Tagarchiv: Konzert

Die Tarifverhandlungen 2016 im Überblick

Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Text von Anke Link

Die Tarifverhandlungen 2016 der SUISA im Überblick

Das Tonhalle-Orchester Zürich (im Bild) ist Mitglied bei Orchester.ch, dem Verband Schweizerischer Berufsorchester, mit dem sich die SUISA erfolgreich auf einen neuen Tarif für Urheberrechtsvergütungen bei Aufführungen von Konzertgesellschaften geeinigt hat. (Foto: Priska Ketterer / Tonhalle-Orchester Zürich)

Die SUISA hat sich in den letzten Jahren mit vielen Verhandlungspartnern über die Aufnahme einer Klausel zur automatischen Verlängerung des jeweiligen Tarifs geeinigt für den Fall, dass niemand eine Neuverhandlung wünscht. Dies zahlt sich nun aus: Keiner dieser Tarife wurde gekündigt, so dass für diese Tarife keine Verhandlungen geführt werden mussten.

Dadurch hatte die SUISA zusätzliche Kapazitäten für die Verhandlung der neun Tarife, deren Gültigkeit 2016 endet. Gleichzeitig konnte sie auch intensiv an den Verhandlungen der Tarife mitarbeiten, bei denen ihre Schwestergesellschaften Suissimage und ProLitteris die Federführung haben.

Bereits im Herbst 2015 einigte sich die SUISA mit Orchester.ch, dem Verband Schweizerischer Berufsorchester, auf einen neuen Tarif D, der zum 1. Juli 2016 in Kraft tritt. Der Tarif wurde redaktionell überarbeitet, die Vergütungen und das Tarifsystem bleiben jedoch unverändert bestehen. Letzteres gilt auch für den Gemeinsamen Tarif HV (Hotelfernsehen) und den Gemeinsamen Tarif 4 (Leerträgervergütung), bei denen jeweils zügig eine Zustimmung der Verbände zur Neufassung der Tarife ab 1. Januar 2017 erreicht werden konnte.

Einigung auf neuen Konzerttarif ab 2017

Mehr Zeit in Anspruch genommen hat die Verhandlung des neuen Gemeinsamen Tarifs K (GT K) für Konzerte, konzertähnliche Darbietungen, Shows, Ballett und Theater. Die Verhandlungen über diesen Tarif begannen bereits im Dezember 2013. Die Vorgängertarife GT Ka und GT Kb wurden zweimal verlängert, um ausreichend Zeit für die Neuverhandlung zu haben.

Die Zeit war gut investiert, denn die SUISA konnte sich mit den Verhandlungspartnern auf einen neuen Tarif GT K einigen, der ab 1. Januar 2017 gültig sein wird. Der neue GT K gilt für alle Konzerte und Veranstaltungen, die bisher nach GT Ka und GT Kb abgerechnet wurden. Im neuen Tarif wurden die einzelnen Veranstaltungskategorien etwas verständlicher formuliert.

Auch die Tarifstruktur ist gegenüber den beiden bisherigen Tarifen geändert. Das grundsätzliche Kriterium, dassder Veranstalter einen Prozentsatz seiner Einnahmen als Vergütung bezahlt, bleibt jedoch unverändert. Je nach Art und Grösse der Veranstaltung gibt es unterschiedliche Prozentsätze. Mit den unterschiedlichen Ansätzen wird besser berücksichtigt, dass es bei Konzerten noch weitere künstlerische Leistungen geben kann, die den Charakter der Veranstaltung beeinflussen.

Wenn solche weiteren Leistungen vorhanden sind, wirken sich diese mindernd auf den Prozentsatz aus. Dafür wurden die bisherigen Rabatte gestrichen. Lediglich diejenigen Veranstalter, die Mitglied eines Veranstalterverbandes sind, können Rabatte erhalten, wenn der Verband mit der SUISA zusammenarbeitet. Insgesamt sieht der neue GT K eine angemessene Vergütung vor und trägt gleichzeitig zur Erhöhung der Rechtssicherheit für alle Partner bei.

Wie wichtig diese Rechtssicherheit ist, lässt sich am Beispiel des schier unendlichen Verfahrens nachvollziehen, das dem ersten rechtskräftig gültigen Gemeinsamen Tarif 4e (Vergütung für Privatkopien auf Smartphones) vorausging. Über fünf Jahre mussten die Rechteinhaber warten, bis endlich die ihnen zustehenden Entschädigungen eingezogen werden konnten. Die SUISA versucht daher nach Möglichkeit, solche Situationen zu vermeiden.

Anzahl der Tarife reduziert

Ebenfalls zeitaufwendig war die Verhandlung eines neuen Gemeinsamen Tarifs 4i (Vergütung auf in Geräte integrierte digitale Speichermedien), der die bisherigen Gemeinsamen Tarife 4d (MP3-Player und Harddiskrekorder), 4e (Mobiltelefone) und 4f (Tablets) zusammenfasst. Anstatt drei Tarifen gibt es mit dem GT 4i nur noch einen. Dies ist ein weiterer Schritt zur häufig von Öffentlichkeit und Politik geforderten Reduktion der Anzahl der Tarife.

Im Verlauf der Verhandlungen zum neuen GT 4i einigten sich die SUISA und ihre Verhandlungspartner auf die Senkung der Tarifansätze pro GB für Smartphones und Tablets und einer Senkung der Tarifansätze pro GB für Harddiskrekorder mit Speichern über 2 TB. Damit wurde die im Markt festgestellte Erhöhung der Speicherkapazitäten für diese Geräte berücksichtigt.

