Tagarchiv: Songwriter

Jessiquoi: Von der Freiheit, sich selber zu erfinden

Die Identitätssuche ist ihre treibende kreative Kraft. Damit kreiert Jessica Plattner alias Jessiquoi ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Sie sei «proppenvoll» mit Ideen, sagt die 31-jährige Bernerin. Dank dem Get Going!-Beitrag steht der Verfolgung ihrer Ziele nichts mehr im Wege. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Jessiquoi: Von der Freiheit, sich selber zu erfinden

Jessiquoi (Foto: Manuel Lopez)

«Wenn ich einmal gross bin, dann möchte ich einen Konzertflügel auf der Bühne haben», sagt Jessica Plattner und lacht ob dem gewählten Ausdruck. Natürlich ist die 31-Jährige längst erwachsen, doch die Aussage deutet eben auch darauf hin, dass sie sich als Künstlerin auf einem Pfad der Weiterentwicklung sieht, der noch längst nicht abgeschlossen ist. Und dies obwohl sie mit ihrem Alter Ego Jessiquoi zu den beeindruckendsten Schweizer Acts gehört. Sie komponiert und produziert sich selber. Sie ist zuständig für das Visuelle und kreiert laufend phantastische Welten, in denen sich Jessiquoi mit Hilfe von mal brachialen, mal zärtlichen Electro-Klangwelten stets neu erfindet, neu definiert.

«Für mich ist Identität etwas Flüssiges», sagt Jessica und zitiert Drag Queen Ru Paul: «You’re born naked. The rest is drag.» Und fügt dann an: «Ich denke, jeder Mensch hat die Freiheit, sich neu zu erfinden. Es bedarf auch keiner Rechtfertigung, wenn ein Mensch sein Leben in eine völlig neue Richtung lenkt. Es ist wie in einem Video Game, wo jede und jeder für sich seinen eigenen Avatar bestimmen kann.»

Die Identitätssuche als treibende kreative Kraft: Bei Jessica liegt dies auch in ihrer aussergewöhnlichen Biographie begründet. Sie wurde in Bern geboren. Kurz darauf wanderte die Familie nach Australien aus. Als sie im Teenager-Alter war, wurde ihrem Vater ein Job am Konservatorium in Bern angeboten und die Familie zog zurück in die Schweiz. Damit wurde auch der noch junge Lebenslauf in andere Bahnen gelenkt. Jessica wollte professionelle Tänzerin werden und besuchte dafür in Sidney bereits die notwendige Ausbildung. Zudem sprachen die Plattners zuhause ausschliesslich Englisch. «Wenn ich meine tänzerische Karriere hätte fortsetzen wollen, dann hätte ich nach Rotterdam oder Berlin gehen müssen. Aber ich wollte bei meiner Familie sein», sagt sie. «Ich hatte in Bern anfänglich das Gefühl Ausländerin zu sein und fühlte mich ausgegrenzt. Erst als ich Berndeutsch zu sprechen begann, waren plötzlich alle nett.» Die Sprache fiel ihr leicht, ihr Deutschlehrer gab ihr gar den Übernamen «Tape Recorder», «weil ich alles so perfekt wiedergeben konnte», lacht sie.

Alternative Existenz

Die Suche nach der eigenen Identität in dieser fremden Heimat mündete dann – dem Tanz beraubt – in der Musik. «Wir hatten immer schon ein Klavier zuhause, aber das hatte ich früher nie angerührt. Ich hatte zwar mal kurz Unterricht, aber ich fand dies furchtbar. Doch plötzlich begann ich jeden Tag an eigenen Songs zu basteln», schildert sie ihre musikalischen Anfänge.

Aber als wäre der Verlust der gewohnten Umgebung nicht bitter genug, erlitt Jessica vor sieben Jahren den wohl schmerzlichsten Schicksalsschlag, den man sich vorstellen kann. Ihr um zwei Jahre jüngerer Bruder starb. «Wir teilten uns alles und wurden von aussen oft gar als Zwillinge wahrgenommen», sagt sie und erzählt dann, wie der Bruder es war, der sie für die Welt der Video Games und Filmsoundtracks begeistern konnte.

Und genau dort, in jenen Welten, wo sich jeder neu erfinden kann, fand Jessica als Jessiquoi ihre neue Heimat. «Man könnte sagen, dass Jessiquoi eine Kunstfigur ist, aber in Wahrheit ist sie eigentlich eine andere Version von mir», sagt sie und ergänzt: «Die Figur kann auch Angst machen, weil Jessiquoi sich nicht in unserem fixen System der klaren Geschlechterrollen und nationalen Identitäten bewegt.»

Jetzt erzählt sie auf ihren Alben von eben diesen fremden Welten, in denen die Täler verseucht sind und die Menschen sich auf die Gipfel der Berge flüchten und wo Piloten in der Lage sind, Richtung einer besseren Existenz zu fliegen. Auf der Bühne setzt sie diese alternative Existenz ganz alleine um. Auf einem Holzwagen hat sie die elektronischen Instrumente und die Kommandozentrale für die visuellen Effekte und so betanzt und bespielt Jessiquoi als Alleinherrscherin die Bühne, die ein Ort der Selbstbestimmung und der ständigen Neupositionierung ist. Jessiqoui erschafft ein in seiner Kompromisslosigkeit beeindruckendes Gesamtkunstwerk, mit dem sie auch schon in Sevilla oder New York für Begeisterung sorgte.

Der Holzwagen – oder wie sie ihn nennt – das «Wägeli» ist wie auch die chinesische Harfe, die sie live spielt, eine Reminiszenz an die chinesische Kultur, zu der sie eine grosse Affinität besitzt. «In der Sprachschule konnte mich eine chinesische Freundin für ihre Kultur begeistern. Und einmal als ich in China war – es war drei Uhr morgens in Shanghai – wollte ich noch was essen und da war diese alte Frau mit ihrem Holzwagen, die darauf das Essen kochte. Dieser alte Wagen inmitten dieser Metropole: Das war ein Bild, das mich nie mehr los liess. Ich wollte diese Frau sein», erzählt sie und schmunzelt.

Neue Songs basteln

Selbstbestimmung ohne Wenn und Aber und die Freiheit, das eigene Ich im flüssigen Zustand zu erhalten, sieht Jessica als Notwendigkeit für ihre Kunst an. «Für mich ist die Hauptaufgabe von Künstlerinnen und Künstlern, die Zukunft unserer Zivilisation neu zu träumen oder sichtbar zu machen, weil diese die Welt und die Menschen um sich herum aufnehmen, analysieren, kritisieren und neu formulieren.»

Dank dem Get Going!-Beitrag steht dieser spannenden Entwicklung nichts im Wege. «Ich habe mich über Konzerte finanzieren müssen, darunter litt die Zeit, um an neuen Songs zu basteln. Jetzt habe ich auf einen Schlag mein Jahresbudget zur Verfügung», strahlt sie. Wohin die Reise sie letztlich führen wird, ist völlig offen: «Ich weiss nicht, was ich morgen für Musik machen werde. Sie kommt einfach. Aber ich werde mir aus marktstrategischen Gründen nie vorschreiben lassen, wie ich zu klingen habe. Ich arbeite an meiner Identität. Ich. Nur ich allein.»

www.jessiquoi.com

Seit 2018 hat die FONDATION SUISA mit der Vergabe von neuen Werkbeiträgen begonnen. Unter dem Titel Get Going! werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden. In einer Porträtserie stellen wir jedes Jahr die Empfängerinnen und Empfänger dieser Get Going!-Beiträge vor. Die Ausschreibung für 2020 dauert noch bis Ende August.

Artikel zum Thema
10 Jahre Helvetiarockt: Die Stimme der Frauen* verstärken10 Jahre Helvetiarockt: Die Stimme der Frauen* verstärken Der Verein Helvetiarockt setzt sich seit zehn Jahren dafür ein, dass Frauen* in der Musikszene besser vertreten sind. Zeit für eine Bilanz. Weiterlesen
Fremde Beats und eigene SongsFremde Beats und eigene Songs Die Melodie ist ein Ohrwurm, aber der Groove passt nicht. Seit Tagen fehlt der Rhythmus im Blut, während der geniale Text auf den Lippen liegt. Es gibt viele Gründe, weshalb man einen fremden Beat als Rohmaterial für den eigenen Song zu Hilfe nimmt. Mit diesen rechtlichen Hinweisen und praktischen Tipps zum Umgang mit eingekauften Beats bleibt man auch formell im Takt. Weiterlesen
Tobias Jundt: «Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song»«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die Identitätssuche ist ihre treibende kreative Kraft. Damit kreiert Jessica Plattner alias Jessiquoi ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Sie sei «proppenvoll» mit Ideen, sagt die 31-jährige Bernerin. Dank dem Get Going!-Beitrag steht der Verfolgung ihrer Ziele nichts mehr im Wege. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Jessiquoi: Von der Freiheit, sich selber zu erfinden

Jessiquoi (Foto: Manuel Lopez)

«Wenn ich einmal gross bin, dann möchte ich einen Konzertflügel auf der Bühne haben», sagt Jessica Plattner und lacht ob dem gewählten Ausdruck. Natürlich ist die 31-Jährige längst erwachsen, doch die Aussage deutet eben auch darauf hin, dass sie sich als Künstlerin auf einem Pfad der Weiterentwicklung sieht, der noch längst nicht abgeschlossen ist. Und dies obwohl sie mit ihrem Alter Ego Jessiquoi zu den beeindruckendsten Schweizer Acts gehört. Sie komponiert und produziert sich selber. Sie ist zuständig für das Visuelle und kreiert laufend phantastische Welten, in…Weiterlesen

Anna Gosteli: «Ich weiss nie, wo mich was hinführt»

Trotz herausragender Ausbildung und kommerziellen Erfolgen in zahlreichen Bands: Zu oft brillierte Anna Gosteli im Hintergrund. Nun emanzipiert sich die 35-jährige Solothurnerin und findet in der Summe ihrer zahlreichen Erfahrungen zu lang ersehnter musikalischer Identität. Der Get Going!-Beitrag 2019 sorgt dabei für die nötige finanzielle Unabhängigkeit. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Anna Gosteli: «Ich weiss nie, wo mich was hinführt»

Anna Gosteli (Foto: Manuel Vescoli)

Puzzleteile wie Mosaiksteine – lose verteilt schimmern sie in allen möglichen Farben und doch: Ein Gesamtbild fehlt. Für die Identität des fertigen Bildes fehlt die richtige Anordnung, der richtige Verlauf. «Von allem etwas und nichts richtig», umschreibt Anna Gosteli diesen Zustand, in dem sie sich Jahre befand. Und dies, obwohl sich diese einzelnen Puzzleteile sehen respektive hören lassen können: Mit sieben Jahren Klavierunterricht, danach Klarinette, später Schulchor. Zuhause im österreichischen Vorarlberg auch eine gitarrenspielende Mutter und ein Saxophon spielender Vater. «Ich kam schon als Kind mit allen möglichen Stilen in Kontakt, mit Evergreens und mit Schlager und immer war bei uns ein Instrument zur Hand, um zu musizieren.»

