Tagarchiv: SUISA-Mitglied

«Die Ideen für Songs entstehen oft aus einem einzelnen Wort» | mit Video

Der Lausanner Alejandro Reyes ist als Komponist und Textautor gleich mit zwei Songs im Schweizer Finale für den Eurovision Song Contest 2018: «Kiss Me» und «Compass». Bei Letzterem ist er zugleich Interpret. Entstanden sind die Lieder im Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA. Für Alejandro Reyes war das Schreiben im Team ein Novum – und eine persönliche Bereicherung. Im Interview verrät der junge Songwriter zudem mehr über die Entstehung seiner beiden ESC-Songs. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

«Ich häte nie erwartet, gleich zwei Songs im Schweizer Finale für den Eurovision zu haben», sagt Alejandro Reyes im Videointerview. Kein Wunder: Der 25-jährige Reyes macht erst seit rund sieben Jahren Musik. Für ihn war sowohl der Eurovision Song Contest (ESC) wie auch das Songwriting Camp eine völlig neue Erfahrung. Es war auch das erste Mal, dass er zusammen mit anderen Komponisten und Textautoren Songs geschrieben hat. Umso mehr freut es ihn, dass seine Arbeit so erfolgreich war: «Bevor ich ins Camp kam, dachte ich nicht, dass ich so viel zu den Kompositionen beitragen kann.»

Der junge Songwriter war von der Erfahrung begeistert: «Ich konnte meine Arbeitsweise und meine Sicht der Dinge teilen», erzählt er. «Gleichzeitig habe ich auch sehr viel zurückerhalten. Positive Kritiken und auch weniger positive, die mich aber als Songwriter weiterbringen.» Das Besondere am Komponieren im Songwriting Camp sieht Alejandro Reyes darin, dass man für einen einzigen Tag mit anderen Songwritern, die man oft zum ersten Mal trifft, zusammenarbeitet: «Aus dieser Zusammensetzung entsteht etwas Einzigartiges, Authentisches – eine Momentaufnahme.»

Alejandro Reyes konnte als Interpret zwischen den zwei Songs wählen, die er mitkomponiert hat: «Compass» oder «Kiss Me». Er entschied sich für «Compass», weil ihn die Geschichte des Songs stärker berührt hat und weil es «ein Lied ist, das sehr tief geht», erzählt Alejandro Reyes. «Bereits bei den ersten Zeilen ist man schon in einer sehr tiefgründigen Stimmung, die einen berührt. Der Song hat eine Message.»

Für «Compass» arbeitete er mit dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen und der kanadischen Songwriterin Laurell Barker zusammen. «Zuerst entstand die Grundstimmung des Songs und die Idee für die Geschichte», schildert Alejandro Reyes den Entstehungsprozess. Das Grundgerüst für den Song entstand in relativ kurzer Zeit.

Auf die Frage zur Entstehung seiner Lieder antwortet Alejandro Reyes: «Die Ideen für Songs entstehen oft aus einem einzelnen Wort.» Bei «Compass» sei es die Vorstellung gewesen, dass jemand die Richtung wieder finden müsse – eben mit einem Kompass. Wo Alejandro Reyes‘ Kompass hinzeigt, ist klar: Er hofft, mit seinem Song die Schweiz im Finale des ESC 2018 zu vertreten.

www.alejandro-reyes.com

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Von den sechs Finalisten und Finalistinnen hat Chiara Dubey als Interpretin die grösste ESC-Erfahrung vorzuweisen. Zum dritten Mal steht die Tessinerin in der letzten Runde derjenigen Künstler, die um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contests (ESC) kämpfen. Ihren aktuellen Song «Secrets And Lies» schrieb sie zusammen mit dem belgischen Songwriter und Produzenten Jeroen Swinnen und der Britin Janie Price am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA.

