Tagarchiv: SUISA Music Stories

«Répondez-Moi»: Dritter Schweizer ESC-Song aus dem SUISA Songwriting Camp

Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Am 4. März 2020 hat das Schweizer Fernsehen SRF den Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) bekanntgegeben. Die Schweiz geht dieses Mal mit «Répondez-moi» gesungen vom Westschweizer Singer-Songwriter Gjon’s Tears ins Rennen. Damit stammt nach «Stones» von ZiBBZ (2018) und «She Got Me» von Luca Hänni (2019) der Schweizer ESC-Song zum dritten Mal in Folge aus dem von Pele Loriano Productions und der SUISA organisierten Songwriting Camp.

Komponiert wurde «Répondez-Moi» im Juni 2019 in den Powerplay Studios in Maur / ZH in einer eintägigen Songwriting Session vom Interpreten des Songs, Gjon Muherramaj (Gjon’s Tears), zusammen mit den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Genfer Duo Aliose sowie dem belgischen Songwriter und Produzenten Jeroen Swinnen. Der Song setzte sich im internen Auswahlverfahren des Schweizer Fernsehens SRF durch.

«Zu viele Ideen und zu wenig Zeit»

«Ich erinnere mich, dass eine gute Stimmung untereinander herrschte», meint Xavier Michel. Gleichzeitig standen die vier Komponistinnen und Komponisten unter Zeitdruck, wie Xavier Michel sagt. «In nur einem Tag muss man sich kennenlernen, zusammen mit der Arbeit beginnen, und am Abend muss man etwas Fertiges abgeben.» Und Jeroen Swinnen fügt hinzu: «Wir hatten zu wenig Zeit – die ganze Zeit. Es waren zu viele Ideen da und zu wenig Zeit. Es ist besser, als keine Ideen zu haben.»

«Die Melodie hatten wir ziemlich schnell», sagt Alizée Oswald im Videointerview. « Dann fragten wir uns, welche Wörter dazu gut klingen würden. Denn mit dem Französischen muss man sich das immer fragen. Diese Sprache ist sehr anspruchsvoll, damit sie beispielsweise ebenso gut klingt wie Englisch.»

Einfache, naive Sprache für universelle Themen

Die Suche nach den richtigen Worten war den vier Songwriterinnen und Songwritern sehr wichtig, um die universelle Botschaft des Stücks rüberzubringen. «Die Herausforderung war, dass die Worte sehr einfach klingen, fast schon naiv, als ob ein Kind sprechen würde», erklärt Alizée Oswald. Aus dem Song heraus höre man dann, dass es ein universelles Thema ist, Antworten auf Fragen zu erhalten. Diese Einfachheit war vor allem Gjon Muherramaj ein grosses Anliegen: «Ich erinnere mich, dass ich im ersten Gespräch sagte, dass in meinen Augen die Unschuld das Wichtigste ist», sagt er. «Dass ich diesen Zustand wiederfinden möchte, Damit meine ich den Moment, in dem man etwas lernt, Schönheit entdeckt. Wenn ein Kind plötzlich merkt, dass die Erde rund ist, oder dass es verschiedene Kontinente gibt.» Und er fügt an: «Ich denke, das Lied will dem Zuhörer mitteilen: Auch wenn man viele Fragen hat, auf die man keine Antwort bekommt, muss man daran festhalten, sich sein ganzes Leben lang Fragen zu stellen.»

Zum ersten Mal seit 2010 geht wieder ein Song auf Französisch für die Schweiz an den ESC

Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz nach Michael von der Heides Song «Il pleu de l‘or» zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Song an den ESC. « Für uns ist die Tatsache, dass wir mit einem französischen Song etwas vom Wichtigsten», sagt Xavier Michel im Videointerview. «Wir stehen ein für eine schöne, für unsere Sprache.»

«Wenn mich ein Song richtig reinzieht, stimmt die Verbindung zwischen dem Text, der Musik und der Stimme», sagt Alizée Oswald. «Bei diesem Lied gab es einen bestimmten Moment, als Gjon beispielsweise die ersten Worte des Refrains sang, die ersten Harmonien kamen, und ich dachte, das kann wirklich super werden.»

Gjon’s Tears wurde einem breiten Publikum in der Schweiz und Frankreich durch seine Teilnahme an der achten Staffel von «The Voice France» bekannt, wo er bis ins Halbfinale vorstiess. 2018 war der Singer-Songwriter zudem Teilnehmer der Gustav Akademie, die vom Fribourger Musiker und SUISA-Mitglied Gustav geleitet wird und junge Schweizer Musikerinnen und Musiker musikalisch sowie auch sprachlich gefördert.

Der Eurovision Songcontest ist der wohl bekannteste Musikwettbewerb der Welt. Mehr als 182 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt verfolgten 2019 die beiden Halbfinale und das Grand Final am Fernsehen. Die Schweiz erreichte mit Luca Hännis Song «She Got Me» den 4. Platz im Finale. Dieses Jahr findet der ESC vom Dienstag, 12. Mai, bis Samstag, 16. Mai, in Rotterdam in den Niederlanden statt. Der Schweizer Beitrag kämpft im zweiten Halbfinale am 14. Mai um den Einzug in den Grand Final des ESC.

Die SUISA wird zusammen mit Pele Loriano Productions auch dieses Jahr wieder ein Songwriting Camp durchführen. SUISA-Mitglieder werden sich erneut für eine Teilnahme am Camp bewerben können. Informationen zum Bewerbungsverfahren werden demnächst auf dem SUISAblog bekanntgegeben.