Mit 14 dann der Wechsel in die Schweiz. Wieder ein neuer Mosaikstein, auf den in regelmässigen Abständen immer neue Teile folgen. Mit 21 wird sie Mitglied des Basler ArtPop-Kollektivs The bianca Story. Einer steilen Karriere scheint nichts im Wege. Auftritte an der Deutschen Oper Berlin, Aufnahmen in den Abbey Road Studios in London, und doch: «Ich war zu Beginn das Mäuschen in der Band», sagt die 35jährige heute und fügt rasch an: «Dieses Empfinden hatte ich ganz persönlich, das lag nicht an meinen männlichen Kollegen. Die behandelten mich stets als gleichwertiges Mitglied.» Als äusserst talentierte Sängerin war Gosteli trotz internationalem Erfolg stets die zweite Stimme. Kombiniert mit ihrer zurückhaltenden Art hinterliess dieser Zustand in ihr ein Gefühl, dass da eigentlich mehr sein könnte.

Mit dem Besuch der Jazzschule in Basel begann die Emanzipation. Komposition bei Hans Feigenwinter, Gesang bei Lisette Spinnler und Harmonielehre bei Lester Menezes. Heute kann sie darüber lachen, aber «damals habe ich geweint, wenn Lester mich wieder genervt darauf aufmerksam gemacht hat, dass das, was ich mache, langweilig sei. Ich würde zu schön singen.» Letztlich entpuppte sich diese Hassliebe als wichtiger Motor, um aus den zugeordneten Rollen auszubrechen und auf die innere Stimme zu hören. Langsam aber sicher schienen sich die über Jahre gesammelten Puzzleteile zu ergänzen. Es wuchs die Gewissheit, dass sich dahinter womöglich ein grosses, in sich stimmiges Bild verbirgt.

Mit Fabian Chiquet von The bianca Story gründete sie Chiqanne. Gemeinsam kreieren sie wunderbare Popsongs mit Tiefgang. «Plötzlich schrieb ich Texte in deutscher Sprache und stand auf der Bühne ganz vorne.» Doch der entscheidende Schritt beim Zusammensetzen des Puzzles sollte sich erst mit «Dr Schnuu und sini Tierli» ergeben, mit einer Sammlung von Liedern für Kinder – und wichtig – auch für deren Eltern. Geplant war dies nicht, wie so Vieles in der abwechslungsreichen Karriere. «Ich weiss nie, wo mich was hinführt. Aber das ist ja auch irgendwie ein Konzept», lacht sie.

Es war an Weihnachten, als die Mutter eines heute sechsjährigen Sohnes, noch ein Geschenk für die Kinder ihrer Freunde brauchte. «Und weil ich damals arg in Geldnot war, habe ich halt ein Lied geschrieben und jedem Kind eine Strophe geschenkt.» Auf den Song übers «Federvieh» folgte der «Biber», den sie als Dank für den Berliner Wohnungsaufenthalt dem Filmkomponisten Biber Gullatz schenkte, mit dem sie für die Vertonung von Fernsehfilmen oft zusammenarbeitet. «Erst da kam mir der Gedanke, eine Sammlung von Kinderliedern zu schreiben.»

Es sind genau diese Lieder, hinter denen sich schon fast die Summe aller musikalischen Erfahrungen verbirgt, die Gosteli in ihrer Karriere gesammelt hat, und die darauf hindeuten, dass sich das Puzzle zu einem schillernden Werk fügen wird. Mit viel Schalk, aber auch mit ungemein psychologischem Tiefgang, zeigen diese Lieder Gostelis textliches Talent, während sich in der Musik – die sie gemeinsam mit Gitarristin Martina Stutz auf die Bühne bringt – die stilistische Reise vom Evergreen über den Schlager zum Popsong bis hin zum Jazz widerspiegelt.

«Ich sprudle zurzeit von Ideen», sagt Gosteli, die am Guggenheim in Liestal Gesang unterrichtet und für «Helvetiarockt» den «Female Bandworkshop» in Co-Leitung mit Evelinn Trouble führt. Und last but not least nimmt sie in der neu gegründeten Formation Kid Empress nun Anlauf, das Puzzle ganz nah an dessen Vervollständigung zu bringen. «Endlich», sagt Gosteli, «habe ich drei musikalisch Gleichgesinnte. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam, und dies, ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen.»

Der «Schnuu» und der stilübergreifende Sound von Kid Empress deuten bereits eindrücklich an, dass sich das anfängliche «Von allem etwas und nichts richtig» zu einer eigenständigen Identität verdichtet. «Der Get Going!-Beitrag gibt mir gerade zur richtigen Zeit die nötige finanzielle Luft, um mich in eben diese neuen kreativen Abenteuer stürzen zu können.» Und dann strahlt sie noch einmal über das ganze Gesicht.

Seit 2018 hat die FONDATION SUISA mit der Vergabe von neuen Werkbeiträgen begonnen. Unter dem Titel Get Going! werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden. In einer Porträtserie stellen wir jedes Jahr die Empfängerinnen und Empfänger dieser Get Going!-Beiträge vor. Die Ausschreibung für 2020 dauert noch bis Ende August.

Artikel zum Thema
«Get Going!» geht in die dritte Runde«Get Going!» geht in die dritte Runde «Get Going!» ermöglicht neue Perspektiven: Dem Gedanken von «Get Going!» liegt die Philosophie des «Möglichmachens» zugrunde. Bei «Get Going!» handelt es sich um eine Anstossfinanzierung. Es werden vier solcher Beiträge à 25 000 Franken pro Jahr ausgeschrieben. Weiterlesen
Tanya Barany: «Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an»«Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an» Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Weiterlesen
Helvetiarockt: Die SUISA unterstützt die Stimme der Musikerinnen in der SchweizHelvetiarockt: Die SUISA unterstützt die Stimme der Musikerinnen in der Schweiz | mit Video Noch immer sind Frauen in der Musik, auf Bühnen und als Produzentinnen untervertreten. Aus diesem Grund setzt sich der Verein Helvetiarockt seit zehn Jahren für Frauen im Pop, Jazz und Rock in der Schweiz ein. Seit 2019 unterstützt die SUISA Helvetiarockt als Partnerin und war letzten August am «Female* Songwriting Camp» im Freiburger Fri-Son dabei. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Trotz herausragender Ausbildung und kommerziellen Erfolgen in zahlreichen Bands: Zu oft brillierte Anna Gosteli im Hintergrund. Nun emanzipiert sich die 35-jährige Solothurnerin und findet in der Summe ihrer zahlreichen Erfahrungen zu lang ersehnter musikalischer Identität. Der Get Going!-Beitrag 2019 sorgt dabei für die nötige finanzielle Unabhängigkeit. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Anna Gosteli: «Ich weiss nie, wo mich was hinführt»

Anna Gosteli (Foto: Manuel Vescoli)

Puzzleteile wie Mosaiksteine – lose verteilt schimmern sie in allen möglichen Farben und doch: Ein Gesamtbild fehlt. Für die Identität des fertigen Bildes fehlt die richtige Anordnung, der richtige Verlauf. «Von allem etwas und nichts richtig», umschreibt Anna Gosteli diesen Zustand, in dem sie sich Jahre befand. Und dies, obwohl sich diese einzelnen Puzzleteile sehen respektive hören lassen können: Mit sieben Jahren Klavierunterricht, danach Klarinette, später Schulchor. Zuhause im österreichischen Vorarlberg auch eine gitarrenspielende Mutter und ein Saxophon…Weiterlesen

«Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas grösser geworden», sagt sie im schriftlichen Interview. «Was zu Beginn mein Bett war, ist zu einer Open-Air-Gampel-Bühne mutiert.» Ihre musikalische Karriere begann mit ihrem ersten Solo-Auftritt mit Gitarre an einer Kinderhitparade im Alter von 11 Jahren. Mit 14 gründete sie das Girl-Power-Trio Labyrinthzero, mit dem sie ihre erste EP mit Eigenkompositionen herausbrachte und über 150 Konzerte im In- und Ausland spielte.

Das musikalische Zuhause gefunden

Massgebend für ihre musikalische Karriere war die Begegnung mit Jonas Ruppen, der als Keyboarder in ihrer Band spielt und die Videos erstellt: «Er hat mir die Welt von Radiohead, James Blake usw. gezeigt – und plötzlich hatte ich mein musikalisches Zuhause gefunden!» Die beiden spielen seit nunmehr zehn Jahren zusammen Musik und und arbeiten gemeinsam am Gesamtkonzept von «Tanya Barany» – Tanya als Songwriterin und Jonas als Videoproduzent.

Ihre musikalische Ausbildung begann sie 2014 mit dem Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie von tollen Dozentinnen und Dozenten habe profitieren können. «Gleichzeitig erlernte ich auch den Umgang mit dem Aufnahmeprogramm LogicX, was mein Songwriting in eine ganz andere Richtung lenkte – mein ‹Dark Pop› erblickte das Licht der Welt!»

