Tagarchiv: Wo neue Musik entsteht

Kommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISA

Die SUISA hat das Geschäftsjahr 2016 sehr erfolgreich abschliessen können. Das Ergebnis zeigt einen Höchststand beim Ertrag aus der Nutzung von Urheberrechten im Inland. Eine Rekordsumme an Vergütungen in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft kann verteilt werden. Der durchschnittliche Kostenabzug bleibt günstig, sodass rund 88 von 100 Franken Einnahmen an die berechtigten Urheber und Verleger gehen. Text von Andreas Wegelin

Kommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISA

Aus dem Jahr 2016 erhalten Urheber und Verleger Fr. 128,9 Mio. Vergütungen von der SUISA ausbezahlt. Das ist die höchste Verteilsumme in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft. (Bild: Manu Leuenberger)

Das bisher beste Geschäftsergebnis der SUISA aus dem Jahr 2008 ist mit dem Resultat von 2016 übertroffen worden. Die Einnahmen aus der Nutzung von Urheberrechten für Musik in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein haben noch nie einen so hohen Stand erreicht. Damit können mehr als 128 Millionen Franken an die bezugsberechtigten Urheber und Verleger im In- und Ausland ausbezahlt werden. Das ist die höchste Summe in der über 90-jährigen Geschichte unserer Genossenschaft.

Verschiedene Gründe haben zu diesem Rekordergebnis beigetragen. So konnten die Einnahmen insbesondere im Bereich der Sende- und Weitersenderechte (Tarif GT S, Sender ohne SRG, GT Y, Pay TV, und GT 1/2) und beim zeitversetzten Nutzen von Sendungen (Tarif GT 12, Vermietung Set-Top-Boxen) gesteigert werden. Auch die Lizenzierung von Aufführungsrechten an Musik insbesondere bei Konzerten (Tarif GT K) und bei Filmvorführungen (Tarif GT E, Kinos) konnten erneut gesteigert werden.

Bei den Lizenzen für die Verbreitung von Musikaufnahmen geht der Trend weiterhin weg von den physischen Tonträgern zu Online-Nutzungen. Bei den Nutzungen von Musikaufnahmen online weicht der Download zunehmend dem Streaming. Eine Erhöhung konnte bei den Vergütungen für die Privatkopie beim Tarif GT 4 verzeichnet werden. Diese ist auf die Vergrösserung der Speicherkapazitäten der Geräte (Smartphones, Tablets) zurückführen.

Kostenabzug bleibt günstig

Die Kosten für die Wahrnehmung der Rechte sind zwar ebenfalls etwas angestiegen, im Verhältnis zu den Einnahmen jedoch in geringerem Mass. Daraus resultiert wiederum ein günstiger Kostenabzug auf den Abrechnungen an die Bezugsberechtigten von 12,37%. Rund 88 von 100 Franken Einnahmen zahlt die SUISA also an die Urheber und Verleger aus.

Zudem erfolgt auch im Jahr 2017 eine Zusatzverteilung auf allen regulären Abrechnungen von gegenwärtig 7%. Dabei handelt es sich um Gelder, für welche die Bezugsberechtigten nicht auffindbar sind. Nach Ablauf von 5 Jahren werden solche Einnahmen von der SUISA als Zusatzverteilung auf allen Abrechnungen ausgeschüttet.

SUISA hat gut verhandelt und weiterhin viel zu tun

Dieses erfreuliche Jahresergebnis zeugt von erfolgreichen Verhandlungen für Tarife und Nutzungsbedingungen ebenso wie von verlässlichen Kunden und Geschäftspartnern. Es zeigt auch, dass Musiknutzungen zunehmen und die SUISA vermehrt auch bei neuen Technologien die Lizenzen für die Musik verhandeln und durchsetzen kann.

Insbesondere im Bereich der Nutzungen über Internet bleibt weiterhin viel zu tun. Online nimmt die SUISA die Rechte zunehmend grenzüberschreitend direkt wahr. Dieser Bereich wird sich zu einem wichtigen Pfeiler unserer Arbeit für unsere Mitglieder entwickeln.

