Hommage an Claudio Taddei

Am 9. August 2019 ist Claudio Taddei, Singer-Songwriter und Maler, im Alter von 52 Jahren gestorben. Nachruf von Rossana Taddei und Sara Ravarelli

Hommage an Claudio Taddei

Rossana und Claudio Taddei. (Foto: Alejandro Persichetti)

In Uruguay als Sohn einer Tessiner Familie geboren, war Claudios Kindheit geprägt von beiden Kulturen. Seine Musikkarriere beginnt in Südamerika, wo er alsbald die Höhen der südamerikanischen Charts erklimmt. 2002, in Uruguay als grosser Star gefeiert, zwingen ihn schwere gesundheitliche Probleme zur Rückkehr in die Schweiz. Phasen intensiver medizinischer Behandlungen und künstlerischer Aktivitäten und Musikabende wechseln sich hier ab, denn auch im Tessin schätzt man Claudio schon nach wenigen Jahren als eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstszene – ein bekannter Musiker und beliebter Maler.

Gemeinsam mit seiner Schwester Rossana entdeckt und pflegt Claudio Taddei seine Passion bereits in der Kindheit. Auch Rossana Taddei blickt auf eine erfolgreiche Musikkarriere in Uruguay zurück. Bei der SUISA seit vielen Jahren als Mitglied angemeldet, möchte Rossana mit uns nun ihre liebevolle und persönliche Erinnerung an Claudio teilen: Claudio, als Bruder wie auch als unvergesslichen Künstler. (Sara Ravarelli)

Liebster Bruder, Freund und Gefährte auf dieser abenteuerlichen, traumhaften Reise

Wie die Sonne, ein gigantischer Stern voller Licht.
Dein Weg führte stets entlang der schicksalhaften Pfade der Sonne, und nun kehrst Du zu ihr zurück.
Einen Abschied von Dir kann es nicht geben, denn Du lebst in all Deinen Liedern, in jedem Deiner Pinselstriche, in Deinen Farben, in unseren Gedanken und unseren Herzen weiter.
Liebster Bruder, Freund und Gefährte auf dieser abenteuerlichen, traumhaften Reise – einem Zwillingsbruder gleich, ewiger Kompagnon.
Deine lebhaften, lachenden und neugierigen Augen widerspiegeln Dein freimütiges Herz und sind mir Kompass auf meinem Weg. In Deinen Liedern erzählst Du aus Deinem Leben und singst von Freude, Traurigkeit und Güte.
Dass Deine Hand uns nun auf unseren Wegen leitet, wir, die Dich lieben und nun wieder selber zu gehen bereit sind, um den Schmerz und die Leere, die Du hinterlässt, zu überwinden.
Du wirst mir fehlen, Du wirst uns allen fehlen. Ich werde den Kosmos mit unserer Geschichte erfüllen, unserem Sein als Bruder und Schwester.
Unser Werk rettet uns und hat uns immer wieder gerettet.
Unser Werk bringt uns zusammen und hat uns immer wieder zusammengebracht.
Es war unser roter Faden, der uns immer vereint hat und uns immer vereinen wird.
Jedes Bild, das meine Erinnerungen an Dich mir schenken, beginnt und endet mit einem Lächeln.

Sagenhaft ruhig
Lebhaft intensiv
Beschaulich geräuschvoll
Chaotisch geordnet
Leidenschaftlich ruhig
Leise emotional
Hartnäckig schüchtern
Ehrfürchtig überschwänglich
Mein liebster Bruder, mir vertraut wie meine eigene Hand und doch unbekannt in den Tiefen Deiner Unendlichkeit, in der Du gewesen bist und immer sein wirst.

Danke, dass Du ein Maestro warst; denn das Leben ist ein Geschenk: Man muss es nur zu leben verstehen, dann wird das Geschenk zum Licht.

«Te toca la pena, también la alegría y el amor. No dejes que nada espere, la vida hace siempre lo que quiere, más vale echarle picante y hacer que las cosas se vivan bien pa’delante.»

Rossana Taddei

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Am 9. August 2019 ist Claudio Taddei, Singer-Songwriter und Maler, im Alter von 52 Jahren gestorben. Nachruf von Rossana Taddei und Sara Ravarelli

Hommage an Claudio Taddei

Rossana und Claudio Taddei. (Foto: Alejandro Persichetti)

In Uruguay als Sohn einer Tessiner Familie geboren, war Claudios Kindheit geprägt von beiden Kulturen. Seine Musikkarriere beginnt in Südamerika, wo er alsbald die Höhen der südamerikanischen Charts erklimmt. 2002, in Uruguay als grosser Star gefeiert, zwingen ihn schwere gesundheitliche Probleme zur Rückkehr in die Schweiz. Phasen intensiver medizinischer Behandlungen und künstlerischer Aktivitäten und Musikabende wechseln sich hier ab, denn auch im Tessin schätzt man Claudio schon nach wenigen Jahren als eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstszene – ein bekannter Musiker und beliebter Maler.

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KT Gorique erobert die Deutschschweiz

Das SUISA-Mitglied KT Gorique war an dem von der SUISA organisierten Panel «Hit the World» beim M4music Festival 2019 als Expertin für Songwriting im Genre Rap eingeladen. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sie zu den Preisträgerinnen des Schweizer Musikpreises 2019 gehört. Ein Interview mit der im Wallis lebenden Rapperin, die ihre Musik in die ganze Schweiz trägt. Gastbeitrag von José Tippenhauer, Swissmusic.ch

KT Gorique erobert die Deutschschweiz

«Sie ist schon im Senegal, in Kanada und in ganz Europa aufgetreten und ist aus der Schweizer Rapszene nicht mehr wegzudenken», schreibt das Bundesamt für Kultur über die frisch gekürte Gewinnerin des Schweizer Musikpreises 2019, KT Gorique. (Foto: Jérémie Carron)

KT Gorique wird ihrem Spitznamen «Schweizer Taschenmesser» wirklich gerecht. Nachdem sie 2012 den internationalen Rap-Improvisationswettbewerb «End of the Week» in New York gewonnen hatte, spielte sie im Film «Brooklyn» von Pascal Tessaud die junge Rapperin Coralie. 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Album «Tentative de Survie». Letztes Jahr hat sie es mit ihrem Projekt «Kunta Kita» bis in die Charts geschafft. Wenige Wochen nach der Nominierung für die Swiss Music Awards setzt sie ihren Aufstieg fort. Sie wird am Konzert von Nicki Minaj im Hallenstadion Zürich als Eröffnungs-Act auftreten und ist eine der wenigen französischsprachigen Künstler am Openair Frauenfeld. 2019 ist ein vielversprechendes Jahr für die Walliser Rapperin, mit der wir über die Schweiz, ihr kreatives Schaffen und ihre Inspirationsquellen gesprochen haben.

