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Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Text von Giorgio Tebaldi

Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Nominierten in der Kategorie «Best Hit» an den Swiss Music Awards: «Punto» von Loco Escrito, «She Got Me» von Luca Hänni und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner. Im Namen der SUISA werden auch die Komponistinnen und Komponisten geehrt. (Fotos: Nina Müller)

«She Got Me» von Luca Hänni, «Punto» von Loco Escrito und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner waren letztes Jahr die erfolgreichsten Songs in der Schweizer Hitparade und sind damit an den Swiss Music Awards 2020 in der Kategorie «Best Hit» nominiert. Doch ohne Songwriterinnen und Songwriter keine Hits: Im Namen der SUISA werden an der Award-Show am 28. Februar 2020 im Luzerner KKL auch die Komponistinnen und Komponisten des «Best Hit» geehrt.

Mit dieser Auszeichnung soll auch die Arbeit der Songwriterinnen und Songwriter hinter den grossen Hits gezeigt und gewürdigt werden. Für Luca Hänni ist dies eine wichtige Sache, wie er im Videointerview sagt: «Ich finde es megawichtig, dass auch die Songwriter mit im Boot sind. Das ist das A und O. Mit diesen Leuten hast du das Feeling im Studio, schreibst Sachen und bringst die Emotionen in den Computer rein.»

Drei Songs, neun Songwriter

Neben Luca Hänni sind für «She Got Me» fünf weitere Songwriterinnen und Songwriter für den «Best Hit»-Award nominiert: Der Song wurde am SUISA Songwriting Camp 2018 von Luca Hänni, Laurell Barker (CAN), Jon Hällgren (SWE) und Frazer Mac (CAN) an nur einem Tag komponiert. Bis zur fertigen Version, die für die Schweiz am Eurovision Song Contest letztes Jahr den hervorragenden vierten Platz erreichte, wurde zusammen mit Lukas Hällgren (SWE) und Jenson Vaughn (CAN) weiter am Song gefeilt.

Auch Büne Huber, Sänger von Patent Ochsner, freut sich darüber, dass beim «Best Hit»-Award das Songwriting ausgezeichnet wird: «In vielen Fällen in der Musikgeschichte sind die Leute, die wichtige Inputs zu Songs geben, gar nicht erwähnt», sagt Huber im Videointerview. Als einziger der drei nominierten Songs wurde «Für immer uf Di» von einer einzelnen Person geschrieben: von Büne Huber selber. Die erste Songskizze entstand bereits 1994; erst nach dem Tod seiner Mutter 24 Jahre später schrieb er den Song innert kürzester Zeit zu Ende.

Auf einen Betonklotz für «Punto» kann nicht nur Loco Escrito hoffen sondern auch der Co-Songwriter und Produzent Henrik Amschler. Die beiden schreiben seit Jahren gemeinsam die Songs von Loco Escrito und wurden bereits 2019 für den Song «Adiòs» mit dem «Best Hit»-Award geehrt. Dass sie den Award auch dieses Jahr wieder gewinnen könnten, freut Henrik Amschler: «Es ist eine Riesenbestätigung, dass wir zum zweiten Mal nominiert wurden», sagt er im Gespräch mit der SUISA. Der Song, der vom Ende einer Beziehung handelt, entstand in einer spontanen Session zwischen Amschler und Loco Escrito – was für das eingespielte Team typisch ist.

Der Siegersong wird vom Publikum per Telefonvoting während der Sendung erkoren.

  • «She Got Me»: Luca Hänni
    Songwriter: Laurell Barker, Luca Hänni, Jon Hällgren, Lukas Hällgren, Frazer Mac, Jenson Vaughn
  • «Punto»: Loco Escrito
    Songwriter: Henrik Amschler, Loco Escrito
  • «Für immer uf Di»: Patent Ochsner
    Songwriter: Büne Huber

Videointerviews mit Nominierten

In Interviews haben uns Loco Escrito, Henrik Amschler, Büne Huber und Luca Hänni erzählt, wie ihre Hits entstanden sind und welche Geschichten hinter den Songs stecken. Die Videos von den Gesprächen gibt es auf dem SUISA Music Stories-Kanal auf Youtube zu sehen:

Büne Huber von Patent Ochsner über den Song «Für immer uf di»
Loco Escrito und Henrik Amschler im Interview über «Punto»
Luca Hänni über «She Got Me»

www.swissmusicawards.ch

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Die Vertonung

Sei es für ein Chorwerk oder einen Song, oft ist man als Komponistin oder Komponist von einem bereits bestehenden Text inspiriert und möchte diesen oder Auszüge daraus für eine Komposition respektive einen neuen Song verwenden. Worauf ist bei der Verwendung von fremden Texten zu achten? Wie erhält man eine Vertonungserlaubnis und welche Punkte sollten darin geregelt sein? Text von Claudia Kempf und Michael Wohlgemuth

Die Vertonung

Wer bestehende Texte von anderen Autorinnen oder Autoren für seine eigenen Kompositionen übernehmen will, sollte zuerst die urheberrechtlichen Fragen beachten und klären. (Foto: Tabea Hüberli)

Wie bereits im Beitrag «Die Bearbeitung geschützter Werke» erwähnt, hat ein Urheber, egal ob es sich um einen Komponisten oder einen Textautor handelt, das Recht darüber zu entscheiden, ob sein Werk bearbeitet und somit auf Basis des Originalwerks ein «Werk zweiter Hand» bzw. eine «Bearbeitung» geschaffen werden darf. Texte, die urheberrechtlich frei sind, können ohne Weiteres als Vorlage für ein Musikwerk genutzt und beliebig bearbeitet werden. Wenn ein Text jedoch noch geschützt ist, d. h. der Autor oder die Autorin noch nicht mehr als 70 Jahre tot ist, muss der Rechteinhaber die Verwendung respektive Bearbeitung bewilligen. Beim Ablauf der Schutzfrist wird gerechnet ab dem 31.12. des Todesjahres des zuletzt verstorbenen Urhebers.

Gedicht vertonen oder Textelemente verwenden

Möchte jemand ein Gedicht vertonen, muss er sich an den Textautor, dessen Erben oder dessen Verlag wenden und bei ihm bzw. ihnen direkt die Erlaubnis für die Vertonung einholen. In der Regel liegen im Bereich der literarischen Werke die Bearbeitungsrechte beim Buchverlag oder dieser kann zumindest vermittelnd aktiv werden. Die ProLitteris, die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst, kann diese Rechte nicht vergeben.

Bei der Übernahme von fremden Textelementen ist die Lage etwas kniffliger. Grundsätzlich schützt das Urheberrecht nicht nur komplette Werke, sondern auch Teile davon, wenn sie die Voraussetzungen eines Werkes erfüllen oder die Individualität des Gesamtwerkes berühren und die Schutzfrist noch nicht abgelaufen ist. Textelemente (sogenannt: äusserer Wert) und auch die Handlung oder Figuren eines Romans (sogenannt: innerer Wert) können demnach geschützt sein und dürfen nicht frei verwendet werden, falls sie für sich genommen ein Werk mit individuellem Charakter darstellen oder die Individualität des Gesamtwerkes berühren. Beispielsweise sind also nicht nur ganze Textpassagen aus der Tragikomödie «Der Besuch der alten Dame», sondern auch die Figur der rachsüchtigen Neo-Milliardärin Claire Zachanassian geschützt.

