«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen Bedingungen unterwerfen müssen». Die dort gemachten Erfahrungen möchte sie allerdings ebenso wenig missen wie diejenigen von ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 für Norwegen, bei dem sie unter dem Künstlernamen Debrah Scarlett mit dem Duett-Partner Kjetil Mørland den achten Rang erreichte.

Neues ausprobieren

«Ich stelle mich eben gerne spannenden Gelegenheiten und Herausforderungen», erklärt Joanna Deborah Bussinger. «Auch wenn mir diese zunächst oft Angst machen, kann ich daraus fast immer etwas lernen.» Das gilt auch für ihr Pendeln zwischen der Schweiz und Norwegen. Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Basel auf und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach Norwegen. Im Alter von zehn Jahren entschied sie dann «auszuprobieren, wie es ist, mit dem Vater in Basel zu leben». Mit 21 Jahren zog sie wieder – «eher intuitiv» – nach Norwegen. «Es war ein Zeitpunkt, bei dem sehr viel offen war und mich nichts daran hinderte.»

Die Familie hat auch bezüglich der beruflichen Laufbahn eine grosse Rolle gespielt. «Meine Eltern haben mir immer gesagt: Wenn du etwas machen willst, dann mache es.» Prägend wirkte, dass Joanna Deborah Bussinger aus einer seit Generationen kunst- und musikliebhabenden Familie kommt: Die Mutter etwa malt und singt, der Vater spielt Klavier und schreibt Gedichte. «Ich wusste im Alter von etwa fünf Jahren noch nicht, dass ich Musikerin werden wollte, aber dass ich mich irgendwie ausdrücken muss, ob visuell oder musikalisch. Die Musik erwies sich für mich als natürlichstes Medium, als Mittel, um eine eigene Welt zu kreieren.»

Aus einem Gefühl heraus

Mit 15 Jahren begann Joanna Deborah Bussinger Piano zu spielen und Songs zu schreiben. Bald nahm sie Gesangsunterricht und besuchte in Basel neben dem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst auch den Vorkurs der Jazzschule. Zunehmend wurde sie selbst aktiv und sang etwa beim Projekt The Rumours mit. Vor allem aber wollte sie ihre eigene Musik entwickeln. Die Mitte März erschienene Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» klingt trotz der vielen stilistischen Einflüsse bemerkenswert eigenständig und ausdrucksicher, wobei nicht nur der berückende Gesang, sondern auch die träumerische Stimmung auffällt.

Joanna Deborah Bussinger hat die meisten bisherigen Songs bei sich zuhause geschrieben, allein am Piano. «Aber ich arbeite seit neustem auch mit anderen Musikern zusammen. Es ist spannend etwas auszuprobieren, das man nicht alleine zuhause machen würde, denn als Songwriter ist man in der Regel eine Art einsamer Wolf.» Die meisten Songs entstünden aus einem Gefühl heraus, das im Raum stehe und für das sie eine Melodie suche. «Daraus ergibt sich meist ein Thema, und ich merke beim Schreiben bald, in welche Richtung es gehen soll.»

Auch in 40 Jahren noch!

Musik sei zu ihrer «Sprache» geworden, weil sie von klein auf mehrere Sprachen sprach und doch keine perfekt konnte. «Die Musik erlaubte mir, mich richtig auszudrücken.» Trotzdem schreibt sie auch Songtexte, ebenso feinsinnige wie nachdenkliche, die gesungen erst recht in einem nachhallen. Sie sind stets in Englisch gehalten, obwohl dies weder ihre Mutter- noch ihre Vater-Sprache ist. «Komischerweise fühlt es sich für mich besser an, persönliche Texte auf Englisch zu schreiben. Es verleiht dem Erzählten eine gewisse Distanz, als hätte ich es schon vor drei Jahren erlebt und würde nun darüber singen.»

Joanna Deborah Bussinger hofft, dass sich ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt; sie arbeitet denn auch bereits an ihrem Debütalbum. «Ich versuche alles zu tun, was ich kann, und dies tun auch alle in meinem tollen Team, das mir in Basel, Berlin, London und Oslo hilft. Aber das Tempo soll schön langsam, nicht zu schnell sein, damit ich nicht unter kommerziellen Druck gerate. Ich möchte ja auch in 40 Jahren noch Musik machen.»

Beruhigendes Wissen

Für diesen langfristigen Plan spielt auch die SUISA eine Rolle, obwohl Joanna Deborah Bussinger erst kürzlich Mitglied geworden ist. «Ich habe zuvor den Sinn einer Mitgliedschaft bei einer Urheberrechtsgesellschaft nicht eingesehen, da ich meine Kompositionen noch nicht veröffentlicht hatte.» Dies hat sich geändert, seit sie beim Management und Label Radicalis unter Vertrag ist. Da diese Firma in Basel ansässig ist, entschied sie sich für eine Mitgliedschaft bei der SUISA, obwohl sie weiterhin in Norwegen wohnt. «So können die Spezialisten von Radicalis sehr direkt Fragen mit der SUISA abklären, die zudem dafür bekannt ist, dass die Abrechnungen schneller als bei anderen Verwertungsgesellschaften gemacht werden.» Sie weiss noch nicht, was sie konkret von der SUISA erwarten kann. «Aber ich finde es für alle Musiker toll, dass es diese Genossenschaft gibt. Denn sie vereinfacht durch ihre Arbeit unser Leben und verteidigt unsere Rechte – das zu wissen, ist beruhigend.»

Konzerte:
4. – 6. April am «Zermatt Unplugged Festival».

www.debrahscarlett.com, offizielle Website von Debrah Scarlett

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Mint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten Fragen

Die SUISA hat zusammen mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC das Joint Venture Mint Digital Services gegründet. Das Unternehmen übernimmt die Abrechnung und Administration des Online-Lizenzierungsgeschäfts von SESAC und SUISA und bietet seine Dienstleistungen auch Verlagen und Verwertungsgesellschaften an. Mit Warner/Chappel Music bezieht bereits ein Major-Verlag Dienstleistungen von Mint Digital Services. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten. Text von Fabian Niggemeier, Martin Korrodi, Sebastian Spring und Erika Weibel

Mint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten Fragen

Mit Mint Digital Services erschliesst die SUISA dank ihrer leistungsfähigen IT-Infrastruktur neue Geschäftsfelder. (Grafik: Hej – Büro für Strategie und Gestaltung in Kultur und Wirtschaft, Zürich)

Was ist Mint Digital Services?
Mint Digital Services ist ein Gemeinschaftsunternehmen der US-amerikanischen Musikrechte-Organisation SESAC und der SUISA. Das Unternehmen erbringt Dienstleistungen im Bereich der Administration von multinationalen Musiklizenzen im Internet. Dies beinhaltet im Wesentlichen das Verarbeiten von Nutzungsreports der Online-Plattformen, die Identifikation des vertretenen Repertoires und das Erstellen von Rechnungen.

Mint Digital Services ermöglicht der SUISA und SESAC zum einen, die Online-Lizenzierung ihres eigenen Repertoires effizienter abzuwickeln. Zudem kann das Joint Venture seine Dienstleistungen auch grossen Musikverlagen und in Zukunft gegebenenfalls auch anderen Verwertungsgesellschaften anbieten.

Wieso haben die SUISA und SESAC Mint Digital Services gegründet?
Hierfür gibt es drei Hauptgründe:

  1. Mit Mint Digital Services erschliesst die SUISA dank ihrer leistungsfähigen IT-Infrastruktur neue Geschäftsfelder.
  2. Dank des Joint Ventures kann die SUISA ihre Informatik-Infrastruktur besser auslasten. Bislang betrieb die SUISA den grossen Aufwand bei der Lizenzierung und Verteilung im Online-Bereich lediglich für ihr eigenes Repertoire. Mint Digital Services kann mit einem geringen Mehraufwand auch die Administration und Abrechnung für die Repertoires von SESAC sowie weiterer Verlage und in Zukunft vielleicht sogar von Verwertungsgesellschaften übernehmen.
  3. Mit dem Joint Venture rüstet sich die SUISA für die Zukunft. In den kommenden Jahren werden die Monopole der Verwertungsgesellschaften herausgefordert. Der Grundsatz, dass immer nur eine Gesellschaft zur Lizenzierung des Weltrepertoires in einem Land zuständig ist, wird zunehmend aufgeweicht. Bereits heute ist auch ausserhalb des Online-Geschäfts der Trend zur Direktlizenzierung – also der länderübergreifenden Lizenzierung jedoch nur des eigenen Repertoires – zu beobachten.

Müssen sich die Mitglieder für die Onlinenutzung ihrer Werke an Mint wenden?
Nein. Für SUISA-Mitglieder ändert sich nichts. Ansprechpartner ist immer noch die SUISA, die auch weiterhin die Abrechnungen an die Mitglieder verschickt. Mint Digital Services erbringt lediglich Dienstleistungen für die SUISA.

Der Aufbau einer neuen Firma kostet Geld. Erhalten Mitglieder jetzt weniger Urheberrechtseinnahmen aufgrund höherer SUISA-Abzüge?
Nein. Der Grossteil der nötigen Investitionen hat die SUISA bereits in den letzten Jahren getätigt, indem sie ihre IT kontinuierlich verbessert hat – unabhängig vom Joint Venture. Die Kosten für den Aufbau der neuen Firma sind verhältnismässig gering. Der Businessplan sieht vor, dass die Investitionen in wenigen Jahren amortisiert sind.