Das Debütalbum «Lights Disappear»

2019 erschien Tanya Baranys Debütalbum «Lights Disappear». Es folgten mehrere Auftritte auf Bühnen im In- und Ausland, z. B. Gampel Openair, Zermatt Unplugged, Swiss Live Talents oder am Blue Balls Festival.

Nebst ihrem Projekt Tanya Barany ist sie hauptberuflich als Studiosängerin und -musikerin, Songwriterin, Texterin und Vocal Coach tätig.

«Cotton Clouds»

Für «Music for Tomorrow» hat Tanya Barany den Song «Cotton Clouds» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «‹Cotton Clouds› beschreibt das Gefühl des Eintauchens in Wasser, wo plötzlich alles herum stumm wird; wo plötzlich eine andere Welt zum Vorschein kommt. Die Wasserwände sind einerseits bedrückend (schon fast erdrückend), andererseits erinnern sie an die Geborgenheit einer Umarmung. ‹Cotton Clouds› ist mein unveröffentlichter ‹Hidden Track›. Wie meine Songs des Albums ‹Lights Disappear› ist ‹Cotton Clouds› aus meiner dunklen Herzensecke herausgewachsen, jedoch fand der Track keinen Platz auf dem Album. Ich hatte ‹Cotton Clouds› damals am Piano komponiert; Klavier spiele ich eigentlich am liebsten alleine für mich, ohne dass mir jemand zuhört. ‹Cotton Clouds› habe ich für ‹Music for Tomorrow› ausgewählt, weil ich die Zuhörer somit in meine kleine Stube einladen und euch auf eine kleine, persönliche Reise mitnehmen möchte … :-)»

Tanya Barany, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Tanya Barany: Momentan habe ich mehr Zeit, meine Liederideen zu fertigen Songs umzuwandeln. Deshalb versuche ich, so viel Output wie möglich zu generieren – nicht nur für mich als Tanya Barany, sondern auch als Ghostwriterin für andere Künstlerinnen und Künstler. Mein Partner, David Friedli – auch Musiker und Komponist –, und ich schreiben oft zusammen. Dabei bewegen wir uns in allen möglichen Stilrichtungen – von Folk zu Rock zu Schlager zu Electro Pop zu Soul usw. – das macht echt Spass!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an. Ich will eigentlich gar nicht dort sein – ich vermisse das Live-Performen, das Kulturleben und sogar das Vorausplanen – wer hätte das gedacht – und kann es kaum erwarten, wenn wieder Normalität eingekehrt.
Andererseits bringt diese Krise auch etwas Wertvolles mit sich: Zeit! Die Welt scheint sich einfach etwas langsamer zu drehen. Dabei darf ich mich plötzlich auf irgendwelche Dinge konzentrieren, die nicht unbedingt auf meiner Must-to-do-Liste sind sondern auf der Nice-to-do-Liste – das tut unglaublich gut! Diese geschenkte Zeit hat «Reboot» ermöglicht, nun fühle ich mich viel energievoller und kreativer als vor der Krise.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Mein Publikum kann mich am besten unterstützen, indem es allen Freunden und Verwandten von meiner Musik erzählt und ihnen sagt, dass sie uuuunbedingt die «Lights Disappear»-CD kaufen sollen! 🙂 Dunkle Songs helfen durch dunkle Zeiten … 🙂

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Bei der Auswahl von Live-Acts schauen die Veranstalterinnen und Veranstalter u. a. auf die Anzahl «Listens» auf Spotify, Youtube usw. Deshalb ist es sicher von Vorteil, wenn meine Musik auf diesen Plattformen regelmässig gestreamt wird. Es ist auch schön zu sehen, dass meine Songs sogar am anderen Ende der Welt gehört werden! Um mich als Künstlerin aber direkt zu unterstützen, bin ich immer sehr dankbar um gekaufte Musik auf iTunes usw. oder direkt an Konzerten.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe sehr, dass das Bewusstsein der Menschen etwas geschärft wird – und zwar auf allen Ebenen! Ein bisschen mehr Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität, Reflexion – das würde uns allen gut tun!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Liebe Fans, zwar scheint es momentan ruhiger um Tanya Barany zu sein, jedoch arbeite ich fleissig im Hintergrund an einem neuen Konzept, damit es danach umso mehr kracht – also geniesst die Ruhe vor dem Sturm! 🙂 Ich freue mich jetzt schon, euch neue Songs präsentieren zu können! Danke für eure bisherige Unterstützung! Take care <3

www.tanyabarany.ch

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
Artikel zum Thema
Informationen zu Livestreams für SUISA-MitgliederInformationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Weiterlesen
Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas…Weiterlesen

Helvetiarockt: Die SUISA unterstützt die Stimme der Musikerinnen in der Schweiz | mit Video

Noch immer sind Frauen in der Musik, auf Bühnen und als Produzentinnen untervertreten. Aus diesem Grund setzt sich der Verein Helvetiarockt seit zehn Jahren für Frauen im Pop, Jazz und Rock in der Schweiz ein. Seit 2019 unterstützt die SUISA Helvetiarockt als Partnerin und war letzten August am «Female* Songwriting Camp» im Freiburger Fri-Son dabei. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Der Anteil weiblicher SUISA-Mitglieder beträgt heute etwas mehr als 15 Prozent. Zwar ist die Tendenz leicht steigend – in den letzten Jahren lag der Frauenanteil bei den Neumitgliedern jeweils bei 20 respektive 21 Prozent – verglichen mit dem Bevölkerungsanteil von über 50 Prozent sind Frauen im Schweizer Musikbusiness aber nach wie vor untervertreten. Eigentlich erstaunlich, denn nichts spricht dafür, dass Berufe im Musikbereich vornehmlich Männersache sind.

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken und den Anliegen der Musikerinnen Gehör zu verschaffen, wurde 2009 der Verein Helvetiarockt gegründet. Helvetiarockt unterstützt Musikerinnen seit zehn Jahren dabei, im Musikbusiness Fuss zu fassen und sich zu vernetzen. Hierfür organisiert der Verein eine breite Palette an Workshops für (zukünftige) Interpretinnen, Produzentinnen und Komponistinnen. Zudem bietet sie Vernetzungsmöglichkeiten für Musikerinnen und leistet wichtige Aufklärungsarbeit, um die Gleichstellung im Musikbusiness voranzutreiben. Helvetiarockt sensibilisiert Veranstalterinnen und Veranstalter und vermittelt auch mal Musikerinnen, DJanes und Bands ans Festivals, Clubs und Corporate Events.

Die SUISA ist Partnerin von Helvetiarockt

Die SUISA ist seit 2019 Partnerin von Helvetiarockt und unterstützt den Verein im Rahmen eines Sponsoring-Engagements finanziell und in puncto Visibilität. Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautorinnen und Verlegerinnen von Musik liegt der Fokus dieser Zusammenarbeit für die SUISA vor allem bei den «Female* Songwriting Camps». In diesem Jahr arbeiten Helvetiarockt und die SUISA zudem beim Cully Jazz Festival (27. März bis 4. April 2020) zusammen.

Helvetiarockt führt die «Female* Songwriting Camps» seit 2015 durch; mittlerweile finden sie zwei Mal im Jahr jeweils im August statt, im Kulturzentrum Galvanik in Zug und im Fri-Son in Freiburg. An den fünftägigen Camps unterstützen erfahrene Songwriterinnen die Teilnehmerinnen in Gruppenworkshops, Einzelcoachings und im Selbststudium beim Komponieren, Texten und Arrangieren. Wichtiger als dass am Ende der Camps fertige Songs entstehen, ist, dass die Teilnehmerinnen ihre Songwriting-Fähigkeiten aus- und ein Netzwerk mit anderen Musikerinnen aufbauen können.

Bislang haben 42 Musikerinnen die «Female* Songwriting Camps» von Helvetiarockt besucht, viele von ihnen wie beispielsweise Kimbo, Sasa oder Anna Mae sind sehr aktiv. «Wir konnten schon einige Songwriterinnen ‹empowern›, was wunderschön ist», sagt Muriel Rhyner, die bei Helvetiarockt unter anderem für die «Female* Songwriting Camps» und die «Female* Producing Circles» verantwortlich ist. Sie war es denn auch, die die Songwriting Camps vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat und sie seither leitet – seit 2019 zusammen mit Élodie Romain alias Billie Bird.

Die SUISA war im «Female* Songwriting Camp» im Fri-Son dabei und hat die Coaches sowie die acht Teilnehmerinnen während zwei Tagen begleitet. Das Songwriting Camp kam bei den Musikerinnen gut an: «An dem Punkt, an dem ich mich befand, war es für mich echt wichtig, dass ich andere Leute treffen konnte, die dasselbe machen wie ich, und dass Profis da waren, die Ratschläge erteilen konnten oder sich ansahen, was ich gerade machte», sagte beispielsweise Ines Martenet. Eine weitere Teilnehmerin, Emelyne Pannatier, kam mit konkreten Fragen zum Ablauf rund ums Aufnehmen von Songs ans Camp, da sie «hauptsächlich Probleme mit der Struktur von ein paar Songs» hatte.

Zwei «Female* Songwriting Camps» im August 2020 geplant

Auch 2020 hat Helvetiarockt zwei «Female* Songwriting Camps» geplant: vom 3. bis 7. August im Kulturzentrum Galvanik in Zug und vom 17. bis 21. August im Fri-Son in Freiburg. Anmelden kann man sich auf der Website von Helvetiarockt: www.helvetiarockt.ch/songwritingcamp

Wie Ines Martenet im Video sagt: «Du musst einfach vorbeikommen!»

