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20 000 Franken und ein imaginäres Kompositionsprojekt

Über das kreative Schaffen zu diskutieren, ist alles andere als einfach. Der Verein Jazzy Jams und die SUISA haben sich deshalb anlässlich des Festivals Jazz in Bess in Lugano etwas Besonderes einfallen lassen. Die Tessiner Komponistin Maria Bonzanigo und die Komponisten Pietro Viviani und Damiano Merzari erarbeiteten vor Publikum ein imaginäres Kompositionsprojekt. Das Ergebnis war äusserst spannend und nahm die Zuschauer mit auf die Reise in die Gedankenwelt von Urhebern. Gastbeitrag von Zeno Gabaglio

Jazz in Bess: 20 000 Franken und ein imaginäres Kompositionsprojekt

Zeno Gabaglio (Ko-Moderation), Maria Bonzanigo, Pietro Viviani, Alessandro Zanoli (Moderation) und Damiano Merzari (im Bild v.l.n.r.) haben ihre privatesten kreativen Vorgehensweisen beim Komponieren diskutiert. (Foto: Erika Weibel)

Ein Abend zum Thema des musikalischen Schaffens kann sehr langweilig sein. Vor allem deshalb, weil das Thema an sich Rätsel aufgibt ist – vergleichbar mit jenen Rätseln, die jede Schöpfungsgeschichte umgeben. Die Erklärung des musikalischen Schaffens führt im Allgemeinen zu zwei unerfreulichen Ergebnissen: zielloses Umherirren zwischen widersprüchlichen philosophischen Auffassungen oder die totale Ablehnung von etwas, das von Natur aus Logik und Erklärungen widerspricht.

Im Wissen über diese Ausgangslage haben der Verein Jazzy Jams und die SUISA am Donnerstag, dem 25. Januar 2018, einen Abend in der Schweizerischen Nationalphonothek in Lugano veranstaltet, der dem musikalischen Schaffen gewidmet war. Da stellte sich natürlich die Frage, wie man den Abend gestalten kann, ohne in der oben beschriebenen, schicksalhaften Sackgasse zu landen.

Spontanes Komponieren vor Publikum

Die Idee war, drei eingeladene Musikurheber direkt ins Thema eintauchen zu lassen; in eine Situation, die so praxisbezogen und konkret ist, dass es weder Platz für philosophische Diskussionen noch peinliches Schweigen gibt.

Aber wie genau? Indem wir jedem von ihnen eine Einladung eines imaginären Komitees zukommen liessen. Sie wurden eingeladen, an einem neuen Projekt mitzuarbeiten. Der Text, der erst zu Beginn des Treffens enthüllt wurde, war folgender:

«Jazzy Jams will seinen neuen Saal mit einer Reihe von Konzerten einweihen und lädt Musiker aus der italienischsprachigen Schweiz ein, spontan ein künstlerisches Werk zu konzipieren. Es handelt sich um eine Aufführung in einem modular aufgebauten und technisch gut ausgestatteten Raum mit einer Kapazität von 400 Plätzen. Das Kompositionsbudget beträgt Fr. 5000, für die Realisierung stehen Fr. 15 000 zur Verfügung. Die Zeit für Konzeption/Realisierung beträgt neun Monate. Es gibt keine Vorgaben zu Musikstil oder Dauer, und der Komponist wird einen ganzen Abend für sich haben.»

Bedingung für jeden Urheber respektive die Urheberin war lediglich, der Öffentlichkeit seinen ganz eigenen kreativen schöpferischen Prozess aufzuzeigen – in einer Art laut ausgesprochenem inneren Dialog.

Maria Bonzanigo, Pietro Viviani und Damiano Merzari (von der Band The Pussywarmers) haben sich grosszügig für dieses Projekt zur Verfügung gestellt, indem sie – in einem ungewöhnlichen öffentlichen Brainstorming – ihre normalerweise privatesten kreativen Vorgehensweisen enthüllten.

Verschiedene Musikstile, verschiedene Herangehensweisen

Das Ergebnis war fesselnd: mitreissend, überraschend und manchmal auch ironisch. Unter anderem, weil die Musikgattungen (Theater- und Konzertmusik bei Bonzanigo; Jazz, Soundtracks und Konzertmusik bei Viviani; Independent-Rock bei Merzari) äusserst unterschiedliche Zugänge zum gleichen Phänomen aufgezeigt haben, die wir – einfallslos, aber stolz – alle mit dem gleichen Begriff «Musik» bezeichnen.

Aus der Diskussion sind – neben soliden technischen und poetischen Gewissheiten – auch verschiedene Zweifel und Fragen hervorgegangen. Und vielleicht waren das die interessantesten Momente des Anlasses. Sie enthüllten den kreativen Prozess nicht nur als eine Gleichung, die mit einem einzigen möglichen Ergebnis gelöst werden kann, sondern auch als ein Stück Leben, das es zu bereisen gilt, mit den unvermeidlichen damit einhergehenden Überraschungen.