«Kunta Kita» kam im Juli 2018 heraus. Wie ging es danach für dich weiter?
KT Gorique: Dieses Projekt hat meine Karriere in ganz neue Bahnen gelenkt. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass es so einschlagen würde.
Nach der Veröffentlichung hatte ich über vierzig Auftritte, darunter auch meine ersten Auftritte als Headlinerin. Einige Veranstaltungen waren sogar ausverkauft (u. a. in St. Gallen und Luzern) In den sechs Jahren zuvor hatte ich immer nur kleine Konzerte gegeben, ich war nicht besonders bekannt. Seit «Kunta Kita» habe ich nun richtige Fans. Das Paradoxe daran ist, dass die meisten von ihnen aus der Deutschschweiz kommen, obwohl ich auf Französisch singe. Das ist unglaublich!
Ein wichtiger Grund dafür war auch, dass das Album von einem Zürcher Label, FarMore Records, herausgebracht wurde. Und im September hat mich SRF3 zum «Best Talent» des Monats gekürt. Das ist ein Mainstream-Radiosender, bei dem viele Menschen, die nicht unbedingt Hip-Hop-Fans sind, meine Lieder hörten. Dadurch hat mich ein ganz neues Publikum entdeckt, was ich auch bei meinen Konzerten bemerke. Es kommen Hip-Hop-Fans, Punks, Rastas und Rock-Fans – und zwar junge wie alte. Das ist für mich das schönste Geschenk. Ich mache Musik für alle, nicht nur für eingefleischte Rap-Fans.

Wie empfindest du, nachdem du nun sehr oft in der Deutschschweiz auf Tour bist, den berühmten Röstigraben, die symbolische Kulturgrenze zwischen der deutschsprachigen und der französischsprachigen Schweiz?
Ein grosser Unterschied besteht darin, wie viel Geld die Zuhörer auszugeben bereit sind. Kürzlich hatte ich einen Auftritt in Lausanne mit Künstlern aus der Romandie. Da kostete der Eintritt 25 Franken. Ich dachte sofort, dass die Leute das teuer finden würden. Und tatsächlich war der Saal nicht voll. In der darauffolgenden Woche war ich in der Deutschschweiz. Auf der Bühne standen ich und ein Eröffnungs-Act, und der Eintritt kostete 30 Franken. Es war voll!
Ich habe den Eindruck, dass wir Romands unsere Identität auf der französischen Seite suchen. Die Deutschschweizer dagegen sind im Kopf Schweizer! Wenn sie Schweizer Künstler sehen, die sie begeistern, sagen sie: «Das ist cool, weil sie gut sind und ganz besonders, weil sie Schweizer sind», und sie unterstützen diese Künstler. Wir in der Romandie identifizieren uns stärker mit den Franzosen und beurteilen unsere Künstler eher danach, wie sie in Frankreich oder generell ausserhalb der Schweiz wahrgenommen werden. Glücklicherweise beginnt sich dies zu ändern. Kürzlich hatte ich einen Auftritt mit Danitsa, Comme1Flocon, SWK und Chien Bleu. Ein ähnliches Line-up, nur Romands, kein einziger Ausländer. Noch vor drei Jahren wäre das unmöglich gewesen.
Um auf den Röstigraben zurückzukommen: Das ist ganz witzig. Denn wenn ich in der Romandie erzähle, dass ich Konzerte in der Deutschschweiz gebe, fragt man mich: «Sind die Leute dort nicht viel verschlossener?» Aber ganz im Gegenteil: Ich bemerke, dass sie sehr viel offener sind als wir! Das zeigt sich daran, dass wir in der Deutschschweiz auftreten, während Deutschschweizer Rapper hier unbekannt sind.

In deinem Song «Outta Road» kritisierst du Menschen, die gelbe Westen tragen. Das war vor dem Aufkommen der Gelbwesten-Bewegung. Aber in «NAYUNO Session» sprichst du von den «echten» Gelbwesten und sagst: «Gelb ist in diesen Winter, sie tragen es als Weste, aber ich will es überall.» Ist das eine kleine Stichelei?
Ganz im Gegenteil, das ist ermutigend gemeint. Wenn ich Französin wäre, wäre ich täglich mit auf der Strasse, mit den Gelbwesten, überall, sogar zu Fuss.
Alles, was ich schreibe, kommt aus meinem Inneren. Wenn ich sehe, wie sich Menschen, die nicht unbedingt demselben gesellschaftlichen Milieu entstammen, zusammentun, um für ihre Rechte zu kämpfen, weil ihnen Ungerechtigkeit zuteil wird und sie nicht gut leben können, dann finde ich das gut! «Ich will es überall» soll heissen «Ich stehe euch bei bis zum Ende»!

Kommen wir zu deinem kreativen Schaffen. Was verstehst du unter «instinktivem Schreiben»?
Um Texte zu schreiben, brauche ich vor allem einen Beat. Wenn ich den nicht habe, dann schreibe ich vielleicht ein paar Zeilen, aber es wird nie etwas «Ganzes». Wenn ich mich an einen Song mache, brauche ich automatisch Musik, denn diese gibt mir die Worte vor.
Als Inspirationsquelle dient mir der Alltag. Es gibt viele Dinge im Leben, die mich berühren. Das können Dinge sein, die ich sehe, erlebe oder höre, Erfahrungen, die die Menschen in meinem Umfeld, meiner Familie machen, oder Schwierigkeiten, denen ich begegne. Es kann etwas sehr Persönliches sein, aber auch etwas Allgemeineres wie die Gelbwestenbewegung.
Von da aus leiten mich dann die Musik und meine Gefühle. Ich versuche, in mich hineinzufühlen und dem Ganzen einen Rhythmus zu verleihen. Ich schreibe viel am Computer. Aber wenn ich sehr genau und instinktiv arbeiten möchte, dann schreibe ich die Texte direkt im Kopf. Ich schreibe einen Satz nach dem anderen, und ich versuche, sie mir Stück für Stück zu merken, ohne dazu ein Blatt Papier zu brauchen. Die Melodien und der Flow folgen dann ganz natürlich, abhängig von dem, was ich erzählen möchte. So habe ich das Gefühl, viel instinktiver zu arbeiten und direkter das zu sagen, was ich sagen will und wie ich mich geben möchte.

