«Musicians in Conversation»: Podcast von Helvetiarockt

Unter dem Titel «Musicians in Conversation» lancierte Helvetiarockt, die Schweizer Koordinationsstelle und Vernetzungsplattform für Musikerinnen im Jazz, Pop und Rock, im Dezember 2020 eine Podcast-Reihe. Ab Freitag, 7. Januar 2022, läuft die zweite Staffel. Im Zentrum steht das Sichtbarmachen von Vorbildern sowie die Vernetzung innerhalb der Schweizer Musikszene. Die SUISA ist Partnerin der neuen Podcast-Reihe. Text von Giorgio Tebaldi

«Musicians in Conversation»: Podcast von Helvetiarockt

In der ersten Episode des Helvetiarockt-Podcasts spricht die Musikerin und Tontechnikerin Anna Murphy über den kreativen Prozess beim Songwriting und ihren Weg zur Tontechnikerin – und ermuntert andere Frauen dazu, ebenfalls einen Weg in die Musikproduktion einzuschlagen. (Foto: Valentina Mahler)

Anna Murphy, La Nefera, Jessiquoi und Jasmin Albash – dies sind einige der weiblichen, non-binären, trans oder intersex Musiker/innen und DJs, die in der zweiten Staffel des Podcasts «Musicians in Conversation» von Helvetiarockt zu Wort kommen. Im Podcast wird über Musik im Allgemeinen, kreative Prozesse und Erfahrungen im Musikbusiness gesprochen. Mit diesem Angebot will Helvetiarockt für Musiker/innen eine Vielzahl an Vorbildern schaffen.

Die Podcast-Gäste und ihre Geschichten haben Vorbildcharakter und machen Mut. Sie zeigen auf, dass es verschiedene Wege und Möglichkeiten gibt, sich in der Musikwelt professionell zu bewegen, und dass niemand allein ist, der diesen Schritt wagen will. Der Podcast richtet sich allerdings nicht nur an aufstrebende Musiker/innen, sondern will grundsätzlich inspirieren und erlaubt allen – auch Nicht-Musiker/innen – einen Blick hinter die Kulissen des Musikbusiness.

Die Interviews führt die in Genf ansässige Londoner Musikerin, DJ und Journalistin Natalia Anderson. «Wir versuchen zu entmystifizieren und aufzuzeigen, wie unterschiedlich man sich in der Musik involvieren kann», wird Natalia Anderson in der Medienmitteilung von Helvetiarockt zitiert. «Mit dem Podcast machen wir unterrepräsentierte Gruppen in der Schweizer Musikszene sichtbar – in all ihren Facetten.»

Frauen in der Musikbranche

In der Schweizer Musikszene sind Frauen gegenüber den männlichen Kollegen in der Minderheit: Der Anteil Musikerinnen auf Schweizer Bühnen beträgt laut Helvetiarockt gerade mal 11%, in der Musikproduktion sind es mit 2% sogar noch weniger.

Dies widerspiegelt sich auch beim Anteil weiblicher SUISA-Mitglieder: Dieser beträgt aktuell 19 Prozent. Auch wenn die Tendenz leicht steigend ist – in den letzten Jahren lag der Frauenanteil bei den Neumitgliedern der SUISA jeweils bei 21% (2018, 2019) respektive 23% (2020) und zuletzt im 2021 bei 26% Prozent –, so gibt es in der Schweizer Musikbranche verglichen zum weiblichen Bevölkerungsanteil von über 50 Prozent aber nach wie vor ein Ungleichgewicht.

Der Podcast von Helvetiarockt will diesen (noch) kleineren Teil der Musikschaffenden sichtbar machen und aufstrebende Musiker/innen auf ihrem Weg ins Musikbusiness unterstützen und stärken.

Die SUISA ist Partnerin von Helvetiarockt

Die SUISA ist Partnerin für die zweite Staffel von «Musicians in Conversation». Sie unterstützt Helvetiarockt seit 2019 im Rahmen eines Sponsoring-Engagements finanziell und hinsichtlich Visibilität.

Die zweite Staffel des Podcasts läuft ab Freitag, 7. Januar 2022 und erscheint zweiwöchentlich. In der ersten Episode des Helvetiarockt-Podcasts spricht die Musikerin und Tontechnikerin Anna Murphy über den kreativen Prozess beim Songwriting und ihren Weg zur Tontechnikerin – und ermuntert andere Frauen dazu, ebenfalls einen Weg in die Musikproduktion einzuschlagen.

Die Podcasts «Musicians in Conversation» von Helvetiarockt findet ihr hier:
www.helvetiarockt.ch/podcasts

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Unter dem Titel «Musicians in Conversation» lancierte Helvetiarockt, die Schweizer Koordinationsstelle und Vernetzungsplattform für Musikerinnen im Jazz, Pop und Rock, im Dezember 2020 eine Podcast-Reihe. Ab Freitag, 7. Januar 2022, läuft die zweite Staffel. Im Zentrum steht das Sichtbarmachen von Vorbildern sowie die Vernetzung innerhalb der Schweizer Musikszene. Die SUISA ist Partnerin der neuen Podcast-Reihe. Text von Giorgio Tebaldi

«Musicians in Conversation»: Podcast von Helvetiarockt

In der ersten Episode des Helvetiarockt-Podcasts spricht die Musikerin und Tontechnikerin Anna Murphy über den kreativen Prozess beim Songwriting und ihren Weg zur Tontechnikerin – und ermuntert andere Frauen dazu, ebenfalls einen Weg in die Musikproduktion einzuschlagen. (Foto: Valentina Mahler)

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Neuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISA

Die SUISA baut seit Jahren ihr Online-Angebot insbesondere für Urheber/innen und Verleger/innen von Musik aus. Der Schlüsselbegriff ist Selfservices: Mitglieder sollen einfach und bequem alle Dienstleistungen der SUISA online abrufen können. Dies spart nicht nur Zeit für die Mitglieder: Die SUISA kann somit auch ihre Effizienz steigern und folglich mehr Geld an die Bezugsberechtigten verteilen. Im 2022 werden auch die Bedingungen für die Mitgliedschaft angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold und Claudia Kempf

Neuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISA

Die SUISA baut laufend ihre Online-Dienstleistungen für Mitglieder wie Kunden/innen in Richtung Selfservices aus. (Foto: PopTika / Shutterstock.com)

Im Juni 2021 hat die SUISA einen Meilenstein für ihre Mitglieder gesetzt: Mit der Lancierung des Royalty Reports erhalten die Urheber/innen und Verleger/innen von Musik dank leicht verständlichen Grafiken einen raschen Überblick über die Entwicklung der Urheberrechtseinnahmen der letzten fünf Jahre. Zudem ermöglicht das Tool per Mausklick individuelle Auswertungen.

Selfservices: Online-Dienstleistungen werden laufend ausgebaut

Mit dieser Neuerung hat die SUISA einen grossen Schritt in Richtung Selfservices gemacht: Mitglieder wie Kundinnen und Kunden sollen möglichst einfach via Internet alle für sie relevanten Informationen und Dienstleistungen der SUISA erhalten. Seit einigen Jahren baut die SUISA zu diesem Zweck ihre Online-Dienstleistungen laufend aus. Zukünftig werden die Urheber/innen, Verleger/innen sowie auch die Nutzer/innen von Musik immer mehr Dienstleistungen einfach und bequem über Webportale nutzen können. Die SUISA wird zeitnah auf ihren Kanälen über neue Dienstleistungen informieren.

Davon profitieren zum einen die Mitglieder: Statt mit zeit- und kostenaufwändigen Anfragen über Telefon, Brief oder E-Mail können im persönlichen Zugang zum Mitgliederportal «Mein Konto» sämtliche Daten über das Auftragsverhältnis mit der SUISA online abgerufen werden. Zum anderen profitiert auch die SUISA davon, in dem sie Zeit und Kosten für Beratung via Telefon, E-Mail oder Post spart. Was wiederum den Urhebern/innen und Verlegern/innen Vorteile bringt, da die SUISA dank der Kosteneinsparungen mehr Geld an die Bezugsberechtigten verteilen kann.

Neue Kriterien für stimmberechtigte Mitglieder

Der SUISA-Vorstand hat im Dezember 2020 beschlossen, die Kriterien für stimmberechtigte Mitglieder anzupassen. Urheber/innen und Verleger/innen werden als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen, wenn sie mindestens ein Jahr bei der SUISA Auftraggeber/innen waren und seit ihrer Anmeldung mindestens 3000 Franken ausbezahlt bekommen haben; bislang waren es 2000 Franken. Diese Änderung ist 2021 in Kraft getreten.

Zudem wird das Mitgliedschaftsverhältnis wieder in ein Auftragsverhältnis umgewandelt, wenn ein Mitglied während der letzten zehn Jahre für seine Werke weniger als gesamthaft 3000 Franken Verteilbetrag erhalten hat. Diese Anpassung erfolgt gemäss Ziff. 5.5.4 der SUISA-Statuten:

5.5 Die Mitgliedschaft erlischt:
[…]
5.5.4 durch die Umwandlung der Mitgliedschaft in ein Auftragsverhältnis, wenn die an das Mitglied ausbezahlten Entschädigungen während zehn Jahren den vom Vorstand der SUISA festgesetzten Mindestbetrag nicht erreichen; […]

Auftraggeber/innen sind den stimmberechtigten Mitgliedern in Bezug auf das Finanzielle gleichgestellt. Sie haben – wie die Mitglieder – den gleichen Anspruch auf Lizenzierung und Verteilung der Einnahmen auf die Werke, die gesendet, aufgeführt, vervielfältigt oder online genutzt werden. Hingegen haben sie kein Stimmrecht an der Generalversammlung der Genossenschaft.