Erhalten die Mitglieder dank dem Zusammenschluss mit der US-amerikanischen Firma SESAC rascher und mehr Geld für Nutzungen in den USA?
Die Zusammenarbeit mit SESAC hat keinen Einfluss auf die Vergütungen aus den USA. Das Joint Venture bezieht sich ausschliesslich auf Online-Nutzungen ausserhalb der USA. Die SUISA ist aber bemüht, die Vergütungen aus den USA sowie auch aus anderen Ländern zu verbessern. Allerdings muss hier gesagt werden, dass wir nur in beschränktem Masse Einfluss nehmen können auf die Arbeit unserer Schwestergesellschaften im Ausland.

Warner ist jetzt Kunde von Mint. Heisst das, dass ab sofort der Fokus auf den Majors liegt und die Bedürfnisse der SUISA-Mitglieder in den Hintergrund rückt?
Nein. Warner ist ein Kunde von Mint Digital Services und nicht der SUISA. Zudem ist es das Ziel der SUISA, immer so kundenorientiert wie möglich zu arbeiten, egal ob Major, Independent oder Urheber.

Läuft auch die Lizenzierung des Online-Repertoires über Mint Digital Services?
Nein. Das Joint Venture erbringt lediglich Dienstleistungen für die Administration und Abrechnung. Für die Lizenzierung der Repertoires von SESAC und der SUISA werden die beiden Unternehmen in den kommenden Wochen zwei Firmen gründen: Mint SESAC Licensing, eine Tochtergesellschaft von SESAC, und Mint SUISA Licensing, eine Tochtergesellschaft der SUISA. Diese beiden Firmen lizenzieren im Online-Bereich getrennt ihre eigenen Rechte sowie die Aufführungsrechte der meisten anglo-amerikanischen Gesellschaften.

Kann die SUISA jetzt bessere Verträge mit Onlineplattformen aushandeln?
Es ist möglich, dass mit einigen Onlineplattformen bessere Verträge ausgehandelt werden können. Die Plattformen können selber entscheiden, ob sie einzeln mit den beiden Lizenzierungseinheiten der SUISA und von SESAC verhandeln wollen oder mit beiden Unternehmen gleichzeitig. Im letzteren Fall würde dies natürlich bedeuten, dass Mint SUISA Licensing vom grösseren Repertoire von SESAC und dadurch von besseren Konditionen profitieren würde.

Die SUISA resp. Mint SUISA Licensing verhandelt regelmässig die Verträge mit Onlineplattformen neu. Das Ziel ist es , bessere Konditionen für die Urheber und Verleger auszuhandeln.

Medienmitteilung: «SUISA und SESAC starten Mint und gewinnen Warner/Chappell Music als ersten Kunden»
Weitere Informationen zu Mint finden Sie auf der Website des Joint Ventures: www.mintservices.com

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Nachhaltiges Wachstum für die Mitglieder Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Weiterlesen
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SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Schneller zum Geld durch Quartalsabrechnungen, einfachere Datenerfassung per Online-Werkanmeldung, digitaler Zugang auf Abrechnungen mit «Mein Konto», mehr Effizienz durch Online-Formulare … Kommen als Nächstes die Abrechnungen in «real time»? Wird in Zukunft auf den Papierversand verzichtet? Von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Aus dem Proberaumkeller mit dem Tablet bei der SUISA ein Werk anmelden oder die elektronische Abrechnung anschauen? Dank dem Webportal «Mein Konto» ist das möglich. (Foto: Archimede / Shutterstock.com)

In den letzten Jahren hat die SUISA bereits wichtige Massnahmen umgesetzt, die mehr Effizienz und Qualität bei den Mitgliederservices brachten. Die Darstellung der Abrechnungen wurde überarbeitet. Seit dem Redesign enthalten sie detailliertere Informationen als zuvor. Die Abrechnungen wurden dadurch transparenter. Im Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Seither erhalten die Mitglieder die ihnen zustehenden Vergütungen mindestens vier Mal pro Jahr ausbezahlt.

Seit 2015 stehen den Mitgliedern über das Webportal «Mein Konto» ihre Abrechnungen elektronisch zu Verfügung. Beim Angebot der Online-Dienstleistungen, die die Mitglieder über «Mein Konto» nutzen können, ist Anfang März 2017 ein Update mit Verbesserungen vorgenommen worden: die Werkanmeldung wurde vereinfacht, bei den eigenen Werken kann spezifisch nach Rollen (z. B. Arrangeur) gesucht werden, Subverlagsverträge können neu online gemeldet werden und das Layout des Webportals wurde für die diversen Endgeräte optimiert.

Eine Werkanmeldung bei der SUISA mit dem Tablet von unterwegs, aus dem heimischen Proberaumkeller oder während der Besprechung mit den Ko-Autoren irgendwo im Ausland? Dank «Mein Konto» ist das alles machbar.

Vom Papierversand zum elektronischen Versand

Zunehmend wird auch bei Formularen das Papier durch Online-Erfassung ersetzt. Die elektronische Datenverarbeitung ermöglicht eine effiziente Bearbeitung. Was technisch machbar und sinnvoll ist, wird bei der SUISA hinsichtlich der angebotenen Mitgliederservices regelmässig überprüft. Dabei steht stets auch die Frage im Vordergrund, was die Interessen und Wünsche der Mitglieder sind.

Wollen die Mitglieder der SUISA alle Abrechnungen bzw. Abrechnungsdetails auf Papier zugeschickt erhalten? Oder überwiegt unter den Mitgliedern die Meinung, dass es nur noch elektronische Abrechnungen geben sollte?

Es liegt auf der Hand, dass Kosten gespart werden können, wenn die Abrechnungen nicht mehr ausgedruckt auf Papier per Post verschickt würden. Gegen einen Verzicht auf Papierversand spricht die Tatsache, dass bis anhin nur ca. die Hälfte der aktiven Mitglieder über ein Log-in für «Mein Konto» verfügt. Zudem ist bekannt, dass von einigen Mitglieder die Abrechnungen auf Papier als weiterhin notwendig erachtet wird.

Unter Berücksichtigung solcher Aspekte werden die Mitgliederservices derzeit diskutiert und insbesondere die Vor- und Nachteile der verschiedenen Angebote abgewogen. Entscheide werden im Lauf des Jahres 2017 gefällt werden.

Abrechnungen in «real time»?

Hin und wieder werden wir von Mitgliedern gefragt, ob wir Abrechnungen in «real time» planen. Dies würde bedeuten, dass sobald die Urheberrechtsentschädigung z. B. für ein Konzert einkassiert ist, diese unmittelbar an die Berechtigten verteilt wird. Es gäbe keine Abrechnungstermine mehr für alle, sondern jedes Mitglied würde sein Geld erhalten, sobald es zur Verfügung steht.

Die technologischen Voraussetzungen könnten – mit erheblichem Aufwand – dafür entwickelt werden. Der ganze Verarbeitungsprozess vom Inkasso bis zur Verteilung wäre neu zu analysieren. Insbesondere unser Verteilungsreglement müsste grundlegend geändert werden, da heute viele Bestimmungen nicht für eine Echtzeit-Abrechnung geschaffen sind.

So bleibt abzuklären, ob eine solche Umstellung auch wirklich dem Bedürfnis einer Vielzahl unserer Mitglieder entspricht und ob nicht schon die Quartalsabrechnungen dem Gebot der Effizienz genügen?

Mehr Service, mehr Beratung

Die Dienstleistungen für Mitglieder stehen auf jeden Fall bei der SUISA weiterhin auf dem Prüfstand. Die Devise lautet: so viel Service wie möglich! Zahlreiche Automatisierungsprozesse in der Datenverarbeitung konnten – wie bereits erwähnt – durch neue EDV-Applikationen eingeführt werden. Sie ermöglichen eine effizientere Bearbeitung und bieten die Chance, die gewonnenen Ressourcen anders zu nutzen.

Diese frei gewordene Zeit wird für eine kompetente und persönliche Beratung unserer Mitglieder eingesetzt. Neben aller Effizienzsteigerungen ist der persönliche Kontakt zu unseren Mitgliedern der SUISA weiterhin ein zentrales Anliegen. Die Qualitätssicherung der SUISA-Mitgliederservices werden wir nicht aus den Augen verlieren.

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Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Weiterlesen
Mittendrin und voll dabei, die Dienstleistungen für Mitglieder zu verbessern Ein Blick auf das Dienstleistungsangebot der SUISA für ihre Mitglieder zeigt: Während den letzten Jahren gab es Neuerungen, die mehr Effizienz und Qualität gebracht haben. Dazu gehören die detaillierteren Abrechnungen, das Webportal «Mein Konto» und auch die Digitalisierung der Mitgliederdossiers. Mit den Verbesserungen steckt die SUISA mittendrin in einem kontinuierlichen Prozess – und ist voll dabei, wie der Blick nach vorne zeigt: Neu gibt es Quartalsabrechnungen. «Mein Konto» wird weiterentwickelt. Die Werkdatenbank wird technologisch modernisiert. Zudem werden die Mitgliederservices der SUISA grundsätzlich überdacht. Weiterlesen
Neue Online-Formulare für Kunden der SUISA Seit Anfang 2016 stellt die SUISA ihren Kunden neue Online-Formulare zur Verfügung. Das Ziel des neuen Dienstleistungsangebots ist, den Musiknutzenden die Anmeldungen zu erleichtern. Für die SUISA ist die Online-Datenerfassung wegen der effizienten Verarbeitungsmöglichkeit auch von Nutzen. Weiterlesen
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SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Aus dem Proberaumkeller mit dem Tablet bei der SUISA ein Werk anmelden oder die elektronische Abrechnung anschauen? Dank dem Webportal «Mein Konto» ist das möglich. (Foto: Archimede / Shutterstock.com)

In den letzten Jahren hat die SUISA bereits wichtige Massnahmen umgesetzt, die mehr Effizienz und Qualität bei den Mitgliederservices brachten. Die Darstellung der Abrechnungen wurde überarbeitet. Seit dem Redesign enthalten sie detailliertere Informationen als zuvor. Die Abrechnungen wurden dadurch transparenter. Im Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Seither erhalten die Mitglieder die ihnen zustehenden Vergütungen mindestens vier Mal pro Jahr ausbezahlt.