Du schreibst nicht nur deine eigenen Texte, sondern komponierst auch die Beats dazu. Wie gehst du dabei vor? Mit welchen Klängen beginnst du?
Ja, ich komponiere manchmal auch. Im Prinzip beginne ich mit einer Basis, einem kleinen Vibe, einer Art Energie. Diese kann beispielsweise melancholisch sein oder in Richtung Reggae oder Cainfri (Anmerkung der Red.: «afrikanisch») gehen. Ich gehe immer von einer Art Farbe aus, die ich im Kopf habe. Das ist wirklich sehr abstrakt. Ich versuche, das, was in meinem Kopf ist, in eine Melodie umzuwandeln. Dazu nutze ich zahlreiche Samples auf meiner MIDI-Tastatur. Ich suche und suche … bis ich den Sound oder die Noten finde, die mich ansprechen. Ich beginne mit der Basismelodie und baue den Rest drumherum. So mache ich weiter, bis von instrumenteller Seite alles fertig ist.

KT Gorique auf Youtube

Das Interview mit KT Gorique entstand im Rahmen des Dossiers «A la découverte du rap romand» von Swissmusic.ch und ist dort im März 2019 zuerst erschienen.

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Michel Legrand: ein Leben für die Musik

Michel Legrand ist am 26. Januar 2019 im Alter von 86 Jahren gestorben. In seiner 60-jährigen Karriere erlangte der Komponist Weltruhm. Der Meister mit dem feurigen Temperament lebte in strengem Rhythmus. Nachruf von Bertrand Liechti, Mitglied des SUISA-Vorstands

Michel Legrand: ein Leben für die Musik

Michel Legrand, hier in einer Aufnahme vom 17. Mai 2017 vor der Eröffnungszeremonie der Filmfestspiele in Cannes, war SUISA-Mitglied seit 1998. (Foto: Regis Duvignau / Reuters)

Er wurde 1932 im Pariser Quartier Menilmontant in eine Musikerfamilie geboren: Sein Vater, Raymond Legrand, war Komponist und Orchesterleiter, und der Orchesterdirigent Jacques Hélian (Der Mikaëlian) war sein Onkel. Am Konservatorium studierte Legrand Klavier, Trompete und Komposition in der Klasse von Nadia Boulanger. Er entdeckte seine Leidenschaft für Jazz und nahm 1958 sogar ein Album in New York auf, was ihn mit den Jazzgrössen Chet Baker, Miles Davis und John Coltrane zusammenführte. Zu jener Zeit eroberte die Nouvelle Vague des französischen Films definitiv die Leinwände: Legrand arbeitete mit Jean Luc Godard, Claude Chabrol, Jean Paul Rappeneau.

In den 1960er-Jahren begegnete Michel Legrand auch Jacques Demy, mit dem er sich für neun Filme zusammentat, darunter «Les Parapluies de Cherbourg» (1964), der in Cannes eine Goldene Palme erhielt, «Les Demoiselles de Rochefort» (1967) und «Peau d’Âne» (1970). Übrigens entstanden Drehbuch, Text und Musik von «Les Parapluies de Cherbourg» und «Les Demoiselles de Rochefort» im Walliser Kurort Verbier.

«Ein Gigant der Musik und ein genialer Komponist, Jazzer und Dirigent!»

Michel Legrands Weg führte ihn anschliessend nach Hollywood, wo er in den folgenden Jahren drei Oscars erhielt: für die Originalmusik in «Thomas Crown ist nicht zu fassen» («The Thomas Crown Affair»,1969) von Norman Jewison, mit dem Hit «The Windmills of Your Mind»; 1972 für «Summer of ’42» von Robert Mulligan und 1984 für «Yentl» von Barbra Streisand. Ausserdem machte er Tonaufnahmen mit internationalen Stars wie Frank Sinatra, Charles Aznavour, Ella Fitzgerald, Claude Nougaro und später auch mit Nathalie Dessay.

Ich hatte das Privileg, im März 2018 für Netflix mit der Supervision seiner Komposition für den letzten – unveröffentlichten – Film von Orson Wells, «The Other Side of the Wind», betraut zu werden. Dazu eine kleine Anekdote: Die Erben des grossen amerikanischen Cineasten hatten in einem Notizbuch zum unvollendeten Film eine Randbemerkung entdeckt – einem Befehl aus dem Jenseits gleich: «Michel Legrand anrufen!»

Nach 20-jähriger Zusammenarbeit mit Michel Legrand wird er mir als Gigant der Musik und als genialer Komponist, Jazzer und Dirigent in Erinnerung bleiben!

www.michellegrandofficial.com

Michel Legrand trat 1998 der SUISA als Mitglied bei. Im Jahr 2002 wurde der französische Komponist im Rahmen des Filmfestivals Locarno von der FONDATION SUISA, der Musikförderstiftung der SUISA, für sein Lebenswerk geehrt.
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Die SUISA-Mitglieder in Zahlen

Über 38 000 Urheber und Verleger haben die SUISA mit der Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragt. Woher stammen sie, wie alt sind sie und komponieren eher Männer oder Frauen? Die untenstehenden Zahlen und Grafiken geben Auskunft über die Mitgliederstruktur der SUISA. Text von Claudia Kempf

Die SUISA-Mitglieder in Zahlen

(Grafiken: Crafft Kommunikation)

Altersstruktur

Der Grossteil der Mitglieder ist zwischen 31 und 60 Jahre alt. Das liegt daran, dass Urheberinnen und Urheber bei ihrem Eintritt in die SUISA im Durchschnitt bereits 33 Jahre alt sind und dass in den letzten 20 Jahren die Neumitgliedschaften stark zugenommen haben.