Veränderte Mitgliederstruktur der SUISA

Grund für diese Anpassung ist die heutige Mitgliederstruktur der SUISA: Ende 2020 zählte die SUISA über 12 000 stimmberechtigte Mitglieder und fast 28 000 Auftraggeber/innen. Von diesen über 40 000 Bezugsberechtigten generieren lediglich knapp 60% Einnahmen aus der Nutzung ihrer Werke. Mehr als ein Drittel der Auftraggeber/innen und Mitglieder erhält gar nie eine Abrechnung, weil deren Werke weder aufgeführt, aufgenommen, gesendet noch online genutzt werden. Auch von den über 12 000 stimmberechtigten Mitgliedern hat fast die Hälfte in den letzten Jahren kaum Urheberechtseinnahmen generiert.

Obwohl die SUISA für diese Mitglieder hinsichtlich Einkommen kaum von Bedeutung ist, konnten auch sie an der SUISA-Generalversammlung über die Geschicke der Genossenschaft entscheiden. In Zukunft sollen ausschliesslich diejenigen Mitglieder, für welche die SUISA eine wesentliche Einnahmequelle darstellt, über die an der Generalversammlung vorgelegten Themen der SUISA beschliessen können.

Diejenigen Mitglieder, welche die genannten Bedingungen nicht erreichen, werden wieder zu Auftraggeber/innen ohne Stimmrecht an der Generalversammlung. Die Betroffenen erhalten im Januar 2022 einen Brief, in dem sie persönlich darüber informiert werden.

Registrieren Sie sich jetzt für «Mein Konto»

Profitieren Sie von den Online-Dienstleistungen der SUISA und registrieren Sie sich jetzt auf dem Mitgliederportal «Mein Konto»: www.suisa.ch/mein-konto. Hier erhalten alle Bezugsberechtigen, Mitglieder wie Auftraggeber jederzeit (7 x 24 Stunden) Auskunft über ihre Abrechnungen und können Werke anmelden oder Nachforschungen anstossen.

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Residuals aus Online-Einnahmen – was ist das und wie partizipiere ich daran?

Mitte Dezember erhalten unsere Mitglieder die vierte Abrechnung ihrer Online-Einnahmen in diesem Jahr. Aber dieses Mal gibt’s noch etwas oben drauf! Dieser Zustupf stammt aus den sogenannten «Residuals», über deren Verteilung der SUISA-Vorstand im Herbst 2021 entschieden hat. In diesem Zusammenhang lautet der wichtigste Ratschlag: Alle Werke so früh wie möglich bei der SUISA anmelden! Text von Anke Link

Residuals aus Online-Einnahmen – was ist das und wie partizipiere ich daran?

Aufgrund einer internationalen Vereinbarung mit den Online-Musikplattformen hat die SUISA ihre Verteilregeln im Bereich der Online-Einnahmen ergänzt. (Foto: MandriaPix / Shutterstock.com)

Bei «Residuals» handelt es sich um von den Online-Musikplattformen bezahlte Beträge für Werke oder Werkteile, die von keiner Verwertungsgesellschaft beansprucht wurden. Der Grund dafür ist häufig, dass die Werke oder Werkteile nicht von den Urhebern/innen oder Verlegern/innen bei ihrer Verwertungsgesellschaft angemeldet sind. Denn nur für angemeldete und vollständig dokumentierte Werke kann die SUISA über die SUISA Digital Licensing AG (SUDL) von der Plattform eine Entschädigung fordern. Deshalb ist es wichtig, dass Werke so rasch wie möglich angemeldet werden! Am besten noch bevor sie online veröffentlicht werden (Details dazu auch im Blogbeitrag «Die Praxis der Online-Lizenzierung verlangt frühzeitiges Anmelden der Werke» vom 29. Oktober2020).

Internationale Regeln zum Umgang mit «Residuals»

Im Sommer 2020 wurden in einer internationalen Arbeitsgruppe, bestehend aus Verwertungsgesellschaften (auch die SUISA hat mitgewirkt), Majorverlagen und den wichtigsten Plattformen verbindliche Regelungen zum Umgang mit den «Residuals» vereinbart: Das Geld, das auf nicht beanspruchte Werke oder Werkteile entfällt, wird auf alle Lizenzgeber/innen einer Plattform aufgeteilt und zwar im Verhältnis zum jeweiligen Marktanteil. Die SUISA erhält so für jedes Territorium, für das sie Lizenzen an eine Plattform erteilt, einen Anteil entsprechend der Bedeutung ihres Repertoires im Verhältnis zu den anderen in diesem Land genutzten Repertoires.

Auch deshalb ist es wichtig, dass die Werke so rasch wie möglich angemeldet werden, denn damit steigt der Repertoire-Anteil der SUISA. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass sich die Mitglieder gegenüber der SUISA ohnehin vertraglich zur Anmeldung ihrer Werke innerhalb einer bestimmten Frist verpflichten: bei Urhebern/innen innerhalb eines Monats nach der Entstehung des Werks und bei Verlegern/innen innerhalb eines Monats nach dessen Veröffentlichung.

Über SUISA Digital Licensing wird es nun möglich, auch nach Ablauf einer bereits abgerechneten Nutzungsperiode noch Rechnung für diesen Zeitraum zu stellen, und dies bis maximal 18 Monate nach Ende der Nutzungsperiode. Für Werke, die innerhalb von dieser Frist vollständig bei der SUISA angemeldet werden, wird SUDL so noch die entsprechende Vergütung durch die Plattform verlangen können.

Erst wenn die Frist, innerhalb der noch nachträglich Rechnung gestellt werden kann, abgelaufen ist, werden die «Residuals» ermittelt. Das heisst: Die Beträge für Werke oder Werkteile, die dann noch immer von keiner Verwertungsgesellschaft beansprucht wurden, werden von den Online-Musikplattformen an alle ihre Lizenzgeber/innen nach deren Repertoireanteil bezahlt.

Änderung im Verteilungsreglement der SUISA

Bisher hatte nur iTunes «Residuals» an die SUISA bezahlt. Mit der im Sommer 2020 erzielten Vereinbarung ziehen nun weitere grosse Plattformen nach. Damit wurde eine verbindliche Regelung im Verteilungsreglement der SUISA erforderlich, über die der Vorstand der SUISA im September 2021 entschieden hat. Sie findet nun erstmals für die vierte Online-Abrechnung 2021 Anwendung.

Die SUISA verteilt ihren Anteil an den «Residuals» als pauschalen Zuschlag auf die laufenden Online-Abrechnungen. Im Gegensatz zu Einnahmen für nicht oder nicht vollständig dokumentierte Werke, die offline genutzt werden (z. B. bei Konzerten), werden die «Residuals» nicht für eventuelle Nachverrechnungen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgestellt.

Der Grund dafür liegt zum einen in unverhältnismässig hohen Kosten, die solche werkbezogene Nachverrechnungen im Online-Bereich verursachen würden.Zum anderen haben unsere Analysen ergeben, dass diejenigen Werke, die erst nach Ablauf der 18-monatigen Frist noch vollständig angemeldet werden, nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung haben. Übrigens stellen auch unsere ausländischen Schwestergesellschaften die «Residuals» nicht längerfristig von der Verrechnung zurück.

Ob Online- oder Offline-Nutzung: Eine schnelle Werkanmeldung ist in jedem Fall vorteilhaft, denn sie erleichtert eine schnelle Zahlung der Lizenzeinnahmen. Verspätete Werkanmeldungen bergen hingegen immer das Risiko von Einkommensverlusten für die jeweiligen Bezugsberechtigten. Auch entstehen dadurch zusätzliche Kosten für die SUISA – zum Nachteil für alle Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber.

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Herbstsitzung des SUISA-Vorstands

Der Vorstand und seine Kommissionen für Tarife und Verteilung sowie für Organisation und Kommunikation haben sich am 29.und 30. September 2021 in Lausanne zu den Herbstsitzungen getroffen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Herbstsitzung des SUISA-Vorstands

Der SUISA-Vorstand hat an seiner Herbstsitzung Francine Jordi (im Bild) neu in den Stiftungsrat der FONDATION SUISA gewählt. (Foto: Thomas Buchwalder)

Glücklicherweise erlaubte es die epidemiologische Situation, dass sich die Mitglieder des SUISA-Vorstands und die Geschäftsleitung wieder physisch treffen konnten. Ausgerechnet das an der Generalversammlung 2021 neu in den Vorstand gewählte Mitglied, Ständerätin Johanna Gapany, konnte jedoch wegen ihrer Teilnahme an der Session der Eidgenössischen Räte in Bern nur per Video und nur an der Sitzung der Kommission für Organisation und Kommunikation (O+K) teilnehmen. Der Sitzungskalender 2022 wird auf die Sessionstermine Rücksicht nehmen.