«Jeroen hat auf dem Klavier eine Harmoniefolge gespielt und ich habe aus dem Bauch heraus eine Melodie dazu improvisiert», erklärt Chiara Dubey den Entstehungsprozess ihres Songs. Und ergänzt: «Nach und nach haben wir dann wie bei einem Puzzle weitere Elemente hinzugefügt und angepasst bis wir eine Anfangsstruktur hatten, die uns allen gefiel.» Der Songtext stammt von Janie Price, die mit einigen Texten im Gepäck ins Camp gereist war. «Wir haben ihren Text an die neue Struktur und Melodie angepasst», sagt Chiara Dubey. «Der Text wurde von Janie geschrieben, und ich gebe ihm seine persönliche Note.»

Für Chiara Dubey war das Komponieren in diesem Rahmen eine ungewöhnliche Erfahrung: «Für mich war es neu, nicht alles unter Kontrolle zu haben.» In der Regel will die Musikerin die Übersicht haben über die Komposition, den Text, das Arrangement und die Instrumentierung ihrer Musik. Beim Songwriting Camp war dies anders: «Man muss die Kontrolle abgeben und etwas schaffen, das allen Beteiligten entspricht», sagt sie zum Komponieren im Team.

Letztlich gilt es das bestmögliche Ergebnis zu haben, denn – wie Chiara Dubey sagt – hat man am ESC lediglich «drei Minuten, um ganz Europa zu beeindrucken.»

www.chiaradubey.com

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Die Tessiner Musikerin Chiara Dubey hat mit ihrem Song «Secrets And Lies» gute Aussichten darauf, die Schweiz am 12. Mai 2018 am Eurovision Song Contest in Lissabon zu vertreten. Geschrieben wurde die Pop-Ballade im August 2017 am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA. Im Interview spricht Chiara Dubey unter anderem über die Zusammenarbeit mit ihren beiden Mitkomponisten, dem Belgier Jeroen Swinnen und der Britin Janie Price. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Von den sechs Finalisten und Finalistinnen hat Chiara Dubey als Interpretin die grösste ESC-Erfahrung vorzuweisen. Zum dritten Mal steht die Tessinerin in der letzten Runde derjenigen Künstler, die um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contests (ESC) kämpfen. Ihren aktuellen Song «Secrets And Lies» schrieb sie zusammen mit dem belgischen Songwriter und Produzenten Jeroen…Weiterlesen

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Mit ihrem Song «Stones» stehen die SUISA-Mitglieder Co und Stee Gfeller, bekannt als ZiBBZ, im Wettbewerb um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contest. Geschrieben haben sie das Stück zusammen mit der kanadischen Songwriterin Laurell Barker am Songwriting Camp von Pele Loriano Productions und der SUISA im August 2017. Im Videobeitrag erzählen die Geschwister mehr über die Entstehung des Songs und weshalb solche Songwriting Camps wichtig sind. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Co und Stee Gfeller von ZiBBZ pendeln zwischen Los Angeles und der Schweiz. In ihrem musikalischen Labor in L. A. finden oft Songwriting Sessions mit verschiedenen Musikern statt; in der Schweiz fehlte ihnen dieser kreative Austausch bislang: «Es ist megaschön, dass es nun zum ersten Mal auch in der Schweiz ein Songwriting Camp gab», sagt Co Gfeller im Interview.

Bei ihrer Teilnahme am Songwriting Camp in den Powerplay Studios im August 2017 haben die Geschwister an zwei Tagen zwei Songs geschrieben. Mit dem Song «Stones» stehen sie am 4. Februar 2018 an der SRF-Entscheidungsshow im Wettbewerb um den Einzug ins Finale des ESC in Lissabon.

Komponiert haben die Gfellers den Song gemeinsam mit der kanadischen Songwriterin Laurell Barker. Die Zusammenarbeit im Trio erwies sich als äusserst fruchtbar: In nur 30 Minuten sei das Grundgerüst zum Song fertig gewesen, erklären ZiBBZ im Interview. Fast schon «magically» sei es gewesen, wie das Stück an diesem Tag entstanden sei.

www.zibbz.com

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Co und Stee Gfeller von ZiBBZ pendeln zwischen Los Angeles und der Schweiz. In ihrem musikalischen Labor in L. A. finden oft Songwriting Sessions mit verschiedenen Musikern statt; in der Schweiz fehlte ihnen dieser kreative Austausch bislang: «Es ist megaschön, dass es nun zum ersten Mal auch in der Schweiz ein Songwriting Camp gab», sagt Co…Weiterlesen