Eine klare Abgrenzung, ab wann ein Werkteil für sich genommen einen Werkcharakter hat oder die Individualität des Gesamtwerkes berührt, gibt es jedoch leider nicht. Folgende Fragen helfen bei der Entscheidungsfindung: Ist die Textstelle oder der innere Wert in sich so einmalig, dass sie kaum woanders vorkommen? Hierbei können die Länge der Textstelle sowie charakteristische Elemente wie Namen, spezielle Wortkreationen mitentscheidend sein. Weiter: Nimmt die Textstelle im neuen Werk einen prägenden Platz ein?

Neuvertonung oder Neuvertextung

Dasselbe gilt auch, wenn man von einem bestehenden Lied den Text verwendet und dazu eine neue Melodie komponiert. In diesem Fall spricht man von einer Neuvertonung. Hier können die Rechte jedoch nicht isoliert bei dem/den Textautor/-en eingeholt werden, sondern es müssen vielmehr die Rechte am musikalischen Werk bei den Originalberechtigten (also Textautoren und Komponisten) respektive bei einem Musikverleger angefragt werden. Bei gemeinschaftlich geschaffenen Werken muss nämlich das Einverständnis aller Beteiligten vorliegen und nicht nur jenes des Textautors, da ein Werk geändert wird, das zum Zweck der gemeinsamen Verwertung geschaffen wurde. Bei Vertonungen hingegen geht man in der Regel nicht von einem gemeinsam geschaffenen Werk aus. Jeder kann somit frei über seinen Beitrag verfügen.

Bei Neuvertextungen, wenn die Melodie eines Songs beibehalten wird, aber ein neuer Text dazugeschrieben wird, ist die Rechtslage identisch – es handelt sich um eine Bearbeitung des musikalischen Werks. Auch Übersetzungen eines Textes in eine andere Sprache, selbst wenn dieser inhaltlich identisch ist, sind zustimmungspflichtige Bearbeitungen, da auch hier die Individualität des Originalwerks berührt wird.

Achtung: Werden Übersetzungen von Werken verwendet, deren Schutzfrist bereits abgelaufen ist, ist sicherzustellen, dass auch die Übersetzung nicht mehr geschützt ist, da die Übersetzung als Werk zweiter Hand wieder in sich schutzfähig ist.

Das Einholen einer Vertonungs- respektive Bearbeitungserlaubnis kann langwierig sein und ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Für die Rechteklärung ist in jedem Fall genügend Zeit einzuberechnen.

Wichtig: Stillschweigende Einwilligung unzulässig
Wurden bereits viele Anfragen an den Rechteinhaber oder (Musik-)Verlag gestartet und blieben diese unbeantwortet, kann nicht einfach davon ausgegangen werden, dass ein Text im Sinne einer «stillschweigenden Einwilligung» benutzt oder bearbeitet werden darf, nur weil man sich um die Erlaubnis «bemüht» hat. Grundsätzlich gilt: Die Benutzung oder Bearbeitung eines Textes ohne eine Vertonungs- oder Bearbeitungserlaubnis stellt eine Urheberrechtsverletzung dar und kann zivil- sowie strafrechtliche Konsequenzen mit sich ziehen.

Selbst wenn eine Vertonungs- oder Bearbeitungserlaubnis vorliegt, kann der Komponist oder Bearbeiter nicht in jedem Fall komplett frei über das Sprachwerk verfügen. Eine Vertonungserlaubnis beinhaltet zum Beispiel häufig, dass das Werk originalgetreu verwendet werden muss, d. h. es dürfen keine Änderungen am Text vorgenommen werden. Eine Bearbeitungserlaubnis kann nur für eine bestimmte Art von Bearbeitung erteilt werden (bspw. nur die Übersetzung eines Songtextes in eine andere Sprache oder nur die Verwendung bestimmter Textstellen etc.). Darüber hinaus kann sich ein Urheber von Gesetzes wegen immer gegen die «Entstellung» eines Werks wehren, auch wenn er eine Bearbeitungserlaubnis erteilt hat. In diesen (oftmals schwierig zu beurteilenden) Fällen liegt eine Verletzung des «Urheberpersönlichkeitsrechts» vor.

Der Sonderfall «Subtextautor»
Mit dem Subverlagsvertrag wird manchmal vom Originalverlag an den Subverleger insbesondere auch das Recht weitergegeben, neue Sprachfassungen eines bestehenden Liedes erstellen zu lassen. Der Subverleger ist somit berechtigt, Übersetzungen oder einen neuen Text in einer anderen Sprache zu erlauben bzw. in Auftrag zu geben. In diesen Fällen wird der Textautor als «Subtextautor» registriert. Das SUISA-Verteilungsreglement sieht hier vor, dass die Anteile des Subtextautors nicht höher sein dürfen als die reglementarischen Schlüssel.

Zitatfreiheit

Dürfen Texte für die Schaffung eines musikalischen Werks in gewissen Fällen auch ohne Vertonungserlaubnis «zitiert» werden? Literarische Werke dürfen in der Schweiz zwar bewilligungsfrei zitiert werden, wenn das Zitat zur Erläuterung, als Hinweis oder als Veranschaulichung dient und die Quelle, sprich der Originalurheber, angegeben wird (vgl. Art. 25 URG). Allerdings verlangt die Rechtsprechung, dass das Zitat nicht «reiner Selbstzweck» sein darf, man sich also nicht in erster Linie durch die Bekanntheit des Zitats irgendeinen Vorteil verschaffen darf, sondern eben zu Erläuterungs- oder Informationszwecken zitiert wird. Die Frage, ob diese Voraussetzungen bei einer Vertonung und deren Veröffentlichung gegeben sein können, ist wie so oft eine Frage der Auslegung und deshalb nur mit äusserster Zurückhaltung zu bejahen. Im Zweifelsfall besser beim Rechteinhaber nachfragen.

Wesentliche Punkte einer Vertonungserlaubnis

Wenn ein Urheber oder Verlag einer Vertonung zustimmt, sollte diese Zustimmung, genannt Vertonungserlaubnis oder Vertonungsgenehmigung, schriftlich in einem kurzen Vertrag festgehalten werden. Folgende Punkte sind darin zu regeln:

  • Name und Adresse der Vertragspartner (evtl. Künstlernamen)
  • Einräumung der Vertonungserlaubnis: Das Werk, das vertont werden darf, muss zwingend genannt sein. Weiter sollte festgehalten werden, inwieweit dieses Werk textlich bearbeitet werden darf. Der Nutzungsumfang ist ebenfalls zu definieren, insbesondere, ob das Abdruckrecht darin enthalten ist und ob und wie der Textautor bei der Veröffentlichung der Vertonung genannt wird. Zudem ist zu regeln, ob und wie das neu geschaffene Werk bei der SUISA angemeldet werden kann. Vertonungsvereinbarungen sind in der Regel nicht exklusiv. Dem Komponisten entstehen dadurch keine Rechte am Text. Diese verbleiben vollumfänglich beim Textautor.
  • Beteiligung des Textautors: Das SUISA-Verteilungsreglement weist dem Komponisten von Vertonungen und dem Textautor die gleichen Teile zu: Bei unverlegten Werken sind dies je 50%, bei verlegten Werken je 33,33%. Die Anteile sind jedoch grundsätzlich frei festlegbar. Die Buchverlage partizipieren häufig nicht an den Verwertungsrechten der Vertonung, es sei denn, sie sind Mitglied einer Verwertungsgesellschaft für Musik und halten die Beteiligung entsprechend in der Vertonungserlaubnis fest.
    Die Originalrechteinhaber fordern häufig eine pauschale Vergütung für die Vertonungen, und in gewissen Fällen verlangt der Verlag auch eine prozentuale Beteiligung aus Partiturverkäufen, falls das grafische Recht ebenfalls übertragen wurde.
  • Inverlagnahme der Vertonung: Bei der Vertonung geht der Textanteil nicht automatisch an den Musikverlag über. Der Musikverleger muss mit dem Textautor einen gesonderten Verlagsvertrag über dessen Anteil abschliessen. Häufig liegen die Verlagsrechte grosser Autoren bereits bei einem Buchverlag und können nicht an den Musikverlag übergehen.
  • Gewährleistung der Rechte: Der Rechteinhaber muss gewährleisten, dass er über die entsprechenden Rechte verfügt, diese Bearbeitungserlaubnis zu erteilen.
  • Ort, Datum, Unterschrift des Rechteinhabers
  • Rechtswahl und Gerichtsstand

Wie ist eine Vertonung bei der SUISA anzumelden?