Kostenträgerrechnung

Der Vorstand beschäftigte sich wie jedes Jahr in der Herbstsitzung mit dem Ergebnis der Kostenträgerrechnung 2020. Anhand der Kostenträgerrechnung kann festgestellt werden, wie hoch der Aufwand für Inkasso und Verteilung bei jedem Tarif im Einzelnen ist.

Bekanntlich wird den Bezugsberechtigten bei den Abrechnungen ein fixer Prozentsatz als Kostenbeitrag für den Aufwand der SUISA beim Inkasso und bei der Verteilung abgezogen. Dieser Prozentsatz, er beträgt bei den Aufführungs- und Senderechten 15%, ist eine Mischrechnung in Bezug auf die effektiven Kosten. So ist beispielsweise das Inkasso im Bereich von Musiknutzungen im Gastgewerbe (GT H) oder zu Tanz- und Unterhaltung (GT Hb) aufwändiger als das Inkasso bei den Radiosendern (Tarif A und GT S).

Mittels der Kostenträgerrechnung werden diese Unterschiede sichtbar, und es kann auch in der zeitlichen Dimension aufgezeigt werden, ob sich die Kosten für einen bestimmen Tarif dank Spar- und Rationalisierungsmassnahmen nach unten entwickeln. Das Ergebnis der Kostenträgerrechnung 2020 war etwas getrübt von der schwierigen Einnahmensituation wegen der Pandemie; weniger Einnahmen aber trotzdem Kosten, welche nicht im selben Masse reduziert werden konnten.

Strategie

Alljährlich in der Herbstsitzung befasst sich der Vorstand mit der Strategie der SUISA. Das entsprechende Grundlagenpapier wurde 2019 erstellt. Es ging nun darum zu überprüfen, ob die festgelegten strategischen Ziele immer noch gleich zu gewichten sind und sinnvoll erreicht werden können.

Aufgrund der Pandemie wurden leichte Anpassungen vorgenommen; die grundsätzliche strategische Haltung «Behauptung im zunehmenden Wettbewerb durch hohe Erträge bei hohem Kostenbewusstsein und bester Servicequalität» bleibt aber gleich.

Sondersitzung zum Thema Online-Nutzungen

In Bezug auf die Strategie des Unternehmens wird sich der Vorstand Ende November in einer Sondersitzung mit dem Thema Online-Nutzungen beschäftigen. Anlass ist unter anderem auch das fünfjährige Bestehen von Mint Digital Services, dem Joint Venture mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC.

Für diese Sondersitzung hat der Vorstand eine Tagesordnung genehmigt und die Schwerpunkte festgelegt. Ziel ist es, die Bedürfnisse und Erwartungen der SUISA-Mitglieder zu definieren und durch geeignete Massnahmen bei Mint Digital Services und der SUISA-Gruppe zu erfüllen.

Verteilung «Residuals»

Änderungen im Verteilungsreglement müssen im Normalfall vom Institut für Geistiges Eigentum (in der Schweiz) und dem Amt für Volkswirtschaft (in Liechtenstein) genehmigt werden. Bei den Regeln für die Verteilung der Einnahmen aus der Online-Lizenzierung ist die Zuständigkeit anders: Die Verwertung der Online-Rechte steht nicht unter Bundesaufsicht. Deswegen fallen entsprechende Verteilungsreglementsänderungen ausschliesslich in den Kompetenzbereich der Verteilungs- und Werkkommission und des Vorstands der SUISA.

Im Rahmen dieser Kompetenz hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 30. September 2021 eine Änderung resp. Revision der Ziffer 5.6.1 des Verteilungsreglements hinsichtlich der Verteilung der von Online-Plattformen bezahlten «Residuals» beschlossen. Bei «Residuals» handelt es sich um von Online-Musikplattformen bezahlte Beträge für Werke oder Werkteile, deren Bezugsberechtigte nicht gefunden werden konnten und deswegen keine Verwertungsgesellschaft Ansprüche geltend gemacht hat.

Solche Schwierigkeiten ergeben sich vor allem dann, wenn Musikwerke nicht rechtzeitig angemeldet wurden. Für diese Fälle zahlen die Online-Provider nach 18 Monaten «Residuals» an die Verwertungsgesellschaft jenes Landes aus, in dem die Werke genutzt wurden.

Mit den Onlinemusik-Provider wurde ein sogenanntes «Multistage invoicing» vereinbart: Die Nutzungsdaten eines Abrechnungszeitraums werden nach 90 und nach 180 Tagen nochmals gegen die Werkdatenbank gematcht. In dieser Zeit sind Nachmeldungen von Werken möglich und führen dann zu einer Verteilung auf das nachgemeldete Werk.

Der Vorstand hat beschlossen, dass nach 180 Tagen die Zahlungen für nicht identifizierte Werke (die «Residuals») den anderen genutzten Werken in der entsprechenden Abrechnungsperiode zugeschlagen werden. Die Alternative, dass bis zu fünf Jahre nach der Nutzung noch unidentifizierte Werke gemeldet werden können und auf diese verteilt wird, hat der Vorstand aus Kostengründen verworfen. Es ist also wichtig, dass neue Titel möglichst rasch angemeldet werden, damit Online-Nutzungen auch möglichst genau verteilt werden können.

Francine Jordi in den Stiftungsrat der FONDATION SUISA gewählt

Der Vorstand der SUISA ist das Wahlgremium des Stiftungsrates der FONDATION SUISA, der Musikförderstiftung der SUISA. In der Herbstsitzung hat der Vorstand Francine Jordi neu in den Stiftungsrat gewählt.

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Ein unscheinbares Medium, das mehr Beachtung verdient

Die Schweizer Musikzeitung ist weit mehr als ein Mitteilungsblatt schweizerischer Musikverbände. Sie hat sich zu einer anregenden Plattform entwickelt, auf der Genre-, Sprachen- und Regionen-übergreifend über musikalische Themen berichtet wird. Text von Gastautor Markus Ganz

Schweizer Musikzeitung: Ein unscheinbares Medium, das mehr Beachtung verdient

Die Schweizer Musikzeitung versteht sich als Plattform der vielfältigen Schweizer Musikszene. (Grafik: Hubert Neidhart / SMZ)

Seit bald 24 Jahren erscheint die Schweizer Musikzeitung (SMZ) – eine lange Zeit, in der sich die Medienwelt radikal verändert hat, Stichwort Internet. Da fragt sich: Warum braucht es diese Zeitung noch, die trotz Online-Präsenz neunmal jährlich auf Zeitungspapier gedruckt wird? Oder anders gefragt: Wie würde man die Notwendigkeit dieses Fachblatts begründen, wenn es noch nicht existieren würde und man ein solches Projekt lancieren wollte?

Katrin Spelinova, die die SMZ seit 2007 als Chefredaktorin leitet, zögert keinen Moment: «Es braucht in der Schweiz eine Stimme für die Musik, eine, die auch ausserhalb der Welt der Musik wahrgenommen wird.» Damit spielt sie darauf an, dass die Politik eine einzige Stimme der Musikverbände wünsche.

Solide Basis

Tatsächlich hängt die Gründung der SMZ mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) zusammen. «1998 änderte das BAK seine Strategie und kürzte Musikverbänden finanzielle Beiträge», erklärt Katrin Spelinova. «Ein Argument war, die Musikverbände sollten doch ihre Zeitschriften zusammenlegen.» So geschah es. Mittlerweile ist die SMZ offizielles Mitteilungsorgan von 12, inklusive Unterorganisationen sogar von rund 30 Musikverbänden. Die SUISA ist mit der SMZ partnerschaftlich verbunden und nutzt den Publikationskanal, um ihre Themen in Zusammenhang mit Urheberrechten an Musik und der Genossenschaft zusätzlich zu streuen.

Katrin Spelinova betont, dass die SMZ keine Subventionen vom BAK erhalte. «Wir wurden aber von der Pro Helvetia unterstützt, als wir mit dem Relaunch 2013 auch den Online-Auftritt erneuerten. Sonst tragen uns die Verbände und das Inserategeschäft, das für uns sehr wichtig ist.» Die Art der Finanzierung durch die Verbände ist seit dem Relaunch 2013 gleichgeblieben. «Es ist ein zweistufiges Finanzierungsmodell. Die Verbände buchen jährlich ein Seitenpaket, das ihrem Bedarf entspricht, in der Regel fünf, neun oder 18 Seiten pro Jahr. Der zu zahlende Betrag richtet sich aber nicht nur nach der Anzahl dieser Seiten, sondern auch nach der Anzahl registrierter Abonnements der Verbandsmitglieder.» Wobei man sagen müsse, dass der Maximalpreis für ein solches Verbands-Jahresabo nur gerade fünf Franken betrage, was knapp das Porto decke. «Diese Einnahmen machen 25-30% unserer Gesamteinnahmen aus, der Rest kommt von Inseraten sowie den normalen Abos, die Fr. 70.- kosten.» Der Hauptteil der rund 18’500 Abos (WEMF 2021) geht an die Verbände.