Keine Einigung finden konnte die SUISA bedauerlicherweise beim Gemeinsamen Tarif 3a (Hintergrundmusik und Wahrnehmbarmachen von Sendungen). Hier steht leider ein strittiges Tarifgenehmigungsverfahren an, das sich – siehe oben – über einen längeren Zeitraum hinziehen kann.

Mitarbeit der SUISA bei weiteren Tarifverhandlungen

Neben diesen «Hauptverhandlungen» hat die SUISA auch ihre Schwestergesellschaft ProLitteris bei den Verhandlungen über einen neuen Gemeinsamen Tarif 7 (Schultarif) sowie über neue Gemeinsame Tarife 8 und 9 (Kopiervergütung und Vergütung digitale Netzwerke) unterstützt. Alle drei Tarifverhandlungen konnten mit Einigungen abgeschlossen werden, bei den GT 8 und 9 konnte darüber hinaus eine leichte Erhöhung vereinbart werden.

Ebenfalls unterstützend war die SUISA an den von Suissimage geführten Verhandlungen zum Gemeinsamen Tarif 1 (Kabelweiterleitung) und zum Gemeinsamen Tarif 12 (virtuelle Videorekorder und Catch-up-TV) beteiligt. In beiden Tarifen konnte mit den Verhandlungspartnern eine Erhöhung vereinbart werden.

Allerdings haben sich beim GT 12 auf Seiten der Rechteinhaber die Sendeunternehmen dieser Einigung nicht angeschlossen. Sie sehen in der Möglichkeit, beim Catch-up-TV die Werbung überspringen zu können, eine Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle und wollen daher ihre Interessen im anstehenden Tarifgenehmigungsverfahren vor der Eidgenössischen Schiedskommission direkt wahrnehmen.

Auch wenn es nicht gelungen ist, alle Verhandlungen einvernehmlich abzuschliessen, konnten die SUISA und ihre Schwestergesellschaften doch für den überwiegenden Teil Einigungen erreichen und damit weiterhin zur Sicherung der Interessen aller ihrer Mitglieder beitragen.

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Konzerttarif-Hecht-liveNeuer Konzerttarif ab 2017 Die SUISA und die Branchenverbände der Konzertveranstalter haben sich nach intensiven Verhandlungen auf einen neuen Konzerttarif geeinigt. Der neue Gemeinsame Tarif K soll die beiden noch bis Ende 2016 gültigen Tarife GT Ka und GT Kb ersetzen und am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Weiterlesen
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Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Text von Anke Link

Die Tarifverhandlungen 2016 der SUISA im Überblick

Das Tonhalle-Orchester Zürich (im Bild) ist Mitglied bei Orchester.ch, dem Verband Schweizerischer Berufsorchester, mit dem sich die SUISA erfolgreich auf einen neuen Tarif für Urheberrechtsvergütungen bei Aufführungen von Konzertgesellschaften geeinigt hat. (Foto: Priska Ketterer / Tonhalle-Orchester Zürich)

Die SUISA hat sich in den letzten Jahren mit vielen Verhandlungspartnern über die Aufnahme einer Klausel zur automatischen Verlängerung des jeweiligen Tarifs geeinigt für den Fall, dass niemand eine Neuverhandlung wünscht. Dies zahlt sich nun aus:…Weiterlesen

Neuer Konzerttarif ab 2017

Die SUISA und die Branchenverbände der Konzertveranstalter haben sich nach intensiven Verhandlungen auf einen neuen Konzerttarif geeinigt. Der neue Gemeinsame Tarif K soll die beiden noch bis Ende 2016 gültigen Tarife GT Ka und GT Kb ersetzen und am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Text von Chantal Bolzern und Manu Leuenberger

Für die Vergütungen für Urheberrechte an die Komponisten und Textautoren der aufgeführten Songs gilt ab 2017 ein neuer Konzerttarif.

Schweizer Musik auf Schweizer Konzertbühnen ist gemäss SMPA-Index im Aufwind (im Bild Stefan Buck beim ausverkauften Auftritt der Band Hecht am 24. März 2016 im Luzerner Konzerthaus Schüür). Für die Vergütungen an die Komponisten und Textautoren der aufgeführten Songs gilt ab 2017 ein neuer Konzerttarif. (Foto: Tabea Hüberli)

Seit sechs Jahren waren die bisher für Konzerte, Shows und Theateraufführungen geltenden Gemeinsamen Tarife Ka und Kb bereits in Kraft. Das Musikgeschäft und mit ihm zusammen der Konzertmarkt haben sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Es war Zeit für einen neuen Konzerttarif, der die aktuellen Bedingungen im Live-Geschäft berücksichtigt. Wie immer, wenn neue Verhandlungen anstehen, strebte die SUISA zudem eine Vereinfachung der Tariflandschaft an. Das bedeutete in diesem Fall: die Anzahl Tarife reduzieren sowie die Struktur straffen.

Die Tarifverhandlungen für den neuen Konzerttarif mit SMPA, Petzi, dem Schweizerischen Bühnenverband sowie anderen massgebenden Branchenverbänden hatten im Februar 2014 begonnen. Nach intensiven Gesprächen konnten sich die SUISA und die Branchenverbände der Konzertveranstalter nun im April 2016 auf einen neuen Konzerttarif einigen. Neu gibt es nur noch einen Gemeinsamen Tarif K, der die beiden alten Tarife Ka und Kb ersetzen und am 1. Januar 2017 in Kraft treten soll.

