Tagarchiv: SUISA

SUISA-Generalversammlung: Hilfsfonds für Urheber und Verleger genehmigt

Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

Die SUISA-Generalversammlung hätte dieses Jahr am 26. Juni im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des im März verhängten Veranstaltungsverbots hatte der SUISA-Vorstand im April entschieden, die Generalversammlung in schriftlicher Form durchzuführen. So konnten die SUISA-Mitglieder zum ersten Mal in der Geschichte der Genossenschaft per Brief und im Fall von einigen Mitgliedern aus dem Ausland per Mail abstimmen und wählen.

Covid-19: Hilfsfonds für Urheber und Verleger

Neben den statutarischen Geschäften wie die Genehmigung der Jahresrechnung oder die Erteilung der Décharge an den SUISA-Vorstand und die Revisionsfirma BDO war der Hilfsfonds für Urheber und Verleger einer der wichtigsten Abstimmungspunkte der diesjährigen Generalversammlung. Aufgrund der aktuell prekären Lage für Musikschaffende hatte der SUISA-Vorstand am 6. April 2020 beschlossen, dass die SUISA zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen soll für Ausfälle bei den Urheberrechtsvergütungen, die den SUISA-Mitgliedern wegen der behördlich angeordneten Absage von Veranstaltungen und der Schliessung von Betrieben entstehen. Der Fonds in der Höhe von Fr. 1,5 Mio. soll Komponisten, Textautoren und Verlegern von Musik, die wegen der Corona-Krise in Not geraten, nachweislich entgangene SUISA-Einnahmen ersetzen. Die Generalversammlung hat dem Hilfsfonds mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Michael Hug in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt

An der diesjährigen Generalversammlung fanden ausserdem zwei Ersatzwahlen statt. Als Ersatz für den im letzten Jahr in den SUISA-Vorstand gewählten Grégoire Liechti wurde der Musikverleger Michael Hug für die laufende Amtsdauer bis 2023 in die Verteilungs- und Werkkommission (VWK) gewählt.

Michael Hug ist Geschäftsführer des 1910 gegründeten Verlags Ruh Musik AG. Der Verlag ist national und international bekannt für die Herausgabe von Blasmusik; der Katalog umfasst jedoch auch zahlreiche Werke der Klassik und Chormusik. Michael Hug hat das Unternehmen 2009 zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen. Er hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinen ganzen Katalog digitalisiert. Für seine digitale Vertriebsplattform für Musiknoten wurde er 2012 von der Musikförderstiftung der SUISA, der FONDATION SUISA, ausgezeichnet; von der Jury besonders hervorgehoben wurden damals sein Innovationsgeist und sein nachhaltiges Konzept. Michael Hug ist 55 Jahre alt und – wie alle seine Vorgänger im Verlag – auch selber musikalisch aktiv.

Melanie Oesch neu im Vorstand der SUISA

Auch für den SUISA-Vorstand war eine Ersatzwahl notwendig, nachdem Reto Parolari, Dirigent, Komponist und langjähriges Vorstandsmitglied, im Dezember 2019 unerwartet verstorben ist. Neu wurde für die laufende Amtsperiode bis 2023 die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch (Oesch’s die Dritten) in den Vorstand der SUISA gewählt.

Melanie Oesch gehört mit Oesch’s die Dritten zu den erfolgreichsten Vertretern des volkstümlichen Schlagers. Melanie Oesch ist 33 Jahre alt und seit 2006 SUISA-Mitglied.

Im Videointerview erzählt sie, was die SUISA für sie bedeute: «Die Arbeit der SUISA ist sehr wichtig für mich. Ich hätte nie die Zeit, das Geld welches mir zusteht, überall selbst einzufordern und auch das Wissen darüber fehlt mir.» Sie schätzt insbesondere auch das Fachwissen der SUISA: «Ich bin froh, hat die SUISA so viele Fachpersonen, die sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigen und sich dafür einsetzen», sagt Melanie Oesch.

Die Anfrage, ob Melanie Oesch Vorstandsmitglied werden möchte, habe sie sehr gefreut und geehrt. Ihre Erfahrung als Volksmusikerin möchte sie in den Vorstand miteinbringen: «In der Volksmusik gibt es viele Stücke, die schon sehr alt sind. Oft ist nicht klar, ob die Komponistinnen noch Leben und wo [die Stücke] verlegt sind.» Auch die Art der Stücke in der Volksmusik sei speziell. «Zum Beispiel ein Jodel hat keinen klassischen Text und trotzdem hat er eine Art von Text», erklärt die gebürtige Bernerin.

Als Vorstandsmitglied will Melanie Oesch gerne etwas an den Unstimmigkeiten zwischen Veranstalterinnen und Künstlerinnen ändern. Ihrer Einschätzung nach fühlen sich gewisse Veranstalter benachteiligt, weil sie klein sind und das Gefühl haben, trotzdem viel zahlen zu müssen. Da möchte sie gerne für eine bessere Vermittlung zwischen der SUISA und den Veranstalterinnen und Veranstaltern sorgen.

Insgesamt haben 1’576 Komponisten, Textautoren, Musikverleger und Erben schriftlich abgestimmt und gewählt. Eine Übersicht der Ergebnisse der SUISA-Generalversammlung 2020 ist zu finden unter: www.suisa.ch/generalversammlung

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Die Generalversammlung der SUISA hat den Hilfsfonds für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik in der Höhe von 1,5 Millionen Franken genehmigt. Ausserdem wurde die Schweizer Jodlerin, Sängerin, Komponistin und Verlegerin Melanie Oesch in den SUISA-Vorstand gewählt. Dieses Jahr fand die Generalversammlung zum ersten Mal in der Geschichte der SUISA aufgrund der Covid-19-Pandemie in schriftlicher Form statt. Text von Giorgio Tebaldi; Interview mit Melanie Oesch von Erika Weibel; Video von Nina Müller

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«Night of Light»: Die SUISA setzt sich für die Event- und Kulturbranche ein

Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

Am Montagabend leuchteten mehr als 900 Gebäude in der ganzen Schweiz rot. Von 22 Uhr bis Mitternacht setzten Unternehmen und Organisationen im Rahmen der Aktion «Night of Light» gemeinsam ein Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist.

Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautoren und Verlegerinnen von Musik hat sich auch die SUISA an der «Night of Light» beteiligt und ihren Hauptsitz in Zürich Wollishofen für zwei Stunden in rotes Licht getaucht. Bilder dieser Aktion sind im Video zu sehen. Damit setzt sich die SUISA für die Belange ihrer Mitglieder, der Urheberinnen und Verleger von Musik in der Schweiz und in Liechtenstein, sowie für ihre Kunden aus der Veranstaltungs- und Kulturbranche ein.

Das Ziel der Aktion war es, die Öffentlichkeit sowie Politikerinnen und Politiker auf die durch die Corona-Krise bedingte prekäre Situation der Event- und Kulturbranche aufmerksam zu machen. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren, Verbände aus der Veranstaltungs- und Kulturindustrie, wollen mit den politischen Verantwortlichen im Rahmen eines Branchendialogs ins Gespräch kommen, wie die milliardenschwere, heterogene Veranstaltungs- und Kulturbranche vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von schweizweit Tausenden Arbeitsplätzen gesichert werden kann.

«Die Veranstaltungsbranche war der erste Wirtschaftszweig, der von der Covid-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein», schreiben die Organisatorinnen und Organisatoren der Schweizer «Night of Light». Ab dem 16. März 2020 wurde einem kompletten Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage massiverschwert und Konzerte, Festivals, Theateraufführungen, Geschäftsanlässe waren bis vor kurzem komplett verunmöglicht und sind auch jetzt nur erschwert möglich.