Die rund 16 bis 20 Seiten der Verbände pro Ausgabe, die passend als «Basis» bezeichnet werden, sind kein Handicap für die Glaubwürdigkeit der SMZ. Einerseits sind sie grafisch klar abgegrenzt vom Mantelteil der Redaktion. Andererseits beinhalten sie nicht nur — naturgemäss oft eher trockene — Verbandsmitteilungen, sondern immer wieder auch spannende Artikel, etwa über die Tradition und Bedeutung der Musikkritik (Nr. 5/2021) oder den hinreissend beschriebenen «Don-Juan-Taumel: Russische Pianisten – Gendern nicht nötig – und die Paraphrasen über Mozart-Opern von Liszt» (Nr. 6/2021).

Schweizer Musikzeitung: Katrin Spelinova

Katrin Spelinova, Chefredaktorin der SMZ seit 2007. (Foto: SMZ)

Katrin Spelinova betont zudem: «Im von der Redaktion produzierten Mantelteil versuchen wir so unabhängig wie möglich zu sein.» Der Mantelteil ist selbsterklärend in die Bereiche «Focus», «Critiques», «Resonance», «Campus» und «Service» aufgeteilt. Das Filetstück der gedruckten Ausgabe ist der Themenschwerpunkt («Focus»), der online nicht publiziert wird. Hier kann man jeweils mehrere vertiefende Texte zu Themen wie «Hausmusik», «Portemonnaie», «Stimme», «Tiere», «Pause», «Corona», «Nebenfiguren» lesen.

Inhalt ohne Stilgrenzen

Zentral für den Inhalt ist die Ausrichtung auf das Zielpublikum. Katrin Spelinova: «Damit sind eindeutig die aktiv Musizierenden gemeint, ob Profis oder Amateure, ob aus Orchestern oder Bands, inklusive den Unterrichtenden und den Eltern von Musikschülern, auch Leute, die grundsätzlich an der Musik interessiert sind.» Entscheidend für die Themenwahl ist, dass die Schweizer Musikzeitung als Plattform der Schweizer Musikszene gedacht ist. «Wir berichten über alles, was die Musik in der Schweiz betrifft, sei es Unterricht, Vorführungen, Tonträger oder das Leben der Musikschaffenden – und zwar nicht das der Stars, das schon in anderen Medien abgehandelt wird. Wir möchten, dass die Leserschaft auch hinter die Kulissen sehen kann, dass sie Anstösse erhält, um ganz allgemein über die Musik nachzudenken.»

In den letzten Jahren wurde das stilistische Spektrum – und damit auch die Zielgruppe – zunehmend auf Jazz und Pop/Rock ausgeweitet. Katrin Spelinova will an dieser Erweiterung festhalten. «Es ist auch eine Erfahrung der Musikschulen, dass man mit dem Schubladendenken – der Einteilung in Klassik, Jazz, Pop/Rock, Weltmusik etc. – nicht weiterkommt, nicht zuletzt auch, weil sich die Stile vermischen.» Online mache man diese Unterteilung zwar noch, um den Zugriff zu vereinfachen. «Aber ich hoffe, dass dieses Schubladendenken dereinst wegfällt, dass man einfach nur noch über Musik und was dazugehört redet und schreibt.»

Katrin Spelinova bestätigt allerdings den Eindruck, dass die SMZ im Bereich klassischen Musikschaffens gut bekannt ist, in den Bereichen Pop/Rock und Jazzbereich aber deutlich weniger, trotz publizistischen Anstrengungen mit Stories aus diesen Bereichen. Sie ist aber optimistisch: «Durch die Fusion des Schweizerischen Tonkünstlervereins mit dem Verein Musikschaffende Schweiz und anderen Verbänden zu Sonart haben wir nun mehr Leserinnen und Leser aus diesem Bereich, und das wird sicher noch zunehmen.»

Das Zeitungsformat und die etwas brave und trockene Gestaltung sind aber ein Handicap bei einem eher jüngeren Publikumssegment, das sich vor allem im Internet bewegt und eine attraktivere, farbige Gestaltung gewöhnt ist. Das ist sich auch Katrin Spelinova bewusst. «Das ist sicher ein Punkt, den wir verstärkt beachten müssen, besonders um die Studierenden der Musikhochschulen mehr auf die SMZ aufmerksam zu machen. Wir versuchen, auf den Social-Media-Kanälen Instagram, Facebook und Twitter präsent zu sein. Aber wenn solche Auftritte wirklich überzeugen sollen, bedingt dies einen enormen Aufwand.»

Print trotz Online-Präsenz

Es fragt sich ohnehin, weshalb die SMZ trotz ausgebauter Online-Präsenz noch eine gedruckte Zeitung herausgibt, ist das nicht anachronistisch? Katrin Spelinova betont, dass man die SMZ auch als E-Paper abonnieren könne, doch dieser Anteil sei verschwindend klein, betrage weniger als ein Prozent der Leserschaft. «Es ist absolut wichtig, dass diese Zeitung in den Briefkasten kommt, damit die Leserinnen und Leser – neunmal im Jahr – daran erinnert werden, was ihr Verband für sie tut. Durch unseren recht ausgebauten Mantelteil haben sie auch die Gelegenheit, etwas zu lesen über Aspekte, nach denen sie nicht aktiv im Internet suchen würden, weil es gar nicht auf dem Radar ist.» Hinzu komme ein geschäftlicher Grund: «Online könnten wir uns nicht finanzieren – das Inserategeschäft läuft hauptsächlich immer noch über die Print-Ausgabe.»

Schweizer Musikzeitung: Druckerei

Die SMZ wird neben der ausgebauten Online-Präsenz weiterhin neunmal jährlich auf Zeitungspapier gedruckt. (Foto: Pia Schwab / SMZ)

Entsprechend fragt sich, wie sich Online- und Print-Version unterscheiden. Katrin Spelinova: «Da wir nur noch neun Mal jährlich erscheinen, können wir in der Sommerpause einen aktuellen Bericht online bringen, der bei der nächsten Print-Ausgabe im September zu spät käme. Und, sehr wichtig, wir können längere Texte, die im Heft nicht mehr Platz haben, im Heft anteasern und mit einem QR-Code auf die integrale Online-Version verweisen. Dadurch erhalten wir Spielraum.»

Interessant ist die Chat-Seite im Printteil, wo sich zwei Persönlichkeiten zu einem Thema austauschen. Dies hat vor allem online Potential, um Diskussionen anzustossen, indem der Chat als moderierte Online-Diskussionsplattform ausgebaut würde, die regelmässig ein Thema setzt, das von Fachleuten kontrovers erörtert wird und dann von der Leserschaft weiterdiskutiert werden kann. Darin sieht auch Katrin Spelinova eine Chance. «Wir haben relativ wenig direktes Feedback, auch nicht über die Kommentarfunktion. Letztes Jahr haben wir zum Beethoven-Jubiläum jede Woche ein Werk vorgestellt und die Leser aufgefordert, ihre Beziehungen zu oder ihre Erfahrungen mit dieser Komposition kundzutun. Aber es ging sehr wenig, wir konnten nur wenig vom Publikum spüren.»

Brückenfunktion zwischen Sprachen und Regionen

Dank der Online-Präsenz sind News auch wirklich News. Hier zeigt sich die Qualität der SMZ durch eine sorgfältige Auswahl, etwa mit Hinweisen zu Erkenntnissen aus der Musikforschung. Katrin Spelinova betreut vor allem, was die Verbände betrifft, und wird bestens von Wolfgang Böhler unterstützt, der vielen Leuten noch vom Online-Magazin «Codex flores» bekannt sein dürfte. «Er hat einen sehr guten Überblick über das, was in der Kulturpolitik in den Kantonen und Gemeinden geschieht.» Hinzu kommen News von Jean-Daniel Humair, der in Lausanne den französischen Teil der SMZ betreut; im Redaktionsteam wirkt zudem Pia Schwab mit. «Aber es ist ein Kapazitätsproblem, den französischen Teil ebenso ausgiebig zu betreuen wie den deutschen Teil.»

Italienische Texte sind denn auch die grosse Ausnahme, obwohl der Austausch zwischen den Regionen und Sprachen hochgehalten wird. «Wir versuchen es, weil die Brückenfunktion der SMZ wichtig ist. Man darf aber nicht vergessen: Für Tessiner Musikschaffende kann es interessanter sein, wenn man über sie auf Deutsch berichtet, damit sie in der Deutschschweiz besser wahrgenommen werden. Wir haben denn auch letztes Jahr über das Tessin als Randregion berichtet, dieses Jahr wird es der Jura sein, nächstes Jahr Graubünden.»

Wünschenswert wären auch mehr Rezensionen, die gemäss Katrin Spelinova für Musikschaffende wichtig sind. «Entscheidend für uns ist, dass CDs einen Schweizer Bezug haben und nicht von Superstars stammen, die ohnehin schon überall präsent sind. Zudem sollten Konzertbesprechungen – wenn möglich – eine Strömung oder ein Phänomen mit mehreren Beispielen widerspiegeln. Konkret gab es in einer der letzten Ausgaben einen Text über neue Streichquartette von Schweizer Komponistinnen, die innerhalb von zwei Wochen in Brunnen und in Zürich aufgeführt wurden. So kann man auch noch einen Kontext vermitteln, was weit mehr bringt als eine reine Konzertkritik.»