Mit der Einigung auf den neuen Tarif hat die SUISA die angestrebte Vereinfachung erreicht: Es gibt nur noch einen Tarif statt wie zuvor zwei. Für die Kunden bietet sich der Vorteil, dass sie nun alle Antworten im Zusammenhang mit ihren Konzerten unabhängig von deren Grösse in einem einzigen Tarif finden. Der angeregte Austausch mit den Vertretern aus der Konzertbranche hatte den weiteren positiven Aspekt, dass wichtige Anliegen der Kunden – wie z. B. abgestufte Lizenzsätze je nach Veranstaltungsart – berücksichtigt werden konnten und in die Tarifgestaltung eingeflossen sind.

Konzertmarkt finanziell bedeutend für SUISA-Mitglieder

Die Einigung ist nicht zuletzt auch deshalb erfreulich, weil das Konzertgeschäft für die Mitglieder der SUISA eine grosse Bedeutung hat. Die Konzert- und Festivallandschaft in der Schweiz blüht. So lizenziert die SUISA jährlich über 20 000 Konzerte und Festivals und sie betreut knapp 10 000 Konzertveranstalter und Theaterbühnen. Im Jahr 2015 betrugen die Einnahmen aus den Tarifen Ka und Kb Fr. 20,3 Mio.. Damit trugen diese beiden Tarife beinahe die Hälfte an die totalen Einnahmen der SUISA aus Aufführungsrechten (Fr. 46 Mio.) bei.

Die finanzielle Bedeutung des Schweizer Konzertmarkts kann auch mit einigen Zahlen aus dem SMPA-Index für das Jahr 2015 verdeutlicht werden. Der SMPA-Index wird von der Swiss Music Promoters Association herausgegeben. Die Mitglieder in diesem Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter setzen gemäss eigener Angabe über 80% der hierzuland verkauften Tickets für Konzerte, Shows und Festivals ab.

Gemäss Index für 2015 verkauften die Mitglieder des SMPA 3,6 Mio. Tickets an 5,2 Mio. Besucher von rund 1700 Veranstaltungen. Bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von Fr. 78.65 erzielten sie damit einen Bruttoumsatz von Fr. 357,7 Mio., was einer Steigerung von 11,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Erfreulich dabei ist, dass die Anzahl an Schweizer Künstlern, die für die Veranstaltungen engagiert wurden, gemäss SMPA-Index erneut zugenommen hat. Demnach sind 2015 an den SMPA-Veranstaltungen 1087 Schweizer Acts sowie 1687 Künstler aus dem Ausland aufgetreten. Seit 2011 habe sich die Anzahl verpflichteter Schweizer Künstler mehr als verdoppelt, schreibt der Branchenverband in einer Medienmitteilung vom 21. April 2016.

Der neue Konzerttarif GT K

Unabhängig davon, ob Schweizer oder internationale Künstler auftreten: Der neue Konzerttarif GT K gilt für alle betroffenen Veranstaltungen, die in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein stattfinden. Und auch wenn die zwei alten Tarife (Ka und Kb) zu neu nur noch einem Tarif zusammengefasst wurden, ist vieles gleich geblieben.

Wie bisher wird die SUISA auch in Zukunft immer die Setlisten verlangen, damit die Einnahmen korrekt den Komponisten und Textautoren der aufgeführten Stücke verteilt werden können. Im Jahr 2015 hat die SUISA aus den Setlisten dieser Veranstaltungen 360 000 Werke erfasst. Danach konnten aufgrund der Setlisten den Rechteinhabern dieser Werke die Einnahmen aus den Tarifen Ka/Kb verteilt respektive ausbezahlt werden.

Unterschied zwischen Grossveranstaltung und Kleinkonzert

Im neuen Konzerttarif gilt für alle Kunden weiterhin ein Rabatt von 10%, wenn sie Mitglied eines Verbands (wie SMPA oder Petzi) sind, welche die SUISA in ihrer Arbeit wie im Tariftext festgehalten unterstützen. Wie bisher werden Grossveranstaltungen von Kleinkonzerten unterschieden. Zusammenfassend kann man sagen: Bei Kleinkonzerten gibt es weiterhin einen Mengenrabatt, dafür keine gestaffelten Lizenzsätze. Bei Grossveranstaltungen gibt es neu gestaffelte Lizenzsätze, dafür keinen Mengenrabatt mehr.

Konkret heisst das: Die Veranstalter von Kleinkonzerten erhalten zusätzlich zum Verbandsrabatt bis zu 20% Mengenrabatt, wenn sie regelmässig Konzerte veranstalten. Bei den Grossveranstaltungen hingegen kommen neu gestaffelte Lizenzsätze für unterschiedliche Veranstaltungsarten wie Konzerte, Open-Air-Festivals, Shows, Theateraufführungen usw. zur Anwendung. Je nach Art der Grossveranstaltung variiert der Basislizenzsatz zwischen 3% und 10% der Brutto-Einnahmen aus Ticketverkäufen.

Mit dieser Neuerung der gestaffelten Lizenzsätze wird der unterschiedliche Stellenwert der Musik bei Grossveranstaltungen berücksichtigt. Die Verhandlungspartner waren sich einig, dass ein Open Air zwar wesentlich von der Programmierung und den auftretenden Künstlern lebt, aber auch die Wahl des Geländes und der begleitenden Angebote zur Atmosphäre und zum Gelingen eines Festivals beitragen. Bei Stadionkonzerten wiederum arbeiten die Künstler mit Bildschirmen, Choreographien und aufwendigen Lightshows, was sie von Akustikkonzerten im intimeren Rahmen unterscheidet. Zu guter Letzt musste auch dem vielfältigen Einsatz von Musik im Bereich der Kleinkunst oder bei Theateraufführungen Rechnung getragen werden.

