SUISA-Generalversammlung: Hilfsfonds für Urheber und Verleger genehmigt

Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

Die SUISA-Generalversammlung hätte dieses Jahr am 26. Juni im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des im März verhängten Veranstaltungsverbots hatte der SUISA-Vorstand im April entschieden, die Generalversammlung in schriftlicher Form durchzuführen. So konnten die SUISA-Mitglieder zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft per Brief und im Fall von einigen Mitgliedern aus dem Ausland per Mail abstimmen und wählen.

Covid-19: Hilfsfonds für Urheber und Verleger

Neben den statutarischen Geschäften wie die Genehmigung der Jahresrechnung oder die Erteilung der Décharge an den SUISA-Vorstand und die Revisionsfirma BDO war der Hilfsfonds für Urheber und Verleger einer der wichtigsten Abstimmungspunkte der diesjährigen Generalversammlung. Aufgrund der aktuell prekären Lage für Musikschaffende hatte der SUISA-Vorstand am 6. April 2020 beschlossen, dass die SUISA zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen soll für Ausfälle bei den Urheberrechtsvergütungen, die den SUISA-Mitgliedern wegen der behördlich angeordneten Absage von Veranstaltungen und der Schliessung von Betrieben entstehen. Der Fonds in der Höhe von Fr. 1,5 Mio. soll Komponisten, Textautoren und Verlegern von Musik, die wegen der Corona-Krise in Not geraten, nachweislich entgangene SUISA-Einnahmen ersetzen. Die Generalversammlung hat dem Hilfsfonds mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Michael Hug in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt

An der diesjährigen Generalversammlung fanden ausserdem zwei Ersatzwahlen statt. Als Ersatz für den im letzten Jahr in den SUISA-Vorstand gewählten Grégoire Liechti wurde der Musikverleger Michael Hug für die laufende Amtsdauer bis 2023 in die Verteilungs- und Werkkommission (VWK) gewählt.

Michael Hug ist Geschäftsführer des 1910 gegründeten Verlags Ruh Musik AG. Der Verlag ist national und international bekannt für die Herausgabe von Blasmusik; der Katalog umfasst jedoch auch zahlreiche Werke der Klassik und Chormusik. Michael Hug hat das Unternehmen 2009 zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen. Er hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinen ganzen Katalog digitalisiert. Für seine digitale Vertriebsplattform für Musiknoten wurde er 2012 von der Musikförderstiftung der SUISA, der FONDATION SUISA, ausgezeichnet; von der Jury besonders hervorgehoben wurden damals sein Innovationsgeist und sein nachhaltiges Konzept. Michael Hug ist 55 Jahre alt und – wie alle seine Vorgänger im Verlag – auch selber musikalisch aktiv.

Melanie Oesch neu im Vorstand der SUISA

Auch für den SUISA-Vorstand war eine Ersatzwahl notwendig, nachdem Reto Parolari, Dirigent, Komponist und langjähriges Vorstandsmitglied, im Dezember 2019 unerwartet verstorben ist. Neu wurde für die laufende Amtsperiode bis 2023 die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch (Oesch’s die Dritten) in den Vorstand der SUISA gewählt.

Melanie Oesch gehört mit Oesch’s die Dritten zu den erfolgreichsten Vertretern des volkstümlichen Schlagers. Melanie Oesch ist 33 Jahre alt und seit 2006 SUISA-Mitglied.

Im Videointerview erzählt sie, was die SUISA für sie bedeute: «Die Arbeit der SUISA ist sehr wichtig für mich. Ich hätte nie die Zeit, das Geld welches mir zusteht, überall selbst einzufordern und auch das Wissen darüber fehlt mir.» Sie schätzt insbesondere auch das Fachwissen der SUISA: «Ich bin froh, hat die SUISA so viele Fachpersonen, die sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigen und sich dafür einsetzen», sagt Melanie Oesch.

Die Anfrage, ob Melanie Oesch Vorstandsmitglied werden möchte, habe sie sehr gefreut und geehrt. Ihre Erfahrung als Volksmusikerin möchte sie in den Vorstand miteinbringen: «In der Volksmusik gibt es viele Stücke, die schon sehr alt sind. Oft ist nicht klar, ob die Komponistinnen noch Leben und wo [die Stücke] verlegt sind.» Auch die Art der Stücke in der Volksmusik sei speziell. «Zum Beispiel ein Jodel hat keinen klassischen Text und trotzdem hat er eine Art von Text», erklärt die gebürtige Bernerin.

Als Vorstandsmitglied will Melanie Oesch gerne etwas an den Unstimmigkeiten zwischen Veranstalterinnen und Künstlerinnen ändern. Ihrer Einschätzung nach fühlen sich gewisse Veranstalter benachteiligt, weil sie klein sind und das Gefühl haben, trotzdem viel zahlen zu müssen. Da möchte sie gerne für eine bessere Vermittlung zwischen der SUISA und den Veranstalterinnen und Veranstaltern sorgen.

Insgesamt haben 1’576 Komponisten, Textautoren, Musikverleger und Erben schriftlich abgestimmt und gewählt. Eine Übersicht der Ergebnisse der SUISA-Generalversammlung 2020 ist zu finden unter: www.suisa.ch/generalversammlung

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Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

Die SUISA-Generalversammlung hätte dieses Jahr am 26. Juni im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des im März verhängten Veranstaltungsverbots hatte der SUISA-Vorstand im April entschieden, die Generalversammlung in schriftlicher Form durchzuführen. So konnten die SUISA-Mitglieder zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft per Brief und im Fall von einigen Mitgliedern aus dem Ausland per Mail…Weiterlesen

«Get Going!» geht in die dritte Runde

«Get Going!» ermöglicht neue Perspektiven: Dem Gedanken von «Get Going!» liegt die Philosophie des «Möglichmachens» zugrunde. Bei «Get Going!» handelt es sich um eine Anstossfinanzierung. Es werden vier solcher Beiträge à 25 000 Franken pro Jahr ausgeschrieben. Text von FONDATION SUISA

«Get Going!» geht in die dritte Runde

Die Empfängerinnen und Empfänger der «Get Going»-Beiträge 2019 (von oben links nach unten rechts): Anna Gosteli, Michel Barengo, Jessiquoi, Félix Bergeron (Iynnu) und Jérémie Zwahlen. (Fotos: zVg)

«Get Going!» soll für möglichst viele musikalisch-kreative Menschen zugänglich sein. Die Musikschaffenden sollten in ihren kreativen Vorstellungen möglichst wenig eingeengt werden.

«Get Going!» 2020: Ausschreibung

Anmeldeschluss: 31.08.2020

Die Ausschreibung ist bewusst offen gehalten und verzichtet auf gängige Genre-, Alters- oder Projektkategorien.

Bewerben können sich Urheberinnen und Urheber, Autorinnen und Autoren sowie Musikerinnen und Musiker, die einen deutlichen Bezug zum aktuellen schweizerischen oder liechtensteinischen Musikschaffen nachweisen können.

Bitte beachten Sie:

  • Wir nehmen keine zusätzlichen Dokumente, weder elektronisch noch in anderer Form, entgegen.
  • Über das Auswahlverfahren können wir keine Korrespondenz führen oder telefonische Auskünfte geben.
  • Bei Bedarf kann die Jury Rückfragen stellen.
  • Die Jury, bestehend aus vier Personen des Stiftungsrates, beurteilt die Bewerbungen und trifft die Wahl. Ein entscheidendes Auswahlkriterium ist dabei die Substanz und Originalität der eingereichten Begründung.

