Kreatives Teamwork am SUISA Songwriting Camp 2018 | mit Video

Zum zweiten Mal führte die SUISA in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions ein Songwriting Camp durch. Austragungsort waren wie bei der Premiere vergangenes Jahr die Powerplay Studios in Maur. Insgesamt nahmen 36 Musikerinnen und Musiker aus 8 Ländern an der 3-tägigen Veranstaltung im Juni 2018 teil. Entstanden sind 19 Pop-Songs von unterschiedlicher stilistischer Ausprägung. Text und Video von Manu Leuenberger

Das musikalische Ziel des SUISA Songwriting Camps 2018 war, radiotaugliche Pop-Songs mit Hitparadenpotential zu komponieren, die stilistisch alle Facetten des zeitgemässen Pop – in der Bandbreite von «urban» bis Singer/Songwriter – umfassen konnten. Die eingeladenen Musikerinnen und Musiker komponierten in Teams von drei bis vier Personen innerhalb eines Tages einen Song. Die personelle Besetzung der Gruppen änderte täglich, sodass die Musikerinnen und Musiker immer wieder mit anderen Kollaborationspartnern an neuen Songs arbeiten.

Songwriting Camp in der Popmusik etabliertes Format

Solche Songwriting-Camps sind im internationalen Popmusik-Geschäft ein etabliertes Produktionsformat. Ein Vorteil dieses Formats sei, dass Musiker zusammenkämen, die sonst nicht miteinander arbeiten würden, erklärte Pele Loriano, der künstlerische Leiter der Veranstaltung, in einem Artikel in der «NZZ» (Ausgabe vom 19.10.2017) im Zusammhang mit dem letztjährigen SUISA-Camp: «Dadurch steigt die Chance, dass in einem Team eine spezielle Chemie entsteht, die die Inspiration begünstigt. Das Tolle am Teamwork ist, dass man auf Ideen kommt, auf die man selbst nicht gekommen wäre.»

Die ausländischen Produzenten und Songwriter reisten auf Einladung von Pele Loriano an den Greifensee und stammten dieses Jahr aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Belgien, USA, Schweden und Kanada. Bei der Auswahl der Künstler aus der Schweiz hatte der künstlerische Leiter dieses Mal sprichwörtlich die Qual der Wahl: Auf die öffentliche Ausschreibung der Teilnahmeplätze für SUISA-Mitglieder hin waren 75 Bewerbungen eingegangen. Die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber überstieg damit die Zahl der zur Verfügung stehenden Teilnahmeplätze um ein Vielfaches.

Viele SUISA-Mitglieder interessiert und mit dabei

Um dem grossen Interesse gerecht zu werden, wurden die geplanten fünf Teams kurzerhand auf sechs Songwriting-Gruppen pro Tag aufgestockt. Dadurch konnten noch mehr Mitglieder der SUISA als ursprünglich vorgesehen vom Angebot profitieren, gemeinsam mit internationalen und nationalen Songwritern zu komponieren und sich vom musikalischen Austausch inspirieren zu lassen.

Verteilt über die drei Veranstaltungstage vom 18. bis 20. Juni 2018 nahmen insgesamt 36 Musikschaffende am Songwriting Camp teil. Von den 26 teilnehmenden SUISA-Mitgliedern stammten sechs aus der welschen Schweiz sowie drei aus dem Tessin und die restlichen aus der Deutschschweiz. Rund 40% aller Teilnehmenden waren Musikerinnen (14 Künstlerinnen, 22 Künstler).

An der abschliessenden «Listening Session» am Mittwochabend konnten sich Künstler und Gäste – darunter Vertreter von Musikverlagen – die vielseitigen Arbeitsresultate aus den Songwriting-Sessions anhören. Entstanden sind 19 Pop-Songs unterschiedlichster musikalischer Couleur; von Ballade über Chanson bis zu «Indie-Pop» und Dance-Track, mit Texten ebenso in französischer, italienischer wie englischer Sprache. Die Zukunft wird weisen, wie erfolgreich diese Demo-Songs aus der «Hit-Schmiede made in Switzerland», wie die «Aargauer Zeitung» das SUISA Songwriting Camp in der Ausgabe vom 1.2.2018 nannte, ihren Weg zu den Zuhörerinnen und Zuhörern finden werden.

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Offen für Neues am Festival Murten Classics

Am Samstag, 25. August 2018, lädt das Festival Murten Classics zusammen mit der SUISA ein, einen Tag lang in die Welt der zeitgenössischen Musik einzutauchen. Es werden drei Konzerte mit Werken von 13 Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher Generation, Herkunft und Ästhetik, gespielt. Das Rahmenprogramm des Tages gibt dem Publikum die Möglichkeit, mehr über das Unterwegssein im heutigen musikalischen Umfeld zu erfahren oder über die neuen Kompositionen zu diskutieren. Text von Erika Weibel und Manu Leuenberger

Offen für Neues am Festival Murten Classics

Die Komponistin Cécile Marti war für ihre musikalischen Studien unterwegs in Zürich, Luzern und Basel und erarbeitete in London ihre Dissertation. Ihr Streichquartett «Trapez» ist eines von 13 Werken, das am 25.8.2018 in der Konzertreihe «Offen für Neues» am Festival Murten Classics zu hören sein wird. (Foto: Suzie Maeder)

Das Festival Murten Classics feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsausgabe findet vom 12. August bis am 2. September 2018 statt. Das diesjährige Festivalprogramm unter dem Motto «unterwegs – en chemin» will eine musikalische Zeitreise durch fünf Jahrhunderte ermöglichen und stellt dabei die negativ behafteten Begriffe Flucht, Migration und Emigration bewusst an die Seite inspirierender Wanderungen und Reisen von Komponisten und Künstlern.

Seit Langem pflegt das Festival Murten Classics in seinem Programm mit der Konzertreihe «Offen für Neues» das Repertoire der zeitgenössischen Musik. «Diese Konzerte appellieren an die Neugierde des Publikums, und das Publikum wird meistens nicht enttäuscht», erklärte der künstlerische Leiter des Festivals, Kaspar Zehnder, in einem Interview mit den «Freiburger Nachrichten».

In Zusammenarbeit mit der SUISA offeriert das Festivalprogramm dieses Jahr gleich einen ganzen Tag der Begegnungen: Im Rahmen der Konzertreihe «Offen für Neues» werden am Samstag, 25. August 2018, im Kulturzentrum im Beaulieupark in Murten vom Vormittag bis am späteren Nachmittag drei Konzerte mit Werken von 13 verschiedenen zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten zu hören sein.

In einem Rahmenprogramm inklusive der Möglichkeit zum Mittagessen kann das Publikum von Fachpersonen und Künstlern mehr über das heutige Dasein als Musikschaffender und das aktuelle Musikschaffen erfahren oder darüber diskutieren. Neben einer Einführung zum Auftakt am Morgen finden tagsüber zu den Konzerten moderierte Gesprächsrunden mit den anwesenden Komponisten statt, bei denen das Publikum auch Fragen zu Entstehung und Werdegang der Werke stellen kann.

Getreu dem diesjährigen Festivalmotto «unterwegs – en chemin» stammen die an diesem Tag aufgeführten Werke von Urhebern, die mit der Schweiz verbunden «unterwegs» sind. Diese Komponistinnen und Komponisten sind aus der Schweiz ausgewandert, in die Schweiz eingewandert, stets an einem anderen Ort oder von Ort zu Ort geflüchtet.