Genehmigung und Gültigkeit des neuen Tarifs

Der neue Gemeinsame Tarif K muss nun noch vom zuständigen Schiedsgericht, der Eidgenössischen Schiedskommission (EschK) genehmigt werden, damit er 2017 in Kraft treten kann. Nach erfolgter Genehmigung dient der neue Tarif GT K als Basis für die Vergütungen für die Musik bei Konzerten, Shows, Theateraufführungen etc., welche ab dem 1. Januar 2017 veranstaltet werden. Die bis Ende 2016 veranstalteten Anlässe werden noch auf Basis der bestehenden Gemeinsamen Tarife Ka und Kb lizenziert.

Sämtliche Veranstalter, die über einen Vertrag mit der SUISA verfügen, werden im Verlauf des Jahrs einen Brief mit weiteren Angaben zum neuen Tarif erhalten, um die Budgetierung der nächstjährigen Veranstaltungen zu erleichtern. Zudem ist vorgesehen, in den Publikationskanälen der SUISA weitere Informationen nachzuliefern.

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Die SUISA und die Branchenverbände der Konzertveranstalter haben sich nach intensiven Verhandlungen auf einen neuen Konzerttarif geeinigt. Der neue Gemeinsame Tarif K soll die beiden noch bis Ende 2016 gültigen Tarife GT Ka und GT Kb ersetzen und am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Text von Chantal Bolzern und Manu Leuenberger

Für die Vergütungen für Urheberrechte an die Komponisten und Textautoren der aufgeführten Songs gilt ab 2017 ein neuer Konzerttarif.

Schweizer Musik auf Schweizer Konzertbühnen ist gemäss SMPA-Index im Aufwind (im Bild Stefan Buck beim ausverkauften Auftritt der Band Hecht am 24. März 2016 im Luzerner Konzerthaus Schüür). Für die Vergütungen an die Komponisten und Textautoren der aufgeführten Songs gilt ab 2017 ein neuer Konzerttarif. (Foto: Tabea Hüberli)

Seit sechs Jahren waren die bisher für Konzerte, Shows und Theateraufführungen geltenden Gemeinsamen Tarife Ka und Kb bereits in Kraft. Das Musikgeschäft und mit ihm zusammen der Konzertmarkt haben sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt.…Weiterlesen

Wieviel Urheberrechtsvergütung bezahlt ein Konzertveranstalter?

Die Frage wird häufig gestellt: Wieviel beträgt die Urheberrechtsvergütung für Konzerte? Die Antwort ist sowohl für die Kunden als auch die Mitglieder der SUISA von Interesse: Die Konzertveranstalter planen den Betrag für die Urheberrechte von Vorteil in den Budgets für ihre Veranstaltungen ein. Die SUISA-Mitglieder können ihr Einkommen vorausberechnen, wenn die Faustregeln für Vergütungen bei Konzerten bekannt sind. Text von Chantal Bolzern

Grosskonzert Hallenstadion

Konzertveranstaltung im Zürcher Hallenstadion: Bei einem Fassungsvermögen ab mindestens 1000 Personen oder Billetteinnahmen von mehr als CHF 15 000 brutto gilt der Tarif für Grosskonzerte. (Foto: Marcel Grubenmann)

Wieviel Urheberrechtsvergütung der Veranstalter eines Konzerts bezahlen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Grösse des Konzerts, Anzahl veranstaltete Konzerte pro Jahr, Verbandsmitgliedschaft, mögliche Abzüge etc. Ein exakter Betrag kann ohne individuelle Angaben nicht im Detail vorausgesagt werden. Es gibt jedoch je nach Grösse der Veranstaltung ein paar Faustregeln.

Kleinkonzerte

Eine Konzertveranstaltung wird als Kleinkonzert auf der Basis des Gemeinsamen Tarifs Kb (GT Kb) lizenziert, sofern das Fassungsvermögen des Clubs oder des Geländes maximal 999 Personen beträgt und maximal CHF 15 000 Billetteinnahmen brutto generiert wurden.

Für solche Kleinkonzerte sollte der Veranstalter als Obergrenze 9,5% der Billetteinnahmen für die von der SUISA in Rechnung gestellten Urheberrechtsvergütungen budgetieren. Der Prozentsatz sinkt auf 3,5%, sofern während mehr als der Hälfte des Konzertes Musik von Komponisten gespielt wurde, die vor mehr als 70 Jahren verstorben sind oder die keiner Verwertungsgesellschaft angeschlossen sind.

Der Veranstalter kann zudem von einem Mengenrabatt profitieren, falls er einen Vertrag mit der SUISA abgeschlossen hat: Der Mengenrabatt kann 5% bis 20% betragen, wenn der Veranstalter im Vorjahr mehr als 10 Konzerte durchgeführt hatte. Weiter erhält er einen zusätzlichen Rabatt von 10%, wenn er einem Verband von Konzertveranstaltern wie SMPA oder PETZI angeschlossen ist.

