Tagarchiv: Livemusik

Label Suisse: Ein buntes Feuerwerk aus Schweizer Musik

Vom 16. bis 18. September 2022 lädt das Festival Label Suisse zum 10. Mal ein, in Lausanne Schweizer Musik aus zahlreichen Sparten zu lauschen. Text von Erika Weibel

Label Suisse: Ein buntes Feuerwerk aus Schweizer Musik

Das dreitägige Festival Label Suisse rückt das Schweizer Musikschaffen ins Rampenlicht. (Foto: Tabea Hüberli & Dirk Hoogendoorn)

Label Suisse findet seit 2004 statt und überrascht bei jeder Austragung mit einer sehr vielseitigen Programmierung. Die bisher 700 000 Zuschauer bei 600 Konzerten und neun Ausgaben zeugen vom Erfolg des Festivals.

Das Festival öffnet alle zwei Jahre seine Tore und ist für das Publikum kostenlos, da die Kosten für die Musik von den Sponsoren getragen werden. 69 Konzerte auf 10 Bühnen: Das Programm präsentiert die musikalische Vielfalt der Schweiz und reicht von Klassik über Neue Volksmusik, Hip-Hop, Pop, Rock, Elektronik, Jazz und Experimentalmusik bis hin zu zeitgenössischer Musik. Das bunte Feuerwerk aus verschiedensten Genres verwandelt Lausanne während der Festivaltage zum Epizentrum der Schweizer Musik.

Geburtsstätte zahlreicher Kompositionen

Im Vorfeld von Label Suisse werden bei jeder Ausgabe Komponistinnen und Komponisten beauftragt, neue Werke zu schaffen, die während dem dreitägigen Festival uraufgeführt werden. Eine der Kreationen dieser Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit dem Radiosender RTS, um das Jubiläum von 100 Radio in der Schweiz zu feiern. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk von Yilian Cañizares und Arthur Hnatek, beide bereits mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet. Ein weiteres neu geschaffenes Werk namens «Dédale» wird vom L’Orchestre du Grand Eustache uraufgeführt. Antoine Auberson hat zudem mit dem Organisten Benjamin Righetti für das diesjährige Label Suisse «La Pastorale Alpine» komponiert. Auch das Orchester Harmonie Lausannoise hat sich mit Michel Godard zusammengetan und eine maßgeschneiderte Kreation mit Yumi Ito, Benz Oester und Lucas Niggli erarbeitet.

Der Pianist Colin Vallon wiederum hat Studenten der Hochschule Luzern und Zürich zusammengebracht, um gemeinsam eine neue Komposition zu schaffen. Die Künstlerin Lisa Tatin wird zudem am Sonntag, dem 18. September ein Werk zum Leben erwecken, bei dem sich die Grenzen zwischen Konzert und künstlerischer Performance verwischen.

Somit bietet Label Suisse sowohl den Interpretinnen und Interpreten als auch den Komponistinnen und Komponisten eine wichtige Bühne, was den Besuch des Festivals für das Publikum noch spannender macht.

Das detaillierte Programm und weitere Informationen auf der Website des Festivals:
www.labelsuisse.ch

Die SUISA ist Sponsor dieses vielseitigen und spannenden Festivals, welches den Fokus auf dem Schweizer Musikschaffen hat.

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Vom 16. bis 18. September 2022 lädt das Festival Label Suisse zum 10. Mal ein, in Lausanne Schweizer Musik aus zahlreichen Sparten zu lauschen. Text von Erika Weibel

Label Suisse: Ein buntes Feuerwerk aus Schweizer Musik

Das dreitägige Festival Label Suisse rückt das Schweizer Musikschaffen ins Rampenlicht. (Foto: Tabea Hüberli & Dirk Hoogendoorn)

Label Suisse findet seit 2004 statt und überrascht bei jeder Austragung mit einer sehr vielseitigen Programmierung. Die bisher 700 000 Zuschauer bei 600 Konzerten und neun Ausgaben zeugen vom Erfolg des Festivals.

Das Festival öffnet alle zwei Jahre seine Tore und ist für das Publikum kostenlos, da die Kosten für die Musik von den Sponsoren getragen werden. 69 Konzerte auf 10 Bühnen: Das Programm präsentiert die musikalische Vielfalt der Schweiz und reicht von Klassik über Neue Volksmusik, Hip-Hop, Pop, Rock, Elektronik, Jazz und Experimentalmusik bis hin zu zeitgenössischer Musik.…Weiterlesen

Floating Notes Festival: abseits des Mainstreams

Am vergangenen Wochenende fand die zweite Ausgabe des Floating Notes Festivals in San Bernardino (GR) statt. Der Anlass bot dem Publikum auch dieses Jahr wieder experimentelle und avantgardistische Musik. Sechs Künstlerinnen und Künstler respektive Bands zeigten dem Publikum ein breites Spektrum musikalischen Schaffens. Die SUISA war auch dieses Jahr wieder Partnerin des Festivals. Text von Giorgio Tebaldi

Floating Notes Festival: abseits des Mainstreams

Das Floating Notes Festival bietet experimentelle und avantgardistische Musik im Fabrikgebäude der Mineralwasserquelle von San Bernardino auf 1600 Meter über Meer. (Foto: Giorgio Tebaldi)

Es braucht Mut, um in der Schweiz ein neues Musikfestival aus dem Boden zu stampfen; besitzen wir doch hierzulande eine der höchsten Festivaldichten weltweit. Und vor allem muss man sich bei dieser Fülle an Festivals differenzieren, um ein Publikum anzuziehen.

Klangexperimente

Genau das macht das Floating Notes Festival, das 2021 von der Komponistin und Harfenistin Kety Fusco in Leben gerufen wurde und am Wochenende des 22./23. Juli 2022 zum zweiten Mal stattfand. Das Festival will musikalische Grenzen sprengen und dem Publikum Künstlerinnen und Künstler präsentieren, deren Musik fernab des Mainstreams liegt. Im Zentrum steht experimentelle Musik. Und mit «experimentell» sind am Floating Notes nicht nur die Klänge gemeint, sondern auch die Instrumente. So spielte bei der ersten Ausgabe 2021 beispielsweise der Schweizer Klangkünstler Simon Berz auf seinem Instrument «Tectonic», das er aus vulkanischen Klangsteinen aus Island gebaut hat. Bei der diesjährigen Ausgabe präsentierte der Berner Komponist, Akkordeonist und Klangkünstler Mario Batkovic nach dem Set auf dem traditionellen Akkordeon auch sein eigen konstruiertes «digitales Akkordeon».

Experimentelle und avantgardistische Musik gab es auch von den anderen Künstlerinnen und Künstlern am Floating Notes Festival. Am ersten Abend spielten die Zürcher Komponistin und Klangkünstlerin Noémi Büchi, die Westschweizer Komponistin, Künstlerin, Perkussionistin und Preisträgerin des Schweizer Musikpreises Béatrice Graf sowie das Tessiner Künstlerkollektiv Niton (Zeno Gabaglio, El Toxyque und Luca Xelius Martegani). Am zweiten Abend standen neben Mario Batkovic auch die italienische Songwriterin und Musikerin Marta del Grandi mit ihren Mitmusikerinnen auf der Bühne sowie Víz, das Solo-Projekt der in Zürich ansässigen Komponistin, Künstlerin, Musikerin und Performerin Réka Csiszér.

Musik an der Quelle

Ebenso wenig Mainstream wie die Musik und die Künstler/innen ist auch der Ort: Das Festival findet jeweils im Fabrikgebäude der Mineralwasserquelle von San Bernardino auf 1600 Meter über Meer statt – rund 40 Minuten Fahrt von Bellinzona und eine Stunde von Chur entfernt. Das italienischsprachige Dorf im Kanton Graubünden ist vielen vor allem als Tourismusort bekannt – mit dem Floating Notes Festival kommt nun auch noch eine kulturelle Attraktion hinzu.

www.floating-notes.com

Die SUISA ist seit der ersten Ausgabe Sponsoringpartnerin des Floating Notes Festivals.

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Das Floating Notes Festival bietet experimentelle und avantgardistische Musik im Fabrikgebäude der Mineralwasserquelle von San Bernardino auf 1600 Meter über Meer. (Foto: Giorgio Tebaldi)

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Hoffnung und Engagement

Das Jahr 2022 lässt Hoffnung aufkeimen in Bezug auf die Überwindung der Pandemie und damit vor allem auch auf die Verbesserung der Arbeitssituation für unsere Mitglieder. Grössere Konzerte dürften diesen Sommer wieder möglich sein und das Publikum zeigt vermehrt Interesse, Festivals und Konzerte wieder zu besuchen. Einige Festivals und Anlässe waren denn in diesem Frühling ganz erfreulich schnell ausverkauft. Von Andreas Wegelin, CEO

Hoffnung und Engagement

Andreas Wegelin, CEO der SUISA. (Foto: Lisa Burth)

Am 17. Juni 2022 wird es auch nach zwei Jahren erstmals wieder die Möglichkeit geben, an der SUISA-Generalversammlung mit anderen Mitgliedern, mit dem Vorstand, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden der SUISA zusammenzukommen. Nutzen Sie als stimmberechtigtes Mitglied diese Gelegenheit und engagieren sie sich für unsere gemeinsame Sache, den Urheberinnen und Urhebern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit zu sichern.

Das Geschäftsjahr 2021 schliesst dank dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SUISA und der guten Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, den Nutzern und Nutzerinnen von Musik, gesamthaft nur mit einem leichten Einbruch gegenüber unserem Allzeitrekord von 2019. Die grösste Einbusse gab es bei Live-Musikaufführungen: Weil diese nicht stattfinden konnten, verzeichnet die SUISA auch weniger Lizenzeinnahmen aus diesem Bereich. Mit viel Geduld und Engagement haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotzdem alles darangesetzt, dass Musiknutzungen möglichst lückenlos lizenziert wurden. Dafür gebührt ihnen sicher auch in Ihrem Namen unser Dank.

Dank dem Engagement von vielen von Ihnen und von Politikerinnen und Politikern konnte vor Kurzem auch ein Angriff auf die Durchsetzung von angemessenen Vergütungen abgewehrt werden. Am 8. März 2022 hat der Ständerat final die parlamentarische Initiative Nantermod abgelehnt. Diese Initiative verlangte, dass die Hotels nichts mehr hätten bezahlen müssen für die Ausstrahlung von Radio- und TV-Sendungen in den Gästezimmern. Damit wären den Urheberinnen und Urhebern mindestens 1 Million Franken entgangen.

Besorgt stimmt uns die Kriegslage in Europa. Es darf nicht sein, dass kulturelle Errungenschaften sinnlos zerstört werden und das friedliche Zusammenleben unter Menschen verunmöglicht wird. Setzen wir uns dafür ein, dass Musik über die Barbarei siegt. Für unseren Berufskolleginnen und -kollegen kann man sich über die koordinierte Hilfsaktion #creatorsforUkraine bei unserem Dachverband CISAC engagieren und ihnen damit Hoffnung geben.