Artikel zum Thema
«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp | mit Video Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Weiterlesen
10 Jahre Helvetiarockt: Die Stimme der Frauen* verstärken10 Jahre Helvetiarockt: Die Stimme der Frauen* verstärken Der Verein Helvetiarockt setzt sich seit zehn Jahren dafür ein, dass Frauen* in der Musikszene besser vertreten sind. Zeit für eine Bilanz. Weiterlesen
«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf» Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Noch immer sind Frauen in der Musik, auf Bühnen und als Produzentinnen untervertreten. Aus diesem Grund setzt sich der Verein Helvetiarockt seit zehn Jahren für Frauen im Pop, Jazz und Rock in der Schweiz ein. Seit 2019 unterstützt die SUISA Helvetiarockt als Partnerin und war letzten August am «Female* Songwriting Camp» im Freiburger Fri-Son dabei. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Der Anteil weiblicher SUISA-Mitglieder beträgt heute etwas mehr als 15 Prozent. Zwar ist die Tendenz leicht steigend – in den letzten Jahren lag der Frauenanteil bei den Neumitgliedern jeweils bei 20 respektive 21 Prozent – verglichen mit dem Bevölkerungsanteil von über 50 Prozent sind Frauen im Schweizer Musikbusiness aber nach wie vor untervertreten. Eigentlich erstaunlich, denn nichts spricht dafür, dass Berufe im Musikbereich vornehmlich Männersache sind.

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken…Weiterlesen

«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp

Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Am 4. März 2020 hat das Schweizer Fernsehen SRF den Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) bekanntgegeben. Die Schweiz geht dieses Mal mit «Répondez-moi» gesungen vom Westschweizer Singer-Songwriter Gjon’s Tears ins Rennen. Damit stammt nach «Stones» von ZiBBZ (2018) und «She Got Me» von Luca Hänni (2019) der Schweizer ESC-Song zum dritten Mal in Folge aus dem von Pele Loriano Productions und der SUISA organisierten Songwriting Camp.

Komponiert wurde «Répondez-Moi» im Juni 2019 in den Powerplay Studios in Maur / ZH in einer eintägigen Songwriting Session vom Interpreten des Songs, Gjon Muherramaj (Gjon’s Tears), zusammen mit den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Genfer Duo Aliose sowie dem belgischen Songwriter und Produzenten Jeroen Swinnen. Der Song setzte sich im internen Auswahlverfahren des Schweizer Fernsehens SRF durch.

«Zu viele Ideen und zu wenig Zeit»

«Ich erinnere mich, dass eine gute Stimmung untereinander herrschte», meint Xavier Michel. Gleichzeitig standen die vier Komponistinnen und Komponisten unter Zeitdruck, wie Xavier Michel sagt. «In nur einem Tag muss man sich kennenlernen, zusammen mit der Arbeit beginnen, und am Abend muss man etwas Fertiges abgeben.» Und Jeroen Swinnen fügt hinzu: «Wir hatten zu wenig Zeit – die ganze Zeit. Es waren zu viele Ideen da und zu wenig Zeit. Es ist besser, als keine Ideen zu haben.»

«Die Melodie hatten wir ziemlich schnell», sagt Alizée Oswald im Videointerview. « Dann fragten wir uns, welche Wörter dazu gut klingen würden. Denn mit dem Französischen muss man sich das immer fragen. Diese Sprache ist sehr anspruchsvoll, damit sie beispielsweise ebenso gut klingt wie Englisch.»

Einfache, naive Sprache für universelle Themen

Die Suche nach den richtigen Worten war den vier Songwriterinnen und Songwritern sehr wichtig, um die universelle Botschaft des Stücks rüberzubringen. «Die Herausforderung war, dass die Worte sehr einfach klingen, fast schon naiv, als ob ein Kind sprechen würde», erklärt Alizée Oswald. Aus dem Song heraus höre man dann, dass es ein universelles Thema ist, Antworten auf Fragen zu erhalten. Diese Einfachheit war vor allem Gjon Muherramaj ein grosses Anliegen: «Ich erinnere mich, dass ich im ersten Gespräch sagte, dass in meinen Augen die Unschuld das Wichtigste ist», sagt er. «Dass ich diesen Zustand wiederfinden möchte, Damit meine ich den Moment, in dem man etwas lernt, Schönheit entdeckt. Wenn ein Kind plötzlich merkt, dass die Erde rund ist, oder dass es verschiedene Kontinente gibt.» Und er fügt an: «Ich denke, das Lied will dem Zuhörer mitteilen: Auch wenn man viele Fragen hat, auf die man keine Antwort bekommt, muss man daran festhalten, sich sein ganzes Leben lang Fragen zu stellen.»

Zum ersten Mal seit 2010 geht wieder ein Song auf Französisch für die Schweiz an den ESC

Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz nach Michael von der Heides Song «Il pleu de l‘or» zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Song an den ESC. « Für uns ist die Tatsache, dass wir mit einem französischen Song etwas vom Wichtigsten», sagt Xavier Michel im Videointerview. «Wir stehen ein für eine schöne, für unsere Sprache.»

«Wenn mich ein Song richtig reinzieht, stimmt die Verbindung zwischen dem Text, der Musik und der Stimme», sagt Alizée Oswald. «Bei diesem Lied gab es einen bestimmten Moment, als Gjon beispielsweise die ersten Worte des Refrains sang, die ersten Harmonien kamen, und ich dachte, das kann wirklich super werden.»

Gjon’s Tears wurde einem breiten Publikum in der Schweiz und Frankreich durch seine Teilnahme an der achten Staffel von «The Voice France» bekannt, wo er bis ins Halbfinale vorstiess. 2018 war der Singer-Songwriter zudem Teilnehmer der Gustav Akademie, die vom Fribourger Musiker und SUISA-Mitglied Gustav geleitet wird und junge Schweizer Musikerinnen und Musiker musikalisch sowie auch sprachlich gefördert.

Der Eurovision Songcontest ist der wohl bekannteste Musikwettbewerb der Welt. Mehr als 182 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt verfolgten 2019 die beiden Halbfinale und das Grand Final am Fernsehen. Die Schweiz erreichte mit Luca Hännis Song «She Got Me» den 4. Platz im Finale. Dieses Jahr findet der ESC vom Dienstag, 12. Mai, bis Samstag, 16. Mai, in Rotterdam in den Niederlanden statt. Der Schweizer Beitrag kämpft im zweiten Halbfinale am 14. Mai um den Einzug in den Grand Final des ESC.

Die SUISA wird zusammen mit Pele Loriano Productions auch dieses Jahr wieder ein Songwriting Camp durchführen. SUISA-Mitglieder werden sich erneut für eine Teilnahme am Camp bewerben können. Informationen zum Bewerbungsverfahren werden demnächst auf dem SUISAblog bekanntgegeben.

Artikel zum Thema
Die Schweiz tritt mit Luca Hänni und einem Song aus dem SUISA Songwriting Camp am Eurovision Song Contest an | mit VideoDie Schweiz tritt mit Luca Hänni und einem Song aus dem SUISA Songwriting Camp am Eurovision Song Contest an | mit Video Zum zweiten Mal in Folge stammt der Schweizer Beitrag für den Eurovision Song Contest aus dem SUISA Songwriting Camp. Der Song «She Got Me» wurde im letzten Juni in den Powerplay Studios vom SUISA-Mitglied Luca Hänni zusammen mit den kanadischen Songwritern Laurell Barker und Frazer Mac sowie dem schwedischen Produzenten Jon Hällgren komponiert. Weiterlesen
Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnetSwiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Weiterlesen
Kreatives Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2018 | mit VideoKreatives Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2018 | mit Video Zum zweiten Mal führte die SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions ein Songwriting Camp durch. Austragungsort waren wie bei der Premiere vergangenes Jahr die Powerplay Studios in Maur. Insgesamt nahmen 36 Musikerinnen und Musiker aus 8 Ländern an der 3-tägigen Veranstaltung im Juni 2018 teil. Entstanden sind 19 Pop-Songs von unterschiedlicher stilistischer Ausprägung. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Am 4. März 2020 hat das Schweizer Fernsehen SRF den Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) bekanntgegeben. Die Schweiz geht dieses Mal mit «Répondez-moi» gesungen vom Westschweizer Singer-Songwriter Gjon’s Tears ins Rennen. Damit stammt nach «Stones» von ZiBBZ (2018) und «She Got Me» von Luca Hänni (2019) der Schweizer ESC-Song zum dritten Mal in Folge aus dem von Pele Loriano Productions und der SUISA organisierten Songwriting Camp.

Komponiert wurde «Répondez-Moi» im Juni 2019…Weiterlesen

Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Text von Giorgio Tebaldi

Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Nominierten in der Kategorie «Best Hit» an den Swiss Music Awards: «Punto» von Loco Escrito, «She Got Me» von Luca Hänni und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner. Im Namen der SUISA werden auch die Komponistinnen und Komponisten geehrt. (Fotos: Nina Müller)

«She Got Me» von Luca Hänni, «Punto» von Loco Escrito und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner waren letztes Jahr die erfolgreichsten Songs in der Schweizer Hitparade und sind damit an den Swiss Music Awards 2020 in der Kategorie «Best Hit» nominiert. Doch ohne Songwriterinnen und Songwriter keine Hits: Im Namen der SUISA werden an der Award-Show am 28. Februar 2020 im Luzerner KKL auch die Komponistinnen und Komponisten des «Best Hit» geehrt.

Mit dieser Auszeichnung soll auch die Arbeit der Songwriterinnen und Songwriter hinter den grossen Hits gezeigt und gewürdigt werden. Für Luca Hänni ist dies eine wichtige Sache, wie er im Videointerview sagt: «Ich finde es megawichtig, dass auch die Songwriter mit im Boot sind. Das ist das A und O. Mit diesen Leuten hast du das Feeling im Studio, schreibst Sachen und bringst die Emotionen in den Computer rein.»

Drei Songs, neun Songwriter

Neben Luca Hänni sind für «She Got Me» fünf weitere Songwriterinnen und Songwriter für den «Best Hit»-Award nominiert: Der Song wurde am SUISA Songwriting Camp 2018 von Luca Hänni, Laurell Barker (CAN), Jon Hällgren (SWE) und Frazer Mac (CAN) an nur einem Tag komponiert. Bis zur fertigen Version, die für die Schweiz am Eurovision Song Contest letztes Jahr den hervorragenden vierten Platz erreichte, wurde zusammen mit Lukas Hällgren (SWE) und Jenson Vaughn (CAN) weiter am Song gefeilt.