Zur Bewerbung:

Für eine gültige Bewerbung füllen Sie bitte das folgende Online-Formular bis zum 31.08.2020 vollständig aus:

«Get Going!» 2020 Online-Formular

Im Verlauf des Herbstes 2020 wird sich die Jury mit den eingereichten Dossiers auseinandersetzen. Sie erhalten dann eine Rückmeldung zu Ihrer Bewerbung.

www.fondation-suisa.ch/de/werkbeitraege

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Willy Viteka, der erfolgreiche Musikverleger und Musikproduzent ist verstorben

Mit Willy Viteka ist am 19. Mai 2020 ein Unternehmer verstorben, der als klassischer Produzenten-Musikverleger einen wesentlichen Beitrag in der schweizerischen Musikbranche geleistet hat. Nachruf von Gastautor Stephan F. Peterer

Willy Viteka, der erfolgreiche Musikverleger und Musikproduzent ist verstorben

Willy Viteka war langjähriges Mitglied der SUISA sowohl als Urheber als auch als Verleger. (Foto: zVg)

Er wurde am 6. November 1949 in Madrid geboren und hat bereits früh eine grosse Begeisterung an den diversen Künsten entdeckt und entschlossen Kunst, Literatur und Musik studiert. Sein grosses Wissen und Netzwerk in der Musikbranche hat er sich aufgebaut, indem er an wichtigen Orten des westlichen Musikgeschehens Tätigkeiten ausübte und sich so umfangreiche Erfahrungen aneignen konnte. Insbesondere hat er einen Teil seiner «Gesellenjahre» in den für das Musikgeschehen besonders wichtigen 70er Jahren als Studiomusiker, Produzent, Autor und Redakteur in London genutzt, welche ihn besonders geprägt haben.

Produzent, Verleger und Unternehmer

Nach seinen Wanderjahren hat er sich 1976, zusammen mit seiner geliebten Frau Olivia, in der Schweiz niedergelassen, von wo aus das engagierte Paar ihr Unternehmen, die Viteka Musik AG, welche sowohl eigene Labels wie auch Musikverlage beinhaltete, aufbaute und führte. Aber auch seiner ursprünglichen Heimat blieb Willy weiterhin verbunden. So hat er insbesondere seine Produktionstätigkeit an seinem Lieblingsort Mallorca ausgeübt und zusammen mit Olivia ein zweites Domizil aufgebaut. Sie waren besonders dort stets im Musikstudio aufzufinden.

Im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit spezialisierte er sich, nebst der eigenen Musikproduktion, auch auf die klassische Tätigkeit eines Subverlags in der Schweiz und hatte viele wichtige Werke in seinem Katalog: unter anderem von Kylie Minogue, Milva, Rick Astley, Bananarama, Donna Summer, Cliff Richard, Aitken & Watermann und vielen mehr.

Grosses Engagement für die Schweizer Musikbranche

Willy Viteka hat früh erkannt, dass Musikverleger und Produzenten nicht nur schöpferisch und unternehmerisch tätig sein müssen, sondern dass sie insbesondere auch für ein wirtschaftlich nutzbares Umfeld zu kämpfen haben. Obwohl es zu dieser Zeit bereits eine Vielzahl an Verbänden in der Musikbranche der Schweiz gab, wurde er als «produktionsorientierter Verleger» nicht fündig und suchte sich alsbald gleichgesinnte Unternehmer, um mit diesen zusammen einen neuen Verband zu gründen. So darf man ihn durchaus als Schöpfer-Vater des SVMV, dem Schweizerischen Verband der Musikverleger benennen, welchem er während 27 Jahren vorstand. Im Jahr 2019 wurde er für seine grossen Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Auch bei der Gründung des ASMP, der «Association of Swiss Music Producers» hat er intensiv mitgewirkt und diesen parallel zum SVMV präsidiert.

Mit der Gründung von Branchenverbänden war aber die Arbeit nicht getan, denn diese brauchten auch Aktivitäten, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Dazu gehört die Einflussnahme in wichtigen Gremien der schweizerischen Musikbranche, in einer Vielzahl von Ad-hoc-Kommissionen und vor allem auch bei den gesetzgebenden Behörden. Auch die gegenseitige Ausbildung und der Austausch zwischen den Unternehmern und insbesondere auch die Ausbildung von Nachwuchs in der Branche wurde zu einer wichtigen Tätigkeit, da es in der Schweiz keine spezialisierten Schulen und Hochschulen für diese Berufsbilder gab. So hat Willy zusammen mit Vorstandsmitgliedern des von ihm initiierten Verbands und mit der steten Hilfe seiner Frau Olivia als Sekretärin über Jahre hinweg Schulungsanlässe organisiert. Diese fanden ihren Höhepunkt in dem jeweils zweitägigen Musiksymposium in Fürigen, welches zum wichtigsten jährlich stattfindenden Berufsanlass im Kalender der Musikbranche wurde.

Mit der Revision des Urheberrechts in den 80er Jahren und den damit etablierten Leistungsschutzrechten konnte in der Folge auch die Swissperform gegründet werden, in welcher Willy von Anbeginn als Delegierter mitgewirkt hat und auch über einige Jahre Mitglied der Fachgruppe Phono-Produzenten war. Auch bei den Urheberrechtsgesprächen des Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) hat er über viele Jahre mitgewirkt, ebenso wie bei der Entwicklung der Standardverträge für Musikverleger, Subverleger und Produzenten.

Im Alter von 70 Jahren gestorben

Nach einer Hospitalisierung aufgrund eines Unfalls hat sich Willy Viteka auch noch mit Covid-19 infiziert und obwohl er vom Virus selbst noch geheilt wurde, war er durch die Erkrankung derart geschwächt, dass er an einer in der Rekonvaleszenz zugezogenen Lungenentzündung im Alter von 70 Jahren erlegen ist.

Wir werden Willy als einen ausserordentlich gutmütigen und herzlichen Menschen in Erinnerung behalten, der mit seiner zugänglichen Art und seinem grossen Einsatz viele Freundschaften in der schweizerischen Musikbranche und darüber hinaus geschmiedet hat.

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Produzent,…Weiterlesen

«Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas grösser geworden», sagt sie im schriftlichen Interview. «Was zu Beginn mein Bett war, ist zu einer Open-Air-Gampel-Bühne mutiert.» Ihre musikalische Karriere begann mit ihrem ersten Solo-Auftritt mit Gitarre an einer Kinderhitparade im Alter von 11 Jahren. Mit 14 gründete sie das Girl-Power-Trio Labyrinthzero, mit dem sie ihre erste EP mit Eigenkompositionen herausbrachte und über 150 Konzerte im In- und Ausland spielte.

Das musikalische Zuhause gefunden

Massgebend für ihre musikalische Karriere war die Begegnung mit Jonas Ruppen, der als Keyboarder in ihrer Band spielt und die Videos erstellt: «Er hat mir die Welt von Radiohead, James Blake usw. gezeigt – und plötzlich hatte ich mein musikalisches Zuhause gefunden!» Die beiden spielen seit nunmehr zehn Jahren zusammen Musik und und arbeiten gemeinsam am Gesamtkonzept von «Tanya Barany» – Tanya als Songwriterin und Jonas als Videoproduzent.