Bei der Anmeldung einer Vertonung eines noch geschützten Texts ist zwingend die Vertonungserlaubnis beizulegen. Wurde kein spezifischer Prozentsatz festgelegt, kommt das SUISA-Verteilungsreglement zur Anwendung. Wenn der Textautor nicht Mitglied einer musikalischen Verwertungsgesellschaft ist und es auch nicht werden möchte, akzeptiert die SUISA Abtretungen an den Komponisten. In diesem Falle werden zwar Komponist und Textautor in der Werkdatenbank als Urheber aufgeführt, dem Komponisten werden jedoch beide Teile abgerechnet. Hierfür muss zwingend eine entsprechende Einwilligung des Textautors eingereicht werden.

Zusammenfassung

Um Gedichte zu vertonen, braucht es grundsätzlich immer eine Vertonungserlaubnis der Rechteinhaber – je nach Situation ist diese Erlaubnis beim Urheber, bei dessen Erben oder beim zuständigen Verlag einzuholen. Die Vertonungserlaubnis ist die Voraussetzung dafür, dass eine Vertonung eines noch geschützten Textes bei der SUISA angemeldet werden kann und bildet so die Grundlage für die Beteiligung am Werkertrag.

In der Regel ist bei Vertonungen der Buchverlag zu kontaktieren. Bei unverlegten Texten kann die ProLitteris beim Ausfindigmachen der zuständigen Rechteinhaber behilflich sein. Die SUISA kann lediglich weiterhelfen, wenn der entsprechende Autor bereits Mitglied der SUISA ist. Ist dies der Fall, leitet sie die Vertonungsanfragen an den Urheber oder dessen Erben weiter. Anfragen sind zu richten an: authors (at) suisa (dot) ch

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  1. E.Rick Sommer sagt:

    Guten Tag Frau Leuenberger
    ich habe vor einiger Zeit eine CD aufgenommen mit dem Name (Drei rote Rosen Nr. 577) worauf sich die Songs Immer nur du und Mondscheinnacht befinden. Jetzt habe ich festgestellt dass andere Musiker diese Stücke auf einer CD veröffentlicht haben. Wäre da nicht eine Gutschrift fällig.
    Danke für eine Antwort.
    mfg E. Rick Sommer

    • Manu Leuenberger sagt:

      Sehr geehrter Herr Sommer
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Zur Beantwortung Ihrer konkreten Anfrage besteht weiterer Abklärungsbedarf. Bei spezifischen Einzelfällen wie diesem empfehlen wir deshalb, direkt den Rechtsdienst der SUISA zu kontaktieren: legalservices (at) suisa (dot) ch
      Freundliche Grüsse
      Manu Leuenberger / SUISA Kommunikation

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Sei es für ein Chorwerk oder einen Song, oft ist man als Komponistin oder Komponist von einem bereits bestehenden Text inspiriert und möchte diesen oder Auszüge daraus für eine Komposition respektive einen neuen Song verwenden. Worauf ist bei der Verwendung von fremden Texten zu achten? Wie erhält man eine Vertonungserlaubnis und welche Punkte sollten darin geregelt sein? Text von Claudia Kempf und Michael Wohlgemuth

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SUISA-Mitglieder können sich für das SUISA Songwriting Camp 2019 bewerben | mit Video

Das dritte SUISA Songwriting Camp findet vom 24. bis 26. Juni 2019 in den Powerplay Studios in Maur bei Zürich statt. Ausschliesslich für SUISA-Mitglieder besteht die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Die von der SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions organisierte Veranstaltung brachte bereits mehrere international erfolgreiche Popsongs hervor. Mit «She Got Me», gesungen und mitkomponiert von Luca Hänni, wurde zuletzt zum zweiten Mal in Folge ein Song aus SUISA Songwriting Camp zum Schweizer ESC-Beitrag auserkoren. Text und Video von Manu Leuenberger

Mit dem SUISA Songwriting Camp bietet die SUISA einigen ihrer Mitglieder die Chance, Popsongs mit renommierten internationalen Produzenten und Songschreibern im Team zu komponieren. Das Schweizer Duo Aliose war am letzten SUISA Songwriting Camp mit dabei. Wie die beiden SUISA-Mitglieder ihre Teilnahme erlebt haben, schildern sie im Video.

Wer am Songwriting Camp teilnehmen will, muss über gefestigte musikalische Kenntnisse verfügen, unter Zeitdruck eine kreative Leistung von hohem Niveau abliefern können und für Kritik und Austausch mit den Mitkomponistinnen und Mitkomponisten offen sein.

Die anspruchsvolle Aufgabe ist: In einem Team bestehend aus drei bis fünf Personen innerhalb eines Tages nach Vorgabe einen Popsong zu schreiben – dabei wird am Morgen mit einem leeren weissen Blatt begonnen, bis am Abend muss ein vollständiger Demotrack fertig sein.

Popsongs mit Hitpotential

Der musikalische Stil der Songs kann alle Ausprägungen des zeitgemässen Pop umfassen, der auch in der Hitparade, auf Streamingplattformen oder in Radio/TV erfolgreich sein könnte. Denn die Songs sollen zum einen Verlagen und Interpreten angeboten werden oder zum anderen auch für den Eurovision Song Contest verwendbar sein.

Am SUISA Songwriting Camp 2018 hatten 36 Musikschaffende aus dem In- und Ausland teilgenommen. Von den 19 Songs, die bei der letztjährigen Durchführung entstanden, haben zwei Kompositionen mittlerweile internationale Bekanntheit erlangt: Die Stücke «She Got Meۛ» als auch «Sister» stehen für die Schweiz respektive für Deutschland in der Endrunde des Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv.

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2019

Das dritte SUISA Songwriting Camp findet statt vom 24. bis 26. Juni 2019 in den Powerplay Studios in Maur bei Zürich. Organisiert wird die Veranstaltung von der SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions. Pele Loriano Productions ist im Auftrag der SUISA für die künstlerische Leitung des Songwriting Camps zuständig.

SUISA-Mitglieder können sich für eine Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2019 bewerben. Du bist Produzentin oder Produzent, Songwriterin oder Songwriter (Topliner), Textautorin oder Textautorin und du glaubst, die Anforderungen in Bezug auf musikalisches Handwerk und Fähigkeiten zu erfüllen? Dann schicke uns deine Bewerbung, die Folgendes enthalten sollte:

  • eine Kurzbiographie;
  • aussagekräftige Referenzsongs (mp3-Dateien oder Internet-Links);
  • Kontaktangaben.

Die Bewerbungen sind per Mail zu schicken an die Adresse: songwritingcamp (at) suisa (dot) ch
Einsendeschluss für Bewerbungen ist am: Montag, 22. April 2019

Wichtig: Über dieses Bewerbungsverfahren werden ausschliesslich Teilnahmeplätze an SUISA-Mitglieder vergeben. Wer sich bewirbt, sollte gewährleisten können, dass er an einem oder mehreren der Veranstaltungstage (24. – 26. Juni 2019) für eine Teilnahme zur Verfügung steht.