Welche Klangwelten sich durch diese Lebenswege und -erfahrungen entfalten, können Zuhörer an diesem Tag der musikalischen Begegnungen erleben und erfahren. Tageskarten für diese Veranstaltung vom 25. August 2018 in der Konzertreihe «Offen für Neues» sind inklusive oder exklusive Mittagessen erhältlich auf der Website des Festivals.


Programm: «Offen für Neues», ein Tag der Begegnungen am Murten Classics

Samstag, 25. August 2018

Veranstaltungsort
Das Kleintheater KiB (Kultur im Beaulieu)

Motto: Unterwegs – en chemin.
Verschiedene Lesarten eines Festivalthemas
Aus der Schweiz emigriert
In die Schweiz immigriert
Stets unterwegs
Auf der Flucht

10 Uhr – EINFÜHRUNG
Dr. Irène Minder-Jeanneret
Moderation: Dr. Roman Brotbeck

Konzert 1 (ca. 11–12 Uhr)
WAVES FROM ANOTHER WORLD

Giorgio Tedde (*1958): Atlas (2005) für Flöte und Streichtrio
Katrin Frauchiger (*1967): Mare nostrum (2015) für Flöte und Streichtrio
Aram Hovhannisyan (*1984): Litanies I-IV (2008/09) für Klavier
Jean-Luc Darbellay (*1946): Waves (2011) für Flöte und Altflöte
Fritz Voegelin (*1943): Dual (2009/10) für Altflöte und Streichtrio

Ana Ioana Oltean, Flöte
Gilles Grimaître, Klavier
Ensemble mit vier: Kaspar Zehnder, Flöte/Altflöte; Charlotte Zehnder, Violine; Dorothee Schmid,Viola; Urs Fischer, Violoncello

Konzert 2 (ca. 13.30 – 14.30 Uhr)
IMMIGRATION – EMIGRATION

Maria Niederberger (*1949): Mountain visions (2009/10) für Violine solo
Maria Niederberger (*1949): Hommage à Frédéric Chopin (2008/09) für Klavier solo
Thomas Fortmann (*1951): Burleske «Elena e Greta»für zwei Flöten und Klavier
Jan Beran (*1959): «Strange words the wind tossed» für Violine und Klavier
Jan Beran (*1959): «Leis wie eine Märchenweise» für Klavier solo
Wael Sami Elkholy (*1976): «Skies’ Calls» (2011) für Stimme und Tonband

René Kubelik, Violine
Patrizio Mazzola, Klavier
Ana Ioana Oltean, Flöte
Kaspar Zehnder, Flöte
Wael Sami Elkholy, Stimme

Konzert 3 (ca. 16–17 Uhr)
ROOTS AND GREAT PLACES

Daniel Schnyder (*1961): 4. Streichquartett «Great places» – Shanghai 1928, Havana 1952, Paris 1901, Casablanca 1933, New York City 1964
Cécile Marti (*1973): Trapez (2012)
Iris Szeghy (*1956): Aria (2007/16)
Marco Antonio Perez-Ramirez (*1964): Primitive Dream (2009)

Belenus Quartett: Seraina Pfenninger, Violine; Anne Battegay, Violine; Esther Fritzsche, Viola; Jonas Vischi, Violoncello

www.murtenclassics.ch

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Am Samstag, 25. August 2018, lädt das Festival Murten Classics zusammen mit der SUISA ein, einen Tag lang in die Welt der zeitgenössischen Musik einzutauchen. Es werden drei Konzerte mit Werken von 13 Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher Generation, Herkunft und Ästhetik, gespielt. Das Rahmenprogramm des Tages gibt dem Publikum die Möglichkeit, mehr über das Unterwegssein im heutigen musikalischen Umfeld zu erfahren oder über die neuen Kompositionen zu diskutieren. Text von Erika Weibel und Manu Leuenberger

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Die Komponistin Cécile Marti war für ihre musikalischen Studien unterwegs in Zürich, Luzern und Basel und erarbeitete in London ihre Dissertation. Ihr Streichquartett «Trapez» ist eines von 13 Werken, das am 25.8.2018 in der Konzertreihe «Offen für Neues» am Festival Murten Classics zu hören sein wird. (Foto: Suzie Maeder)

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Schweizer Kompositionen am Festival Archipel

Die zeitgenössischen Schweizer Komponistinnen und Komponisten haben viel zu bieten. Der Beweis dafür war am Festival Archipel am 21. März 2018 anlässlich eines Konzerts zu Ehren von vier einheimischen Komponisten zu hören. Gastbeitrag von Sébastien Cayet

Schweizer Kompositionen am Festival Archipel

Die in Zürich geborene und in den USA arbeitende Schweizer Komponistin Katharina Rosenberger und Festivaldirektor Marc Texier beim Einführungsgespräch zum «Schweizer Konzertabend» am Festival Archipel am 21. März 2018 in Genf. (Foto: Manu Leuenberger)

Das Festival Archipel lud – unterstützt von der SUISA, der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik – zu einem zweiteiligen Abend ein. Vor dem Konzert empfing der Festivalleiter Marc Texier die Komponistin Katharina Rosenberger und den Komponisten Michael Pelzel zu einem Gespräch. Eine willkommene Gelegenheit, mehr über ihren Arbeitsalltag, die verschiedenen Einflüsse, ihre Kompositionsmethoden und Projekte zu erfahren.

Als Erstes fiel auf, wie gegensätzlich die Einflüsse sind: Katharina Rosenbergers musikalische Referenzen gehen auf die Renaissance, insbesondere auf Willaert und De Rore zurück, während Michael Pelzel für sein Stück aus indischen und afrikanischen Quellen schöpft und dadurch einen Kontrast zwischen westlicher und aussereuropäischer Musik und zwischen Traditionellem und Neuem herstellt. Die Aktivitäten der beiden beschränken sich allerdings nicht auf die Komposition: Sie unterrichtet in den USA, er ist als Organist tätig.

Somit müssen sie ihren Lebensunterhalt nicht ausschliesslich mit Komponieren verdienen, zumal beide bestätigen, dass die Ausbreitung des Streamings auf Kosten der CD und der Live-Darbietung geht und ihnen eine Einkommensquelle raubt oder zumindest stark verkleinert. Glücklicherweise kümmert sich die SUISA um die Urheberrechte, zu denen auch die Vergütungen für Konzerte gehören, in denen ihre Werke gespielt werden.

Schweizer Premieren und Welturaufführungen

Nach dem Gespräch begann das Konzert. Auf dem Programm standen vier Kompositionen: die Schweizer Premieren von Katharina Rosenbergers «Tempi agitati» und Oscar Bianchis «Ante Litteram» sowie die Welturaufführungen des «Etüdenbuchs zu Diabelli» von Michael Pelzel und des «Präludien-Buchs 1-4» von Mischa Käser.

Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, ein Vokalensemble aus Deutschland, interpretierten ein massgeschneidertes Repertoire, war es doch für sie komponiert worden. 2012 führten sie Oscar Bianchis und 2016 Katharina Rosenbergers Werk erstmals auf.

In «Tempi agitati» – an diesem Abend war ein Werkausschnitt zu hören – schafft Katharina Rosenberger kontrastreiche Stimmungen dank wechselnder Ästhetiken und einer der Akustik und der Architektur des Saals angepassten Inszenierung. Zu Beginn herrscht Dunkelheit. Die Solisten sitzen im Publikum. Dann gibt jemand den Auftakt zu einem lautmalerischen Dialog. Die Neuen Vocalsolisten antworten sich, lösen sich ab und unterbrechen sich mit höchster Präzision. Anschliessend begeben sie sich auf die Bühne und stimmen einen polyphonen Gesang im Renaissance-Stil an mit Bezugnahme auf Adrian Willaert und Cipriano de Rore.