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Mit «Répondez-Moi» schickt die Schweiz zum ersten Mal seit 2010 wieder einen französischsprachigen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Geschrieben wurde der Song von Gjon Muharremaj (Gjon’s Tears) und den SUISA-Mitgliedern Alizé Oswald und Xavier Michel vom Duo Aliose zusammen mit dem belgischen Produzenten Jeroen Swinnen am SUISA Songwriting Camp. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Am 4. März 2020 hat das Schweizer Fernsehen SRF den Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) bekanntgegeben. Die Schweiz geht dieses Mal mit «Répondez-moi» gesungen vom Westschweizer Singer-Songwriter Gjon’s Tears ins Rennen. Damit stammt nach «Stones» von ZiBBZ (2018) und «She Got Me» von Luca Hänni (2019) der Schweizer ESC-Song zum dritten Mal in Folge aus dem von Pele Loriano Productions und der SUISA organisierten Songwriting Camp.

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Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Text von Giorgio Tebaldi

Swiss Music Awards: Songwriter werden mit dem «Best Hit»-Award ausgezeichnet

Die Nominierten in der Kategorie «Best Hit» an den Swiss Music Awards: «Punto» von Loco Escrito, «She Got Me» von Luca Hänni und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner. Im Namen der SUISA werden auch die Komponistinnen und Komponisten geehrt. (Fotos: Nina Müller)

«She Got Me» von Luca Hänni, «Punto» von Loco Escrito und «Für immer uf Di» von Patent Ochsner waren letztes Jahr die erfolgreichsten Songs in der Schweizer Hitparade und sind damit an den Swiss Music Awards 2020 in der Kategorie «Best Hit» nominiert. Doch ohne Songwriterinnen und Songwriter keine Hits: Im Namen der SUISA werden an der Award-Show am 28. Februar 2020 im Luzerner KKL auch die Komponistinnen und Komponisten des «Best Hit» geehrt.

Mit dieser Auszeichnung soll auch die Arbeit der Songwriterinnen und Songwriter hinter den grossen Hits gezeigt und gewürdigt werden. Für Luca Hänni ist dies eine wichtige Sache, wie er im Videointerview sagt: «Ich finde es megawichtig, dass auch die Songwriter mit im Boot sind. Das ist das A und O. Mit diesen Leuten hast du das Feeling im Studio, schreibst Sachen und bringst die Emotionen in den Computer rein.»

Drei Songs, neun Songwriter

Neben Luca Hänni sind für «She Got Me» fünf weitere Songwriterinnen und Songwriter für den «Best Hit»-Award nominiert: Der Song wurde am SUISA Songwriting Camp 2018 von Luca Hänni, Laurell Barker (CAN), Jon Hällgren (SWE) und Frazer Mac (CAN) an nur einem Tag komponiert. Bis zur fertigen Version, die für die Schweiz am Eurovision Song Contest letztes Jahr den hervorragenden vierten Platz erreichte, wurde zusammen mit Lukas Hällgren (SWE) und Jenson Vaughn (CAN) weiter am Song gefeilt.

Auch Büne Huber, Sänger von Patent Ochsner, freut sich darüber, dass beim «Best Hit»-Award das Songwriting ausgezeichnet wird: «In vielen Fällen in der Musikgeschichte sind die Leute, die wichtige Inputs zu Songs geben, gar nicht erwähnt», sagt Huber im Videointerview. Als einziger der drei nominierten Songs wurde «Für immer uf Di» von einer einzelnen Person geschrieben: von Büne Huber selber. Die erste Songskizze entstand bereits 1994; erst nach dem Tod seiner Mutter 24 Jahre später schrieb er den Song innert kürzester Zeit zu Ende.

Auf einen Betonklotz für «Punto» kann nicht nur Loco Escrito hoffen sondern auch der Co-Songwriter und Produzent Henrik Amschler. Die beiden schreiben seit Jahren gemeinsam die Songs von Loco Escrito und wurden bereits 2019 für den Song «Adiòs» mit dem «Best Hit»-Award geehrt. Dass sie den Award auch dieses Jahr wieder gewinnen könnten, freut Henrik Amschler: «Es ist eine Riesenbestätigung, dass wir zum zweiten Mal nominiert wurden», sagt er im Gespräch mit der SUISA. Der Song, der vom Ende einer Beziehung handelt, entstand in einer spontanen Session zwischen Amschler und Loco Escrito – was für das eingespielte Team typisch ist.

Der Siegersong wird vom Publikum per Telefonvoting während der Sendung erkoren.

  • «She Got Me»: Luca Hänni
    Songwriter: Laurell Barker, Luca Hänni, Jon Hällgren, Lukas Hällgren, Frazer Mac, Jenson Vaughn
  • «Punto»: Loco Escrito
    Songwriter: Henrik Amschler, Loco Escrito
  • «Für immer uf Di»: Patent Ochsner
    Songwriter: Büne Huber

Videointerviews mit Nominierten

In Interviews haben uns Loco Escrito, Henrik Amschler, Büne Huber und Luca Hänni erzählt, wie ihre Hits entstanden sind und welche Geschichten hinter den Songs stecken. Die Videos von den Gesprächen gibt es auf dem SUISA Music Stories-Kanal auf Youtube zu sehen:

Büne Huber von Patent Ochsner über den Song «Für immer uf di»
Loco Escrito und Henrik Amschler im Interview über «Punto»
Luca Hänni über «She Got Me»

www.swissmusicawards.ch

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Die Swiss Music Awards zeichnen auch dieses Jahr wieder den Schweizer «Best Hit» des Vorjahres aus. Der Award geht aber nicht nur an die Interpretinnen und Interpreten des besten Hits: Dank der SUISA werden zum fünften Mal auch die Songwriterinnen und Songwriter des Siegersongs ausgezeichnet. In Interviews erzählten die Interpreten und Songwriter über die Entstehung der Songs. Text von Giorgio Tebaldi