Im zweiten Teil des Abends ist das Thema des Schaffensprozesses etwas in den Hintergrund gerückt; es ging um die Frage, ob kreatives Schaffen lehrbar sei. Und wenn ja, wie?

Tamara Basaric vom Conservatorio della Svizzera italiana, Giorgio Meuwly und Marco Conti von der Scuola di Musica Moderna sowie Andrés Ortiz von der Scuola di Musica e di Arti Creative waren die Didaktiker (sowie Urheber) und antworteten in einer ebenso fachmännischen wie spannenden Art und Weise.

Links
Jazz in Bess
Maria Bonzanigo
Pietro Viviani
The Pussywarmers

Der Gastautor Zeno Gabaglio ist SUISA-Vorstandsmitglied, Komponist und war Ko-Moderator der Gesprächsrunde am Jazz in Bess.

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M4music Urheberrechtsstreitgespräch: Goldgrube Streaming?

Die SUISA präsentiert am M4music 2018 eine Panel-Diskussion zum Thema «Streaming». Die Teilnehmer diskutieren unter anderem, ob die Künstler fair am boomenden Streaming-Markt beteiligt werden und – wenn nein – was sich ändern muss. Text von Erika Weibel

M4music Urheberrechtsstreitgespräch: Goldgrube Streaming?

Die 21. Ausgabe von M4music findet vom 22. März bis 24. März 2018 statt. (Foto: M4music)

Die Umsätze der Streaming-Dienste steigen: Videos, Texte, Bilder und Musikdateien werden im Internet so stark genutzt wie noch nie. Davon profitieren aber nicht die Urheberinnen und Urheber der Werke, sondern grosse Player wie Google, Facebook etc. Wie sieht die Zukunft des Kunstschaffens aus, wenn die Wertschöpfung weiterhin vor allem bei den grossen Internetfirmen stattfindet, während die Inhaltslieferanten – die Kulturschaffenden – leer ausgehen?

Was wären mögliche Szenarien und Wege, die auch ein gerechtes – oder zumindest ein gerechteres – Einkommen für die Kunstschaffenden garantieren würden?

Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich natürlich auch am Gespräch beteiligen können.

Treffpunkt:

Freitag, 23. März 2018 um 17:00 Uhr
Matchbox im Schiffbau, Zürich

Das Panel wird auf Deutsch gehalten und auf Französisch übersetzt.

Die 21. Ausgabe von M4music findet vom 22. März bis 24. März 2018 statt. Das Popmusikfestival des Migros-Kulturprozent in Lausanne und Zürich bietet erneut ein reichhaltiges Programm: Konzerte von über 50 nationalen und internationalen Acts, Podiumsdiskussionen und Workshops zu aktuellen Themen des Musikbusiness.

www.m4music.ch/de/conference

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Schedler Music Summit 2018 mit Romina Kalsi

Die sechste Ausgabe des Schedler Music Summits, des jährlichen internationalen Songwriting Camps, das vom Musikverlag Schedler Music organisiert wird, fand vom 13. bis 18. Januar 2018 im österreichischen Lechtal statt. Fünf Tage lang traf sich ein Team von 42 Musikern aus den unterschiedlichsten musikalischen und geografischen Kontexten mit der Aufgabe, mindestens einen Song pro Tag zu komponieren. Romina Kalsi, seit 2014 Mitglied der SUISA, wurde von den Camp- und Summit-Verantwortlichen, Fiona Schedler und Alexander Schedler, als eine von neun Summit-TeilnehmerInnen aus der Schweiz ausgewählt. Text von Erika Weibel

Schedler Music Summit 2018 mit Romina Kalsi

Die Tessiner Songwriterin Romina Kalsi hat am Schedler Music Summit 2018 teilgenommen. Aus ihrer ersten Erfahrung in einem internationalen Songwriting-Camp bringt Romina drei neue Songs mit und zahlreiche Kontakte zur internationalen Musikszene. (Foto: Wolfgang Rudigier)

Romina Kalsi, eine junge Tessiner Sängerin und Songwriterin, ist in den letzten Jahren durch den Erfolg der Band Rocky Wood bekannt geworden. Als Frontfrau, Sängerin und Co-Komponistin der Tracks hat sie massgeblich zum Erfolg und der Entstehung des ersten Albums «Shimmer» beigetragen, welches 2014 von der Tessiner Band veröffentlicht wurde. Danach hat Romina einen neuen Solo-Weg eingeschlagen mit ihrem Projekt Animor, aus dem «Chasing Gold», eine digitale EP, hervorgegangen ist.

Entstehung der Werke von Romina Kalsi

Kalsi erklärt uns, dass die Komposition eines ihrer Songs oft ein langer Prozess ist, der sie auch drei bis vier Monate beschäftigen kann. Das liegt daran, dass sie nicht immer die Möglichkeit hat, sich ausschliesslich dem Songschreiben zu widmen. Aber es kann auch sein, dass die Grundidee eines Werks einfach eine gewisse Zeit reifen muss. Beim Komponieren für sich selbst setzt sie sich kein Zeitlimit.