Weitere Informationen:
«Jahresergebnis 2016 der SUISA: 128,9 Millionen Franken für Urheber und Verleger», Medienmitteilung, 30. Mai 2017

Der Jahresbericht 2016 der SUISA steht als PDF zum Download zur Verfügung. Bereits das dritte Jahr in Folge erscheint der Jahresbericht begleitet von der Broschüre «Wo neue Musik entsteht». Darin sind fünf SUISA-Mitglieder aus verschiedenen Musikgenres porträtiert. Die musikalische Vielfalt steht bei der SUISA im Zentrum. Eine Verwertungsgesellschaft stellt sich in den Dienst ihrer Mitglieder und setzt sich somit für Musikschaffende wie die fünf porträtierten Persönlichkeiten ein. Die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» steht ebenfalls als PDF zum Herunterladen bereit. Von Broschüre und Jahresbericht können auch gedruckte Ausgaben bestellt werden.
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Die SUISA hat das Geschäftsjahr 2016 sehr erfolgreich abschliessen können. Das Ergebnis zeigt einen Höchststand beim Ertrag aus der Nutzung von Urheberrechten im Inland. Eine Rekordsumme an Vergütungen in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft kann verteilt werden. Der durchschnittliche Kostenabzug bleibt günstig, sodass rund 88 von 100 Franken Einnahmen an die berechtigten Urheber und Verleger gehen. Text von Andreas Wegelin

Kommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISA

Aus dem Jahr 2016 erhalten Urheber und Verleger Fr. 128,9 Mio. Vergütungen von der SUISA ausbezahlt. Das ist die höchste Verteilsumme in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft. (Bild: Manu Leuenberger)

Das bisher beste Geschäftsergebnis der SUISA aus dem Jahr 2008 ist mit dem Resultat von 2016 übertroffen worden. Die Einnahmen aus der Nutzung von Urheberrechten für Musik in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein haben noch nie einen so hohen Stand…Weiterlesen

Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video

Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre langjährige Anstellung als Filmemacherin beim Tessiner Fernsehen im Jahr 2012 aufgab, um sich voll der Musik zu widmen.

«Das Tessin ist im Vergleich zu Kanada ein strategisch guter Ort, um Musik zu machen und zu touren», erklärt Barbara Lehnhoff. «Man muss nicht gleich ein Flugzeug nehmen, wie dies in Nordamerika der Fall ist.» Sie liebt zudem das deutlich wärmere Klima, was nicht nur für ihr Wohlbefinden wichtig ist. «Hier kann man zu jeder Jahreszeit einfach rausgehen, um ein Video oder ein Foto-Shooting zu machen.» Die alte Heimat beeinflusst trotzdem bis heute ihre künstlerische Vision. «Ich wuchs in einer Art Indianerreservat mit starkem Kontakt zur Natur auf ‒ sehr unterschiedlich zu Europa.»

Peter Kernel elektronisch

Die Aussage mag verwirrend klingen, dass Camilla Sparksss «weniger ein Solo- als ein Nebenprojekt von Peter Kernel» ist. Doch Barbara Lehnhoff betont, dass sie auch die Stücke von Camilla Sparksss zusammen mit Aris Bassetti komponiert. «Wir machen alles zusammen, 24 Stunden pro Tag, und wir ergänzen uns auch beim Schreiben der Songs gut. Aris pflegt einen eher melodischen italienischen Stil und kümmert sich um die Arrangements. Ich bin direkter und mehr punkig.» Diese Seite kommt bei Camilla Sparksss stärker zum Ausdruck. Dieses Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, eine Art elektronische Version von Peter Kernel zu schaffen; nicht zuletzt, um an den Konzerten weniger Equipment schleppen zu müssen. «Bei Camilla Sparksss ist die Musik verspielter und mehr auf Fun ausgelegt. Und wenn wir eine Idee haben, können wir sie am Computer sofort ausprobieren.»

Der Ursprung eines Songs liegt allerdings meist im Gitarrenspiel von Aris Bassetti, wenn er nach einer Melodie sucht. «Wir entscheiden erst im Verlauf des Songwritings, für welches Projekt wir das Stück verwenden. Falls es für Camilla Sparksss ist, wandeln wir es in einen elektronischen Song um.» Sobald sie Arrangements ausprobieren wollen, wechseln sie von der Wohnung in einen nahe gelegenen Übungsraum. «Dort können wir viel Lärm machen, weil er sich im Untergeschoss befindet», meint Barbara Lehnhoff lachend. «Wenn wir die Gesangsteile schreiben, müssen wir auch schreien können.» Sie bezeichnet den Stil von Camilla Sparksss als Hyper Pop. «Bezüglich Melodien und Arrangements kann man diese Songs zum Pop zählen. Aber wie wir an die Grenzen gehen, ist es hyper – das gehört zu unserem Punk-Approach.»