Auch wenn der Bundesrat am 19. Juni 2020 weitere Lockerungen bekanntgegeben hat und nun Anlässe bis zu 1000 Personen unter Einhaltung entsprechender Sicherheits- und Hygienekonzepte erlaubt sind, bleibt die Lage im Event- und Kulturbereich nach wie vor äusserst schwierig. Erstens benötigen Veranstaltungen wie z. B. Tourneen eine Planungszeit von oftmals mehreren Monaten und können deshalb nicht von einem Tag auf den anderen wieder stattfinden. Zweitens können viele Veranstaltungen auch mit den neuen Lockerungen kaum wirtschaftlich durchgeführt werden, da sich die Veranstalter nach wie an strenge Auflagen halten müssen.

Hinzu kommt, dass der Anspruch auf Kurzarbeit für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung Ende Mai erlosch und die Auflagen für Unterstützungszahlungen verschärft wurden. Dies trifft insbesondere KMUs und Freiberufler aus der Eventbranche und aus dem Kreis der Kulturschaffenden, da diese Berufsbereiche zu grossen Teilen aus kleinen inhabergeführten Unternehmen und Selbständigerwerbenden besteht. Die Eventbranche und die Kulturschaffenden sind also dringend darauf angewiesen, dass die Unterstützung fortgeführt wird, bis wieder ein Normalbetrieb möglich ist.

Die SUISA unterstützt die Forderungen der Kulturverbände, die Unterstützungsmassnahmen für Veranstalter und Kulturschaffende weiterzuführen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele dieser Selbständigen, Klein- und Kleinstunternehmen Konkurs anmelden müssen und aus der Schweizer Kulturlandschaft verschwinden. Letztlich stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel in einer Industrie, die jährlich 70 Milliarden Schweizer Franken umsetzt.

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Am Montag, 22. Juni 2020, wurden von 22 Uhr bis Mitternacht Gebäude in der ganzen Schweiz in rotes Licht getaucht. Anlass war die «Night of Light». Mit dieser Aktion sollte die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele Veranstalter und Kulturschaffende aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Lage befinden. Auch die SUISA beteiligte sich an dieser Aktion und liess ihren Hauptsitz in Zürich rot leuchten. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Nina Müller

Am Montagabend leuchteten mehr als 900 Gebäude in der ganzen Schweiz rot. Von 22 Uhr bis Mitternacht setzten Unternehmen und Organisationen im Rahmen der Aktion «Night of Light» gemeinsam ein Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist.

Als Genossenschaft der Komponistinnen, Textautoren und Verlegerinnen von Musik hat sich auch die SUISA…Weiterlesen

Von forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen

Die SUISA hat 2019 mit 171 Millionen Franken das beste Ergebnis ihrer 96-jährigen Geschichte erzielt. Zusätzlich hat das gute Anlagejahr 2019 auch die Finanzanlagen auf einen Höchststand gebracht. Bei Fr. 155,2 Mio. Einnahmen aus Urheberrechten können wir nach einem Kostenabzug von im Schnitt 13% Fr. 135 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland auszahlen. Drei Monate später ist plötzlich alles anders! Von Andreas Wegelin, CEO

Von forte zu pianissimo in wenigen Taktschlägen

Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

Kaum war das beste Geschäftsergebnis der SUISA in ihrer 96-jährigen Geschichte Tatsache geworden, folgte im März 2020 mit der Schliessung aller Lokale und dem Veranstaltungsverbot ein bisher nie dagewesener Rekord in negativer Hinsicht: Reihum wurden Konzerte, Shows und Tanzanlässe abgesagt. Von einem Tag auf den anderen stehen viele Musikerinnen und Musiker vor Kalendern ohne Engagements. Die Instrumente sind vielerorts unvermittelt verstummt.

Das wird Auswirkungen auf den Geschäftsgang der SUISA haben. Wegen des Corona-Lockdowns müssen wir heute davon ausgehen, dass der Umsatz und damit auch die Verteilsumme der SUISA Ende 2020 um bis zu 25% tiefer sein könnte. Niemand kann es heute genau sagen, vieles hängt von der epidemiologischen Entwicklung im In- und Ausland ab, aber eine heftige Rezession kündigt sich an. Die Normalität dürfte erst langsam wieder zurückkommen, sodass auch für das nächste Jahr nur von einer zögerlichen Erholung ausgegangen werden kann.

In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer. Entsprechende Massnahmen für die Unterstützung der Musikschaffenden sind in Kraft, und wir sind kulant bei der Suche nach Erleichterungen für die Zahlungen der Kunden. Auch neue Formen der Musikaufführung über Online-Kanäle werden wichtiger für die Abrechnung der Urheberrechte. Das Streaming ist zumindest die Technologie der Stunde, allerdings bringt sie den Urheberinnen und Urhebern und Musikverlagen finanziell nur einen Bruchteil des Livekonzerts.

«In der Krise soll die SUISA ein verlässlicher Partner sein sowohl für die Musikschaffenden als auch für die Musiknutzer.»

Die SUISA selbst bleibt in der Corona-Zeit aktiv. Wir sind Anlaufstelle für Fragen unserer Mitglieder und Kunden. Wir wollen trotz weniger Veranstaltungen unsere Dienstleistungen aufrechterhalten und durch Automatisation sogar ausbauen. Leider werden Vorstand und Geschäftsleitung die Mitglieder dieses Jahr in Bern nicht zur Generalversammlung begrüssen können. Sie können dieses Jahr nur per Brief über die Geschicke der SUISA mitbestimmen. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit.

Die Mitarbeitenden an den drei Standorten Zürich, Lugano, Lausanne sind jedoch weiterhin für Sie da. Wo gerade keine Arbeit ansteht, werden die Mitarbeitenden geschult und wir entwickeln mit Hochdruck unsere Dienstleistungen für Online-Selfservices weiter, damit Sie sich auf Ihre Stärke konzentrieren können: Musik machen, Neues erschaffen, promoten. Ich wünsche Ihnen trotz Coronakrise einen produktiven anregenden Sommer.

In eigener Sache: SUISAinfo 3.20 nur digital
Die News für SUISA-Mitglieder werden diesen Herbst nur in digitaler Form als Newsletter per E-Mail verschickt. Auf die Herstellung einer gedruckten Ausgabe wird zugunsten einer Kostenoptimierung im aktuellen Krisenjahr verzichtet. Die SUISA informiert laufend weiter über www.suisa.ch, www.suisablog.ch und SUISA Music Stories auf Instagram, Facebook und Youtube. (Manu Leuenberger)
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Die SUISA hat 2019 mit 171 Millionen Franken das beste Ergebnis ihrer 96-jährigen Geschichte erzielt. Zusätzlich hat das gute Anlagejahr 2019 auch die Finanzanlagen auf einen Höchststand gebracht. Bei Fr. 155,2 Mio. Einnahmen aus Urheberrechten können wir nach einem Kostenabzug von im Schnitt 13% Fr. 135 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland auszahlen. Drei Monate später ist plötzlich alles anders! Von Andreas Wegelin, CEO

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Nach dem für die Mitglieder erfreulichen Jahresabschluss 2019 der SUISA verstummten die Instrumente in den Konzertsälen drei Monate später unvermittelt. (Foto: VTT Studio / Shutterstock.com)

Kaum war das beste Geschäftsergebnis der SUISA in ihrer 96-jährigen Geschichte Tatsache geworden, folgte im März 2020 mit der Schliessung aller Lokale und dem Veranstaltungsverbot ein bisher nie dagewesener Rekord in negativer Hinsicht: Reihum wurden Konzerte, Shows und Tanzanlässe abgesagt. Von einem…Weiterlesen

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise

Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

In erster Linie und bereits seit jeher besteht für SUISA-Mitglieder die Möglichkeit, einen Vorschuss zu beziehen. Der Bezug eines Vorschusses ist sowohl für Urheberinnen und Urheber als auch für Verlage möglich. Die Höhe des Vorschusses wird anhand der durchschnittlichen Einnahmen des Mitglieds während den letzten Jahren berechnet. Vorschüsse werden nur dann ausgezahlt, wenn das Mitglied in den letzten Jahren durchschnittlich mehr als 500 Franken an Urheberrechtsvergütungen erhalten hat. Die Vorschüsse können per E-Mail beantragt werden. Die Anträge werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird man schriftlich per Mail informiert. Sofern der Antrag die nötigen Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Zahlung des Vorschusses umgehend per Banküberweisung.