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«Ab is Wälschland» ans Eidgenössische Volksmusikfest

Im Mai trafen sich fünf junge Volksmusikanten unter der Leitung von Dani Häusler in Crans-Montana, um eine Hymne für das Eidgenössische Volksmusikfest 2019 zu komponieren. Das von der SUISA initiierte und in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee des EVMF durchgeführte Komponierwochenende war ein voller Erfolg. Text von Sibylle Roth und Manu Leuenberger; Video von Sibylle Roth

Nachdem 2015 die Hymne für das Eidgenössische Volksmusikfest in Aarau als Auftragskomposition von Hanspeter Zehnder im Alleingang komponiert worden war, wollte man dieses Jahr auf den Nachwuchs setzen. Ausgewählt und kontaktiert wurden die Musikanten vom OK des EVMF. «Anfangs dachte ich, ich wurde verwechselt und die Anfrage fürs Komponierwochenende wurde aus Versehen an mich geschickt. Aber ich fühle mich nun sehr geehrt und freue mich riesig», sagte Alessia Heim im Interview.

Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, die gängigsten Instrumente der Volksmusik vertreten zu haben. So kam es, dass sich Eva Engler, Klarinette, Alessia Heim, Hackbrett, Jérôme Kuhn, Kontrabass, Florian Wyrsch, Schwyzerörgeli und Siro Odermatt am Akkordeon an einem Samstagmorgen im Mai in Crans-Montana trafen.

Einige der Jugendlichen kannten sich bereits und haben schon zusammen musiziert, für andere war es die erste Erfahrung ausserhalb ihrer gewohnten Formation. Ausser Siro Odermatt, der seit 2017 SUISA-Mitglied ist und bereits mehrere Stücke selber geschrieben hat, besassen die jungen Musikantinnen und Musikanten keine grosse Erfahrung im Komponieren. Deshalb wurde mit Dani Häusler ein erfahrener Volksmusikant als Leiter des Wochenendes engagiert. Doch auch für den Routinier war es keine alltägliche Aufgabe: «Die grösste Herausforderung war, den Mut zu haben, ohne Vorbereitung an dieses Komponierwochenende zu kommen», verriet er im Nachhinein.

Die Teilnehmenden des Komponierwochenendes

Die Teilnehmenden des Komponierwochenendes v.l.n.r. Florian Wyrsch, Alessia Heim, Siro Odermatt, Eva Engler, Jérôme Kuhn, Dani Häusler. (Alle Fotos: Sibylle Roth)

Der Anfang auf dem weissen Blatt Papier

Bevor im Seminarraum des Hotels «La Prairie», wo der Workshop stattfand, die ersten Töne aus den mitgebrachten Instrumenten erklangen, setzte sich die Gruppe an einen Tisch und begann die Arbeit sprichwörtlich auf dem weissen Blatt Papier. Der erste Gedankenaustausch war geprägt von verschwommenen Vorstellungen und unsicheren Gefühlen: Eine Hymne – das ist ein grosses Wort. Was soll das sein? Wie soll das klingen? Was wird von uns erwartet? Wie gehen wir vor? Welche Tanzart ist geeignet? Wie findet man nun Melodien und Akkorde? Und: Kriegen wir bis morgen Sonntag wirklich ein Stück fertig?

Der Workshop-Leiter Dani Häusler gab Denkanstösse, bündelte die Fragen, gemeinsam wurden nach Antworten gesucht, die Ideen und Gedanken auf Papier festgehalten, die Vorstellungen wurden konkretisiert, und bald einmal war eine Grundlage für das Stück definiert – vorerst immer noch auf dem Papier.

Nach anfänglichen Diskussionen über die geeignete Tanzart entschied man sich am Ende für einen Schottisch, «die Königsdisziplin», sagt Jérôme Kuhn. Zudem wollte man gerne einen Text zum Mitsingen haben.

EVMF Komponierwochenende Notizen

Auf Papier wurden die ersten Gedanken zum Stück festgehalten.

Danach wurde erstmals mit den Instrumenten musiziert: Die Jugendlichen setzten sich zu zweit oder zu dritt zusammen und sammelten gemeinsam musikalische Ideen. Was in den Kleingruppen erarbeitet worden war, wurde hernach vor voller Runde präsentiert und mit möglichen Begleitstimmen ergänzt. Aber wie es manchmal so ist, will die Inspiration nicht immer dann fliessen, wenn sie sollte. «Wir hatten etwas Startschwierigkeiten, aber plötzlich hat es dann trotzdem funktioniert», sagte Eva Engler im Interview.

Eine grosse Unterstützung für den passenden musikalischen Wurf, der in der Folge zum fertigen Stück ausgearbeitet wurde, war die Kompositionserfahrung von Siro Odermatt. «Ich spiele oft bestehende Stücke und schweife dann in andere Melodien ab, so finde ich dann meist meine eigene Komposition», sagt Siro Odermatt. So fand sich nach den Startschwierigkeiten die zündende Idee im Verlauf des Samstagnachmittags, und bis zum Abendessen war das Gerüst der Hymne fertiggestellt.

Zu diesem Gerüst gehörte auch bereits der Entwurf für einen Text zum Stück, aus dem neben dem titelgebenden Ausruf «Ab is Wälschland …!» eine kernige Sprechgesangzeile sofort im Gedächtnis haften bleibt: «Glich oder glich ned glich». Jérôme Kuhn sagte im Interview dazu: «In der ganzen Schweiz gibt es Volksmusik, aber in vielen Gebieten gibt es verschiedene Stilrichtungen.» Ob «gleich oder doch nicht gleich», dies können Neugierige am kommenden Eidgenössischen Volksmusikfest in Crans-Montana erfahren.