Die beteiligten Musikverbände:
Eidgenössischer Orchesterverband (EOV), Forum Musik Diversität (FMD), Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS), Musikhochschule Kalaidos, Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb & Arosa Kultur (SJMW), Schweizerische Musikforschende Gesellschaft (SMG), Schweizerische Gesellschaft für Musik-Medizin (SMM), Schweizerischer Musikpädagogischer Verband (SMPV), Schweizer Musikrat & CHorama (SMR), Schweizerischer Musikerverband (SMV), SONART – Musikschaffende Schweiz, Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik (SUISA) und der Verband Musikschulen Schweiz (VMS).

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(Text: SMZ)

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Die Schweizer Musikzeitung ist weit mehr als ein Mitteilungsblatt schweizerischer Musikverbände. Sie hat sich zu einer anregenden Plattform entwickelt, auf der Genre-, Sprachen- und Regionen-übergreifend über musikalische Themen berichtet wird. Text von Gastautor Markus Ganz

Schweizer Musikzeitung: Ein unscheinbares Medium, das mehr Beachtung verdient

Die Schweizer Musikzeitung versteht sich als Plattform der vielfältigen Schweizer Musikszene. (Grafik: Hubert Neidhart / SMZ)

Seit bald 24 Jahren erscheint die Schweizer Musikzeitung (SMZ) – eine lange Zeit, in der sich die Medienwelt radikal verändert hat, Stichwort Internet. Da fragt sich: Warum braucht es diese Zeitung noch, die trotz Online-Präsenz neunmal jährlich auf Zeitungspapier gedruckt wird? Oder anders gefragt: Wie würde man die Notwendigkeit dieses Fachblatts begründen, wenn es noch nicht existieren würde und man ein solches Projekt lancieren wollte?

Katrin Spelinova, die die SMZ seit 2007 als Chefredaktorin leitet, zögert keinen Moment: «Es braucht in der Schweiz…Weiterlesen

SUISA und die Covid-Krise

Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Text von Andreas Wegelin

SUISA und die Covid-Krise

Mit den Verboten für Aufführungen vor Publikum stand ein grosser Teil der Musikbranche von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit und Einkommen da. Die SUISA hielt während der Covid-Krise den Betrieb und ihre Dienstleistungen für die Mitglieder und Kunden/innen aufrecht. (Foto: Jirsak / Shutterstock.com)

Ausgerechnet die Gala zu den 13. Swiss Music Awards am 28. Februar 2020 war der Auftakt zur schweizweiten Beschränkung der Anlässe mit Musik. An diesem Abend durften nur maximal 1000 Personen an der Live-Veranstaltung teilnehmen. Wer noch dachte, die Covid-19-Pandemie wäre demnächst wie ein Grippevirus mit der Winterluft verflogen, wurde bald eines Schlechteren belehrt: Ab 13. März 2020 waren keine Live-Konzerte, aber auch keine Parties in Clubs mehr erlaubt. Der Musikbranche, von Komponisten/innen über Interpreten/innen bis zu Veranstalter/innen und den Zulieferbetrieben der Eventbranche, wurde zwangsweise eine existenzielle Grundlage entzogen.

Mittlerweile sind wir im zweiten Corona-Jahr und erleben seit 20 Monaten enorme Schwierigkeiten bei der Durchführung von Musikveranstaltungen mit physisch anwesendem Publikum. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft damit um?

Finanzieller Verlust und Unwägbarkeit

Rund einen Monat nach Anordnung des ersten Lockdowns hatten Geschäftsleitung und Vorstand der SUISA das Budget für das Jahr 2020 revidiert. Dieses «Corona-Budget», das gegenüber den ursprünglichen Erwartungen um 23% tiefere Einnahmen und um 8,5% höhere Kosten vorsah, konnte eingehalten werden. Wie der Jahresabschluss letztlich zeigte, hielt sich insgesamt der Umsatzverlust glücklicherweise in Grenzen: Die Einnahmen der SUISA in der Schweiz und aus dem Ausland beliefen sich 2020 auf 138,5 Mio. Franken, was gegenüber dem vorhergehenden Rekordjahr (155,2 Mio. Franken) 12% weniger ist. Die Kosten stiegen verglichen zum Vorjahr nur um 1,1% und damit weniger stark als im Corona-Budget befürchtet.

Die drastischen Auswirkungen der Corona-Verordnungen erschliessen sich erst mit dem Blick auf die Bereiche im einzelnen: Der Rückgang der Einnahmen aus Konzerten (–51%), Unterhaltungsanlässen (–47%), dem Gastgewerbe (–46%) und den Kinos (–58%) ist im Vergleich zum Ergebnis 2019 eklatant. Die guten Ergebnisse bei den Senderechten, den Vergütungsansprüchen und den Online-Nutzungen wogen diese Verluste teilweise wieder auf. Die Bezugsberechtigten, deren Einkommen hauptsächlich aus dem Erfolg bei Live-Veranstaltungen stammt, mussten jedoch bei der Verteilung grosse Einbussen in Kauf nehmen.

Im Dezember 2020 wurden aufgrund der zweiten Pandemie-Welle erneut alle Veranstaltungen verboten. Abermals musste ein Corona-Budget erstellt werden, in dem die Erwartungen auf Seite der Einnahmen für das Geschäftsjahr 2021 noch einmal tiefer liegen: im Vergleich zum Ergebnis 2020 um 11%. Gleichzeitig soll auch bei den Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 11% gespart werden. Insbesondere bei den Einnahmen aus Konzerten (Tarif K) muss mit einem weiteren Einbruch gerechnet werden: Die Prognose für das zweite Corona-Jahr sieht in diesem Bereich noch 6 Mio. Franken Einnahmen vor. 2020 generierte dieser Tarif 11 Mio. Franken und vor der Krise 2019 noch 23 Mio. Franken Vergütungen zugunsten der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik.

Zwei Polster helfen in dieser Situation und werden gemäss dem aktuellen Stand auch im Geschäftsjahr 2021 dazu beitragen können, die ungünstigen Rahmenbedingungen im finanziellen Ergebnis etwas abzufedern: Zum einen ist das die gute Situation bei den Wertschriftenanlagen. Zum anderen sind das die Gelder, die während fünf Jahren keiner oder keinem Bezugsberechtigten zugewiesen werden konnten. Diese werden jeweils nach Ablauf dieser Frist zur Kostendeckung und wenn möglich zu einer Zusatzverteilung verwendet.

Hilfsmassnahmen für Bezugsberechtigte

Unter dem Eindruck der Pandemie haben alle Verwertungsgesellschaften in Europa Hilfsmassnahmen zugunsten ihrer Bezugsberechtigten beschlossen. Die Hilfsmassnahmen der SUISA ruhen auf drei Säulen: erstens Vorschüsse auf Abrechnungen mit verlängerter Rückzahlungsfrist, zweitens Beiträge aus dem eigens gebildeten Corona-Hilfsfonds und drittens Nothilfe an Urheberinnen und Urheber aus der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge (UVF).

Die Hilfe wird genutzt: Seit dem Beginn der Corona-Krise im März 2020 wurden bis zum 25. Oktober 2021 Fr. 1 416 084 Vorschüsse bezogen, 251 250 Franken Beiträge aus dem Hilfsfonds gesprochen und Fr. 170 500 als Nothilfe durch die Stiftung UVF gewährt. Gesuche können weiterhin über «Mein Konto» gestellt werden. Bei vielen Bezugsberechtigten zeigt sich das Ausmass der Verluste erst mit Verzögerung bei den Verteilungen in den Jahren 2021 oder 2022, welche bei vielen tiefer ausfallen wird, weil Anlässe in den Jahre 2020 und 2021 nicht stattfinden konnten. Für Verlagsfirmen besteht die Möglichkeit, entweder Vorschüsse oder Beiträge aus dem Corona-Hilfsfonds zu beziehen. Die Nothilfe aus der UVF ist aus rechtlichen Gründen nur an Urheber/innen möglich.

Lobbying

Mit den Verboten für Aufführungen vor Publikum wurden der gesamten Eventbranche vergleichbar einem Kurzschluss die Stecker gezogen. Interpreten/innen, Veranstalter/innen, Bühnentechniker/innen und weitere Beschäftigte im Umfeld von Publikumsanlässen standen von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit und Einkommen da. Für die Urheber/innen bedeutete der Konzertstopp, dass ihre Werke nicht mehr live gespielt und somit keine Vergütungen für die Aufführung ihrer Musik entgolten wurden. Die Einnahmen aus Live-Veranstaltungen sanken wie zuvor beschrieben im Sturzflug auf einen Tiefstwert. Für viele Bezugsberechtigte stellen jedoch diese Urheberrechtsvergütungen eine existenzielle Grundlage dar.

Die ersten Hilfsmassnahmen des Bundes waren unvollständig, und zudem wenig ausgerichtet auf die Lösung der Probleme im kulturellen Sektor. Lobbying wurde damit in der Krise enorm wichtig. Es galt und gilt Behörden, Parlamente und Regierung zu überzeugen, dass Kultur für eine Gemeinschaft lebenswichtig ist – genauso wie Einkaufsläden des täglichen Bedarfs. Wenn also keine kulturellen Veranstaltungen stattfinden dürfen, müssen die betroffenen Kunstschaffenden, Veranstalter/innen, aber auch Verlagsfirmen und Zulieferbetriebe entschädigt werden. Wobei berücksichtigt werden muss, dass gerade in der Kulturindustrie viele Selbstständigerwerbende oder kleine Organisationen zum Beispiel in Vereinsform tätig sind.