Mit ihren Anspielungen auf die Renaissancemusik wollte die Komponistin die «Natürlichkeit der Stimme» wiederfinden. Die Stimmen der Solistinnen und Solisten sind rein, gradlinig und ungekünstelt, jedoch nicht emotionslos. Der Beginn von «Tempi agitati» ist charakteristisch für das Stück; die Sänger bewegen sich im Saal, lösen sich ab oder verbinden die Ästhetiken, Tempi und Charaktere und enden so, wie sie begonnen haben: im Dunkeln, ausserhalb der Bühne und fürs Publikum unsichtbar.

Jeder musikalische Effekt hat Bedeutung

Für «Ante Litteram» liess sich Oscar Bianchi von David Foster Wallaces «Infinite Jest» und von Nietzsches «Der Antichrist» inspirieren, wo er «dieselbe Empathie und Klarsicht in der Erkundung dessen wiederfinde, was den Menschen am Erkennen/Bewusstsein seiner selbst hindere». Drei Themen durchwirken das Stück: das Schlechte, die Moral und das Heil, wobei jeder musikalische Effekt seine Bedeutung hat.

Nach einem homorhythmisch gesprochenen Beginn verschieben sich die Stimmen nach und nach, die Rhythmen und die Gesangsarten ändern. Wie ein klarer und zusammenhängender Gedanke, der sich in mäandernden Reflexionen verliert. Die Dissonanzen zwischen den Soprani evozieren den Schmerz, die Imitationen von Lachen scheinen die Absurdität des Gedankens zu spiegeln, während die Variationen der Tempi den Variationen unserer eigenen inneren Erregung entsprechen.

Das Diabelli in Michael Pelzels Werk spielt weder auf den Komponisten Anton Diabelli noch auf die «Variations Diabelli» von Beethoven an. Das «Etüdenbuch zu Diabelli pour six voix a cappella» basiert auf einer Erzählung von Hermann Burger. Ein Zauberer möchte sein Leben als Künstler beenden. Die Etüden, die in einer beliebigen Reihenfolge gesungen werden können, spielen mit den Rhythmen, die durch die synchronen und asynchronen Stimmen entstehen. Ausserdem bewirken die Frauen- und Männerstimmen mit unterschiedlicher Pulsierung eine Überlagerung der Tempi und stellen so die verschiedenen Stimmen in Opposition zueinander.

Neue Vocalsolisten Stuttgart erfüllten Erwartungen vollends

Die Uraufführung des «Präludien Buchs 1-4» von Mischa Käser rundete den Abend mit einer Fülle von musikalischen Effekten ab: Überlagerung von Elementen – Sprache, Lyrik, Rhythmus –, die die Stimmen voneinander abgrenzen, Dramatisierung mit perfekt synchronisierten Seufzern, Atmungen und Überraschungsmomenten. Der Komponist wollte exotische Gesangstechniken mit bekannten und dadurch verwirrenden Klängen verbinden. Überraschung und Originalität sowie die Dichotomie zwischen der westlichen Form des Präludiums und den «exotischen Techniken» kennzeichnen das Werk.

Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart erfüllten die Erwartungen vollends und interpretierten das anspruchsvolle Repertoire mit bewunderswerter Leichtigkeit. Sie bewiesen ihre Vielseitigkeit und meisterten die Werke, Effekte und auch die Formensprache souverän. Ihre Darbietung vermittelte den Eindruck von tiefem Verständnis und perfektem Zusammenwirken zwischen den verschiedenen Ensemblemitgliedern, sodass sie diese facettenreichen Werke in allen Details erfassen und sie in ihrer Interpretation transzendieren konnten.

www.archipel.org

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«Alle meine Stücke habe ich frei aus dem Bauch heraus komponiert»

Beim Prix Walo 2018 ist Martin Nauer einer der drei Nominierten in der Sparte Volksmusik. Der Akkordeonist spielte mehr als vier Jahrzehnte lang bei der Ländlerkapelle Carlo Brunner. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat Martin Nauer im Zusammenhang mit seiner Nomination schriftlich ein paar Fragen gestellt. Text/Interview von Sibylle Roth

Martin Nauer: «Alle meine Stücke habe ich frei aus dem Bauch heraus komponiert»

Martin Nauer hat bereits als Fünfjähriger das Akkordeonspiel gelernt. (Foto: Monika Nussbaumer)

Der junge Martin Nauer fuhr mit dem «Töffli» oft nach Meierskappel, um von Walter Grob neue Fingersätze auf der Handorgel zu lernen. Er hörte seinen Vorbildern so oft wie möglich zu, denn alle Griffe und Akkorde lernte er nach Gehör. 1975 gründete er zusammen mit Carlo Brunner die Kapelle Carlo Brunner und legte damit den Grundstein für seine Karriere. Nauer absolvierte unzählige Auftritte in der Schweiz und im Ausland und spielte bei mehrere Platten- respektive CD-Aufnahmen mit.

Martin Nauer, Sie haben viele Stücke für Carlo Brunners Kapelle geschrieben: Wie sind diese Stücke genau entstanden? Haben Sie Vorgaben erhalten oder konnten Sie frei komponieren?
Martin Nauer: Gesamthaft habe ich zirka 50 Melodien komponiert. Sie alle sind auf irgendeiner der vielen CDs verewigt, die wir als Kapelle Carlo Brunner produziert haben. Bei meinen Kompositionen habe ich nie irgendwelche Vorgaben respektive Tipps bekommen oder musste mich an Empfehlungen halten. Alle meine Stücke habe ich also frei aus dem Bauch heraus komponiert.

Sie sind seit 1976 SUISA-Mitglied und viele Ihrer Kompositionen wurden von verschiedenen Verlagen herausgegeben. Können Sie mit den Vergütungen aus Ihrer SUISA-Mitgliedschaft ein finanziell sorgenfreies Leben geniessen?
Seit 1976 SUISA-Mitglied? Wie doch die Zeit vergeht! Nein, von den Vergütungen, die mir als Komponist zustehen und über die SUISA abgerechnet werden, kann ich selbstverständlich kein sorgenfreies Leben geniessen. So viele Kompositionen von mir gibt’s ja nun auch wieder nicht und so häufig werden die auch nicht gespielt, als dass die Entschädigungen viel Geld abwerfen würden. Die Tantiemen sind aber alleweil ein willkommener Zustupf, von dem sich doch auch mal was geniessen lässt.

Sie haben sich Ende 2017 aus der Kapelle von Carlo Brunner zurückgezogen. Haben Sie jetzt mehr Zeit, um eigene Stücke zu komponieren?
Meine durch den Rückzug aus der Kapelle Carlo Brunner gewonnene Zeit verwende ich nicht ausschliesslich zum Komponieren. Gleichwohl bin ich mit der Volksmusik weiterhin sehr stark verbunden, und wenn mir eine Melodie einfällt oder wenigstens die Sequenz eines neuen Tanzes, dann nehme ich die Töne auf eine Tonbandkasette auf in der offenen Erwartung, dass vielleicht mal etwas daraus wird. Da ich Noten weder schreiben noch lesen kann, bin ich auf Hilfe angewiesen, damit eine neue Melodie dann auch noch aufgeschrieben wird.