Altersstruktur

Geschlecht

Die überwiegende Mehrheit der aktiven Urheber sind Männer. Eine leichte Verschiebung ist jedoch auszumachen: 45% der aktiven Urheberinnen sind der SUISA in den letzten zehn Jahren beigetreten.

Geschlecht

Sprachanteile

Die Sprachverhältnisse innerhalb der SUISA entsprechen in etwa der sprachlichen Aufteilung innerhalb der Schweiz, ausser dass französischsprachige Urheberinnen und Urheber leicht stärker vertreten sind.

Sprachanteile

Wohnort

Die Adressänderung an die SUISA geht leider manchmal vergessen. Daher kennt die SUISA von rund 15% ihrer Mitglieder die Adresse nicht. Verfügt die SUISA während fünf Jahren über keine gültige Zustelladresse mehr, erlöschen der Wahrnehmungsvertrag und die Mitgliedschaft am darauf folgenden Jahresende. Die Rechte fallen an den Urheber zurück und werden von der SUISA nicht mehr wahrgenommen.

Wohnort

Auftraggeber, Mitglieder

Musikschaffende und Verleger werden zunächst als Auftraggeber aufgenommen. Wer mindestens ein Jahr lang bei der SUISA angemeldet war und mindestens 2000 Franken Einnahmen aus Urheberrechten erreicht hat, wird zum stimm- und wahlberechtigten Mitglied. Untereditionen können nie den Mitgliedschaftsstatus erlangen; dies erklärt den hohen Anteil der nichtstimmberechtigten Verlage.

Auftraggeber, Mitglieder

Mitgliedschaftsjahre

Die Grafik zeigt eindrücklich den starken Anstieg bei den Neumitgliedschaften der letzten Jahre, insbesondere bei den Urheberinnen und Urhebern. Die Neumitgliedschaften bei den Verlagen sind hingegen seit mehreren Jahren konstant geblieben.

Mitgliedschaftsjahre

Alle Angaben gemäss Stand April 2018.

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Seit Dezember 2017 Zustellung der Abrechnungen über «Mein Konto»Seit Dezember 2017 Zustellung der Abrechnungen über «Mein Konto» Dank dem passwortgeschützten Mitgliederbereich «Mein Konto» behalten unsere Mitglieder den Überblick über ihre Abrechnungen und Abrechnungserträge. Zahlreiche Mitglieder baten uns, den Postversand einzustellen. Diesem vielfachen Wunsch haben wir Rechnung getragen und die Möglichkeit eingeführt, auf den Postversand zu verzichten. Weiterlesen
Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else?Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else? Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren. Weiterlesen
Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2018Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2018 Am 22. Juni 2018 strömten 208 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder ins Bierhübeli in Bern. Sie wollten die Geschicke ihrer Genossenschaft mitbestimmen sowie vom Networking- und Informationstreffen profitieren. Zusammen mit Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsleitung, Gästen aus Kultur und Politik plus Mitarbeitenden der SUISA nahmen sie an der ordentlichen Generalversammlung 2018 teil. Weiterlesen
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Über 38 000 Urheber und Verleger haben die SUISA mit der Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragt. Woher stammen sie, wie alt sind sie und komponieren eher Männer oder Frauen? Die untenstehenden Zahlen und Grafiken geben Auskunft über die Mitgliederstruktur der SUISA. Text von Claudia Kempf

Die SUISA-Mitglieder in Zahlen

(Grafiken: Crafft Kommunikation)

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Geschlecht

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«Man schreibt viel mehr Songs, als es für ein Album braucht» | mit Video

Bei einem Besuch in seinem Studio im Januar 2018 hat das langjährige SUISA-Mitglied Marc Sway einen Einblick in sein Schaffen und sein Berufsleben als Musiker gegeben. Mitte Oktober 2018 erschien mit der Single «Beat Of My Heart» der erste Vorbote seines nächsten Albums, dessen Entstehungsprozess im Videointerview ein Hauptthema war. Text und Video von Sibylle Roth

Marc Sway ist Mitglied bei der SUISA seit dem Jahr 2003. Nachdem er zuletzt sehr viel live auftreten durfte, freut er sich derzeit umso mehr auf sein nächstes Album. Der letzte Longplayer, «Black & White», erschien 2014.

Die Songs für das kommende Album sind in den vergangenen drei Jahren entstanden, gemeinsam mit seinen langjährigen Textpartnern und Musikern. «Wenn man zusammen Musik macht, ist man so oft und so nahe zusammen, dass man das nur mit richtig guten Freunden machen möchte», sagt Marc Sway. «Deshalb arbeite ich seit Jahren mit denselben Songwriting-Partnern zusammen.»

Im Gespräch erzählt der 39-Jährige, dass das Songwriting einen enorm grossen Einfluss darauf hat, wie ein Album tönen wird, denn mit den Kompositionen legt er die ersten Pfeiler. Er habe gerne ein Ziel und ein Konzept vor Augen, erklärt Marc Sway und ist überzeugt: «Jedes Album ist eine Chance, sich neu zu erfinden.»

Die Single «Beat Of My Heart» ist Mitte Oktober 2018 erschienen, das neue Album «Way Back Home» wird im Frühling 2019 erscheinen.

www.marcsway.ch, Webseite von Marc Sway

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Yannick Nanette: «Im Blues spiegelt sich die Seele»«Im Blues spiegelt sich die Seele» Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Weiterlesen
Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
Lars the music guy Christen: «Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video«Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video «Compass» ist einer der sechs Schweizer Finalsongs für den Eurovision Song Contest 2018. Interpretiert wird das Stück von Alejandro Reyes, der den Song zusammen mit der Kanadierin Laurell Barker und dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen komponiert hat. Im Interview mit der SUISA schildert Lars Christen den Songwriting-Prozess. Zudem erzählt er, weshalb das Songwriting Camp für ihn eine wertvolle Erfahrung war. Weiterlesen
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Die Chansons von Charles Aznavour sind Teil unserer kollektiven Identität

Charles Aznavour war seit 1976 Mitglied der SUISA und gehörte zu unseren berühmtesten Mitgliedern. Die unzähligen Würdigungen, die seit seinem Tod von Radio- und Fernsehsender weltweit und der internationalen Presse veröffentlicht wurden, führen uns nochmals das Ausmass seines Ruhmes vor Augen und wir können daraus auch einiges lernen. Nachruf von Xavier Dayer, Präsident der SUISA

Die Chansons von Charles Aznavour sind Teil unserer kollektiven Identität

Charles Aznavour, im Bild bei einem Auftritt im Teatro Regio di Parma am 30. Oktober 2009, schrieb im Verlaufe seiner Karriere Texte und Musik von unzähligen Liedern. (Foto: Fabio Diena / Shutterstock)

Charles Aznavour war ein genialer Sänger mit einer herausragenden Bühnenpräsenz, aber er war auch ein aussergewöhnlich guter Komponist und Textautor, der mehrfach selbst betont hat, wie wichtig auch diese Tätigkeit für ihn war.