Gruppenarbeit

Die Formation «Wälschland Express» beim Ausarbeiten des Stücks.

Die erste Aufführung

Am Sonntagmorgen wurde an den einzelnen Teilen des Stücks vor allem hinsichtlich Arrangement weitergefeilt. In Gruppen oder alleine übten die Musikantinnen und Musikanten ihre Einzelstimmen. Dani Häusler gab hilfreiche Tipps und stand mit Rat und Tat zur Seite, wenn es kleine Verwirrungen mit verschiedenen Tonarten oder Probleme bei der Stimmfindung zu lösen galt.

Noten

Dani Häusler beim Schreiben der ersten Noten.

Nachdem alle Stimmen der einzelnen Instrumente finalisiert und von Dani Häusler Noten des Stücks angefertigt worden waren, war das neu geschaffene Werk dann erstmals im Gesamten zu hören und wurde in weiteren Probedurchläufen ständig verfeinert. «Es ist ein ‹ghörfälliges› Stück entstanden, das etwas Einzigartiges hat und doch fürs grosse Publikum geeignet ist», sagte Siro Odermatt gegen das Ende des erfolgreichen Komponierwochenendes.

Alle Beteiligten sind sehr zufrieden mit dem Endergebnis und freuen sich auf das Eidgenössische Volksmusikfest im September. Auf die Frage, was er sich denn für das Stück wünsche, antwortete Dani Häusler: «Das Schönste wäre natürlich, wenn das Stück am Volksmusikfest auf der Strasse und von anderen auftretenden Formationen gespielt werden würde und es durch Sendungen auf dem Radio bei den Leuten bereits bekannt ist».

Die Kurzportraits der jungen Musikanten finden Sie auf unseren Social Media Kanälen «SUISA Music Stories» bei Facebook, Instagram und Youtube.

Die Hymne wurde im Nachhinein mit den Musikanten und Dani Häusler im Studio professionell aufgenommen und kann auf CD gekauft werden. Der Verkaufserlös kommt vollumfänglich dem VSV-Nachwuchsfonds zugute.

Das 13. Eidgenössische Volksmusikfest findet vom 19. – 22. September 2019 in Crans-Montana statt. www.cransmontana2019.ch

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Im Mai trafen sich fünf junge Volksmusikanten unter der Leitung von Dani Häusler in Crans-Montana, um eine Hymne für das Eidgenössische Volksmusikfest 2019 zu komponieren. Das von der SUISA initiierte und in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee des EVMF durchgeführte Komponierwochenende war ein voller Erfolg. Text von Sibylle Roth und Manu Leuenberger; Video von Sibylle Roth

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«Adiós»: Sommerhit nach karibischem Muster mit Cembalo | mit Video

An den «Swiss Music Awards» 2019 kann Loco Escrito zusammen mit vier Mitkomponisten auf die begehrten Betonklötze in der Kategorie «Best Hit» für den Song «Adiós» hoffen. Worin die Stärke des Songs liegt, erzählt der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter in seiner Song-Analyse im Video. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Nicolas Herzig – wie Loco Escrito bürgerlich heisst – scheint die Erfolgsformel für Sommerhits gefunden zu haben. Nachdem er 2017 mit «Sin Ti» in den Schweizer Charts war, setzte er letztes Jahr noch einen obendrauf: Die Single «Adiós» hielt sich 29 Wochen in den Schweizer Charts und kletterte bis auf Platz 4. Damit gehörte der Song 2018 zu den drei erfolgreichsten Schweizer Tracks und ist dieses Jahr für die Auszeichnung als «Best Hit» an den Swiss Music Awards nominiert.

Abwechslungsreich und spannende Dramaturgie

Interessant am Song sei die Instrumentierung der Strophen, meint Hans Feigenwinter. Er ist selber Musiker und unterrichtet an den Musikhochschulen in Basel und Luzern Musikwissenschaften. Im Video analysiert er den Song ausführlich.

Für Nicolas Herzig und den Mitkomponisten und Produzenten Henrik Amschler war es wichtig, dass «Adiós» abwechslungsreich bleibt und eine spannende Dramaturgie hat. Im schriftlichen Interview sagt Amschler: «Da der Song zum Beispiel keine klassische Bridge mit einem Akkordwechsel nach dem zweiten Chorus hat sondern drei Parts, war es uns wichtig, dass jeder Part auf seine Weise speziell ist.» Die verschiedenen Songparts haben entsprechend auch andere Stimmungen, wie Amschler hinzufügt: «Der erste Teil des zweiten Parts ist rhythmisch und animiert zum Tanzen. Der erste Teil des dritten Parts hingegen ist sphärisch und sehr emotional.»

(Internationales) Teamwork beim Songwriting

Neben Amschler und Herzig waren noch drei weitere Musiker am Songwriting von «Adiós» beteiligt. Der Bündner Komponist Sandro Dietrich und der ebenfalls aus Graubünden stammende Latin-Rapper, Sänger, Perkussionist und Musikproduzent Lou Geniuz alias Lou Zarra legten die musikalische Grundlage, die schon sehr weit ausgearbeitet war, wie Amschler sagt. Für die Lyrics wurde Nicolas Herzig vom kolumbianischen Musiker Jonathan Ruiz Mejia unterstützt. «Danach lag es an Loco und mir, es weiter zu führen, den Song anzupassen und fertig zu machen», schreibt Amschler.