Inspirationsquelle und Ausgangspunkt ihrer Werke sind oft Lebenserfahrungen, die sie geprägt haben, oder Synergien, die in der Zusammenarbeit mit weiteren Musikern entstehen, die wiederum einen kreativen Prozess auslösen.

Songwriting Camp: Drei Werke in drei Tagen

Die Teilnahme am Schedler Summit ist Romina Kalsis erste Erfahrung in einem internationalen Songwriting Camp. Fiona Schedler erklärte, dass es Romina Kalsis besondere Stimmfarbe war, die unter anderem ein Grund für ihre Auswahl zur Camp-Teilnahme war. Durch Kalsis Teilnahme gewann das Camp an musikalischer Vielfalt.

Alexander Schedler, der künstlerische Leiter des Camps, erteilte ihr als ersten Auftrag die Komposition eines Stückes für ihr aktuelles Soloprojekt Animor. Es wurde unter Beteiligung des Finnen Tobias Grandbacka, des Schweizers Riccardo Bettiol und der Dänin Ida Björg Leisin in einem Tag komponiert und trägt den Titel «Crumble Plastic». Das Stück ist ein Popsong, der sich durch Reggae-Elemente auszeichnet und dessen Text von einem aktuellen Thema inspiriert wurde. Für Kalsi ist es sehr wichtig, dass ihre Musik eine Botschaft enthält. Sie ist der Ansicht, dass ein Komponist eine grosse Verantwortung trägt, da er durch seine Musik direkt in die Herzen des Publikums vordringen kann.

Kalsi fügt hinzu, dass «Crumble Plastic» das Ergebnis einer erstaunlichen Übereinstimmung und eines unglaublichen Feelings sei, das sich sofort unter den beteiligten Musikern eingestellt habe. Es wurde fast organisch geschrieben, in einer langen Jam-Session, die jedem Komponisten viel Platz gelassen habe, um seine Ideen in den Song zu integrieren.

Die anderen Werke, an denen die Tessiner Vertreterin des Summit mitgewirkt hat, sind «Big Shot», ein melancholischer Popsong, und «At The End Of The World», dessen Genre dem des Soundtracks ähnelt.

Der Kompositionsprozess verlief bei diesen beiden Tracks ganz anders als bei «Crumble Plastic». Beide sind das Ergebnis intensiver Kommunikation zwischen den beteiligten Komponisten. Ausgangspunkt war in diesem Fall der Songtext, charakterisiert von metaphorischen Bildern, die im Austausch von Gefühlen und persönlichen Erfahrungen der verschiedenen Musiker entstanden sind. Das Ergebnis waren zwei poetische Texte, die als Grundlage für eine fast mathematische Komposition der Melodie gedient haben. Jede Text- und Musikpassage ist somit das Ergebnis einer akribischen Arbeit der Kommunikation und Integration von Erfahrungen der beteiligten Komponisten.

In den kommenden Monaten werden wir erfahren, wo und wann «Big Shot» und «At The End Of The World» veröffentlicht werden.

Herausforderungen und Vorteile eines Songwriting Camps

Unter den Musikern, die in einem Songwriting Camp zusammenarbeiten und dabei oft sehr persönliche Erfahrungen austauschen, um gemeinsam Songs zu komponieren, können tiefe und dauerhafte Freundschaften entstehen. Manchmal kommt es natürlich auch vor, dass der Funke unter den Teilnehmern nicht sofort überspringt, oder dass die vom künstlerischen Leiter zugewiesenen Themen nicht der Realität oder der Natur des Musikers entsprechen.

Die begrenzte Zeit – mindestens ein Song pro Tag –, das Feeling zwischen den Musikern und der Stress durch die unvermeidliche Konfrontation mit den anderen Liedern, die im Camp entstehen, sind einige weiter Aspekte, welche die Kreativität der Komponisten lähmen, oder entfachen und sie zu Höchstleistungen treiben können. So entstehen in einem Camp trotz der begrenzten Zeit spannende Songs, mit denen sich nicht nur die Komponisten der Werke sondern hoffentlich auch ein breites Publikum identifizieren kann. Alexander Schedler, künstlerischer Leiter des Camps, bestätigt, dass Kalsi diesen Herausforderungen mit grosser Begeisterung und Kreativität begegnet ist.

Aus ihrer ersten Erfahrung in einem internationalen Songwriting-Camp bringt Romina nicht nur drei neue Songs mit sondern auch zahlreiche Kontakte zur internationalen Musikszene. Sie kann ausserdem dank der Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Musikern auf neue kompositorische Ansätze und Herangehensweisen zurückgreifen und kommt musikalisch gereift aus dieser Erfahrung hervor. Romina erzählt, dass sie bereits jetzt Projekte in der Pipeline hat, in denen sie neue Kooperationen mit den Komponisten eingehen wird, die sie im Songwriting Camp kennengelernt hat. In den kommenden Monaten wird sie sich vor allem auf die Umsetzung ihres Projekts Animor konzentrieren.