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Revision des Schweizer Urheberrechts: Die SUISA leitete eine Arbeitsgruppe

In Anbetracht der divergierenden Reaktionen auf den Vorentwurf zur Urheberrechtsrevision zog Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Sommer 2016 erneut die AGUR12 hinzu, eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern betroffener Kreise. Sie hatte den Auftrag, einvernehmliche Lösungen zu suchen. Text von Vincent Salvadé

Revision des Schweizer Urheberrechts: Die SUISA leitete eine Arbeitsgruppe

Die Ausstellung «Oh Yeah! Popmusik in der Schweiz» im Museum für Kommunikation in Bern zeigte 60 Jahre Schweizer Popkultur als multimediales Erlebnis (im Bild). Eine Ausstellung wie diese könnte vom vereinfachten Rechteerwerb durch eine erweiterte Kollektivlizenz (ECL) profitieren. Die Einführung einer solchen Lizenz war ein Thema bei den Gesprächen über eine mögliche Revision des Schweizer Urheberrechts. (Foto: Museum für Kommunikation / Hannes Saxer)

Zu diesem Zweck wurden mehrere Untergruppen gebildet, die die verschiedenen Themen beleuchten sollten. Die SUISA leitete eine dieser Untergruppen (Arbeitsgruppe 1), die sich auf vier Fragen konzentrierte: Einführung der erweiterten Kollektivlizenz, Regelung der so genannt «verwaisten» Werke, eine mögliche neue Ausnahme im Urheberrecht für die Wissenschaft und die Frage des Zweitveröffentlichungsrechts öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Werke.

Die Arbeitsgruppe 1 setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Urheber (Suisseculture), der Werknutzer (DUN), der Bibliotheken (BIS), der Musikproduzenten (IFPI), der Buchverleger (SBVV), des Bundesamts für Kultur und der Verwertungsgesellschaften (Swissperform und SUISA) zusammen. Sie war zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 aktiv und kam zu den folgenden Ergebnissen:

Erweiterte Kollektivlizenz

Die erweiterte Kollektivlizenz (ECL) ist eine in nordischen Ländern verbreitete rechtliche Einrichtung, die die Verwertungsgesellschaften berechtigt, für alle Rechteinhaber tätig zu sein, sofern die Gesellschaften genügend repräsentativ sind. Die Arbeitsgruppe ist der Ansicht, dass die ECL sowohl für die Rechteinhaber als auch für die Nutzer und Konsumenten Vorteile bringt. Sie gewährt nämlich den Erstgenannten eine Vergütung für die Massennutzungen ihrer Werke und Leistungen, die für Einzelne kaum kontrollierbar sind. Für die Nutzer vereinfacht die ECL den Prozess des Erwerbs der Rechte für Projekte, die mit vielen urheberrechtlich geschützten Gütern zusammenhängen (URG). Das ist im digitalen Zeitalter besonders wichtig. Und schliesslich könnte die ECL für die Konsumenten eine Zunahme der legalen Angebote kultureller Güter bewirken.

Die Arbeitsgruppe hat dementsprechend einen Entwurf für eine Rechtsbestimmung zur Einführung der ECL präsentiert. Bei der Formulierung achtete sie darauf, dass die rechtliche Grundlage nicht dazu verwendet wird, Nutzungen zu lizenzieren, die in Konkurrenz stehen zu den Angeboten, die von den Rechteinhabern individuell erlaubt wurden. Ausserdem bemühte sich die Arbeitsgruppe, die Freiheit der Rechteinhaber zu sichern, indem sie ihnen die Möglichkeit gewährt, aus einer ECL auszutreten, wenn die Bestimmungen für sie inakzeptabel sind («opt out»).

Verwaiste Werke

Man nennt ein Werk «verwaist», wenn die Rechteinhaber unbekannt oder unauffindbar sind. Das aktuelle Gesetz enthält eine Bestimmung zu den verwaisten Werken (Art. 22b URG), die die Nutzer berechtigt, die zur Verwertung erforderlichen Rechte über zugelassene Verwertungsgesellschaften zu erhalten, wenn die Rechteinhaber nicht kontaktiert werden können. Diese Bestimmung ist allerdings auf Ton- und Tonbildträger beschränkt.

Die Arbeitsgruppe schlägt vor, diese Lösung auf alle verwaisten Werke auszudehnen, sofern diese in den Beständen von Bibliotheken, Schulen, Museen und anderen Institutionen zur Erhaltung des Kulturerbes zu finden sind. Ausserdem empfiehlt sie eine Lösung in den Fällen, in denen die Verwertungsgesellschaften die Rechteinhaber auch nach Ablauf von zehn Jahren nicht entschädigen können: Das Geld müsste dann in Vorsorgeeinrichtungen und in die Kulturförderung investiert werden.

Ausnahme für die Wissenschaft

Die Arbeitsgruppe ist der Ansicht, dass eine Ausnahme vom Ausschliesslichkeitsrecht gerechtfertigt werden kann, wenn die Werke zu wissenschaftlichen Zwecken durch ein technisches Verfahren vervielfältigt werden. Hier werden die Datenauswertung (Text and Data Mining, TDM) und andere, ähnliche Verfahren angesprochen, mit denen die Werke automatisch reproduziert werden, damit (beispielsweise) bestimmte gemeinsame Merkmale erkannt werden können. Auch die Europäische Union plant die Einführung einer solchen Ausnahme.

Die Arbeitsgruppe kam jedoch zu keiner Einigung in der Frage, ob diese Ausnahme von einem Vergütungsrecht für die betroffenen Urheber begleitet werden sollte. Die Autoren aus der Literaturszene unterstützen dies, während die Nutzer für eine kostenlose Ausnahme plädieren.

Die technischen Verfahren vereinfachen das Lesen und Aufarbeiten von Quellen für den Forscher. Lesen ist ein urheberrechtlich freier Werkgenuss. SUISA vertritt deshalb die Meinung, dass ein Vergütungsrecht für die Nutzung der Quellen bei einer wissenschaftlichen Arbeit nicht angezeigt ist.. Hingegen ist darauf zu achten, dass die Auswertung des Forschungsergebnisses unter das Urheberrecht fällt, wenn dieses Ergebnis erkennbare, geschützte Werke enthält. Ausserdem muss das Persönlichkeitsrecht der Urheber erhalten bleiben, und der Unterricht darf nicht unter die neue Ausnahme fallen, da für ihn unter Art. 19 und 20 URG eine Sonderregelung gilt (die eine Vergütung für die Urheber vorsieht). Der Vorschlag der Arbeitsgruppe trägt diesen Forderungen Rechnung.

Zweitveröffentlichungsrecht

Die Werknutzer, insbesondere die universitären Kreise, möchten das Obligationenrecht ändern, um dem Urheber eines wissenschaftlichen Werks zu verbieten, dass er seinem Verleger das Recht abtritt, dieses Werk kostenlos zur Verfügung zu stellen, wenn es grösstenteils durch die öffentliche Hand finanziert wurde. Das Ziel ist, dem Urheber zu erlauben, seine Arbeit frei zugänglich im Internet zu veröffentlichen, parallel zur Veröffentlichung durch den Verleger.

Die Arbeitsgruppe konnte in dieser Frage keinen Vorschlag unterbreiten, weil die Meinungen innerhalb der Gruppe zu stark auseinanderliegen. Für die Verleger käme eine solche Bestimmung einer eigentlichen Enteignung gleich und würde sie davon abhalten, auf wissenschaftlichem Gebiet Investitionen zu tätigen.

Wie weiter?

Die Arbeitsgruppe 1 hat ihre Vorschläge der AGUR12 vorgelegt. Diese wird sie zusammen mit den anderen Themen behandeln, die die URG-Revision betreffen (zum Beispiel die Bekämpfung der Piraterie oder die Vervielfältigung für den Eigengebrauch). Die AGUR12 hat schliesslich am 2. März 2017 ein tragfähiges Kompromisspaket gefunden, in welchem auch die drei beschriebenen Vorschläge aus der Arbeitsgruppe 1 berücksichtigt wurden.

Die Arbeitsgruppe 1 repräsentierte sehr unterschiedliche Kreise und konnte dennoch eine Annäherung der divergierenden Sichtweisen bewirken. Das hat sicher dazu beigetragen, dass das gegenseitige Verständnis unter den Parteien gewachsen ist und ein Kompromiss gefunden wurde. Ein Kompromiss, dessen Elemente so hoffen wir nun, früher oder später gesetzlich verankert werden.