Ihre musikalische Ausbildung begann sie 2014 mit dem Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie von tollen Dozentinnen und Dozenten habe profitieren können. «Gleichzeitig erlernte ich auch den Umgang mit dem Aufnahmeprogramm LogicX, was mein Songwriting in eine ganz andere Richtung lenkte – mein ‹Dark Pop› erblickte das Licht der Welt!»

Das Debütalbum «Lights Disappear»

2019 erschien Tanya Baranys Debütalbum «Lights Disappear». Es folgten mehrere Auftritte auf Bühnen im In- und Ausland, z. B. Gampel Openair, Zermatt Unplugged, Swiss Live Talents oder am Blue Balls Festival.

Nebst ihrem Projekt Tanya Barany ist sie hauptberuflich als Studiosängerin und -musikerin, Songwriterin, Texterin und Vocal Coach tätig.

«Cotton Clouds»

Für «Music for Tomorrow» hat Tanya Barany den Song «Cotton Clouds» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «‹Cotton Clouds› beschreibt das Gefühl des Eintauchens in Wasser, wo plötzlich alles herum stumm wird; wo plötzlich eine andere Welt zum Vorschein kommt. Die Wasserwände sind einerseits bedrückend (schon fast erdrückend), andererseits erinnern sie an die Geborgenheit einer Umarmung. ‹Cotton Clouds› ist mein unveröffentlichter ‹Hidden Track›. Wie meine Songs des Albums ‹Lights Disappear› ist ‹Cotton Clouds› aus meiner dunklen Herzensecke herausgewachsen, jedoch fand der Track keinen Platz auf dem Album. Ich hatte ‹Cotton Clouds› damals am Piano komponiert; Klavier spiele ich eigentlich am liebsten alleine für mich, ohne dass mir jemand zuhört. ‹Cotton Clouds› habe ich für ‹Music for Tomorrow› ausgewählt, weil ich die Zuhörer somit in meine kleine Stube einladen und euch auf eine kleine, persönliche Reise mitnehmen möchte … :-)»

Tanya Barany, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Tanya Barany: Momentan habe ich mehr Zeit, meine Liederideen zu fertigen Songs umzuwandeln. Deshalb versuche ich, so viel Output wie möglich zu generieren – nicht nur für mich als Tanya Barany, sondern auch als Ghostwriterin für andere Künstlerinnen und Künstler. Mein Partner, David Friedli – auch Musiker und Komponist –, und ich schreiben oft zusammen. Dabei bewegen wir uns in allen möglichen Stilrichtungen – von Folk zu Rock zu Schlager zu Electro Pop zu Soul usw. – das macht echt Spass!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an. Ich will eigentlich gar nicht dort sein – ich vermisse das Live-Performen, das Kulturleben und sogar das Vorausplanen – wer hätte das gedacht – und kann es kaum erwarten, wenn wieder Normalität eingekehrt.
Andererseits bringt diese Krise auch etwas Wertvolles mit sich: Zeit! Die Welt scheint sich einfach etwas langsamer zu drehen. Dabei darf ich mich plötzlich auf irgendwelche Dinge konzentrieren, die nicht unbedingt auf meiner Must-to-do-Liste sind sondern auf der Nice-to-do-Liste – das tut unglaublich gut! Diese geschenkte Zeit hat «Reboot» ermöglicht, nun fühle ich mich viel energievoller und kreativer als vor der Krise.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Mein Publikum kann mich am besten unterstützen, indem es allen Freunden und Verwandten von meiner Musik erzählt und ihnen sagt, dass sie uuuunbedingt die «Lights Disappear»-CD kaufen sollen! 🙂 Dunkle Songs helfen durch dunkle Zeiten … 🙂

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Bei der Auswahl von Live-Acts schauen die Veranstalterinnen und Veranstalter u. a. auf die Anzahl «Listens» auf Spotify, Youtube usw. Deshalb ist es sicher von Vorteil, wenn meine Musik auf diesen Plattformen regelmässig gestreamt wird. Es ist auch schön zu sehen, dass meine Songs sogar am anderen Ende der Welt gehört werden! Um mich als Künstlerin aber direkt zu unterstützen, bin ich immer sehr dankbar um gekaufte Musik auf iTunes usw. oder direkt an Konzerten.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe sehr, dass das Bewusstsein der Menschen etwas geschärft wird – und zwar auf allen Ebenen! Ein bisschen mehr Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität, Reflexion – das würde uns allen gut tun!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Liebe Fans, zwar scheint es momentan ruhiger um Tanya Barany zu sein, jedoch arbeite ich fleissig im Hintergrund an einem neuen Konzept, damit es danach umso mehr kracht – also geniesst die Ruhe vor dem Sturm! 🙂 Ich freue mich jetzt schon, euch neue Songs präsentieren zu können! Danke für eure bisherige Unterstützung! Take care <3

www.tanyabarany.ch

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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«Night of Light»: Die SUISA setzt sich für die Event- und Kulturbranche ein

Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

Am Montagabend leuchteten mehr als 900 Gebäude in der ganzen Schweiz rot. Von 22 Uhr bis Mitternacht setzten Unternehmen und Organisationen im Rahmen der Aktion «Night of Light» gemeinsam ein Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist.

Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautoren und Verlegerinnen von Musik hat sich auch die SUISA an der «Night of Light» beteiligt und ihren Hauptsitz in Zürich Wollishofen für zwei Stunden in rotes Licht getaucht. Bilder dieser Aktion sind im Video zu sehen. Damit setzt sich die SUISA für die Belange ihrer Mitglieder, der Urheberinnen und Verleger von Musik in der Schweiz und in Liechtenstein, sowie für ihre Kunden aus der Veranstaltungs- und Kulturbranche ein.

Das Ziel der Aktion war es, die Öffentlichkeit sowie Politikerinnen und Politiker auf die durch die Corona-Krise bedingte prekäre Situation der Event- und Kulturbranche aufmerksam zu machen. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren, Verbände aus der Veranstaltungs- und Kulturindustrie, wollen mit den politischen Verantwortlichen im Rahmen eines Branchendialogs ins Gespräch kommen, wie die milliardenschwere, heterogene Veranstaltungs- und Kulturbranche vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von schweizweit Tausenden Arbeitsplätzen gesichert werden kann.

«Die Veranstaltungsbranche war der erste Wirtschaftszweig, der von der Covid-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein», schreiben die Organisatorinnen und Organisatoren der Schweizer «Night of Light». Ab dem 16. März 2020 wurde einem kompletten Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage massiverschwert und Konzerte, Festivals, Theateraufführungen, Geschäftsanlässe waren bis vor kurzem komplett verunmöglicht und sind auch jetzt nur erschwert möglich.

Auch wenn der Bundesrat am 19. Juni 2020 weitere Lockerungen bekanntgegeben hat und nun Anlässe bis zu 1000 Personen unter Einhaltung entsprechender Sicherheits- und Hygienekonzepte erlaubt sind, bleibt die Lage im Event- und Kulturbereich nach wie vor äusserst schwierig. Erstens benötigen Veranstaltungen wie z. B. Tourneen eine Planungszeit von oftmals mehreren Monaten und können deshalb nicht von einem Tag auf den anderen wieder stattfinden. Zweitens können viele Veranstaltungen auch mit den neuen Lockerungen kaum wirtschaftlich durchgeführt werden, da sich die Veranstalter nach wie an strenge Auflagen halten müssen.