Termine und Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Auswahl aller Künstlerinnen und Künstler, die zum Camp eingeladen werden, erfolgt durch die künstlerische Leitung. Eine geeignete Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für den kreativen Erfolg der «Songwriting sessions» von entscheidender Bedeutung.

Zusagen respektive Einladungen und weitere Informationen zur Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2019 werden bis am 31. Mai 2019 persönlich durch den künstlerischen Leiter mitgeteilt.

Es werden keine Absagen verschickt. Wer bis zum 31. Mai 2019 keine Zusage erhalten hat, konnte für die Teilnahme am Songwriting Camp 2019 nicht berücksichtigt werden.

Voraussichtlich wird die Anzahl der Bewerbungen die Zahl der zur Verfügung Teilnahmeplätze um ein Vielfaches übersteigen. Zu beachten ist, dass durch die Bewerbung zu keiner Zeit ein Anspruch auf eine Teilnahme entsteht. Über die Platzvergabe wird ausserdem keine Korrespondenz geführt. Zur Durchführung von weiteren von der SUISA unterstützten Songwriting Camps können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.

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Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else?Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else? Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren. Weiterlesen
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  1. Busseniers sagt:

    J ai eu la chance d avoir un feedback de Jeroen Swinnen, le belge, ce qui m a permis de bien evoluer
    C est egalement , a Jeroen Swinnen, que j ai achete le digidesign pro tools ,
    Merveilleux engin
    Bonne journee a Vous
    Christian Busseniers

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Die Chansons von Charles Aznavour sind Teil unserer kollektiven Identität

Charles Aznavour war seit 1976 Mitglied der SUISA und gehörte zu unseren berühmtesten Mitgliedern. Die unzähligen Würdigungen, die seit seinem Tod von Radio- und Fernsehsender weltweit und der internationalen Presse veröffentlicht wurden, führen uns nochmals das Ausmass seines Ruhmes vor Augen und wir können daraus auch einiges lernen. Nachruf von Xavier Dayer, Präsident der SUISA

Die Chansons von Charles Aznavour sind Teil unserer kollektiven Identität

Charles Aznavour, im Bild bei einem Auftritt im Teatro Regio di Parma am 30. Oktober 2009, schrieb im Verlaufe seiner Karriere Texte und Musik von unzähligen Liedern. (Foto: Fabio Diena / Shutterstock)

Charles Aznavour war ein genialer Sänger mit einer herausragenden Bühnenpräsenz, aber er war auch ein aussergewöhnlich guter Komponist und Textautor, der mehrfach selbst betont hat, wie wichtig auch diese Tätigkeit für ihn war.

In den öffentlichen SACEM-Archiven befindet sich noch seine Aufnahmeprüfung, mit der er sich im Jahr 1947 bei der französischen Verwertungsgesellschaft als Urheber registrierte. Ja, damals war es tatsächlich so, dass jedes Neumitglied eine Aufnahmeprüfung ablegen musste! Besonders bewegend ist, einen Text mit dem Titel «Si je voulais» zu lesen, der von den SACEM-Mitarbeitenden mit dem Rotstift korrigiert wurde.

Dies ruft eindrücklich die verschiedenen Etappen in Erinnerung, die Charles Aznavour vom unbekannten Künstler bis zum Weltstar durchlaufen musste. Dabei drängt sich der Gedanke auf, dass der Lebensweg dieses Sohnes armenischer Einwanderer eine Hymne auf die Öffnung unserer modernen Gesellschaft ist; eine Öffnung zur Akzeptanz und zum Bewusstsein, dass sich Kulturen durch ihre Verbindung gegenseitig bereichern. Vielleicht sitzt ja gerade in diesem Moment ein neuer «Charles Aznavour» in einem Boot und überquert das Mittelmeer.

Aznavours «Sandkornstimme» und die Lieder mit ihren markanten Texten und Melodien sind heute ein Teil von uns und unserer kollektiven Identität. Unsere Gegenwart wurde von seinem Werk beeinflusst, und sein Lebensweg gibt allen Urhebern Hoffnung.

Die Ausdruckskraft von Musik lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Ebenso können Worte allein der Dankbarkeit nicht gerecht werden, die wir bei der SUISA dafür empfinden, dass Charles Aznavours unserer Verwertungsgesellschaft sein Vertrauen geschenkt hatte. Das ist eine grosse Ehre, und wir möchten der Familie von Charles Aznavour unser Beileid aussprechen.

www.aznavourfoundation.org

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Charles Aznavour, im Bild bei einem Auftritt im Teatro Regio di Parma am 30. Oktober 2009, schrieb im Verlaufe seiner Karriere Texte und Musik von unzähligen Liedern. (Foto: Fabio Diena / Shutterstock)

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«Das Cello spricht wie ein Mensch»

Neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt war Dr. Beat Richner zeit seines Lebens als Musiker aktiv. Ab 1972 trat er unter dem Künstlernamen «Beatocello» auf. Für seine poetisch-kabarettistischen Musikprogramme schrieb er Musik und Texte von mehreren Werken selbst. In der Nacht auf Sonntag, 9. September 2018, ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 71 Jahren gestorben. Text von Manu Leuenberger

Beat Richner: «Das Cello spricht wie ein Mensch»

Der musizierende Kinderarzt Dr. Beat Richner – hier in einem Szenenbild aus dem Film «LʼOmbrello di Beatocello» von Georges Gachot – war seit 1978 SUISA-Mitglied. (Foto: Gachot Films / www.lombrellodibeatocello.com)

Beat Richner wurde am 13. März 1947 geboren und wuchs in Zürich auf. Nach der Matura widmete er sich ein Jahr lang der Musik. Der 19-Jährige trat mit einem Programm namens «Träumerei eines Nachtwächters» öffentlich auf. Während seines anschliessenden Medizinstudiums entwickelte er die Figur des Musikclowns «Beatocello». Unter diesem Künstlernamen wurde Beat Richner in der Schweizer Kleinkunstszene bekannt. Im Zusammenhang mit seinem humanitären Engagement in Kambodscha fand der musizierende Kinderarzt auch im Ausland Beachtung.

1978 wurde Beat Richner Mitglied bei der SUISA. Er war Komponist und Textautor von Liedern, die er hauptsächlich für die Beatocello-Musikprogramme schrieb. Seine Kompositionen tragen Titel wie «Chatz und Muus», «SʼTröpfli», «Zirkus», «Doctor PC», «De Sprinti und de Läbi» oder «Dong und Deng» und sind auf verschiedenen CD-Aufnahmen verewigt. Auf anderen Aufnahmen ist der Cellist auch als Interpret von Werken von Bach, Vivaldi und Bruch zu hören.