Weiter gilt es das Verständnis zu festigen, dass es unterschiedliche Arten von Veranstaltungen gibt: Studien belegen, dass bei kulturellen Veranstaltungen häufig geringeres Ansteckungspotenzial besteht als beispielsweise bei grossen Sportevents oder Volksfesten. Diese Differenzierung bei den Entscheidungsträger/innen zu verankern, ist im Lobbying bis jetzt nicht gelungen. Dennoch hat die sich spontan während der Krise zusammengefundene «Taskforce Culture» sehr viel erreicht und ist mittlerweile ein wichtiger Ansprechpartner für die Behörden, Parlamente und Regierungen. Die SUISA ist Teil des erweiterten Trägerkreises der Taskforce.

Leiten und arbeiten aus der Distanz

Für die Genossenschaft SUISA arbeiten rund 250 Personen. Sie teilen sich 187 Vollzeitstellen. In der Woche vom 16. bis zum 23. März 2020 mussten alle Mitarbeitenden, deren Arbeit auch von zu Hause aus möglich ist, nach Hause geschickt werden. Die IT-Verantwortlichen stellten innert kürzester Zeit die notwendige Planung dieser völlig unvorbereiteten Aktion auf die Beine und sorgten damit dafür, dass ohne grössere Schwierigkeiten zu Hause auf den Geräten des Arbeitgebers weitergearbeitet werden konnte.

Die von den Behörden ausgesprochene Homeoffice-Empfehlung, später gar Homeoffice-Pflicht, war nicht nur technisch eine Herausforderung, sie brachte auch ganz neue Erfahrungen in Bezug auf Führung und Organisation des Betriebs. Wie erreicht man seine Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen, wenn man nicht eben mal schnell in den benachbarten Büroraum gehen kann, wenn die Sitzungs- und Pausenräume unbenutzbar sind?

Die bereits vorher bestehenden Möglichkeiten zur virtuellen Sitzung und Zweiergesprächen über Videokonferenz wurden ausgebaut. Dank diesen technischen Hilfsmitteln konnte die für die gute Arbeit wichtige Verbindung zwischen Führungspersonen und Mitarbeitenden, aber auch unter Kolleginnen und Kollegen weitgehend aufrechterhalten werden. Die Kader wurden geschult, wie sie ihre Mitarbeitenden von zu Hause aus führen können. Alle zwei Wochen gab es ein Webmeeting mit der Geschäftsleitung, der HR-Verantwortlichen und dem Leiter der Informatik, moderiert vom Leiter Kommunikation, an dem alle Angestellten teilnehmen und im Chat Fragen stellen konnten. Auf diese Weise gelang es, die Zusammenarbeit über die Distanz in eine alltägliche Arbeitsroutine zu überführen.

Der Geschäftsbetrieb funktionierte – dank ebenso flexiblen wie engagierten und disziplinierten Mitarbeitenden sowie dank der fortgeschrittenen Digitalisierung. Die SUISA war für Mitglieder wie Kundinnen und Kunden jederzeit erreichbar. Diese Erfahrung bewog die Geschäftsleitung, die Homeoffice-Arbeit auch in Zukunft zu ermöglichen, neu bis zu 50% des Arbeitspensums. Jedoch müssen die Homeoffice-Einsätze in den einzelnen Teams abgesprochen und koordiniert werden und sind für einige Stellen nicht im maximalen Umfang möglich.

Mehr Selfservice – Automatisierung von Prozessen

Gerade die angeordnete Homeoffice-Arbeit führte noch einmal deutlich vor Augen, wie unerlässlich und wichtig die Digitalisierung für eine Verwertungsgesellschaft wie die SUISA ist. Von zu Hause aus arbeiten ist nur dann möglich, wenn die notwendigen Daten elektronisch verfügbar sind und nicht umfangreiche Papierdossiers konsultiert werden müssen. Die in den letzten Jahren eingeführte Digitalisierung sämtlicher Mitglieder- und Kundendossiers konnte zum ersten Mal die immensen Vorteile in der Verfügbarkeit der notwendigen Informationen unter Beweis stellen. Die Entwicklungen in der Informatisierung der Prozesse trugen weiter dazu bei, dass die rasche Umstellung auf Heimarbeit erfolgreich vonstatten gehen konnte.

Auch für Kunden/innen und Mitglieder der SUISA bringt die Digitalisierung Fortschritte für effiziente und zufriedenstellende Kontakte mit dem Unternehmen. Wegen der behördlich verordneten Schliessungsmonate im Gastgewerbe und Ladenlokalen wollten viele Kunden auch eine Rückerstattung der nicht benutzbaren Lizenz für das Aufführen von Musik. Der Prozess für die Rückerstattung kann heute einfach über das Webformular angestossen werden.

Seit Mitte 2020 ist für die Mitglieder der Royalty Report auf «Mein Konto» abrufbar. Alle Mitglieder mit einem gültigen Online-Zugang können jeweils die aktuell nachgeführten Daten zu ihren Werken und den für diese vergebenen Lizenzen abrufen und nach Kriterien sichten und ordnen. Kürzlich wurde beim Login-Verfahren für Mitglieder und Kunden/innen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt, was eine noch höherer Sicherheit im digitalen Geschäftsverkehr mit der SUISA bietet. Weitere Ausbauschritte werden folgen.

Die genannten Applikationen und Digitalisierungsprojekte konnten teilweise nur deshalb erfolgreich und zeitgerecht umgesetzt werden, weil die Mitarbeitenden auch während der Pandemiezeit mit Hochdruck und ohne Einschränkung daran arbeiten konnten. Geschäftsleitung und Vorstand hatten nach längeren Diskussionen beschlossen, in der SUISA keine Kurzarbeit zu beantragen und einzuführen. Ein weiser Entscheid, wie sich in der Situation, wie sie seit März 2020 zu erleben ist, immer deutlicher zeigt: Die SUISA konnte – quasi gezwungen durch die behördlichen Vorgaben der Pandemie – ihre Dienstleistungen in den letzten Monaten wesentlich weiter entwickeln. Trotz Einbussen bei den Einnahmen stehen wir für die Zukunft mit digitalisierten und automatisierten Prozessen bereit, um auch wieder für die Veranstalter/innen die Musik-Lizenzen regeln zu können und zuverlässig und vor allem kostengünstig an die Rechteinhaber zu verteilen.

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Cla Nett: Leidenschaftlicher Bluesmusiker, engagierter Jurist

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am 27. September 2021 Cla Felice Nett, Jurist, Musiker und SUISA-Mitglied seit 1981. Nachruf von Gastautor Marco Piazzalonga

Cla Nett: Leidenschaftlicher Bluesmusiker, engagierter Jurist

Cla Nett war regelmässiger Besucher der SUISA-Generalversammlung; im Bild an der 90. GV der Genossenschaft im Jahr 2013 im Hotel Schweizerhof in Luzern. (Foto: Beat Felber)

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Cla im Engadin. Kurz vor seiner Schulzeit zog seine Familie nach Basel, wo der Vater eine Stelle als Lehrer antrat. Cla durchlief nach der Primarschule zuerst das Humanistische Gymnasium, welches er mit der Matura Typ A beendete, anschliessend absolvierte er ein Jurastudium an der Universität Basel, das er mit dem Lizenziat «cum laude» abschloss.

Schon als Teenager begeisterte sich Cla für den Blues, brachte sich grösstenteils autodidaktisch das Gitarrenspiel bei und trat mit ersten Bands auf. 1975 gründete er mit ein paar Gleichgesinnten die Lazy Poker Blues Band, welche vor allem in den 1980er und 1990er Jahren im In- und Ausland Erfolge feiern konnte.

Cla und seine Formation standen als Schweizer Vertreter beim «Concert for Europe» im Berliner Olympiastadion vor 45 000 Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Bühne, begleiteten Joe Cocker als Support für einen Monat durch Deutschland, tourten in der damaligen DDR, nahmen Platten in Chicago auf, bespielten Clubs und Open Airs quer durch unser Land.

Cla Nett gelang es, die Musik mit seiner juristischen Ausbildung zu verknüpfen. Im Vorstandsausschuss und als Präsident der Fachgruppe Phonoausübende bei der Swissperform sowie als Managing Director bei der Schweizerischen Interpretengenossenschaft SIG konnte er sein Wissen und seine Erfahrung einbringen. Zudem arbeitete Cla als nebenamtlicher Richter beim Appellationsgericht Basel.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Cla seit einigen Jahren musikalisch und beruflich kürzertreten. Noch diesen Juli kämpfte er sich praktisch aus dem Spitalbett auf die Bühne des Magic Blues Festivals im Valle Maggia, um ein letztes Mal mit seiner Lazy Poker Blues Band aufzutreten. Cla Nett hinterlässt seine Frau, zwei erwachsene Kinder und einen Enkel.