Auch Büne Huber, Sänger von Patent Ochsner, freut sich darüber, dass beim «Best Hit»-Award das Songwriting ausgezeichnet wird: «In vielen Fällen in der Musikgeschichte sind die Leute, die wichtige Inputs zu Songs geben, gar nicht erwähnt», sagt Huber im Videointerview. Als einziger der drei nominierten Songs wurde «Für immer uf Di» von einer einzelnen Person geschrieben: von Büne Huber selber. Die erste Songskizze entstand bereits 1994; erst nach dem Tod seiner Mutter 24 Jahre später schrieb er den Song innert kürzester Zeit zu Ende.

Auf einen Betonklotz für «Punto» kann nicht nur Loco Escrito hoffen sondern auch der Co-Songwriter und Produzent Henrik Amschler. Die beiden schreiben seit Jahren gemeinsam die Songs von Loco Escrito und wurden bereits 2019 für den Song «Adiòs» mit dem «Best Hit»-Award geehrt. Dass sie den Award auch dieses Jahr wieder gewinnen könnten, freut Henrik Amschler: «Es ist eine Riesenbestätigung, dass wir zum zweiten Mal nominiert wurden», sagt er im Gespräch mit der SUISA. Der Song, der vom Ende einer Beziehung handelt, entstand in einer spontanen Session zwischen Amschler und Loco Escrito – was für das eingespielte Team typisch ist.

Der Siegersong wird vom Publikum per Telefonvoting während der Sendung erkoren.

  • «She Got Me»: Luca Hänni
    Songwriter: Laurell Barker, Luca Hänni, Jon Hällgren, Lukas Hällgren, Frazer Mac, Jenson Vaughn
  • «Punto»: Loco Escrito
    Songwriter: Henrik Amschler, Loco Escrito
  • «Für immer uf Di»: Patent Ochsner
    Songwriter: Büne Huber

Videointerviews mit Nominierten

In Interviews haben uns Loco Escrito, Henrik Amschler, Büne Huber und Luca Hänni erzählt, wie ihre Hits entstanden sind und welche Geschichten hinter den Songs stecken. Die Videos von den Gesprächen gibt es auf dem SUISA Music Stories-Kanal auf Youtube zu sehen:

Büne Huber von Patent Ochsner über den Song «Für immer uf di»
Loco Escrito und Henrik Amschler im Interview über «Punto»
Luca Hänni über «She Got Me»

www.swissmusicawards.ch

Artikel zum Thema
Die Schweiz tritt mit Luca Hänni und einem Song aus dem SUISA Songwriting Camp am Eurovision Song Contest an | mit VideoDie Schweiz tritt mit Luca Hänni und einem Song aus dem SUISA Songwriting Camp am Eurovision Song Contest an | mit Video Zum zweiten Mal in Folge stammt der Schweizer Beitrag für den Eurovision Song Contest aus dem SUISA Songwriting Camp. Der Song «She Got Me» wurde im letzten Juni in den Powerplay Studios vom SUISA-Mitglied Luca Hänni zusammen mit den kanadischen Songwritern Laurell Barker und Frazer Mac sowie dem schwedischen Produzenten Jon Hällgren komponiert. Weiterlesen
«Adiós»: Sommerhit nach karibischem Muster mit Cembalo | mit Video«Adiós»: Sommerhit nach karibischem Muster mit Cembalo | mit Video An den «Swiss Music Awards» 2019 kann Loco Escrito zusammen mit vier Mitkomponisten auf die begehrten Betonklötze in der Kategorie «Best Hit» für den Song «Adiós» hoffen. Worin die Stärke des Songs liegt, erzählt der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter in seiner Song-Analyse im Video. Weiterlesen
Sampling und RemixesSampling und Remixes Die Artikelserie in der Rubrik «Gut zu wissen» über Bearbeitungen hat sich bislang den «klassischen» Bearbeitungen von musikalischen Werken gewidmet. Zwei weitere, spezifische Formen der Bearbeitung sind das Sampling und der Remix. Welche Rechte sind abzuklären, wenn vorbestehende Aufnahmen für die Erstellung eines neuen Werkes, verwendet werden? Welche vertraglichen Vereinbarungen sind dabei zu treffen? Weiterlesen
Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards | mit VideoAuszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards | mit Video Der Newcomer Nickless und der renommierte Produzent Thomas Fessler gewannen den ersten Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards 2016. Der gemeinsam komponierte Siegersong «Waiting» ist nicht vom Himmel gefallen sondern bedeutete viel Arbeit im Teamwork. Auch bei den Swiss Music Awards 2017 zeichnet die SUISA die Leistung der Komponisten und Textautoren mit einer Auszeichnung aus. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Text von Giorgio Tebaldi

Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Nominierten in der Kategorie «Best Hit» an den Swiss Music Awards: «Punto» von Loco Escrito, «She Got Me» von Luca Hänni und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner. Im Namen der SUISA werden auch die Komponistinnen und Komponisten geehrt. (Fotos: Nina Müller)

«She Got Me» von Luca Hänni, «Punto» von Loco Escrito und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner waren letztes Jahr die erfolgreichsten Songs in der Schweizer Hitparade…Weiterlesen

Wie schreibt man einen Streaming-Erfolg?

Tipps und Reflexionen zu modernen Songstrukturen von erfolgreichen Songwriterinnen und Songwriter sowie Personen aus dem Musikbusiness beim SUISA-Panel «How Streaming is Changing Songwriting» im Rahmen des Festivals M4music am Samstag, 21. März 2020, im Moods. Text von Erika Weibel

M4music 2019 SUISA Panel Hit the World

KT Gorique, Laurell Barker und Shelly Peiken (v.l.n.r.) im Gespräch über Songwriting am SUISA-Panel «Hit the World – so arbeiten internationale Hit-Komponistinnen» am Festival M4music 2019. (Foto: Ennio Leanza / M4music)

Selbst die kreativsten Songwriter bleiben unbemerkt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihrer Musik Gehör zu verschaffen. In einem hochgradig wettbewerbsorientierten und übersättigten Umfeld müssen Songwriter auffallen. Sie müssen sich von unzähligen weiteren professionellen Autoren unterscheiden. Gerade im Pop-/Urban-Genre muss man zudem ein Publikum für sich gewinnen, dessen Hörverhalten stark vom Konsum der Musik über Streaming-Dienste beeinflusst ist.

Anlässlich des SUISA-Panels am Festival M4music 2020 werden erfolgreiche Songwriterinnen und Songwriter mit Personen aus dem Musikbusiness darüber diskutieren, wie ein Song klingen muss, um dem Geschmack des wachsenden Streaming-Publikums gerecht zu werden oder es gar für sich einzunehmen.

Das SUISA-Panel «How Streaming is Changing Songwriting» findet statt am:
Samstag, 21. März 2020, von 13:45 bis 15:00 Uhr im Moods im Schiffbau in Zürich.

Die grossen Herausforderungen der neuen Ära

Der Gründer von Spotify, Daniel Ek, hat im April 2019 informiert, dass täglich fast 40 000 Tracks auf die Spotify-Plattform hochgeladen werden. Hochgerechnet bedeutet das: 280 000 Songs pro Woche, 1,2 Millionen Tracks pro Monat und in einem Jahr satte 14,6 Millionen. Sich in dieser Masse zu differenzieren ist eine grosse Herausforderung.

Ein mögliches Sprungbrett für Songwriter ist es, in einer kuratierten Playlist aufgenommen zu werden. Songs in kuratierten Playlisten sind gruppiert, um ein spezifisches Publikum anzusprechen – das bedeutet mehr Zuhörer, mehr «Shares», mehr Einnahmen für Rechteinhaber. Das bedeutet ausserdem eine bessere Chance, dass der Song einem der «Music-Supervisors», die in den Playlisten nach Songs für aktuelle TV- und Filmproduktionen suchen. Den Sprung in eine Playlist schafft jedoch nur ein kleiner Teil der veröffentlichten Songs.

Eine weitere streamingbedingte neue Herausforderung ist auch, dass Musikschaffende erst dann Tantiemen erhalten, wenn ihr Song 30 Sekunden lang gestreamt wurde. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sollen also ja nicht zu früh abspringen, sonst gibt es kein Geld. Zudem gilt zum Beispiel bei Radio oder Fernsehen: je länger der Song, desto mehr Einnahmen. Beim Streaming ist das anders: Man erhält eine Auszahlung pro Stream.

Wie sehr beeinflussen diese neuen Spielregeln des Streamings die Komponistinnen und Komponisten? Gibt es ab sofort nur noch kurze Songs ohne aufbauende Intros und dafür knallende catchy Hooklines ab dem ersten Takt? Welche Rolle spielt heute der Songtext? Wie muss ein Song klingen, um in einer Playlist aufgenommen zu werden?

Kommen Sie an das SUISA-Panel und diskutieren Sie mit!

SUISA-Panel am Festival M4music 2020
«How Streaming is Changing Songwriting»
Samstag, 21. März 2020, von 13:45 bis 15:00 Uhr
im Moods im Schiffbau in Zürich

Speaker:

  • Janine Cathrein, Singer Songwriter, Zürich
    Singer-Songwriterin Janine Cathrein ist Teil von Black Sea Dahu. Nach der Veröffentlichung ihres erfolgreichen Debütalbums «White Creatures» tourt die Bande unermüdlich, allein im Jahr 2019 waren es 120 Konzerte.
  • Julie Born, Managing Director Sony Music Entertainment Switzerland GmbH, Zürich
    Julie Born ist seit mehr als 30 Jahren im Schweizer Musikbusiness tätig. Als Geschäftsführerin von Sony Music Schweiz ist sie mit ihrem Team für den Aufbau und die Etablierung von Künstlern in den verschiedensten Musikbereichen verantwortlich.
  • Henrik Amschler, Producer Songwriter, Zürich
    Geboren 1989 in Zürich, ist bekannt unter dem Namen HSA. Er ist ein renommierter Urban-/Pop-Musik-Produzent und Songwriter. Er hat an zahlreichen Gold- und Platin-Produktionen mitgewirkt und gewann namhafte Auszeichnungen (wie z. B. den Swiss Music Award als Songwriter). Er produziert unter anderem für Loco Escrito und Mimiks.
  • Loris Cimino, Produzent und Songwriter, Reinach AG
    Der 22-jährige Produzent verbucht 2019 nur schon auf Spotify über 2,5 Milionen Streams. Er produziert die Musik von namhaften Künstlern und ist auch als DJ international erfolgreich mit offiziellen Remixes für Künstler wie David Guetta und Meghan Trainor. Ausserdem ist er der Coautor des offiziellen Trailer-Songs der aktuellen Show «America’s got Talent».