Hinzu kommt, dass der Anspruch auf Kurzarbeit für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung Ende Mai erlosch und die Auflagen für Unterstützungszahlungen verschärft wurden. Dies trifft insbesondere KMUs und Freiberufler aus der Eventbranche und aus dem Kreis der Kulturschaffenden, da diese Berufsbereiche zu grossen Teilen aus kleinen inhabergeführten Unternehmen und Selbständigerwerbenden besteht. Die Eventbranche und die Kulturschaffenden sind also dringend darauf angewiesen, dass die Unterstützung fortgeführt wird, bis wieder ein Normalbetrieb möglich ist.

Die SUISA unterstützt die Forderungen der Kulturverbände, die Unterstützungsmassnahmen für Veranstalter und Kulturschaffende weiterzuführen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele dieser Selbständigen, Klein- und Kleinstunternehmen Konkurs anmelden müssen und aus der Schweizer Kulturlandschaft verschwinden. Letztlich stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel in einer Industrie, die jährlich 70 Milliarden Schweizer Franken umsetzt.

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Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

Am Montagabend leuchteten mehr als 900 Gebäude in der ganzen Schweiz rot. Von 22 Uhr bis Mitternacht setzten Unternehmen und Organisationen im Rahmen der Aktion «Night of Light» gemeinsam ein Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist.

Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautoren und Verlegerinnen von Musik hat sich auch die SUISA…Weiterlesen

Von forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen

Die SUISA hat 2019 mit 171 Millionen Franken das beste Ergebnis ihrer 96-jährigen Geschichte erzielt. Zusätzlich hat das gute Anlagejahr 2019 auch die Finanzanlagen auf einen Höchststand gebracht. Bei Fr. 155,2 Mio. Einnahmen aus Urheberrechten können wir nach einem Kostenabzug von im Schnitt 13% Fr. 135 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland auszahlen. Drei Monate später ist plötzlich alles anders! Von Andreas Wegelin, CEO

Von forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen

Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

Kaum war das beste Geschäftsergebnis der SUISA in ihrer 96-jährigen Geschichte Tatsache geworden, folgte im März 2020 mit der Schliessung aller Lokale und dem Veranstaltungsverbot ein bisher nie dagewesener Rekord in negativer Hinsicht: Reihum wurden Konzerte, Shows und Tanzanlässe abgesagt. Von einem Tag auf den anderen stehen viele Musikerinnen und Musiker vor Kalendern ohne Engagements. Die Instrumente sind vielerorts unvermittelt verstummt.

Das wird Auswirkungen auf den Geschäftsgang der SUISA haben. Wegen des Corona-Lockdowns müssen wir heute davon ausgehen, dass der Umsatz und damit auch die Verteilsumme der SUISA Ende 2020 um bis zu 25% tiefer sein könnte. Niemand kann es heute genau sagen, vieles hängt von der epidemiologischen Entwicklung im In- und Ausland ab, aber eine heftige Rezession kündigt sich an. Die Normalität dürfte erst langsam wieder zurückkommen, sodass auch für das nächste Jahr nur von einer zögerlichen Erholung ausgegangen werden kann.

In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer. Entsprechende Massnahmen für die Unterstützung der Musikschaffenden sind in Kraft, und wir sind kulant bei der Suche nach Erleichterungen für die Zahlungen der Kunden. Auch neue Formen der Musikaufführung über Online-Kanäle werden wichtiger für die Abrechnung der Urheberrechte. Das Streaming ist zumindest die Technologie der Stunde, allerdings bringt sie den Urheberinnen und Urhebern und Musikverlagen finanziell nur einen Bruchteil des Livekonzerts.

«In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer.»

Die SUISA selbst bleibt in der Corona-Zeit aktiv. Wir sind Anlaufstelle für Fragen unserer Mitglieder und Kunden. Wir wollen trotz weniger Veranstaltungen unsere Dienstleistungen aufrechterhalten und durch Automatisation sogar ausbauen. Leider werden Vorstand und Geschäftsleitung die Mitglieder dieses Jahr in Bern nicht zur Generalversammlung begrüssen können. Sie können dieses Jahr nur per Brief über die Geschicke der SUISA mitbestimmen. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit.

Die Mitarbeitenden an den drei Standorten Zürich, Lugano, Lausanne sind jedoch weiterhin für Sie da. Wo gerade keine Arbeit ansteht, werden die Mitarbeitenden geschult und wir entwickeln mit Hochdruck unsere Dienstleistungen für Online-Selfservices weiter, damit Sie sich auf Ihre Stärke konzentrieren können: Musik machen, Neues erschaffen, promoten. Ich wünsche Ihnen trotz Coronakrise einen produktiven anregenden Sommer.

In eigener Sache: SUISAinfo 3.20 nur digital
Die News für SUISA-Mitglieder werden diesen Herbst nur in digitaler Form als Newsletter per E-Mail verschickt. Auf die Herstellung einer gedruckten Ausgabe wird zugunsten einer Kostenoptimierung im aktuellen Krisenjahr verzichtet. Die SUISA informiert laufend weiter über www.suisa.ch, www.suisablog.ch und SUISA Music Stories auf Instagram, Facebook und Youtube. (Manu Leuenberger)
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Nik Bärtsch: «Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert»«Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Diese Woche stellen wir euch den Schweizer Pianisten, Komponisten und Musikproduzenten Nik Bärtsch und sein Stück «Modul 5» vor. Im Interview erzählt Nik von seinem Lockdown-Alltag mit seiner Familie und was er mit einem australischen Notarzt gemeinsam hat. Weiterlesen
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Die SUISA hat 2019 mit 171 Millionen Franken das beste Ergebnis ihrer 96-jährigen Geschichte erzielt. Zusätzlich hat das gute Anlagejahr 2019 auch die Finanzanlagen auf einen Höchststand gebracht. Bei Fr. 155,2 Mio. Einnahmen aus Urheberrechten können wir nach einem Kostenabzug von im Schnitt 13% Fr. 135 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland auszahlen. Drei Monate später ist plötzlich alles anders! Von Andreas Wegelin, CEO

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Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

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Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

In erster Linie und bereits seit jeher besteht für SUISA-Mitglieder die Möglichkeit, einen Vorschuss zu beziehen. Der Bezug eines Vorschusses ist sowohl für Urheberinnen und Urheber als auch für Verlage möglich. Die Höhe des Vorschusses wird anhand der durchschnittlichen Einnahmen des Mitglieds während den letzten Jahren berechnet. Vorschüsse werden nur dann ausgezahlt, wenn das Mitglied in den letzten Jahren durchschnittlich mehr als 500 Franken an Urheberrechtsvergütungen erhalten hat. Die Vorschüsse können per E-Mail beantragt werden. Die Anträge werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird man schriftlich per Mail informiert. Sofern der Antrag die nötigen Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Zahlung des Vorschusses umgehend per Banküberweisung.