Was bedeutet die Prix-Walo-Nomination für Sie?
Die Prix-Walo-Nomination ist eine riesengrosse Freude für mich und zugleich natürlich auch eine tolle Überraschung. Als Mitglied in der Formation und als Partner von Carlo Brunner – seit über 43 Jahren – durfte ich immer auch am Erfolg von Carlo teilhaben, wenn dieser den Prix-Walo gewann. Und das war bis heute doch schon viermal der Fall. Auch für uns Kapellenmitglieder bedeuteten die Auszeichnungen jeweils eine grosse Anerkennung. Dass ich jetzt aber sogar selber für den Preis nominiert bin, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Wie gesagt, ich habe eine Riesenfreude und bin auch stolz darauf, alleine schon mit der Nominierung diese grosse Ehre erfahren zu haben.

www.prixwalo.ch, Website des Prix Walo

Die Galaverleihung des 44. Prix Walo findet am 13. Mai 2018 in den TPC-Studios in Zürich statt und wird live auf Star TV ab 20.00 Uhr übertragen. Beim Prix Walo werden Schweizer Künstler aus. Beim Prix Walo werden Schweizer Künstler aus verschiedenen Sparten ausgezeichnet. Ziel des Prix Walo ist, die Schweizer Showbranche im Allgemeinen und den Künstlernachwuchs im Unterhaltungssektor zu fördern. Die SUISA unterstützt den Prix Walo finanziell und übergibt dieses Jahr den Preis in der Sparte Volksmusik.
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«Jedem von uns fällt mal ein Stück oder eine Melodie ein»

Eine von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik ist die Formation Ils Fränzlis da Tschlin. In der Besetzung mit Domenic und Curdin Janett und deren Töchter Anna Staschia, Cristina und Madlaina musizieren sie angelehnt an die «Ur-Fränzlimusig» aus dem 19. Jahrhundert seit 2014 zusammen. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat Madlaina Janett, der Bratschistin der Formation, schriftlich Fragen über ihre Musik, das Komponieren und die Nomination gestellt. Text/Interview von Sibylle Roth

«Jedem von uns fällt mal ein Stück oder eine Melodie ein»

Ils Fränzlis da Tschlin: «Wir sind Botschafter jener Stücke, die auf ihrer Reise durch die Tanzsäle Europas im Engadin hängengeblieben sind». (Foto: Flurin Bertschinger)

Die Ur-Fränzlis aus dem 19. Jahrhundert hat Franz-Josef Waser, der aufgrund seiner kleinen Statur «Fränzli» genannt wurde, ins Leben gerufen. Sie spielten Tanzmusik und man erzählte sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von den legendären Fränzlis. Die neuen Fränzlis wurden 1982 von Men Steiner und Domenic Janett gegründet. Seit 2012 spielen sie in der Besetzung mit Klarinette, Geige, Cello, Bratsche und Kontrabass. Nach den letzten Besetzungwechseln – hinzu kamen Cristina am Cello und Anna Staschia an der Violine – sind die Frauen gegenüber den Männern in der Formation in der Überzahl.

Madlaina Janett, Ils Fränzlis da Tschlin sind seit Jahrzehnten Botschafter für Engadiner Tanzmusik. Wie ist bei Ihnen das Verhältnis zwischen traditionellen Werken und Eigenkompositionen?
Madlaina Janett, Ils Fränzlis da Tschlin: Wenn wir ein konzertantes Programm zusammenstellen, schauen wir, dass wir ungefähr zu gleichen Teilen Neukompositionen – von uns selbst und von anderen Komponisten – und überlieferte Tänzen einbauen. Dabei verfolgen wir nicht das Ziel, die Tradition zu renovieren oder zu erneuern. Wir wollen einfach eine schöne Dramaturgie im Konzert haben, die viel Abwechslung bietet und bei der wir die Zuhörer zwischendurch auch mit ungewohnteren Tönen überraschen können. Wenn wir zum Tanz spielen – was leider nur noch sehr selten vorkommt – überwiegen die traditionellen Stücke, da diese meist tanzbarer sind als die Neukompositionen, welche oft extra für die Konzertsituation geschrieben werden und wurden.
An dieser Stelle möchten wir aber noch ganz kurz einen Kommentar zum Stichwort «Botschafter der Engadiner Tanzmusik» loswerden: Wir selber würden uns nicht als solche bezeichnen. Einerseits, weil wir wie oben erwähnt nur ganz selten zum Tanz spielen und zweitens, weil es fast nicht möglich ist, zu sagen, was denn genau «Engadiner Musik» sein soll. Unsere Vorbilder, die Ur-Fränzlis des 19. Jahrhunderts, waren ja gar keine Engadiner – sie stammten aus der Innerschweiz – und haben alles Mögliche gespielt: vom Gassenhauer, über die Operettenmelodie bis zum überlieferten Walzer. Und wenn man den sogenannten «überlieferten» Stücken etwas nachforscht, kommt oft heraus, dass sie eine lange Odyssee durch die Tanzsäle des ganzen Alpenraums hinter sich haben und dass es absolut unmöglich ist, zu sagen, ob ein Stück im Engadin oder doch eher im Burgenland oder in Italien entstanden ist. Wir sind also – wenn schon – Botschafter jener Stücke, die auf ihrer Reise durch die Tanzsäle Europas im Engadin hängengeblieben sind und im Stil der lokalen Musikanten weiterentwickelt wurden.

Wie gehen Sie beim Komponieren von neuen Stücken vor? Ihre Werke wurden ja oft von jemandem alleine komponiert; haben Sie da verschiedene Vorgehensweisen?
Die Vorgehensweisen der einzelnen Fränzlimitglieder sind recht unterschiedlich: Curdin und Domenic komponieren und arrangieren viel im Auftrag und für die verschiedensten Besetzungen. Die jüngere Generation komponiert eher spontan: Wenn einem etwas in den Sinn kommt, wird es notiert. Für die Programme der Fränzlis haben wir meist keinen speziellen Druck, etwas zu komponieren. Jedem von uns fällt mal ein Stück oder eine Melodie ein. Man bringt das fertige Stück oder das Fragment in die Probe, und dann wird gemeinsam ausprobiert, ob es zu unserer Formation passt oder nicht. Genauso gehen wir übrigens vor, wenn wir Werke von Komponisten ins Programm aufnehmen, die nicht bei uns mitspielen.