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Das Jahr 2022 lässt Hoffnung aufkeimen in Bezug auf die Überwindung der Pandemie und damit vor allem auch auf die Verbesserung der Arbeitssituation für unsere Mitglieder. Grössere Konzerte dürften diesen Sommer wieder möglich sein und das Publikum zeigt vermehrt Interesse, Festivals und Konzerte wieder zu besuchen. Einige Festivals und Anlässe waren denn in diesem Frühling ganz erfreulich schnell ausverkauft. Von Andreas Wegelin, CEO

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Andreas Wegelin, CEO der SUISA. (Foto: Lisa Burth)

Am 17. Juni 2022 wird es auch nach zwei Jahren erstmals wieder die Möglichkeit geben, an der SUISA-Generalversammlung mit anderen Mitgliedern, mit dem Vorstand, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden der SUISA zusammenzukommen. Nutzen Sie als stimmberechtigtes Mitglied diese Gelegenheit und engagieren sie sich für unsere gemeinsame Sache, den Urheberinnen und Urhebern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit zu sichern.

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Noch mehr Effizienz und wieder ein Stück Normalität

«Eine Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.» Das Zitat des Schweizer Autors Max Frisch kann man als Leitfaden für die Zielsetzungen der SUISA in den vergangenen zwei Jahren anführen. Heute lässt sich festhalten: Die Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden wurde gestärkt und die Effizienz bei unseren Dienstleistungen steigert sich stetig. Das Jahr 2022 darf uns allen gerne wieder etwas mehr Normalität bringen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Noch mehr Effizienz und wieder ein Stück Normalität

Irène Philipp Ziebold, COO der SUISA. (Foto: Lisa Burth)

2021 – ein Jahr, das leider immer noch von der Corona-Pandemie geprägt war. Die Mitglieder wie auch die Kundinnen und Kunden der SUISA sahen sich nach wie vor mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden, was sich erheblich im Rückgang der Einnahmen insbesondere im Bereich Konzerte und Unterhaltungsanlässe auswirkte.

Die SUISA hat sich schon seit Beginn der Corona-Pandemie zum Ziel gesetzt, Mitglieder ebenso wie Kundinnen und Kunden nach Möglichkeit in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Die entsprechenden Hilfsmassnahmen (Vorschüsse, Corona-Hilfsfonds, UVF) werden von unseren Mitgliedern genutzt und sehr geschätzt. Aber auch vonseiten der Veranstalterinnen und Veranstalter wurden unsere Massnahmen (längere Zahlungsfristen, Reduktionen gemäss Tarif) positiv aufgenommen.

So können wir heute festhalten, dass dieses «Miteinander in der Krise» die Zusammenarbeit gestärkt hat, was man auch dem Round-Table-Gespräch der SUISA mit ihren Kunden und Veranstaltungspartnern Christoph Bill (Heitere Events AG und Präsident SMPA) und Alexander Bücheli (Geschäftsführer Bar & Club Kommission Zürich) entnehmen kann (nachzulesen im Beitrag «Partnerschaftlich gestärkt durch Krisenzeiten» auf dem SUISAblog).

Zudem hat die Corona-Pandemie uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig effiziente Dienstleistungen sind, damit auch bei Umsatzeinbussen das Verteilergebnis bestmöglich optimiert werden kann. Die SUISA baut seit Jahren ihr Online-Angebot für Urheber/innen und Verleger/innen von Musik kontinuierlich aus. Schritt für Schritt werden die Möglichkeiten erweitert, dass die Mitglieder unsere Dienstleistungen und ihre Transaktionen mit uns zeit- und ortsunabhängig online beziehen respektive abwickeln können.

Die SUISA kann dadurch ihre Effizienz steigern und folglich mehr Geld an die Urheber/innen und Verleger/innen von Musik verteilen. Bei einer Anzahl von fast 28 000 Auftraggeberinnen und über 12 000 stimmberechtigten Mitglieder müssen weitere Massnahmen (mehr dazu im Artikel «Neuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISA») ergriffen werden, um die gefassten Ziele zu erreichen.

Für den Moment schauen wir gespannt ins 2022 und hoffen, dass das neue Jahr wieder ein Stück mehr «Normalität» bringt.

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«Eine Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.» Das Zitat des Schweizer Autors Max Frisch kann man als Leitfaden für die Zielsetzungen der SUISA in den vergangenen zwei Jahren anführen. Heute lässt sich festhalten: Die Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden wurde gestärkt und die Effizienz bei unseren Dienstleistungen steigert sich stetig. Das Jahr 2022 darf uns allen gerne wieder etwas mehr Normalität bringen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Noch mehr Effizienz und wieder ein Stück Normalität

Irène Philipp Ziebold, COO der SUISA. (Foto: Lisa Burth)

2021 – ein Jahr, das leider immer noch von der Corona-Pandemie geprägt war. Die Mitglieder wie auch die Kundinnen und Kunden der SUISA sahen sich nach wie vor mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden, was sich erheblich im Rückgang der Einnahmen insbesondere im…Weiterlesen

Partnerschaftlich gestärkt durch Krisenzeiten

An einem Round-Table-Gespräch sprachen mit Christoph Bill und Alexander Bücheli zwei Vertreter von SUISA-Kunden aus dem Veranstalterbereich und Irène Philipp Ziebold, COO SUISA, über die Krisenbewältigung während der Pandemie. Auch die Zusammenarbeit mit der SUISA war ein Thema. Moderation und Transkript: Markus Ganz, Gastautor

Partnerschaftlich gestärkt durch Krisenzeiten

Round-Table-Gespräch mit Christoph Bill (Heitere Events AG und Präsident SMPA), Irène Philipp Ziebold (COO SUISA) und Alexander Bücheli (Geschäftsführer Bar & Club Kommission Zürich). (Fotos: Manu Leuenberger)

Wie haben Sie und die durch Sie vertretenen Betriebe die Corona-Krise bisher erlebt?

Christoph Bill: Als Präsident des Branchenverbands SMPA glaube ich, dass es alle unsere Mitglieder auf dem linken Fuss erwischt hat; wir waren nicht auf ein solches Szenario vorbereitet. Aber wir haben als Branche relativ schnell reagiert, haben uns zusammengetan, Sofortmassnahmen definiert (z. B. bezüglich Tickets bei Verschiebungen und Absagen) und laufend die nächsten Schritte besprochen. Der Rest ist Geschichte.
Alexander Bücheli: Auch wir wurden auf dem linken Fuss erwischt; es waren schlicht Zustände und Situationen, die nicht voraussehbar, geschweige denn antizipierbar waren. Danach gewannen die Verbände für die Mitglieder an Bedeutung, konkret erhielten sie bei uns eine wichtige Funktion der Übersetzung von Beamtendeutsch in die Sprache unserer Mitglieder. Bei uns kam noch eine moralische Komponente hinzu: In der Pandemie haben wir gemerkt, dass wir als Spassgesellschaft gelten, dass Partys einen anderen Ruf als Festivals oder Konzerte haben. Nach den Vorfällen in Ischgl im März 2020, wurde uns das Gefühl vermittelt, dass es ohne uns Corona nicht geben würde; das war für unsere Mitglieder auch emotional schwierig. Und vor dieser Moralfrage haben wir jetzt, da die Zahlen wieder steigen, wieder Angst: Kommt wieder der Ruf nach Klubschliessungen?
Irène Philipp Ziebold: Auch für die SUISA war diese Zeit herausfordernd. Auf beiden von uns betreuten Seiten, nämlich die der Mitglieder (Urheber und Verleger) und die der Kunden (Musiknutzer), haben in gewissen Märkten die Einnahmen sehr schnell und stark abgenommen. Es hat uns in einem Segment der Einnahmen getroffen, in dem wir keinen solchen Rückgang erwartet hatten: beim Aufführungsrecht, wo die Einnahmen in den letzten Jahren vor allem im Konzertbereich stetig angestiegen waren, während sie im Vervielfältigungsbereich seit Jahren zurückgingen. Wir waren entsprechend nicht darauf vorbereitet und konnten sie nicht einfach mit anderen Einnahmen kompensieren.
Die neue Situation hat uns auch in der Dienstleistung, besonders in der Beratung, stark herausgefordert. Aber es hat auch positive Seiten hervorgebracht. Es hat uns erstens gezeigt, dass wir uns als Partner von Mitgliedern und Kunden verstehen können, denn wir haben relativ schnell gehandelt und Massnahmen ergriffen. Und zweitens intern: Innerhalb von zwei Wochen haben 90 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Home-Office gearbeitet. Dabei haben wir auch gemerkt, dass wir technologisch fähig sind, das Unternehmen mit rund 250 Angestellten aus der Ferne weiterzuführen. Schwieriger war die Umstellung auf menschlicher Ebene, das soziale Element, das auch in einer so grossen Firma eine dynamische Wirkung hat und von einem Tag auf den anderen wegfiel.

Gab es denn keine Notfallszenarien für den Fall, dass alles zugeht?

Christoph Bill: Ich habe mich oft gefragt, ob wir nicht unsere Mitglieder auf eine solche Gefahr hätten aufmerksam machen sollen. Aber ein solches Szenario war sehr weit weg, auch wenn es in einigen wenigen Notfallkonzepten auftauchte. Ich habe mir dies auch ab und zu vorgeworfen, aber was hätten wir denn anders gemacht? Wir haben sofort reagiert und uns unkompliziert als Branche engagiert. Damit meine ich nicht nur die SMPA, vielmehr haben wir es sogar geschafft, der Kultur- und Veranstaltungsbranche insgesamt eine Stimme zu geben. Dies ist auf politischer und medialer Ebene ein grosser Vorteil, und dies hätten wir eigentlich schon lange tun sollen, nun hat es eben die Pandemie ausgelöst. Und es zeigt sich, dass wir trotz der Breite der vertretenen Kultur sehr viele gemeinsame Nenner haben.

Versicherungen und gestreamte Konzerte

Herr Bücheli, in der Klubszene gab es im Kleinen seit Jahren schon Probleme wie angedrohte Schliessungen wegen Drogen und Lärmklagen – deshalb wurde die Bar & Club Kommission Zürich ja auch gegründet …

Alexander Bücheli: Ja, aber die Pandemie ist ein ganz anderes Problem, weil man sich nicht dagegen wehren kann wie bei Lärmklagen. Das ist das Extreme daran: Man muss vieles einfach hinnehmen. Wir haben beispielsweise mit Anfragen bei der Science Taskforce versucht, etwas zu lernen (bezüglich der Virenübertragung in Bars und Klubs), aber erfolglos. Keiner der Betriebe hatte ein Notfallkonzept, aber 80 bis 90 Prozent hatten eine Epidemie- oder Pandemieversicherung, doch viele Versicherungen haben sich gedrückt zu zahlen. In Zürich hatten wir das Glück, dass sich viele Mitglieder an einer Pool-Lösung beteiligt hatten, die die Pandemie-Zeit abdeckte, sogar zweimal: der zweite Lockdown wurde als zweiter Schadensfall betrachtet. Diese Versicherung wurde dann per Ende 2021 von den Versicherungsanstalten gekündigt – und existiert nicht mehr.
Wir hatten auch keine Alternativen zu einer Schliessung wie die Restaurants: Wir konnten keine Take-Away-Klubabende anbieten. Wir veranstalteten zwar im März 2021 das virtuelle Klubfestival «Limmatstream», an dem die Leute als Avatare durch die Klubs tanzen konnten. Da hatten wir über 3000 Beteiligte, man konnte auch Video-Chats mit anderen Avataren machen. Das war irgendwie toll, konnte aber ein richtiges Klub-Erlebnis nicht ersetzen. Zudem stellte sich die Frage, ob die Leute bereit gewesen wären, für ein solches virtuelles Erlebnis 10 bis 15 Franken zu zahlen, die man als Veranstalter bräuchte, um finanziell herauszukommen; wir boten es kostenlos an.
Christoph Bill: Zu den Versicherungen: Bei unseren Mitgliedern war es genau umgekehrt, da hatten höchstens 20 Prozent eine Versicherung und die haben in der Regel gezahlt. Aber wenn wir zurückschauen, war der Anfang der Pandemie eigentlich einfacher, weil es ein klares Verbot gab für Grossveranstaltungen. Schon Ende April 2020 wussten wir etwa, dass das «Heitere»-Festival im August nicht stattfinden kann, das ist zeitlich eine komfortable Situation für Veranstalter. Alle Kolleginnen und Kollegen haben damals gewusst, dass sie ihre Veranstaltungen innerhalb eines gewissen Zeitraumes verschieben müssen. Das bedeutet zwar einen riesigen Aufwand, aber es gab von allen Seiten viel Verständnis dafür. Schwierig wurde es danach, als Vorgaben für die Folgeperioden auf sich warten liessen und es keine klaren oder kantonal unterschiedliche Auflagen und Informationen gab. Entsprechend mussten wir kurzfristiger und in verschiedenen Szenarien planen.