Das Cello war für Dr. Beat Richner ein treuer Begleiter. Er spiele darauf täglich 30 bis 40 Minuten, erzählte er einmal in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten», damit bleibe er fit für die Konzerte, die er jeden Samstag in Siem Reap für Besucher aus aller Welt spielte, um dabei über die von ihm gegründeten Spitäler zu informieren und dafür Spenden aufzubringen. «Das Cello spricht da wie ein Mensch», sagte Beat Richner im Interview. «Eine einfache, eine warme menschliche Sprache, die tröstet.»

www.beat-richner.ch

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  1. Dodo Leo sagt:

    An Beatocello erinnere ich mich oft, immer wieder gerne und, als wenn es gestern gewesen wäre, dass ich seine Lieder gehört habe.
    Das trifft es aber eigentlich nicht ganz, viel mehr war Hr. Richners Figur eine ständige und haltgebende Begleitung meiner Kindheit. Der Umstand, warum ich seiner Musik und Geschichten als Kind begegnete, kommt daher, dass ein erheblicher Teil dieser Kindheit – vor allem in der früheren Phase – im Kinderspital stattfand. Ich hatte ein kleines, silbergraues Kassettengerät, mit dem man nur vorwärt spulen konnte, und das ein bisschen schepperte. Das machte mir nichts aus, denn was ich hörte, war viel mehr als Musik. Es waren Gefühle des Trostes, Linderung der Angst.
    Wenn Hr. Richner in dem Interview mit der »Schweizer Illustrierten« davon sprach, das Cello würde „sprechen wie ein Mensch“, dann kann ich das nur bestätigen. Für mich war es ganz genau so, ich erinnere mich gut. Einmal, so meine ich mich jedenfalls ebenfalls erinnern zu können, war er sogar bei uns auf der Station. Aber, vielleicht ist das auch Wunschdenken eines Erwachsenen, der sich wünscht, es wäre damals so gewesen. Irgendwie war er sowieso immer da.
    Ich halte inne und senke mein Haupt, verbeuge mich in tiefer Annerkennung und Dankbarkeit an einen selbstlosen Mann, der mir und vielen anderen im Leben so viel gegeben hat und sage; Danke Hr. Richner.
    Dodo Leo

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Neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt war Dr. Beat Richner zeit seines Lebens als Musiker aktiv. Ab 1972 trat er unter dem Künstlernamen «Beatocello» auf. Für seine poetisch-kabarettistischen Musikprogramme schrieb er Musik und Texte von mehreren Werken selbst. In der Nacht auf Sonntag, 9. September 2018, ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 71 Jahren gestorben. Text von Manu Leuenberger

Beat Richner: «Das Cello spricht wie ein Mensch»

Der musizierende Kinderarzt Dr. Beat Richner – hier in einem Szenenbild aus dem Film «LʼOmbrello di Beatocello» von Georges Gachot – war seit 1978 SUISA-Mitglied. (Foto: Gachot Films / www.lombrellodibeatocello.com)

Beat Richner wurde am 13. März 1947 geboren und wuchs in Zürich auf. Nach der Matura widmete er sich ein Jahr lang der Musik. Der 19-Jährige trat mit einem Programm namens «Träumerei eines Nachtwächters» öffentlich auf. Während seines anschliessenden Medizinstudiums entwickelte er die Figur…Weiterlesen

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Die SUISA organisiert in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions erneut ein Songwriting Camp. Das zweite SUISA Songwriting Camp wird vom 18. bis 20. Juni 2018 durchgeführt. SUISA-Mitglieder können sich für die Teilnahme bewerben. Text von Manu Leuenberger

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Das SUISA Songwriting Camp wird im Juni 2018 zum zweiten Mal durchgeführt. Das Bild zeigt eine Gruppenaufnahme von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der erfolgreichen Première des Songwriting Camps in den Powerplay Studios im August 2017. (Foto: Manu Leuenberger)

Das SUISA Songwriting Camp findet nach der erfolgreichen Première im Sommer 2017 (4 Songs aus dem Camp im Schweizer ESC-Final, darunter der Siegersong «Stones») zum zweiten Mal statt. Dieses Jahr wird das Songwriting Camp vom Montag, 18. bis Mittwoch, 20. Juni 2018 durchgeführt. Als Veranstaltungsort sind die Powerplay Studios in Maur bei Zürich eingeplant.

Das Ziel des Songwriting Camps ist, radiotaugliche Pop-Songs mit Hitparadenpotential zu komponieren, die stilistisch alle Facetten des zeitgemässen Pop – in der Bandbreite von «urban» bis Singer/Songwriter – umfassen können. Die Songs sollen zum einen Verlagen und Künstlern aus dem Pop-Bereich angeboten werden können oder auch für den Eurovision Song Contest verwendbar sein.

Teilnahmeplätze für SUISA-Mitglieder

Die genaue Anzahl an Teilnahmeplätzen beim Songwriting Camp wird erst durch die konkrete Zusammenstellung der teilnehmenden Songwriter bekannt. Mindestens die Hälfte der Teilnahmeplätze steht für Mitglieder der SUISA aus allen Landesteilen der Schweiz offen. Für die SUISA-Mitglieder ergibt sich die Möglichkeit, am Songwriting Camp gemeinsam mit internationalen Profi-Songwriter Stücke zu komponieren.

Für die Teilnahme am Songwriting sind sattelfeste musikalische Fertigkeiten, Teamgeist, Kreativität und effizientes Arbeiten gefragt. Bei den «Songwriting sessions» haben Teams bestehend aus 3 bis 5 Personen die Aufgabe, innerhalb eines Tages einen Song von Grund auf zu schreiben – am Abend steht jeweils eine Demoversion des fertigen Stücks.

Damit die Zusammenarbeit gelingt, muss man unter Zeitdruck sein kreatives Potential abrufen können und für den kritischen Austausch unter den Mitkomponisten offen sein. Über ihre Erfahrungen am letztjährigen SUISA Songwriting Camp erzählten in Video-Interviews die SUISA-Mitglieder Kate Northrop, Lars Christen, Chiara Dubey, Alejandro Reyes und die Geschwister Co & Stee Gfeller aka Zibbz.

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Für die Teilnahme am Songwriting Camp bewerben können sich SUISA-Mitglieder. Gesucht werden Produzentinnen/en, Textautorinnen/en, Komponistinnen/en und Songwriter/Singer, die an einem oder mehreren Tagen am SUISA Songwriting Camp teilnehmen möchten.

Die Bewerbung sollte enthalten:

  • eine Kurzbiographie;
  • aussagekräftige Referenzsongs (mp3-Dateien oder Internet-Links);
  • Kontaktangaben (inkl. gültiger E-Mail-Adresse und Telefonnummer).

Die Bewerbungen mitsamt Unterlagen bitte per Mail mit dem Betreff «Bewerbung – SUISA Songwriting Camp 2018» schicken an die Adresse:
songwritingcamp (at) suisa (dot) ch
Der Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 8. April 2018.

Auswahlverfahren und Termine

Die Auswahl sowohl der internationalen Künstlerinnen und Künstler als auch der teilnehmenden SUISA-Mitglieder erfolgt durch den künstlerischen Leiter des Songwriting Camps. Eine harmonische Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für den kreativen Erfolg der «Songwriting sessions» von entscheidender Bedeutung. Die künstlerische Leitung wird von Pele Loriano Productions im Auftrag der SUISA wahrgenommen.

Zusagen respektive Einladungen und weitere Informationen zur Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2018 werden bis am 31. Mai 2018 persönlich durch den künstlerischen Leiter mitgeteilt.

Es werden keine Absagen verschickt. Wer bis zum 31. Mai 2018 keine Zusage erhalten hat, konnte für die Teilnahme am Songwriting Camp 2018 nicht berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass durch die Bewerbung zu keiner Zeit ein Anspruch auf eine Teilnahme entsteht. Über die Platzvergabe wird ausserdem keine Korrespondenz geführt. Es ist unbestimmt, ob die SUISA nach dem Juni 2018 weitere Songwriting Camps mitorganisiert.