Normalerweise wird ein Vorschuss mit der nächsten Abrechnung, die das Mitglied erhält, verrechnet. Das heisst, der bezogene Betrag wird vom zur Verteilung kommenden Betrag wieder abgezogen. Als Sofortmassnahme gegen die von der Coronavirus-Pandemie verursachte Ausnahmesituation hat der Vorstand der SUISA beschlossen, dass die Verrechnung von Vorschüssen mindestens bis Juni 2021 ausgesetzt wird. Vorstand und Geschäftsleitung beobachten den weiteren Verlauf der Krisensituation genau, um das Verrechnungsdatum den wirtschaftlichen Entwicklungen entsprechend allenfalls noch weiter aufzuschieben. So oder so müssen bezogene Vorschüsse also frühestens nächstes Jahr ab Juni 2021 wieder zurückgezahlt werden.

Unterstützungszahlungen an Mitglieder

Sollte ein Vorschussbezug nicht ausreichen und ein Mitglied der SUISA wegen des Ausfalls von Urheberrechtsvergütungen in eine existenzielle, finanzielle Notlage geraten, kann es bei der SUISA Unterstützungszahlungen beantragen. Für Urheberinnen und Urheber stehen Gelder aus der Fürsorgestiftung der SUISA für den Notfall zur Verfügung. Zudem hat der Vorstand als weitere Sofortmassnahme entschieden, einen zusätzlichen Hilfsfonds zu äufnen, aus dem Unterstützungszahlungen sowohl an Urheberinnen und Urheber als auch an Verlage geleistet werden können. Der Hilfsfonds muss im Rahmen der brieflichen Abstimmung von der Generalversammlung noch ratifiziert werden.

Als Verwerterin von Urheberrechten leistet die SUISA Unterstützung für den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen. Die Mittel für die Unterstützungszahlungen sind limitiert. SUISA-Mitglieder, die nicht bereits über den Nothilfefonds von Suisseculture Sociale oder anderweitigen kantonalen Massnahmen finanzielle Hilfe erhalten, können bei der SUISA Unterstützung beantragen.

Die finanzielle Notlage muss von den Gesuchstellenden nachgewiesen werden. Die Gesuche für Unterstützungszahlungen können über das Mitgliederportal «Mein Konto» eingegeben werden. Die eingereichten Unterlagen werden innerhalb von sieben Tagen geprüft. Über den Entscheid wird schriftlich per Mail informiert. Die Zahlung erfolgt umgehend nach Bewilligung des Gesuchs mittels Banküberweisung. Die Unterstützungszahlungen müssen nicht zurückbezahlt werden.

Massnahmen des Bundes und diverse weitere Hilfsangebote

Die Unterstützung von der SUISA soll helfen, den Ausfall von Urheberrechtsentschädigungen finanziell zu überbrücken. Sie ist somit lediglich als Ergänzung, nicht jedoch als Ersatz oder Alternative zu den Unterstützungsmassnahmen des Bundes zu verstehen. Informationen über die «Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen», die der Bund für den Kultursektor erarbeitet hat, sind auf der Website des Bundesamtes für Kultur (BAK) aufgeführt: www.bak.admin.ch/bak/de/home/themen/coronavirus.html

Auch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia stellt online laufend aktualisierten Informationen zur Verfügung: www.prohelvetia.ch/de/dossier/infopoint-covid-19/

Auf www.suisseculture.ch sind nicht nur alle Informationen zu den beschlossenen Nothilfefonds für Kulturschaffende zu finden, sondern auch ein Link zum Gesuchsportal. Auf diesem Portal kann man Gesuche für die Soforthilfe einreichen.

Hilfreiche Informationen für Musikschaffende gibt es auch auf der Website von Sonart, dem Berufsverband der freischaffenden Musikerinnen und Musiker der Schweiz.

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Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Text von Irène Philipp Ziebold

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Keine Konzerte – keine Urheberrechtsvergütungen für die Aufführungen. Stattdessen spielte Kety Fusco Livemusik aus den eigenen vier Wänden für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» auf dem SUISAblog und SUISA Music Stories auf Social Media. (Foto: Screenshot Video Kety Fusco)

Abgesagte Konzerte, geschlossene Ladengeschäfte und Kinosäle, reduzierte Werbeschaltungen im TV und Radio – alle diese Folgen aus den verordneten Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben eine direkte Auswirkung auf die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten: Wenn keine Musiknutzung stattfindet, entfällt auch die Urheberrechtsentschädigung.

Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken:

Bezug von Vorschüssen

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Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Text von Andreas Wegelin

Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Die Generalversammlung 2020 der SUISA wird ausnahmsweise auf brieflichem Weg durchgeführt: Zur Teilnahme an der Abstimmung retournieren die stimmberechtigten Mitglieder per Post ihren ausgefüllten Stimmbogen, der bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen hat. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Generalversammlung, der alljährliche Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens bei der Genossenschaft SUISA, hätte dieses Jahr am Freitag, 26. Juni 2020, um 11 Uhr im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Allerdings ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, selbst wenn man heute noch nicht genau weiss, wann das Versammlungsverbot für welche Grösse von Veranstaltungen wieder gelockert wird. Denn die Organisation einer GV benötigt in jedem Fall eine Vorbereitungszeit von etwa zwei Monaten.

Der Vorstand hat deshalb am 29. April 2020 entschieden, dass diesjährige Generalversammlung ausnahmsweise nur auf brieflichem Weg durchgeführt werden kann. Dieser Entscheid ist konform mit den Vorgaben des Bundes in der Covid-19-Verordnung 2. Diese lässt im Sinne von Notrecht ausnahmsweise eine solche Art der Durchführung der GV zu, obwohl die Meinungsbildung durch das Wegfallen der Diskussion an der GV eingeschränkt wird.

1. Organisatorische Abwicklung

Alle stimmberechtigten Mitglieder erhalten ab 27. Mai 2020 per Post die Einladung zur Teilnahme an der brieflichen Abstimmung über die Beschlüsse der GV. Die stimmberechtigten Mitglieder haben ab Erhalt der Einladung die Möglichkeit, den ausgefüllten personalisierten Stimmbogen zurückzusenden. Der Brief mit dem Stimmbogen hat bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen.

Die Auszählung der Resultate der Stimmabgaben wird anschliessend vom Wahlbüro unter der Leitung von Dr. Bernhard Wittweiler (Leiter SUISA-Rechtsdienst) vorgenommen.

Am 30. Juni 2020 wird das Abstimmungs- und Wahlergebnis vom Präsidenten, der Protokollführerin, dem CEO und dem Leiter Rechtsdienst anhand der Auszählung formell festgestellt und gleichentags auf der SUISA-Website veröffentlicht.

Die eingereichten Abstimmungsunterlagen sind vertraulich und werden bis zum Ablauf der Anfechtungsfrist (zwei Monate nach Beschlussfassung, 31. August 2020) aufbewahrt und anschliessend vernichtet.

2. Traktanden der brieflichen Abstimmung anstelle der GV 2020

Neben den üblichen statutarischen Geschäften – Abnahme des Protokolls, Beschlüsse über die Jahresrechnung, den Lagebericht und den Geschäftsbericht der Genossenschaft SUISA und der SUISA-Gruppe – sind auch zwei Sitze in Gremien neu zu besetzen.