Girl-Power auf der Bühne

Camilla-Sparksss-VideostillErst am Konzert kommen die Songs richtig zur Geltung. «Die Live-Darbietung ist der Grund für alles, was wir mit den beiden Projekten tun. Erst auf der Bühne wird unser künstlerisches Schaffen vollendet.» Bei Camilla Sparksss wird es zu einer regelrechten Performance, die wie die schrille Show eines Girl-Power-Projekts wirkt. Barbara Lehnhoff singt lauthals und spielt Synthesizer zu den Rhythmen einer Schlagzeugmaschine, während eine weitere Frau dazu tanzt. «Die Tänzerin repräsentiert gewissermassen die körperliche Seite der Schlagzeugmaschine – und schwitzt entsprechend wie ein Schlagzeuger.»

Nicht zuletzt dank der vielen Konzerte können Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti seit 2012 von der Musik leben. Für einige Tourneen, die sie sogar nach Kanada und in die USA geführt haben, erhielten sie auch Unterstützung von der FONDATION SUISA. «Aber es ist hart, von der Musik zu leben», meint Barbara Lehnhoff trocken. «Und es ist nur möglich, weil wir auch alles darum herum selbst machen: die Videos, die Grafik, das Management, unser Label On The Camper Records.» Aber die beiden Musiker machen eben nicht Pop im kommerziellen Sinn. Deshalb werden sie nur selten am Radio gespielt und erhalten entsprechend nicht viel Geld. «Die Abrechnungen der SUISA sind für uns aber immer wie ein schönes Weihnachtsgeschenk», meint Barbara Lehnhoff lachend.

www.camillasparksss.com, offizielle Website

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» geben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Barbara Lehnhoff aka Camilla Sparksss wurden bereits Carrousel und Marcel Oetiker mit Video auf dem SUISAblog.ch und in der Broschüre Ausgabe 2015 (PDF, 8.17 MB) vorgestellt. Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti gehörten als Duo Peter Kernel zu den Nominierten für den Schweizer Musikpreis 2016.

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Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre…Weiterlesen

Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video

Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat und für die Musik brauchen», erklärt Sophie Burande. Anders als in einer Stadt können sie sich hier viel Raum leisten, sogar für die Lagerung des Live-Equipments. «Wir können hier zudem Lärm machen, ohne Nachbarn zu stören. Und der Wald ist nah, so dass wir zwischendurch spontan einen Spaziergang machen können». Der Hauptgrund aber ist gemäss Léonard Gogniat, dass «wir auf dem Land aufgewachsen sind und uns in der Natur wohler fühlen». Tatsächlich wuchs er in den nahen Franche-Montagnes auf, während Sophie Burande aus der französischen Auvergne stammt. Doch offensichtlich fühlt sie sich hier wie zuhause, denn die Landschaften ähnelten sich stark.

Die umfunktionierte Wohnung in Courtételle hat sich als Rückzugsort bewährt, um konzentriert an der Musik arbeiten zu können. «Wir bringen von unseren Tourneen viele Eindrücke nach Hause und können diese hier in Ruhe ordnen und als Grundlage für die Lieder verwenden», erläutert Léonard Gogniat. Dies bedeutet nicht, dass die Musik nur hier entsteht. Für das aktuelle, dritte Studioalbum «L’euphorie» gingen die Beiden auch je eine Woche nach Südfrankreich und nach Amsterdam, um «aus der gewohnten Umgebung herauszukommen und neue Einflüsse einzubringen».