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Zweiter Anlauf für die Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes Der Vorentwurf des Bundesrats für eine Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes hat sich in der Vernehmlassung als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in der Folge erneut eine Arbeitsgruppe einberufen. Die AGUR12 II soll bis Ende 2016 entlang des bereits seit mehr als 2 Jahren feststehenden Kompromisses der AGUR12 konkrete Gesetzesvorschläge ausarbeiten. Weiterlesen
Der Kampf um die Revision des Urheberrechts wird schwierig Liebe Mitglieder, im Dezember 2015 lancierte der Bundesrat die Vernehmlassung zum Entwurf für eine Revision des Urheberrechts. Die Vorlage orientierte sich an den Empfehlungen der AGUR12. Doch es wurden weitere Vorschläge aus der Verwaltung und als Ergebnis parlamentarischer Vorstösse hinzugefügt. Weiterlesen
«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden» Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht. Weiterlesen
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  1. Maruchka sagt:

    Droit d’auteur – révision
    Je ne suis pas sure d’avoir compris le chapitre ‚pour la science‘

    Une petite vraie interrogation/apréhension : où s’arrête l’exception, ‚pour la science‘ ?
    peut-on réquisitionner quelqu’un – juste pour la science – ?

    la science c’est des mio de personnes…
    la science ne sait-elle pas aller demander de la même façon, que n’importe quelle personne, qui veut diffuser une oeuvre ?
    si le scientifique aspirait à travailler gratuit, pour sa bonne cause ; reste que prendre c’est voler et obliger c’est très rarement bien.

    suggestion D : le scientifique fait sa demande à l’auteur et lui demande son prix/propose un tarif le scientifique informe l’auteur, qui a 10-15 jours (vs. poste) pour exprimer et exposer un éventuel désaccord et définir un autre tarif, que celui proposé par le scientifique
    + un tarif minimum mentionné dans les articles – calculé en fonction de la valeur ajoutée par l’oeuvre et des tarifs en vigueur dans le secteur du scientifique ou de l’artiste (l’oeuvrier) ; le tarif le plus élevé étant appliqué
    – en effet, dans ce genre de situation, ne faudrait-il normalement demander un audit par l’artiste ou un contrat de travail pour le scientifique-artiste ?
    pourquoi pas ?
    + subventions sont à disposition du scientifique, qui voudrait investir dans une recherche, p.ex. musicale

    Souvenez-vous quand nous montions aux fronton, pour défendre l’idée, le droit à la réflexion.
    Rappelez-vous quand le propriétaire du piano ou des toiles et de la peinture était le propriétaire de l’oeuvre, car l’esprit n’avait que peu de valeur, c’était le bien matériel qui comptait et qui recevait la somme totale des mérites, l’artiste vivant d’amour de son art et d’eau fraîche, rosée
    jusqu’à ce que sa toile ou sa musique finisse par lui rapporter argent…, enfin…, à ceux qui détenaient ses oeuvres ; lui n’ayant pas connu le jeans

    certains sont montés aux barricades, ce ne fut ni simple, ni rapide, peut-être y a-t-il eu des vies risquées mais la raisons a eu le dessus et le droit d’auteur est né, affaiblissant sans doute l’esclavagisme (ancrage du concept)
    cela a pris du temps, pour nous apporter le droit d’auteur, donc, à présent, que nous pouvons en profiter, faut-il vraiment le concéder, sans tenir compte des autres outils et données scientifiques comme un travail artistique ?
    mais pourquoi ?

    Voilà pour la science.

    Par contre se prendre un droit d’auteur sur quelque chose de visible (=/= créé par l’homme), comme par exemple une plante brésilienne brevetée aux USA/par USA c’est inconcevable…

    C’est un sujet qui me tient à coeur… 🙂

    • Nicolas Pont sagt:

      La restriction en faveur de l’utilisation à des fins scientifiques a été notamment conçue pour favoriser la fouille de textes et de données (text and data mining ou TDM).

      Il s’agit par exemple de pouvoir analyser et découvrir d’éventuels liens entre les nombreuses publications scientifiques, afin de trouver de nouvelles pistes de recherche, notamment dans le domaine de la médecine.

      Sans restriction en faveur de l’utilisation à des fins scientifiques, les chercheurs devraient, pour fouiller et compiler des extraits de textes, demander l’autorisation préalable des auteurs de ces textes, protégés par le droit d’auteur. Cela n’est tout simplement pas possible d’un point de vue pratique.

      SUISA est favorable à la restriction, qui ne devrait toutefois que peu concerner les oeuvres musicales.

      Ce qui se fait dans le secret du laboratoire du chercheur est difficilement contrôlable et il est donc également complexe de faire valoir un droit d’auteur sur cet acte.

      En revanche, il est capital que le résultat de la recherche scientifique ne puisse pas être exploité librement, s’il reproduit des oeuvres protégées. Les auteurs de ces oeuvres protégées doivent avoir leur mot à dire sur cette exploitation et avoir les moyens de demander une rémunération. C’est l’une des priorités de SUISA.

      L’exception pour la science ne doit pas concerner l’enseignement, y compris dans les universités, puisque la loi prévoit un droit à rémunération en faveur des auteurs dans ce cadre. Ce droit à rémunération fait l’objet du tarif commun 7, lequel ne doit pas être touché par une exception pour la science. C’est l’autre priorité de SUISA.

      Nicolas Pont / Service juridique SUISA Lausanne

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In Anbetracht der divergierenden Reaktionen auf den Vorentwurf zur Urheberrechtsrevision zog Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Sommer 2016 erneut die AGUR12 hinzu, eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern betroffener Kreise. Sie hatte den Auftrag, einvernehmliche Lösungen zu suchen. Text von Vincent Salvadé

Revision des Schweizer Urheberrechts: Die SUISA leitete eine Arbeitsgruppe

Die Ausstellung «Oh Yeah! Popmusik in der Schweiz» im Museum für Kommunikation in Bern zeigte 60 Jahre Schweizer Popkultur als multimediales Erlebnis (im Bild). Eine Ausstellung wie diese könnte vom vereinfachten Rechteerwerb durch eine erweiterte Kollektivlizenz (ECL) profitieren. Die Einführung einer solchen Lizenz war ein Thema bei den Gesprächen über eine mögliche Revision des Schweizer Urheberrechts. (Foto: Museum für Kommunikation / Hannes Saxer)

Zu diesem Zweck wurden mehrere Untergruppen gebildet, die die verschiedenen Themen beleuchten sollten. Die SUISA leitete eine dieser Untergruppen (Arbeitsgruppe 1), die sich auf vier Fragen konzentrierte: Einführung der erweiterten…Weiterlesen

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Text/Interview von Manu Leuenberger

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

«Das Festival Archipel hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und es soll die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren», schreibt Marc Texier, Direktor des Genfer Festivals Archipel. (Foto: Festival Archipel / Isabelle Meister)

Marc Texier, die 26. Durchführung des Festivals Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf steht unter dem Motto «Ensemble». Was steckt hinter dieser Parole?
Marc Texier: Archipel 2017 feiert unter dem Motto «Ensemble» die wichtige Kunst des Gemeinsamen, die man gerne auch auf andere Gemeinschaften übertragen sähe und die von der jungen Musikergeneration ausgiebig praktiziert wird. Ihr möchten wir eine breite Konzertplattform bieten.

Welches ist die grössere Motivation bei der Organisation des Festivals: Der Wunsch, den zeitgenössischen Komponisten und Interpreten ein Schaufenster zu ermöglichen, oder eine breitere Zuhörerschaft für die Neue Musik zu begeistern?
Das Festival hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und ihnen den Schritt vom Studium ins Berufsleben erleichtern. Dann soll es auch die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren und einer breiten Zuhörerschaft den Weg zu dieser Neuen Musik ebnen. Das Festival folgt einer Dramaturgie und bringt lebendes Material einer sich neu erfindenden Kunst zum Klingen.

Werke von zeitgenössischen Komponisten fristen in den Programmen von traditionellen Konzerthäusern oft ein Schattendasein. Weshalb wird lieber Bach interpretiert als Neue Musik aufgeführt?
Und wenn es noch Bach wäre; aber es ist doch eher Tschaikowsky. Diese Frage müsste man den Vertretern von Orchestern und Konzerthäusern stellen. Woher kommt diese starke Zurückhaltung gegenüber dem zeitgenössischen Musikschaffen? Sie wird nicht von der Zuhörerschaft diktiert, denn diese ist neugierig, wie ich immer wieder feststellen konnte. Es sind die Strukturen, Orchester, Opernhäuser, Radios, die an der Musik festhalten, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens, im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschte. Dabei geht vergessen, dass sie damals die wichtigsten Träger der Moderne waren. Musealer Ansatz statt Entdeckungsfreude. Zum Glück gibt es viele Ausnahmen.

Im Rahmen der erstmals stattfindenden Académie Archipel Ose! unter der Leitung von Kaija Saariaho und Daniel Kawka können 6 junge Komponisten einen einwöchigen Kurs in symphonischer Komposition belegen. Wozu braucht es noch Ausbildung, wo heutzutage in der Musik sowieso keine Regeln mehr gelten und alles gestattet ist?
Edgar Varèse, einer der Väter der Neuen Musik, wollte die Regeln (die Grammatik) abbauen und nur noch den (vor allem akustischen) Gesetzen folgen. Hier stehen wir nun. Es gibt im Grunde genommen keine Regeln mehr, nur noch jene, die es zur Kanalisierung der eigenen Fantasie braucht. Doch es gelten nach wie vor die physikalischen Gesetze des Schalls, seiner Quelle und seiner Ausbreitung. Es gibt tausende Techniken der Konstruktion eines Werks, der Beherrschung seiner Form, des musikalischen Diskurses. Und schliesslich gehört auch die Informatik zum pragmatischen und notwendigen Instrumentarium der Musikkomposition. Wenn das alles mal erworben ist, dann kommt das Wesentlichste hinzu: seine Stimme zu finden, etwas Eigenes zu schaffen. Dabei helfen die Akademien, wo sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenen Werdegängen treffen: Nachdem die jungen Musiker im Konservatorium die «Gesetze» gelernt haben, entdecken sie ihr «Ich» in der Begegnung mit anderen Komponisten ihrer Generation.