Moderation: Nina Havel

www.m4music.ch

Artikel zum Thema
«079»: Eine tragikomische Hit-Geschichte | mit Video«079»: Eine tragikomische Hit-Geschichte | mit Video Mit «079» haben Lo & Leduc und ihr Mitkomponist Maurice «Dr. Mo» Könz Geschichte geschrieben: Im letzten Jahr hielt sich der Song ganze 21 Wochen an der Spitze der hiesigen Hitparade – und erzielte damit einen Schweizer Rekord. «079» ist einer der drei nominierten Songs für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019. Der Musiker und Dozent für Musikwissenschaften Hans Feigenwinter hat die Hit-Komposition analysiert. Weiterlesen
Die ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label SuisseDie ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label Suisse Vom 14. bis 16. September 2018 hat zum achten Mal das Festival Label Suisse in Lausanne stattgefunden. Das Festival ist dem Schweizer Musikschaffen gewidmet und bietet dem Publikum alle zwei Jahre einen breitgefächerten Panoramablick auf die aktuelle Musiklandschaft der Schweiz. Weiterlesen
Das erste Jahr der SUISA Digital Licensing AGDas erste Jahr der SUISA Digital Licensing AG Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren gründete die SUISA ihre Tochtergesellschaft, die SUISA Digital Licensing AG. Die Tochtergesellschaft hat nun ihr erstes vollständiges Geschäftsjahr hinter sich. Ein Jahr, das vollumfänglich im Zeichen des Aufbaus stand und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse brachte. Es ist Zeit für einen Rückblick und ein erstes Zwischenfazit. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Tipps und Reflexionen zu modernen Songstrukturen von erfolgreichen Songwriterinnen und Songwriter sowie Personen aus dem Musikbusiness beim SUISA-Panel «How Streaming is Changing Songwriting» im Rahmen des Festivals M4music am Samstag, 21. März 2020, im Moods. Text von Erika Weibel

M4music 2019 SUISA Panel Hit the World

KT Gorique, Laurell Barker und Shelly Peiken (v.l.n.r.) im Gespräch über Songwriting am SUISA-Panel «Hit the World – so arbeiten internationale Hit-Komponistinnen» am Festival M4music 2019. (Foto: Ennio Leanza / M4music)

Selbst die kreativsten Songwriter bleiben unbemerkt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihrer Musik Gehör zu verschaffen. In einem hochgradig wettbewerbsorientierten und übersättigten Umfeld müssen Songwriter auffallen. Sie müssen sich von unzähligen weiteren professionellen Autoren unterscheiden. Gerade im Pop-/Urban-Genre muss man zudem ein Publikum für sich gewinnen, dessen Hörverhalten stark vom Konsum der Musik über Streaming-Dienste beeinflusst ist.

Anlässlich des SUISA-Panels am Festival…Weiterlesen

Hommage an Claudio Taddei

Am 9. August 2019 ist Claudio Taddei, Singer-Songwriter und Maler, im Alter von 52 Jahren gestorben. Nachruf von Rossana Taddei und Sara Ravarelli

Hommage an Claudio Taddei

Rossana und Claudio Taddei. (Foto: Alejandro Persichetti)

In Uruguay als Sohn einer Tessiner Familie geboren, war Claudios Kindheit geprägt von beiden Kulturen. Seine Musikkarriere beginnt in Südamerika, wo er alsbald die Höhen der südamerikanischen Charts erklimmt. 2002, in Uruguay als grosser Star gefeiert, zwingen ihn schwere gesundheitliche Probleme zur Rückkehr in die Schweiz. Phasen intensiver medizinischer Behandlungen und künstlerischer Aktivitäten und Musikabende wechseln sich hier ab, denn auch im Tessin schätzt man Claudio schon nach wenigen Jahren als eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstszene – ein bekannter Musiker und beliebter Maler.

Gemeinsam mit seiner Schwester Rossana entdeckt und pflegt Claudio Taddei seine Passion bereits in der Kindheit. Auch Rossana Taddei blickt auf eine erfolgreiche Musikkarriere in Uruguay zurück. Bei der SUISA seit vielen Jahren als Mitglied angemeldet, möchte Rossana mit uns nun ihre liebevolle und persönliche Erinnerung an Claudio teilen: Claudio, als Bruder wie auch als unvergesslicher Künstler. (Sara Ravarelli)

Liebster Bruder, Freund und Gefährte auf dieser abenteuerlichen, traumhaften Reise

Wie die Sonne, ein gigantischer Stern voller Licht.
Dein Weg führte stets entlang der schicksalhaften Pfade der Sonne, und nun kehrst Du zu ihr zurück.
Einen Abschied von Dir kann es nicht geben, denn Du lebst in all Deinen Liedern, in jedem Deiner Pinselstriche, in Deinen Farben, in unseren Gedanken und unseren Herzen weiter.
Liebster Bruder, Freund und Gefährte auf dieser abenteuerlichen, traumhaften Reise – einem Zwillingsbruder gleich, ewiger Kompagnon.
Deine lebhaften, lachenden und neugierigen Augen widerspiegeln Dein freimütiges Herz und sind mir Kompass auf meinem Weg. In Deinen Liedern erzählst Du aus Deinem Leben und singst von Freude, Traurigkeit und Güte.
Dass Deine Hand uns nun auf unseren Wegen leitet, wir, die Dich lieben und nun wieder selber zu gehen bereit sind, um den Schmerz und die Leere, die Du hinterlässt, zu überwinden.
Du wirst mir fehlen, Du wirst uns allen fehlen. Ich werde den Kosmos mit unserer Geschichte erfüllen, unserem Sein als Bruder und Schwester.
Unser Werk rettet uns und hat uns immer wieder gerettet.
Unser Werk bringt uns zusammen und hat uns immer wieder zusammengebracht.
Es war unser roter Faden, der uns immer vereint hat und uns immer vereinen wird.
Jedes Bild, das mir meine Erinnerungen an Dich schenken, beginnt und endet mit einem Lächeln.

Sagenhaft ruhig
Lebhaft intensiv
Beschaulich geräuschvoll
Chaotisch geordnet
Leidenschaftlich ruhig
Leise emotional
Hartnäckig schüchtern
Ehrfürchtig überschwänglich
Mein liebster Bruder, mir vertraut wie meine eigene Hand und doch unbekannt in den Tiefen Deiner Unendlichkeit, in der Du gewesen bist und immer sein wirst.

Danke, dass Du ein Maestro warst; denn das Leben ist ein Geschenk: Man muss es nur zu leben verstehen, dann wird das Geschenk zum Licht.

«Te toca la pena, también la alegría y el amor. No dejes que nada espere, la vida hace siempre lo que quiere, más vale echarle picante y hacer que las cosas se vivan bien pa’delante.»

Rossana Taddei

Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Am 9. August 2019 ist Claudio Taddei, Singer-Songwriter und Maler, im Alter von 52 Jahren gestorben. Nachruf von Rossana Taddei und Sara Ravarelli

Hommage an Claudio Taddei

Rossana und Claudio Taddei. (Foto: Alejandro Persichetti)

In Uruguay als Sohn einer Tessiner Familie geboren, war Claudios Kindheit geprägt von beiden Kulturen. Seine Musikkarriere beginnt in Südamerika, wo er alsbald die Höhen der südamerikanischen Charts erklimmt. 2002, in Uruguay als grosser Star gefeiert, zwingen ihn schwere gesundheitliche Probleme zur Rückkehr in die Schweiz. Phasen intensiver medizinischer Behandlungen und künstlerischer Aktivitäten und Musikabende wechseln sich hier ab, denn auch im Tessin schätzt man Claudio schon nach wenigen Jahren als eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstszene – ein bekannter Musiker und beliebter Maler.

Gemeinsam mit seiner Schwester Rossana entdeckt und pflegt Claudio Taddei seine Passion bereits in der Kindheit. Auch Rossana Taddei blickt auf…Weiterlesen

Von der unendlichen Lust am Experiment

Das Duo Eclecta, der in Zürich und Winterthur ansässigen Andrina Bollinger und Marena Whitcher, experimentiert mit Klängen jenseits gängiger Definitionen und sucht den interdisziplinären Austausch mit anderen Künsten. Die FONDATION SUISA unterstützt dieses Vorhaben finanziell mit einem Get Going!-Beitrag. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Eclecta: Von der unendlichen Lust am Experiment

Das Duo Eclecta. (Foto: Andrea Ebener)

Dort, wo die verbalen Definitionen der verschiedenen Künste implodieren; wo stilistische Schubladen nur noch als Relikt vergangener Zeiten existieren; dort, wo sich alles frei fliegend entfalten kann und sich laufend in immer neuen Mustern fortbewegt: Genau dort fühlen sich Eclecta zuhause. Eclecta, das sind Andrina Bollinger und Marena Whitcher – beide Solokünstlerinnen, Multiinstrumentalistinnen, Sängerinnen. Und beide sind – wie sie sich unisono beschreiben – «einfach neugierig». Das ist eine bescheidene Umschreibung. Es ist die pure Lust am Experiment, die die beiden antreibt. Obwohl Ende Zwanzig haben beide das jugendliche Staunen nicht verlernt, paaren dieses aber mit reifer Reflektion und schaffen es immer wieder, zusätzliche Elemente so in ihre Kunst einzubauen, dass das Resultat stets homogen bleibt.