2.1 Nachwahl in den Vorstand
Unser langjähriges Vorstandsmitglied Reto Parolari ist am 15. Dezember 2019 plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Der Vorstand beantragt, als Nachfolgerin Melanie Oesch in den Vorstand zu wählen.

Melanie Oesch wuchs in der Nähe von Thun im Kanton Bern auf und besuchte in Thun das Musikgymnasium. Bereits mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne und begeisterte das Publikum mit ihrem einzigartigen Zungenschlag. Mit ihren vielen Ideen und Plänen ist Melanie bei Oesch’s die Dritten in vielen Bereichen der kreative Kopf.

Oesch’s die Dritten sind eine Schweizer Volksmusikgruppe aus dem Berner Oberland, die aus Hansueli und Annemarie Oesch, ihren Kindern Melanie, Kevin und Mike sowie dem Akkordeonisten Urs Meier besteht. Ihr Durchbruch im deutschsprachigen Raum kam 2007: Oesch’s die Dritten gewannen den Nachwuchswettbewerb des «Musikantenstadls» und sind seitdem regelmässig zu Gast in verschiedenen Volksmusiksendungen im Fernsehen und bei grossen Volksmusikveranstaltungen. Im Oktober 2008 gewannen sie mit dem Ku-Ku-Jodel in der SRF-1-Sendung «Die grössten Schweizer Hits». Melanie Oesch revolutioniert eine gewisse Form des Jodelns und trägt durch ihre musikalische Tätigkeit zur Verbreitung der Volksmusik bei. Unter anderem war sie als Ausnahmejodlerin in Stefan Raabs «TV total» zu Gast. Auch das Duett mit Helene Fischer, in deren Weihnachtsshow 2016, überzeugte Fans und Nichtfans. Als Autorin hat sie gemeinsam mit der Illustratorin Christina Wald zwei Kinderbücher veröffentlicht.

Melanie Oesch ist seit 2006 Mitglied der SUISA als Urheberin. Der Oesch Music Verlag, den sie leitet, ist ebenfalls Mitglied der SUISA. Zudem ist sie Mitglied der Fachgruppe «Ausübende Phono» der Swissperform.

2.2 Nachwahl in die Verteilungs- und Werkkommission
An der letzten Generalversammlung wurde Grégoire Liechti in den Vorstand der SUISA gewählt. Er ist deshalb aus der Verteilungs- und Werkkommission zurückgetreten. Als Ersatz schlägt der Vorstand aus dem Bereich der Verleger Michael Hug vor. Er ist Geschäftsführer der Ruh Musik AG und führt das 1910 gegründete Familienunternehmen in der 4. Generation. Ruh Musik ist national und international bekannt für die Herausgabe von Blasmusik; der Katalog umfasst jedoch auch zahlreiche Werke der Klassik und Chormusik. Ruh Musik ist als Subverlag für mehrere renommierte Blasmusikverlage tätig und hat zudem in den letzten Jahren seinen Katalog um Verlage wie Edition Cron Luzern oder Belgano erweitert.

Michael Hug hat das Unternehmen 2009 zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen. Er hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinen ganzen Katalog digitalisiert. 2012 wurde er für seine digitale Vertriebsplattform für Musiknoten von der FONDATION SUISA als Verleger ausgezeichnet; von der Jury besonders hervorgehoben wurden damals sein Innovationsgeist und sein nachhaltiges Konzept.
Michael Hug ist 55 Jahre alt und – wie all seine Vorgänger im Verlag – auch selber musikalisch aktiv.

Selbst in der Krise ist die Gestaltung der Zukunft der SUISA wichtig. Für einmal können auch diejenigen Mitglieder an der schriftlichen Abstimmung teilnehmen, welche sonst am Besuch der Generalversammlung verhindert wären. Wir hoffen auf eine zahlreiche Teilnahme. Informationen zur Generalversammlung sowie Dokumente und Unterlagen finden sich unter: www.suisa.ch/generalversammlung

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Vorstandssitzung im Zeichen des CoronavirusVorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Weiterlesen
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Aufgrund der Coronavirus-Pandemie kann die Generalversammlung in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form stattfinden. Über die Geschicke ihrer Genossenschaft SUISA können die stimmberechtigten Mitglieder dennoch mitbestimmen, indem sie ihre Stimme per Brief abgeben. Text von Andreas Wegelin

Keine Generalversammlung 2020 – dafür briefliche Abstimmung

Die Generalversammlung 2020 der SUISA wird ausnahmsweise auf brieflichem Weg durchgeführt: Zur Teilnahme an der Abstimmung retournieren die stimmberechtigten Mitglieder per Post ihren ausgefüllten Stimmbogen, der bis zum 26. Juni 2020 bei der SUISA einzutreffen hat. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Generalversammlung, der alljährliche Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens bei der Genossenschaft SUISA, hätte dieses Jahr am Freitag, 26. Juni 2020, um 11 Uhr im Bierhübeli in Bern stattfinden sollen. Allerdings ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, selbst wenn man heute noch nicht genau weiss, wann das Versammlungsverbot für welche Grösse von Veranstaltungen wieder gelockert…Weiterlesen

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

Die Jahresrechnung 2019 der SUISA schliesst sehr erfreulich ab. Die Einnahmen aus Urheberrechten belaufen sich auf Fr. 155,25 Mio., das sind 3% mehr als im Vorjahr. Damit können im Jahr 2020 nach Abzug der Kosten Fr. 129,34 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland verteilt werden. Dem ansehnlichen Wertschriftenerfolg ist zu verdanken, dass dazu noch eine Zusatzverteilung von 7% auf allen Abrechnungen gewährt werden kann.

Schriftliche Abstimmung anstelle Generalversammlung 2020

Der Vorstand beschloss, dass die für diesjährige Generalversammlung traktandierten Geschäfte ausnahmsweise schriftlich zur Abstimmung gelangen, weil nicht absehbar ist, ob am 26. Juni, dem Datum der Versammlung, eine solche Veranstaltung im Bierhübeli in Bern durchgeführt werden könnte. Die Unterlagen zur schriftlichen Abstimmung werden den Mitgliedern Ende Mai zugeschickt.

An der Generalversammlung sind auch zwei Ersatzwahlen in die Gremien – dieses Mal auf schriftlichem Weg – vorzunehmen: Als Nachfolger von Grégoire Liechti in der Verteilungs- und Werkkommission schlägt der Vorstand Michael Hug vor. Die Kandidatin für die Nachfolge des verstorbenen Reto Parolari als Vorstandsmitglied heisst Melanie Oesch.

Geschäftsgang in der Corona-Krise: Vorstand bildet Taskforce

Am eingehendsten zu besprechen war im Vorstand neben diesen üblichen Themen der Frühjahrsitzung die Bedrohung durch das Coronavirus, besser gesagt durch die Folgen der Schliessung von Betrieben und dem Aufführungsverbot. Mittlerweile ist bekannt, dass mindestens bis Ende August keine Grosskonzerte möglich sind, und auch kleinere Anlässe dürften nur unter hohen Sicherheitsauflagen, was sich auf die Besucherzahl auswirken wird, stattfinden. Es ist denkbar, dass diese einschränkenden Massnahmen sogar noch für längere Zeit aufrechterhalten bleiben.

In Anbetracht dieser Umstände ist mittlerweile von einem halbierten Budget im Bereich der Konzerte, der Unterhaltungsanlässe und bei den Einnahmen aus Musikunterhaltung im Gastgewerbe auszugehen. Auf das gesamte Einnahmenbudget der SUISA hätte das einen Rückgang von 25% oder Fr. 38 Mio. zur Folge. Eine genaue Prognose ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich, da die weiteren Entwicklungen bis Ende Jahr nur beschränkt absehbar sind. Der Vorstand hat eine Taskforce gebildet, um zusammen mit der Geschäftsleitung die Auswirkungen dieser Mindereinnahmen auf den Geschäftsgang zu prüfen und insbesondere notwendige Sparmassnahmen auf Kostenseite zu ermitteln.