Die Songwriter und der Produzent haben bewusst darauf verzichtet, zu viele Instrumente zu verwenden. « Wir hatten eigentlich noch mehr Instrumente vorgesehen, beispielsweise im Chorus», erklärt Henrik Amschler. «Im Endeffekt entschieden wir uns dann aber zu reduzieren, um der Stimme mit diversen Harmonien noch mehr Platz zu geben.» Dennoch überrascht «Adiós» mit interessanten Klängen, wie beispielsweise einem Cembalo-ähnlichen Sound – was für Pop-Musik eher unüblich sei, meint Hans Feigenwinter.

«Swiss Music Awards»: SUISA ehrt die Songwriter des «Best Hit»

«Adiós» gehört zu den drei nominierten Songs für den «Best Hit» bei den nächsten «Swiss Music Awards», die am Samstag, 16. Februar 2019, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) verliehen werden. Die SUISA ist «Supporting Partner» der Veranstaltung. Bereits zum vierten Mal werden im Namen der SUISA beim «Best Hit»-Award auch die Komponisten und Textautoren des Siegersongs geehrt. Nominiert sind:

  • «079» von Lo & Leduc (Songwriter: Lorenz Häberli, Maurice Könz, Luc Oggier)
  • «Adiós» von Loco Escrito (Songwriter: Henrik Amschler, Sandro Dietrich, Nicolas Herzig, Jonathan Ruiz Mejia, Luigi Zarra)
  • «Us Mänsch» von Bligg feat. Marc Sway (Songwriter: Marco Bliggensdorfer, Fred Herrmann, Marc Sway)

www.locoescrito.com
www.henrik-hsa-amschler.ch

Hans Feigenwinter stammt aus Basel. In jungen Jahren spielte er in Pop- und Indierockbands. Später studierte er Klavier an der Swiss Jazz School in Bern und war seither als Pianist und Komponist in diversen Formation aktiv. Aktuell ist er neben Solo-Konzerten vor allem in den Trios Hans Feigenwinter ZINC und Feigenwinter Oester Pfammatter zu hören. Er ist Dozent an den Musikhochschulen in Basel und Luzern. www.hansfeigenwinter.ch
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«Us Mänsch»: Last Minute-Hit mit sehr viel Energie | mit Video«Us Mänsch»: Last Minute-Hit mit sehr viel Energie | mit Video «Us Mänsch» von Bligg und Marc Sway gehörte letztes Jahr zu den erfolgreichsten Schweizer Songs. Dabei rutschte der Song erst in letzter Minute aufs Bligg-Album «KombiNation». Nun ist der Song für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019 nominiert. Der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter hat die Komposition von «Us Mänsch» analysiert. Weiterlesen
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Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

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An den «Swiss Music Awards» 2019 kann Loco Escrito zusammen mit vier Mitkomponisten auf die begehrten Betonklötze in der Kategorie «Best Hit» für den Song «Adiós» hoffen. Worin die Stärke des Songs liegt, erzählt der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter in seiner Song-Analyse im Video. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Nicolas Herzig – wie Loco Escrito bürgerlich heisst – scheint die Erfolgsformel für Sommerhits gefunden zu haben. Nachdem er 2017 mit «Sin Ti» in den Schweizer Charts war, setzte er letztes Jahr noch einen obendrauf: Die Single «Adiós» hielt sich 29 Wochen in den Schweizer Charts und kletterte bis auf Platz 4. Damit gehörte der Song 2018 zu den drei erfolgreichsten Schweizer Tracks und ist dieses Jahr für die Auszeichnung als «Best Hit» an den Swiss Music Awards nominiert.

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«Us Mänsch»: Last Minute-Hit mit sehr viel Energie | mit Video

«Us Mänsch» von Bligg und Marc Sway gehörte letztes Jahr zu den erfolgreichsten Schweizer Songs. Dabei rutschte der Song erst in letzter Minute aufs Bligg-Album «KombiNation». Nun ist der Song für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019 nominiert. Der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter hat die Komposition von «Us Mänsch» analysiert. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Bligg und Marc Sway haben zusammen schon ein paar Songs geschrieben. Bei der Single «Us Mänsch» standen sie erstmals gemeinsam am Mikrofon. Mit Erfolg: Die Single wurde 2018 mit Platin ausgezeichnet.

Weshalb ist der Song für die Zuhörer so attraktiv? Hans Feigenwinter, der an den Musikhochschulen in Basel und Luzern Musikwissenschaften unterrichtet und selber Pianist und Komponist ist, meint: «Es ist sehr viel Energie da, es ist ein sehr leidenschaftlicher Sprechgesang.» In seiner Song-Analyse, die im Video zu sehen ist, hört er im Stück etwas Feierliches: «Ich musste an eine Predigt denken.»

Last Minute-Hit

Neben Bligg und Marc Sway war auch der langjährige Produzent und Co-Komponist von Bligg, Fred Herrmann, am Songwriting von «Us Mänsch» beteiligt. Im schriftlichen Interview schilderte Fred Herrmann, wie der Song entstand:

«‹Us Mänsch› war ein typischer Last-Minute-Hit! Es war der allerletzte Song, den wir für das Album ‹KombiNation› geschrieben und produziert haben. Bligg meinte, er habe noch eine coole Text-Idee auf Lager mit dem Wortspiel ‹Us Mänsch›, den er unbedingt noch umsetzen wolle. Da wir schon ziemlich hinter dem Zeitplan lagen, haben wir parallel gearbeitet. Während ich an der Komposition und Produktion gearbeitet habe, hat Bligg bei sich zu Hause am Text gefeilt und seine Vocals aufgenommen. Er hat mir immer wieder neue Vocal-Spuren von sich geschickt, die ich entweder gleich einbaute oder wieder in Frage stellte und nach Anpassung verlangte. Es war eine richtige Ping-Pong-Party! Irgendwann hatten wir den Song zusammen, aber wir fanden, dass der Refrain unbedingt von einer männlichen Hammer-Stimme eingesungen werden muss. Uns kam ziemlich schnell Marc Sway in den Sinn, den wir beide schon sehr lange und gut kennen! Mister Sway kam zweimal für je zwei Stunden ins Studio und fertig war der Refrain! Das Schöne am Komponieren ist, dass immer wieder unvorhersehbar ein solcher Song entsteht, bei dem alles passt.»