Insgesamt kann ein Veranstalter somit bis zu 30% Rabatt erzielen, wenn er alle Vertragsbedingungen einhält. Konkret heisst das, dass damit der Lizenzsatz bei Kleinkonzerten von 9,5% auf 6,65% sinken kann. Zuguterletzt hat ein Konzertveranstalter Anspruch auf 2% Skonto, wenn er die letzte Rechnung der SUISA innert 10 Tagen beglichen hat.

Kleinkonzert – vereinfachtes Berechnungsbeispiel

Konzert im Club – 400 Personen Fassungsvermögen – 350 verkaufte Tickets à CHF 23.

Billetteinnahmen 350 × CHF 23 CHF 8 050.00
Lizenzbasis 6,65%, Höchstrabatt (30%) CHF 535.30
– 2% Skonto (von CHF 535.30) CHF 10.70
= Entschädigung für Urheberrechte CHF 524.60

Grosskonzerte

Organisiert der Veranstalter ein Grosskonzert, wird die Lizenzentschädigung gestützt auf den Gemeinsamen Tarif Ka (GT Ka) berechnet. Als Grosskonzerte betrachtet werden Konzerte in Lokalen oder auf Geländen mit mindestens 1000 Personen Fassungsvermögen oder für die der Veranstalter Billetteinnahmen von mehr als CHF 15 000 brutto erzielt hat.

In diesen Fällen sollte der Veranstalter höchstens 10% seiner Bruttoeinnahmen aus Ticketverkäufen für die durch die SUISA eingeforderten Urheberrechtsvergütungen budgetieren. Der Veranstalter eines Grosskonzerts kann – sofern er alle entsprechenden Belege vorlegt – gewisse Abzüge von den Bruttoeinnahmen geltend machen; beispielsweise im Ticketpreis inbegriffene Bahnbillette, Zutritt zum Campingplatz oder Ähnliches. Weiter kann er pauschal 10% Kosten für die externe Vorverkaufsstelle abziehen.

Auch der Grosskonzertveranstalter kann von verschiedenen Rabatten profitieren, sofern er einen Vertrag mit der SUISA abgeschlossen hat und die Bedingungen einhält. Er erhält einen Mengenrabatt von 5% bis 10%, wenn er im Vorjahr mehr als 10 Konzerte veranstaltet hatte. Je nach Grösse des Fassungsvermögens des Veranstaltungsortes kann es von 5% bis 15% Rabatt geben. Wie bei den Kleinkonzerten gibt es auch für die Grosskonzerte einen Verbandsrabatt von 10%.

Somit kann der Veranstalter von Grosskonzerten insgesamt von bis zu 35% Rabatt profitieren, wodurch der Lizenzsatz von 10% auf 6,5% sinken kann. Der Skonto von 2% wird auch für Grosskonzerte gewährt, wenn der Veranstalter die letzte Rechnung der SUISA innert 10 Tagen bezahlt hat.

Grosskonzert – vereinfachtes Berechnungsbeispiel

Konzert Openair – 11 000 Personen Fassungsvermögen – 9985 verkaufte Tickets à CHF 110.

Billetteinnahmen 9985 × CHF 110 CHF 1 098 350.00
– 10% Kosten externe Vorverkaufsstelle (GT Ka Ziff. 29) CHF 109 835.00
– Kosten für im Billett inbegriffener ÖV (GT Ka Ziff. 11) CHF 29 995.00
= Zwischentotal CHF 958 520.00
Lizenzbasis 6,5%, Höchstrabatt (35%) CHF 62 303.80
– 2% Skonto (von CHF 62 303.80) CHF 1 246.10
= Entschädigung für Urheberrechte CHF 61 057.70

Zusätzliche Vergütung für Pausenmusik

Sowohl für Kleinkonzerte als auch für Grosskonzerte gilt: Sofern an den Konzerten zusätzlich Musikaufnahmen abgespielt wurden, zum Beispiel als Pausenmusik, muss der Veranstalter zudem noch eine Vergütung für die verwandten Schutzrechte bezahlen. Informationen dazu finden sich in den Tarifen GT Ka und GT Kb sowie auf der Website der Swissperform.

Weiterführende Informationen (Tarife, Merkblätter, Fragebögen, Formulare):
Kleinkonzerte
Grosskonzerte

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  1. Comment cela se passe-t-il si l’on joue mes compositions, que je dirige?
    Merci pour votre réponse.
    Monique Buunk (Nom d’auteur: Monique Droz)

    • Manu Leuenberger sagt:

      Chère Madame,

      Merci pour votre commentaire. Lorsque des oeuvres sont exécutées en public, des droits d’auteur sont dus, quelque soit l’interprète ou la personne dirigeant l’exécution. C’est l’organisateur d’un concert qui est en charge des droits d’auteur. Il peut arriver que l’auteur soit organisateur de son propre concert. Dans ce cas, des règles particulières s’appliquent. Pour plus d’informations, nous vous invitons à contacter directement notre service clientèle.

      Meilleures salutations
      Manu Leuenberger, SUISA Communication

  2. Frédéric sagt:

    Vous n’avez rien indiqué pour le cas où le concert porte uniquement sur de la musique non protégée (typiquement musique classique); dans un tel cas, la redevance est logiquement nulle ?