Text und Melodie beim Komponieren miteinander verbunden

Ausgangspunkt eines neuen Lieds kann ein Graffiti auf einer Mauer oder ein Satz in der Zeitung sein, erklärt Léonard Gogniat. «Dies bringt mich auf eine Idee und dann auf ein Thema, zu dem ich nach Worten suche. Und da die Gitarre nie weit weg ist, beginne ich Akkorde zu spielen, woraus sich die Basis eines neuen Lieds ergibt.» Dann suchen die Beiden meist gemeinsam nach der passenden Melodie. «Manchmal hilft es dabei, auf einem Toy-Piano repetitiv Akkorde zu spielen», fügt Sophie Burande an. Sie erklärt auch, weshalb Musik und Text für sie so stark miteinander verbunden sind. «Wenn mir Worte in den Sinn kommen, muss ich sie im Kopf gleich singen, und damit ergibt sich bereits ein Ansatz für die Melodie. Diese kann sich danach allerdings noch komplett verändern, weil sie letztlich zum Text passen muss.»

Manchmal gefällt den Beiden eine daraus entstandene Demoversion eines Lieds nicht mehr. «Dann versuchen wir meist, den Text zu behalten, und ändern stattessen die Instrumente und die Arrangements», erklärt Léonard Gogniat «So entstehen oft mehrere Versionen eines Lieds mit demselben Text; manchmal erkennt man das ursprüngliche Lied dann gar nicht mehr.» Diesen Vorrang des Texts gegenüber der Musik erklärt er mit dem Gebrauch der Muttersprache, zumal diese an sich bereits über eine gewisse Musikalität verfüge. «Wir singen französisch, weil wir etwas sagen und Gefühle vermitteln wollen, auch eine gewisse Poesie. Die Texte sagen aber nicht, wie man denken oder handeln soll. Sie sind offener, damit sich die Hörer eigene Bilder zu den Texten machen können.»

Ausarbeitung und Entstehung von Songs im Ping-Pong-Verfahren

Carrousel-Video-PosterFür das aktuelle Album «L’euphorie» hat Carrousel erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet. «Wir waren an einen Punkt gelangt, wo wir uns von den ersten beiden Alben lösen wollten, um uns nicht zu wiederholen», erklärt Léonard Gogniat. «Wir waren an eine Grenze gestossen, was den möglichen Einsatz von zusätzlichen Instrumenten und Arrangements betrifft.» Die Beiden wählten Jean-Louis Piérot, weil dieser selbst Musiker ist und schon für Künstler wie Bashung, Etienne Daho und Miossec gearbeitet hat, deren Musik sie lieben. Und die Erwartungen haben sich erfüllt, «auch wenn wir oft überrascht waren, welche neue Farben die Lieder angenommen haben».

Die Zusammenarbeit lief im Ping-Pong-Verfahren ab, erinnert sich Léonard Gogniat. «Wir haben Jean-Louis Piérot zuerst die Basis-Demos geschickt, die wir nur mit Gitarre und Gesang aufgenommen haben. Der Produzent hat dann einiges als Vorschlag hinzugefügt und uns die Lieder zurückgeschickt. Einiges fanden wir super, anderes haben wir geändert und mit weiteren Vorschlägen zurückgeschickt.» So ging es hin und her ‒ und dann ins Studio.

Neu war den Beiden das Ping-Pong-Verfahren nicht, wie Léonard Gogniat mit einem Beispiel illustriert. «Wenn Sophie einen Liedtext geschaffen hat, kommt sie damit zu mir. Ich kann ihr dann vielleicht passende Musik dazu liefern. Wir versuchen dann diese Teile zusammenzubringen, bis es aufgeht.“ Sophie Burande ergänzt, dass dieses Verfahren auch helfe, «Blockaden zu lösen und die Musik zu bereichern, weil alle ‒ auch der Produzent ‒ so ihre speziellen Qualitäten einbringen können».

SUISA ein Partner für den Lebensunterhalt als Berufsmusiker

Seit 2012 können die Beiden «allein von der Musik, von unserer Passion leben». Aus Sophie Burandes Worten spricht nicht nur Stolz, sondern auch die Erleichterung, dass sie nicht mehr wegen Nebenjobs Konzertanfragen ablehnen müssen wie einst. Das Ausland hat für Carrousel schnell an Bedeutung gewonnen, vor allem was die Konzerte betrifft. Umso wichtiger ist es für Léonard Gogniat, dass «die SUISA ein Partner ist, der sich um die Abgeltungen kümmert». Er relativiert aber auch: «Die Ausschüttungen der SUISA sind für uns bisher eher eine Art Bonus». Sophie Burande findet es aber wichtig, dass «die SUISA für die Anerkennung jener Arbeit sorgt, die man nicht sieht ‒ das Schreiben der Kompositionen».

www.carrousel-musique.com

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

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«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

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«Ich bin beruflich meist mit dem ÖV unterwegs und fahre oft über Zürich», erklärt der 1979 geborene Komponist und Schwyzerörgeli-Virtuose aus Altendorf. «Und Reisen kann sehr inspirierend sein. Ich halte meine Ideen dann nach Möglichkeit auf dem Laptop oder einem Blatt Papier fest».