In den öffentlichen SACEM-Archiven befindet sich noch seine Aufnahmeprüfung, mit der er sich im Jahr 1947 bei der französischen Verwertungsgesellschaft als Urheber registrierte. Ja, damals war es tatsächlich so, dass jedes Neumitglied eine Aufnahmeprüfung ablegen musste! Besonders bewegend ist, einen Text mit dem Titel «Si je voulais» zu lesen, der von den SACEM-Mitarbeitenden mit dem Rotstift korrigiert wurde.

Dies ruft eindrücklich die verschiedenen Etappen in Erinnerung, die Charles Aznavour vom unbekannten Künstler bis zum Weltstar durchlaufen musste. Dabei drängt sich der Gedanke auf, dass der Lebensweg dieses Sohnes armenischer Einwanderer eine Hymne auf die Öffnung unserer modernen Gesellschaft ist; eine Öffnung zur Akzeptanz und zum Bewusstsein, dass sich Kulturen durch ihre Verbindung gegenseitig bereichern. Vielleicht sitzt ja gerade in diesem Moment ein neuer «Charles Aznavour» in einem Boot und überquert das Mittelmeer.

Aznavours «Sandkornstimme» und die Lieder mit ihren markanten Texten und Melodien sind heute ein Teil von uns und unserer kollektiven Identität. Unsere Gegenwart wurde von seinem Werk beeinflusst, und sein Lebensweg gibt allen Urhebern Hoffnung.

Die Ausdruckskraft von Musik lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Ebenso können Worte allein der Dankbarkeit nicht gerecht werden, die wir bei der SUISA dafür empfinden, dass Charles Aznavours unserer Verwertungsgesellschaft sein Vertrauen geschenkt hatte. Das ist eine grosse Ehre, und wir möchten der Familie von Charles Aznavour unser Beileid aussprechen.

www.aznavourfoundation.org

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«Das Cello spricht wie ein Mensch»

Neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt war Dr. Beat Richner zeit seines Lebens als Musiker aktiv. Ab 1972 trat er unter dem Künstlernamen «Beatocello» auf. Für seine poetisch-kabarettistischen Musikprogramme schrieb er Musik und Texte von mehreren Werken selbst. In der Nacht auf Sonntag, 9. September 2018, ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 71 Jahren gestorben. Text von Manu Leuenberger

Beat Richner: «Das Cello spricht wie ein Mensch»

Der musizierende Kinderarzt Dr. Beat Richner – hier in einem Szenenbild aus dem Film «LʼOmbrello di Beatocello» von Georges Gachot – war seit 1978 SUISA-Mitglied. (Foto: Gachot Films / www.lombrellodibeatocello.com)

Beat Richner wurde am 13. März 1947 geboren und wuchs in Zürich auf. Nach der Matura widmete er sich ein Jahr lang der Musik. Der 19-Jährige trat mit einem Programm namens «Träumerei eines Nachtwächters» öffentlich auf. Während seines anschliessenden Medizinstudiums entwickelte er die Figur des Musikclowns «Beatocello». Unter diesem Künstlernamen wurde Beat Richner in der Schweizer Kleinkunstszene bekannt. Im Zusammenhang mit seinem humanitären Engagement in Kambodscha fand der musizierende Kinderarzt auch im Ausland Beachtung.

1978 wurde Beat Richner Mitglied bei der SUISA. Er war Komponist und Textautor von Liedern, die er hauptsächlich für die Beatocello-Musikprogramme schrieb. Seine Kompositionen tragen Titel wie «Chatz und Muus», «SʼTröpfli», «Zirkus», «Doctor PC», «De Sprinti und de Läbi» oder «Dong und Deng» und sind auf verschiedenen CD-Aufnahmen verewigt. Auf anderen Aufnahmen ist der Cellist auch als Interpret von Werken von Bach, Vivaldi und Bruch zu hören.

Das Cello war für Dr. Beat Richner ein treuer Begleiter. Er spiele darauf täglich 30 bis 40 Minuten, erzählte er einmal in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten», damit bleibe er fit für die Konzerte, die er jeden Samstag in Siem Reap für Besucher aus aller Welt spielte, um dabei über die von ihm gegründeten Spitäler zu informieren und dafür Spenden aufzubringen. «Das Cello spricht da wie ein Mensch», sagte Beat Richner im Interview. «Eine einfache, eine warme menschliche Sprache, die tröstet.»

www.beat-richner.ch

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  1. Dodo Leo sagt:

    An Beatocello erinnere ich mich oft, immer wieder gerne und, als wenn es gestern gewesen wäre, dass ich seine Lieder gehört habe.
    Das trifft es aber eigentlich nicht ganz, viel mehr war Hr. Richners Figur eine ständige und haltgebende Begleitung meiner Kindheit. Der Umstand, warum ich seiner Musik und Geschichten als Kind begegnete, kommt daher, dass ein erheblicher Teil dieser Kindheit – vor allem in der früheren Phase – im Kinderspital stattfand. Ich hatte ein kleines, silbergraues Kassettengerät, mit dem man nur vorwärt spulen konnte, und das ein bisschen schepperte. Das machte mir nichts aus, denn was ich hörte, war viel mehr als Musik. Es waren Gefühle des Trostes, Linderung der Angst.
    Wenn Hr. Richner in dem Interview mit der »Schweizer Illustrierten« davon sprach, das Cello würde „sprechen wie ein Mensch“, dann kann ich das nur bestätigen. Für mich war es ganz genau so, ich erinnere mich gut. Einmal, so meine ich mich jedenfalls ebenfalls erinnern zu können, war er sogar bei uns auf der Station. Aber, vielleicht ist das auch Wunschdenken eines Erwachsenen, der sich wünscht, es wäre damals so gewesen. Irgendwie war er sowieso immer da.
    Ich halte inne und senke mein Haupt, verbeuge mich in tiefer Annerkennung und Dankbarkeit an einen selbstlosen Mann, der mir und vielen anderen im Leben so viel gegeben hat und sage; Danke Hr. Richner.
    Dodo Leo