Von Romina Kalsi im Summit-Camp komponierte Tracks, mit Beteiligung von:

«Big Shot»
Romina Kalsi
Dillon Dixon
Phil Sunday
Ida Björg Leisin

«Crumble Plastic»
Romina Kalsi
Riccardo Bettiol
Ida Björg Leisin
Tobias Grandbacka

«At The End Of The World»
Romina Kalsi
Pele Loriano
Tobias Grandbacka

SUISA-Sponsoring am Schedler Summit:
Die SUISA war einer der Sponsoren des Schedler Music Summits 2018. Der Musikverlag Schedler Music ist seit 2005 bei der SUISA registriert und ist mit verschiedenen Sub-Verlagsverträgen in fast allen westlichen und englischsprachigen Ländern tätig. Am Summit 2018 wurden insgesamt 61 Songs mit der Beteiligung von 42 Musikern aus 9 Nationen komponiert.

www.animormusic.com
schedlermusicsummit.com
schedlermusic.com

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Beruf und Berufung | mit Video

Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

Am Samstag, 1. April 2017, war am Festival Archipel in Genf zu erleben, weshalb Musik zugleich Beruf und Berufung ist. Tagsüber fand ein Informationstag für junge Musikschaffende statt. In 12 Inputreferaten gaben Fachspezialisten aus ihrem Erfahrungsschatz viele Tipps für den Einstieg in das Berufsleben als Musiker oder Musikerin preis.

Die Impressionen im Video zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenkatalog, der besprochen wurde. Weitere Referate an diesem erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle», der mit der Unterstützung der SUISA stattfand, waren zu hören von: Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM, Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon, François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri, Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores, Bruno Serrou – Musikkritiker und Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon.

Beruf und Berufung | mit Video

Inspiration und Profession kamen auch bei der Gesprächsrunde mit Komponisten am 1. April 2017 beim Festival Archipel vor dem Abendkonzert im Alhambra zur Sprache. Auf dem Podium ganz rechts: Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA.

Am Abend fand vor dem Konzert im Alhambra ein öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mit dabei auf dem Podium war Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA. Das Publikum im gut gefüllten Saal erfuhr, weshalb die Vergütungen für Urheberrechte gerade für Komponisten, die keine Konzertgagen erhalten, von grosser Bedeutung sind. Dank dem Entgelt für die Arbeit können Komponisten wie Hanspeter Kyburz, William Blank oder Tristan Murail Werke schaffen, wie sie im Anschluss an die Gesprächsrunde gespielt vom Lemanic Modern Ensemble im Konzert zu hören waren.

www.archipel.org, Website des Festivals

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Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

«Das Festival Archipel hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und es soll die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren», schreibt Marc Texier, Direktor des Genfer Festivals Archipel. (Foto: Festival Archipel / Isabelle Meister)

Marc Texier, die 26. Durchführung des Festivals Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf steht unter dem Motto «Ensemble». Was steckt hinter dieser Parole?
Marc Texier: Archipel 2017 feiert unter dem Motto «Ensemble» die wichtige Kunst des Gemeinsamen, die man gerne auch auf andere Gemeinschaften übertragen sähe und die von der jungen Musikergeneration ausgiebig praktiziert wird. Ihr möchten wir eine breite Konzertplattform bieten.

Welches ist die grössere Motivation bei der Organisation des Festivals: Der Wunsch, den zeitgenössischen Komponisten und Interpreten ein Schaufenster zu ermöglichen, oder eine breitere Zuhörerschaft für die Neue Musik zu begeistern?
Das Festival hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und ihnen den Schritt vom Studium ins Berufsleben erleichtern. Dann soll es auch die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren und einer breiten Zuhörerschaft den Weg zu dieser Neuen Musik ebnen. Das Festival folgt einer Dramaturgie und bringt lebendes Material einer sich neu erfindenden Kunst zum Klingen.

Werke von zeitgenössischen Komponisten fristen in den Programmen von traditionellen Konzerthäusern oft ein Schattendasein. Weshalb wird lieber Bach interpretiert als Neue Musik aufgeführt?
Und wenn es noch Bach wäre; aber es ist doch eher Tschaikowsky. Diese Frage müsste man den Vertretern von Orchestern und Konzerthäusern stellen. Woher kommt diese starke Zurückhaltung gegenüber dem zeitgenössischen Musikschaffen? Sie wird nicht von der Zuhörerschaft diktiert, denn diese ist neugierig, wie ich immer wieder feststellen konnte. Es sind die Strukturen, Orchester, Opernhäuser, Radios, die an der Musik festhalten, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens, im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschte. Dabei geht vergessen, dass sie damals die wichtigsten Träger der Moderne waren. Musealer Ansatz statt Entdeckungsfreude. Zum Glück gibt es viele Ausnahmen.