Die beiden Ältesten und die Jüngste der aktuellen Formation sind SUISA-Mitglieder, Sie selber und Cristina jedoch nicht. Wie kommt das? Sind sie nicht an den Kompositionen beteiligt?
Das bedeutet nichts anderes, als dass Cristina und ich schlicht zu faul waren, um sich um das Thema SUISA zu kümmern.
Mit den je zwei Kompositionen, die es anzumelden gäbe, besteht aber auch noch nicht so ein gewaltiger Handlungsbedarf. Aber das kommt schon noch …

Was bedeutet die Prix-Walo-Nomination für Sie?
Ganz ehrlich: Wir fragen uns nach wie vor, wie man auf uns gekommen ist.
Den Prix Walo haben wir bis jetzt mit der grossen Show- und Fernsehwelt, mit Glitzerkleidern und Dirndl in Verbindung gebracht und sicher nicht mit einer Formation wie der unserigen, die fast immer in kleinen Sälen auftritt, unverstärkt und in dezentes Schwarz gekleidet.
Aber natürlich freut es uns sehr, dass man an uns gedacht hat und dass wir offenbar wahrgenommen werden, obwohl wir in vielem nicht den Anforderungen der Show- und Entertainment-Szene entsprechen.

www.fraenzlis.ch, Website Ils Fränzlis da Tschlin
www.prixwalo.ch, Website des Prix Walo

Die Galaverleihung des 44. Prix Walo findet am 13. Mai 2018 in den TPC-Studios in Zürich statt und wird live auf Star TV ab 20.00 Uhr übertragen. Beim Prix Walo werden Schweizer Künstler aus verschiedenen Sparten ausgezeichnet. Ziel des Prix Walo ist, die Schweizer Showbranche im Allgemeinen und den Künstlernachwuchs im Unterhaltungssektor zu fördern. Die SUISA unterstützt den Prix Walo finanziell und übergibt dieses Jahr den Preis in der Sparte Volksmusik.
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«Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her»«Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her» Dani Häusler ist einer von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik. Häusler hat bereits früh angefangen Klarinette zu spielen und ist heute in diversen Formationen aktiv. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat den Nominierten schriftlich interviewt. Weiterlesen
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Eine von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik ist die Formation Ils Fränzlis da Tschlin. In der Besetzung mit Domenic und Curdin Janett und deren Töchter Anna Staschia, Cristina und Madlaina musizieren sie angelehnt an die «Ur-Fränzlimusig» aus dem 19. Jahrhundert seit 2014 zusammen. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat Madlaina Janett, der Bratschistin der Formation, schriftlich Fragen über ihre Musik, das Komponieren und die Nomination gestellt. Text/Interview von Sibylle Roth

«Jedem von uns fällt mal ein Stück oder eine Melodie ein»

Ils Fränzlis da Tschlin: «Wir sind Botschafter jener Stücke, die auf ihrer Reise durch die Tanzsäle Europas im Engadin hängengeblieben sind». (Foto: Flurin Bertschinger)

Die Ur-Fränzlis aus dem 19. Jahrhundert hat Franz-Josef Waser, der aufgrund seiner kleinen Statur «Fränzli» genannt wurde, ins Leben gerufen. Sie spielten Tanzmusik und man…Weiterlesen

«Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her»

Dani Häusler ist einer von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik. Häusler hat bereits früh angefangen Klarinette zu spielen und ist heute in diversen Formationen aktiv. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat den Nominierten schriftlich interviewt. Text/Interview von Sibylle Roth

Dani Häusler: «Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her»

Der Klarinettist Dani Häusler ist einer der jüngsten Träger des «Goldenen Violinschlüssels». (Foto: Pit Bühler)

Mit 11 Jahren hat Dani Häusler angefangen, Klarinette und Saxophon zu spielen, und trat kurz darauf bereits mit seiner ersten Band, den Gupfbuebä, auf. Er hat klassische Musik studiert und mit den Formationen Pareglish und Hujässler die moderne Volksmusik geprägt. 1987 ist Dani Häusler der SUISA beigetreten. Er unterrichtet Klarinette, ist Volksmusikredaktor beim SRF, Dozent an der Hochschule Luzern und wurde letztes Jahr mit dem Goldenen Violinschlüssel geehrt.

Dani Häusler, Sie haben klassische Musik studiert und auch schon klassische Stücke für die Volksmusik arrangiert, zum Beispiel «Ländlerische Tänze» von Mozart. Wie vermischen sich die beiden Musikrichtungen?
Dani Häusler: Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her. Mozart-Tänze kann man vom Notentext her ziemlich genau eins zu eins übernehmen. Der Unterschied zeigt sich dann aber in der Interpretation – klassische Musiker spielen gepflegter, Volksmusiker ungehobelter. Hier drin liegt ein grosser Reiz für mich.

Sie widmen sich sowohl der neuen als auch der traditionellen Volksmusik. Wie unterscheiden sich die beiden Stile und was machen Sie lieber: Neues komponieren oder das Traditionelle interpretieren?
Die «neue» Volksmusik ist grundsätzlich anspruchsvoller. Vieles ist auf eine Konzertsituation ausgerichtet. Die traditionelle Volksmusik zelebriert eher das gemütliche Beisammensein mit Essen, Trinken und Tanzen. Komponieren kann man traditionell oder modern – wobei das «Neue» meist mit mehr Aufwand verbunden ist. Leider fehlt mir seit einigen Jahren die Zeit dazu.

Sie sind Volksmusikredaktor bei der Musikwelle. Wie sieht es aktuell mit der Volksmusik in der Schweiz aus?
Gut. Aber es kommt immer drauf an, wo man hinschaut. Die Schwyzerörgeli-Formationen boomen wie verrückt, Bläserkapellen sind massiv zurückgegangen. Grundsätzlich fehlt aber am meisten das Publikum. Grossanlässe boomen zwar, Volksmusik-Abende in Restaurants jedoch werden immer schwieriger durchzuführen.

Was bedeutet die Prix-Walo-Nomination für Sie?
Ich freue mich – mein Leben wird sich aber nicht ändern.

www.danihaeusler.ch, Website von Dani Häusler
www.prixwalo.ch, Website des Prix Walo

Die Galaverleihung des 44. Prix Walo findet am 13. Mai 2018 in den TPC-Studios in Zürich statt und wird live auf Star TV ab 20.00 Uhr übertragen. Beim Prix Walo werden Schweizer Künstler aus verschiedenen Sparten ausgezeichnet. Ziel des Prix Walo ist, die Schweizer Showbranche im Allgemeinen und den Künstlernachwuchs im Unterhaltungssektor zu fördern. Die SUISA unterstützt den Prix Walo finanziell und übergibt dieses Jahr den Preis in der Sparte Volksmusik.
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Dani Häusler ist einer von drei Nominierten beim Prix Walo 2018 in der Sparte Volksmusik. Häusler hat bereits früh angefangen Klarinette zu spielen und ist heute in diversen Formationen aktiv. Die SUISA übergibt am 44. Prix Walo den Preis in der Sparte Volksmusik und hat den Nominierten schriftlich interviewt. Text/Interview von Sibylle Roth

Dani Häusler: «Vieles in unserer Volksmusik kommt von der Klassik her»

Der Klarinettist Dani Häusler ist einer der jüngsten Träger des «Goldenen Violinschlüssels». (Foto: Pit Bühler)

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20 000 Franken und ein imaginäres Kompositionsprojekt

Über das kreative Schaffen zu diskutieren, ist alles andere als einfach. Der Verein Jazzy Jams und die SUISA haben sich deshalb anlässlich des Festivals Jazz in Bess in Lugano etwas Besonderes einfallen lassen. Die Tessiner Komponistin Maria Bonzanigo und die Komponisten Pietro Viviani und Damiano Merzari erarbeiteten vor Publikum ein imaginäres Kompositionsprojekt. Das Ergebnis war äusserst spannend und nahm die Zuschauer mit auf die Reise in die Gedankenwelt von Urhebern. Gastbeitrag von Zeno Gabaglio

Jazz in Bess: 20 000 Franken und ein imaginäres Kompositionsprojekt

Zeno Gabaglio (Ko-Moderation), Maria Bonzanigo, Pietro Viviani, Alessandro Zanoli (Moderation) und Damiano Merzari (im Bild v.l.n.r.) haben ihre privatesten kreativen Vorgehensweisen beim Komponieren diskutiert. (Foto: Erika Weibel)

Ein Abend zum Thema des musikalischen Schaffens kann sehr langweilig sein. Vor allem deshalb, weil das Thema an sich Rätsel aufgibt ist – vergleichbar mit jenen Rätseln, die jede Schöpfungsgeschichte umgeben. Die Erklärung des musikalischen Schaffens führt im Allgemeinen zu zwei unerfreulichen Ergebnissen: zielloses Umherirren zwischen widersprüchlichen philosophischen Auffassungen oder die totale Ablehnung von etwas, das von Natur aus Logik und Erklärungen widerspricht.