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Neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt war Dr. Beat Richner zeit seines Lebens als Musiker aktiv. Ab 1972 trat er unter dem Künstlernamen «Beatocello» auf. Für seine poetisch-kabarettistischen Musikprogramme schrieb er Musik und Texte von mehreren Werken selbst. In der Nacht auf Sonntag, 9. September 2018, ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 71 Jahren gestorben. Text von Manu Leuenberger

Beat Richner: «Das Cello spricht wie ein Mensch»

Der musizierende Kinderarzt Dr. Beat Richner – hier in einem Szenenbild aus dem Film «LʼOmbrello di Beatocello» von Georges Gachot – war seit 1978 SUISA-Mitglied. (Foto: Gachot Films / www.lombrellodibeatocello.com)

Beat Richner wurde am 13. März 1947 geboren und wuchs in Zürich auf. Nach der Matura widmete er sich ein Jahr lang der Musik. Der 19-Jährige trat mit einem Programm namens «Träumerei eines Nachtwächters» öffentlich auf. Während seines anschliessenden Medizinstudiums entwickelte er die Figur…Weiterlesen

Der Schattenmann des Mundartrock

Aus seiner Feder stammten die Schweizer Hits, die vor allem Polo Hofer berühmt machten. Nun ist Hanery Amman im Alter von 65 gestorben. Nachruf von Gastautor Ane Hebeisen

Der Schattenmann des Mundartrock

Hanery Amman, SUISA-Mitglied seit 1976, in einer Aufnahme vom 10. November 2009, fotografiert anlässlich eines SUISA-Mitgliedertreffens in Bern. (Foto: Wolfgang Rudigier)

Wurde Hanery Amman nach seinen Träumen befragt, dann antwortete er stets das Gleiche: Er hoffe, bis zum Ende seines Lebens Musik machen zu können. Und auch wenn dieses Leben nicht immer gerecht zu ihm war und immer wieder neue Katastrophen und Enttäuschungen für ihn bereit hielt, blieb ihm zumindest das vergönnt: Er machte bis zuletzt das, was ihm am liebsten war – er machte Musik.

Es wäre vermessen zu behaupten, dass er dabei eine überdurchschnittliche Produktivität an den Tag gelegt hätte. Dafür hatte er zu sehr mit anderem Ungemach zu kämpfen. Von seinem Output wurde in all den Jahren nur ein kleiner Bruchteil veröffentlicht, weshalb anzunehmen ist, dass da irgendwo in Interlaken noch ein berstend voller Archiv-Schatz an Hanery-Amman-Essays und -Etüden auf seine Entdeckung wartet.

Die Seele von Rumpelstilz

Angebahnt wurde seine Musikkarriere indes schon früh. Er spielte schon in der Schule Banjo und Ukulele. Doch im Singsaal des Schulhauses stand dieses Klavier, das den ganzen Werdegang des Hanspeter «Hanery» Amman in andere Bahnen lenken sollte. Er begann darauf zu spielen und spürte schnell, dass sich damit weit grössere Gefühlsregungen erzielen liessen, als mit nasal klingenden Zupfinstrumenten.

Nach einer Lehre als Feinmechaniker und nach einem Abstecher ins Schauspielfach (überliefert ist eine Rolle als General im Stück «Treffpunk Vietnam» am Zürcher Zimmer-Theater), traf er sich 1971 regelmässig mit seinem alten Nachbarn, einem gewissen Urs «Polo» Hofer, zum Musikmachen. Die beiden lebten mit ihren Eltern längere Zeit im selben Haus in Interlaken, Hofers waren Trauzeugen bei der Hochzeit der Ammans, und der sieben Jahre ältere Polo durfte Klein-Hanery zuweilen im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schieben.

Damals ahnte noch niemand, dass die beiden bis an ihr Lebensende miteinander verbunden bleiben sollten – mal enger, mal etwas loser – und schon gar nicht, dass in Interlaken dereinst ein Platz nach den beiden benannt werden würde.

Die Aufgaben an ihrem ersten musikalischen Aufeinandertreffen waren klar verteilt. Hanery Amman schrieb die Musik, Polo Hofer die Texte. Hofer war Verkäufer, Sänger und Kühlerfigur, Amman war die Seele des Projekts und prägte den Sound des Mundartrock 1.0 massgeblich. Als musikalische Blaupause diente Udo Lindenberg, der es geschafft hatte, die deutsche Sprache mit der Musik der Zeit zu verquicken. Ziel war es, so etwas auch in Schweizer Mundart möglich zu machen.

Der erste Schweizer Reggae

Rumpelstilz war eine Band, in der diverseste unterschiedliche Kräfte wüteten. Das Tastenspiel des Hanery Amman war beispielsweise von so divergenten Vorbildern wie Elton John und Chick Corea beeinflusst, man bewunderte den Fusion-Jazz-Saxofonisten Jim Pepper ebenso wie Bob Dylan – und weil der Temporär-Perkussionist und spätere Weltmusik-Guru Res Hassenstein auch mit der karibischen Musik vertraut war, beschloss man, auch den Reggae ins Stilrepertoire aufzunehmen.

In dieser Zeit entstanden die ersten grossen Hits aus der Feder des Hanery Amman: «Teddybär» (offiziell der erste Mundart-Reggae) oder der Sechseinhalbminüter «D Rosmarie und i», dem Amman ein signifikant-perlendes Piano-Intro voranstellte, um im Solo in der Mitte des Stücks auf engstem Raum von Boogie über Blues zum Jazz zu schwenken. Er mochte das Fusionieren.