Normalerweise wird ein Vorschuss mit der nächsten Abrechnung, die das Mitglied erhält, verrechnet. Das heisst, der bezogene Betrag wird vom zur Verteilung kommenden Betrag wieder abgezogen. Als Sofortmassnahme gegen die von der Coronavirus-Pandemie verursachte Ausnahmesituation hat der Vorstand der SUISA beschlossen, dass die Verrechnung von Vorschüssen mindestens bis Juni 2021 ausgesetzt wird. Vorstand und Geschäftsleitung beobachten den weiteren Verlauf der Krisensituation genau, um das Verrechnungsdatum den wirtschaftlichen Entwicklungen entsprechend allenfalls noch weiter aufzuschieben. So oder so müssen bezogene Vorschüsse also frühestens nächstes Jahr ab Juni 2021 wieder zurückgezahlt werden.

Unterstützungszahlungen an Mitglieder

Sollte ein Vorschussbezug nicht ausreichen und ein Mitglied der SUISA wegen des Ausfalls von Urheberrechtsvergütungen in eine existenzielle, finanzielle Notlage geraten, kann es bei der SUISA Unterstützungszahlungen beantragen. Für Urheberinnen und Urheber stehen Gelder aus der Fürsorgestiftung der SUISA für den Notfall zur Verfügung. Zudem hat der Vorstand als weitere Sofortmassnahme entschieden, einen zusätzlichen Hilfsfonds zu äufnen, aus dem Unterstützungszahlungen sowohl an Urheberinnen und Urheber als auch an Verlage geleistet werden können. Der Hilfsfonds muss im Rahmen der brieflichen Abstimmung von der Generalversammlung noch ratifiziert werden.

Als Verwerterin von Urheberrechten leistet die SUISA Unterstützung für den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen. Die Mittel für die Unterstützungszahlungen sind limitiert. SUISA-Mitglieder, die nicht bereits über den Nothilfefonds von Suisseculture Sociale oder anderweitigen kantonalen Massnahmen finanzielle Hilfe erhalten, können bei der SUISA Unterstützung beantragen.

Die finanzielle Notlage muss von den Gesuchstellenden nachgewiesen werden. Die Gesuche für Unterstützungszahlungen können über das Mitgliederportal «Mein Konto» eingegeben werden. Die eingereichten Unterlagen werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird schriftlich per Mail informiert. Die Zahlung erfolgt umgehend nach Bewilligung des Gesuchs mittels Banküberweisung. Die Unterstützungszahlungen müssen nicht zurückbezahlt werden.

Massnahmen des Bundes und diverse weitere Hilfsangebote

Die Unterstützung von der SUISA soll helfen, den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen finanziell zu überbrücken. Sie ist somit lediglich als Ergänzung, nicht jedoch als Ersatz oder Alternative zu den Unterstützungsmassnahmen des Bundes zu verstehen. Informationen über die «Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen», die der Bund für den Kultursektor erarbeitet hat, sind auf der Website des Bundesamtes für Kultur (BAK) aufgeführt: www.bak.admin.ch/bak/de/home/themen/coronavirus.html

Auch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia stellt online laufend aktualisierten Informationen zur Verfügung: www.prohelvetia.ch/de/dossier/infopoint-covid-19/

Auf www.suisseculture.ch sind nicht nur alle Informationen zu den beschlossenen Nothilfefonds für Kulturschaffende zu finden, sondern auch ein Link zum Gesuchsportal. Auf diesem Portal kann man Gesuche für die Soforthilfe einreichen.

Hilfreiche Informationen für Musikschaffende gibt es auch auf der Website von Sonart, dem Berufsverband der freischaffenden Musikerinnen und Musiker der Schweiz.

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Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
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Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

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Informationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder

Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Text von Michael Wohlgemuth

Informationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder

Musik per Video als Ersatz für abgesagte Konzerte: Der Jazz- und Improvisationsmusiker Cyril Bondi hat für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» sein Werk «We Need To Change» gespielt; zu hören und zu sehen auf dem SUISAblog und den Social Media-Kanälen SUISA Music Stories. (Foto: Screenshot Video Cyril Bondi)

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Livestreams zu übertragen: Die Auswahl reicht von der eigenen Website über Social Media-Plattformen wie Youtube, Facebook, Instagram oder Dailymotion bis zu reinen Livestreaming-Plattformen wie Twitch. Darüber hinaus tauchen zurzeit zusätzlich kleinere internationale, aber auch nationale Plattformen auf, bei welchen man sich als Musikschaffender zwecks Livestreaming anmelden und allfällige über die Plattform erzielte Einnahmen mit dieser teilen kann.

Folgender Leitfaden soll für SUISA-Mitglieder eine Hilfestellung im Livestreaming-Dschungel bieten:

Infos für Musikschaffende, die Livestreams selbst veranstalten

Brauche ich/Brauchen wir eine Lizenz der SUISA?
Sei es als Band, Singer-Songwriter, Orchester oder als Chor: Veranstaltet man auf seiner eigenen Website oder seinem eigenen Social-Media-Kanal einen Livestream und führt ausschliesslich selbst geschriebene und/oder gemeinfreie (Urheberin oder Urheber ist länger als 70 Jahre verstorben) Musik auf, braucht man keine Lizenz der SUISA.

Aber Vorsicht: Diese Form der «Eigennutzung» von eigener Musik auf den eigenen Web-Kanälen ist nur dann zulässig, wenn alle Songs zu 100% von den Interpreten und Interpretinnen selbst geschrieben sind. Sobald Dritte an nur einem der aufgeführten Werke beteiligt sind, handelt es sich um keine reine Eigennutzung mehr. Wenn es also Miturheberinnen -und urheber gibt, die nicht bei der Darbietung des Livestreams mitwirken, oder ein Verlag am Song beteiligt ist oder sonst fremde, geschützte Musik aufgeführt (bspw. Covers) wird, so braucht man eine Lizenz von der SUISA gemäss den «Lizenzbedingungen Livestreams».

Eine Ausnahme gilt für nicht-kommerzielle Livestreams auf Social Media-Plattformen: Diese sind bereits durch die Verträge von der SUISA und auch anderen Rechteverwertern mit den Social Media-Plattformen gedeckt und müssen deshalb in der Regel nicht separat lizenziert werden. Zurzeit bestehen abgeschlossene Verträge der SUISA mit Youtube und Facebook (inkl. Instagram). In Verhandlungen steht die SUISA mit Dailymotion, Vimeo und Twitch, für die das Gleiche gelten wird.

Nicht-kommerziell in diesem Zusammenhang bedeutet, dass kein Geld für den Livestream verlangt wird und er nicht für ein Unternehmen produziert wird. Auch Spendenaktionen, deren Einnahmen vollständig Hilfsbedürftigen zukommen, gelten für die SUISA als nicht-kommerziell.

Livestreams von DJ-Sets
DJ-Sets beinhalten nicht nur Kompositionen, sondern auch Aufnahmen, über deren Rechte das Tonträgerunternehmen bzw. das «Label» verfügt. Da die wenigsten DJs ausschliesslich selbst komponierte und selbst veröffentlichte Musik verwenden, müssen für Livestreams von DJ-Sets in der Regel gleich mehrere Lizenzen eingeholt werden: Für die Urheberrechte braucht es eine Lizenz von der SUISA (mit Ausnahme von nicht-kommerziellen Livestreams auf Social-Media, siehe Abschnitt «Braucht es eine Lizenz der SUISA?») und für die Rechte an den gespielten Aufnahmen – die sogenannten verwandten Schutzrechte – Lizenzen der Plattenfirmen/Labels. Bei DJ-Sets auf Social Media sind die Plattformen selbst dafür verantwortlich.
Die zurzeit einzige der SUISA bekannte Plattform, welche mit den meisten grösseren Labels einen Vertrag für DJ-Livestreams geschlossen hat, ist Mixcloud.