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«Wir wollten einen Song schreiben, der zu uns passt» | mit Video«Wir wollten einen Song schreiben, der zu uns passt» | mit Video Mit ihrem Song «Stones» stehen die SUISA-Mitglieder Co und Stee Gfeller, bekannt als ZiBBZ, im Wettbewerb um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contest. Geschrieben haben sie das Stück zusammen mit der kanadischen Songwriterin Laurell Barker am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA im August 2017. Im Videobeitrag erzählen die Geschwister mehr über die Entstehung des Songs und weshalb solche Songwriting Camps wichtig sind. Weiterlesen
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Die SUISA organisiert in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions erneut ein Songwriting Camp. Das zweite SUISA Songwriting Camp wird vom 18. bis 20. Juni 2018 durchgeführt. SUISA-Mitglieder können sich für die Teilnahme bewerben. Text von Manu Leuenberger

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Das SUISA Songwriting Camp wird im Juni 2018 zum zweiten Mal durchgeführt. Das Bild zeigt eine Gruppenaufnahme von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der erfolgreichen Première des Songwriting Camps in den Powerplay Studios im August 2017. (Foto: Manu Leuenberger)

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«Du willst immer den bestmöglichen Song schreiben» | mit Video

Die Songwriterin Kate Northrop ist hauptsächlich Textautorin und somit eine kreative Schafferin, die gewöhnlich nicht im Rampenlicht steht. Zusammen mit drei weiteren Miturhebern hat das SUISA-Mitglied den Song «Kiss Me», Naemans Beitrag für den Eurovision Song Contest, komponiert. Im Video-Interview erzählt Kate Northrop, wie der Songtext entstanden ist und wieso das Songwriting Camp der SUISA und von Pele Loriano Productions für sie inspirierend war. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Hinter jedem guten Song steckt ein guter Songwriter. Im Fall von «Kiss Me» sind es gleich vier. Interpretiert wird der Song, der in der Schweizer Endauswahl für den Eurovision Song Contest 2018 steht, von Naeman. Komponiert wurde er vom Lausanner Alejandro Reyes, dem Schweden Ken Berglund, dem US-Amerikaner Eric Lumière und Kate Northrop.

Die in der Schweiz wohnhafte US-Amerikanerin hat den Songtext beigesteuert. Die Geschichte, von der das Lied handelt, wurde im Teamwork erarbeitet: «Wir haben uns zuerst gegenseitig die Geschichte des Songs erzählt», erzählt die Songwriterin im Interview. «Dann haben wir versucht, das alles mit Musik, Wort und vor allem Emotionen zu beschreiben.»

Kate Northrop hat schon zuvor mit verschiedenen Co-Autoren Songs geschrieben. Das Setting am Songwriting Camp war für sie allerdings eine völlig neue Erfahrung. Hier musste sie mit Leuten, die sie noch nie zuvor getroffen hatte, innerhalb von 12 Stunden einen fertigen Song schreiben. Kate Northrop war von dieser Art, Songs zu schreiben, begeistert. «Es war unglaublich inspirierend, mit diesen Künstlern zusammenzuarbeiten», sagt sie. «Du musst dich öffnen und dich auf ihre Kreativität einlassen, damit etwas entsteht.»

Dass am Songwriting Camp gezielt Lieder für den ESC geschrieben werden sollen, hatte keinen Einfluss auf Kate Northrops Arbeit: «Ich glaube nicht, dass es anders ist, für den Eurovision zu schreiben oder irgend ein Lied. Du willst immer den bestmöglichen Song schreiben.»

www.songwave.ch, Website von Kate Northrop

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SUISA-Mitglieder können sich für das Schedler Music Songwritercamp 2018 bewerben

Bereits zum sechsten Mal richtet die Rudi Schedler Musikverlag GmbH vom 13. bis 18. Januar 2018 das internationale «Pop & Schlager Songwritercamp» aus. SUISA-Mitglieder können bis 31. Oktober 2017 ihre Bewerbung für einen Teilnahmeplatz am Schedler Music Songwritercamp 2018 einreichen. Text von Fiona Schedler, Schedler Music

SUISA-Mitglieder können sich für das Schedler Music Songwritercamp 2018 bewerben

Internationale Team-Arbeit am Schedler Music Songwriter Camp 2016: Der Berner Luca Hänni (rechts im Hintergrund) komponierte einen Song zusammen mit dem US-Amerikaner Dillon Dixon (links) und dem Schweden Erik Wigelius. (Foto: Ratko Photography)

Am «Pop & Schlager Songwritercamp» von Schedler Music schreiben Songwriter aus über 7 Nationen unter dem Motto «It’s all about the song» 5 Tage lang in 3er-Teams an potentiellen Hits von morgen. Insgesamt nehmen 35 nationale und internationale Musikschaffende daran teil, wobei 5 Plätze speziell für SUISA-Mitglieder zur Verfügung stehen. KomponistInnen, TexterInnen und ProduzentInnen können sich ab sofort bis spätestens 31. Oktober 2017 für die Teilnahme am Schedler Music Songwritercamp, das vom 13. bis 18. Januar 2018 in Steeg, Österreich, stattfindet, bewerben.

Bewerbung, Auswahlverfahren, Teilnahme

Die Teilnahmeplätze werden über ein Auswahlverfahren vergeben. Wenn du als Komponist, Texter oder Produzent am «Pop & Schlager Songwritercamp» teilnehmen möchtest, sende bitte:

  • eine Kurzbiographie (Stichworte reichen)
  • und Referenzsongs (mp3-Dateien oder Links)

per Mail mit dem Betreff «Bewerbung – Pop & Schlager Songwritercamp» an folgende Adresse: summit (at) schedlermusic (dot) com. Bitte erwähne in der Bewerbung, dass du SUISA-Mitglied bist. Einsendeschluss ist am 31.10.2017. Die ausgewählten Songwriter werden Ende November von Schedler Music informiert.

SUISA-Mitglieder können sich für das Schedler Music Songwritercamp 2018 bewerben

Mit Begeisterung beim Songwriter Camp 2016 mit dabei: das slowenische Songwriter-Gespann Sasa Lendero (Mitte) und Mihael Hercog (links) mit dem deutschen Texter Oliver Lukas. (Foto: Ratko Photography)

Schedler Music Summit 2018

Im Anschluss an das Songwritercamp findet am 18. und 19. Januar 2018 erneut der Musikbranchentreff «Schedler Music Summit» statt. Bei dieser Gelegenheit werden die neu entstandenen Songs aus dem Camp im Rahmen einer «Song-Präsentation» am Donnerstag, 18. Januar 2018 (ab 20:00 Uhr) vor Branchenpublikum präsentiert.

Weitere Informationen über das Camp gibt es auf folgender Website: www.schedlermusicsummit.com.
Einen guten Eindruck vermittelt auch der Camp/Summit Aftermovie 2017.

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Verlagsbeteiligung bei der SUISA nicht in GefahrVerlagsbeteiligung bei der SUISA nicht in Gefahr Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2015 und zwei deutsche Urteile aus dem letzten Jahr haben die Partizipation von Verlegern an den Erlösen von Verwertungsgesellschaften grundsätzlich in Frage gestellt. Weshalb bei der SUISA nicht passieren kann, was bei der Gema passiert ist. Weiterlesen
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Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Am 18. Juli vor 75 Jahren wurde Toni Vescoli geboren. Und am 19. September vor 55 Jahren gründete der Zürcher Musiker die legendäre Beat-Band Les Sauterelles. Diese feiert ihr Jubiläum mit einer Tournee, die an der «Beatleweek» in Liverpool beginnt. Parallel dazu tritt Toni Vescoli weiterhin mit seinen Mundart-Projekten «MacheWasiWill», «imDUO» und «Toni VESCOLI&Co» auf. Text von Gastautor Markus Ganz

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Toni Vescoli, SUISA-Mitglied seit 1967, hat nicht nur den schweizerischen Beat geprägt, er war auch Mundart-Pionier, Dylan-Interpret und Erzähler der Pingu-Hörspiele (Foto: Kessler)

Den GW, den Grössenwahn, habe er jedenfalls nicht bekommen, erklärte Toni Vescoli vor fünf Jahren in der Fernsehsendung «Stars extra», verlegen grinsend. Die Moderatorin Sandra Studer hatte ihn gefragt, wie es denn gewesen sei, dass er 1968 mit Les Sauterelles («Heavenly Club») sogar noch vor den Beatles («Hey Jude») in der Schweizer Hitparade gestanden habe. Damit hatte sich der Zürcher Sänger, Gitarrist und Songwriter selbst gut charakterisiert. Denn er gibt zwar bis heute offensichtlich gerne Konzerte – aber der Musik und nicht des Rampenlichts wegen.