Im Wissen über diese Ausgangslage haben der Verein Jazzy Jams und die SUISA am Donnerstag, dem 25. Januar 2018, einen Abend in der Schweizerischen Nationalphonothek in Lugano veranstaltet, der dem musikalischen Schaffen gewidmet war. Da stellte sich natürlich die Frage, wie man den Abend gestalten kann, ohne in der oben beschriebenen, schicksalhaften Sackgasse zu landen.

Spontanes Komponieren vor Publikum

Die Idee war, drei eingeladene Musikurheber direkt ins Thema eintauchen zu lassen; in eine Situation, die so praxisbezogen und konkret ist, dass es weder Platz für philosophische Diskussionen noch peinliches Schweigen gibt.

Aber wie genau? Indem wir jedem von ihnen eine Einladung eines imaginären Komitees zukommen liessen. Sie wurden eingeladen, an einem neuen Projekt mitzuarbeiten. Der Text, der erst zu Beginn des Treffens enthüllt wurde, war folgender:

«Jazzy Jams will seinen neuen Saal mit einer Reihe von Konzerten einweihen und lädt Musiker aus der italienischsprachigen Schweiz ein, spontan ein künstlerisches Werk zu konzipieren. Es handelt sich um eine Aufführung in einem modular aufgebauten und technisch gut ausgestatteten Raum mit einer Kapazität von 400 Plätzen. Das Kompositionsbudget beträgt Fr. 5000, für die Realisierung stehen Fr. 15 000 zur Verfügung. Die Zeit für Konzeption/Realisierung beträgt neun Monate. Es gibt keine Vorgaben zu Musikstil oder Dauer, und der Komponist wird einen ganzen Abend für sich haben.»

Bedingung für jeden Urheber respektive die Urheberin war lediglich, der Öffentlichkeit seinen ganz eigenen kreativen schöpferischen Prozess aufzuzeigen – in einer Art laut ausgesprochenem inneren Dialog.

Maria Bonzanigo, Pietro Viviani und Damiano Merzari (von der Band The Pussywarmers) haben sich grosszügig für dieses Projekt zur Verfügung gestellt, indem sie – in einem ungewöhnlichen öffentlichen Brainstorming – ihre normalerweise privatesten kreativen Vorgehensweisen enthüllten.

Verschiedene Musikstile, verschiedene Herangehensweisen

Das Ergebnis war fesselnd: mitreissend, überraschend und manchmal auch ironisch. Unter anderem, weil die Musikgattungen (Theater- und Konzertmusik bei Bonzanigo; Jazz, Soundtracks und Konzertmusik bei Viviani; Independent-Rock bei Merzari) äusserst unterschiedliche Zugänge zum gleichen Phänomen aufgezeigt haben, die wir – einfallslos, aber stolz – alle mit dem gleichen Begriff «Musik» bezeichnen.

Aus der Diskussion sind – neben soliden technischen und poetischen Gewissheiten – auch verschiedene Zweifel und Fragen hervorgegangen. Und vielleicht waren das die interessantesten Momente des Anlasses. Sie enthüllten den kreativen Prozess nicht nur als eine Gleichung, die mit einem einzigen möglichen Ergebnis gelöst werden kann, sondern auch als ein Stück Leben, das es zu bereisen gilt, mit den unvermeidlichen damit einhergehenden Überraschungen.

Im zweiten Teil des Abends ist das Thema des Schaffensprozesses etwas in den Hintergrund gerückt; es ging um die Frage, ob kreatives Schaffen lehrbar sei. Und wenn ja, wie?

Tamara Basaric vom Conservatorio della Svizzera italiana, Giorgio Meuwly und Marco Conti von der Scuola di Musica Moderna sowie Andrés Ortiz von der Scuola di Musica e di Arti Creative waren die Didaktiker (sowie Urheber) und antworteten in einer ebenso fachmännischen wie spannenden Art und Weise.

Links
Jazz in Bess
Maria Bonzanigo
Pietro Viviani
The Pussywarmers

Der Gastautor Zeno Gabaglio ist SUISA-Vorstandsmitglied, Komponist und war Ko-Moderator der Gesprächsrunde am Jazz in Bess.

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M4music Urheberrechtsstreitgespräch: Goldgrube Streaming?

Die SUISA präsentiert am M4music 2018 eine Panel-Diskussion zum Thema «Streaming». Die Teilnehmer diskutieren unter anderem, ob die Künstler fair am boomenden Streaming-Markt beteiligt werden und – wenn nein – was sich ändern muss. Text von Erika Weibel

M4music Urheberrechtsstreitgespräch: Goldgrube Streaming?

Die 21. Ausgabe von M4music findet vom 22. März bis 24. März 2018 statt. (Foto: M4music)

Die Umsätze der Streaming-Dienste steigen: Videos, Texte, Bilder und Musikdateien werden im Internet so stark genutzt wie noch nie. Davon profitieren aber nicht die Urheberinnen und Urheber der Werke, sondern grosse Player wie Google, Facebook etc. Wie sieht die Zukunft des Kunstschaffens aus, wenn die Wertschöpfung weiterhin vor allem bei den grossen Internetfirmen stattfindet, während die Inhaltslieferanten – die Kulturschaffenden – leer ausgehen?

Was wären mögliche Szenarien und Wege, die auch ein gerechtes – oder zumindest ein gerechteres – Einkommen für die Kunstschaffenden garantieren würden?

Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich natürlich auch am Gespräch beteiligen können.

Treffpunkt:

Freitag, 23. März 2018 um 17:00 Uhr
Matchbox im Schiffbau, Zürich

Das Panel wird auf Deutsch gehalten und auf Französisch übersetzt.

Die 21. Ausgabe von M4music findet vom 22. März bis 24. März 2018 statt. Das Popmusikfestival des Migros-Kulturprozent in Lausanne und Zürich bietet erneut ein reichhaltiges Programm: Konzerte von über 50 nationalen und internationalen Acts, Podiumsdiskussionen und Workshops zu aktuellen Themen des Musikbusiness.

www.m4music.ch/de/conference

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Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Die SUISA organisiert in Zusammenarbeit mit Pele Loriano Productions erneut ein Songwriting Camp. Das zweite SUISA Songwriting Camp wird vom 18. bis 20. Juni 2018 durchgeführt. SUISA-Mitglieder können sich für die Teilnahme bewerben. Text von Manu Leuenberger

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Das SUISA Songwriting Camp wird im Juni 2018 zum zweiten Mal durchgeführt. Das Bild zeigt eine Gruppenaufnahme von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der erfolgreichen Première des Songwriting Camps in den Powerplay Studios im August 2017. (Foto: Manu Leuenberger)

Das SUISA Songwriting Camp findet nach der erfolgreichen Première im Sommer 2017 (4 Songs aus dem Camp im Schweizer ESC-Final, darunter der Siegersong «Stones») zum zweiten Mal statt. Dieses Jahr wird das Songwriting Camp vom Montag, 18. bis Mittwoch, 20. Juni 2018 durchgeführt. Als Veranstaltungsort sind die Powerplay Studios in Maur bei Zürich eingeplant.