Hanery Amman bezeichnete die Jahre mit Rumpelstilz später als die prägendsten seiner Karriere. Sie seien eine Multikulti-Band gewesen, zu einer Zeit, in der es den Begriff noch gar nicht gab, erzählte er gerne. Er habe mit den Rumpelstilz seinen Stil und seine Eigenart sowohl als Musiker wie auch als Komponist entwickelt.

Auflösung von Rumpelstilz

Die Rumpelstilz waren zwar höchst erfolgreich, ein Nationalheiligtum waren sie damals beileibe nicht. Gerade in Hanery Ammans Heimatstadt Interlaken wurde der Mann mit den langen blonden Haaren noch nicht als guter Hirte des helvetischen Liedguts angesehen, sondern als einer, der besser einer anständigen Arbeit nachgehen solle.

1979 führten Spannungen zwischen Hanery und Polo zum Bruch und zur Auflösung der Band, wie es halt so geht, wenn zwei harte Berner-Oberländer-Gringe aufeinanderprallen. In einem Interview nach der Trennung erklärte Hanery den Streit folgendermassen: «Wir waren zwei Leithammel in einer Band. Polo Hofer ist der Publikumserfolg irgendwann in den Kopf gestiegen. Das hat der Band geschadet.»

Und auch ums Geld ging es: Trotz der grossen Erfolge sei man finanziell immer klamm gewesen, dafür habe niemand eine gute Erklärung gehabt. Mit ein bisschen Distanz beschrieb er das Verhältnis zu Hofer dann etwas nüchterner: «Wir haben uns gebraucht und ergänzt», im Alter bezeichneten sich die beiden als Freunde.

Ein Hit für die Ewigkeit

Polo Hofer gründete nach der Trennung Polos SchmetterDing, während es Hanery Amman unter eigenem Namen und auf eigene Faust versuchte. 1980 erschien sein in Deutschland produziertes Solo-Album «Burning Fire», die Amtssprache war Englisch, stilistisch frönte er einem munteren Americana-Rock, und in Interviews erklärte er, dass er mit seiner Musik auf Reisen gehen wolle und dass Berndeutsch ohnehin nur bedingt eine Rocksprache sei.

Im Oberland kam das nur bedingt gut an. Dafür spielte er einige Konzerte in Deutschland und Österreich. Daneben komponierte er Filmmusik oder schrieb Lieder für die italienische Schlager-Lady Rita Pavone. Seine Zusammenarbeit mit der deutschen Produktionsfirma kündigte er bald auf, richtete sich in Interlaken ein eigenes Studio ein, gab Konzerte und tat das, was er am liebsten tat: er schrieb Songs.

Einer davon hiess «Kentucky Rose» und wäre womöglich ebenfalls im hauseigenen Archiv verstaubt. Polo Hofer, mittlerweile mit der SchmetterBand unterwegs, stattete den bloss auf einem Demo-Tape festgehaltenen Song mit einem berndeutschen Text aus und landete damit einen der grössten Hits des schweizerischen Musikbinnenmarktes: «Alperose» machte Hofer und Amman unsterblich.

Unter dem bisweilen etwas sturen Oberländer Schädel von Hanery Amman schlug stets ein grosses Herz. Freunde sprechen von einem speziellen, aber höchst liebenswerten Charakter. Stets fallen Attribute wie: direkt, ehrlich, bockig und hochsensibel. Der Mann hatte Humor und liess selbst im grössten Zetern immer wieder seinen Schalk und seine Herzlichkeit aufblitzen.

Was ihm aber gar nicht gefiel, waren musikalische Unkonzentriertheiten: Im Mai 1984 ging er mit der Hanery Amman Band ins Studio, um ein Album einzuspielen. Doch Amman fand das Ergebnis derart schlecht, dass er es nicht veröffentlichen mochte. Der Grund war bald gefunden: Es soll an der Arbeitsweise der Mitmusiker gelegen haben, wie er in einem Interview schimpfte. Die Band habe zu wenig Motivation an den Tag gelegt. Das Ergebnis: Rückzug! Gruppenkonstellation überdenken!

«Chopin des Berner Oberlandes»

Es folgen schwierige Jahre. Hanery Amman erleidet aufgrund einer Operation nach einer Mittelohrenentzündung einen Tinnitus, der ihm das Musizieren lange Zeit fast verunmöglicht. Dennoch spielt er Konzerte, zettelt eine Rumpelstilz-Reunion an und schneidet im Anker Interlaken (er wohnt direkt über dem Konzertsaal) drei Konzerte mit. Das daraus resultierende Tonwerk «Live im Anker» arriviert zu einem der berühmtesten Konzertalben der Schweiz.

Erst im Jahr 2000 erscheint das nächste Solo-Album von Amman. Es heisst «Solitaire», erntet euphorische Kritiken, schafft es aber nicht über Platz 90 der Schweizer Hitparade hinaus. Die Welt hört Manu Chao, Red Hot Chili Peppers oder Britney Spears, Ammans lange zwischengelagerte und sorgfältig ausarrangierte Mundart-Nummern scheinen ein bisschen aus der Mode gefallen zu sein. Und auch die Mediziner haben keine guten Nachrichten für ihn. 2007 wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Eine Krankheit, die ihm nun, zehn Jahre später – und fünf Monate nach Polo Hofer –, das Leben gekostet hat.

Sein Verhängnis hat er nie beklagt, auch wenn ihm sein Leben «einen Schicksalstätsch nach dem anderen» verpasst habe, wie er kürzlich sagte. Im Gegenteil: Er verspüre viel Dankbarkeit. Hanery Amman war nie einer, der sich gerne in den Vordergrund gedrängt hat. Berühmt gemacht haben seine Lieder Polo Hofer, nicht ihn. Das Showbusiness sei die Welt der Hochstapler und Blender, so seine Diagnose, er habe sich darin nie richtig wohl gefühlt.

Am wohlsten fühlte er sich, wenn er sich an einen Flügel setzen und seinen Fingern beim Spielen zuhören konnte. Er hat das meist in der Nacht getan (öfter auch nackt, wie er einmal verriet) – es war seine Meditation gegen die Launen der Welt. «Wenn dich alles ‹versecklet› , hast du am Schluss noch die Musik», lautete seine Devise.