Im Rahmen der erstmals stattfindenden Académie Archipel Ose! unter der Leitung von Kaija Saariaho und Daniel Kawka können 6 junge Komponisten einen einwöchigen Kurs in symphonischer Komposition belegen. Wozu braucht es noch Ausbildung, wo heutzutage in der Musik sowieso keine Regeln mehr gelten und alles gestattet ist?
Edgar Varèse, einer der Väter der Neuen Musik, wollte die Regeln (die Grammatik) abbauen und nur noch den (vor allem akustischen) Gesetzen folgen. Hier stehen wir nun. Es gibt im Grunde genommen keine Regeln mehr, nur noch jene, die es zur Kanalisierung der eigenen Fantasie braucht. Doch es gelten nach wie vor die physikalischen Gesetze des Schalls, seiner Quelle und seiner Ausbreitung. Es gibt tausende Techniken der Konstruktion eines Werks, der Beherrschung seiner Form, des musikalischen Diskurses. Und schliesslich gehört auch die Informatik zum pragmatischen und notwendigen Instrumentarium der Musikkomposition. Wenn das alles mal erworben ist, dann kommt das Wesentlichste hinzu: seine Stimme zu finden, etwas Eigenes zu schaffen. Dabei helfen die Akademien, wo sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenen Werdegängen treffen: Nachdem die jungen Musiker im Konservatorium die «Gesetze» gelernt haben, entdecken sie ihr «Ich» in der Begegnung mit anderen Komponisten ihrer Generation.

Welche Herausforderungen muss ein angehender Schweizer Komponist meistern, dass seine Werke international gehört werden?
Dieselben wie ein Franzose oder eine Koreanerin. Seit dem Mauerfall und dem Zugang zahlreicher Länder zu relativem Wohlstand hat sich das Musikschaffen stark internationalisiert. Die Kandidaten für die Académie Archipel Ose! stammten aus nicht weniger als 30 Ländern von fünf Kontinenten. Von ihnen erwartet man solide theoretische und praktische Grundkenntnisse, Einfallsreichtum und Originalität, da sie ja weltweit von Akademie zu Akademie reisen, damit sie ihre Ausbildung vervollständigen und sich international bekannt machen können.

Am Samstag, 1. April 2017, wird in Koproduktion mit der SUISA ein «Journée d’orientation professionnelle» für junge Komponisten und Interpreten durchgeführt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im L’Abri ist kostenlos. Was bringt dieser Anlass einem jungen Musikschaffenden?
Als Neueinsteiger haben wir alle die beunruhigende Erfahrung gemacht, dass unsere Berufsvorstellung und die berufliche Realität auseinander klaffen. Wir können das nicht vollständig aus der Welt schaffen, doch wir helfen den jungen Musikern, Komponistinnen und Interpreten, das Umfeld kennenzulernen, in dem sie tätig sein werden. Dazu gehören auch die administrativen, rechtlichen, technischen und menschlichen Zwänge, denen sie bei der Ausübung ihrer Musik, in der sie spezifisch ausgebildet wurden, unterworfen sind. Die Computerisierung des Musikschaffens, die Entmaterialisierung der Träger, das Verschwinden der Grenzen zwischen den Kunstformen, der Ersatz der herkömmlichen Verbreitungskanäle wie TV, Radio und Printmedien durch die sozialen Netzwerke haben die Musikberufe – vom Musikkritiker zum Notenverleger und vom Orchestermusiker zum Tonschöpfer – grundlegend verändert. Die zur Tagung eingeladenen Fachpersonen werden auf diese Problematik eingehen.

Welche Veranstaltungen aus dem diesjährigen Festivalprogramm werden Sie sich persönlich auf keinen Fall entgehen lassen?
Ich werde selbstverständlich alle besuchen und kann diese Frage daher schlecht beantworten. Als Kenner der Neuen Musik würde ich die Kreationen unserer vier wichtigsten zeitgenössischen Komponisten auf keinen Fall verpassen wollen: Murail, Kyburz, Gervasoni und Blank im Rahmen des Konzerts des Lemanic Modern Ensemble am 1. April. Wenn ich eine Einführung in mir unbekannte zeitgenössische Musik wünschte und in einem angenehmen Ambiente unterschiedlichen Künstlern Fragen stellen wollte, würde ich mir den Nachmittag des 2. Aprils mit den «salons de musique», die sich der Kontrabassklarinette und dem Schlagzeug widmen, nicht entgehen lassen.

