Die betrieblichen Einnahmen des SUISA Konzerns belaufen sich auf insgesamt CHF 232 Mio., 5,5 % höher als im Vorjahr. Davon stammen CHF 161 Mio. (+ 5,8 %) aus dem Kerngeschäft im Inland, der Lizenzierung von Urheberrechten für Nutzungen in der Schweiz und in Liechtenstein. Weitere CHF 13 Mio. (+ 2,1 %) konnten aus der Nutzung des SUISA-Repertoires im Ausland eingenommen werden. Die Einnahmen aus der weltweiten Lizenzierung des von uns vertretenen Repertoires im Bereich Audio on Demand (AoD) erreichen CHF 42 Mio. (- 7,6 % im Vergleich zum Vorjahr); CHF 13 Mio. davon stammen aus der Nutzung von Werken von Urheber/innen, die von der SUISA Genossenschaft vertreten werden. Insgesamt erzielt der SUISA Konzern damit Lizenzeinnahmen aus Urheberrechten von CHF 216 Mio., ein Anstieg von 2,7 % gegenüber dem Jahr 2024. Die betrieblichen Nebeneinnahmen belaufen sich auf CHF 16 Mio. Diese sind 67,1 % höher als im Vorjahr, insbesondere aufgrund der Auflösung von Delkredere-Rückstellungen.
Die wichtigsten Säulen des Gesamtertrags aus dem Kerngeschäft bilden die Aufführungsrechte, die 30 % der Lizenzeinnahmen aus Urheberrechten ausmachen und damit erstmals die Senderechte (28 %) überholt haben. Darauf folgt mit 19 % der Bereich AoD mit dem weltweiten Inkasso.
Tiefere Kosten
Der ordentliche Aufwand (ohne Buchverluste auf dem Wertschriftenportfolio) von CHF 38 Mio. ist trotz steigendem Arbeitsvolumen dank wirksamen Automatisierungsschritten weiterhin sinkend (– 7 % gegenüber dem Vorjahr). Damit erreichen wir ein Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag von 16,4 % (Vorjahr 18,2 %). Dieses gute Verhältnis ist unter anderem auch der Auflösung von Wertberichtigungen in Zusammenhang mit den Investitionen in das Joint Venture Mint zu verdanken. Mit diesem Ertragsergebnis konnte auch die Verteilsumme an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland erneut gesteigert werden. Diese erreicht nun einen weiteren Rekordstand von CHF 192 Mio. (+2,4 % im Vergleich zum Vorjahr).
Entscheidung zur Finanzierung der SRG – mehr Musik in den Sendeprogrammen
Im Berichtsjahr haben uns das Volksbegehren zur Halbierung der Haushaltsabgabe für die SRG und die vorgesehene Befreiung der Unternehmen von dieser Abgabe beschäftigt. Nach einem für die Kulturschaffenden herausfordernden Abstimmungskampf hat das Schweizer Stimmvolk mit 62 % der Stimmen klar «Nein» gesagt zu einer weiteren Aushöhlung der finanziellen Grundlagen für den medialen Service public. Die staatliche Finanzierung der SRG wird in den nächsten Jahren trotzdem sinken. Das sieht die Verordnungsänderung des Bundesrates zum Radio-/TV-Gesetz bereits vor. Umso entscheidender wird es in den nächsten Monaten sein, mehr über die Inhalte des Service public und weniger über das Geld zu reden. Der Bundesrat muss die Konzession der SRG erneuern. Die Kulturschaffenden werden darauf achten, dass die Vermittlung von Kultur und damit auch der Schweizer Musik im Programmschaffen der SRG einen prominenten Platz einnimmt.
KI in der Musik und in der SUISA
Die rasante Entwicklung der generativen künstlichen Intelligenz (KI) fordert die Gesellschaft, aber auch unsere Arbeit als Verwertungsgesellschaft heraus. In der täglichen Lizenzierungs- und Verteilungsarbeit können immer mehr Anwendungen durch den Einsatz von KI automatisiert und damit beschleunigt und verbessert werden, was sich positiv auf die Kosten auswirkt. Vermehrt entsteht jedoch auch Musik unter dem Einsatz von KI. Dazu werden vorbestehend geschützte Musikwerke zum Training von KI-Modellen verwendet. Als Resultat entstehen neue Musikerzeugnisse. Wie damit umzugehen ist, darüber streiten sich weltweit die Experten, urteilen die Gerichte und beschäftigen sich die Gesetzgeber mit Regulierungen. Die Kreativbranche befürchtet eine unlautere Konkurrenz der unter reiner Anwendung von KI geschaffenen Musik zu den von Urheberinnen und Urhebern geschaffenen Musikwerken. Auf der anderen Seite stehen die Interessen der Technologiekonzerne, einen möglichst einfachen, vorzugsweise lizenzfreien Zugang zu den Musikwerken zu bekommen. Die SUISA ist aktiv in dieser Frage und wird sich dafür einsetzen, dass die berechtigten Interessen der Urheber/innen, Verleger/innen und weiterer Rechteinhaber/innen bei einer künftigen Regulierung beachtet und fair vergütet werden.
Generationenwechsel in der Geschäftsleitung
Der SUISA-Vorstand beschäftigte sich im Berichtsjahr intensiv mit dem Prozess zur Ablösung der heutigen dreiköpfigen Geschäftsleitung, die gestaffelt Ende 2026 (Irène Philipp Ziebold), Mitte 2027 (Andreas Wegelin) und im Frühjahr 2028 (Vincent Salvadé) in Pension geht. Erste Entscheidungen konnten mit der Wahl von Claudia Kempf und Toni Falzetta als Departementsleiter/innen Mitgliederdienste bzw. Kundendienste bereits getroffen werden. Mit ihrem Amtsantritt per 1. Januar 2027 wird eine neue Organisationsstruktur in Kraft treten. Die Suche nach der Nachfolgerin oder dem Nachfolger von Andreas Wegelin wird im Jahre 2026 eine wichtige Aufgabe des Vorstands sein, um die künftigen Weichen für die Zukunft der SUISA richtig zu stellen.
Aufführungsrechte erstmals höher als Senderechte
Die SUISA konnte das Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 erneut verbessern. Die betrieblichen Einnahmen des SUISA Konzerns stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf 231,7 Millionen Franken. Massgeblich dazu beigetragen haben die Aufführungsrechte, deren Erträge um 6,8 % auf 64,5 Millionen Franken zunahmen. Damit lagen sie 2025 erstmals über den Senderechten, die mit 60,8 Millionen Franken nahezu stabil blieben (2024: 60,7 Millionen Franken).
Positiv entwickelten sich auch die Vergütungsansprüche, die um 10,6 % auf 16,4 Millionen Franken anstiegen. Bei den Online-Rechten zeigte sich ein differenziertes Bild: Während die Online-Einnahmen in der Schweiz und in Liechtenstein um 20,5 % auf 15,8 Millionen Franken zunahmen, gingen die weltweit verwalteten Rechte für die Online-Nutzung von Musik um 7,6 % auf 41,6 Millionen Franken zurück. Die Einnahmen aus den Vervielfältigungsrechten erhöhten sich um 10,5 % auf 3,7 Millionen Franken. Ungeachtet dieses Anstiegs setzt sich der langfristige Rückgang bei physischen Tonträgern infolge der fortschreitenden Digitalisierung fort. Die Einnahmen aus dem Ausland stiegen leicht um 2,1 % auf 12,8 Millionen Franken.