Toni Vescoli ärgerte sich schon 1964 «masslos» darüber, dass ihr Impresario für Les Sauterelles einen zusätzlichen Namen erfand und diesen sogar grösser auf die Plakate druckte: «The Swiss Beatles». Er wollte sich aber nicht mit Stars vergleichen, sondern mit seinem eigenen Schaffen bestehen. Spätestens ab den 1970er Jahren ging er unbeirrt von Trends und Szenen seinen eigenen Weg.

Der Weg zum Beat

Die Leidenschaft für Musik hatten allerdings nicht englische Beat-Musiker, sondern amerikanische Stars wie Johnny Cash und vor allem Elvis Presley ausgelöst. Er habe solche Musik bereits Ende der fünfziger Jahre gespielt, erzählte Toni Vescoli dem Autoren in einem früheren Interview. Er sei in einem In-Café im Zürcher Niederdorf jeweils auf einem Tisch gestanden und im grösseren Rahmen manchmal von einer Dixie-Band begleitet worden. Den Wechsel zum Beat leiteten dann die Shadows mit ihrem speziellen Sound von elektrischen Gitarren ein.

Dazu brauchte er eine Band, weshalb er 1962 Les Sauterelles gegründet habe, deren gesamte Geschichte von vielen personellen Wechseln geprägt ist. Den kommerziellen Höhepunkt bringt 1968 die Single «Heavenly Club», die in den meisten europäischen Ländern sowie in den USA und in Japan veröffentlicht wurde. Bis zu 350 Konzerte pro Jahr hätten sie gegeben und manchmal bis zu sieben Stunden gespielt. Trotzdem hatte die Band mit Geldproblemen zu kämpfen, so dass Toni Vescoli 1970 in einer Todesanzeige verkündete: «Die Sauterelles sind tot».

Die legendäre Schweizer Beat-Band Les Sauterelles wurde vor 55 Jahren gegründet. 2017 feiert die Band ihr Jubiläum mit einer Tournee, die in Liverpool beginnt. (Foto: Gerhard Born)

Amerikanische Einflüsse

Es war der Folk und im speziellen Bob Dylan, der Toni Vescoli musikalisch zurück zum amerikanischen Liedgut brachte und seine Solokarriere prägte; davon zeugt auch sein Album «Bob Dylan Songs» (1993) mit Adaptionen in Zürichdeutsch. Der Folk sei zusammen mit dem Westcoast der 1970er Jahre sein Einstieg zu seiner späteren Americana-Mischung gewesen, erzählte Toni Vescoli im Interview. Aber schon seine Klassiker «Susanne» und «N1» seien eigentlich Country-Nummern gewesen, fast schon Bluegrass.

Anfang der 1980er Jahren kehrte Toni Vescoli zum Rock zurück, wurde durch Ry Cooder aber auch ein Fan des Akkordeonisten Flaco Jimenez, der dann auch auf seinem Album «Tegsass» (1999) mitspielte. Dessen Tex-Mex habe ihn an seine Jugendzeit in Peru (im Alter von vier bis neun Jahren) erinnert, als sie im Radio mexikanische Volkslieder gehört hätten. Zusammen mit dem Cajun färbte dies deutlich auf das Americana-Album «66» (2008) ab, insbesondere auf den lüpfigen Single-Titel «El Parasito».

Mundart-Pionier

Bedeutsamer als der stilistische Wandel war Toni Vescolis pionierhafter Wechsel zum Dialekt im Jahr 1970. Er war beauftragt worden, für die Enthüllung eines Tell-Denkmals der Zeitschrift Pop einen Song zu schreiben. Statt wie gewünscht einen hochdeutschen Text zu schreiben, fand er Mundart passender – und der Song kam gut an. Er schrieb weitere Mundartlieder, doch sein Produzent habe 1971 gemeint, dafür sei es noch zu früh.

Deshalb erschien sein erstes Mundartalbum erst 1974 –und Reinhard Meys Coverversion des Lieds «Susanne» noch vor Vescolis Original. Bemerkenswert ist auch sein Song «N1», mit dem er bereits 1983 den zwiespältigen Charakter der die Schweiz verbindenden Autobahn N1 (heute A1) thematisierte. «N1 Du bisch e Schtraass wo-n i hass, aber irgendwie han-i Di gern»; ein Gassenhauer zum Thema Verkehr war bereits «Scho Root» (1975) gewesen.

Bis heute bescheiden und bodenständig geblieben: Toni Vescoli. (Foto: Plain)

Neuartige Kombination

Ungewohnt war damals vor allem, dass Toni Vescoli seine Mundarttexte mit amerikanischer Musik kombinierte und damit die Liedermacher-Tradition aufbrach. Er habe damals gemerkt, dass er mit Mundart die Leute viel direkter erreichen könne. Deshalb habe er seine Musik in eine Richtung entwickelt, bei der man die Texte gut heraushörte. Dies habe ihn zum Folk geführt, den er auch alleine spielen konnte.

Als er folgerichtig einmal von einem Kleintheater engagiert wurde, merkte er, dass er keine Verstärker mehr brauchte und dass die akustische Gitarre genügte. So sei er in einer Szene gelandet, die er nicht gesucht hatte, aber wo es ihm wohl war: Er spielte danach fast 18 Jahre ohne Anlage. Irgendwann sei ihm aber die Szene, wo man ihm «gläubig an den Lippen» gehangen habe, zu nah gewesen. Er hatte wieder Lust auf die elektrische Gitarre, wovon der Song «Wäge Dir» handelt.

Worte für ein Liebeslied

Der Wechsel zum Dialekt war nicht einfach gewesen. In Mundart müsse man sich sehr gut überlegen, was man singen will, meinte Toni Vescoli im Interview. Es komme einem nicht so leicht über die Lippen, «ich liebe Dich» zu singen – auch wenn dies heute nicht mehr so peinlich wirke, wie die aktuelle Mundartszene zeige.

Toni Vescoli thematisierte die Schwierigkeit, für ein Liebeslied Worte zu finden, im Song «Lady Lo», wo er singend zum Schluss kommt: «öisi Schprach isch unbruchbar». Es sollte ein Liebeslied an seine Frau werden, erklärte Toni Vescoli, sei aber eigentlich ein Bekenntnis des textlichen Scheiterns geworden. Alles habe kitschig und plump geklungen – also habe er dies zum Thema gemacht. Wo Worte für Gefühle unbrauchbar werden, könnte rein instrumentale Musik die Lösung sein. Darauf meinte Toni Vescoli lachend, dazu sei er als Sologitarrist schlicht zu wenig gut.