    • Manu Leuenberger sagt:

      Bonjour Frédéric,
      Merci beaucoup pour le commentaire.
      SUISA n’établit des factures que pour la musique pour laquelle elle représente les droits. Si par exemple, dans un cas donné, tous les compositeurs et arrangeurs sont décédés depuis plus de 70 ans, SUISA n’enverra pas de facture.
      Le genre de musique ne dit rien sur la question de savoir si la musique est encore protégée ou non. Dans la musique classique, de nombreuses œuvres arrangées sont jouées, et l’arrangeur en question est peut-être encore vivant. Dans ces conditions, l’organisateur doit après chaque concert envoyer à SUISA la liste des œuvres exécutées avec des indications sur les compositeurs et les arrangeurs (si certaines œuvres jouées n’étaient pas des œuvres originales). SUISA examine si elle représente les droits ou non.
      Les détails concernant les tarifs peuvent être trouvés dans les textes des tarifs ou demandés à la Division Clients de SUISA.
      Manu Leuenberger, Communication SUISA

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Die Frage wird häufig gestellt: Wieviel beträgt die Urheberrechtsvergütung für Konzerte? Die Antwort ist sowohl für die Kunden als auch die Mitglieder der SUISA von Interesse: Die Konzertveranstalter planen den Betrag für die Urheberrechte von Vorteil in den Budgets für ihre Veranstaltungen ein. Die SUISA-Mitglieder können ihr Einkommen vorausberechnen, wenn die Faustregeln für Vergütungen bei Konzerten bekannt sind. Text von Chantal Bolzern

Grosskonzert Hallenstadion

Konzertveranstaltung im Zürcher Hallenstadion: Bei einem Fassungsvermögen ab mindestens 1000 Personen oder Billetteinnahmen von mehr als CHF 15 000 brutto gilt der Tarif für Grosskonzerte. (Foto: Marcel Grubenmann)

Wieviel Urheberrechtsvergütung der Veranstalter eines Konzerts bezahlen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Grösse des Konzerts, Anzahl veranstaltete Konzerte pro Jahr, Verbandsmitgliedschaft, mögliche Abzüge etc. Ein exakter Betrag kann ohne individuelle Angaben nicht im Detail vorausgesagt werden. Es gibt jedoch je nach Grösse…Weiterlesen

Wenn Band und Veranstalter ein Konzert gemeinsam organisieren

Die Urheberrechtsentschädigung für ein Konzert muss vom Veranstalter bezahlt werden. Wie ist die rechtliche Situation, wenn Musiker und Veranstalter den Anlass in einer Form der Kooperation gemeinsam durchführen? Text von Fabian Niggemeier und Manu Leuenberger

Band-live-im-Konzertclub

Begeisterung im Konzertclub. Für die Bezahlung der Urheberrechtsentschädigung ist der Konzertveranstalter verantwortlich. (Foto: Andrey Armyagov / Shutterstock.com)

Für die Bezahlung der Urheberechtsentschädigung bei Engagement-Verträgen ist der Konzertveranstalter verantwortlich. Über diesen Grundsatz und diesbezügliche rechtliche Aspekte informiert der Artikel «Engagement-Vertrag: Muss der Künstler SUISA-Beitrag zahlen?» aus der Mitgliederzeitschrift SUISAinfo 1.12 (Artikel als PDF).

Es kommt vor, dass  Anlässe von Bands selber oder in Kooperation mit einem Dritten durchgeführt werden. In diesen Fällen ist die Form der Kooperation zwischen Band und Veranstalter ausschlaggebend dafür, wer die Urheberrechtsentschädigung zahlen muss.

Formen der Kooperation von Künstler und Veranstalter

Aus rechtlicher Sicht müssen bei gemeinsam organisierten Veranstaltungen grundsätzlich zwei Arten unterschieden werden. Der Musiker kann sich in einem Lokal einmieten (Art. 253 ff. OR). Oder der Musiker kann eine Form der Kooperation mit einem Veranstalter – meistens einem Konzertlokal – eingehen.

Miete

Eine Band oder ein Musiker kann eine Räumlichkeit, z.B. ein Konzertlokal, mieten und den Anlass selber veranstalten. Zwischen Musiker und Vermieter des Lokals wird ein Mietvertrag abgeschlossen. Der Vermieter überlässt der Band zu einem im Voraus bestimmten Betrag den Raum zur vereinbarten Nutzung. Im Mietpreis ist der gesamte Raum inklusive Bar inbegriffen. Der Musiker übernimmt selber das gesamte finanzielle Risiko für die Veranstaltung. Das heisst: Er selber verkauft die Tickets, macht Werbung oder betreibt die Bar.

Mit anderen Worten: Ein Mietvertrag liegt vor, wenn der Band ein Raum gegen Geld überlassen wird, ohne dass die finanzielle Beteiligung der Vermieterin vom Erfolg des Anlasses abhängt.

Aber Achtung: Sobald der Vermieter an den Einnahmen von der Bar oder aus dem Verkauf der Tickets beteiligt wird, handelt es sich rechtlich nicht mehr um eine Miete sondern um eine Kooperation. Der Vertrag kann zwar als «Mietvertrag» bezeichnet sein. Die Bezeichnung des Vertrags spielt aber keine Rolle: Für die rechtliche Einordnung ist ausschliesslich das von den Parteien Gewollte ausschlaggebend (Art. 18 Abs. 1 OR).

Kooperation

Häufig erhalten Musiker oder Bands einen Vertrag, der als Engagement- oder Mietvertrag bezeichnet ist, und solche oder ähnliche Konditionen enthält: Die Band erhält keine fixe Gage, dafür aber die Einnahmen aus dem Ticketverkauf, während der Vermieter die Bar betreibt und den Umsatz daraus für sich behält.