«Swiss Music Awards»: SUISA ehrt die Songwriter des «Best Hit»

«Us Mänsch» gehört zu den drei nominierten Songs für den «Best Hit» bei den nächsten «Swiss Music Awards», die am Samstag, 16. Februar 2019, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) verliehen werden. Die SUISA ist «Supporting Partner» der Veranstaltung. Bereits zum vierten Mal werden im Namen der SUISA beim «Best Hit»-Award auch die Komponisten und Textautoren des Siegersongs geehrt. Nominiert sind:

  • «079» von Lo & Leduc (Songwriter: Lorenz Häberli, Maurice Könz, Luc Oggier)
  • «Adiós» von Loco Escrito (Songwriter: Henrik Amschler, Sandro Dietrich, Nicolas Herzig, Jonathan Ruiz Mejia, Luigi Zarra)
  • «Us Mänsch» von Bligg feat. Marc Sway (Songwriter: Marco Bliggensdorfer, Fred Herrmann, Marc Sway)

www.bligg.ch
www.marcsway.ch

Hans Feigenwinter stammt aus Basel. In jungen Jahren spielte er in Pop- und Indierockbands. Später studierte er Klavier an der Swiss Jazz School in Bern und war seither als Pianist und Komponist in diversen Formation aktiv. Aktuell ist er neben Solo-Konzerten vor allem in den Trios Hans Feigenwinter ZINC und Feigenwinter Oester Pfammatter zu hören. Er ist Dozent an den Musikhochschulen in Basel und Luzern. www.hansfeigenwinter.ch
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«Us Mänsch» von Bligg und Marc Sway gehörte letztes Jahr zu den erfolgreichsten Schweizer Songs. Dabei rutschte der Song erst in letzter Minute aufs Bligg-Album «KombiNation». Nun ist der Song für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019 nominiert. Der Musiker und Musikhochschuldozent Hans Feigenwinter hat die Komposition von «Us Mänsch» analysiert. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Bligg und Marc Sway haben zusammen schon ein paar Songs geschrieben. Bei der Single «Us Mänsch» standen sie erstmals gemeinsam am Mikrofon. Mit Erfolg: Die Single wurde 2018 mit Platin ausgezeichnet.

Weshalb ist der Song für die Zuhörer so attraktiv? Hans Feigenwinter, der an den Musikhochschulen in Basel und Luzern Musikwissenschaften unterrichtet und selber Pianist und Komponist ist, meint: «Es ist sehr viel Energie da, es ist ein sehr leidenschaftlicher Sprechgesang.»…Weiterlesen

«079»: Eine tragikomische Hit-Geschichte | mit Video

Mit «079» haben Lo & Leduc und ihr Mitkomponist Maurice «Dr. Mo» Könz Geschichte geschrieben: Im letzten Jahr hielt sich der Song ganze 21 Wochen an der Spitze der hiesigen Hitparade – und erzielte damit einen Schweizer Rekord. «079» ist einer der drei nominierten Songs für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019. Der Musiker und Dozent für Musikwissenschaften Hans Feigenwinter hat die Hit-Komposition analysiert. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Wie «079» den Weg in die Schweizer Charts fand, ist bereits eine bemerkenswerte Geschichte. Lo & Leduc boten den Song und das dazugehörige Album «Update 4.0» im Februar 2018 kostenlos zum Streamen und Herunterladen auf ihrer Website an – «aus Freude», wie sie damals in einem Interview sagten. Dem Publikum gefiel der Song so gut, dass er immer zahlreicher gekauft und eifrig gestreamt wurde. Damit schaffte es «079» auf Platz 1 der Schweizer Single-Hitparade und behielt dort 21 Wochen lang die Spitzenposition inne.

Geschrieben wurde der Song von Lorenz Häberli (Lo), Luc Oggier (Leduc) und dem Berner Komponisten, DJ und Performer Maurice Könz, besser bekannt als Dr. Mo. Letzterer schrieb die Melodie, zu der Lo & Leduc den Text beisteuerten. «Der Text und die Musik entstanden unabhängig voneinander», erzählt Dr. Mo über die Entstehung des Stücks im schriftlichen Interview. Beide Elemente seien schon fast fertig gewesen, als sie schliesslich kombiniert wurden. «Wir hatten versucht, den Text mit einem anderen Beat zu kombinieren, beziehungsweise einen anderen Text über den Beat zu machen», schreibt Dr. Mo. «Aber diese Ideen wurden schnell verworfen. Als wir dann den Text mit dem Beat kombinierten, wussten wir sofort, dass alles passt.»

Originell, rührig, etwas absurd

Zum Erfolg beigetragen hat nicht zuletzt die Geschichte, die im Song erzählt wird. «Es ist eine tragikomische Geschichte. Sie ist originell, sie ist nachvollziehbar, sie ist rührig; das Ganze hat etwas Absurdes», sagt der Pianist und Komponist Hans Feigenwinter, der an den Musikhochschulen in Basel und Luzern Musikwissenschaften unterrichtet. Seine Analyse des Songs ist im Video zu sehen.