Nein, dem Grössenwahn ist Toni Vescoli bis heute nicht verfallen. Und er hat auch immer wieder gezeigt, dass er weder Berührungsängste zu jungen Musikern noch anderen Stilrichtungen wie Hip-Hop hat. 2012 etwa präsentierte er auf TV SRF im Rahmen der Reihe «Cover Me» seine Interpretation von Baba Uslenders «Baustellsong». Toni Vescoli ist eben auch musikalisch jung geblieben – und so möge es bleiben!

Informationen und Live-Daten: www.vescoli.ch (u.a. Auftritte mit Les Sauterelles in Liverpool im Rahmen der „Beatleweek“ vom 25. – 28. August).

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  1. Ich lernte Toni in den frühen 80er Jahren kennen, als ich der lead Gittarist der Windows war. Toni präsentierte eine TV Show, in der wir auftraten. Ich erinnere mich ganz besonders an ein Konzert im Kongresshaus für die Neubürger Feier, an der Toni präsentierte. Zuerst spielte das Hazi Osterwald Orchester, dann wir. Während wir spielten, standen plötzlich Reihen von Gästen auf und gingen zum Ausgang. Wir hatten keine Erklärung dafür. . . bis wir das Tränengas ‚witterten‘, welches ein Idiot in der Mitte des Kongresshauses abgelassen hatte. Toni, mit Tränen in den Augen, steckte seinen Kopf aus dem Vorhang und rief uns zu, „Mached witer, mached witer“. Der Anlass war dann leider zu Ende, da sich niemand dem Tränengas aussetzen wollten.

    Ich war lange zuvor auch mal mit dem Sauterelles Bassisten Freddy Mangili befreundet. Auch ein sehr netter Typ.

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New Jersey, südlich von Bern

Polo Hofer erhält den Preis der FONDATION SUISA 2017 in der Kategorie «Textautoren/innen». Was das Schaffen des Preisträgers auszeichnet, schildert der Berner Singer/Songwriter Christoph Trummer im Gastbeitrag.

New Jersey, südlich von Bern - Polo Hofer Preis der FONDATION SUISA 2017

Polo Hofer, Gewinner des Preises der FONDATION SUISA 2017, hat mit seinen Songtexten Eingang in die Volkskultur gefunden und das Lebensgefühl Rock’n’Roll für die Deutschschweiz übersetzt. (Foto: Patric Spahni)

Man könnte es kurz machen: Der Preis der FONDATION SUISA ist ein Anerkennungspreis für besonderes Schaffen. 2017 wird er zum ersten Mal an eine Textautorin oder einen Textautoren vergeben. Polo Hofer war nominiert. Was sonst hätte die Jury tun sollen?

Aber diesem würdigen Preisträger und seinem Werk widmen wir gerne etwas mehr Worte.

Menschen, die mit Jahrgängen nach 1970 in der Deutschschweiz aufgewachsen sind, dürften Mühe haben, sich ihre Schulzeit, ihre Jugend und das Leben in der Schweiz an sich vorzustellen ohne Polo Hofer und seine Songs und Texte. Einige, wie «Bin i gopfriedstutz e Kiosk» bis «Bim Sytesprung im Minimum e Gummi drum», sind zu Bonmots geworden, die aus der Alltagssprache nicht wegzudenken sind. «Alperose» können auch Menschen mitsingen, bei denen nicht mal die Eltern eine Polo-Hofer-CD besitzen.

Songtexte wurden zu Volkskultur

Diese Texte sind Volkskultur geworden, mit Sicherheit im deutschsprachigen Landesteil. Mit Polos Diskografie seit den frühen Rumpelstilz-Jahren lässt sich auch die Geschichte einer bewegten Schweiz nacherzählen. Der «Summer 68», als man (offenbar) zum Kiffen nach Kabul gereist ist. Die wilden 70er als Jahre des Aufbruchs, mit Rosmarie bis nach Spanien, freie Liebe neben dem «Teddybär». Die dunkle Seite des Traums in Form einer «Silbernaadle töif im Arm». Und schon damals, abgelöscht von der Konsumwelt voll im «Waarehuus Blues».

Polos Texte sind manchmal explizit politisch: «Da isch nüt vo Grächtigkeit / So wie’s i dr Verfassig schteit» («Um WAS geits?») Aber er erzählt auch Weltgeschichte als persönliche Geschichte, wenn eine alte Liebe mit dem Fall der Mauer endlich eine Chance bekommt («Wenn in Berlin bisch»). Und übt Gesellschaftskritik mit Rollenprosa, die ihre Poesie am Stammtisch gefunden hat, etwa wenn der Bauernsohn von der Lochmatt über die leeren Versprechen eines Lebens in den Lichtern der Stadt resümiert: «Lah mi vergässe bim rote Wy». Das ist volkstümlich im besten Sinne, und es hat auch seine Nebenwirkungen.

Manchmal geht ob der lauten Rolle des Polo National etwas unter, dass er als Texter auch anders kann. Wenn er «Im letschte Tram» über seine Endlichkeit sinniert, oder «I dr Gartebeiz vom Hotel Eden» im Wortsinn Gott und die Welt verhandelt, ohne sich dabei ins Intellektuelle zu versteigen.

Rock’n’Roll für die Schweiz übersetzt

Einige von Polo Hofers grossen Songs sind kongeniale Übersetzungen: Tom Waits «Jersey Girl» als «Meitschi vom Wyssebüehl», Todd Sniders «Alright Guy» als «Liebe Siech», Dylans «Leopard-Skin Pill- Box Hat» als «Schlangelädergurt». Und damit kommt man einer weiteren Rolle auf die Spur, die ihn (nicht nur) für die Mundartmusik in der Schweiz so bedeutsam macht: Er ist ein Übersetzer. Nicht nur ein Übersetzer von Songtexten, sondern einer der wichtigsten Übersetzer von Rock’n’Roll und Popkultur in unsere Kultur, in unsere Gepflogenheiten.

Polo Hofer hat die Sehnsüchte, auch die jugendliche Lüsternheit mit ihren halbstarken Zoten, die Rebellion gegen ein verhocktes System, kurz: das Lebensgefühl des Rock’n’Roll für die Deutschschweiz zum Klingen gebracht. D’Stüehl ewäg, mir sy giggerig u wei schwoofe. Er hat sich inspirieren lassen, er hat einige seiner Themen im Mythenkatalog des Rock’n’Roll gefunden und in die Schweiz gebracht: Mit Bobby McGee per Autostopp auf dem Highway würden wir kaum reisen, aber mit Rosmarie per Anhalter von Paris nach Gibraltar. Wyssebüehl ist näher als New Jersey.

Polo Hofer als zentrale Figur unserer Geschichte hat Türen geöffnet, durch die nun auch viele andere gehen konnten, selbst, wenn sie seine Musik gar nicht wirklich kennen sollten. Nun wird er ausgezeichnet für diese Arbeit. Und damit ist der Preis der FONDATION SUISA 2017 auch eine Art «Lifetime Achievement Award». Wir gratulieren von Herzen!

www.polohofer.ch

Der Preis der FONDATION SUISA ist ein Anerkennungspreis für besonderes Schaffen. Die FONDATION SUISA vergibt diesen Preis an Urheberinnen und Urheber sowie Verlegerinnen und Verleger, die mit ihrem Schaffen besonders zur Bereicherung des kulturellen Erbes unseres Landes beitragen. Der mit Fr. 25 000.- dotierte Preis wird jährlich in einer anderen Kategorie vergeben.

Christoph Trummer gewann den Preis der FONDATION SUISA 2011 in der Kategorie «Singer/Songwriter». Der Gastautor ist 1978 geboren und in Frutigen (BE) aufgewachsen. Neben seiner musikalischen Tätigkeit ist er Präsident des Vereins Musikschaffende Schweiz.

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