www.archipel.org, Website des Festivals

«Journée d’orientation professionnelle»
Ich bin ein junger Komponist, ein Interpret am Anfang meiner Karriere. Wo kann ich meine Ausbildung vervollständigen? An welcher Akademie? Wie stelle ich mich vor? Ich habe ein Ensemble gegründet: Wie mache ich es bekannt, wie entwickle und leite ich es? Muss ich mich bei einer Verwertungsgesellschaft anmelden? Sind Papier- oder entmaterialisierte Editionen besser? Kann ich meine Musik frei im Internet aufschalten? Wie arbeite ich interdisziplinär? Wo verbreite ich meine Arbeit? Diese Fragen und viele mehr stellen sich die jungen Künstler am Anfang ihres Berufslebens. Wir versuchen, sie im Rahmen von Treffen mit Juristen, Verlegerinnen, Lehrpersonen, Musikproduzenten zu beantworten. Die Tagung unter der Federführung der SUISA soll den Berufseinstieg junger Musikerinnen und Musiker erleichtern. Sie steht allen offen. (Text: Festival Archipel)
Samstag, 1. April 2017 im L’Abri – A2, freier Eintritt
10:00-10:10 h Begrüssungsrede Bernard Meier – Präsident des Verbands Archipel, verantwortlich für die Workshops der Musikhochschule HEM
10:10-10:30 h Nicolas Pont – Leiter des Rechtsdienstes der SUISA
10:30-10:50 h David Johnson – zuständig für das Westschweizer Büro von Swissperform
10:50-11:10 h Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM
11:20-11:40 h Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon
11:40-12:00 h Andri Hardmeier – Leiter der Abteilung Musik von Pro Helvetia
12:00-12:20 h François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri
Pause
13:30-13:50 h Marc Texier – Direktor von Archipel
13:50-14:10 h Daniel Zea – Komponist und Gründungsmitglied des Ensembles Vortex
14:10-14:30 h Tzairi Santos Garcia – verantwortlich für die Digitalentwicklung bei Outhere Music
14:30-14:50 h Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores
15:00-15:20 h Bruno Serrou – Musikkritiker
15:20-15:40 h Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon
15:40-16.00 h Zusammenfassung/Debriefing
Komponisten im Gespräch
Mit Hanspeter Kyburz, Stefano Gervasoni, William Blank, Tristan Murail, Xavier Dayer. Moderiert von Marc Texier.

Samstag, 1. April 2017, 20h
Alhambra, freier Eintritt

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Die Tarifverhandlungen 2016 im Überblick Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Weiterlesen
4 Tipps, wie du zu deinen Konzert-Tantiemen kommst – Auch deine selber geschriebenen Songs werden live an Konzerten gespielt? Ein Konzert mit deiner Musik ist etwas wert! Die Konzert-Gage ist der Lohn dafür, dass du live spielst. Für das Komponieren der Songs hast du ebenfalls etwas verdient: Das sind deine Tantiemen. Die SUISA kann für dich das Einziehen der Tantiemen übernehmen. Weiterlesen
Marcel Oetiker: «Beim Reisen werde ich oft inspiriert» | mit Video Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Weiterlesen
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Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Text/Interview von Manu Leuenberger

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

«Das Festival Archipel hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und es soll die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren», schreibt Marc Texier, Direktor des Genfer Festivals Archipel. (Foto: Festival Archipel / Isabelle Meister)

Marc Texier, die 26. Durchführung des Festivals Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf steht unter dem Motto «Ensemble». Was…Weiterlesen

La Tessinoise: Viel Lärm ums Tessin

An Ostern locken im Tessin nicht mehr nur Palmen und schönes Wetter: Während drei Tagen kann man sich an diversen Konzerten ein gutes Bild davon schaffen, was die Tessiner Indie-Pop-/Rock-Szene zurzeit zu bieten hat. Text von Erika Weibel

La TessiNoise: Viel Lärm ums Tessin

Barbara Lehnhoff (links) und Aris Bassetti (rechts) sind in erster Linie Musikschaffende und bekannt für ihre Projekte Peter Kernel und Camilla Sparksss. Daneben betreiben sie ihr eigenes Label On the Camper Records und organisieren das Festival La Tessinoise. (Foto: Robert Huber)

Letztes Jahr hat das Tessiner Label On the Camper Records sein zehnjähriges Bestehen mit einem Festival gefeiert. Dazu haben die Labelgründer Aris Bassetti und Barbara Lehnhoff Musik-Professionals aus ganz Europa eingeladen und im Raum Lugano zahlreiche Konzerte veranstaltet. Festival und Zusammentreffen von Musikbusiness und Künstlern waren so erfolgreich, dass sich die Organisatoren entschieden haben, die Veranstaltung unter dem Namen «La Tessinoise» weiterzuführen.

So werden auch dieses Jahr vom 14. bis 16. April 2017 viele Bands an unterschiedlichen Veranstaltungsorten rund um Lugano die Bühnen betreten. Dabei steht das Tessiner Musikschaffen im Vordergrund. Es werden jedoch auch Acts aus dem Rest der Schweiz und aus dem Ausland auftreten. Was dieses Festival auszeichnet, ist, dass sämtliche Bands neues Repertoire spielen werden. Das Publikum wird folglich jeden Abend Uraufführungen von neuen Songs miterleben können.

Wer also an Ostern in der Schweizer Sonnenstube Indie-Musik geniessen und dabei zusätzlich die Gelegenheit zu informelle Treffen mit Personen aus dem Musikbusiness aus ganz Europa wahrnehmen möchte, der findet in Lugano dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Weiterführende Informationen:
Konzertprogramm, Tickets, u. W.: www.latessinoise.com, Website des Festivals
Website des Labels On the Camper Records: www.onthecamper.com

Die SUISA und FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, unterstützen das Festival La Tessinoise. Am Samstag, 15. April 2017, um 10:30 Uhr lädt die SUISA im Rahmen des Festivals zu einem Brunch ein – Zutritt nur für eingeladene Gäste.