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«Techno und Ländler liegen sehr nah beieinander»

Elektronisch bearbeitete Alltagsgeräusche gemeinsam mit Elementen der Ländlermusik zu einem neuen Hörerlebnis verschmelzen: Dies will der Kontrabassist und Komponist Pirmin Huber für sein neues Projekt erarbeiten und realisieren. Der «Get Going!»-Beitrag unterstützt ihn bei seinem Vorhaben. Gastbeitrag/Interview von Rudolf Amstutz

Pirmin Huber: «Techno und Ländler liegen sehr nah beieinander»

Der Schwyzer Komponist und Kontrabassist Pirmin Huber. (Foto: Arthur Häberli)

Der Schwyzer Komponist und Kontrabassist Pirmin Huber experimentiert seit dem Abschluss seines Jazzstudiums (Schwerpunkt Komposition) an der Hochschule Luzern mit neuen Möglichkeiten, Schweizer Volksmusik mit anderen Genres zu neuen Sounds zu verbinden. Ob als Solist oder als Mitglied des «Ländlerorchesters», bei «Stereokulisse», «Ambäck» oder in der Formation «Gläuffig»: Huber kartographiert die Volksmusik neu und verbrüdert sie mit Techno, Jazz, Klassik oder Elektronik. Nun will Huber mit Hilfe elektronisch manipulierter Alltagsgeräusche und den volksmusikalischen Klängen seines Kontrabasses und anderer von ihm gespielten Instrument eine Art «field recording»-Forschung betreiben. Das Ganze soll in ein Werk münden, das unsere Hörgewohnheiten herausfordert und so die Welt in dieser aussergewöhnlichen Zeit widerspiegelt.

Pirmin Huber, wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?
Pirmin Huber: Ich komme ursprünglich aus der Volksmusik, also aus der akustischen Musik, und bin immer mehr in die elektronische Musik hineingerutscht. Durch das Tüfteln mit neuen Aufnahmetechniken sind mir Ideen gekommen, die ich weiterentwickeln möchte. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und wir hatten dort auch eine Schreinerei. Die Geräusche der Säge wie alle anderen Klänge faszinierten mich und ich versuchte schon damals, sie mit meinen Musikinstrumenten nachzuspielen. Bei meinem «Get Going!»-Projekt gehe ich von den Klängen aus, die ich mit meinen Instrumenten, Kontrabass, Schwyzerörgeli, Gitarre, Klavier oder Glarner Zither schaffen kann und verbinde sie mit gesampleten Alltagsgeräuschen, die ich mit Hilfe der Elektronik verfremde. Seit meiner Jugend verfolgt mich die Frage: Wie lässt sich aus diesen Klängen Musik machen? Jetzt kann ich mir einige Tools leisten und erhalte damit die Möglichkeit, mich mit dem Projekt eingehend zu beschäftigen.

Was entsteht dabei zuerst? Die Klangsammlung und danach die Komposition oder ist es umgekehrt?
Es ist ein sowohl als auch, ein Miteinander beider Dinge. Bei der Arbeit eröffnen sich immer neue Möglichkeiten. Es ist ein Prozess. Es ist mir wichtig, dass ich mit meiner Musik eine ganz bestimmte Stimmung erzeuge. Das fertige Werk wird aus mehreren Stücken bestehen, die ineinanderfliessen oder zumindest aufeinander Bezug nehmen. Man könnte es als eine Art Suite bezeichnen.

Sie wandeln mit einer Leichtigkeit durch verschiedene Stile. Als Bassist sind Sie stets der Pulsgeber. Lassen sich aus dieser Position Verwandtschaften oder Schnittstellen ausmachen zwischen Volksmusik, Klassik, Jazz, Pop, Rock oder Techno?
Das kann sein. Auf jeden Fall liegen Techno und Ländler sehr nah beieinander. Dies mag von aussen schwer nachvollziehbar sein (lacht), aber die Energie, die beim Spielen entsteht, ist sowohl bei Techno wie bei der Ländlermusik, die ja auch Tanzmusik ist, dieselbe. Ich glaube, man muss erstmal beides gespielt haben, um diese Gemeinsamkeit zu erfahren. Ich versuche denn auch in meinem Projekt eine Art modernen Ländler mit Elektronik und Grooves zu schaffen.

Natur und Urbanität: Sind diese Reibungspunkte für Sie notwendige Inspiration?
Ich brauche beides. Sobald das eine nicht mehr da ist, fehlt mir etwas. Deshalb ist es wohl auch logisch, dass ich diese Pole zusammenfügen möchte. Ich habe seit längerer Zeit drei Standbeine: Volksmusik, zeitgenössische Musik und Techno. In meiner Empfindung sind sie aber eins.

Der «Get Going!»-Beitrag ist als Anstossfinanzierung gedacht und befreit von einem Resultat. Was halten Sie von diesem Fördermodell?
Ich finde es grossartig! Die so gewonnene Freiheit gibt einem Ansporn, etwas Grösseres dann wirklich auch durchziehen zu können. Die Idee für mein Projekt hatte ich ja schon seit Längerem, aber dann kamen immer wieder Dinge dazwischen. Und vieles hängt letztlich daran, ob man ein solches Projekt finanziell stemmen und auch stressfrei durchziehen kann. «Get Going!» erlaubt es mir, genau dies zu tun.

2018 hat die FONDATION SUISA mit der Vergabe von neuen Werkbeiträgen begonnen. Unter dem Titel «Get Going!» werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden. In einer Porträtserie stellen wir jedes Jahr die Empfängerinnen und Empfänger dieser «Get Going!»-Beiträge vor.
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«Ab is Wälschland» ans Eidgenössische Volksmusikfest«Ab is Wälschland» ans Eidgenössische Volksmusikfest Im Mai 2019 trafen sich fünf junge Volksmusikanten unter der Leitung von Dani Häusler in Crans-Montana, um eine Hymne für das Eidgenössische Volksmusikfest 2019 zu komponieren. Das von der SUISA initiierte und in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee des EVMF durchgeführte Komponierwochenende war ein voller Erfolg. Weiterlesen
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Pirmin Huber: «Techno und Ländler liegen sehr nah beieinander»

Der Schwyzer Komponist und Kontrabassist Pirmin Huber. (Foto: Arthur Häberli)

Der Schwyzer Komponist und Kontrabassist Pirmin Huber experimentiert seit dem Abschluss seines Jazzstudiums (Schwerpunkt Komposition) an der Hochschule Luzern mit neuen Möglichkeiten, Schweizer Volksmusik mit anderen Genres zu neuen Sounds zu verbinden. Ob als Solist oder als Mitglied des «Ländlerorchesters», bei «Stereokulisse», «Ambäck» oder in der Formation «Gläuffig»: Huber kartographiert die Volksmusik neu und verbrüdert sie mit Techno, Jazz, Klassik oder Elektronik. Nun will Huber mit Hilfe elektronisch manipulierter Alltagsgeräusche und den volksmusikalischen Klängen seines Kontrabasses und anderer von ihm gespielten Instrument eine…Weiterlesen

Erika Hug: Engagiert und kämpferisch

SUISA und FONDATION SUISA trauern um Erika Hug. Die Verlegerin und Unternehmerin prägte mehr als drei Jahrzehnte lang die Förderung des Schweizer Musikschaffens mit – im SUISA-Vorstand, als Mitbegründerin der FONDATION SUISA und 10 Jahre als deren Stiftungsratspräsidentin. Am 14. Juli 2021 ist sie im Alter von 76 Jahren unerwartet verstorben. Nachruf von Andreas Wegelin und Urs Schnell

Erika Hug: Engagiert und kämpferisch

Erika Hug (1945-2021). (Foto: FONDATION SUISA / Musik Hug)

Die Schweizer Musikszene hat den Tod von Erika Hug, der Verlegerin und Eigentümerin des traditionsreichen Musikhauses, zu beklagen. Ganz unerwartet ist sie am 14. Juli 2021 verstorben.

Erika Hug hatte schon in jungen Jahren in 6. Generation die Führung des renommierten Zürcher Musikhauses übernommen. Neben dem traditionellen Verlags- und Notengeschäft wuchs die Firma in den 1980er Jahren kräftig und stieg früh in den damals neuen Handel mit der CD ein. Mit ihrem Ehepartner, dem deutschen Musikunternehmer Eckard Harke, entwickelte sich auch der Verkauf von Musikinstrumenten stark. Eine Spezialität waren die beiden Steinway Piano Galleries in Lausanne und Zürich.

Die umwälzenden Veränderungen in der Musikbranche im Zuge der Entwicklung des Internets liess die Nachfrage nach Noten, Tonträgern oder Instrumenten ab der Jahrtausendwende immer mehr schrumpfen. Das schweizweite Filialnetz wurde Anfang der 2000er Jahre stark verkleinert und die Firma schliesslich 2017 verkauft.

Mitwirkung bei SUISA und FONDATION SUISA

Der Genossenschaft SUISA und der FONDATION SUISA schenkte Erika Hug lange Jahre ihr Wissen und ihre Erfahrung als Unternehmerin durch die Mitwirkung im SUISA-Vorstand und im Stiftungsrat der FONDATION SUISA. Von 1985 bis 1995 war Erika Hug Vorstandsmitglied der Genossenschaft SUISA und Präsidentin von deren Kommission für Auslandsbeziehungen.

Erika Hug war 1989 Gründungsmitglied der SUISA-Stiftung für Musik (heute FONDATION SUISA). Während 27 Jahren bis Ende 2015 war sie Mitglied des Stiftungsrates. Ab 1990 präsidierte Erika Hug zuerst die Finanzkommission der Stiftung, war ab 1996 Vizepräsidentin und führte ab 2005 die Stiftung während 10 Jahren als Präsidentin des Stiftungsrates.