Welche Herausforderungen muss ein angehender Schweizer Komponist meistern, dass seine Werke international gehört werden?
Dieselben wie ein Franzose oder eine Koreanerin. Seit dem Mauerfall und dem Zugang zahlreicher Länder zu relativem Wohlstand hat sich das Musikschaffen stark internationalisiert. Die Kandidaten für die Académie Archipel Ose! stammten aus nicht weniger als 30 Ländern von fünf Kontinenten. Von ihnen erwartet man solide theoretische und praktische Grundkenntnisse, Einfallsreichtum und Originalität, da sie ja weltweit von Akademie zu Akademie reisen, damit sie ihre Ausbildung vervollständigen und sich international bekannt machen können.

Am Samstag, 1. April 2017, wird in Koproduktion mit der SUISA ein «Journée d’orientation professionnelle» für junge Komponisten und Interpreten durchgeführt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im L’Abri ist kostenlos. Was bringt dieser Anlass einem jungen Musikschaffenden?
Als Neueinsteiger haben wir alle die beunruhigende Erfahrung gemacht, dass unsere Berufsvorstellung und die berufliche Realität auseinander klaffen. Wir können das nicht vollständig aus der Welt schaffen, doch wir helfen den jungen Musikern, Komponistinnen und Interpreten, das Umfeld kennenzulernen, in dem sie tätig sein werden. Dazu gehören auch die administrativen, rechtlichen, technischen und menschlichen Zwänge, denen sie bei der Ausübung ihrer Musik, in der sie spezifisch ausgebildet wurden, unterworfen sind. Die Computerisierung des Musikschaffens, die Entmaterialisierung der Träger, das Verschwinden der Grenzen zwischen den Kunstformen, der Ersatz der herkömmlichen Verbreitungskanäle wie TV, Radio und Printmedien durch die sozialen Netzwerke haben die Musikberufe – vom Musikkritiker zum Notenverleger und vom Orchestermusiker zum Tonschöpfer – grundlegend verändert. Die zur Tagung eingeladenen Fachpersonen werden auf diese Problematik eingehen.

Welche Veranstaltungen aus dem diesjährigen Festivalprogramm werden Sie sich persönlich auf keinen Fall entgehen lassen?
Ich werde selbstverständlich alle besuchen und kann diese Frage daher schlecht beantworten. Als Kenner der Neuen Musik würde ich die Kreationen unserer vier wichtigsten zeitgenössischen Komponisten auf keinen Fall verpassen wollen: Murail, Kyburz, Gervasoni und Blank im Rahmen des Konzerts des Lemanic Modern Ensemble am 1. April. Wenn ich eine Einführung in mir unbekannte zeitgenössische Musik wünschte und in einem angenehmen Ambiente unterschiedlichen Künstlern Fragen stellen wollte, würde ich mir den Nachmittag des 2. Aprils mit den «salons de musique», die sich der Kontrabassklarinette und dem Schlagzeug widmen, nicht entgehen lassen.

www.archipel.org, Website des Festivals

«Journée d’orientation professionnelle»
Ich bin ein junger Komponist, ein Interpret am Anfang meiner Karriere. Wo kann ich meine Ausbildung vervollständigen? An welcher Akademie? Wie stelle ich mich vor? Ich habe ein Ensemble gegründet: Wie mache ich es bekannt, wie entwickle und leite ich es? Muss ich mich bei einer Verwertungsgesellschaft anmelden? Sind Papier- oder entmaterialisierte Editionen besser? Kann ich meine Musik frei im Internet aufschalten? Wie arbeite ich interdisziplinär? Wo verbreite ich meine Arbeit? Diese Fragen und viele mehr stellen sich die jungen Künstler am Anfang ihres Berufslebens. Wir versuchen, sie im Rahmen von Treffen mit Juristen, Verlegerinnen, Lehrpersonen, Musikproduzenten zu beantworten. Die Tagung unter der Federführung der SUISA soll den Berufseinstieg junger Musikerinnen und Musiker erleichtern. Sie steht allen offen. (Text: Festival Archipel)
Samstag, 1. April 2017 im L’Abri – A2, freier Eintritt
10:00-10:10 h Begrüssungsrede Bernard Meier – Präsident des Verbands Archipel, verantwortlich für die Workshops der Musikhochschule HEM
10:10-10:30 h Nicolas Pont – Leiter des Rechtsdienstes der SUISA
10:30-10:50 h David Johnson – zuständig für das Westschweizer Büro von Swissperform
10:50-11:10 h Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM
11:20-11:40 h Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon
11:40-12:00 h Andri Hardmeier – Leiter der Abteilung Musik von Pro Helvetia
12:00-12:20 h François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri
Pause
13:30-13:50 h Marc Texier – Direktor von Archipel
13:50-14:10 h Daniel Zea – Komponist und Gründungsmitglied des Ensembles Vortex
14:10-14:30 h Tzairi Santos Garcia – verantwortlich für die Digitalentwicklung bei Outhere Music
14:30-14:50 h Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores
15:00-15:20 h Bruno Serrou – Musikkritiker
15:20-15:40 h Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon
15:40-16.00 h Zusammenfassung/Debriefing
Komponisten im Gespräch
Mit Hanspeter Kyburz, Stefano Gervasoni, William Blank, Tristan Murail, Xavier Dayer. Moderiert von Marc Texier.

Samstag, 1. April 2017, 20h
Alhambra, freier Eintritt

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Die Tarifverhandlungen 2016 im Überblick Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Weiterlesen
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Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Text/Interview von Manu Leuenberger

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

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La Tessinoise: Viel Lärm ums Tessin

An Ostern locken im Tessin nicht mehr nur Palmen und schönes Wetter: Während drei Tagen kann man sich an diversen Konzerten ein gutes Bild davon schaffen, was die Tessiner Indie-Pop-/Rock-Szene zurzeit zu bieten hat. Text von Erika Weibel

La TessiNoise: Viel Lärm ums Tessin

Barbara Lehnhoff (links) und Aris Bassetti (rechts) sind in erster Linie Musikschaffende und bekannt für ihre Projekte Peter Kernel und Camilla Sparksss. Daneben betreiben sie ihr eigenes Label On the Camper Records und organisieren das Festival La Tessinoise. (Foto: Robert Huber)

Letztes Jahr hat das Tessiner Label On the Camper Records sein zehnjähriges Bestehen mit einem Festival gefeiert. Dazu haben die Labelgründer Aris Bassetti und Barbara Lehnhoff Musik-Professionals aus ganz Europa eingeladen und im Raum Lugano zahlreiche Konzerte veranstaltet. Festival und Zusammentreffen von Musikbusiness und Künstlern waren so erfolgreich, dass sich die Organisatoren entschieden haben, die Veranstaltung unter dem Namen «La Tessinoise» weiterzuführen.

So werden auch dieses Jahr vom 14. bis 16. April 2017 viele Bands an unterschiedlichen Veranstaltungsorten rund um Lugano die Bühnen betreten. Dabei steht das Tessiner Musikschaffen im Vordergrund. Es werden jedoch auch Acts aus dem Rest der Schweiz und aus dem Ausland auftreten. Was dieses Festival auszeichnet, ist, dass sämtliche Bands neues Repertoire spielen werden. Das Publikum wird folglich jeden Abend Uraufführungen von neuen Songs miterleben können.

Wer also an Ostern in der Schweizer Sonnenstube Indie-Musik geniessen und dabei zusätzlich die Gelegenheit zu informelle Treffen mit Personen aus dem Musikbusiness aus ganz Europa wahrnehmen möchte, der findet in Lugano dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Weiterführende Informationen:
Konzertprogramm, Tickets, u. W.: www.latessinoise.com, Website des Festivals
Website des Labels On the Camper Records: www.onthecamper.com

Die SUISA und FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, unterstützen das Festival La Tessinoise. Am Samstag, 15. April 2017, um 10:30 Uhr lädt die SUISA im Rahmen des Festivals zu einem Brunch ein – Zutritt nur für eingeladene Gäste.

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«Die SUISA in Lugano ist ein Bezugspunkt für die Musikszene in der italienischen Schweiz» Mit Niederlassungen in Zürich, Lausanne und Lugano ist die SUISA in drei Sprachregionen der Schweiz vertreten. In Lugano kümmern sich vier Mitarbeitende um die italienischsprachigen Mitglieder und Kunden im Tessin. Der neue Leiter der Tessiner Niederlassung, Stefano Keller, ist mittlerweile seit 100 Tagen im Amt. Im Interview schildert er unter anderem, weshalb in der Geschäftsstelle Lugano Allround-Talent gefragt ist, wie die SUISA zur Förderung des Kulturschaffens im Tessin beiträgt und welche Ziele er als Leiter der Tessiner Zweigstelle verfolgt. Weiterlesen
«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
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Barbara Lehnhoff (links) und Aris Bassetti (rechts) sind in erster Linie Musikschaffende und bekannt für ihre Projekte Peter Kernel und Camilla Sparksss. Daneben betreiben sie ihr eigenes Label On the Camper Records und organisieren das Festival La Tessinoise. (Foto: Robert Huber)

Letztes Jahr hat das Tessiner Label On the Camper Records sein zehnjähriges Bestehen mit einem Festival gefeiert. Dazu haben die Labelgründer Aris Bassetti und Barbara Lehnhoff Musik-Professionals aus ganz Europa eingeladen und im Raum Lugano zahlreiche Konzerte veranstaltet. Festival und Zusammentreffen von Musikbusiness und Künstlern waren so erfolgreich, dass sich die Organisatoren entschieden haben,…Weiterlesen

Marco Zappa: 50 anni di musica

Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt hat; im Tessin – einer Region, die sich im Hinblick auf die «canzone italiana», Songs in italienischer Sprache, nie besonders hervorgetan hat.

