oder wie eine Geschichte aussieht. Dementsprechend habe ich dann vielleicht drei Wörter, die im Song vorkommen müssen und dazu kommen dann die Gefühle, die dazugehören. Daraus kann sich dann der Song bilden. Aber meistens schreibe ich zuerst die Melodie zu den drei Wörtern.
Thomas Fessler: In diesen Wörtern ist bereits die Stimmung des Songs enthalten. Der Rest ist zunächst «Joghurttext»: unverständlicher oder sinnloser Text für die Stellen, wo der Text noch nicht feststeht.

Der nominierte Song «Nightmare» (Albtraum) zeigt, wie wichtig ein einziges Wort sein kann und bereits viele Emotionen auslösen kann. Joya, brachte das Wort Nightmare die Initialzündung für den Text des gleichnamigen Songs?

Joya Marleen: Ja, zusammen mit «Hold on, hold on», das ergibt schon fast einen Seemanns-Vibe, ein Albtraum auf einem Schiff, diese Atmosphäre passt gut.

Entstand die Musik daraus, quasi aus dem Schaukeln dieser drei Worte?

Thomas Fessler: Joya hatte diesen Refrain, die Kombination dieser Wörter und der Melodie, in einer Vorversion mit dem Smartphone aufgenommen und mir geschickt. Und ich dachte, uh, das ist etwas Besonderes, daraus kann man einen tollen Song machen.
Joya Marleen: Zu Beginn hatte der Song einen starken Reggae-Einschlag …

… der immer noch leicht herauszuhören ist in der rhythmischen Betonung, im Schaukeln dieser drei Wörter …

Beide: Ja!

Joya, wusstest du schon beim Wort «Nightmare», um was es in diesem Song gehen soll? Oder hat sich der Sinn des Songs erst nach und nach entwickelt?

Joya Marleen: Ich wollte, dass aus diesem Wort eine bizarre Stimmung entsteht. Deshalb habe ich diese Person beschrieben, die auf einen Albtraum wartet, weil es ihr langweilig ist. Der Albtraum ist für sie essentiell im Leben, sie sucht eine toxische Herausforderung. Der Song klingt bizarr, ist aber eigentlich sehr melancholisch, trotz der gegensätzlichen Gesangsstelle «Hold on!», und dies erzeugt eine Spannung.

Entstand der Rest des Textes dann parallel zur Musik?

Thomas Fessler: Joya hat während der Musikaufnahme auch am Text gefeilt, hier auf dem Sofa des Regieraums – und ihn dann auf der Heimfahrt im Zug fertig geschrieben, so wie sie es jeweils macht … Der Text hat keine klare Storyline, schafft eher eine Stimmung, ist quirlig und frisch, etwas schräg und auch etwas chaotisch. Das ist auch gut so, denn wenn alles klar verständlich wäre, würde der Text langweilig. Man muss sich beim Zuhören noch etwas vorstellen können.

«Nightmare»
Komposition: Joya Marleen und Thomas Fessler.
Text: Joya Marleen.

www.joyamarleen.com
www.571.ch

Swiss Music Awards: SUISA ehrt die Songwriter/innen des «Best Hit»
In der Kategorie «Best Hit» werden an den Swiss Music Awards jeweils die erfolgreichsten nationalen Songs der Schweizer Hitparade des Vorjahres nominiert und das Siegerlied wird während der TV-Show per Publikumsvoting ermittelt. Die SUISA ist dieses Jahr zum ersten Mal Presenting Partner des «Best Hit»-Award und stellt die Arbeit der Songwriterinnen, Songwriter, Textautorinnen und Textautoren des Siegersongs in den Vordergrund. 2022 sind in der Kategorie «Best Hit» die Songs «Nightmare», «Tribut» und «Show You» nominiert. (Text: Giorgio Tebaldi)
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Die VertonungDie Vertonung Sei es für ein Chorwerk oder einen Song, oft ist man als Komponistin oder Komponist von einem bereits bestehenden Text inspiriert und möchte diesen oder Auszüge daraus für eine Komposition respektive einen neuen Song verwenden. Worauf ist bei der Verwendung von fremden Texten zu achten? Wie erhält man eine Vertonungserlaubnis und welche Punkte sollten darin geregelt sein? Weiterlesen
Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music AwardsAuszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards | mit Video Der Newcomer Nickless und der renommierte Produzent Thomas Fessler gewannen den ersten Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards 2016. Der gemeinsam komponierte Siegersong «Waiting» ist nicht vom Himmel gefallen sondern bedeutete viel Arbeit im Teamwork. Auch bei den Swiss Music Awards 2017 zeichnet die SUISA die Leistung der Komponisten und Textautoren mit einer Auszeichnung aus. Weiterlesen
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Generalversammlung 2022: Endlich wieder von Angesicht zu Angesicht

Nach einer pandemiebedingten Pause findet seit 2019 zum ersten Mal wieder eine Generalversammlung der SUISA mit physischer Präsenz der Mitglieder im Bierhübeli in Bern statt. Die Genossenschafter und Genossenschafterinnen sind aufgefordert, möglichst zahlreich zu erscheinen und über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Text von Andreas Wegelin

Generalversammlung 2022: Endlich wieder von Angesicht zu Angesicht

Nach zweijährigem Unterbruch kann die Generalversammlung 2022 der SUISA am 17. Juni im Bierhübeli Bern wieder mit physischer Präsenz durchgeführt werden. (Foto: Sibylle Roth)

Am Freitag, 17. Juni 2022, um 11 Uhr wird es endlich wieder soweit sein: Nach einer musikalischen Einstimmung durch die Berner Electro-Swing-Gruppe Klischée wird der Präsident des Vorstandes, Xavier Dayer, die diesjährige SUISA-Generalversammlung eröffnen.