Marcel Oetiker glaubt auch nicht, dass Einflüsse wie solche Geräusche die neue Schweizer Volksmusik geprägt haben, zu der er gezählt wird. Wichtiger ist seiner Meinung nach, dass man Musik studiert und das Gelernte bewusst beim Komponieren anwendet ‒ «dies vermag auch diesem Genre eine neue Perspektive zu öffnen».

Von Volksmusik zum Jazz-Studium

Marcel Oetiker ist ein gutes Beispiel dafür. Der Autodidakt spielte bereits in sehr jungen Jahren traditionelle Ländlermusik und stieg in dieser Szene rasch auf. So kam er in einen Bereich, wo man sich mehr an der Musik selbst als am Unterhaltungswert orientiert.

«Aus einem Status Quo ein spürbares Maximum herauszuholen, das den vielen Wiederholungen so lange wie möglich standhält – das war und ist die Ebene der Volksmusik, die mich faszinierte.» Diesen Ansatz hat er bis heute beibehalten.

Er lernte neue Möglichkeiten kennen durch das Jazz-Studium an der Berner Hochschule der Künste, das er mit einem Master in Komposition und Theorie abschloss. «Der Jazz bietet eine viel differenziertere Harmonik und insbesondere ein Theoriemodell, um die verschiedenen harmonischen Wirkungen der Musik kontrollieren und niederschreiben zu können.» Sogar eine gewisse Nähe zur Neuen Musik ist manchmal herauszuhören, denn er möchte das ganze Spektrum der kompositorischen Möglichkeiten ausnützen können.

Von Notation zu akustischen Partituren

Marcel-Oetiker-Video_VorschauDies hat auch die Kompositionsweise von Marcel Oetiker verändert. Er geht nur noch selten von einem klassischen Motiv aus, weil er nicht in diesem spezifischen Kompositionsstil verbleiben möchte. So kommt er auch zunehmend von der üblichen Notation weg und versucht vermehrt, «ganz auf der akustischen Ebene zu verbleiben». Er liefert den ausführenden Musikern als Annäherung beispielsweise eine akustische Partitur, die er mit Instrumenten oder Geräuschen schafft.

Marcel Oetiker entwickelt auch Werke für mehrere Musiker. «Es ist nicht wie bei einer typischen Band, wo man zusammen an einem Stück tüftelt. Die Kompositionen entstehen aus spezifischen Begebenheiten heraus und sind nicht immer durchgängig notiert, sondern bestehen beispielsweise auch aus Anweisungen.» Trotzdem betont Marcel Oetiker, dass die Stücke meistens sehr durchdacht sind und wenig Freiheiten lassen.

Zuoberst die Musik, erst dann das Geld

Marcel Oetiker ist Berufsmusiker. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit leitet er verschiedene Ensembles und unterrichtet an verschiedensten Bildungsstätten. «Wollte ich schnell reich werden, dürfte ich nicht in solch ungewöhnlichen Musikgebieten tätig sein. Ich hatte nie vor, von der Musik zu leben – sondern für die Musik.»

Umso mehr schätzt er, dass er die Wahrung seiner Urheberrechte der SUISA überlassen kann. «Sie nimmt mir sehr viele administrative Belange ab. Das ist, was ich brauche, um mich noch mehr auf die Musik konzentrieren zu können.». Beeindruckt hat ihn vor allem die Beratung. «Ich habe immer eine hilfreiche Antwort erhalten, wenn ich mit einer Frage an sie gelangt bin. Und ich habe dafür nie eine Rechnung erhalten ‒ wo gibt es das noch?»

www.marceloetiker.com

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» gaben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Marcel Oetiker werden Camilla Sparksss, Oliver Waespi, Eriah und Carrousel auf dem SUISAblog.ch und in der 2015 erstmals erschienenen Broschüre (PDF, 8.17 MB) vorgestellt.