Marco Zappa: Alles begann mit meiner Mutter, die mich als Pianist in der klassischen Musik sah. Wir wohnten damals in Bellinzona und ich war fast noch ein Kind. Ich spielte zwei Jahre lang mehr oder weniger gezwungenermassen Klavier und ich erinnere mich, dass ich es nicht mochte: Ich musste jeden Tag üben, aber ich hatte in diesem Alter ganz andere Dinge im Kopf. Bei den Pfadfindern fing ich dann an, Mundharmonika zu spielen, ein Instrument, das man im Gegensatz zum Klavier mitnehmen und mit dem man die Musik mit anderen teilen konnte. Die Schwester meiner Mutter spielte Gitarre. Sie hat mir die ersten Akkorde gezeigt, genau in der Zeit, als in Italien Adriano Celentano und die ersten „schreienden Sänger“ wüteten. Ich war von Anfang an begeistert und konnte mich sofort damit identifizieren. Ich gründete zusammen mit meinen Kollegen von der Kanti eine kleine Band, in der wir an Schulfesten spielten.

Marco Zappa (l.) und Zeno Gabaglio.

Zeno Gabaglio: Welche Möglichkeiten hatten diejenigen, die Musik machen und möglichst auch mit anderen teilen wollten?
Es gab effektiv das Bedürfnis, sich zu Musik zu treffen, aber meist ging es dabei um Volksmusik. Auch ich habe einige Jahre damit verbracht, la Verzaschina, il Boccalino und die verschiedenen Lieder, die man heute als Folk bezeichnet, zu singen und zu spielen. Für Livemusik gab es jedoch im Tessin noch ein recht gutes Angebot an Kapellen, die Unterhaltungsmusik spielten, also Gruppen (auch mit nur 4–5 Musikern), die auftraten mit einem Repertoire zwischen Jazz, Swing und Schlager. Auf dem Nachhauseweg von der Schule blieb ich immer vor den Bars in Locarno stehen, in denen sie spielten, um ihnen zuzuhören. Und ich war völlig bezaubert und lernte neue Akkorde.

Aber die Musik der Tanzkapellen war doch eine „alte“ Musik! Wie kam es, dass Marco Zappa den moderneren Weg zur Rockmusik fand?
Die E-Gitarre. An einem Abend, an dem ich mit meiner Gruppe im Oratorium in Minusio auftrat, spielte uns der Pfarrer, der das Treffen organisiert hatte, das Stück Apache von The Shadows ab, mit diesen wunderschönen Anfangstönen einer verzerrten E-Gitarre. Es war Liebe vom ersten Ton an. Da waren natürlich auch noch die Songs der Beatles! …

Neues Album «PuntEBarrier».

Die Rockkarriere von Marco Zappa geht also auf einen modernen Pfarrer zurück?
Gewissermassen schon: auf einen erleuchteten Pfarrer! Aber so – ganz plötzlich – mit dem Virus E-Gitarre infiziert, gab es für uns junge Leute ein Problem: Wie konnten wir unsere Instrumente so verändern, dass wir exakt diesen Ton hinbekamen? Ein Freund, der Elektrotechniker war, sagte mir, dass man, wenn man den unteren Teil eines Telefonhörers abschraubte (also den Teil, in den man hineinspricht), ein Mikrofon erhielt. Das tat ich und befestigte das Teil an meiner Gitarre, schloss dann die beiden Drähte an den Verstärker des alten Radios meiner Eltern an und schon hatte ich meine erste E-Gitarre. Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Stadt mit dem alten, am Moped festgemachten Radio durchquerte, auf dem Weg zu den Proben …

Kurz darauf fingst du – mit der Teenager Band – ernsthaft mit dem Musikmachen an, auch wenn du das Gravitationszentrum deines musikalischen Universums erst einige Jahre später erreichen solltest, mit dem Wechsel vom Englisch zum Italienisch. Kannst du uns diese wichtige Entwicklung erklären?
Ich war aufgewachsen mit englischen Rockstücken, die ich auf meinem Plattenspieler hörte. Ich spielte 1000 Mal die Singles ab, um die Gitarrensoli zu üben und die Texte auswendig zu lernen. Obwohl unsere Englischkenntnisse nicht überragend waren, schrieben und sangen wir in dieser Sprache, weil wir damals vor allem englischen Rock hörten. Paradoxerweise kritisiere ich heute ein wenig Musiker, die – obwohl Italienisch ihre Muttersprache ist – nur auf Englisch singen, und ich glaube, das steht mir zu, eben deshalb, weil auch ich im Grunde so angefangen habe! Die ersten beiden LPs haben wir auf Englisch gemacht, und wir waren stolz, dass EMI (die Plattenfirma der Beatles!) sie produzierte; in einer anderen Sprache als Englisch hätte sie die LPs nie mit uns produziert.

«Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig.» – Marco Zappa

Und wann hast du zum Italienisch gewechselt?
Der Übergang zum Italienischen erfolgte 1979. Um uns herum hatte sich der Musikgeschmack geändert, und auch bestimmte Verbindungen zum Konzept der «canzone italiana»; aber vor allem war es so, dass in mir ein neues Bewusstsein entstanden war: Die Sprache, die du verwendest, ist wie Instrument, das dir gehören muss. Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig. Seither ist es so: Wenn ich eine Geschichte im Dialekt erlebe, muss ich sie im Dialekt schreiben, und wenn ich sie auf Italienisch erlebe, muss ich sie auf Italienisch schreiben. Das gilt auch für die weiteren Sprachen. Das ist keine Entscheidung, die ich im Voraus treffen muss, es ist die Story selbst, die ich erzählen möchte, die mich auf den unvermeidlichen expressiven Weg führt.

Und schliesslich die Musik. Es ist so, dass du dich sehr schnell von der jugendlichen Konvention des Englischen gelöst hast, und genau so war es mit deiner ausschliesslich an der Rockmusik orientierten Vision von Musik. Du hast dich auf die Suche nach weniger vorhersehbaren und zweifellos gewagteren Lösungen gemacht. Wer hat dich in diese Richtung gebracht?
Wegen dem Wechsel zu italienischen Texten wählte ich eine ungewöhnliche musikalische Aufmachung: ein Trio mit Flöte und Cello. Vielleicht wollte ich damals unbewusst etwas machen, das auch meiner Mutter gefallen würde. Die Ausrichtung Band schien klassisch zu sein, aber der Geist war eindeutig dem Rock verschrieben, auch wenn damals viele der Meinung waren, dass man nur mit einer Stratocaster mit Verzerrung Rockmusik machen konnte. Seither habe ich stets versucht, mich für die musikalische Zusammenarbeit mit immer neuen Musikern, Instrumenten und Ideen zu öffnen. Das Prinzip ist das gleiche, das auch für den Text gilt: Die Story, die du erzählen willst, suggeriert unterschiedliche technische und poetische Lösungen – und manchmal gibt sie diese auch vor. Denn wenn du jedes Mal die gleichen Steine verwendest und sie immer auf die gleiche Weise übereinander setzt, kommt immer die gleiche Mauer dabei heraus.

www.marcozappa.ch, offizielle Website


Marco Zappa: 50 anni di musica

Cinquant’anni di carriera: l’unica duratura carriera della canzone svizzera che si sia svolta dentro (ma anche sopra, sotto e accanto) alla lingua italiana. Questo è il dato incontrovertibile – e incontrovertibilmente fondamentale – che riguarda Marco Zappa, e che ancora una volta in questo inizio di 2017 ripropone il cantautore bellinzonese al centro della cultura musicale della Terza Svizzera. Con un nuovo disco con 18 inediti – «PuntEBarrier» – e con un tour nazionale che inizierà il prossimo 14 marzo al Teatro Sociale di Bellinzona. Intervista/testo: Zeno Gabaglio

L’occasione è dunque imperdibile per incontrare Marco e fare qualche passo indietro, per farci raccontare com’è iniziato e come si è sviluppato il suo rapporto con la creatività musicale; in una regione – il Ticino – che dal punto di vista della canzone in lingua italiana non aveva mai offerto esempi illuminanti.

Marco Zappa: È iniziato tutto da mia madre, che mi vedeva come interprete-pianista in ambito classico. Abitavamo ancora a Bellinzona ed ero appena un bambino. Ho suonato due anni quasi per forza il pianoforte e mi ricordo che non mi piaceva: dovevo studiare ogni giorno ma avevo ben altre cose per la testa, a quell’età. Negli scout ho poi cominciato a suonare l’armonica a bocca, uno strumento che, a differenza del pianoforte, si poteva portare in giro e con cui si poteva condividere la musica. La sorella di mia madre suonava invece la chitarra, e fu lei a mostrarmi i primi accordi, proprio nel periodo in cui in Italia imperversavano Celentano e i primi “cantanti urlatori”. Mi sono subito appassionato e immedesimato, raccogliendo i miei compagni di ginnasio in un piccolo gruppo con cui suonavamo alle feste degli studenti.

Zeno Gabaglio: Che possibilità c’erano per chi voleva fare musica, e magari anche condividerla con gli altri?
Il bisogno di trovarsi attorno al fare musica effettivamente c’era, ma in genere si rivolgeva alla musica popolare. Anch’io ho passato diversi anni a cantare e suonare la Verzaschina, il Boccalino e le varie canzoni che oggi diremmo folk. Per la musica dal vivo in Ticino c’era però ancora una buona offerta di orchestre di musica leggera, cioè gruppi (di anche solo 4-5 elementi) che si esibivano in repertori tra il jazz, lo swing e la canzone; tornando a casa da scuola mi fermavo sempre ad ascoltarli davanti ai bar di Locarno in cui si esibivano, restando sempre affascinato dalla musica che facevano ed imparando accordi nuovi.