Kennengelernt haben sich Andrina Bollinger und Marena Whitcher auf der Jazzschule, doch das war eigentlich bereits das zweite Aufeinandertreffen. «Wir waren uns schon als Kinder im Circolino Pipistrello begegnet», sagt Bollinger. Whitcher lacht und fügt hinzu: «Das haben wir aber erst später herausgefunden, dass das so war.» Dem Schicksal ist nicht zu entkommen und so kam es, wie es kommen musste: «Als Marena angefragt wurde für ein Solokonzert, hatte sie zu wenig Material, um den Auftritt alleine bestreiten zu können. So fragte sie mich an. Wir legten dann unsere Songs zusammen, damit hat alles begonnen», erzählt Bollinger.

«A Symmetry» hiess 2016 ihr erstes Album und das Wortspiel, das sich im Titel verbirgt, ist mehr als nur Programm, sind doch die beiden Frauen in ihrer Art und in ihrer Kunst eigentlich überzeugte Individualistinnen, die in zahlreichen Kollaborationen und Soloauftritten ihren eigenen Weg gehen. «Wir haben von Anfang an mit den zwei Figuren gespielt, die völlig anders sind. Eclecta lebt von dieser Dualität, dieser Asymmetrie, aber gleichzeitig haben wir eben auch die Möglichkeit uns ineinander zu verschmelzen», erklärt Whitcher und Bollinger ergänzt: «Wir können uns stimmlich angleichen, so dass man uns kaum auseinanderhalten kann. Der Albumtitel beschreibt dieses fortlaufende Spiel zwischen Symmetrie und Asymmetrie.»

Die 15 Songs, die wie erwähnt, jegliche Schubladisierung ignorieren und bewusst die zum Experiment ladenden stilistischen Zwischenräume kartographieren, sind in ihrer Summe ein schillerndes Kaleidoskop von Euphorie und Melancholie, von Lust und Nachdenklichkeit. Und so verblüffend «A Symmetry» auf den Hörer auch drei Jahre nach Erscheinen noch wirkt und immer neue Details an den Tag zu bringen vermag: Für die Protagonistinnen steht die Platte heute nur noch für eine Momentaufnahme in ihrem künstlerischen Prozess. «Auf unserem kommenden Album, das voraussichtlich Anfang 2020 erscheinen wird, wollen wir dieses Spiel noch weiter treiben, so dass sich das Ganze immer weiter verzahnt und verschachtelt.»

«Der Get Going!-Beitrag schenkt uns etwas Kostbares, nämlich Zeit. Für die ungemein lange Zeit, die man investiert, um sich mit Themen zu befassen, zu recherchieren und Songs zu schreiben, wird man ansonsten nie bezahlt.»

Wie dies dann klingen wird, «das bleibt zu diesem Zeitpunkt noch ein Geheimnis», meinen die beiden augenzwinkernd. Wenn sie von ihren Einflüssen erzählen, so reichen diese von gesellschaftlichen Themen bis hin zu Malerei, vom Theater bis zur Performance-Kunst, von Literatur bis zur Philosophie. Whitcher, die väterlicherseits amerikanische Wurzeln hat, ist von den Surrealisten begeistert und geht in ihren Auftritten Fragen nach wie «Was sind Monster heutzutage und weshalb brauchen wir sie?» oder «Luxusprobleme haben und Kunst machen – geht das zusammen?». Auch Bollinger ist es wichtig, politische und gesellschaftliche Aktualität in ihr Schaffen zu integrieren. So schreibt sie über Themen wie den Klimawandel, über Meinungsfreiheit oder die Digitalisierung und sucht nach Orten, wo uns Zahlen und Codes nicht beherrschen. Sie wiederum pendelt zwischen Zürich, Berlin und ihrer Engadiner Heimat und versucht mit einem Zoom-Recorder die Klänge dieser unterschiedlichen Räume einzufangen, weil – wie sie sagt – «es entscheidend ist, wo man sich befindet, wenn man kreativ tätig ist.»

Einer dieser kreativen Spielplätze ist auch die Bühne. Mit selbstgebastelten Instrumenten und Kostümen verwandeln sie einen Auftritt in eine Art Gesamtkunstwerk. Deshalb wollen sie in Zukunft auch verstärkt das Medium Video nutzen, um ihre Musik zu visualisieren. Aber dies ist nur eine von gefühlten tausend Ideen, mit der sich beide beschäftigen. Am Ende soll Eclecta auch ein Statement gegen den Zeitgeist sein: «In unserer individualisierten Gesellschaft ist jeder nur noch auf sich bezogen und der Blick nach aussen fällt völlig weg. Dafür ist doch Gemeinschaft ein Urbedürfnis des Menschen», meint Whitcher und Bollinger fügt an: «Ich sehe das schon auch als eine unserer Aufgaben an, mit unserer Kunst die Welt zu reflektieren und eine andere Denkweise anzuregen.»

Den Get Going!-Beitrag der FONDATION SUISA betrachten sie auf jeden Fall als eine extreme Befreiung. «Er schenkt uns etwas Kostbares, nämlich Zeit», sagt Bollinger. «Genau», unterstreicht Whitcher, «für die ungemein lange Zeit, die man investiert, um sich mit Themen zu befassen, zu recherchieren und Songs zu schreiben, wird man ansonsten nie bezahlt.» So gesehen ist Eclecta für diese Art von Förderung geradezu ein Paradebeispiel, weil sich die beiden jungen Frauen auf noch nicht gepflügten Äckern bewegen und mit ihrer Experimentierlust nun nicht mehr Gefahr laufen, zwischen Stuhl und Bank zu fallen.

www.eclecta.ch

2018 hat die FONDATION SUISA mit der Vergabe von neuen Werkbeiträgen begonnen. Unter dem Titel Get Going! werden kreative und künstlerische Prozesse finanziell angestossen, die sich ausserhalb der gängigen Kategorien befinden. In einer Porträtserie stellen wir die Empfängerinnen und Empfänger dieser Get Going!-Beiträge vor.

Artikel zum Thema
FONDATION SUISA: «Get Going!» geht in die zweite Runde: «Wir haben den Nerv der Zeit getroffen»«Get Going!» geht in die zweite Runde: «Wir haben den Nerv der Zeit getroffen» Letztes Jahr vergab die FONDATION SUISA unter dem Titel «Get Going!» erstmals vier Anstossbeiträge, um innovative Kreativansätze ausserhalb der gängigen Schubladen zu fördern. Die positiven Reaktionen darauf waren überwältigend. Ende Juni 2019 geht die Ausschreibung in die zweite Runde. Weiterlesen
Die ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label SuisseDie ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label Suisse Vom 14. bis 16. September 2018 hat zum achten Mal das Festival Label Suisse in Lausanne stattgefunden. Das Festival ist dem Schweizer Musikschaffen gewidmet und bietet dem Publikum alle zwei Jahre einen breitgefächerten Panoramablick auf die aktuelle Musiklandschaft der Schweiz. Weiterlesen
Kreatives Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2018 | mit VideoKreatives Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2018 | mit Video Zum zweiten Mal führte die SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions ein Songwriting Camp durch. Austragungsort waren wie bei der Premiere vergangenes Jahr die Powerplay Studios in Maur. Insgesamt nahmen 36 Musikerinnen und Musiker aus 8 Ländern an der 3-tägigen Veranstaltung im Juni 2018 teil. Entstanden sind 19 Pop-Songs von unterschiedlicher stilistischer Ausprägung. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das Duo Eclecta, der in Zürich und Winterthur ansässigen Andrina Bollinger und Marena Whitcher, experimentiert mit Klängen jenseits gängiger Definitionen und sucht den interdisziplinären Austausch mit anderen Künsten. Die FONDATION SUISA unterstützt dieses Vorhaben finanziell mit einem Get Going!-Beitrag. Gastbeitrag von Rudolf Amstutz

Eclecta: Von der unendlichen Lust am Experiment

Das Duo Eclecta. (Foto: Andrea Ebener)

Dort, wo die verbalen Definitionen der verschiedenen Künste implodieren; wo stilistische Schubladen nur noch als Relikt vergangener Zeiten existieren; dort, wo sich alles frei fliegend entfalten kann und sich laufend in immer neuen Mustern fortbewegt: Genau dort fühlen sich Eclecta zuhause. Eclecta, das sind Andrina Bollinger und Marena Whitcher – beide Solokünstlerinnen, Multiinstrumentalistinnen, Sängerinnen. Und beide sind – wie sie sich unisono beschreiben – «einfach neugierig». Das ist eine bescheidene Umschreibung. Es ist die pure Lust am Experiment, die die beiden antreibt. Obwohl Ende…Weiterlesen

KT Gorique erobert die Deutschschweiz

Das SUISA-Mitglied KT Gorique war an dem von der SUISA organisierten Panel «Hit the World» beim M4music Festival 2019 als Expertin für Songwriting im Genre Rap eingeladen. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sie zu den Preisträgerinnen des Schweizer Musikpreises 2019 gehört. Ein Interview mit der im Wallis lebenden Rapperin, die ihre Musik in die ganze Schweiz trägt. Gastbeitrag von José Tippenhauer, Swissmusic.ch

KT Gorique erobert die Deutschschweiz

«Sie ist schon im Senegal, in Kanada und in ganz Europa aufgetreten und ist aus der Schweizer Rapszene nicht mehr wegzudenken», schreibt das Bundesamt für Kultur über die frisch gekürte Gewinnerin des Schweizer Musikpreises 2019, KT Gorique. (Foto: Jérémie Carron)

KT Gorique wird ihrem Spitznamen «Schweizer Taschenmesser» wirklich gerecht. Nachdem sie 2012 den internationalen Rap-Improvisationswettbewerb «End of the Week» in New York gewonnen hatte, spielte sie im Film «Brooklyn» von Pascal Tessaud die junge Rapperin Coralie. 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Album «Tentative de Survie». Letztes Jahr hat sie es mit ihrem Projekt «Kunta Kita» bis in die Charts geschafft. Wenige Wochen nach der Nominierung für die Swiss Music Awards setzt sie ihren Aufstieg fort. Sie wird am Konzert von Nicki Minaj im Hallenstadion Zürich als Eröffnungs-Act auftreten und ist eine der wenigen französischsprachigen Künstler am Openair Frauenfeld. 2019 ist ein vielversprechendes Jahr für die Walliser Rapperin, mit der wir über die Schweiz, ihr kreatives Schaffen und ihre Inspirationsquellen gesprochen haben.