Entwicklungen im Online-Lizenzmarkt

Ein weiteres wichtiges Thema, auch in Zusammenhang mit dem Jahresabschluss der SUISA-Gruppe, war die Entwicklung im Online-Lizenzmarkt. Bekanntlich lizenzieren wir seit drei Jahren mit der Firma SUISA Digital Licensing über die Joint-Venture-Unternehmung Mint Digital Services zusammen mit der amerikanischen SESAC die Rechte der SUISA-Mitglieder nicht nur in der Schweiz und in Liechtenstein, sondern europaweit, oder wo es die Verträge zulassen, sogar weltweit.

Durch das «Pooling» von Repertoire wird die SUISA mit Mint zu einem wichtigen Anbieter von Dienstleistungen in diesem Bereich. Die Firmen Mint und SUISA Digital Licensing sind dabei als Start-up-Unternehmen noch nicht profitabel. Der Vorstand erteilte deshalb der Geschäftsleitung den Auftrag, die Perspektiven für den Break-even genauer zu evaluieren und in verschiedenen Szenarien berechenbar darzustellen.

Die nächsten Vorstandssitzungen finden erneut per Videokonferenz am 25. Mai und am 25. Juni 2020 statt.

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  1. Yannick Popesco sagt:

    Bonjour étant membre de la Suisa et artiste actif je me pose une question importante.

    Y’a-t-il actuellement une lutte en cours pour le statut suisse d’intermittent du spectacle ?
    Quel est le statut légal de l’artiste pour l’instant ?

    Salutations,
    Yannick Popesco (artiste indépendant)

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Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

Die Jahresrechnung 2019 der SUISA schliesst sehr erfreulich ab. Die Einnahmen aus Urheberrechten…Weiterlesen

SUISA verlängert für ihre Kundinnen und Kunden die Zahlungsfrist

Ab April 2020 und bis auf Weiteres räumt die SUISA auf den ausgestellten Rechnungen eine verlängerte Zahlungsfrist ein. Für nicht erfolgte Musiknutzungen im Zusammenhang mit den behördlichen Verordnungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie entfallen die Vergütungen für Urheberrechte. Text von Irène Philipp Ziebold

SUISA verlängert für ihre Kundinnen und Kunden die Zahlungsfrist

Das Coronavirus stellt derzeit die ganze Schweiz vor grosse Herausforderungen – von den finanziellen Auswirkungen sind viele Kundinnen und Kunden der SUISA ebenso betroffen wie die Musikschaffenden, deren Rechte die SUISA wahrnimmt. (Bild: Bundesamt für Gesundheit)

Die einschneidenden Massnahmen zur Eindämmung des Sars-CoV-2-Virus haben innert Kürze drastische Veränderungen im sozialen und wirtschaftlichen Umfeld der Schweiz bewirkt. Das kulturelle Leben im Land ist annähernd zum Stillstand gekommen. Unter den finanziellen Folgen des Lockdowns zu leiden haben viele Kundinnen und Kunden der SUISA, vor allem Veranstalter und Gewerbebetriebe. Auch die SUISA-Mitglieder sind schwer vom plötzlichen Ausfall von grundlegenden Einkünften betroffen: Die Vergütungen für Urheberrechte gehören zu den wenigen fortwährenden Einnahmequellen für die Komponistinnen und Komponisten, Textautorinnen und Textautoren und Verlage, deren Rechte die SUISA wahrnimmt.

In der Kette der von der Krise betroffenen Unternehmen ist die SUISA ein Bindeglied: Gerade jetzt ist für die Musikschaffenden von existenziellem Interesse, dass die Auszahlung von Urheberrechtsvergütungen bestehen bleibt. Damit verbunden hält die SUISA ihre Dienstleistung aufrecht, öffentliche Musiknutzungen zu erlauben, und passt zugunsten der Lizenznehmerinnen und -nehmer einige ihrer Modalitäten den ausserordentlichen Umständen an.

Verlängerte Zahlungsfrist

Für Rechnungen, die ab April 2020 ausgestellt werden, wird die Zahlungsfrist für die Kundinnen und Kunden der SUISA erhöht. Das verlängerte Zahlungsziel ist als Datum auf den Rechnungen festgehalten. Diese Kulanz bei den Zahlungskonditionen wird automatisch gewährt und gilt bis auf Weiteres.

Nachlass für nicht erfolgte Musiknutzungen

Aufgrund der behördlichen Verordnungen sind und waren verschiedene Musiknutzungen verunmöglicht. Seien es verbotene Veranstaltungen, geschlossene Ladengeschäfte oder Events in Gastgewerbegetrieben, die zwangsläufig nicht stattfinden konnten: Für die nachweislich nicht erfolgten Nutzungen entfallen die Vergütungen für die Urheberrechte.

Um den Nachlass korrekt dem Einzelfall entsprechend in Abzug bringen zu können, kommen aus administrativ-technischen Gründen verschiedene Verfahren zur Anwendung:

Tanz und Unterhaltung im Gastgewerbe

Den Kundinnen und Kunden, die eine Lizenz für Tanz und Unterhaltung im Gastgewerbe nach dem Gemeinsamen Tarif H (GT H) beziehen, kann der Nachlass für die Dauer der Betriebsschliessungen teilweise automatisch in Abzug gebracht werden. Für all jene Fälle, in denen eine automatische Reduktion aufgrund der verfügbaren Daten nicht möglich ist, werden wir die Jahresrechnungen im regulären Umfang verschicken. Falls der Rechnungsbetrag wegen ausgefallenen Veranstaltungen zu hoch ausfällt, werden wir die Rechnungen stornieren und gemäss den Rückmeldungen der Kunden auf den tatsächlichen Nutzungsumfang reduzieren.

Hintergrundunterhaltung

Bei Lizenznehmerinnen und -nehmer des Gemeinsamen Tarifs 3a (GT 3a) für Hintergrundunterhaltung können die Termine der Betriebsschliessungen von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren.

Wir bitten Sie, uns die Daten der Betriebsschliessung über das elektronische Kontaktformular zu melden:

  • Benutzen Sie für Ihre Meldung das Kontaktformular unter: www.suisa.ch/3a
  • Beachten Sie bitte, dass die Rückerstattung nur dann gewährt werden kann, sofern keine Mitarbeiter im Betrieb waren und keine Nutzung für Telefonwarteschleife oder in Firmenfahrzeugen stattfand.

Nach Prüfung der Angaben erfolgt für die vollen Kalendermonate, in denen keine Hintergrundunterhaltung stattgefunden hat, eine Gutschrift gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a. Bei Betrieben, die am 27. April wieder geöffnet hatten und diese Bedingungen nicht erfüllen würden, bietet die SUISA aus Kulanzgründen eine Reduktion von einem Kalendermonat an.

Kundinnen und Kunden anderer Tarife

Lizenznehmerinnen und -nehmer anderer Tarife, die periodische Rechnungen für Langzeitverträge erhalten, melden nicht erfolgte Musiknutzungen wie gewohnt an die zuständige Sachbearbeitungsstelle der SUISA, deren Kontaktangaben auf den Fakturen aufgeführt sind. So kann im Rahmen einer Schlussabrechnung die Entschädigung an die tatsächlich erfolgten Nutzungen angepasst werden.