Die Mitglieder werden über den Geschäftsgang der SUISA im vergangenen Jahr informiert und sind aufgefordert, das trotz der Pandemie glimpflich ausgefallene Jahresergebnis 2021 (–10% im Vergleich zum Rekordjahr 2019) zu genehmigen. Neben den weiteren statutarischen Geschäften werden auch die Sicherung der Finanzierung der Online-Lizenzierung durch die Tochtergesellschaft Mint Digital Services AG und eine Statutenrevision zur Verbesserung der Corporate Governance zur Diskussion und Beschlussfassung gelangen.

Ersatzwahl, Grussadresse und Deklaration gemäss EU-Richtlinie

Nach 10 Jahren Vorstandszugehörigkeit hat sich das Verlegermitglied Christian Siegenthaler (Management von Patent Ochsner) entschlossen, aus dem Vorstand zurückzutreten. Der Vorstand schlägt als Nachfolger Christian Baumgartner, Unternehmensberater und Investor, vor.

Unser letztes Jahr neu gewähltes Vorstandsmitglied, Ständerätin Johanna Gapany, wird sich mit einer Grussadresse aus der Politik an die Mitglieder wenden.

Schliesslich werden gemäss den Vorschriften der EU-Richtlinie zu den Verwertungsgesellschaften und dem liechtensteinischen Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) erstmals die Deklarationen der Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsleitung offengelegt zu Fragen ihrer Beteiligung an der SUISA, Höhe der Vergütungen/Entschädigungen und zu tatsächlichen oder möglichen Interessenskonflikten.

Stimmberechtigte Mitglieder herzlich willkommen

Die Generalversammlung ist nur für Genossenschafterinnen und Genossenschafter, das heisst stimmberechtigte Mitglieder (siehe Infobox am Ende des Textes), zugänglich. Diese Mitglieder werden bis Ende Mai per Briefpost eine schriftliche Einladung mit den Anmeldeunterlagen erhalten. Die Einladung enthält das Tagesprogramm und zusätzliche Informationen über die an der GV anstehenden Traktanden und Geschäfte.

Ich hoffe, dass Sie möglichst zahlreich an der Generalversammlung teilnehmen, und freue mich zusammen mit meiner Kollegin Irène Philipp Ziebold und meinem Kollegen Vincent Salvadé sowie weiteren Mitarbeitenden der SUISA auf den Austausch mit Ihnen. Endlich wieder von Angesicht zu Angesicht.

Neue Kriterien für stimmberechtigte Mitglieder
Der SUISA-Vorstand hat im Dezember 2020 beschlossen, die Kriterien für stimmberechtigte Mitglieder anzupassen. Urheber/innen und Verleger/innen werden als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen, wenn sie mindestens ein Jahr bei der SUISA Auftraggeber/innen waren und seit ihrer Anmeldung mindestens 3000 Franken ausbezahlt bekommen haben; bislang waren es 2000 Franken. Diese Änderung ist 2021 in Kraft getreten.
Zudem wird das Mitgliedschaftsverhältnis wieder in ein Auftragsverhältnis umgewandelt, wenn ein Mitglied während der letzten zehn Jahre für seine Werke weniger als gesamthaft 3000 Franken Verteilbetrag erhalten hat.
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Neuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISANeuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISA Die SUISA baut seit Jahren ihr Online-Angebot insbesondere für Urheber/innen und Verleger/innen von Musik aus. Der Schlüsselbegriff ist Selfservices: Mitglieder sollen einfach und bequem alle Dienstleistungen der SUISA online abrufen können. Dies spart nicht nur Zeit für die Mitglieder: Die SUISA kann somit auch ihre Effizienz steigern und folglich mehr Geld an die Bezugsberechtigten verteilen. Im 2022 werden auch die Bedingungen für die Mitgliedschaft angepasst. Weiterlesen
Frühlingssitzung des SUISA-VorstandsFrühlingssitzung des SUISA-Vorstands Der SUISA-Vorstand und seine Kommissionen haben am 11./12. April 2022 ihre Frühlingssitzungen durchgeführt. Nach langer Pause erstmals wieder vollständig bei physischer Präsenz am Geschäftssitz der SUISA in Zürich. Weiterlesen
Generalversammlung 2021: Ständerätin Johanna Gapany in den Vorstand der SUISA gewähltGeneralversammlung 2021: Ständerätin Johanna Gapany in den Vorstand der SUISA gewählt Zum zweiten Mal in Folge fand die Generalversammlung der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Insgesamt haben 1’486 Komponisten, Textautoren, Musikverleger und Erben per Brief oder E-Mail abgestimmt und gewählt. Weiterlesen
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