Bei einer solchen Kooperation hängt der Erfolg für beide Partner grundsätzlich davon ab, wie viele Besucher zum Anlass kommen. Der Vermieter kann die Kosten für den Raum und das Barpersonal nur decken, wenn viele Leute viel an der Bar konsumieren. Die Gage des Musikers ist ganz direkt von der Anzahl bezahlter Eintritte abhängig.

Der finanzielle Erfolg für beide Kooperationspartner hängt also unmittelbar vom finanziellen Erfolg des Anlasses ab. In einem solchen Fall kommt eine gesetzliche Bestimmung (Art. 530 Abs. 1 OR) zur Anwendung, die besagt, dass es sich bei der vertraglichen Bindung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln um eine einfache Gesellschaft handelt!

Mit anderen Worten: Durch diese Form der Kooperation ist zwischen Musiker und Vermieter eine einfache Gesellschaft entstanden. Das hat aus rechtlicher Sicht einige Auswirkungen: Zum Beispiel haften bei der einfachen Gesellschaften alle Gesellschafter, ohne Rücksicht auf Art oder Grösse ihres Beitrages, solidarisch (Art. 544 Abs. 3 OR).

Nach den Regeln der Solidarität kann sich ein Gläubiger aussuchen, von welchem Schuldner respektive Gesellschafter er welchen Teil einer Forderung eintreiben will. Man kann als Gläubiger also wählen, ob man vom Gesellschafter A die vollen 100% der Schuld verlangt oder z.B. 70% von Gesellschafter A und 30% von Gesellschafter B einfordert. Meistens hält man sich der Einfachheit halber an nur einen Schuldner – und zwar an denjenigen, der die höchste Zahlungsfähigkeit aufzuweisen scheint.

Aus diesem Grund kommt es bei einfachen Gesellschaften häufig vor, dass ein einzelner Gesellschafter die ganze Forderung begleichen muss. Dies obwohl eigentlich alle Gesellschafter zu gleichen Teilen für die Schulden haften. Eine Bestimmung über die Solidarhaftung (Art. 148 Abs. 2 OR) heisst jedoch: Zahlt ein Solidarschuldner mehr als seinen Pflichtanteil, hat er für den Mehrbetrag ein Rückgriffsrecht auf alle anderen Schuldner.

Konsequenzen für die Urheberrechtsentschädigung

Die beschriebenen zwei Arten der Kooperation bei Konzertveranstaltungen haben Einfluss darauf, wer für die Bezahlung der Urheberrechtsentschädigung verantwortlich ist und wie die entsprechenden Forderungen von der SUISA gehandhabt werden.

Miete

Bei einem reinen Mietvertrag erhält der Musiker einen Raum zur Verfügung gestellt und wird selber zum Veranstalter. Als Veranstalter muss er sämtliche Bewilligungen bei Behörden und auch die notwendigen Lizenzen für die Musiknutzung einholen. Das heisst: Er muss das Konzert bei der SUISA melden und die Urheberrechtsentschädigung dafür bezahlen.

Unter zwei Bedingungen kann auf die Abrechnung durch die SUISA verzichtet werden: Erstens der oder die Musiker sind die einzigen beteiligten Urheber sämtlicher aufgeführten Werke und zweitens an keinem der Werke ist ein Verleger beteiligt.

Einfache Gesellschaft

Teilen sich der Vermieter und die Band das Erfolgsrisiko der Veranstaltung, so entsteht wie oben beschrieben eine einfache Gesellschaft. Dabei bestimmt das Gesetz, dass die Gesellschafter grundsätzlich Gewinn und Verlust zu gleichen Teilen tragen sofern sie keine abweichende Vereinbarung getroffen haben (Art. 533 Abs. 1 OR). Auch organisatorische Fragen oder die Regelung der Kostentragung können frei zwischen den Gesellschaftern vereinbart werden.

In einem Gesellschaftsvertrag – auch wenn er als Engagement- oder Mietvertrag bezeichnet ist – könnte so auch dem Musiker zugewiesen werden, dass er für die Urheberrechtsentschädigung aufkommen muss oder für das Einholen der Lizenz für die Musiknutzung verantwortlich ist.

Wie zuvor festgehalten kann der Musiker bei der reinen Miete als alleiniger Veranstalter unter gewissen Voraussetzungen auf die Wahrnehmung seiner Rechte verzichten. Diese Voraussetzungen sind aber nicht erfüllt, wenn dem Künstler die Pflicht, die Urheberrechtsentschädigung zu bezahlen oder einzuholen, in einem Gesellschaftsvertrag auferlegt worden ist. Denn sobald der Vermieter am finanziellen Erfolg des Anlasses mitbeteiligt ist, also bei jeder anderen Form der Kooperation als der reinen Miete, ist die Band nicht der alleinige Veranstalter sondern die einfache Gesellschaft wird zum Veranstalter.

Wie bereits erwähnt, ist es nach den Regeln der Solidarität gestattet, dass sich ein Gläubiger aussucht, von welchem Schuldner respektive Gesellschafter er welchen Teil einer Forderung verlangen will. Dabei ist der Gläubiger nicht verpflichtet, die internen Abmachungen zwischen den Gesellschaftern zu berücksichtigen. Die SUISA wendet sich in solchen Fällen immer an die Vermieterin des Lokals.