Für Fragen oder Anliegen von allen Kundinnen und Kunden steht die SUISA weiterhin telefonisch von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Weitere Informationen:
www.suisa.ch/3a
www.suisa.ch

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Ab April 2020 und bis auf Weiteres räumt die SUISA auf den ausgestellten Rechnungen eine verlängerte Zahlungsfrist ein. Für nicht erfolgte Musiknutzungen im Zusammenhang mit den behördlichen Verordnungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie entfallen die Vergütungen für Urheberrechte. Text von Irène Philipp Ziebold

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Das revidierte Urheberrechtsgesetz ist in Kraft getreten

Die Coronavirus-Krise hat das Ereignis zweifellos in den Schatten gestellt. Doch am 1. April 2020 ist das revidierte Urheberrechtsgesetz in Kraft getreten, nachdem der Versuch der Piratenpartei, ein Referendum zu lancieren, gescheitert war. Text von Vincent Salvadé

Das revidierte Urheberrechtsgesetz ist in Kraft getreten

Das modernisierte Schweizer Urheberrechtsgesetz ist am 1. April 2020 in Kraft getreten. (Foto: Manu Leuenberger)

Mit der Inkraftsetzung sind 10 Jahre Arbeit zu einem Abschluss gekommen. Denn die Revision war 2010 eingeleitet worden, als Ständerätin Géraldine Savary, die später Mitglied des SUISA-Vorstands wurde, ein Postulat mit dem Titel «Braucht die Schweiz ein Gesetz gegen das illegale Herunterladen von Musik?» einreichte.

Wie wird sich das neue Gesetz auf die Tätigkeit der SUISA auswirken? Die folgenden Punkte verdienen eine nähere Betrachtung:

Neue Massnahmen gegen die Piraterie wurden eingeführt:
Hosting-Dienste sind nun unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, dauerhaft zu verhindern, dass illegale Inhalte mithilfe ihrer Dienste erneut widerrechtlich zugänglich gemacht werden («Stay-Down»-Pflicht, Art. 39d URG); ausserdem dürfen die Rechteinhaberinnen und -inhaber Personendaten bearbeiten, soweit dies zum Zweck der strafrechtlichen Verfolgung von Piraten notwendig ist (Art. 77i URG).

Einige Massnahmen verbessern die kollektive Rechtewahrnehmung:
Die Werknutzerinnen und -nutzer müssen den Verwertungsgesellschaften ihre Meldungen elektronisch und in einer Form zur Verfügung stellen, die eine automatische Datenverarbeitung zulässt (Art. 51 Abs. 1 URG); die Verwertungsgesellschaften sind berechtigt, die von den Werknutzern erhaltenen Auskünfte untereinander auszutauschen (Art. 51 Abs. 1bis URG); das Beschwerdeverfahren gegen die Tarife wird beschleunigt (74 Abs. 2 URG), und die für die Genehmigung der Tarife zuständige Schiedskommission kann nun die Einvernahme von Zeugen anordnen (siehe neuer Art. 14 Abs. 1 lit. h des Verwaltungsverfahrensgesetzes).

Schliesslich wurde die «erweiterte Kollektivlizenz» in der Schweiz eingeführt (Art. 43a URG):
Auf diese Weise erhalten die Verwertungsgesellschaften die Möglichkeit, gewisse Verwendungen global zu bewilligen – auch im Namen von Rechteinhaberinhaberinnen und -inhabern, die sie vertraglich nicht vertreten – um die Rechtssicherheit der Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern und die Vergütung für die Urheber sicherzustellen. Diese Möglichkeit betrifft Verwendungen, die die Rechteinhaberinhaberinnen und -inhaber nicht individuell kontrollieren können und bei denen die Verwertungsgesellschaften gewissermassen als eine Art «Versicherung» für die Nutzerinnen und Nutzer auftreten. Diese (in nordischen Ländern bereits bekannte) Neuerung ist zu begrüssen, zumal sie die Rolle der «Vermittler» unterstreicht, die die Verwertungsgesellschaften spielen.

Die SUISA hat den Gesetzgebungsprozess während der gesamten Dauer begleitet. Nicht alle der oben erwähnten Neuerungen sind spektakulär. Doch wir sind der Meinung, dass sie uns die Erfüllung unseres Mandats im Dienst der Urheberinnen und Urheber insgesamt erleichtern werden.

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  1. Eva David sagt:

    Merci aux mandataires de Suisa dont le travail patient et tenace a permis d’aboutir à cette solution satisfaisante.

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Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Ob bei Hintergrundmusik in Geschäftsbetrieben oder dem neuen Pauschalangebot für Kleinunternehmen für Videos mit Musik im Internet: In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten (Komponisten, Texter, Musikverleger) von einer Vielzahl von Betrieben genutzt. Die SUISA vereinfacht als Anlaufstelle für diese Betriebe wie auch für die Bezugsberechtigen die Erlaubnis zur Nutzung und die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Mit Angeboten wie der neu eingeführten Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos vereinfacht die SUISA für die Kunden wie auch für die Bezugsberechtigen die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. (Foto: one photo / Shutterstock.com)

Bislang musste man für jedes einzelne Video mit Musik im Internet für die Urheberrechte bei der SUISA eine Lizenz gemäss dem Tarif VN beziehen. Damit waren die Urheberrechte abgegolten, bezüglich Leistungsschutzrechte (verwandte Schutzrechte) musste man zusätzlich tätig werden. Der ganze Lizenzierungsprozess war somit aufwendig und manchmal auch schwer verständlich.

Gemeinsame Lizenz für Urheberrechte und Leistungsschutzrechte

Die SUISA hat nun zusammen mit der Audion GmbH für Kleinunternehmen mit maximal 49 Mitarbeitenden und bis zu Fr. 9 Mio. Umsatz ein einfacheres, attraktives Lizenzierungsmodell entwickelt. Mit einer jährlichen Vergütung von Fr. 344 (exkl. MwSt.) können Kleinunternehmen und Privatpersonen Videos mit Musik auf den eigenen Websites sowie auf den eigenen Social-Media-Kanälen publizieren. Dank der Zusammenarbeit zwischen der SUISA und der Audion GmbH werden mit der Jahrespauschale gleichzeitig Urheber- und Leistungsschutzrechte erworben.

Nicht im Paket inbegriffen sind Werbevideos, reine Musikvideos, Videos mit einem Produktionsbudget von über 15 000 Franken und Videos mit einer Gesamtspieldauer von mehr als 10 Minuten. Auch müssen die Synchronisationsrechte weiterhin direkt bei den Verlagen bzw. den Urheberinnen und Urhebern eingeholt werden.

Die Rechteagentur Audion GmbH

Die Audion GmbH ist eine im Jahr 2015 von der IFPI Schweiz (Branchenverband der Musiklabels der Schweiz) gegründete, unabhängige Rechteagentur, die Lizenzen für Randnutzungen von Musikaufnahmen zwischen Nutzern und Musiklabels vermittelt.

Bezeichnend für das Tätigkeitsfeld der Audion ist, dass sie sich punktuell auf Nischen beschränkt, wo vor allem kleinere und nicht-kommerzielle Nutzer vor der administrativen Herausforderung stehen, die notwendigen Lizenzen von einer Vielzahl von Musiklabels einzuholen. Die Audion deckt hier ein Nutzerbedürfnis ab und bietet die Wahl, die notwendigen Rechte entweder direkt bei den Rechteinhabern zu erwerben oder als Rechtebündel von der Audion.

Die Landschaft der Musiklabels hat sich durch die Entwicklung der digitalen Vertriebs- und Vermarktungsmöglichkeiten stark verändert. Vermehrt übernehmen zum Beispiel auch Booking-Agenturen Labelfunktionen. Zum Teil ist somit unklar, wo die Rechte einzuholen sind. Audion kann hier helfen, indem sie die Rechte für den Nutzer bei den verschiedenen Labels einholt.