Das Ziel des Songwriting Camps ist, radiotaugliche Pop-Songs mit Hitparadenpotential zu komponieren, die stilistisch alle Facetten des zeitgemässen Pop – in der Bandbreite von «urban» bis Singer/Songwriter – umfassen können. Die Songs sollen zum einen Verlagen und Künstlern aus dem Pop-Bereich angeboten werden können oder auch für den Eurovision Song Contest verwendbar sein.

Teilnahmeplätze für SUISA-Mitglieder

Die genaue Anzahl an Teilnahmeplätzen beim Songwriting Camp wird erst durch die konkrete Zusammenstellung der teilnehmenden Songwriter bekannt. Mindestens die Hälfte der Teilnahmeplätze steht für Mitglieder der SUISA aus allen Landesteilen der Schweiz offen. Für die SUISA-Mitglieder ergibt sich die Möglichkeit, am Songwriting Camp gemeinsam mit internationalen Profi-Songwriter Stücke zu komponieren.

Für die Teilnahme am Songwriting sind sattelfeste musikalische Fertigkeiten, Teamgeist, Kreativität und effizientes Arbeiten gefragt. Bei den «Songwriting sessions» haben Teams bestehend aus 3 bis 5 Personen die Aufgabe, innerhalb eines Tages einen Song von Grund auf zu schreiben – am Abend steht jeweils eine Demoversion des fertigen Stücks.

Damit die Zusammenarbeit gelingt, muss man unter Zeitdruck sein kreatives Potential abrufen können und für den kritischen Austausch unter den Mitkomponisten offen sein. Über ihre Erfahrungen am letztjährigen SUISA Songwriting Camp erzählten in Video-Interviews die SUISA-Mitglieder Kate Northrop, Lars Christen, Chiara Dubey, Alejandro Reyes und die Geschwister Co & Stee Gfeller aka Zibbz.

Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Für die Teilnahme am Songwriting Camp bewerben können sich SUISA-Mitglieder. Gesucht werden Produzentinnen/en, Textautorinnen/en, Komponistinnen/en und Songwriter/Singer, die an einem oder mehreren Tagen am SUISA Songwriting Camp teilnehmen möchten.

Die Bewerbung sollte enthalten:

  • eine Kurzbiographie;
  • aussagekräftige Referenzsongs (mp3-Dateien oder Internet-Links);
  • Kontaktangaben (inkl. gültiger E-Mail-Adresse und Telefonnummer).

Die Bewerbungen mitsamt Unterlagen bitte per Mail mit dem Betreff «Bewerbung – SUISA Songwriting Camp 2018» schicken an die Adresse:
songwritingcamp (at) suisa (dot) ch
Der Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 8. April 2018.

Auswahlverfahren und Termine

Die Auswahl sowohl der internationalen Künstlerinnen und Künstler als auch der teilnehmenden SUISA-Mitglieder erfolgt durch den künstlerischen Leiter des Songwriting Camps. Eine harmonische Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für den kreativen Erfolg der «Songwriting sessions» von entscheidender Bedeutung. Die künstlerische Leitung wird von Pele Loriano Productions im Auftrag der SUISA wahrgenommen.

Zusagen respektive Einladungen und weitere Informationen zur Teilnahme am SUISA Songwriting Camp 2018 werden bis am 31. Mai 2018 persönlich durch den künstlerischen Leiter mitgeteilt.

Es werden keine Absagen verschickt. Wer bis zum 31. Mai 2018 keine Zusage erhalten hat, konnte für die Teilnahme am Songwriting Camp 2018 nicht berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass durch die Bewerbung zu keiner Zeit ein Anspruch auf eine Teilnahme entsteht. Über die Platzvergabe wird ausserdem keine Korrespondenz geführt. Es ist unbestimmt, ob die SUISA nach dem Juni 2018 weitere Songwriting Camps mitorganisiert.

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«Wir wollten einen Song schreiben, der zu uns passt» | mit Video«Wir wollten einen Song schreiben, der zu uns passt» | mit Video Mit ihrem Song «Stones» stehen die SUISA-Mitglieder Co und Stee Gfeller, bekannt als ZiBBZ, im Wettbewerb um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contest. Geschrieben haben sie das Stück zusammen mit der kanadischen Songwriterin Laurell Barker am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA im August 2017. Im Videobeitrag erzählen die Geschwister mehr über die Entstehung des Songs und weshalb solche Songwriting Camps wichtig sind. Weiterlesen
«Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video«Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video «Compass» ist einer der sechs Schweizer Finalsongs für den Eurovision Song Contest 2018. Interpretiert wird das Stück von Alejandro Reyes, der den Song zusammen mit der Kanadierin Laurell Barker und dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen komponiert hat. Im Interview mit der SUISA schildert Lars Christen den Songwriting-Prozess. Zudem erzählt er, weshalb das Songwriting Camp für ihn eine wertvolle Erfahrung war. Weiterlesen
Eurovision Song Contest: Erfolgreiches Schweizer Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISAEurovision Song Contest: Erfolgreiches Schweizer Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA Das Schweizer Fernsehen SRF hat heute die sechs Songs für das Rennen um den Schweizer Beitrag am Eurovision Song Contest (ESC) 2018 bekannt gegeben. Von den sechs Beiträgen sind vier im Schweizer Songwriting Camp entstanden, das im August 2017 von Pele Loriano Productions und der SUISA in den Powerplay Studios in Maur durchgeführt wurde. Weiterlesen
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Bewerbungen für das SUISA Songwriting Camp 2018

Das SUISA Songwriting Camp wird im Juni 2018 zum zweiten Mal durchgeführt. Das Bild zeigt eine Gruppenaufnahme von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der erfolgreichen Première des Songwriting Camps in den Powerplay Studios im August 2017. (Foto: Manu Leuenberger)

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Schedler Music Summit 2018 mit Romina Kalsi

Die sechste Ausgabe des Schedler Music Summits, des jährlichen internationalen Songwriting Camps, das vom Musikverlag Schedler Music organisiert wird, fand vom 13. bis 18. Januar 2018 im österreichischen Lechtal statt. Fünf Tage lang traf sich ein Team von 42 Musikern aus den unterschiedlichsten musikalischen und geografischen Kontexten mit der Aufgabe, mindestens einen Song pro Tag zu komponieren. Romina Kalsi, seit 2014 Mitglied der SUISA, wurde von den Camp- und Summit-Verantwortlichen, Fiona Schedler und Alexander Schedler, als eine von neun Summit-TeilnehmerInnen aus der Schweiz ausgewählt. Text von Erika Weibel

Schedler Music Summit 2018 mit Romina Kalsi

Die Tessiner Songwriterin Romina Kalsi hat am Schedler Music Summit 2018 teilgenommen. Aus ihrer ersten Erfahrung in einem internationalen Songwriting-Camp bringt Romina drei neue Songs mit und zahlreiche Kontakte zur internationalen Musikszene. (Foto: Wolfgang Rudigier)

Romina Kalsi, eine junge Tessiner Sängerin und Songwriterin, ist in den letzten Jahren durch den Erfolg der Band Rocky Wood bekannt geworden. Als Frontfrau, Sängerin und Co-Komponistin der Tracks hat sie massgeblich zum Erfolg und der Entstehung des ersten Albums «Shimmer» beigetragen, welches 2014 von der Tessiner Band veröffentlicht wurde. Danach hat Romina einen neuen Solo-Weg eingeschlagen mit ihrem Projekt Animor, aus dem «Chasing Gold», eine digitale EP, hervorgegangen ist.