Praxisfremdheit und fehlende Planbarkeit

Alexander Bücheli: Das ist ein wichtiger Punkt: Die klare Ansage des Bundes fehlte. Wenn man weiss, ob man offen haben kann oder schliessen muss, dann kann man sich darauf einstellen. Wir hatten noch eine Zwischenphase, in der die Zürcher Kantonsregierung sagte, man solle nicht mehr tanzen gehen, die Klubs müssten eigentlich geschlossen sein, aber uns nicht die Weisung gab, zu schliessen. Der moralische Druck wurde so gross, wie wird das früher noch nie erlebt haben; es kam sogar zu anonymen Beschimpfungen und Drohungen.
Christoph Bill: Ich habe damals auch eine Praxisfremdheit der Behörden festgestellt, lange auch keine Dialogbereitschaft. Wir sind auch viele Stellen angegangen, aber die haben den Ball einander zugeschoben und zu uns kam nichts zurück, statt dass sie uns einbezogen hätten für nachvollziehbare, praxistaugliche Massnahmen mit etwas Vorlaufzeit. Wie lange ist es gegangen, bis wir erstmals mit Leuten des Bundesamtes für Gesundheit sprechen konnten! Wir sind ja die letzten, die eine Veranstaltung um jeden Preis durchziehen wollen. Aber wir müssen eine behördliche Stütze haben, damit wir rechtzeitig sagen können, eine Veranstaltung muss abgesagt oder verschoben werden. Eine rollende Planung auf drei Monate hinaus wäre für uns ideal gewesen. Einen Klub kann man vielleicht von einer Woche auf die nächste öffnen, für ein Grosskonzert oder ein Festival aber braucht es diese Vorlaufzeit.

Durch das Verbot von Veranstaltungen konnte man sich also mehr oder weniger auf eine Situation einstellen. Kam es deshalb zu Kurzarbeit, Entlassungen oder sogar zu Konkursen?

Christoph Bill: Bei unseren Mitgliedern gibt es bis jetzt keinen einzigen Konkurs. Die Hilfspakete haben schnell und gut gewirkt; wir haben uns dafür auch bedankt. Die Probleme sind aber noch längst nicht ausgestanden: Z.B. ist die Nachfrage noch verhalten, Unterstützungen werden abgebaut und Fachkräfte fehlen. Deshalb bin ich kurzfristig nicht so zuversichtlich; die Stunde der Wahrheit, die schlägt erst noch.

Schnelle Hilfe und nur wenige Entlassungen

Alexander Bücheli: Die Schnelligkeit der Covid-Kredite und die Unterstützung bei der Kurzarbeit: Das war sehr wichtig für uns, auch wie unbürokratisch das gesprochen wurde – ein Schlüsselerlebnis. In Bezug auf die für das Überleben wichtigen A-fonds-perdu-Gelder muss man aber sagen, dass es sechs bis acht Monate ging, bis die ersten Beträge ausbezahlt wurden, es waren zudem nur Entschädigungen für Kulturunternehmen. Wir mussten sehr viel unternehmen, dass auch Klubs als Kulturunternehmen anerkannt und entschädigt werden – und dies gelang nur in gewissen Kantonen. Betriebe die dann Härtefallgelder erhielten, mussten über ein Jahr auf Unterstützung warten.
Christoph Bill: Die kantonal unterschiedlichen Auslegungen waren auch bei unseren Mitgliedern ein Problem, das bis heute anhält. An sich griffige Instrumente wie aktuell etwa der Schutzschirm für Publikumsanlässe werden in einigen Kantonen gar nicht eingeführt und in etlichen anderen ganz unterschiedlich angewendet. Da sind die Reserven, die man über 20, 30 Jahre in einem Geschäft mit sehr dünnen Margen aufgebaut hat, ziemlich bald aufgebraucht. Immerhin wurde bei der Kurzarbeit sehr schnell und unbürokratisch reagiert.
Alexander Bücheli: Entlassungen gab es in unserem Bereich nur wenige. Es war eher so, dass die Angestellten darum gebeten haben, weil sie in einem anderen Bereich arbeiten wollten. Konkurse gab es bei Betrieben, die schon vorher nicht so gut liefen, oder solchen, die erst auf den Markt gekommen waren. Dank privaten und betrieblichen Reserven, gab es nur wenig Konkurse.

Es gab in den letzten 20 Monaten viel weniger Konzerte, da könnte man annehmen, dass es bei der SUISA auch viel weniger zu tun gab …

Irène Philipp Ziebold: Wegen Corona wurden bei uns keine Entlassungen gesprochen. Wenn wir Leute nicht mehr ersetzt haben, dann war es aus allgemeinen Gründen, vor allem weil wir viele einfache Arbeiten automatisieren, also durch Computer ersetzen können. Man hat aber über Kurzarbeit gesprochen, genau mit der Argumentation der weggefallenen Konzerte. Wir haben dies dann genau angeschaut. Die Mitglieder- und Dokumentationsabteilung als auch der Kundendienst für den Medien- und den Online-Bereich waren kaum von Corona betroffen bzw. wir hatten dort mehr Aufwand, weil sich viele beraten liessen und wir zudem einen Nothilfefonds gegründet haben.
Nur der Kundendienst für die Aufführungsrechte bzw. Events hatte weniger zu tun. Dies gab Gelegenheit, Rückstände abzuarbeiten und die MitarbeiterInnen konnten in anderen Abteilungen eingesetzt werden, etwa im Bereich online, wo coronabedingt mehr Arbeit anfiel. Deshalb mussten wir wegen Corona niemanden entlassen oder in Kurzarbeit versetzen. Und wenn man das Betriebsergebnis von 2020 anschaut, haben wir auch ein relativ gutes Ergebnis in dieser Krise erreicht.

Notbudget und Mehraufwand

Hat das auch damit zu tun, dass die SUISA mit einem Notbudget gearbeitet habt, das rollend angepasst wurde?

Irène Philipp Ziebold: Absolut. Der Vorstand wollte wissen, wohin die Reise geht: Können wir die Kosten so weit reduzieren, wie die Einnahmen einbrechen? Dies wäre nur mit einer massiven Reduktion des Personals gegangen. Wir wussten aber, dass wenn wir Leute entlassen würden, dass diese dann fehlen würden am Tag X, wenn das Geschäft wieder normal läuft. Ein grosses Fachwissen , das für diese Aufgaben nötig ist, wäre nicht mehr vorhanden; neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen immer eine gewisse Einarbeitungszeit. Es wäre deshalb fahrlässig gewesen, in einer solchen Situation viele Leute zu entlassen.

Wie gross ist für Veranstalter der Zusatzaufwand, der durch immer wieder ändernde Corona-Regelungen entsteht?

Christoph Bill: Es ist unglaublicher Mehraufwand, den die Mitglieder der SMPA deshalb haben, das kann ich auch aus persönlicher Erfahrung vom «Heitere»-Festival her sagen. Das Entwickeln und Anpassen etlicher Szenarien, das Einholen, Verhandeln und Umsetzen der gesundheitspolizeilichen Bewilligung, das Ausarbeiten und Umsetzen des Schutzkonzeptes, die Absicherung der Risiken, der Umgang mit der Unsicherheit und das bei der Stangehalten aller Beteiligten gab und gibt für einen Veranstalter enorm viel zu tun, ganz abgesehen von den Zusatzaufwendungen vor Ort für Infrastruktur und Personal. Beim Heitere haben wir 2021 zusätzlich zur Vor-Ort-Ausgabe noch ein virtuelles Festival lanciert, eine wertvolle Erfahrung zwar, aber parallel ebenfalls ein enormer Aufwand.

Wie ist die Situation in angegliederten Bereichen, etwa bei den Technikern und der Security?

Christoph Bill: Zunehmend zum Problem werden dürfte der Fachkräftemangel, einerseits bedingt durch Entlassungen, die einige Firmen trotz allem aussprechen mussten. Andererseits orientieren sich immer mehr Leute aus diesen Bereichen anders, je länger die Krise dauert, auch wenn man sie gerne behalten würde. Und wer nun z.B. als Elektriker arbeitet, wird noch etwas zuwarten, bis er wieder zum Tontechniker-Beruf zurückgeht; er hat vielleicht auch die geregelteren Arbeitszeiten schätzen gelernt.
Dabei wird der Bedarf eher noch grösser als früher, denn unsere Mitglieder haben viele Veranstaltungen auf 2022 verschoben; das wird zu gewissen Zeiten eine grosse Massierung geben, weil die verschobenen und neue Veranstaltungen zusammenkommen. Das muss man irgendwie bewältigen. Und diese Tickets muss auch irgendjemand kaufen.
Alexander Bücheli: Anfang 2022 wird bei uns entscheidend sein, auch abhängig davon, wie das Adventsgeschäft mit Firmenanlässen läuft, das in einigen Betrieben 30 bis 50 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen kann.

Gemeinsame Stimme und schnelle Reaktion

Wie wichtig war es, dass sich verschiedene Verbände früh zusammengetan haben, um vor allem beim Bund eine Stimme zu erhalten?

Christoph Bill: Das war absolut entscheidend. Wenn es auch lange nicht zu einem richtigen Dialog gekommen ist, viele unserer Botschaften sind schneller angekommen, als wir das Gefühl hatten. Was umgesetzt wurde, ging grösstenteils in die richtige Richtung. Es war wichtig, die Stimmen aus dem Kultur- und Veranstaltungsbereich zu bündeln statt einzeln vorzupreschen. Es ist gerade auch für Politikerinnen und Politiker enorm wichtig, dass sie nicht von allen Seiten mit Stellungnahmen eingedeckt werden, sondern dass es einen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt – den haben wir immer gesucht. Als Verband spielten wir plötzlich eine grössere und sichtbarere Rolle. Wir haben schon in den letzten sechs bis zehn Jahren ein Klima der Offenheit und des Miteinanders geschaffen. Darauf konnten wir bauen.

Wie hat sich die Stellung der SUISA in dieser Krisenzeit verändert?