Hätte man ihm jemanden zur Seite gestellt, der seine Arbeit ein bisschen geordnet, und ihm die immer wieder aufkommenden Selbstzweifel genommen hätte, der Mann, der von Polo Hofer als «Chopin des Berner Oberlandes» bezeichnet wurde, hätte ein weit grösseres Œuvre hinterlassen. Doch mit Beratern hatte es der Interlakner nicht so.

Trotzdem: Was er veröffentlicht hat, ist im Langzeitgedächtnis der Schweizer Mundartmusik abgespeichert. Bis zuletzt arbeitete er an einem Instrumental-Album, von dem er hoffte, dass er es vor seinem Tod noch vollenden könne. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung. Hanery Amman starb in der Nacht auf Silvester im Alter von 65 im engsten Familienkreis.

Wie sang er auf seinem Solo-Album «Solitaire» so schön: «U we de meinsch, die Wält göng under, de si d Stärne geng no da». Nun leuchtet da ein Stern mehr am Firmament.

www.haneryamman.ch

Dieser Nachruf von Ane Hebeisen ist in ähnlicher Form Anfang Januar 2018 bei Der Bund und Tages-Anzeiger erschienen.

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«Die Ideen für Songs entstehen oft aus einem einzelnen Wort» | mit Video

Der Lausanner Alejandro Reyes ist als Komponist und Textautor gleich mit zwei Songs im Schweizer Finale für den Eurovision Song Contest 2018: «Kiss Me» und «Compass». Bei Letzterem ist er zugleich Interpret. Entstanden sind die Lieder im Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA. Für Alejandro Reyes war das Schreiben im Team ein Novum – und eine persönliche Bereicherung. Im Interview verrät der junge Songwriter zudem mehr über die Entstehung seiner beiden ESC-Songs. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

«Ich häte nie erwartet, gleich zwei Songs im Schweizer Finale für den Eurovision zu haben», sagt Alejandro Reyes im Videointerview. Kein Wunder: Der 25-jährige Reyes macht erst seit rund sieben Jahren Musik. Für ihn war sowohl der Eurovision Song Contest (ESC) wie auch das Songwriting Camp eine völlig neue Erfahrung. Es war auch das erste Mal, dass er zusammen mit anderen Komponisten und Textautoren Songs geschrieben hat. Umso mehr freut es ihn, dass seine Arbeit so erfolgreich war: «Bevor ich ins Camp kam, dachte ich nicht, dass ich so viel zu den Kompositionen beitragen kann.»

Der junge Songwriter war von der Erfahrung begeistert: «Ich konnte meine Arbeitsweise und meine Sicht der Dinge teilen», erzählt er. «Gleichzeitig habe ich auch sehr viel zurückerhalten. Positive Kritiken und auch weniger positive, die mich aber als Songwriter weiterbringen.» Das Besondere am Komponieren im Songwriting Camp sieht Alejandro Reyes darin, dass man für einen einzigen Tag mit anderen Songwritern, die man oft zum ersten Mal trifft, zusammenarbeitet: «Aus dieser Zusammensetzung entsteht etwas Einzigartiges, Authentisches – eine Momentaufnahme.»

Alejandro Reyes konnte als Interpret zwischen den zwei Songs wählen, die er mitkomponiert hat: «Compass» oder «Kiss Me». Er entschied sich für «Compass», weil ihn die Geschichte des Songs stärker berührt hat und weil es «ein Lied ist, das sehr tief geht», erzählt Alejandro Reyes. «Bereits bei den ersten Zeilen ist man schon in einer sehr tiefgründigen Stimmung, die einen berührt. Der Song hat eine Message.»

Für «Compass» arbeitete er mit dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen und der kanadischen Songwriterin Laurell Barker zusammen. «Zuerst entstand die Grundstimmung des Songs und die Idee für die Geschichte», schildert Alejandro Reyes den Entstehungsprozess. Das Grundgerüst für den Song entstand in relativ kurzer Zeit.

Auf die Frage zur Entstehung seiner Lieder antwortet Alejandro Reyes: «Die Ideen für Songs entstehen oft aus einem einzelnen Wort.» Bei «Compass» sei es die Vorstellung gewesen, dass jemand die Richtung wieder finden müsse – eben mit einem Kompass. Wo Alejandro Reyes‘ Kompass hinzeigt, ist klar: Er hofft, mit seinem Song die Schweiz im Finale des ESC 2018 zu vertreten.

www.alejandro-reyes.com

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Von den sechs Finalisten und Finalistinnen hat Chiara Dubey als Interpretin die grösste ESC-Erfahrung vorzuweisen. Zum dritten Mal steht die Tessinerin in der letzten Runde derjenigen Künstler, die um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contests (ESC) kämpfen. Ihren aktuellen Song «Secrets And Lies» schrieb sie zusammen mit dem belgischen Songwriter und Produzenten Jeroen Swinnen und der Britin Janie Price am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA.

«Jeroen hat auf dem Klavier eine Harmoniefolge gespielt und ich habe aus dem Bauch heraus eine Melodie dazu improvisiert», erklärt Chiara Dubey den Entstehungsprozess ihres Songs. Und ergänzt: «Nach und nach haben wir dann wie bei einem Puzzle weitere Elemente hinzugefügt und angepasst bis wir eine Anfangsstruktur hatten, die uns allen gefiel.» Der Songtext stammt von Janie Price, die mit einigen Texten im Gepäck ins Camp gereist war. «Wir haben ihren Text an die neue Struktur und Melodie angepasst», sagt Chiara Dubey. «Der Text wurde von Janie geschrieben, und ich gebe ihm seine persönliche Note.»

Für Chiara Dubey war das Komponieren in diesem Rahmen eine ungewöhnliche Erfahrung: «Für mich war es neu, nicht alles unter Kontrolle zu haben.» In der Regel will die Musikerin die Übersicht haben über die Komposition, den Text, das Arrangement und die Instrumentierung ihrer Musik. Beim Songwriting Camp war dies anders: «Man muss die Kontrolle abgeben und etwas schaffen, das allen Beteiligten entspricht», sagt sie zum Komponieren im Team.

Letztlich gilt es das bestmögliche Ergebnis zu haben, denn – wie Chiara Dubey sagt – hat man am ESC lediglich «drei Minuten, um ganz Europa zu beeindrucken.»

www.chiaradubey.com

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