Erika Hug hat die letzten 30 Jahre der Genossenschaft und der Stiftung als Verlegerin und Expertin im Bereich des Musikgeschäfts wesentlich mitgeprägt. Sie engagierte sich für den Zugang zur Musik und zum Musizieren vor allem auch der jungen Generation und weniger bemittelter Gesellschaftsschichten. Das Projekt Klassenmusizieren der FONDATION SUISA ist davon ein Zeugnis. Erika Hug war auch eine Kämpferin für mehr Frauen in der Musik und im Geschäftsleben.

Wir trauern um eine grosse Schweizer Persönlichkeit im Bereich der Vermittlung von Musik, sind ihr dankbar für ihr Engagement in den leitenden Gremien unserer Genossenschaft und Stiftung und drücken gegenüber ihrer Familie unser herzlichstes Beileid aus.

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  1. Ho avuto il piacere di lavorare con Erika Hug per 14 anni nel Consiglio di fondazione della Fondazione Suisa per la musica e, di questa donna, ho sempre apprezzato la chiarezza d’intenti nel promuovere la musica „Made in Switzerland“, la tenacia e le brillanti idee.
    Un’altra sua qualità che ho sempre apprezzato in lei era la capacità di saper mettere a proprio agio le persone, di saperle ascoltare e, se le idee che venivano proposte le sembravano buone, di impegnarsi nella realizzazione senza mai risparmiarsi.
    Di lei serberò sicuramente un buon ricordo.
    R.I.P. Erika

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SUISA und FONDATION SUISA trauern um Erika Hug. Die Verlegerin und Unternehmerin prägte mehr als drei Jahrzehnte lang die Förderung des Schweizer Musikschaffens mit – im SUISA-Vorstand, als Mitbegründerin der FONDATION SUISA und 10 Jahre als deren Stiftungsratspräsidentin. Am 14. Juli 2021 ist sie im Alter von 76 Jahren unerwartet verstorben. Nachruf von Andreas Wegelin und Urs Schnell

Erika Hug: Engagiert und kämpferisch

Erika Hug (1945-2021). (Foto: FONDATION SUISA / Musik Hug)

Die Schweizer Musikszene hat den Tod von Erika Hug, der Verlegerin und Eigentümerin des traditionsreichen Musikhauses, zu beklagen. Ganz unerwartet ist sie am 14. Juli 2021 verstorben.

Erika Hug hatte schon in jungen Jahren in 6. Generation die Führung des renommierten Zürcher Musikhauses übernommen. Neben dem traditionellen Verlags- und Notengeschäft wuchs die Firma in den 1980er Jahren kräftig und stieg früh in den damals neuen Handel mit…Weiterlesen

SUISA Talks am Festival Zeiträume Basel 2021

Zehn Tage zeitgenössische Musik geniessen und miterleben, wie die oft eigens für das Festival komponierten Werke mit ihrer Umgebung spielen, sie umgarnen oder mit ihr disputieren. Das ist die Quintessenz des biennalen Festivals Zeiträume Basel. Text von Erika Weibel

SUISA Talks am Festival Zeiträume Basel 2021

Zeiträume Basel Festivalpavillon 2019. (Foto: Anna Katharina Scheidegger)

Unter dem Festival-Titel «Die Verwandlung» zeigt die vierte Ausgabe der Biennale für neue Musik und Architektur vom 9. bis 19. September 2021 mit über 20 Produktionen und über 20 Uraufführungen an mehr als 30 Orten in Basel ein aussergewöhnliches Programm. Aktuelle Brennpunkte der Stadtentwicklung werden zugänglich gemacht und von vielen Künstlerinnen und Künstlern mit spannenden Neuproduktionen bespielt.

Neben den zahlreichen Konzerten und Klanginstallationen kann man während dem Festival auch eintauchen in die Arbeitswelt der Komponistinnen und Komponisten. So finden im Festivalpavillon zahlreiche SUISA Talks statt.

SUISA Talks, im Festivalpavillon an der Mittleren Brücke
Greifengasse 1, 4058 Basel
Eintritt frei.

Samstag, 4.9.2021
11:15 Uhr, Eleni Ralli & Alexander Grebtschenko – Dialogues & Chimeras
13:15 Uhr, Wanja Aloé – Vor Ort
15:15 Uhr, Marianne Schuppe – Die Summe
17:15 Uhr, Linus Riegger, Clemens Fiechter – Phase 4

Sonntag, 5.9.2021
11:15 Uhr, Sibylle Hauert (tbc) – H.E.I. Kaserne
13:15 Uhr Dakota Wayne – Sonic Spaces im Klybeck
15:15 – 16:00 Uhr, Ah Young Hong (Sopran) & Vera Hiltbrunner (Sopran) – Poppaea
17:15 Uhr, Jannik Giger – Blind Audition

Dienstag, 7.9.2021
17:15 Uhr, Phoebe Bognar & Maria Muñoz – Sonic Spaces im Klybeck

Freitag, 10.9.2021
13:15 Uhr, Dimitri de Perrot (tbc) – Niemandsland
17:15 Uhr, Paul Brauner – Sonic Spaces im Klybeck

Samstag, 11.9.2021
11:15 Uhr, Hansjürgen Wäldele – Son et Lumière: Snurglond
13:15 Uhr, Michael Hersch (Komposition) & Stephanie Fleischmann (Libretto) – Poppaea
15:15 Uhr, Klaus Lang – pflaumenblüten.
17:15 Uhr, Helena Winkelmann – pflaumenblüten.

Sonntag, 12.9.2021
11:15 Uhr, Eleni Ralli & Alexander Grebtschenko – Dialogues & Chimeras
13:15 Uhr, tbc
15:15 Uhr, Sebastian Mathias, Mila Pavicevic, Meret Kündig – Urban Creatures
17:15 Uhr, Fokus-Thema: IGNM Basel, mit Marianne Schuppe & Xenia Fünfschilling

Freitag, 17.9.2021
11:15 Uhr, Alfred Zimmerlin & Robert Torche – Grenzbahnhof
13:15 Uhr, Michel Roth – Spiel Hölle
18:15 Uhr, Yaron Deutsch (Ensemble Nikel) – Oratorium

Samstag, 18.9.2021
11:15 Uhr, Fokus-Thema: Zeitgenössische Musik Szene in Basel
13:15 Uhr, Katharina Rosenberger – Urban Morphologies
15:15 Uhr, Fokus-Thema: Nachhaltiges Bauen

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen im offenen Gespräch mit Komponistinnen und Komponisten, Architekten/innen, Künstler/innen und Mitwirkenden des Festivals.

Der Pavillon an der Mittleren Brücke ist das Herzstück des Festivals: Hier können Sie in Gesprächen, Performances, Installationen sowie an der Cocktail-Bar in die Klänge, Räume und Themen des Festivals eintauchen und die Künstlerinnen und Künstler hinter den Festivalproduktionen persönlich kennenlernen.

In neuer, verwandelter Form wird der nachhaltig mit Unterstützung der SUISA geschaffene, für mehrjährige Nutzung geplante Pavillon (Buol & Zünd) wieder in Szene gesetzt. Mitten in der Stadt präsentiert sich das Festival offen, zugänglich und spielerisch – mit zahlreichen musikalischen Aktionen, einer klingenden Gondelbahn, kinetischen Klangobjekten und wechselnden Cocktails vom 3. bis zum 19. September.

Tauchen Sie mit uns ein und lassen Sie sich verzaubern in ein für Sie neu interpretiertes Basel.

www.zeitraeumebasel.com

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Christian Henking: «Komponistinnen und Komponisten sind eigentlich immer wieder Anfänger»«Komponistinnen und Komponisten sind eigentlich immer wieder Anfänger» | mit Video Christian Henking bezieht sich in seiner Komposition für das Projekt «Schweizer Beethoven-Reflexionen» auf die Melodie des von Beethoven verwendeten Schweizer Liedes. In seinen sechs Variationen setzt er jeweils unterschiedliche Prinzipien ein. Weiterlesen
Die VertonungDie Vertonung Sei es für ein Chorwerk oder einen Song, oft ist man als Komponistin oder Komponist von einem bereits bestehenden Text inspiriert und möchte diesen oder Auszüge daraus für eine Komposition respektive einen neuen Song verwenden. Worauf ist bei der Verwendung von fremden Texten zu achten? Wie erhält man eine Vertonungserlaubnis und welche Punkte sollten darin geregelt sein? Weiterlesen
Cécile Marti: Unterwegs im eigenen UniversumUnterwegs im eigenen Universum Cécile Marti gehört zu den herausragendsten Protagonistinnen zeitgenössischer Musik in der Schweiz. In ihren Werken versucht die Komponistin und Bildhauerin verschiedene Ausdrucksformen zu einem grossen Ganzen zu vereinen. Zum Dialog zwischen Klang und Skulptur soll sich in naher Zukunft auch das Ballett gesellen. Die FONDATION SUISA unterstützt die künstlerische Vision der Zürcherin mit einer Carte Blanche in der Höhe von 80 000 Schweizer Franken. Weiterlesen
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Neben den zahlreichen Konzerten und Klanginstallationen kann man während dem Festival auch eintauchen in die Arbeitswelt der Komponistinnen und Komponisten. So finden im Festivalpavillon zahlreiche SUISA Talks statt.

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