Der Livestream meines Konzerts oder DJ-Sets auf Social Media wurde blockiert: Weshalb und wie kann ich das vermeiden?
Die Ursache für eine Blockierung ist meistens das Aufführen fremder Musik, und damit zusammenhängend das Fehlen einer bestimmten Lizenzvereinbarung der Social Media-Plattform mit einem Rechteinhaber (oft ein Label oder ein Verlag). Grundsätzlich sind nämlich die Social Media-Unternehmen für den Inhalt auf ihren Plattformen verantwortlich und blockieren zu ihrer eigenen Absicherung unlizenzierte Inhalte mithilfe von Audioerkennungstechnologien.

Man kann Blockierungen auf Social Media also am einfachsten aus dem Weg gehen, indem man im Falle eines Live-Konzerts in erster Linie selbst komponierte Musik aufführt. Coverbands ist aus komplexen rechtlichen Gründen zu empfehlen, die Livestreams nicht auf Social Media, sondern auf der eigenen Website zu veranstalten.

DJ-Sets auf Social Media-Plattformen sollten möglichst vermieden werden, ausser es werden eigene Aufnahmen verwendet. Der Grund dafür ist, dass die wenigsten Labels das Livestreaming ihrer Aufnahmen auf Social Media zulassen. Insbesondere Facebook und Youtube verfügen über ausgereifte Audioerkennungstechnologien und erkennen damit sehr rasch unlizenzierte Aufnahmen. Allerspätestens wenn man eine Aufzeichnung des Livestreams mit unlizenzierter Musik auf der Plattform lässt, wird diese von der Software automatisch gesperrt.

Kann ich mit meinen Livestreams Geld verdienen?
Man kann mit seinen Livestreams auf verschiedenste Arten Geld verdienen:
Die einfachste Form ist das Anbieten des Livestreams gegen Bezahlung. Auf der eigenen Website könnte man zum Beispiel gegen Bezahlung den Link für den Livestream bekanntgeben. Dieses Bezahlmodell liesse sich auch auf Social Media-Plattformen übertragen, indem man den Livestream nur in einer geschlossenen Gruppe bereitstellt, zur welcher das Publikum nur gegen ein Entgelt Zugriff erhält.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss dafür noch auf klassische, von der Social Media-Plattform unabhängige, Zahlungssysteme wie bspw. die Kontoverbindung zurückgegriffen werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Social Media-Plattformen vermehrt integrierte Zahlungslösungen anbieten werden, mit welchen die Zuschauerinnen und Zuschauer direkt über die Plattform bezahlen können. So hat beispielsweise Facebook angekündigt, auf der Facebook-Live-Plattform direkte Zahlungen über die Plattform zu ermöglichen.

Weitere potenzielle Einnahmequellen sind bspw. Werbeunterbrechungen oder das Sponsoring des Livestreams. Ebenfalls könnten im Rahmen des Livestreams Merchandising-Artikel angeboten oder freiwillige Spenden ermöglicht werden.

Infos für Musikschaffende, deren Livestream von einem Veranstalter durchgeführt wird

Wer kommt als Veranstalter in Frage?
Als Livestream-Veranstalter kommen vor allem Konzertveranstalter und Clubbetriebe, aber auch (Medien-) Unternehmen, Stiftungen, Vereine oder sonstige Gesellschaften in Frage.

Wo werden diese Veranstaltungen live gestreamt?
Einerseits auf Social Media, anderseits auch auf eigenen Plattformen, die speziell für Livestreaming-Events ins Leben gerufen wurden. Ein nationales Beispiel ist Artonair. Ein internationales Beispiel für einen solchen Livestream-Veranstalter ist Stageit.

Ich wurde/Wir wurden für einen Livestream angefragt: Muss der Veranstalter mich für meinen Auftritt vergüten?
Die SUISA ist grundsätzlich der Ansicht, dass Engagements für Livestreams mit Engagements für Konzerte zu vergleichen sind und somit auch eine Gage angebracht ist. Diese sollte nebst den Auftrittsmodalitäten in einem Engagement-Vertrag geregelt werden.

Sind die Veranstalter auch für die Urheberrechtsgebühren verantwortlich?
Ja, genauso wie im Offline-Bereich müssen sich die Veranstalter um die Urheberrechte an der aufgeführten Musik kümmern. Internationale Anbieter brauchen eine Lizenz von jedem betroffenen Rechteinhaber der aufgeführten Musik (Verwertungsgesellschaften, Verlage etc.). Für nationale Anbieter reicht eine Lizenz der SUISA.

In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, die AGBs des jeweiligen Anbieters zu studieren und darauf zu achten, dass man dem Veranstalter keine Rechte einräumt, über welche man nicht verfügen kann oder möchte. Beispielsweise sollte man als SUISA-Mitglied speziell darauf achten, keine Aufführungsrechte dem Veranstalter einzuräumen, da dies bereits die SUISA für einen übernimmt.

Gibt es also eine Vergütung der SUISA für meinen Auftritt in einem Livestream?
Wurde ein Livestream von der SUISA an einen Veranstalter lizenziert, so können die an der Musik beteiligten Urheberinnen und Urheber und Verlage eine entsprechende Entschädigung von der SUISA erwarten (abzgl. des momentanen Kostensatzes von 15%). Die Höhe der Entschädigung ist in erster Linie davon abhängig, ob und wie viel Einnahmen durch den Veranstalter erzielt werden. Verteilt werden die Lizenzeinnahmen auf Basis des Programms, der «Setliste», die der Veranstalter bei der SUISA einreicht.

Weitere Informationen:
Haben Sie als SUISA-Mitglied rechtliche Fragen oder Anliegen in Zusammenhang mit Livestreams? Gerne berät Sie dazu unser Rechtsdienst: legalservices (at) suisa (dot) ch

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  1. M. Badertscher sagt:

    Was bedeutet „nicht-kommerzielle Livestreams“ genau?
    Wenn der Stream für alle sichtbar ist (keine Zugangsbeschränkung), man Musik im Hintergrund laufen lässt und der Zuschauer freiwillig für den Stream etwas bezahlen kann aber nicht muss, dann ist das doch auch kommerziell? Der Streamer verdient ja auch damit. Einfach auf freiwilliger Basis.

    • Michael Wohlgemuth sagt:

      Besten Dank für die berechtigte Frage. In der Tat würden wir solche Livestreams auch als kommerziell betrachten. Sobald in irgendeiner Form Geld fliesst, handelt es sich aus unserer Sicht um ein kommerzielles Angebot.
      Beste Grüsse, Michael Wohlgemuth, SUISA Rechtsdienst

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Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Text von Andreas Wegelin

Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Die Generalversammlung 2020 der SUISA wird ausnahmsweise auf brieflichem Weg durchgeführt: Zur Teilnahme an der Abstimmung retournieren die stimmberechtigten Mitglieder per Post ihren ausgefüllten Stimmbogen, der bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen hat. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Generalversammlung, der alljährliche Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens bei der Genossenschaft SUISA, hätte dieses Jahr am Freitag, 26. Juni 2020, um 11 Uhr im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Allerdings ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, selbst wenn man heute noch nicht genau weiss, wann das Versammlungsverbot für welche Grösse von Veranstaltungen wieder gelockert wird. Denn die Organisation einer GV benötigt in jedem Fall eine Vorbereitungszeit von etwa zwei Monaten.