Dass die Suche nach den passenden Wörtern bisweilen sehr zeitintensiv ist, erläutert Dr. Mo an einem konkreten Beispiel: «Am längsten dauerte die Suche nach dem passenden Personalpronomen. Wir waren unsicher, ob man die Geschichte versteht, wenn zwei verschiedene Sänger aus der Ich-Perspektive singen, aber dieselbe Person darstellen. Wir überlegten uns also auch von ‹ihm› zu erzählen, was die personelle Verwirrung auflösen würde. Dies verursachte jedoch Probleme bei Konjugationen, Reimen und emotionaler Zugänglichkeit. Schliesslich haben wir uns zu Recht dafür entschieden, dem Hörer die Ich-Perspektive zuzumuten.»

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«079» gehört zu den drei nominierten Songs für den «Best Hit» bei den nächsten «Swiss Music Awards», die am Samstag, 16. Februar 2019, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) verliehen werden. Die SUISA ist «Supporting Partner» der Veranstaltung. Bereits zum vierten Mal werden im Namen der SUISA beim «Best Hit»-Award auch die Komponisten und Textautoren des Siegersongs geehrt. Nominiert sind:

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  • «Adiós» von Loco Escrito (Songwriter: Henrik Amschler, Sandro Dietrich, Nicolas Herzig, Jonathan Ruiz Mejia, Luigi Zarra)
  • «Us Mänsch» von Bligg feat. Marc Sway (Songwriter: Marco Bliggensdorfer, Fred Herrmann, Marc Sway)

www.lo-leduc.ch
www.drmo.ch

Hans Feigenwinter stammt aus Basel. In jungen Jahren spielte er in Pop- und Indierockbands. Später studierte er Klavier an der Swiss Jazz School in Bern und war seither als Pianist und Komponist in diversen Formationen aktiv. Aktuell ist er neben Solo-Konzerten vor allem in den Trios Hans Feigenwinter ZINC und Feigenwinter Oester Pfammatter zu hören. Er ist Dozent an den Musikhochschulen in Basel und Luzern. www.hansfeigenwinter.ch
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Mit «079» haben Lo & Leduc und ihr Mitkomponist Maurice «Dr. Mo» Könz Geschichte geschrieben: Im letzten Jahr hielt sich der Song ganze 21 Wochen an der Spitze der hiesigen Hitparade – und erzielte damit einen Schweizer Rekord. «079» ist einer der drei nominierten Songs für die «Best Hit»-Auszeichnung an den «Swiss Music Awards» 2019. Der Musiker und Dozent für Musikwissenschaften Hans Feigenwinter hat die Hit-Komposition analysiert. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Sibylle Roth

Wie «079» den Weg in die Schweizer Charts fand, ist bereits eine bemerkenswerte Geschichte. Lo & Leduc boten den Song und das dazugehörige Album «Update 4.0» im Februar 2018 kostenlos zum Streamen und Herunterladen auf ihrer Website an – «aus Freude», wie sie damals in einem Interview sagten. Dem Publikum gefiel der Song so gut, dass er…Weiterlesen

«Man schreibt viel mehr Songs, als es für ein Album braucht» | mit Video

Bei einem Besuch in seinem Studio im Januar 2018 hat das langjährige SUISA-Mitglied Marc Sway einen Einblick in sein Schaffen und sein Berufsleben als Musiker gegeben. Mitte Oktober 2018 erschien mit der Single «Beat Of My Heart» der erste Vorbote seines nächsten Albums, dessen Entstehungsprozess im Videointerview ein Hauptthema war. Text und Video von Sibylle Roth

Marc Sway ist Mitglied bei der SUISA seit dem Jahr 2003. Nachdem er zuletzt sehr viel live auftreten durfte, freut er sich derzeit umso mehr auf sein nächstes Album. Der letzte Longplayer, «Black & White», erschien 2014.

Die Songs für das kommende Album sind in den vergangenen drei Jahren entstanden, gemeinsam mit seinen langjährigen Textpartnern und Musikern. «Wenn man zusammen Musik macht, ist man so oft und so nahe zusammen, dass man das nur mit richtig guten Freunden machen möchte», sagt Marc Sway. «Deshalb arbeite ich seit Jahren mit denselben Songwriting-Partnern zusammen.»

Im Gespräch erzählt der 39-Jährige, dass das Songwriting einen enorm grossen Einfluss darauf hat, wie ein Album tönen wird, denn mit den Kompositionen legt er die ersten Pfeiler. Er habe gerne ein Ziel und ein Konzept vor Augen, erklärt Marc Sway und ist überzeugt: «Jedes Album ist eine Chance, sich neu zu erfinden.»

Die Single «Beat Of My Heart» ist Mitte Oktober 2018 erschienen, das neue Album «Way Back Home» wird im Frühling 2019 erscheinen.

www.marcsway.ch, Webseite von Marc Sway

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Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2018

Am 22. Juni 2018 strömten 208 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder ins Bierhübeli in Bern. Sie wollten die Geschicke ihrer Genossenschaft mitbestimmen sowie vom Networking- und Informationstreffen profitieren. Zusammen mit Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsleitung, Gästen aus Kultur und Politik plus Mitarbeitenden der SUISA nahmen sie an der ordentlichen Generalversammlung 2018 teil. Text von Dora Zeller

Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2018

Der vollbesetzte Saal im Bierhübeli in Bern während einer Abstimmung an der SUISA-Generalversammlung vom 22. Juni 2018. (Foto: Manu Leuenberger)

Die Ad-hoc-Formation Swiss Ländlermix, zusammengesetzt aus Bruno Brodt, Jost Ribary, Dani Häusler, René Wicky, Robin Mark, Jacqueline Wachter, Kurt Albert und Stefan Schwarz, eröffnete die Generalversammlung mit einer volksmusikalischen Überraschung. Der Querschnitt durch die traditionelle wie zeitgenössische helvetische Volksmusikszene versetzte das Publikum in Schwung für die anschliessende Versammlung.