Entstehung der Werke von Romina Kalsi

Kalsi erklärt uns, dass die Komposition eines ihrer Songs oft ein langer Prozess ist, der sie auch drei bis vier Monate beschäftigen kann. Das liegt daran, dass sie nicht immer die Möglichkeit hat, sich ausschliesslich dem Songschreiben zu widmen. Aber es kann auch sein, dass die Grundidee eines Werks einfach eine gewisse Zeit reifen muss. Beim Komponieren für sich selbst setzt sie sich kein Zeitlimit.

Inspirationsquelle und Ausgangspunkt ihrer Werke sind oft Lebenserfahrungen, die sie geprägt haben, oder Synergien, die in der Zusammenarbeit mit weiteren Musikern entstehen, die wiederum einen kreativen Prozess auslösen.

Songwriting Camp: Drei Werke in drei Tagen

Die Teilnahme am Schedler Summit ist Romina Kalsis erste Erfahrung in einem internationalen Songwriting Camp. Fiona Schedler erklärte, dass es Romina Kalsis besondere Stimmfarbe war, die unter anderem ein Grund für ihre Auswahl zur Camp-Teilnahme war. Durch Kalsis Teilnahme gewann das Camp an musikalischer Vielfalt.

Alexander Schedler, der künstlerische Leiter des Camps, erteilte ihr als ersten Auftrag die Komposition eines Stückes für ihr aktuelles Soloprojekt Animor. Es wurde unter Beteiligung des Finnen Tobias Grandbacka, des Schweizers Riccardo Bettiol und der Dänin Ida Björg Leisin in einem Tag komponiert und trägt den Titel «Crumble Plastic». Das Stück ist ein Popsong, der sich durch Reggae-Elemente auszeichnet und dessen Text von einem aktuellen Thema inspiriert wurde. Für Kalsi ist es sehr wichtig, dass ihre Musik eine Botschaft enthält. Sie ist der Ansicht, dass ein Komponist eine grosse Verantwortung trägt, da er durch seine Musik direkt in die Herzen des Publikums vordringen kann.

Kalsi fügt hinzu, dass «Crumble Plastic» das Ergebnis einer erstaunlichen Übereinstimmung und eines unglaublichen Feelings sei, das sich sofort unter den beteiligten Musikern eingestellt habe. Es wurde fast organisch geschrieben, in einer langen Jam-Session, die jedem Komponisten viel Platz gelassen habe, um seine Ideen in den Song zu integrieren.

Die anderen Werke, an denen die Tessiner Vertreterin des Summit mitgewirkt hat, sind «Big Shot», ein melancholischer Popsong, und «At The End Of The World», dessen Genre dem des Soundtracks ähnelt.

Der Kompositionsprozess verlief bei diesen beiden Tracks ganz anders als bei «Crumble Plastic». Beide sind das Ergebnis intensiver Kommunikation zwischen den beteiligten Komponisten. Ausgangspunkt war in diesem Fall der Songtext, charakterisiert von metaphorischen Bildern, die im Austausch von Gefühlen und persönlichen Erfahrungen der verschiedenen Musiker entstanden sind. Das Ergebnis waren zwei poetische Texte, die als Grundlage für eine fast mathematische Komposition der Melodie gedient haben. Jede Text- und Musikpassage ist somit das Ergebnis einer akribischen Arbeit der Kommunikation und Integration von Erfahrungen der beteiligten Komponisten.

In den kommenden Monaten werden wir erfahren, wo und wann «Big Shot» und «At The End Of The World» veröffentlicht werden.

Herausforderungen und Vorteile eines Songwriting Camps

Unter den Musikern, die in einem Songwriting Camp zusammenarbeiten und dabei oft sehr persönliche Erfahrungen austauschen, um gemeinsam Songs zu komponieren, können tiefe und dauerhafte Freundschaften entstehen. Manchmal kommt es natürlich auch vor, dass der Funke unter den Teilnehmern nicht sofort überspringt, oder dass die vom künstlerischen Leiter zugewiesenen Themen nicht der Realität oder der Natur des Musikers entsprechen.

Die begrenzte Zeit – mindestens ein Song pro Tag –, das Feeling zwischen den Musikern und der Stress durch die unvermeidliche Konfrontation mit den anderen Liedern, die im Camp entstehen, sind einige weiter Aspekte, welche die Kreativität der Komponisten lähmen, oder entfachen und sie zu Höchstleistungen treiben können. So entstehen in einem Camp trotz der begrenzten Zeit spannende Songs, mit denen sich nicht nur die Komponisten der Werke sondern hoffentlich auch ein breites Publikum identifizieren kann. Alexander Schedler, künstlerischer Leiter des Camps, bestätigt, dass Kalsi diesen Herausforderungen mit grosser Begeisterung und Kreativität begegnet ist.

Aus ihrer ersten Erfahrung in einem internationalen Songwriting-Camp bringt Romina nicht nur drei neue Songs mit sondern auch zahlreiche Kontakte zur internationalen Musikszene. Sie kann ausserdem dank der Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Musikern auf neue kompositorische Ansätze und Herangehensweisen zurückgreifen und kommt musikalisch gereift aus dieser Erfahrung hervor. Romina erzählt, dass sie bereits jetzt Projekte in der Pipeline hat, in denen sie neue Kooperationen mit den Komponisten eingehen wird, die sie im Songwriting Camp kennengelernt hat. In den kommenden Monaten wird sie sich vor allem auf die Umsetzung ihres Projekts Animor konzentrieren.

Von Romina Kalsi im Summit-Camp komponierte Tracks, mit Beteiligung von:

«Big Shot»
Romina Kalsi
Dillon Dixon
Phil Sunday
Ida Björg Leisin

«Crumble Plastic»
Romina Kalsi
Riccardo Bettiol
Ida Björg Leisin
Tobias Grandbacka

«At The End Of The World»
Romina Kalsi
Pele Loriano
Tobias Grandbacka

SUISA-Sponsoring am Schedler Summit:
Die SUISA war einer der Sponsoren des Schedler Music Summits 2018. Der Musikverlag Schedler Music ist seit 2005 bei der SUISA registriert und ist mit verschiedenen Sub-Verlagsverträgen in fast allen westlichen und englischsprachigen Ländern tätig. Am Summit 2018 wurden insgesamt 61 Songs mit der Beteiligung von 42 Musikern aus 9 Nationen komponiert.

www.animormusic.com
schedlermusicsummit.com
schedlermusic.com

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  1. Bill Kalsi sagt:

    I feel proud of my daughter.

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Die sechste Ausgabe des Schedler Music Summits, des jährlichen internationalen Songwriting Camps, das vom Musikverlag Schedler Music organisiert wird, fand vom 13. bis 18. Januar 2018 im österreichischen Lechtal statt. Fünf Tage lang traf sich ein Team von 42 Musikern aus den unterschiedlichsten musikalischen und geografischen Kontexten mit der Aufgabe, mindestens einen Song pro Tag zu komponieren. Romina Kalsi, seit 2014 Mitglied der SUISA, wurde von den Camp- und Summit-Verantwortlichen, Fiona Schedler und Alexander Schedler, als eine von neun Summit-TeilnehmerInnen aus der Schweiz ausgewählt. Text von Erika Weibel

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