Gemeinsames Inkasso: Hintergrundunterhaltung und Videos auf Websites

Seit dem 1. Januar 2019 betreut die SUISA sämtliche Kunden für den Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a, Hintergrundunterhaltung) wieder selber. Zuvor erfolgte die Rechnungsstellung durch die Billag AG. Bei diesen Kunden handelt es sich um Unternehmen, die in ihren Geschäftsräumen Hintergrundmusik abspielen, TV-Sendungen übertragen, Musik in Telefon-Warteschlaufen (Music on Hold) verwenden und/oder … Videos mit Musik auf den eigenen Websites publizieren. Die Kunden können somit bei der Nutzung der Musik bei Hintergrundunterhaltung und in Videos auf Websites die gleichen sein. In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten von einem grossen Kundenkreis genutzt.

Da stellt sich unweigerlich das Bedürfnis, dass wir die Lizenzierung beider Nutzungen vereinfachen und insbesondere zusammen anbieten. Zu diesem Zweck soll das bereits vorhandene Webportal für die GT 3a-Lizenzen dahingehend angepasst werden, dass der Kunde beide Nutzungen gleichzeitig anmelden und somit ganz einfach seine entsprechenden Nutzungen lizenzieren kann.

Ausblick: Grossunternehmen

Die neu eingeführte Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos gilt für Kleinunternehmen. Ein Angebot für Grossunternehmen – also Unternehmen, die mehr als 49 Personen beschäftigen oder mehr als 9 Mio. Jahresumsatz generieren – wird zurzeit ausgearbeitet mit dem Ziel, auch diesen Firmen eine einfache adäquate Lösung anzubieten. Sobald bei diesem Thema alle erforderlichen Massnahmen und Entscheide getroffen werden konnten, werden wir darüber informieren.

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Gemeinsamer Tarif 3a: Hunderttausend neue SUISA-Firmenkunden | mit VideoGemeinsamer Tarif 3a: Hunderttausend neue SUISA-Firmenkunden | mit Video Seit dem 1. Januar 2019 betreut die SUISA sämtliche Kunden für den Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a) wieder selber. Dazu wurden die Daten von rund 100 000 Kunden, welche die 3a-Rechnungen in den vergangenen Jahren von der Billag erhielten, in die Systeme der SUISA migriert. Ein neues Team mit 16 Mitarbeitenden ist für sämtliche Kunden dieses Tarifs verantwortlich und betreibt den Kundendienst in vier Sprachen. Mittlerweile haben etwas mehr als 58 000 Rechnungen das Haus verlassen – es ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Weiterlesen
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  1. Liebe Frau Ziebold

    Ich bin einerseits Mitglied der SUISA und froh, dass diese meine Interessen als Urheber wahrnimmt. Andrerseits bin ich auch eine 1-Mann-Firma, allein in einem Büro. Alles, was ich über GT 3a lese, erscheint mir plausibel, trifft aber auf mein Unternehmen nicht zu. Ich hasse Hintergrundmusik, weil sie mich beim Arbeiten stört, und selbst wenn ich ein Radio während der Arbeit laufen liesse, wäre ich der einzige, der es hört. Von einer gewerblichen Nutzung, die ja wenigsten ein Ohrenpaar eines Mitarbeiters oder eines Kunden voraussetzt, bin ich also weit entfernt. Ich verfüge auch nicht über ein Geschäftsauto, das – wie ich mir von einer SUISA Mitarbeiterin habe sagen lassen – auch als Büroraum zählen würde. Sie meinte dann auch, dass ich wohl nicht zahlungspflichtig sei.

    Der zuständige Sachbearbeiter sieht das aber ganz anders und meint, ich müsse einfach zahlen. Er glaubt nicht, dass er das näher begründen müsste und weigert sich auch, mir die rechtlichen Grundlagen zuzustellen. Er bezeichnet aber die GT 3a-FAQs auf Ihrer Website als nicht verbindlich, die meiner Meinung nach deutlich machen, dass ich nicht unter die GT 3a Zahlungspflicht falle. Also, wenn ich einem Kunden eine Rechnung schicke, muss ich das immer begründen können. Ich habe nun eine Betreibungsandrohung ihres Inkasso-Büros im Haus, nachdem eine Rechnung und 1 Mahnung nicht beantwortet wurden, die gar nie bei mir eigetroffen sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Meine Frage an Sie lautet nun: Hat ihr Mitarbeiter recht? Muss einfach jede Firma GT3a zahlen? Wenn ja, warum gibt man sich dann so Mühe mit der Spezifizierung der Fälle, wenn es gar keine Ausnahmen gibt? Gibt es für diese Null-Ausnahme-Regelung eine rechtliche Grundlage, die Sie mir anstelle Ihres Mitarbeiters zustellen können? Sind Ihre Mitarbeitenden angehalten, nach dem Versand 1 Rechnung und 1 (nicht eingeschriebenen) Mahnung Ihr Inkasso-Büro in Gang zu setzen mit entsprechenden Mehrgebühren? Warum erhalten nicht einfach alle Firmen eine Rechnung?

    Ihre Meinung dazu interessiert mich sehr.

    Mit freundlichen Grüssen

    M. Gabriel

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Herr Gabriel
      Wir danken Ihnen für Ihre konstruktive Rückmeldung. Ihr Anliegen ist uns wichtig und wir werden die spezifische Sachlage hinsichtlich Ihrer 1-Mann-Firma und der erfolgten Kommunikation inklusive der vorhandenen Informationen dazu intern betrachten. Gerne setzen wir uns mit Ihnen in Kürze noch persönlich in Verbindung, um weitere konkrete Falldetails von Ihnen zu erfahren und mit Ihnen zu besprechen.
      Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute.
      Freundliche Grüsse, Manu Leuenberger / SUISA Kommunikation

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Ob bei Hintergrundmusik in Geschäftsbetrieben oder dem neuen Pauschalangebot für Kleinunternehmen für Videos mit Musik im Internet: In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten (Komponisten, Texter, Musikverleger) von einer Vielzahl von Betrieben genutzt. Die SUISA vereinfacht als Anlaufstelle für diese Betriebe wie auch für die Bezugsberechtigen die Erlaubnis zur Nutzung und die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Mit Angeboten wie der neu eingeführten Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos vereinfacht die SUISA für die Kunden wie auch für die Bezugsberechtigen die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. (Foto: one photo / Shutterstock.com)

Bislang musste man für jedes einzelne Video mit Musik im Internet für die Urheberrechte bei der SUISA eine Lizenz gemäss dem Tarif VN beziehen. Damit waren die Urheberrechte abgegolten, bezüglich Leistungsschutzrechte (verwandte Schutzrechte) musste man…Weiterlesen

Schöne neue Welt

Kaum eine Entwicklung hat das Musikgeschäft so sehr auf den Kopf gestellt wie der Erfolg von Plattformen wie Youtube. Und kaum eine Entwicklung ist mit den Rechten der Urheberinnen und Urheber so nachlässig verfahren wie das Internet. Im Gespräch beleuchtet SUISA-CEO Andreas Wegelin Chancen und Schwierigkeiten des noch jungen Geschäftsbereichs. Interview von Gastautor Silvano Cerutti

Schöne neue Welt

«Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs», ist SUISA-CEO Andreas Wegelin überzeugt. (Foto: Günter Bolzern)

Andreas Wegelin, die Abrechnung der Online-Tantiemen ist von Verzögerungen betroffen, was bei einigen Mitgliedern Enttäuschung ausgelöst hat. Können Sie das verstehen?
Andreas Wegelin: Es ist unser Job, für die Mitglieder möglichst viel herauszuholen, nicht nur online, sondern bei allen Nutzungen. Wenn es zu Kritik kommt, nehmen wir das ernst und gehen ihr nach. Es ist aber auch so, dass einige Mitglieder mehr erhalten haben als auch schon, und die sind nicht enttäuscht.