Irène Philipp Ziebold: Auf der Seite der Mitglieder und Verlage sind wir gestärkt worden, weil wir für sie da waren und nicht in Kurzarbeit verschwanden. Die Beratung war für die Mitglieder immens wichtig. Wir haben weiterhin unseren Auftrag erledigt, dass wir Geld generiert haben – die Jahresrechnung 2020 zeigt, dass das nicht schlecht gelang. Wir haben zudem einen Nothilfefonds erstellt, bei dem wir gerade im Gegensatz zu gewissen Unterstützungen des Bundes noch etwas pragmatischer sind. Wir sind weder oberflächlich noch fahrlässig, aber wir verlangen weniger Angaben und können deshalb schneller gewisse Unterstützungen leisten. Wir haben auch unsere Vorschussregelungen geändert, grosszügiger gemacht, aber immer in Abwägung des Risikos. Wir haben auch noch eine Urheber- und Verlegerfürsorge, die ebenfalls Unterstützung leistet. Wir haben agiert, und dies hat uns bei unseren Mitgliedern nochmals gestärkt.

Und bei den Kunden?

Irène Philipp Ziebold: Auch dort haben wir sehr schnell reagiert, und auch Massnahmen getroffen, die wir nicht hätten machen müssen, etwa die Zahlungsfristen zu verlängern und Mahnungen zu sistieren. Da sind wir ziemlich agil und partnerschaftlich aufgetreten. Das hat uns viel Goodwill gebracht.

Und betreffend einer Stimme?

Irène Philipp Ziebold: Hier kann ich auf den Schweizer Musikrat hinweisen. Als dessen Mitglied sind wir gut in der Taskforce Culture vertreten. Erstmals sind Veranstalter und Mitglieder quasi an einem Tisch mit der gleichen Forderung mit einer Stimme gekommen, das hat auch in der Politik gut gewirkt. Die Taskforce Culture konnte einen gewissen Einfluss ausüben, war einbezogen, auch bei Gesprächem mit Bundesrat Berset. Es war und ist ein Erfolg, den man weitertragen sollte.

Unkomplizierte Lösungen und verzögerte Normalisierung

Wie stufen die Veranstalter die Krisen-Zusammenarbeit mit der SUISA ein?

Christoph Bill: Auch wenn es die SMPA-Mitglieder weniger betroffen hat, so hat die SUISA in einigen Bereichen schnell und unkompliziert Lösungen gefunden. Danke, Kompliment! Der Dialog mit uns als Verband war schon vorher gut, wurde aber noch besser. Wir haben das Bewusstsein gespürt, dass man im selben Boot sitzt. Und es wurde auch klar, dass man die Zukunft nur zusammen meistern kann und vielleicht auch neue Wege gehen muss.
Alexander Bücheli: Es war ein bisschen wie bei der Taskforce Culture. Wir haben zu Beginn der SUISA geschrieben, weil wir das Problem haben, dass die Klubs quartalsmässig Rechnungen zahlen und nicht anhand von Veranstaltungen, die stattfinden. Die SUISA hat sehr unkompliziert eine Lösung gefunden, für die wir sehr dankbar sind. Unabhängig von Covid sollten wir vermehrt versuchen, einander zu verstehen und sich auch zu treffen. Und es ist ein gutes Zeichen, dass niemand unserer Mitglieder sich bei mir seit der Pandemie über die SUISA beklagt hat, also funktioniert es.

Wie sind die Erwartungen an eine Normalisierung der Situation, hat sich beim Publikum ein Bedürfnis nach Veranstaltungen aufgestaut?

Christoph Bill: Das ist für mich immer noch ein Blick in die Glaskugel. Nein, ich denke nicht, dass sich da noch viel aufgestaut hat. Viele Menschen werden erst verzögert an Konzerte und Festivals zurückkehren. Das zeigt sich darin, dass die Nachfrage bei Veranstaltungen unserer Mitglieder – abgesehen von einigen Ausnahmen – 20 bis 30 Prozent tiefer liegt als üblich und dass ein höherer Anteil der Gäste, die ein Ticket haben, nicht erscheinen. Diese Verzögerung ist neben der für die Organisation benötigten Vorlaufzeit zu beachten: Wir versuchen den Live-Betrieb wieder in Gang zu bringen. Aber wir können den Hebel nicht einfach umstellen. Es braucht dafür wohl auch Anschubhilfen und Instrumente wie etwa, dass die SUISA weiterhin Zahlungsfristen erstreckt.

Das Round-Table-Gespräch fand am 12. November 2021 statt. Die Teilnehmer waren: Christoph Bill, Heitere Events AG und Präsident SMPA (Swiss Music Promoters Association); Alexander Bücheli, Geschäftsführer Bar & Club Kommission Zürich; Irène Philipp Ziebold, COO SUISA und Vize-Präsidentin Schweizer Musikrat.

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SUISA und die Covid-KriseSUISA und die Covid-Krise Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Weiterlesen
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An einem Round-Table-Gespräch sprachen mit Christoph Bill und Alexander Bücheli zwei Vertreter von SUISA-Kunden aus dem Veranstalterbereich und Irène Philipp Ziebold, COO SUISA, über die Krisenbewältigung während der Pandemie. Auch die Zusammenarbeit mit der SUISA war ein Thema. Moderation und Transkript: Markus Ganz, Gastautor

Partnerschaftlich gestärkt durch Krisenzeiten

Round-Table-Gespräch mit Christoph Bill (Heitere Events AG und Präsident SMPA), Irène Philipp Ziebold (COO SUISA) und Alexander Bücheli (Geschäftsführer Bar & Club Kommission Zürich). (Fotos: Manu Leuenberger)

Wie haben Sie und die durch Sie vertretenen Betriebe die Corona-Krise bisher erlebt?

Christoph Bill: Als Präsident des Branchenverbands SMPA glaube ich, dass es alle unsere Mitglieder auf dem linken Fuss erwischt hat; wir waren nicht auf ein solches Szenario vorbereitet. Aber wir haben als Branche relativ schnell reagiert, haben uns zusammengetan, Sofortmassnahmen definiert (z. B. bezüglich Tickets bei Verschiebungen und Absagen) und laufend…Weiterlesen

SUISA und die Covid-Krise

Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Text von Andreas Wegelin

SUISA und die Covid-Krise

Mit den Verboten für Aufführungen vor Publikum stand ein grosser Teil der Musikbranche von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit und Einkommen da. Die SUISA hielt während der Covid-Krise den Betrieb und ihre Dienstleistungen für die Mitglieder und Kunden/innen aufrecht. (Foto: Jirsak / Shutterstock.com)

Ausgerechnet die Gala zu den 13. Swiss Music Awards am 28. Februar 2020 war der Auftakt zur schweizweiten Beschränkung der Anlässe mit Musik. An diesem Abend durften nur maximal 1000 Personen an der Live-Veranstaltung teilnehmen. Wer noch dachte, die Covid-19-Pandemie wäre demnächst wie ein Grippevirus mit der Winterluft verflogen, wurde bald eines Schlechteren belehrt: Ab 13. März 2020 waren keine Live-Konzerte, aber auch keine Parties in Clubs mehr erlaubt. Der Musikbranche, von Komponisten/innen über Interpreten/innen bis zu Veranstalter/innen und den Zulieferbetrieben der Eventbranche, wurde zwangsweise eine existenzielle Grundlage entzogen.

Mittlerweile sind wir im zweiten Corona-Jahr und erleben seit 20 Monaten enorme Schwierigkeiten bei der Durchführung von Musikveranstaltungen mit physisch anwesendem Publikum. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft damit um?

Finanzieller Verlust und Unwägbarkeit

Rund einen Monat nach Anordnung des ersten Lockdowns hatten Geschäftsleitung und Vorstand der SUISA das Budget für das Jahr 2020 revidiert. Dieses «Corona-Budget», das gegenüber den ursprünglichen Erwartungen um 23% tiefere Einnahmen und um 8,5% höhere Kosten vorsah, konnte eingehalten werden. Wie der Jahresabschluss letztlich zeigte, hielt sich insgesamt der Umsatzverlust glücklicherweise in Grenzen: Die Einnahmen der SUISA in der Schweiz und aus dem Ausland beliefen sich 2020 auf 138,5 Mio. Franken, was gegenüber dem vorhergehenden Rekordjahr (155,2 Mio. Franken) 12% weniger ist. Die Kosten stiegen verglichen zum Vorjahr nur um 1,1% und damit weniger stark als im Corona-Budget befürchtet.

Die drastischen Auswirkungen der Corona-Verordnungen erschliessen sich erst mit dem Blick auf die Bereiche im einzelnen: Der Rückgang der Einnahmen aus Konzerten (–51%), Unterhaltungsanlässen (–47%), dem Gastgewerbe (–46%) und den Kinos (–58%) ist im Vergleich zum Ergebnis 2019 eklatant. Die guten Ergebnisse bei den Senderechten, den Vergütungsansprüchen und den Online-Nutzungen wogen diese Verluste teilweise wieder auf. Die Bezugsberechtigten, deren Einkommen hauptsächlich aus dem Erfolg bei Live-Veranstaltungen stammt, mussten jedoch bei der Verteilung grosse Einbussen in Kauf nehmen.

Im Dezember 2020 wurden aufgrund der zweiten Pandemie-Welle erneut alle Veranstaltungen verboten. Abermals musste ein Corona-Budget erstellt werden, in dem die Erwartungen auf Seite der Einnahmen für das Geschäftsjahr 2021 noch einmal tiefer liegen: im Vergleich zum Ergebnis 2020 um 11%. Gleichzeitig soll auch bei den Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 11% gespart werden. Insbesondere bei den Einnahmen aus Konzerten (Tarif K) muss mit einem weiteren Einbruch gerechnet werden: Die Prognose für das zweite Corona-Jahr sieht in diesem Bereich noch 6 Mio. Franken Einnahmen vor. 2020 generierte dieser Tarif 11 Mio. Franken und vor der Krise 2019 noch 23 Mio. Franken Vergütungen zugunsten der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik.

Zwei Polster helfen in dieser Situation und werden gemäss dem aktuellen Stand auch im Geschäftsjahr 2021 dazu beitragen können, die ungünstigen Rahmenbedingungen im finanziellen Ergebnis etwas abzufedern: Zum einen ist das die gute Situation bei den Wertschriftenanlagen. Zum anderen sind das die Gelder, die während fünf Jahren keiner oder keinem Bezugsberechtigten zugewiesen werden konnten. Diese werden jeweils nach Ablauf dieser Frist zur Kostendeckung und wenn möglich zu einer Zusatzverteilung verwendet.

Hilfsmassnahmen für Bezugsberechtigte

Unter dem Eindruck der Pandemie haben alle Verwertungsgesellschaften in Europa Hilfsmassnahmen zugunsten ihrer Bezugsberechtigten beschlossen. Die Hilfsmassnahmen der SUISA ruhen auf drei Säulen: erstens Vorschüsse auf Abrechnungen mit verlängerter Rückzahlungsfrist, zweitens Beiträge aus dem eigens gebildeten Corona-Hilfsfonds und drittens Nothilfe an Urheberinnen und Urheber aus der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge (UVF).

Die Hilfe wird genutzt: Seit dem Beginn der Corona-Krise im März 2020 wurden bis zum 25. Oktober 2021 Fr. 1 416 084 Vorschüsse bezogen, 251 250 Franken Beiträge aus dem Hilfsfonds gesprochen und Fr. 170 500 als Nothilfe durch die Stiftung UVF gewährt. Gesuche können weiterhin über «Mein Konto» gestellt werden. Bei vielen Bezugsberechtigten zeigt sich das Ausmass der Verluste erst mit Verzögerung bei den Verteilungen in den Jahren 2021 oder 2022, welche bei vielen tiefer ausfallen wird, weil Anlässe in den Jahre 2020 und 2021 nicht stattfinden konnten. Für Verlagsfirmen besteht die Möglichkeit, entweder Vorschüsse oder Beiträge aus dem Corona-Hilfsfonds zu beziehen. Die Nothilfe aus der UVF ist aus rechtlichen Gründen nur an Urheber/innen möglich.