Ma quella delle orchestrine era comunque una musica «vecchia»! Cosa portò invece Marco Zappa sulla strada ben più moderna del rock?
La chitarra elettrica. Durante una serata in cui – con il mio gruppo – suonammo all’Oratorio di Minusio, il prete che organizzava l’incontro diffuse dall’impianto il brano Apache degli Shadows, con quei meravigliosi suoni iniziali di chitarra elettrica riverberata. Fu un colpo di fulmine, e poi, naturalmente, le canzoni dei Beatles! …

Quindi all’origine del percorso rock di Marco Zappa ci fu la modernità di un prete?
In un certo senso sì: di un prete illuminato! Ma contagiato così – all’improvviso – dal germe della chitarra elettrica, per noi giovanissimi rimaneva un problema: come trasformare i nostri strumenti per cercare di ottenere esattamente quel suono lì? Un amico elettrotecnico mi disse che dalla cornetta del telefono, svitando la parte inferiore (cioè quella in cui si parlava), si poteva ricavare un microfono. Così feci, togliendolo e incollandolo alla chitarra, collegai poi i due fili risultanti all’amplificatore della radio dei miei genitori e ottenni la mia prima chitarra elettrica. Ancora mi ricordo quando attraversavo la città con la vecchia radio legata sul motorino per andare a fare le prove …

Di lì a poco – con la band Teenagers – avresti cominciato a fare le cose decisamente sul serio, anche se il centro gravitazionale del tuo universo musicale lo avresti raggiunto qualche anno più tardi, passando dalla lingua inglese a quella italiana. Ci puoi spiegare questa tua fondamentale evoluzione?
Ero cresciuto ascoltando pezzi rock inglesi sul mio giradischi, ascoltando mille volte i 45 giri per imparare gli assoli di chitarra e memorizzare i testi. E se anche la conoscenza della lingua era per tutti approssimativa, si scriveva e si cantava in inglese proprio perché i nostri ascolti di quel periodo erano focalizzati sul rock britannico. Oggi paradossalmente critico un po’ quei musicisti che – pur essendo di lingua madre italiana – cantano solo in inglese, e credo di poterlo fare proprio perché anch’io, in fondo, ho cominciato così. I primi due LP li realizzammo in inglese, e l’orgoglio fu che a produrceli c’era la EMI (la casa discografica dei Beatles!) che senza l’inglese non ce li avrebbe mai prodotti.

«Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero.» – Marco Zappa

E l’italiano quando arrivò?
Il passaggio all’italiano è avvenuto nel 1979. Attorno a noi erano cambiati certi gusti musicali e certi rapporti con l’idea della canzone; ma soprattutto avevo maturato io una nuova consapevolezza: la lingua che usi è come uno strumento, che ti deve appartenere. Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero. Da allora se una storia la vivo in dialetto, non posso che scriverla in dialetto, e se la vivo in italiano, devo scriverla in italiano, e così per le altre lingue. Non si tratta di una scelta obbligatoria e a priori che mi impongo prima di scrivere qualcosa, ma è la stessa storia che voglio raccontare a portarmi sull’inevitabile strada linguistico-espressiva.

Infine la musica. Perché se è vero che ti sei presto allontanato dalla convenzione giovanilistica dell’inglese, altrettanto hai fatto da una visione musicale esclusivamente rock, andando a cercare soluzioni meno scontate e – indubbiamente – più ardite. Chi ti ha spinto in questa direzione?
Proprio per la svolta testuale in italiano scelsi una veste musicale inusitata: un trio con flauto e violoncello. Forse inconsciamente volevo fare qualcosa che piacesse anche a mia madre. La formazione sembrava classica, ma lo spirito era chiaramente rock, anche se per molti si poteva fare rock solo usando una Stratocaster con distorsione. Da allora ho sempre cercato di aprirmi a collaborazioni musicali con musicisti, strumenti e idee ogni volta diversi, e il principio è lo stesso che vale per il testo: è la storia da raccontare che suggerisce – a volte imponendole – soluzioni tecniche e poetiche differenti. Perché altrimenti se usi ogni volta gli stessi mattoni e ogni volta li sovrapponi allo stesso modo, il risultato sarà sempre lo stesso muro.

www.marcozappa.ch

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«Die SUISA in Lugano ist ein Bezugspunkt für die Musikszene in der italienischen Schweiz» Mit Niederlassungen in Zürich, Lausanne und Lugano ist die SUISA in drei Sprachregionen der Schweiz vertreten. In Lugano kümmern sich vier Mitarbeitende um die italienischsprachigen Mitglieder und Kunden im Tessin. Der neue Leiter der Tessiner Niederlassung, Stefano Keller, ist mittlerweile seit 100 Tagen im Amt. Im Interview schildert er unter anderem, weshalb in der Geschäftsstelle Lugano Allround-Talent gefragt ist, wie die SUISA zur Förderung des Kulturschaffens im Tessin beiträgt und welche Ziele er als Leiter der Tessiner Zweigstelle verfolgt. Weiterlesen
Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Weiterlesen
«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden» Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht. Weiterlesen
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Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt…Weiterlesen

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die SUISA die Showcase Stage, auf der Schweizer Newcomer ihre Musik dem Festivalpublikum präsentieren können.

Die FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, ist Hauptpartnerin der etablierten Demotape Clinic, die im Rahmen des Festivals M4music stattfindet. In den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic werden die besten Songs unter den eingesandten Demos mit den «FONDATION SUISA Awards» ausgezeichnet. Zudem wird gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent der Hauptpreis «Demo of the Year» verliehen. Die Award-Show findet am Samstag, 1. April 2017, um 19.00 Uhr in der Box im Schiffbau statt. Im selben Rahmen verleiht die FONDATION SUISA gemeinsam mit den Solothurner Filmtagen und M4music auch die Preise für die Best Swiss Video Clips 2017.

Sämtliche Informationsveranstaltungen und die Darbietungen auf der Showcase Stage sind für das Publikum kostenlos.

Panels am M4music 2017 mit SUISA-Beteiligung

Freitag, 31.3.2017, 14:45 Uhr, Matchbox
Urheberrechtsstreitgespräch: Sampling, Remix, Mashup

Samples und Remixes sind in der Musikbranche weit verbreitet. Dennoch führt gerade dieses Thema oft zu emotionalen Diskussionen und wirft auch bei Profimusikern Fragen auf: Was darf man, was darf man nicht? Wo muss man ab wann bei wem welche Rechte einholen? Fragen, die in Zeiten der Digitalisierung an neuer Schärfe gewinnen. Kann das geltende Urheberrechtsgesetz hier zeitgemässe Antworten liefern? Das Panel wird präsentiert von der SUISA.

Samstag, 1.4.2017, 17:45 Uhr, Matchbox
Blockchain: Mehr als ein Hype?

Blockchain ist die Technologie der Stunde. Kein anderes Thema beflügelt die Phantasien von Gründern, Investoren und IT-Strategen wie das der Digitalwährung Bitcoin entlehnte Konzept. In der Finanzindustrie spricht man der Blockchain das Potenzial zu, ganze Wirtschaftszweige grundlegend zu verändern. Die Blockchain ermöglicht blitzschnelle und fälschungssichere Transaktionen ohne Zwischenhändler. Das sorgt auch für Diskussionen in der Musikindustrie: Einnahmen könnten damit automatisch und sicher unter Rechteinhabern verteilt und die Kräfteverhältnisse auch in der Musikbranche kräftig verändert werden. Doch wie funktioniert die Blockchain genau? Diese Veranstaltung vermittelt Einstiegswissen und diskutiert die Chancen und Herausforderungen für Musiker und Verwertungsgesellschaften. Am Gespräch teilnehmen wird als Referent Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA.

www.m4music.ch

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«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
Zweiter Anlauf für die Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes Der Vorentwurf des Bundesrats für eine Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes hat sich in der Vernehmlassung als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in der Folge erneut eine Arbeitsgruppe einberufen. Die AGUR12 II soll bis Ende 2016 entlang des bereits seit mehr als 2 Jahren feststehenden Kompromisses der AGUR12 konkrete Gesetzesvorschläge ausarbeiten. Weiterlesen
Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt» Die FONDATION SUISA schreibt ihren mit 25 000 Franken dotierten Anerkennungspreis dieses Jahr für Textautorinnen und Textautoren musikalischer Werke aus. Was aber zeichnet einen gelungenen Songtext aus? Gastautor Markus Ganz im Gespräch mit dem Journalisten Jean-Martin Büttner. Weiterlesen
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Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die…Weiterlesen

Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick

Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Text von Manu Leuenberger

Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick

Im Geschäftsjahr 2016 erhielten 15 106 Urheber und 1373 Verleger eine oder mehrere Abrechnungen von der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

Für Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel sind die Vergütungen von der SUISA «ein Bonus im Juni», wie sie im Interview sagten, und «eine Anerkennung der Arbeit des Textens und Komponierens». Camilla Sparksss alias Barbara Lehnhoff empfindet die Ausschüttungen von der SUISA als «schönes Weihnachtsgeschenk jedes Jahr», das helfe, wie sie im Gespräch meinte.