Der Vorstand hat deshalb am 29. April 2020 entschieden, dass diesjährige Generalversammlung ausnahmsweise nur auf brieflichem Weg durchgeführt werden kann. Dieser Entscheid ist konform mit den Vorgaben des Bundes in der Covid-19-Verordnung 2. Diese lässt im Sinne von Notrecht ausnahmsweise eine solche Art der Durchführung der GV zu, obwohl die Meinungsbildung durch das Wegfallen der Diskussion an der GV eingeschränkt wird.

1. Organisatorische Abwicklung

Alle stimmberechtigten Mitglieder erhalten ab 27. Mai 2020 per Post die Einladung zur Teilnahme an der brieflichen Abstimmung über die Beschlüsse der GV. Die stimmberechtigten Mitglieder haben ab Erhalt der Einladung die Möglichkeit, den ausgefüllten personalisierten Stimmbogen zurückzusenden. Der Brief mit dem Stimmbogen hat bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen.

Die Auszählung der Resultate der Stimmabgaben wird anschliessend vom Wahlbüro unter der Leitung von Dr. Bernhard Wittweiler (Leiter SUISA-Rechtsdienst) vorgenommen.

Am 30. Juni 2020 wird das Abstimmungs- und Wahlergebnis vom Präsidenten, der Protokollführerin, dem CEO und dem Leiter Rechtsdienst anhand der Auszählung formell festgestellt und gleichentags auf der SUISA-Website veröffentlicht.

Die eingereichten Abstimmungsunterlagen sind vertraulich und werden bis zum Ablauf der Anfechtungsfrist (zwei Monate nach Beschlussfassung, 31. August 2020) aufbewahrt und anschliessend vernichtet.

2. Traktanden der brieflichen Abstimmung anstelle der GV 2020

Neben den üblichen statutarischen Geschäften – Abnahme des Protokolls, Beschlüsse über die Jahresrechnung, den Lagebericht und den Geschäftsbericht der Genossenschaft SUISA und der SUISA-Gruppe – sind auch zwei Sitze in Gremien neu zu besetzen.

2.1 Nachwahl in den Vorstand
Unser langjähriges Vorstandsmitglied Reto Parolari ist am 15. Dezember 2019 plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Der Vorstand beantragt, als Nachfolgerin Melanie Oesch in den Vorstand zu wählen.

Melanie Oesch wuchs in der Nähe von Thun im Kanton Bern auf und besuchte in Thun das Musikgymnasium. Bereits mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne und begeisterte das Publikum mit ihrem einzigartigen Zungenschlag. Mit ihren vielen Ideen und Plänen ist Melanie bei Oesch’s die Dritten in vielen Bereichen der kreative Kopf.

Oesch’s die Dritten sind eine Schweizer Volksmusikgruppe aus dem Berner Oberland, die aus Hansueli und Annemarie Oesch, ihren Kindern Melanie, Kevin und Mike sowie dem Akkordeonisten Urs Meier besteht. Ihr Durchbruch im deutschsprachigen Raum kam 2007: Oesch’s die Dritten gewannen den Nachwuchswettbewerb des «Musikantenstadls» und sind seitdem regelmässig zu Gast in verschiedenen Volksmusiksendungen im Fernsehen und bei grossen Volksmusikveranstaltungen. Im Oktober 2008 gewannen sie mit dem Ku-Ku-Jodel in der SRF-1-Sendung «Die grössten Schweizer Hits». Melanie Oesch revolutioniert eine gewisse Form des Jodelns und trägt durch ihre musikalische Tätigkeit zur Verbreitung der Volksmusik bei. Unter anderem war sie als Ausnahmejodlerin in Stefan Raabs «TV total» zu Gast. Auch das Duett mit Helene Fischer, in deren Weihnachtsshow 2016, überzeugte Fans und Nichtfans. Als Autorin hat sie gemeinsam mit der Illustratorin Christina Wald zwei Kinderbücher veröffentlicht.

Melanie Oesch ist seit 2006 Mitglied der SUISA als Urheberin. Der Oesch Music Verlag, den sie leitet, ist ebenfalls Mitglied der SUISA. Zudem ist sie Mitglied der Fachgruppe «Ausübende Phono» der Swissperform.

2.2 Nachwahl in die Verteilungs- und Werkkommission
An der letzten Generalversammlung wurde Grégoire Liechti in den Vorstand der SUISA gewählt. Er ist deshalb aus der Verteilungs- und Werkkommission zurückgetreten. Als Ersatz schlägt der Vorstand aus dem Bereich der Verleger Michael Hug vor. Er ist Geschäftsführer der Ruh Musik AG und führt das 1910 gegründete Familienunternehmen in der 4. Generation. Ruh Musik ist national und international bekannt für die Herausgabe von Blasmusik; der Katalog umfasst jedoch auch zahlreiche Werke der Klassik und Chormusik. Ruh Musik ist als Subverlag für mehrere renommierte Blasmusikverlage tätig und hat zudem in den letzten Jahren seinen Katalog um Verlage wie Edition Cron Luzern oder Belgano erweitert.

Michael Hug hat das Unternehmen 2009 zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen. Er hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinen ganzen Katalog digitalisiert. 2012 wurde er für seine digitale Vertriebsplattform für Musiknoten von der FONDATION SUISA als Verleger ausgezeichnet; von der Jury besonders hervorgehoben wurden damals sein Innovationsgeist und sein nachhaltiges Konzept.
Michael Hug ist 55 Jahre alt und – wie all seine Vorgänger im Verlag – auch selber musikalisch aktiv.

Selbst in der Krise ist die Gestaltung der Zukunft der SUISA wichtig. Für einmal können auch diejenigen Mitglieder an der schriftlichen Abstimmung teilnehmen, welche sonst am Besuch der Generalversammlung verhindert wären. Wir hoffen auf eine zahlreiche Teilnahme. Informationen zur Generalversammlung sowie Dokumente und Unterlagen finden sich unter: www.suisa.ch/generalversammlung

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Die SUISA-Mitglieder in ZahlenDie SUISA-Mitglieder in Zahlen Über 38 000 Urheber und Verleger haben die SUISA mit der Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragt. Woher stammen sie, wie alt sind sie und komponieren eher Männer oder Frauen? Die untenstehenden Zahlen und Grafiken geben Auskunft über die Mitgliederstruktur der SUISA. Weiterlesen
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Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Text von Andreas Wegelin

Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Die Generalversammlung 2020 der SUISA wird ausnahmsweise auf brieflichem Weg durchgeführt: Zur Teilnahme an der Abstimmung retournieren die stimmberechtigten Mitglieder per Post ihren ausgefüllten Stimmbogen, der bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen hat. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Generalversammlung, der alljährliche Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens bei der Genossenschaft SUISA, hätte dieses Jahr am Freitag, 26. Juni 2020, um 11 Uhr im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Allerdings ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, selbst wenn man heute noch nicht genau weiss, wann das Versammlungsverbot für welche Grösse von Veranstaltungen wieder gelockert…Weiterlesen