Lobbying

Mit den Verboten für Aufführungen vor Publikum wurden der gesamten Eventbranche vergleichbar einem Kurzschluss die Stecker gezogen. Interpreten/innen, Veranstalter/innen, Bühnentechniker/innen und weitere Beschäftigte im Umfeld von Publikumsanlässen standen von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit und Einkommen da. Für die Urheber/innen bedeutete der Konzertstopp, dass ihre Werke nicht mehr live gespielt und somit keine Vergütungen für die Aufführung ihrer Musik entgolten wurden. Die Einnahmen aus Live-Veranstaltungen sanken wie zuvor beschrieben im Sturzflug auf einen Tiefstwert. Für viele Bezugsberechtigte stellen jedoch diese Urheberrechtsvergütungen eine existenzielle Grundlage dar.

Die ersten Hilfsmassnahmen des Bundes waren unvollständig, und zudem wenig ausgerichtet auf die Lösung der Probleme im kulturellen Sektor. Lobbying wurde damit in der Krise enorm wichtig. Es galt und gilt Behörden, Parlamente und Regierung zu überzeugen, dass Kultur für eine Gemeinschaft lebenswichtig ist – genauso wie Einkaufsläden des täglichen Bedarfs. Wenn also keine kulturellen Veranstaltungen stattfinden dürfen, müssen die betroffenen Kunstschaffenden, Veranstalter/innen, aber auch Verlagsfirmen und Zulieferbetriebe entschädigt werden. Wobei berücksichtigt werden muss, dass gerade in der Kulturindustrie viele Selbstständigerwerbende oder kleine Organisationen zum Beispiel in Vereinsform tätig sind.

Weiter gilt es das Verständnis zu festigen, dass es unterschiedliche Arten von Veranstaltungen gibt: Studien belegen, dass bei kulturellen Veranstaltungen häufig geringeres Ansteckungspotenzial besteht als beispielsweise bei grossen Sportevents oder Volksfesten. Diese Differenzierung bei den Entscheidungsträger/innen zu verankern, ist im Lobbying bis jetzt nicht gelungen. Dennoch hat die sich spontan während der Krise zusammengefundene «Taskforce Culture» sehr viel erreicht und ist mittlerweile ein wichtiger Ansprechpartner für die Behörden, Parlamente und Regierungen. Die SUISA ist Teil des erweiterten Trägerkreises der Taskforce.

Leiten und arbeiten aus der Distanz

Für die Genossenschaft SUISA arbeiten rund 250 Personen. Sie teilen sich 187 Vollzeitstellen. In der Woche vom 16. bis zum 23. März 2020 mussten alle Mitarbeitenden, deren Arbeit auch von zu Hause aus möglich ist, nach Hause geschickt werden. Die IT-Verantwortlichen stellten innert kürzester Zeit die notwendige Planung dieser völlig unvorbereiteten Aktion auf die Beine und sorgten damit dafür, dass ohne grössere Schwierigkeiten zu Hause auf den Geräten des Arbeitgebers weitergearbeitet werden konnte.

Die von den Behörden ausgesprochene Homeoffice-Empfehlung, später gar Homeoffice-Pflicht, war nicht nur technisch eine Herausforderung, sie brachte auch ganz neue Erfahrungen in Bezug auf Führung und Organisation des Betriebs. Wie erreicht man seine Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen, wenn man nicht eben mal schnell in den benachbarten Büroraum gehen kann, wenn die Sitzungs- und Pausenräume unbenutzbar sind?

Die bereits vorher bestehenden Möglichkeiten zur virtuellen Sitzung und Zweiergesprächen über Videokonferenz wurden ausgebaut. Dank diesen technischen Hilfsmitteln konnte die für die gute Arbeit wichtige Verbindung zwischen Führungspersonen und Mitarbeitenden, aber auch unter Kolleginnen und Kollegen weitgehend aufrechterhalten werden. Die Kader wurden geschult, wie sie ihre Mitarbeitenden von zu Hause aus führen können. Alle zwei Wochen gab es ein Webmeeting mit der Geschäftsleitung, der HR-Verantwortlichen und dem Leiter der Informatik, moderiert vom Leiter Kommunikation, an dem alle Angestellten teilnehmen und im Chat Fragen stellen konnten. Auf diese Weise gelang es, die Zusammenarbeit über die Distanz in eine alltägliche Arbeitsroutine zu überführen.

Der Geschäftsbetrieb funktionierte – dank ebenso flexiblen wie engagierten und disziplinierten Mitarbeitenden sowie dank der fortgeschrittenen Digitalisierung. Die SUISA war für Mitglieder wie Kundinnen und Kunden jederzeit erreichbar. Diese Erfahrung bewog die Geschäftsleitung, die Homeoffice-Arbeit auch in Zukunft zu ermöglichen, neu bis zu 50% des Arbeitspensums. Jedoch müssen die Homeoffice-Einsätze in den einzelnen Teams abgesprochen und koordiniert werden und sind für einige Stellen nicht im maximalen Umfang möglich.

Mehr Selfservice – Automatisierung von Prozessen

Gerade die angeordnete Homeoffice-Arbeit führte noch einmal deutlich vor Augen, wie unerlässlich und wichtig die Digitalisierung für eine Verwertungsgesellschaft wie die SUISA ist. Von zu Hause aus arbeiten ist nur dann möglich, wenn die notwendigen Daten elektronisch verfügbar sind und nicht umfangreiche Papierdossiers konsultiert werden müssen. Die in den letzten Jahren eingeführte Digitalisierung sämtlicher Mitglieder- und Kundendossiers konnte zum ersten Mal die immensen Vorteile in der Verfügbarkeit der notwendigen Informationen unter Beweis stellen. Die Entwicklungen in der Informatisierung der Prozesse trugen weiter dazu bei, dass die rasche Umstellung auf Heimarbeit erfolgreich vonstatten gehen konnte.

Auch für Kunden/innen und Mitglieder der SUISA bringt die Digitalisierung Fortschritte für effiziente und zufriedenstellende Kontakte mit dem Unternehmen. Wegen der behördlich verordneten Schliessungsmonate im Gastgewerbe und Ladenlokalen wollten viele Kunden auch eine Rückerstattung der nicht benutzbaren Lizenz für das Aufführen von Musik. Der Prozess für die Rückerstattung kann heute einfach über das Webformular angestossen werden.

Seit Mitte 2020 ist für die Mitglieder der Royalty Report auf «Mein Konto» abrufbar. Alle Mitglieder mit einem gültigen Online-Zugang können jeweils die aktuell nachgeführten Daten zu ihren Werken und den für diese vergebenen Lizenzen abrufen und nach Kriterien sichten und ordnen. Kürzlich wurde beim Login-Verfahren für Mitglieder und Kunden/innen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt, was eine noch höherer Sicherheit im digitalen Geschäftsverkehr mit der SUISA bietet. Weitere Ausbauschritte werden folgen.

Die genannten Applikationen und Digitalisierungsprojekte konnten teilweise nur deshalb erfolgreich und zeitgerecht umgesetzt werden, weil die Mitarbeitenden auch während der Pandemiezeit mit Hochdruck und ohne Einschränkung daran arbeiten konnten. Geschäftsleitung und Vorstand hatten nach längeren Diskussionen beschlossen, in der SUISA keine Kurzarbeit zu beantragen und einzuführen. Ein weiser Entscheid, wie sich in der Situation, wie sie seit März 2020 zu erleben ist, immer deutlicher zeigt: Die SUISA konnte – quasi gezwungen durch die behördlichen Vorgaben der Pandemie – ihre Dienstleistungen in den letzten Monaten wesentlich weiter entwickeln. Trotz Einbussen bei den Einnahmen stehen wir für die Zukunft mit digitalisierten und automatisierten Prozessen bereit, um auch wieder für die Veranstalter/innen die Musik-Lizenzen regeln zu können und zuverlässig und vor allem kostengünstig an die Rechteinhaber zu verteilen.

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Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Text von Andreas Wegelin

SUISA und die Covid-Krise

Mit den Verboten für Aufführungen vor Publikum stand ein grosser Teil der Musikbranche von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit und Einkommen da. Die SUISA hielt während der Covid-Krise den Betrieb und ihre Dienstleistungen für die Mitglieder und Kunden/innen aufrecht. (Foto: Jirsak / Shutterstock.com)

Ausgerechnet die Gala zu den 13. Swiss Music Awards am 28. Februar 2020 war der Auftakt zur schweizweiten Beschränkung der Anlässe mit Musik. An diesem Abend durften nur maximal 1000 Personen an der Live-Veranstaltung teilnehmen. Wer noch dachte, die Covid-19-Pandemie wäre demnächst wie ein Grippevirus mit der…Weiterlesen

Der Klang des Berges

Dieses Jahr findet zum ersten Mal das Floating Notes Festival beim San Bernardino in Graubünden statt. Das Floating Notes steht im Zeichen von experimenteller Musik. Die Festivalmacher, Künstlerinnen und Künstler beschreiben in diesem Blogbeitrag, wie die einzigartige Landschaft die Musik und die Auftritte beeinflusst. Die SUISA ist Sponsoring-Partnerin des Festivals. Gastbeitrag von Elena Rotondi

Floating Notes Festival: Der Klang des Berges

Das Floating Notes Festival findet vom 23. bis 25. Juli 2021 in Mesocco beim San Bernardino statt. (Foto: Sebastiano Piattini)

Kety Fusco, Gründerin und Programmgestalterin des Floating Notes Festivals, hat eine sehr genaue Vorstellung davon, was der Herzschlag ihres Festivals sein wird: Die Künstler werden eine experimentelle und unveröffentlichte Klangforschung betreiben, die sich unter Berücksichtigung ihres eigenen künstlerischen und musikalischen Hintergrunds an den Ort der Aufführung anpasst und es unmöglich macht, den Inhalt der Aufführung von dem Ort zu lösen, an dem er entstanden ist. Aus diesem Grund wird das Floating Notes Festival ein völlig neuartiges Ereignis sein, denn Musik und Ort werden in einer einzigartigen Performance zusammengeführt.

Kety Fusco wird mit ihrer elektrischen Harfe die Eröffnungsnacht des Festivals an der Quelle des San Bernardino (GR) am Freitag, 23. Juli, eröffnen. Dies, so erzählt sie, soll ein Manifest der Idee sein, die hinter dem Festival steht: das Bedürfnis, die Ästhetik und die Geschichte des San Bernardino zu vereinen, einen Ort wiederzubeleben, der historisch gesehen schon immer ein Anziehungspunkt für internationale Reisende war und der auch heute noch – dank der unberührten Schönheit, die man an einigen Stellen trifft – viele Besucher anzieht. All dies mit Blick auf die Zukunft, durch die stimmungsvolle, innovative und experimentelle Musik, die diese Umgebung bevölkern und sie mit einer neuen Bedeutung füllen wird.