Ob Weihnachtsgeschenk oder Bonus zur Jahresmitte: Die Zeitpunkte, an denen sich die SUISA-Mitglieder über die Urheberrechtsvergütungen freuen können, sind mit den Abrechnungsterminen der SUISA verbunden. An diesen Terminen erhalten jene Mitglieder Geld, die gemäss den Verteilungsregeln der SUISA eine Vergütung zugut haben.

Der Rhythmus der Auszahlungen an die Urheber und Verleger wurde vor einer Weile erhöht: Per Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Dank diesen werden die eingenommenen Vergütungen viermal jährlich an die Rechteinhaber weitergeleitet.

Vierteljährliche Verteilung der Einnahmen an Urheber und Verleger

Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Es gibt gegenüber dem Vorjahr nur geringe Anpassungen. Die wenigen Neuerungen sind ein weiterer Schritt in Richtung des angestrebten Ziels, die Vergütungen möglichst rasch und möglichst kosteneffizient auszuzahlen.

Rascher verteilt wird die Abrechnungssparte SRG TV: Bisher erfolgte die Verteilung der Einnahmen aus dieser Sparte zwei Mal pro Jahr. Ab 2017 werden diese Vergütungen im Rahmen der Quartalsabrechnungen vier Mal pro Jahr ausbezahlt. Die SRG ist die grösste Lizenznehmerin, also die grösste Kundin der SUISA. Entsprechend hoch sind die Vergütungsbeträge, die in der Sparte SRG TV jetzt rascher zu den Urhebern und Verlegern der gesendeten Musik gelangen.

Die Abrechnung Werbefenster wird nicht mehr separat, sondern ab 2017 als Bestandteil der 3. Quartalsabrechnung Mitte September erfolgen. Die Integration dieser Zusatzabrechnung in die Quartalsabrechnung ist eine Vereinfachung des Verarbeitungsprozesses und spart somit Kosten.

Übersicht Abrechnungstermine 2017 der SUISA

Abrechnung Termin
Quartalsabrechnung 2017-1 15.03.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (3. Quartal 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio 3. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (3. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Nachverrechnung 2017, 1. Abrechnung Ende März
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2017, 1. Abr. Ende Mai
Quartalsabrechnung 2017-2 15.06.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: B, C, D, E, H, Hb, HV, K, Z (2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio 4. Quartal 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG TV 2. Halbjahr 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Werbespots 2016)
Senderechte Schweiz, Tarife: S, Y (2016)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (4. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (2. Halbjahr 2016)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Verleger-Fürsorge Anfang Juli
Renten-Urheberfürsorge Mitte Juli
Quartalsabrechnung 2017-3 15.09.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (1. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 1. Quartal 2017)
Werbefenster (2015)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (1. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Leerträgervergütung (GT 4), Abrechnung 2017
Subverleger-Anteile Kabelnetze, Abrechnung 2017
Zusatzabrechnungen
Nachverrechnung 2017, 2. Abrechnung Ende September
Abrechnung Überspielrechte, 2017 Ende Oktober
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2017, 2. Abr. Ende November
Quartalsabrechnung 2017-4 15.12.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (2. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 2. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (2. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (1. Halbjahr 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)

Mit Erläuterungen zur SUISA-Abrechnung und einer Liste der abgerechneten Privatsender stehen auf der Website der SUISA weitere Informationen zur Verfügung.

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Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Weiterlesen
Nachhaltiges Wachstum für die Mitglieder Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Weiterlesen
«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden» Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht. Weiterlesen

 

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Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Text von Manu Leuenberger

Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick

Im Geschäftsjahr 2016 erhielten 15 106 Urheber und 1373 Verleger eine oder mehrere Abrechnungen von der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

Für Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel sind die Vergütungen von der SUISA «ein Bonus im Juni», wie sie im Interview sagten, und «eine Anerkennung der Arbeit des Textens und Komponierens». Camilla Sparksss alias Barbara Lehnhoff empfindet die Ausschüttungen von der SUISA als «schönes Weihnachtsgeschenk jedes Jahr», das helfe, wie sie im Gespräch meinte.

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SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Zuoberst auf der Traktandenliste der Sitzung des SUISA-Vorstands vom Dezember 2016 stand das Budget für das nächste Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte mit Genugtuung fest, dass sich die positive Entwicklung aus den letzten Jahren in Bezug auf die Einnahmen fortsetzt (+3,2%). Der Aufwand bleibt stabil und die Verteilsumme erhöht sich leicht (+2,91%). Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Der Topf mit Vergütungen für Streaming-Nutzungen soll sich für Urheber und Verleger mehr auffüllen: Die SUISA rechnet im Budget für das Geschäftsjahr 2017 im Online-Bereich mit einem Einnahmenzuwachs von +13,4% gegenüber dem Vorjahr. (Foto: Manu Leuenberger)

Im Budget für das Geschäftsjahr 2017 sind höhere Einnahmen aus Sende- und Aufführungsrechten sowie aus Vergütungsansprüchen vorgesehen. Dank den Tarifen GT 4i (Smartphones) und GT 12 (Vermietung Settop-Boxen) wird bei den Vergütungsansprüchen mit einer Zunahme von knapp 11% gerechnet. Eine markante Steigerung wird auch im Online-Bereich, vor allem beim Streaming erwartet (13,4%). Sinken werden voraussichtlich die Vervielfältigungsrechte (-3,8%); eine Folge der Marktentwicklung. Für die Auslandeinnahmen werden ebenfalls tiefere Erträge (-4,5%) budgetiert.

Der Vorstand und die Geschäftsleitung der SUISA planen auch die längerfristige Zukunft: Neben der Roadmap 2017 wurden der Finanzplan und die Strategie bis ins Jahr 2020 besprochen. Der Vorstand hat die von der Geschäftsleitung präsentierten Entwürfe diskutiert und genehmigt.

Kostenabzüge bleiben gleich

Ein weiteres Traktandum jeweils am Jahresende sind die Kostenabzüge. Der Vorstand beschliesst, mit welchen Abzügen die Einnahmen aus dem laufenden Jahr im Folgejahr verteilt werden. Für die Schweiz und den Online-Bereich bewegen sich die Prozentsätze wie im Vorjahr zwischen 10 und 15%. Eine Ausnahme bilden im Bereich Vervielfältigungsrechte die Tarife PI und VI, für die das Cannes-Agreement gilt (7,025% und 9,025%).

Weiter wurde der Prozentsatz überprüft, der aufgrund der Gegenseitigkeitsverträge in den letzten Jahren auf den Auslandeinnahmen abgezogen worden war. Nachdem verschiedene Schwestergesellschaften höhere Abzüge anwenden, wurden Pro und Contra einer Erhöhung sorgfältig abgewogen. Die Vorstandsmitglieder entschieden sich den Abzug von 4% beizubehalten.

Benvenuti a Lugano

Für die Herbst-Sitzungen 2017 reisen die Mitglieder des Vorstands der SUISA nicht wie bis anhin nach Lausanne sondern nach Lugano. Und warum nicht auch eine Generalversammlung in der italienischsprachigen Schweiz? Gemäss Planung könnte es 2021 soweit sein.

Ersatzwahl in die Verteilungs- und Werkkommission

Alex Kirschner, Werbe- und Filmmusik-Komponist, tritt im Sommer 2017 aus der Verteilungs- und Werkkommission (VWK) zurück. Um den frei werdenden Sitz bewirbt sich der aus der gleichen Musiksparte stammende Jonas Zellweger – SUISA-Mitglied seit 2009. Der Vorstand schlägt ihn einstimmig der Generalversammlung zur Wahl vor.

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Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Vorstands der SUISA zu Sitzungen in Kommissionen und im Plenum. Ein Teil der Traktanden steht wiederkehrend zu einem vorgegebenen Zeitpunkt im Jahr an: Im Frühling ist die Jahresrechnung des vergangenen Geschäftsjahres ein wichtiger Punkt. Im Dezember wird das Budget für das Folgejahr definiert. Weiterlesen
Streamripping – Kassettenrekorder im Internet Streamripping-Software zeichnet Audio- und Videostreams auf. Dadurch kann eine Kopie des vollständigen Streams als Datei abgespeichert werden. Im Schweizer Urheberrechtsgesetz ist eine Vergütung für die Privatkopie festgelegt, die auf Aufnahme- und Speichermedien anwendbar ist. Die Streamrip-Apps werden von der gesetzlichen Vergütungspflicht nicht erfasst – wie zuvor die Kassettenrekorder. Weiterlesen
Die Generalversammlung 2016 der Genossenschaft SUISA im Zentrum Paul Klee 217 Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik haben an der SUISA-Generalversammlung am 24. Juni 2016 in Bern ihr Mitbestimmungsrecht über ihre Genossenschaft wahrgenommen. Neben dem Gastreferat des SRG-Generaldirektors Roger de Weck, der Verleihung des Stiftungspreises und des Werkjahres der FONDATION SUISA war die Revision des Fürsorgereglements das zentrale Thema. Weiterlesen
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Zuoberst auf der Traktandenliste der Sitzung des SUISA-Vorstands vom Dezember 2016 stand das Budget für das nächste Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte mit Genugtuung fest, dass sich die positive Entwicklung aus den letzten Jahren in Bezug auf die Einnahmen fortsetzt (+3,2%). Der Aufwand bleibt stabil und die Verteilsumme erhöht sich leicht (+2,91%). Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Der Topf mit Vergütungen für Streaming-Nutzungen soll sich für Urheber und Verleger mehr auffüllen: Die SUISA rechnet im Budget für das Geschäftsjahr 2017 im Online-Bereich mit einem Einnahmenzuwachs von +13,4% gegenüber dem Vorjahr. (Foto: Manu Leuenberger)

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