Den Musikern muss bei solchen Konzert-Kooperationen bewusst sein: Wer einen Vertrag unterschreibt, in dem die Bezahlung der Urheberrechtsentschädigung auf den Musiker abgewälzt wird, steht in der Pflicht, den Betrag dann auch zu begleichen und den Vermieter schadlos zu halten. Auch wenn sich die SUISA immer an den Vermieter hält, kann dieser letztlich trotzdem Rückgriff nehmen. Ob der Vermieter das auch tun wird, kann im Voraus nicht beurteilt werden. Aus diesem Grund ist beim Abschluss solcher Verträge Vorsicht geboten und der Nutzen und die Risiken sind sorgfältig miteinander abzuwägen.

Zusammenfassung

Wenn der Künstler einen Veranstaltungsort mietet, ist er als Veranstalter für die Urheberrechtsentschädigung verantwortlich. Er kann aber auf die Wahrnehmung durch die SUISA verzichten, wenn nur eigene Lieder gespielt werden, an denen keine Dritte, egal ob Urheber oder Verlag beteiligt sind.

Geht der Künstler mit dem Veranstaltungsort eine Kooperation ein, aus der rechtlich eine einfache Gesellschaft hervorgeht, so wird sich die SUISA bezüglich der Urheberrechtsentschädigung immer an den Vermieter halten. Der Künstler muss sich aber bewusst sein, dass ein Rückgriff des Vermieters auf ihn möglich ist.

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  1. Nicolo battaglia sagt:

    Que faire pour un concert donne d’ans urne eglise qui pay un forfet ?

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Die Urheberrechtsentschädigung für ein Konzert muss vom Veranstalter bezahlt werden. Wie ist die rechtliche Situation, wenn Musiker und Veranstalter den Anlass in einer Form der Kooperation gemeinsam durchführen? Text von Fabian Niggemeier und Manu Leuenberger

Band-live-im-Konzertclub

Begeisterung im Konzertclub. Für die Bezahlung der Urheberrechtsentschädigung ist der Konzertveranstalter verantwortlich. (Foto: Andrey Armyagov / Shutterstock.com)

Für die Bezahlung der Urheberechtsentschädigung bei Engagement-Verträgen ist der Konzertveranstalter verantwortlich. Über diesen Grundsatz und diesbezügliche rechtliche Aspekte informiert der Artikel «Engagement-Vertrag: Muss der Künstler SUISA-Beitrag zahlen?» aus der Mitgliederzeitschrift SUISAinfo 1.12 (Artikel als PDF).

Es kommt vor, dass  Anlässe von Bands selber oder in Kooperation mit einem Dritten durchgeführt werden. In diesen Fällen ist die Form der Kooperation zwischen Band und Veranstalter ausschlaggebend dafür, wer die Urheberrechtsentschädigung zahlen muss.

Formen der Kooperation von Künstler und Veranstalter

Aus rechtlicher Sicht müssen bei gemeinsam organisierten…Weiterlesen

4 Tipps, wie du zu deinen Konzert-Tantiemen kommst

Der Open-Air-Sommer läuft auf Hochtouren. Unmittelbar danach steht das Winterhalbjahr mit vielen Indoor-Konzerten vor den Club-Türen. Auch deine selber geschriebenen Songs werden live an Konzerten gespielt? Hier sind 4 Tipps, wie du zu deinen Tantiemen kommst.

(Foto: Marcel Grubenmann)

Ein Konzert mit deiner Musik ist etwas wert! Die Konzert-Gage ist der Lohn dafür, dass du live spielst. Für das Komponieren der Songs hast du ebenfalls etwas verdient: Das sind deine Tantiemen. Die SUISA kann für dich das Einziehen der Tantiemen übernehmen. Wenn du das möchtest, solltest du diese 4 Tipps beachten:

  1. Werde Mitglied bei der SUISA
    Eine Band als Ganzes kann nicht Mitglied sein. Nur die einzelnen Bandmitglieder können Mitglied werden. Voraussetzung ist, dass ihr die Musik oder die Texte selber schreibt. Am besten werden alle mitbeteiligten Songkomponisten Mitglieder bei der SUISA. Wenn die Band gemeinsam einen Song komponiert, aber noch nicht alle beteiligten Bandmitglieder SUISA-Mitglieder sind, ziehen wir für den Song die Tantiemen ein und stellen das Geld für die Nicht-Mitglieder während fünf Jahren zurück. Wenn ein Bandmitglied innerhalb dieser fünf Jahre der SUISA beitritt, erhält er dieses Geld ausbezahlt.
  2. Melde deine Werke bei uns an
    Alle Werke, die ihr aufführt, auf einen Tonträger aufnehmt oder im Internet anbietet, solltet ihr mit Angabe aller Beteiligten sofort anmelden. Nur wenn die Werke korrekt angemeldet sind, können wir die euch zustehenden Einnahmen verteilen.
  3. Informiere uns, wenn du umgezogen bist oder deine Adresse geändert hat
    Teile uns jede Adressänderung und/oder Änderungen der Zahlungsadresse umgehend mit. Liegt der SUISA keine gültige Adresse vor, werden keine Tantiemen mehr ausbezahlt, bis die neue Adresse vorliegt. Nach fünf Jahren ohne gültige Kontaktangaben verfällt die Mitgliedschaft bei der SUISA.
  4. Kontaktiere uns, wenn du Fragen zu deiner Abrechnung hast
    Wenn du eine Frage zu einer Abrechnung von uns hast, dann kontaktiere unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abrechnungsauskunft.

Weiterführende Informationen:
Werkanmeldung leicht gemacht: Mit diesem Ratgeber aus unserer Mitgliederzeitschrift SUISAinfo registrierst du deine Werke ohne Mühe und einwandrei.

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