«Diese Krise weist auf eine kranke Gesellschaft hin»

Im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» stellen wir dieses Mal den Schweizer Jazz- und Improvisationsmusiker Cyril Bondi und sein Stück «We Need To Change» vor. Im schriftlichen Interview erzählt Cyril, warum aus seiner Sicht die Politik und nicht der Virus für die jetzige Krise verantwortlich ist. Text von Nina Müller; Video von Cyril Bondi, bearbeitet von Nina Müller

Der 40-jährige Cyril Bondi bezeichnet sich selbst als Experimentator, der es liebt, mit anderen zusammen zu arbeiten. Der gebürtige Genfer bewegt sich musikalisch im Bereich von Jazz und Free Jazz. Als Rückgrat seiner Musik bezeichnet er die Improvisation. «Sie hat es mir ermöglicht, in unterschiedlichen Kontexten zu spielen und mich in einem Jazz-Trio (Plaistow) ebenso wohl zu fühlen wie im experimental/traditional Genre (La Tène), in einem Pop-Rock-Duo (Cyril Cyril) oder bei einer punktuellen Zusammenarbeit für verschiedene Projekte», sagt er im schriftlichen Interview mit der SUISA. Mit seiner Musik überschreitet Cyril regelmässig musikalische Grenzen, die sich die Gesellschaft im Laufe der Jahre gesetzt hat. «Ich versuchte schon immer, Neues zu entwickeln, neue Konzepte, mein Instrument anders zu spielen, es zu dekonstruieren, neu zu erfinden und neue Klänge und Texturen zu suchen», sagt Cyril über seine musikalische Entwicklung.

Exklusiv für «Music for Tomorrow» hat Bondi das Stück «We Need To Change» komponiert. Vor dem Lockdown war Bondi damit beschäftigt, mehrere Stücke für sein kommendes Soloalbum zu schreiben. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste er alle Projekte abbrechen. Als er die Einladung zu «Music for Tomorrow» erhielt, wurde ihm bewusst, wie gross sein Bedürfnis nach einer Veränderung ist. Die Erarbeitung des Stückes empfand Cyril als sehr intensiv. «Intensiv, weil ich darin die Chance sah, einem in der heutigen Situation verbreiteten Gefühl Ausdruck zu verleihen, dieser merkwürdigen Mischung zwischen der klaren Feststellung, dass unsere Gesellschaft zusammenbricht und der Verleugnung dieser Situation», erklärt Bondi. «Ich spüre diese Spannung zutiefst, und der kreative Raum, auf den ich mich einliess, hat mir erlaubt, dies auf meine eigene Art und Weise auszudrücken». Ausserdem sei es für ihn ungewohnt, alleine zu arbeiten, da er meist mit Bands oder Orchestren zusammenarbeitet.

Cyril Bondi, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponist während der Corona-Pandemie aus?
Cyril Bondi: Ich organisiere meine Arbeitstage rund um das Familienleben. Ich habe drei Kinder zu Hause, muss mich also immer wieder um sie kümmern, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, sie beschäftigen. Damit ich mit meiner Arbeit vorankomme, stehe ich manchmal früh auf oder befasse mich am Abend mit meinen verschiedenen Projekten. Seien wir ehrlich: Diese Pandemie hat die Kulturkreise mit voller Wucht getroffen, und besonders auch die Musikerinnen und Musiker, deren langjährige prekäre Lage nun deutlich zu Tage tritt. Ich verbringe also sehr viel Zeit damit, Konzertabsagen und -verschiebungen zu organisieren und mich über die verschiedenen Unterstützungsbeiträge zu informieren. Ausserdem bin ich Mitglied der Genfer Föderation der Musikschaffenden, die die Berufsmusiker vom Hip-Hop bis zur zeitgenössischen Musik vereint und in der wir für dieses pandemiegebeutelte Umfeld gemeinsame Forderungen ausarbeiten. Es bleibt mir also wenig Zeit für die künstlerische Tätigkeit: Irgendwann musste ich aber zu meiner Kompositionsarbeit zurückkehren; ich schrieb neue Stücke, ohne zu wissen, für wen eigentlich und mit welchem Ziel vor Augen, ausser dass ich mich wieder kreativ betätigte. Zudem nutzte ich die Gelegenheit, die Aufnahmen für das Album Cyril Cyril (Pop, Rock) und für mein Soloalbum (experimental) voranzutreiben.

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Diese Krise weist auf eine kranke Gesellschaft hin. Wir befinden uns nämlich in dieser Situation nicht weil sich ein Virus ausgebreitet hat, sondern weil politische Entscheidungen uns in diese Lage geritten haben. Wir sparen bei den öffentlichen Diensten und Spitälern, wir holzen ab, beuten aus, plündern und verbrauchen. Ich versuche nun zu lesen, mich zu informieren, mit anderen zu diskutieren, Musik zu hören. Es ist eine düstere Zeit, die mir vor Augen führt, wie stark wir die Kultur, die Künste, die Künstlerinnen und Künstler brauchen, um uns zu inspirieren, zum Träumen zu bringen, zur Flucht zu bewegen und zum Nachdenken anzuregen. Noch nie brauchten wir sie so sehr.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Die Menschen müssen merken, in welcher Notlage sich die Kulturschaffenden befinden, und sie dürfen hinter ihren Computern und Smartphones nicht denken, dass sie damit irgendwie helfen. Sie müssen CDs kaufen, ihre Lieblingskünstler unterstützen, die Musik jener hören, die in ihrem Umfeld leben, und vor allem dürfen sie die Konzertsäle, Theater und Festivals nicht fallenlassen, wenn diese wieder öffnen dürfen. Denn das ist eine meiner Befürchtungen für die Zukunft. Wenn die Leute dann immer noch Angst haben, sich zu treffen, zu berühren, zu umarmen oder zusammen zu tanzen: Wie werden wir dann wieder schöne Momente der Musik teilen können?

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co. mehr deine Musik streamen?
Vermutlich sagen alle dasselbe. Spotify, Youtube, Facebook sind Unternehmen, die so viel Geld wie möglich machen wollen, indem sie die Ressourcen anderer auswerten. Und ich gehöre nun mal zu diesen «anderen». Ich werde nie etwas von dem erhalten, was konsumiert wird.

Was könnte deiner Meinung nach, die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Meine Hoffnung liegt in der kollektiven Erfahrung, die wir gerade durchleben. Sind wir intelligent genug, um zu merken, dass eine Welt mit weniger Flug- und Autoverkehr, mit mehr Natur, einem verlangsamten Rhythmus, mehr Zeit für die Familie und mehr Solidarität eine Welt ist, in der wieder Hoffnung aufkommen kann? Unsere kapitalistische Gesellschaft führt uns in den Untergang, packen wir doch die Gelegenheit, uns eine neue Welt vorzustellen, sie zu erfinden und zu schaffen. Das tönt naiv, doch ich habe das Gefühl, dass heute jeder und jede in der Lage ist, dies zu verstehen!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Hört Musik, singt, tanzt, geht aus!

www.cyrilbondi.net

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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