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  1. Julien Gilliand sagt:

    Finde das Gespräch interessant und spannend, leider finde ich die Bilder nicht optimal, wie z.B. Bildausschnitte, Kameraführung und Farben sind zu wenig ausgearbeitet und ausgesucht… Zum Teil auch sehr sehr wackelige Bilder, dass mehr Verwirrung stiftet als was anderes…
    Bei der Mikrophonierung hätte ich Anstecker gewählt, die weniger Nebengeräusche aufnehmen. Wenn keine Vorhanden waren, dann hätte ich die Richt-Mikrophone nicht auf die Gleise gerichtet, da sobald ein Zug kommt, man ihn kaum mehr versteht, Zudem finde ich, gehören sie nicht ins Bild (es ist ja keine PK…) Vielleicht hätte es ein geeigneter Interview-Platz auch nicht schlecht getan…

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Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Ich bin beruflich meist mit dem ÖV unterwegs und fahre oft über Zürich», erklärt der 1979 geborene Komponist und Schwyzerörgeli-Virtuose aus Altendorf. «Und Reisen kann sehr inspirierend sein. Ich halte meine Ideen dann nach Möglichkeit auf dem Laptop oder einem Blatt Papier fest».

Marcel Oetiker glaubt auch nicht, dass Einflüsse wie solche Geräusche die neue Schweizer Volksmusik geprägt haben, zu der er gezählt wird. Wichtiger ist seiner Meinung nach, dass man Musik studiert und das Gelernte bewusst beim Komponieren anwendet ‒ «dies vermag auch diesem Genre eine neue…Weiterlesen

Die SUISA ist da, wo neue Musik entsteht

Mehr als 80 neue Werke melden die Mitglieder durchschnittlich jeden Tag bei der SUISA an. Mit ihrer Dienstleistung verschafft die SUISA den Komponisten und Textautoren Freiraum, um neue Musik zu schaffen. Als Bindeglied zwischen den Urhebern und jenen, die Musik ausserhalb des privaten Rahmens nutzen, ermöglicht sie, dass Musik öffentlich aufgeführt, gesendet oder online angeboten und dadurch vom Publikum entdeckt werden kann. Diesen Gedanken will die SUISA in ihrer Kommunikation verstärkt hervorheben.

Wo-neue-Musik-entsteht-Cover

Dieses Jahr erscheint der SUISA-Jahresbericht zum ersten Mal zusammen mit der Broschüre «Wo neue Musik entsteht». In dieser Publikation haben wir Komponistinnen und Komponisten aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz porträtiert. (Bild: Titelseite Broschüre «Wo neue Musik entsteht», Foto: Robert Huber; Gestaltung: Crafft Kommunikation AG)

Hinter allen Musikstücken stehen Komponisten, hinter allen Liedtexten finden sich Autoren. Sie erschaffen mit ihren Liebesliedern, Protestsongs, Symphonien und Volksweisen den Soundtrack unseres Lebens. Paare heiraten zum «Hochzeitsmarsch» von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fussballteams werden mit «Seven Nation Army» von The White Stripes gefeiert, und kürzlich sagte der Scorpions-Sänger Klaus Meine in einem Interview, dass zu ihrer Ballade «Still Loving You» schon Kinder gezeugt wurden.

Fast so, wie die Musik uns ab den ersten Gute-Nacht-Liedern umgibt, begleitet die SUISA die Komponisten und Textautoren bei ihrem Musikschaffen – oftmals von den ersten musikalischen Schritten an.

Wo neue Musik entsteht …

Neue Musik entsteht dank schöpferischen Urhebern. Zu Hause, in Proberäumen, Studios, Büros, in der Natur oder während Zugfahrten entstehen Ideen für Musik, werden Liedtexte geschrieben, wird komponiert oder bestehende Musik neu arrangiert. Pro Jahr werden bei der SUISA rund 30‘000 neue Werke angemeldet. Es sind also die Mitglieder der SUISA und ihrer Schwestergesellschaften im Ausland, die den Soundtrack unseres Lebens beständig erweitern.