«Kunta Kita» kam im Juli 2018 heraus. Wie ging es danach für dich weiter?
KT Gorique: Dieses Projekt hat meine Karriere in ganz neue Bahnen gelenkt. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass es so einschlagen würde.
Nach der Veröffentlichung hatte ich über vierzig Auftritte, darunter auch meine ersten Auftritte als Headlinerin. Einige Veranstaltungen waren sogar ausverkauft (u. a. in St. Gallen und Luzern) In den sechs Jahren zuvor hatte ich immer nur kleine Konzerte gegeben, ich war nicht besonders bekannt. Seit «Kunta Kita» habe ich nun richtige Fans. Das Paradoxe daran ist, dass die meisten von ihnen aus der Deutschschweiz kommen, obwohl ich auf Französisch singe. Das ist unglaublich!
Ein wichtiger Grund dafür war auch, dass das Album von einem Zürcher Label, FarMore Records, herausgebracht wurde. Und im September hat mich SRF3 zum «Best Talent» des Monats gekürt. Das ist ein Mainstream-Radiosender, bei dem viele Menschen, die nicht unbedingt Hip-Hop-Fans sind, meine Lieder hörten. Dadurch hat mich ein ganz neues Publikum entdeckt, was ich auch bei meinen Konzerten bemerke. Es kommen Hip-Hop-Fans, Punks, Rastas und Rock-Fans – und zwar junge wie alte. Das ist für mich das schönste Geschenk. Ich mache Musik für alle, nicht nur für eingefleischte Rap-Fans.

Wie empfindest du, nachdem du nun sehr oft in der Deutschschweiz auf Tour bist, den berühmten Röstigraben, die symbolische Kulturgrenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz?
Ein grosser Unterschied besteht darin, wie viel Geld die Zuhörer auszugeben bereit sind. Kürzlich hatte ich einen Auftritt in Lausanne mit Künstlern aus der Romandie. Da kostete der Eintritt 25 Franken. Ich dachte sofort, dass die Leute das teuer finden würden. Und tatsächlich war der Saal nicht voll. In der darauffolgenden Woche war ich in der Deutschschweiz. Auf der Bühne standen ich und ein Eröffnungs-Act, und der Eintritt kostete 30 Franken. Es war voll!
Ich habe den Eindruck, dass wir Romands unsere Identität auf der französischen Seite suchen. Die Deutschschweizer dagegen sind im Kopf Schweizer! Wenn sie Schweizer Künstler sehen, die sie begeistern, sagen sie: «Das ist cool, weil sie gut sind und ganz besonders, weil sie Schweizer sind», und sie unterstützen diese Künstler. Wir in der Romandie identifizieren uns stärker mit den Franzosen und beurteilen unsere Künstler eher danach, wie sie in Frankreich oder generell ausserhalb der Schweiz wahrgenommen werden. Glücklicherweise beginnt sich dies zu ändern. Kürzlich hatte ich einen Auftritt mit Danitsa, Comme1Flocon, SWK und Chien Bleu. Ein ähnliches Line-up, nur Romands, kein einziger Ausländer. Noch vor drei Jahren wäre das unmöglich gewesen.
Um auf den Röstigraben zurückzukommen: Das ist ganz witzig. Denn wenn ich in der Romandie erzähle, dass ich Konzerte in der Deutschschweiz gebe, fragt man mich: «Sind die Leute dort nicht viel verschlossener?» Aber ganz im Gegenteil: Ich bemerke, dass sie sehr viel offener sind als wir! Das zeigt sich daran, dass wir in der Deutschschweiz auftreten, während Deutschschweizer Rapper hier unbekannt sind.

In deinem Song «Outta Road» kritisierst du Menschen, die gelbe Westen tragen. Das war vor dem Aufkommen der Gelbwesten-Bewegung. Aber in «NAYUNO Session» sprichst du von den «echten» Gelbwesten und sagst: «Gelb ist in diesen Winter, sie tragen es als Weste, aber ich will es überall.» Ist das eine kleine Stichelei?
Ganz im Gegenteil, das ist ermutigend gemeint. Wenn ich Französin wäre, wäre ich täglich mit auf der Strasse, mit den Gelbwesten, überall, sogar zu Fuss.
Alles, was ich schreibe, kommt aus meinem Inneren. Wenn ich sehe, wie sich Menschen, die nicht unbedingt demselben gesellschaftlichen Milieu entstammen, zusammentun, um für ihre Rechte zu kämpfen, weil ihnen Ungerechtigkeit zuteil wird und sie nicht gut leben können, dann finde ich das gut! «Ich will es überall» soll heissen «Ich stehe euch bei bis zum Ende»!

Kommen wir zu deinem kreativen Schaffen. Was verstehst du unter «instinktivem Schreiben»?
Um Texte zu schreiben, brauche ich vor allem einen Beat. Wenn ich den nicht habe, dann schreibe ich vielleicht ein paar Zeilen, aber es wird nie etwas «Ganzes». Wenn ich mich an einen Song mache, brauche ich automatisch Musik, denn diese gibt mir die Worte vor.
Als Inspirationsquelle dient mir der Alltag. Es gibt viele Dinge im Leben, die mich berühren. Das können Dinge sein, die ich sehe, erlebe oder höre, Erfahrungen, die die Menschen in meinem Umfeld, meiner Familie machen, oder Schwierigkeiten, denen ich begegne. Es kann etwas sehr Persönliches sein, aber auch etwas Allgemeineres wie die Gelbwestenbewegung.
Von da aus leiten mich dann die Musik und meine Gefühle. Ich versuche, in mich hineinzufühlen und dem Ganzen einen Rhythmus zu verleihen. Ich schreibe viel am Computer. Aber wenn ich sehr genau und instinktiv arbeiten möchte, dann schreibe ich die Texte direkt im Kopf. Ich schreibe einen Satz nach dem anderen, und ich versuche, sie mir Stück für Stück zu merken, ohne dazu ein Blatt Papier zu brauchen. Die Melodien und der Flow folgen dann ganz natürlich, abhängig von dem, was ich erzählen möchte. So habe ich das Gefühl, viel instinktiver zu arbeiten und direkter das zu sagen, was ich sagen will und wie ich mich geben möchte.

Du schreibst nicht nur deine eigenen Texte, sondern komponierst auch die Beats dazu. Wie gehst du dabei vor? Mit welchen Klängen beginnst du?
Ja, ich komponiere manchmal auch. Im Prinzip beginne ich mit einer Basis, einem kleinen Vibe, einer Art Energie. Diese kann beispielsweise melancholisch sein oder in Richtung Reggae oder Cainfri (Anmerkung der Red.: «afrikanisch») gehen. Ich gehe immer von einer Art Farbe aus, die ich im Kopf habe. Das ist wirklich sehr abstrakt. Ich versuche, das, was in meinem Kopf ist, in eine Melodie umzuwandeln. Dazu nutze ich zahlreiche Samples auf meiner MIDI-Tastatur. Ich suche und suche … bis ich den Sound oder die Noten finde, die mich ansprechen. Ich beginne mit der Basismelodie und baue den Rest drumherum. So mache ich weiter, bis von instrumenteller Seite alles fertig ist.

KT Gorique auf Youtube

Das Interview mit KT Gorique entstand im Rahmen des Dossiers «A la découverte du rap romand» von Swissmusic.ch und ist dort im März 2019 zuerst erschienen.

Artikel zum Thema
Die ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label SuisseDie ganze Vielfalt der Schweizer Musik am Label Suisse Vom 14. bis 16. September 2018 hat zum achten Mal das Festival Label Suisse in Lausanne stattgefunden. Das Festival ist dem Schweizer Musikschaffen gewidmet und bietet dem Publikum alle zwei Jahre einen breitgefächerten Panoramablick auf die aktuelle Musiklandschaft der Schweiz. Weiterlesen
Fremde Beats und eigene SongsFremde Beats und eigene Songs Die Melodie ist ein Ohrwurm, aber der Groove passt nicht. Seit Tagen fehlt der Rhythmus im Blut, während der geniale Text auf den Lippen liegt. Es gibt viele Gründe, weshalb man einen fremden Beat als Rohmaterial für den eigenen Song zu Hilfe nimmt. Mit diesen rechtlichen Hinweisen und praktischen Tipps zum Umgang mit eingekauften Beats bleibt man auch formell im Takt. Weiterlesen
Marc Sway: «Man schreibt viel mehr Songs, als es für ein Album braucht» | mit Video«Man schreibt viel mehr Songs, als es für ein Album braucht» | mit Video Bei einem Besuch in seinem Studio im Januar 2018 hat das langjährige SUISA-Mitglied Marc Sway einen Einblick in sein Schaffen und sein Berufsleben als Musiker gegeben. Mitte Oktober 2018 erschien mit der Single «Beat Of My Heart» der erste Vorbote seines nächsten Albums, dessen Entstehungsprozess im Videointerview ein Hauptthema war. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das SUISA-Mitglied KT Gorique war an dem von der SUISA organisierten Panel «Hit the World» beim M4music Festival 2019 als Expertin für Songwriting im Genre Rap eingeladen. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sie zu den Preisträgerinnen des Schweizer Musikpreises 2019 gehört. Ein Interview mit der im Wallis lebenden Rapperin, die ihre Musik in die ganze Schweiz trägt. Gastbeitrag von José Tippenhauer, Swissmusic.ch

KT Gorique erobert die Deutschschweiz

«Sie ist schon im Senegal, in Kanada und in ganz Europa aufgetreten und ist aus der Schweizer Rapszene nicht mehr wegzudenken», schreibt das Bundesamt für Kultur über die frisch gekürte Gewinnerin des Schweizer Musikpreises 2019, KT Gorique. (Foto: Jérémie Carron)

KT Gorique wird ihrem Spitznamen «Schweizer Taschenmesser» wirklich gerecht. Nachdem sie 2012 den internationalen Rap-Improvisationswettbewerb «End of the Week» in New York gewonnen hatte, spielte sie im Film «Brooklyn» von…Weiterlesen