Die Künstlerinnen und Künstler im Programm wurden gefragt, wie ihr kreativer Prozess ihre Vorbereitung auf das Festival und ihre Performance auf der Bühne steuert. Camilla Sparksss, die am Abend in der Fonte Minerale auftritt, erzählt uns, wie sie eigens für das Floating Notes Festival mit einem Live-Set experimentiert: «Es entstehen Klänge, die meiner Meinung nach dem Klang des Berges in seiner Erhabenheit, mit seinen Echos und seinen Gefahren sehr nahe kommen. Es wird eine Performance sein, die für jemanden sehr experimentell scheinen könnte. Aber man muss einfach die Augen schliessen und sich sich eine Reise ins Innere der Felsen vorstellen, um sich eins mit den Bergen zu fühlen.»

Interessant ist auch, wie der junge Musiker Adriano Koch, der den Abend des Freitags, 23. Juli, beschließen wird, seinen Auftritt mit dem Ort verknüpft, an dem er auftritt: «Es ist immer wieder motivierend zu sehen, wie ein Ort die Energie und die künstlerische Botschaft eines Songs verändern kann. Deshalb ist es für mich wichtig, eine Aufführung aufzunehmen, um diesen speziellen Moment, der nie wieder da sein wird, festzuhalten.»

Dieses Festival in Graubünden könnte nicht ohne die Anwesenheit des Pioniers der Instrumental- und Klangforschung weitergehen: Am nächsten Tag, dem Samstag, 24. Juli, wird Simon Berz auf dem San-Bernardino-Pass eine Live-Performance mit Steinen spielen. Der Musiker erklärt: «Ich habe mein Instrument Tectonic aus vulkanischen Klangsteinen gebaut, die ich in Island gefunden habe. Die Steine werden nun in einem anderen ‹Steinraum› spielen, dem in San Bernardino.»

Das Floating Notes Festival zeichnet sich auch durch eine Veranstaltung aus, die Musik und Körper miteinander verbindet: eine geführte Meditation von Keri Gonzato, die von der Musik von Federica Furlani, alias Effe Effe, ab Tonträger begleitet wird. Eine Klanglandschaft, wie geschaffen für die Meditation auf mehr als 2000 Metern Höhe.

Am Samstag, den 24. Juli, wird der Soundtrack des Festivals uraufgeführt. Dieser wurde bei der Tessiner Musikerin Chiara Dubey in Auftrag gegeben. Sie beschreibt den kreativen Prozess ihrer Komposition wie folgt: «Am Anfang stand die Idee, dass ich mich wahrscheinlich von den Klängen der natürlichen Elemente inspirieren lassen würde, in die ich nach meiner Ankunft in San Bernardino eintauchen würde. Zum Beispiel vom Rascheln der Tannenbäume oder dem Plätschern des Wassers. Da dieses Konzert mein erster Vorgeschmack auf die Berge nach einem seltsamen Jahr gemeinsamer Einsamkeit und ohrenbetäubender Stille ist, beschloss ich für dieses Stück, nach innen zu schauen: Ich lauschte meinen Gedanken und es war, als würde ich nach langer Zeit einen alten Freund wiederfinden. Ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige war, der diese Erfahrung gemacht hat. Und ich hoffe, dass es sowohl für mich als auch für alle Anwesenden befreiend sein wird, diesen Song, ‘Stranger’, in der Nacht des Festivals donnern zu lassen, auch weil unsere Bühne von einer spektakulären Berglandschaft umgeben sein wird, von einer rohen, natürlichen, freien Schönheit».

Den Abschluss des Samstagabends bildem Peter Kernel, ein bekanntes Tessiner Duo, das sich in einem ungewöhnlichen Kontext und mit einem ebenso ungewöhnlichen Auftritt am Festival sein wird. So werden Aris Bassetti und Barbara Lehnhoff nicht als typische Rockband auftreten, sondern ein exklusives DJ-Set vorbereiten, das aus Musik aus der Vergangenheit besteht und in die Zukunft führt, so dass sie in den Furchen der umliegenden Berge am besten widerhallt: «Für uns ist es zentral, eine gewisse Verbindung mit dem Publikum herzustellen; wir müssen uns verstehen, um ein unvergessliches Erlebnis zu schaffen. Für Floating Notes haben wir uns entschieden, etwas Exklusives zu machen, etwas, das wir sonst nie machen. Wir werden kein normales Konzert spielen, sondern ein experimentelles DJ-Set. Wir werden Musik spielen, die irgendwie gut in den Kontext von Bergen und frischer Luft passt; und wir werden versuchen, sie auf unsere eigene Art zu mischen.»

Das Floating Notes Festival findet vom 23. bis 25. Juli 2021 in Mesocco (GR) beim San Bernardino statt. Auftreten werden die Schweizer Künstlerinnen und Künstler Kety Fusco, Camilla Sparksss, Chiara Dubey, Leoni Leoni, Peter Kernel und Adriano Koch, die Italienerin Federica Furlani (Effe Effe) sowie der Musiker Simon Berz. Zudem gibt es eine geführte Meditation mit Keri Gonzato. Weitere Informationen findet man unter www.facebook.com/floatingnotesfestival.
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Das Floating Notes Festival findet vom 23. bis 25. Juli 2021 in Mesocco beim San Bernardino statt. (Foto: Sebastiano Piattini)

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Die Lizenzierung von Livestreams durch die SUISA

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Die Lizenzierung von Livestreams durch die SUISA

Das Konzert in der Wohnstube: Veranstalterinnen und Veranstalter, die einen Event mit Musik in Echtzeit im Internet übertragen, müssen den Livestream bei der SUISA anmelden und lizenzieren. (Foto: Scharfsinn / Shutterstock.com)

Während der Coronavirus-Pandemie wurden Tanz- und Fitnesslektionen, Gottesdienste, Generalversammlungen und zunehmend auch Konzerte ins Internet verlagert und als Livestream durchgeführt, um den untersagten Live-Anlass zu ersetzen. Im Oktober 2020 soll in ein virtuelles Konzert der südkoreanischen Boygroup BTS 44 Millionen Dollar eingebracht und weltweit über 900 000 Fans angezogen haben.

Diese Online-Events sind regelmässig Diskussionsthema in den Medien, ebenso unter Musikschaffenden und natürlich bei den Veranstalterinnen und Veranstaltern, die solche Livestreamings anbieten. Dabei geht es oft auch um die Frage, zu welchen Konditionen die dazu erforderlichen Rechte lizenziert werden sollen.

Was ist ein Livestream?

Von einem Livestream wird dann gesprochen, wenn ein Einzelereignis in Echtzeit im Internet übertragen wird. Das Publikum kann sich also zum Startzeitpunkt des Events in den Stream einwählen und dabei das Ereignis live mitverfolgen – entweder gratis oder gegen ein Entgelt. Abzugrenzen ist der Livestream zum einen von Angeboten on demand, bei welchen das Publikum den Inhalt zu einem frei wählbaren Zeitpunkt abrufen kann. Zum anderen handelt es sich beim Livestream nicht um eine Sendung – bei dieser werden Inhalte zwar ebenfalls in Echtzeit übertragen, jedoch sind es dort nicht Einzelereignisse, sondern Programme mit einer Folge von Sendungen. Eine Lizenzierung als Livestream ist also immer dann erforderlich, wenn ein gefilmtes Einzelereignis simultan im Internet gestreamt wird und das Publikum den Zeitpunkt für den Zugang nicht selber bestimmen kann.

Die Lizenzbedingungen für Livestreams richten sich nach den Aufführungstarifen

Da es sich bei den gestreamten Ereignissen regelmässig um Anlässe handelt, die ebenso gut live mit anwesendem Publikum stattfinden könnten oder als Ersatz für diese durchgeführt werden, orientieren sich die Lizenzbedingungen an den Konditionen der korrespondierenden Aufführungstarife. So werden etwa bei einem gestreamten Konzert die gleichen Prozentsätze angewendet, wie sie auch in einem Konzert mit physisch anwesendem Publikum im Rahmen des Gemeinsamen Tarifs K (GT K) zur Anwendung gelangen. Dieses Vorgehen in Analogie zu den Aufführungstarifen stellt sicher, dass virtuelle und physische Konzertveranstalter gleich behandelt werden, da ihre Events dazu tendieren, sich gegenseitig zu ersetzen.

Die Lizenzbedingungen unterscheiden die Kategorien Konzerte, DJ-Sets, Shows & Ballettaufführungen sowie Theaterstücke. Dabei wird jeweils der entsprechende Prozentsatz auf die Einnahmen oder die Kosten berechnet, wie das auch in den Aufführungstarifen vorgesehen ist (GT K und GT Hb). Auch die proportionale Anpassung des Prozentsatzes an die Dauer der Verwendung von geschützter Musik wird genau gleich wie in den Aufführungstarifen vorgenommen (sogenannte Pro rata temporis-Regel). Zusätzlich zu diesen Kategorien werden weitere Eventarten wie Sportanlässe, Abendunterhaltungen, Tagungen, Gottesdienste, Veranstaltungen in Heimen und Spitälern usw. in der Kategorie andere Anlässe zusammengefasst – für diese gilt ein pauschaler Prozentsatz von 2% der Bruttoeinnahmen oder -kosten.

Sind die Einnahmen tiefer als die Kosten oder werden keine Einnahmen erzielt, so werden die Prozentsätze auf die Kosten angewendet. Wie auch bei den Aufführungstarifen wird hier auf die musikrelevanten Bruttokosten abgestellt, welche sich aus den folgenden Positionen zusammensetzen: Gagen und Spesen der Musikerinnen und Musiker, Miete von Tontechnik und Übertragungsequipment (Mikrophone, Mischpult, Kamera etc.), Instrumentenmieten sowie Saalmieten.

Anlässe mit Publikum, welche zusätzlich gestreamt werden

Es kommt häufig vor, dass eine Liveveranstaltung vor Ort mit einem verkleinerten Publikum stattfinden kann und gleichzeitig auch noch als Livestream im Internet verbreitet wird, um die Reichweite zu vergrössern. In diesen Fällen benötigt der Veranstalter oder die Veranstalterin eine «normale» Lizenz für die Aufführungsrechte und zusätzlich eine Lizenz für den Livestream. In der Regel führt das dazu, dass wir neben der Rechnung gemäss Aufführungstarif zusätzlich noch die Mindestentschädigung für den Livestream von 40 Franken verrechnen, da die Einnahmen bzw. Kosten des Events bereits bei der Lizenzierung der Aufführung voll berücksichtigt werden. Etwas anderes gilt nur dann, wenn für den Livestream separate Einnahmen generiert werden – dann wird die Lizenz für den Stream auf Basis dieser Einnahmen berechnet.

Abruf von Streams nach dem Live-Event

Viele Veranstalter/-innen von Livestreams stellen Aufzeichnungen der Streams nach dem Live-Event für eine bestimmte Zeit im Netz zum Abruf bereit – so können Interessierte, welche den offiziellen Termin verpasst haben, zu einem späteren Zeitpunkt auf die Inhalte zugreifen. Sofern der effektive Livestream korrekt angemeldet und lizenziert wird, erlaubt die SUISA die anschliessende Einspeicherung des Livestreams zum weiteren Abruf gegen eine Pauschale von 100 Franken für Konzerte und DJ-Sets – für alle anderen Kategorien beträgt die Pauschale 50 Franken.

Welche Rechte sind von der Lizenz erfasst?