Neue, talentierte Künstler sorgen dafür, dass die Quellen der Musik auch für zukünftige Generationen nicht versiegen. Sie bereichern die Musikszene, beliefern Radios mit neuen Inhalten und das Publikum mit neuen CDs, LPs oder digitalen Formaten. Sie begeistern Zuschauer und Zuhörer an Konzerten, und manchmal kreieren sie sogar neue Musikgenres oder Trends.

… ist auch die SUISA

Wo diese neue Musik entsteht, ist meistens auch die SUISA. Aktive Komponisten und Textautoren jeden Alters werden Mitglieder bei der SUISA. Sie melden ihre Werke bei der SUISA an, damit diese die Urheberrechte für die Mitglied wahrnimmt. Sie stellt sicher, dass diese Urheber für die Nutzung ihrer Werke bezahlt werden. Für viele Komponisten, Textautoren und Verleger sind diese Vergütungen ein substantieller Teil ihres Lebensunterhalts. Mit ihrer Dienstleistung nimmt die SUISA den Urhebern Zeit und Aufwand für administrative Arbeiten ab. Dadurch erhalten die kreativ Tätigen Lohn und Freiraum, der ihnen ermöglicht, neue Musik zu schaffen.

Die SUISA ist dabei nicht nur ein Dienstleister für ihre Mitglieder sondern vor allem auch ein Bindeglied zwischen den Urhebern und denen, die Musik ausserhalb des privaten Rahmens nutzen. Sie erteilt Lizenzen, damit Musik öffentlich aufgeführt, gesendet oder online angeboten werden kann. So ermöglicht die SUISA, dass neue Musik und Künstler vom Publikum auf Bühnen, im Radio oder auf Internetplattformen entdeckt werden kann, während die Urheber dafür bezahlt werden.

Zudem hat die SUISA vor 25 Jahren ihre Stiftung für Musik, die FONDATION SUISA, ins Leben gerufen. Mit mehr als 36 Mio. Franken hat die Stiftung seit der Gründung durch Beiträge an Werke und deren Aufführungen sowie Förderpreise die Schweizer Musik im In- und Ausland unterstützt und so die Entstehung und Verbreitung von neuer Schweizer Musik ermöglicht.

Neue Musik in Sponsoringaktivitäten und Jahresbericht der SUISA

Die SUISA ist also dort, wo neue Musik entsteht. Diesen Grundgedanken will die SUISA im Rahmen verschiedenen Aktivitäten stärker ins Bewusstsein rufen. Zum Beispiel beim Sponsoring, wo sich die SUISA auf Projekte und Anlässe fokussieren will, bei welchen das kompositorische Schaffen oder neue Künstler ein wichtiger Bestandteil sind. Oder beim Jahresbericht, der in diesem Jahr neu begleitet von einer Imagebroschüre erscheint.

In dieser Broschüre erzählen 5 Künstler und Gruppen in kurzen, spannenden Beiträgen, wo und wie ihre Musik entsteht. Zusätzlich zu diesen Kurzporträts in der Imagebroschüre werden auf dem SUISAblog im Verlauf der nächsten Monate die Interviews mit diesen Künstlern in ausführlicher Form und als Videos veröffentlicht werden.

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Mehr als 80 neue Werke melden die Mitglieder durchschnittlich jeden Tag bei der SUISA an. Mit ihrer Dienstleistung verschafft die SUISA den Komponisten und Textautoren Freiraum, um neue Musik zu schaffen. Als Bindeglied zwischen den Urhebern und jenen, die Musik ausserhalb des privaten Rahmens nutzen, ermöglicht sie, dass Musik öffentlich aufgeführt, gesendet oder online angeboten und dadurch vom Publikum entdeckt werden kann. Diesen Gedanken will die SUISA in ihrer Kommunikation verstärkt hervorheben.

Wo-neue-Musik-entsteht-Cover

Dieses Jahr erscheint der SUISA-Jahresbericht zum ersten Mal zusammen mit der Broschüre «Wo neue Musik entsteht». In dieser Publikation haben wir Komponistinnen und Komponisten aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz porträtiert. (Bild: Titelseite Broschüre «Wo neue Musik entsteht», Foto: Robert Huber; Gestaltung: Crafft Kommunikation AG)

Hinter allen Musikstücken stehen Komponisten, hinter allen Liedtexten finden sich Autoren. Sie erschaffen mit ihren…Weiterlesen