Ist die Frage falsch gestellt?
Allenfalls ist die Erwartungshaltung zu hoch. Heute wird Musik viel kleinteiliger konsumiert, von einer CD sind es vielleicht noch ein, zwei Lieder, und das schlägt sich auch in den Umsätzen nieder.

Aber die Mitglieder sollten viermal jährlich eine Abrechnung erhalten. Das hat 2019 nicht ganz geklappt. Weshalb?
Das ist richtig. Das liegt unter anderem daran, dass ein grosser Kunde verspätet gezahlt hatte. Bei der Abrechnung im Juni wäre es dann um zu kleine Beträge gegangen: Auf der einen Seite wäre die Abrechnung für viele Mitglieder unter die sogenannte Freigrenze gefallen, sie hätten also gar nichts erhalten, und auf der anderen Seite wären die Verwaltungskosten zu hoch gewesen. Deshalb hatten wir beschlossen, die Abrechnung zu verschieben. Es ist aber unser Ziel, alles quartalsmässig abzurechnen.

Sie haben also kein Problem mit der angelieferten Datenmenge, die Sie zur Berechnung der Online-Tantiemen brauchen?
Nein, das gibt es nicht. Die angelieferte Datenmenge ist zwar riesig und es bedarf einer komplexen Verarbeitung mit vielen Ländern und Währungen; unsere Systeme haben sich aber als äusserst effizient erwiesen.

Jetzt kann ich auf Plattformen wie iMusician mein Werk hochladen, es wird von dort auf verschiedene Service Provider (Spotify etc.) verteilt und ich erhalte angezeigt, wie oft mein Werk wo genutzt wird. Kann das die SUISA auch?
Das sind unterschiedliche Geschäftsmodelle. iMusician beobachtet, wo eine einzelne Aufnahme überall gespielt wird. Die lässt sich natürlich viel besser tracken, als wenn man von einem Werk gleichzeitig Dutzende, wenn nicht Hunderte von Aufnahmen verfolgen muss. Hinzukommt, dass die Musikanbieter genau wissen, wer die Künstler einer Aufnahme sind, aber keine Informationen zu den Komponisten der Songs haben.

Ist die Aufgabe der SUISA ist komplexer?
Natürlich. Kommt hinzu, dass ich eine klare Angabe der Rechte mitliefern muss, wenn ich den Song bei einem solchen Verteildienst hochlade. Bei uns gehen hingegen auch Meldungen von Werken ein, die beispielsweise von einem Fan ohne jegliche Angaben hochgeladen wurden. Wenn ich aber unsere Verwaltungskosten mit den Gebühren von einem Service wie iMusician vergleiche, finde ich: wir können gut mithalten. Aber – solche Verteildienste zeigen uns, wie wir unseren Service künftig verbessern könnten und was am Markt gefragt ist.

Nämlich?
Das Stichwort ist Tracking. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn Werbespots mit Musik von Schweizern im Ausland gesendet werden, erhalte ich die Information über die Anzahl Ausstrahlungen am besten über ein Tracking-System. Heute haben wir – auch aus Kostengründen – ein System, bei dem uns die Sender die Angaben liefern. Da heisst es dann etwa «Nivea-Spot». Ja, welcher jetzt? Wenn ich die Melodie schon als Soundfile habe, kann ich den Spot so erkennen. Das ist eine Zukunft für uns, wenn auch nicht die dringendste Massnahme für online.

Die Automatisierung ist also nur so gut wie die Daten, die sie zur Verfügung hat?
Genau. Und die sind oft unvollständig.

Und was ist mit Monitoring-Dienstleistern wie Utopia Music, die Songs im gesamten Internet suchen können?
Monitoring ist ein grosses Thema. Wir verfolgen das sehr genau, es ist unter anderem ein Pilot geplant. Aber auch hier stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Bei einem internationalen Hitproduzenten kann das stimmen, bei einem Gesamtrepertoire wie dem unseren hingegen kann der Aufwand die Verwaltungskosten in unsinnige Höhen treiben.

Jetzt hat man den Rucksack der Vollständigkeit offline aber schon lange und dort funktioniert die Verteilung relativ gut. Online aber, wo man alles messen könnte, ist es kompliziert.
Das ist ärgerlich, ja. Das Offline-System ist seit bald 100 Jahren eingespielt. Dabei decken wir aber nur die Schweiz und Liechtenstein ab. Online müssen wir weltweit betrachten und haben auch noch Wettbewerb, also Konkurrenz, weil sich gemäss EU jeder Rechteinhaber aussuchen kann, von wem er sich vertreten lässt.

Wie wirkt sich das aus?
Früher hat man der SUISA über die sogenannten Gegenseitigkeitsverträge die Rechte an einem Werk zur Wahrnehmung in der Schweiz und im FL abgetreten. Danach konnte ich jedem Komponisten, egal ob Engländer oder Amerikaner, seinen Anteil aus der Schweiz weiterschicken und erhielt die entsprechenden Anteile aus dem Ausland für Schweizer Urheber.

Online hingegen …
… darf ich eben nur noch für den Rechteinhaber einkassieren, den ich auch selber vertrete, das dafür dann aber weltweit. Plötzlich müssen die Dokumentationen viel genauer und für andere Länder nachgeführt werden, weil es sonst nicht stimmt. Da meldet die eine Gesellschaft, ihr Anteil an diesem Werk betrage 80 Prozent, die andere hingegen sagt, sie vertrete 40 Prozent, ergibt total 120, und solche Dinge passieren andauernd.

Was bedeutet das in der Konsequenz?
Der Provider sagt: Solange ihr nicht wisst, wer wofür abrechnet, zahle ich nichts aus. Oder wir bekommen gar kein Geld, dafür den Hinweis: Ich habe schon an einen anderen gezahlt!

Wie kommt es zu diesen Disputen unter den Rechtevertretern?
Ich habe beispielsweise ein Werk mit einem Komponisten, einem Texter, einem Verlag, der aber einen Subverlag vereinbart hat und auf einem anderen Territorium einen dritten Verlag beauftragt, und jetzt kann sich jeder dieser Beteiligten seine eigene Gesellschaft aussuchen fürs Online. So sind dann vielleicht vier oder fünf Gesellschaften für jeweils einen Teil des Werks zuständig. Jetzt muss genau abgesprochen werden, welcher Teil mir gehört. Da beginnen die «Disputes», weil möglicherweise der Eintrag bei den anderen anders ist.

Gibt es keine Regelung unter den Urheberrechtsgesellschaften, wie man in solchen Situationen verfährt?
Man versucht, in technischen Arbeitsgruppen sich besser zu koordinieren. Aber wegen der neuen Konkurrenzsituation unter den Gesellschaften ist eine vollständige Lösung der Schwierigkeiten noch nicht gefunden.

Kleinteiliger Musikkonsum, noch kleinteiligere Rechtevertretung, internationaler Wettbewerb ohne reibungslose Abläufe – frustriert Sie das?
Nein, das ist ja genau das Spannende! Veränderungen wie das Internet kommen von aussen auf einen zu. Jetzt kann man da den Kopf in den Sand stecken oder eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs.

Aber Sie verstehen, wenn die Situation Urheber stresst?
Natürlich, sie stresst uns ja auch (lacht). Wir bauen hier einen neuen Service auf, der hoffentlich rentiert und gefragt ist und der für unsere Mitglieder das Beste herausholt. Das geht nur in kleinen Schritten und mit Rückschlägen, aber es gibt auch Fortschritte: Die Verträge konnten verbessert werden, die Infrastruktur modernisiert und die Dauer von Nutzung bis Verteilung konnte seit 2012 halbiert werden. Ich bin sehr zuversichtlich.

Zum zweiten Teil des Interviews: «Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb»

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