Swiss Laendlermix

Zum Auftakt der GV spielte die Ad-hoc-Formation Swiss Ländlermix einen musikalischen Streifzug durch die Schweizer Volksmusik. (Foto: Sibylle Roth)

Vor den statutarischen Geschäften wurde mit einem Film auf den anfangs Jahr eingeführten Social-Media-Auftritt aufmerksam gemacht. Neben dem SUISAblog gibt es nun auch SUISA Music Stories auf Instagram, Facebook und Youtube.

Danach galt es, Jahresbericht, Lagebericht, Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, Anhang 2017 und den Bericht der Revisionsstelle zu genehmigen; dem Vorstand und der Revisionsstelle Décharge für das vergangene Jahr zu erteilen und das Mandat der Revisionsstelle für 2018 zu bestätigen.

Statutenrevision und Wahl der Beschwerdekommission

Hauptpunkt der Versammlung war die Statutenänderung. Andreas Wegelin erläuterte, warum die Statuten an das liechtensteinische Verwertungsgesellschaftengesetz und die Richtlinie der Europäischen Union zur kollektiven Wahrnehmung von Urheberrechten (CRM-Richtlinie) angepasst werden sollen. Er erwähnte die wichtigsten Revisionspunkte, nämlich das Diskriminierungsverbot, die zusätzliche Kompetenzen der Generalversammlung und die stärkere Einflussnahme der Mitglieder. Nach verschiedenen Anregungen aus dem Publikum als auch Klärungsfragen genehmigte die Generalversammlung die beantragten Änderungen ohne Gegenstimme.

Die Generalversammlung war auch einverstanden mit der Kandidatin und den Kandidaten für die neu zu schaffende Beschwerdekommission. Mit grossen Mehr gewählt wurden die Vorstandsmitglieder Marco Neeser und Christian Fighera sowie als externe Vertreterin Danièle Wüthrich-Meyer (Vize-Präsidentin der Wettbewerbskommission). Das gleiche galt für die Ersatzmitglieder Roman Camenzind und Zeno Gabaglio (beide SUISA-Vorstand) wie für die Externen Daniel Alder und Gregor Wild (beide Rechtsanwälte und Mitglieder der Eidgenössischen Schiedskommission). Den Vorsitz der Kommission übernimmt der Leiter des SUISA-Rechtsdienstes, Bernhard Wittweiler. Er ist von Amtes wegen Mitglied, musste daher nicht von der Generalversammlung gewählt werden.

Natalie Riede

Mit der Verlegerin Natalie Riede (im Bild) wurde eine Vertreterin aus der Schweizer Elektromusikszene in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt. (Foto: Manu Leuenberger)

Weiter wurde Natalie Riede als neues Mitglied in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt, in der sie Guido Röösli ersetzt. Natalie Riede ist seit 2014 mit ihrem Verlag Black Music Management SUISA-Mitglied, verwaltet hauptsächlich Werke aus dem Bereich Electronica und vertritt die Schweizer Elektroszene.

In ihrem Gastreferat stellte Danièle Wüthrich-Meyer, Präsidentin Swissperform, die Arbeit der fünf Verwertungsgesellschaften vor mit Blick auf den formalen, gesetzlichen Aspekt, den konsensualen aufgrund von Verträgen und Statuten sowie den faktischen Bereich.

Podium

Die Geschäftsleitung der SUISA informierte über das aktuelle Geschäftsjahr. Auf dem Podium von links nach rechts: Irène Philipp Ziebold, Vincent Salvadé, Präsident Xavier Dayer, Vize-Präsident Marco Zanotta sowie Andreas Wegelin am Rednerpult. (Foto: Sibylle Roth)

Es folgten Informationen über das laufende Geschäftsjahr von Vincent Salvadé und Irène Philipp. Andreas Wegelin berichtete über das Joint Venture Mint Digital Services und erörterte aktuelle politischen Entwicklungen, die einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Genossenschaft haben. Urs Schnell, Direktor der FONDATION SUISA, berichtete anschliessend über das Geschäftsjahr der Musikförderstiftung der SUISA.

Gegen 14 Uhr schloss der Präsident der SUISA, Xavier Dayer, die ebenso inhaltsreiche wie spannende Generalversammlung. Er verwies auf die nächste Generalversammlung, die am Freitag, 21. Juni 2019, in Biel stattfinden wird.

Nach dem Sitzungsende diskutierten die Versammlungsteilnehmer beim offerierten Stehlunch im Garten des Bierhübeli angeregt weiter und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit SUISA-Mitarbeitenden oder Kollegen und Kolleginnen.

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131,4 Millionen Franken für Komponisten, Textautoren und Verleger131,4 Millionen Franken für Komponisten, Textautoren und Verleger Mit Genugtuung haben die Vorstandsmitglieder an ihrer Sitzung Ende März 2017 das Ergebnis des vergangenen Jahres genehmigt. Der Gesamtumsatz lag 3,2% über dem Vorjahr. Insgesamt können 131,4 Millionen Franken an die Bezugsberechtigten verteilt werden. Zudem hat der Vorstand eine Zusatzverteilung von 7% auf allen regulären Abrechnungen im Jahr 2018 beschlossen. Weiterlesen
Dani Häusler: «Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her»«Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her» Dani Häusler ist einer von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik. Häusler hat bereits früh angefangen Klarinette zu spielen und ist heute in diversen Formationen aktiv. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat den Nominierten schriftlich interviewt. Weiterlesen
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Swiss Laendlermix

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