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Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Weiterlesen
«Die SUISA in Lugano ist ein Bezugspunkt für die Musikszene in der italienischen Schweiz» Mit Niederlassungen in Zürich, Lausanne und Lugano ist die SUISA in drei Sprachregionen der Schweiz vertreten. In Lugano kümmern sich vier Mitarbeitende um die italienischsprachigen Mitglieder und Kunden im Tessin. Der neue Leiter der Tessiner Niederlassung, Stefano Keller, ist mittlerweile seit 100 Tagen im Amt. Im Interview schildert er unter anderem, weshalb in der Geschäftsstelle Lugano Allround-Talent gefragt ist, wie die SUISA zur Förderung des Kulturschaffens im Tessin beiträgt und welche Ziele er als Leiter der Tessiner Zweigstelle verfolgt. Weiterlesen
«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
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20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die SUISA die Showcase Stage, auf der Schweizer Newcomer ihre Musik dem Festivalpublikum präsentieren können.

Die FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, ist Hauptpartnerin der etablierten Demotape Clinic, die im Rahmen des Festivals M4music stattfindet. In den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic werden die besten Songs unter den eingesandten Demos mit den «FONDATION SUISA Awards» ausgezeichnet. Zudem wird gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent der Hauptpreis «Demo of the Year» verliehen. Die Award-Show findet am Samstag, 1. April 2017, um 19.00 Uhr in der Box im Schiffbau statt. Im selben Rahmen verleiht die FONDATION SUISA gemeinsam mit den Solothurner Filmtagen und M4music auch die Preise für die Best Swiss Video Clips 2017.

Sämtliche Informationsveranstaltungen und die Darbietungen auf der Showcase Stage sind für das Publikum kostenlos.

Panels am M4music 2017 mit SUISA-Beteiligung

Freitag, 31.3.2017, 14:45 Uhr, Matchbox
Urheberrechtsstreitgespräch: Sampling, Remix, Mashup

Samples und Remixes sind in der Musikbranche weit verbreitet. Dennoch führt gerade dieses Thema oft zu emotionalen Diskussionen und wirft auch bei Profimusikern Fragen auf: Was darf man, was darf man nicht? Wo muss man ab wann bei wem welche Rechte einholen? Fragen, die in Zeiten der Digitalisierung an neuer Schärfe gewinnen. Kann das geltende Urheberrechtsgesetz hier zeitgemässe Antworten liefern? Das Panel wird präsentiert von der SUISA.

Samstag, 1.4.2017, 17:45 Uhr, Matchbox
Blockchain: Mehr als ein Hype?

Blockchain ist die Technologie der Stunde. Kein anderes Thema beflügelt die Phantasien von Gründern, Investoren und IT-Strategen wie das der Digitalwährung Bitcoin entlehnte Konzept. In der Finanzindustrie spricht man der Blockchain das Potenzial zu, ganze Wirtschaftszweige grundlegend zu verändern. Die Blockchain ermöglicht blitzschnelle und fälschungssichere Transaktionen ohne Zwischenhändler. Das sorgt auch für Diskussionen in der Musikindustrie: Einnahmen könnten damit automatisch und sicher unter Rechteinhabern verteilt und die Kräfteverhältnisse auch in der Musikbranche kräftig verändert werden. Doch wie funktioniert die Blockchain genau? Diese Veranstaltung vermittelt Einstiegswissen und diskutiert die Chancen und Herausforderungen für Musiker und Verwertungsgesellschaften. Am Gespräch teilnehmen wird als Referent Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA.

www.m4music.ch

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Zweiter Anlauf für die Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes Der Vorentwurf des Bundesrats für eine Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes hat sich in der Vernehmlassung als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in der Folge erneut eine Arbeitsgruppe einberufen. Die AGUR12 II soll bis Ende 2016 entlang des bereits seit mehr als 2 Jahren feststehenden Kompromisses der AGUR12 konkrete Gesetzesvorschläge ausarbeiten. Weiterlesen
Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt» Die FONDATION SUISA schreibt ihren mit 25 000 Franken dotierten Anerkennungspreis dieses Jahr für Textautorinnen und Textautoren musikalischer Werke aus. Was aber zeichnet einen gelungenen Songtext aus? Gastautor Markus Ganz im Gespräch mit dem Journalisten Jean-Martin Büttner. Weiterlesen
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Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

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Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Vorstands der SUISA zu Sitzungen in Kommissionen und im Plenum. Ein Teil der Traktanden steht wiederkehrend zu einem vorgegebenen Zeitpunkt im Jahr an: Im Frühling ist die Jahresrechnung des vergangenen Geschäftsjahres ein wichtiger Punkt. Im Dezember wird das Budget für das Folgejahr definiert. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller und Manu Leuenberger

Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Momentaufnahme aus einem Konzert mit Werken von Claude Vivier und Karlheinz Stockhausen am letzten Festival Archipel in Genf: 2017 wird die SUISA in Zusammenarbeit mit dem Festival ein Sponsoring-Projekt durchführen. (Foto: Raphaëlle Mueller)

Weitere Themen ergeben sich aus dem Geschäftsgang, wie zum Beispiel Änderungen im Verteilungsreglement, Einzelheiten zu Tarifverhandlungen oder die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.