Wenn sich die Veranstalterin oder der Veranstalter in der Schweiz oder Liechtenstein befindet und sich die Streams im Wesentlichen an ein lokales Publikum (Schweiz und Liechtenstein) richten, so kann die SUISA im Bereich der Urheberrechte das Weltrepertoire vergeben. Handelt es sich um einen internationalen Veranstalter, welcher seine Streams unter anderem an das Publikum in der Schweiz und Liechtenstein richtet, so können wir für die Nutzungen in unserem Territorium ebenfalls das Weltrepertoire vergeben, basieren die Berechnung der Lizenz jedoch nur auf dem Umsatz, welcher in der Schweiz und Liechtenstein erzielt wird.

Im Bereich der Livestreams verfügt die SUISA lediglich über die Urheberrechte an der Musik. Alle anderen allfällig betroffenen Rechte wie z. B. verwandte Schutzrechte oder Synchronisationsrechte sind mit den entsprechenden Rechteinhaberinnen und -inhabern abzuklären.

Livestreams mit Musik müssen bei der SUISA angemeldet werden

Die Lizenzbedingungen, das Anmeldeformular und weiterführende Informationen zu Livestreams finden Sie auf unserer Website:
www.suisa.ch/de/kunden/online/video/livestreams.html

Für eine vollständige Anmeldung sind folgende Angaben notwendig:

  • Kontaktangaben des Kunden/der Kundin
  • Kategorie des Livestreams
  • Angaben zum Stream: Titel, Dauer, Datum, URL der Webseite, Anzahl Views
  • Gesamteinnahmen
  • Kosten (brutto)
  • Findet eine anschliessende Einspeicherung zum späteren Abruf statt? (ja/nein)
  • Liste der Musikwerke, welche im Livestream enthalten sind

Eine Lizenz ist auch dann erforderlich, wenn der Stream über eine externe Plattform abgewickelt und auf der eigenen Webseite eingebettet wird (z. B. Facebook Live, Instagram Live, Youtube Live oder Twitch).

Allfällige Ausnahmeregelungen im Bereich der Livestreams, welche aufgrund der Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie temporär gelten, sind jeweils aktuell auf unserer Webseite publiziert:
www.suisa.ch/de/suisa/massnahmen-der-suisa-bezueglich-der-corona-pandemie/informationen-fuer-kunden.html

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Mit der Pandemie hat das Livestreaming in den verschiedensten Veranstaltungsbereichen an Bedeutung gewonnen. Dank dieser Technologie ist es möglich, einen Anlass trotz der geltenden Verbote und Einschränkungen mit einem virtuell anwesenden Publikum zu teilen. Dieser Artikel stellt die Lizenzierungspraxis und die Konditionen für Livestreams vor, wie sie die SUISA anwendet. Text von Martin Korrodi

Die Lizenzierung von Livestreams durch die SUISA

Das Konzert in der Wohnstube: Veranstalterinnen und Veranstalter, die einen Event mit Musik in Echtzeit im Internet übertragen, müssen den Livestream bei der SUISA anmelden und lizenzieren. (Foto: Scharfsinn / Shutterstock.com)

Während der Coronavirus-Pandemie wurden Tanz- und Fitnesslektionen, Gottesdienste, Generalversammlungen und zunehmend auch Konzerte ins Internet verlagert und als Livestream durchgeführt, um den untersagten Live-Anlass zu ersetzen. Im Oktober 2020 soll in ein virtuelles Konzert der südkoreanischen Boygroup BTS 44 Millionen Dollar eingebracht und weltweit über 900 000 Fans…Weiterlesen

Ein beachtliches Ergebnis trotz Covid

Für viele Musikschaffende war 2020 ein katastrophales Jahr. Konzerte und andere Veranstaltungen waren grösstenteils verboten. Damit fiel für viele Veranstalter, Künstler und Urheber ein grosser Teil ihres Einkommens weg. Trotzdem konnte die SUISA dank guten Ergebnissen in anderen Bereichen sowie durch sofort ergriffene Massnahmen den finanziellen Schaden für viele Bezugsberechtigte in Grenzen halten. Text von Andreas Wegelin

Ein beachtliches Ergebnis trotz Covid

Konzerte waren ab Februar 2020 kaum mehr möglich. Dank einer Steigerung im Online-Bereich fiel das Jahresergebnis der SUISA allerdings verhältnismässig gut aus. (Foto: Oleksii Synelnykov / Shutterstock)

Die Covid-Pandemie versetzte die Welt in einen Schockzustand. Grosse Teile der Wirtschaft waren – und sind teilweise immer noch – davon betroffen. Darunter zu leiden haben hat insbesondere die Kulturbranche, und mit ihr die Musikschaffenden. «First to close, last to open»: Kulturschaffende und Veranstalter waren die ersten, die von den Schliessungen und Restriktionen betroffen waren, und sie werden zu den Letzten gehören, die ihre Arbeit wieder umfassend aufnehmen können.

Es liegt auf der Hand, dass die für die Kulturbranche schwierige Situation auch auf das Geschäftsjahr der SUISA Einfluss hatte. Schliesslich stammten in den vergangenen Jahren über 35% der Urheberrechtseinnahmen der SUISA aus den Aufführungsrechten, also aus Konzerten und anderen Darbietungen, der Nutzung von Musik in Geschäften und Restaurants oder Musik an Partys. Nachdem seit März 2020 Anlässe fast durchgehend verboten wurden, war also klar, dass die Einnahmen der SUISA – vor allem bei den Aufführungsrechten – im 2020 gegenüber dem Vorjahr zurückgehen würden. In welchem Masse dies der Fall sein würde und ob der Umsatz auch bei anderen Rechten zurückgehen würde, war schwer vorauszusehen.

Der starke Rückgang bei den Aufführungsrechten wurde in anderen Bereichen teilweise wettgemacht

Letztlich ging der Umsatz der SUISA glücklicherweise weniger stark zurück als befürchtet. Die SUISA nahm letztes Jahr in der Schweiz und im Ausland 138,5 Mio. Franken ein, was gegenüber dem Vorjahr (155,2 Mio. Franken) 12% weniger ist. Der grösste Teil des Rückgangs stammt erwartungsgemäss aus den Aufführungsrechten: Betrugen die Einnahmen 2019 in diesem Bereich 51,2 Mio. Franken, waren es 2020 noch 34,4 Mio. Franken, also 34% weniger.

Die SUISA konnte diese Mindereinnahmen in anderen Bereichen wieder wettmachen. Bei den Senderechten stiegen die Einnahmen leicht an von 63,6 Mio. Franken im Vorjahr auf 64,3 Mio. Franken im 2020. Die befürchteten Rückgänge, z.B. wegen tieferen Werbeeinnahmen bei den Fernseh- und Radiosendern aufgrund von abgesagten Grossveranstaltungen, blieben vorerst aus.

Positive Entwicklung im Online-Geschäft dank SUISA Digital Licensing und Mint

Äusserst positiv entwickelten sich die Einnahmen im Online-Bereich: Sie stiegen von 8,9 Mio. Franken im 2019 auf 11,4 Mio. Franken im letzten Jahr. Dies ist insbesondere höheren Einnahmen durch die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing zu verdanken, die im letzten Jahr zum einen verschiedene ausländische Schwestergesellschaften und Verlage als Kunden gewann und zum anderen bessere Verträge mit Online-Diensteanbietern – Streaming- und Download-Plattformen – ausgehandelt hat.

Diese erfreuliche Entwicklung im Online-Bereich kommt den Urhebern und Verlegern zu Gute, deren Werke immer mehr auf den verschiedenen Plattformen gestreamt werden. Auch Mint, das Joint-Venture mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC, ist im letzten Jahr weiter gewachsen und erbringt ihre Dienstleistungen verschiedenen Musikverlagen und ausländischen Schwestergesellschaften.

Die SUISA hat auf die Krise reagiert

Das verhältnismässig gute Geschäftsjahr ist auch dem zu verdanken, dass die SUISA seit Beginn der Pandemie rasch auf die Krise reagiert hat; einerseits, um die Kosten zu senken und andererseits, um gerade in dieser schwierigen Zeit möglichst viel Geld an die Urheberinnen, Urheber, Verlegerinnen und Verleger von Musik verteilen zu können.

Nicht dringende Projekte wurden verschoben oder sogar ganz gestrichen und frei gewordene Stellen wurden, wenn möglich, nicht ersetzt. Einige Ausgaben wie Sponsoringbeiträge oder Reisespesen fielen aufgrund der Pandemie ohnehin weg. Auf der anderen Seite setzte die SUISA alles daran, möglichst alle Nutzungen von Musik – auch aus den Vorjahren – abzurechnen und Urheberrechtsvergütungen einzunehmen. Gerade in dieser Situation, in der Musikaufführungen kaum möglich sind, sind die SUISA-Einnahmen für viele Musikschaffende noch wichtiger als zuvor.

Zusatzverteilung aus freiwerdenden Abrechnungsverpflichtungen

Dank freiwerdenden Verpflichtungen, Gelder, für die auch nach fünf Jahren keine ausreichenden Hinweise für die Zuweisungen an die Bezugsberechtigten gefunden werden konnten, ist es der SUISA möglich auch im Jahre 2021 wieder eine Zusatzverteilung von 7% auf alle Abrechnungsbeträge auszuschütten.

Auf die Situation der Kunden Rücksicht nehmen

Möglichst viele Urheberrechtsvergütungen einzunehmen bedeutete aber nicht, dass die SUISA nicht auf die Situation ihrer Kundinnen und Kunden Rücksicht nahm. Im Gegenteil: Gerade bei den Gewerbetreibenden und Gastrobetrieben, die ebenfalls sehr stark von den behördlich verordneten Schliessungen betroffen waren, liess die SUISA bei den Rechnungen Kulanz walten und gewährte beispielsweise verlängerte Zahlungsfristen und ermöglichte Rückzahlungen für diejenigen Zeiträume, in denen die Kunden keine Musiknutzung hatten, die Akonto-Rechnungen aber bereits bezahlt hatten. Schliesslich ist es auch im Sinne der SUISA und ihrer Mitglieder, dass Unternehmen, Veranstalter und andere Musiknutzer überleben und auch weiterhin Musik aufführen. Schliesslich wird es auch wieder eine Zeit nach der Corona-Pandemie geben – und die SUISA setzt alles daran, dass sie auch in Zukunft möglichst viel Geld an die Urheber und Verleger von Musik ausschütten kann.

Das detaillierte Ergebnis 2020 der SUISA finden Sie im Geschäftsbericht 2020, in dem auch dieser Beitrag (auf Seiten 10/11) erschienen ist: www.suisa.ch/geschaeftsbericht

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Musik in Unternehmen: Das gilt es zu beachten

Die passende Hintergrundmusik in einem Geschäft bietet den Kunden nicht nur ein angenehmes Einkaufserlebnis sondern kann auch das Kaufverhalten beeinflussen. (Foto: Tana888 / Shutterstock.com)

Unternehmen kennen die Wirkung von Musik für ihr Geschäft. Die Detailhändler setzen auf die Dienste von professionellen Beschallungsfirmen, um ihren Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten – und sie letztlich zum Kauf zu ermuntern. In Arztpraxen läuft beruhigende Hintergrundmusik für die Patienten – schliesslich möchten die wenigsten vor einer Untersuchung oder einer Diagnose laute Rockmusik hören. Und auch ein Werbespot wirkt nur mit der passenden, oftmals eigens dafür komponierten Musik. Kurzum: Es gibt viele Beispiele und Fälle, in denen Musik zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt.