Einen festen Platz auf der Tagesordnung der Kommission Finanzen und Kontrolle hat die Budgetkontrolle. Die Kontrolle der Zahlen des laufenden Geschäftsjahres anlässlich der Vorstandssitzungen im Oktober 2016 ergab ein positives Bild: Per Stand 31. August 2016 sind die Einnahmen gegenüber dem Budget übertroffen sowie die Ausgaben unter Kontrolle.

Der Präsident der zuständigen Vorstandskommission konnte zufrieden feststellen, dass sich die Gesamteinnahmen aus dem Inland positiv entwickelten und sowohl das Budget als auch die Einnahmen des Vorjahres übertrafen. Dieser Trend zeichnete sich bereits im Bericht über das laufende Geschäftsjahr an der Generalversammlung vom Juni ab.

Aktuelles Geschäftsjahr bislang zufriedenstellend

Bei den Senderechten (Fr. 44,6 Mio.) zeigte der neue Tarif S (Privatsender) Wirkung. Bei den Aufführungsrechten (Fr. 33,4 Mio.) trugen vor allem Tarif E (Kino) und GT 3a (Hintergrundunterhaltung) zum guten Resultat bei. Unter den Erwartungen blieben die Vervielfältigungsrechte (Fr. 4,2 Mio.), was den Markt widerspiegelt.

Die Vergütungsansprüche (Fr. 5,3 Mio.) stiegen an – auch wegen der Leerträgervergütung auf den Smartphones (Tarif GT 4e). Zwar wurden weniger Geräte verkauft, doch die Speicherkapazitäten sind grösser geworden. Die Entwicklung im Online Bereich (Fr. 4,6 Mio.) bestätigt ebenfalls eine Markttendenz: Die Einnahmen aus Streaming-Nutzungen wurden höher, während jene aus Download-Nutzungen rückläufig waren.

Noch ist das Jahr nicht zu Ende. Auf Faktoren wie unregelmässige Zahlungseingänge, Rekurse in Tarifverhandlungsprozessen oder Marktentwicklungen hat die SUISA oft kaum Einfluss. Dennoch sind Vorstand und Geschäftsleitung zuversichtlich, dass die budgetierten Zahlen bis Ende 2016 erreicht, vielleicht sogar übertroffen werden.

Sponsoring-Engagement im Bereich Klassik geplant

In der Vorstandskommission für Organisation und Kommunikation wurden die Sponsoring-Engagements der SUISA für das Jahr 2017 besprochen. Generell beteiligt sich die SUISA nur bei wenigen Gelegenheiten als Sponsor. Die Engagements der SUISA verfolgen in der Regel einen gezielten Zweck.

Hauptsächlich soll das Bewusstsein für das kompositorische Schaffen und den kulturellen wie ökonomischen Wert dieser kreativen Arbeit in der Öffentlichkeit verankert werden. Weiter sind die Vermittlung von Wissen über das Urheberrecht und die Tätigkeit der SUISA die Hauptanliegen bei Sponsoring-Beteiligungen. Dazu werden meistens spezifische Projekte umgesetzt, bei denen Komposition, SUISA und Urheberrecht zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen oder Anlässen in einer konkreten Form thematisiert wird.

Neu ist ein Sponsoring-Engagement im Bereich der klassischen Musik vorgesehen. Der Vorstand begrüsste das Vorhaben. Geplant ist für 2017 ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Festival Archipel. Das Festival für zeitgenössisches Musikschaffen findet vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf statt.

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Edito-AW-Jun-2016-Drums-backstageNachhaltiges Wachstum für die Mitglieder Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Weiterlesen
Vorstandsbericht-April-2016Zusätzliche Verteilung von 7 Prozent im Jahr 2016 Wichtige Themen an der Sitzung des SUISA-Vorstands im April waren der Jahresabschluss, der Jahresbericht und die Vorbereitung der Generalversammlung, die am Freitag, 24. Juni 2016, in Bern stattfinden wird. Der Vorstand der SUISA hat sich an seiner Sitzung im April vorrangig mit dem Jahresabschluss 2015 beschäftigt. Er wird zum ersten Mal nach neuen Rechnungslegungsstandards (Swiss GAAP FER) dargestellt. Weiterlesen
Electron-Flyer_1200pDie SUISA ist am Electron Festival in Genf dabei Die SUISA ist bei der 13. Ausgabe des Electron Festivals zum ersten Mal als Partner dabei und veranstaltet zusammen mit den Festivalmachern ein Panel zum Thema: «Wieso bezahlen Veranstalter auch die SUISA – und wer bekommt das Geld?» Das Festival für elektronische Kultur findet vom 24. bis 27. März 2016 in Genf statt und bietet neben Liveacts und DJs auch Installationen, Workshops und Konferenzen. Weiterlesen
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Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Momentaufnahme aus einem Konzert mit Werken von Claude Vivier und Karlheinz Stockhausen am letzten Festival Archipel in Genf: 2017 wird die SUISA in Zusammenarbeit mit dem Festival ein Sponsoring-Projekt durchführen. (Foto: Raphaëlle Mueller)

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