Vergütung für Komponisten, Textautoren und Verleger

Entsprechend müssen auch diejenigen bezahlt werden, die diese Musik komponiert und die Texte dazu geschrieben haben: die Urheberinnen und Urheber. Das geschieht über die SUISA, welche Lizenzen für die verschiedenen Nutzungen von Musik vergibt und hierfür Geld einnimmt. Die Höhe der Lizenzkosten hängt grundsätzlich davon ab, welchen Stellenwert die Musik bei der entsprechenden Nutzung hat. Für ein symphonisches Konzert, welches man fast ausschliesslich wegen der Musik besucht, sind die Kosten höher als für Hintergrundmusik im Wartezimmer einer Arztpraxis, wo man nicht wegen der Musikberieselung als Hauptgrund hingeht.

Musik aus der ganzen Welt dank Lizenz von der SUISA

Die Tarife für die unterschiedlichen Nutzungen von Musik werden in regelmässigen Abständen zwischen den Verwertungsgesellschaften wie der SUISA und den Nutzerverbänden (wie beispielsweise Gastrosuisse für die Nutzung in Gastrobetrieben) verhandelt, gemeinsam festgelegt und von der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten (ESchK) genehmigt.

Da die SUISA in der Schweiz und in Liechtenstein das Weltrepertoire an musikalischen Werken vertritt, kann man mit einer SUISA-Lizenz fast alle Musik aus der ganzen Welt nutzen. Das eingenommene Geld verteilt die SUISA weltweit an die Urheber und Verleger der genutzten Musik. Von 100 Franken Einnahmen zahlt die SUISA 87 Franken an die Urheber und Verleger von Musik aus.

Die SUISA vergibt Lizenzen an über 120 000 Nutzer wie Radio- und TV-Sender, Konzertveranstalter, Clubs, Gastwirte, Partyorganisatoren, Ladenbesitzer oder Online-Musikdienste. In diesem Jahr ist eine gezielte Markterfassung für die Musiknutzung in Unternehmen geplant; die SUISA wird mit ihren Angeboten potentielle Kunden direkt kontaktieren.

Musiknutzung in Unternehmen

Im Folgenden werden drei der häufigsten Nutzungen von Musik in Unternehmen näher erläutert:

1. Hintergrundmusik in Verkaufsräumen und Büros

In der Schweiz nutzen bereits über 100 000 Unternehmen Musik mit Hilfe von unterschiedlichen Technologien, um eine stimmungsvolle Atmosphäre z. B. in Verkaufsräumen, Büroräumlichkeiten oder Wartezimmern zu schaffen. In Firmenfahrzeugen, Telefonschlaufen oder Aufzügen sorgt Musik für die Unterhaltung von Kunden oder Mitarbeitenden. Diverse Studien bestätigen, dass Musik auch zur Steuerung des Konsumverhaltens dient.

Solche Verwendungen von Musik in Unternehmen gelten als öffentliche Nutzung: Hierfür muss eine Entschädigung entrichtet werden. Die Betriebe zahlen daher den Urhebern, Verlegern, Interpreten oder Produzenten eine Vergütung gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a). «Gemeinsam» heisst, dass der Tarif nicht nur die von der SUISA vertretenen Rechte enthält, sondern auch jene von anderen Verwertungsgesellschaften wie Swissperform (für die Interpreten und Produzenten) oder Suissimage (für die Filmschaffenden). Die SUISA verantwortet bei diesem Tarif das Inkasso im Auftrag aller Schweizer Verwertungsgesellschaften und verteilt ihren Anteil des eingenommenen Geldes an die Urheber und Verleger von Musik.

Beispiele für die Nutzung von Hintergrundmusik (GT 3a)
Wo?
• Büroräumlichkeiten (z. B. Aufenthaltsräume, Arbeitsräume, Sitzungszimmer)
• Geschäftsflächen (z. B. Verkaufsgeschäfte, Gastro- und Hotelbetriebe)
• Firmenfahrzeuge
• Telefonwarteschlaufen
• Museen, Ausstellungen
• Praxen (z. B. Patientenzimmer, Behandlungszimmer, Warteräume)
Wie?
• Wiedergabe von Radiosendungen und Musikaufnahmen
• Wiedergabe von Fernsehsendungen oder Filmen (mit Ort und Zeit angekündigte Filmvorführungen, Public Viewing auf Bildschirmen mit einer Diagonale von mehr als 3 Metern müssen jedoch separat geregelt werden)
• Betrieb von interaktiven Multimedia-Terminals
Weitere Information zur Nutzung von Hintergrundmusik (GT 3a)
Kundenportal GT 3a
SUISA-Website zum GT 3a: www.suisa.ch/3a
Verteilung der Einnahmen aus dem GT 3a:
www.suisablog.ch/de/wie-die-suisa-verguetungen-aus-der-hintergrundunterhaltung-verteilt/

2. Videos mit Musik im Internet

Je länger je mehr setzen Unternehmen auf digitale Formate, um ihre Kunden zu erreichen, seien es moderne, professionelle Websites oder Beiträge in den sozialen Medien. Nicht nur in aussergewöhnlichen Zeiten wie während der Corona-Pandemie wird die digitale Kommunikation wichtig, um mit Kunden und anderen Anspruchsgruppen in Verbindung zu treten und zu bleiben. In diesem Zusammenhang spielen Videos, die mit Musik unterlegt sind, eine wesentliche Rolle und helfen, Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung schmackhaft zu machen.

Wenn man ein aufgenommenes Musikstück in einem Video verwenden will, muss man zuerst einmal zwischen zwei Arten von Rechten unterscheiden, die es zu klären gilt:

  • Leistungsschutzrechte für die Audio-Aufnahme, die beim Label des Songs liegen;
  • Urheberrechte am Werk, also der Komposition und gegebenenfalls dem Text, die beim Musikverlag und/oder den Urhebern liegen.

Für die Leistungsschutzrechte an der Audio-Aufnahme ist die Plattenfirma zuständig. Bei einem Video mit Musik müssen beim Label Zustimmung und Lizenzen für die Synchronisation und Überspielung der Aufnahme eingeholt und erworben werden.

Für die Urheberrechte am Werk sind der Musikverlag und die SUISA zuständig. Die SUISA vergibt die Lizenzen für die Vervielfältigung des Werks im Rahmen der Videoproduktion sowie für das Zugänglichmachen des Werks im Video auf der eigenen Website und/oder Social-Media-Plattformen. Der Musikverlag vergibt die Synchronisationsrechte für ein Werk. Wenn jemand ein mit Musik untermaltes Video veröffentlichen will, muss man zuerst beim Verlag anfragen, ob man den Song überhaupt für ein Video verwenden darf.

Dieses Lizenzierungsverfahren gilt grundsätzlich für alle Unternehmen. Speziell für kleinere Firmen mit maximal 49 Mitarbeitenden und bis zu Fr. 9 Mio. Jahresumsatz bietet die SUISA zusammen mit ihrem Partner Audion eine Pauschallösung an: Gegen eine jährliche Vergütung von 344 Franken können sowohl die Rechte der Urheber von Musik sowie die der Produzenten/Labels erworben werden. Dank diesem Pauschalbetrag können Kleinunternehmen so viele imagefördernde kurze Videos mit Musik auf ihren Websites und/oder Social-Media-Plattformen verwenden, wie sie möchten. Dieses Angebot ermöglicht den einfachen Erwerb einer Lizenz für die Nutzung von urheberrechtlich geschützter Musik.

Weitere Informationen zu Videos mit Musik auf Websites
Kundenportal Musik auf Websites
Wichtigste Fragen & Antworten:
www.suisa.ch/de/kunden/online/musik-im-internet-fuer-kleinunternehmen/fragen-antworten.html
Artikel auf dem SUISAblog zum Pauschalangebot:
www.suisablog.ch/de/kollektive-verwertung-ist-eine-dienstleistung-fuer-musikschaffende-wie-musiknutzende/

3. Musik bei Firmenevents

Weihnachtsessen, Generalversammlung oder Produktepräsentation – Musik ist bei solchen Events oft ein wichtiger Bestandteil. Diese Veranstaltungen werden nach dem Gemeinsamen Tarif Hb (GT Hb) lizenziert, der Musikaufführungen zu Tanz und Unterhaltung ausserhalb des Gastgewerbes zum Gegenstand hat. Es geht hier um Aufführungen wie zum Beispiel die Live-Band beim Weihnachtsessen oder den DJ beim Mitarbeiteranlass, und auch um Anlässe mit musikalischer Umrahmung, wie etwa bei einer Generalversammlung oder einem Kundenanlass.

In Bezug auf die Berechnung der Vergütung unterscheidet der Tarif zwischen Gross- und Kleinveranstaltungen. Letztere sind Anlässe in Räumen mit einem Fassungsvermögen von maximal 400 Personen. Hierfür kommen Pauschalvergütungen pro Tag und Veranstaltung abgestuft nach Besucheranzahl zum Tragen. Bei Grossveranstaltungen bilden – da für Firmenanlässe in der Regel keine Tickets verkauft werden – meistens die Kosten, die mit der Musiknutzung verbunden sind, die Berechnungsgrundlage. Typischerweise sind das die Gagen und Spesen der Künstler sowie die Miete von Instrumenten und Veranstaltungsräumlichkeiten. Wenn für Anlässe Eintritt verlangt wird, gelten unter Umständen andere Berechnungsgrundlagen.

Der Tarif sieht zudem verschiedene Ermässigungen vor – etwa für Unternehmen, die für ihre Veranstaltungen gemäss GT Hb mit der SUISA einen Vertrag abschliessen oder die mehr als 10 Anlässen pro Kalenderjahr durchführen.

Unternehmen der Gastro- und Hotelbranche
Gastrobranche:
Für Unterhaltungs- und Tanzanlässe im Gastgewerbe ist nicht der Tarif GT Hb, sondern GT H anwendbar. Dieser regelt die gleichen Anlassarten wie der GT Hb, hat aber aufgrund der Verbindung zum gastronomischen Angebot ein anderes Berechnungsmodell, das neben der Anzahl anwesender Personen und dem Eintrittspreis auch den Preis des billigsten alkoholischen Getränks in die Kalkulation miteinbezieht.
Hotelbranche:
Da es ab und an zu Unklarheiten führt, welche Flächen bei Hotelbetrieben die Grundlage für die Verrechnung bilden, hier noch ein paar Hinweise: Der Gemeinsame Tarif 3a gilt auch für die Fläche der Hotelzimmer. Die SUISA erhält immer wieder Anmeldungen, bei denen Beherbergungsunternehmen die Zimmerflächen für die Berechnung der Nutzungsfläche nicht einkalkulieren. Für die Zimmer ist je nach gesamthaft betroffener Fläche (Zimmer und Gemeinschaftsräume) zusätzlich zur Basisvergütung eine Vergütung gemäss Zusatznutzung (Gemeinsamer Tarif 3a Ziff. 6) zu entrichten.
Weitere Informationen zu Musik-Events
Ausserhalb des Gastgewerbes, GT Hb:
www.suisa.ch/de/kunden/event-veranstalter/events-und-parties/parties-und-andere-tanzveranstaltungen.html
Im Gastgewerbe, GT H:
www.suisa.ch/de/kunden/gastgewerbe-hotellerie/clubs-bars-restaurants/djs-oder-musiker.html
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