«Du willst immer den bestmöglichen Song schreiben» | mit Video

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Hinter jedem guten Song steckt ein guter Songwriter. Im Fall von «Kiss Me» sind es gleich vier. Interpretiert wird der Song, der in der Schweizer Endauswahl für den Eurovision Song Contest 2018 steht, von Naeman. Komponiert wurde er vom Lausanner Alejandro Reyes, dem Schweden Ken Berglund, dem US-Amerikaner Eric Lumière und Kate Northrop.

Die in der Schweiz wohnhafte US-Amerikanerin hat den Songtext beigesteuert. Die Geschichte, von der das Lied handelt, wurde im Teamwork erarbeitet: «Wir haben uns zuerst gegenseitig die Geschichte des Songs erzählt», erzählt die Songwriterin im Interview. «Dann haben wir versucht, das alles mit Musik, Wort und vor allem Emotionen zu beschreiben.»

Kate Northrop hat schon zuvor mit verschiedenen Co-Autoren Songs geschrieben. Das Setting am Songwriting Camp war für sie allerdings eine völlig neue Erfahrung. Hier musste sie mit Leuten, die sie noch nie zuvor getroffen hatte, innerhalb von 12 Stunden einen fertigen Song schreiben. Kate Northrop war von dieser Art, Songs zu schreiben, begeistert. «Es war unglaublich inspirierend, mit diesen Künstlern zusammenzuarbeiten», sagt sie. «Du musst dich öffnen und dich auf ihre Kreativität einlassen, damit etwas entsteht.»

Dass am Songwriting Camp gezielt Lieder für den ESC geschrieben werden sollen, hatte keinen Einfluss auf Kate Northrops Arbeit: «Ich glaube nicht, dass es anders ist, für den Eurovision zu schreiben oder irgend ein Lied. Du willst immer den bestmöglichen Song schreiben.»

www.songwave.ch, Website von Kate Northrop

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Die Songwriterin Kate Northrop ist hauptsächlich Textautorin und somit eine kreative Schafferin, die gewöhnlich nicht im Rampenlicht steht. Zusammen mit drei weiteren Miturhebern hat das SUISA-Mitglied den Song «Kiss Me», Naemans Beitrag für den Eurovision Song Contest, komponiert. Im Video-Interview erzählt Kate Northrop, wie der Songtext entstanden ist und wieso das Songwriting Camp der SUISA und von Pele Loriano Productions für sie inspirierend war. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Hinter jedem guten Song steckt ein guter Songwriter. Im Fall von «Kiss Me» sind es gleich vier. Interpretiert wird der Song, der in der Schweizer Endauswahl für den Eurovision Song Contest 2018 steht, von Naeman. Komponiert wurde er vom Lausanner Alejandro Reyes, dem Schweden Ken Berglund, dem US-Amerikaner Eric Lumière und Kate Northrop.

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«Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video

«Compass» ist einer der sechs Schweizer Finalsongs für den Eurovision Song Contest 2018. Interpretiert wird das Stück von Alejandro Reyes, der den Song zusammen mit der Kanadierin Laurell Barker und dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen komponiert hat. Im Interview mit der SUISA schildert Lars Christen den Songwriting-Prozess. Zudem erzählt er, weshalb das Songwriting Camp für ihn eine wertvolle Erfahrung war. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

Lars Christen ist ein gefragter Produzent und Songwriter. Er arbeitet mit Künstlern wie Bastian Baker, James Gruntz, Damian Lynn oder aktuell Marc Sway zusammen. Mit dem Songwriting Camp, das von Pele Loriano Productions und der SUISA organisiert worden war und im August 2017 in den Powerplay Studios in Maur stattfand, betrat das SUISA-Mitglied Neuland. Und es hat sich gelohnt: Zusammen mit dem Lausanner Musiker Alejandro Reyes und der Kanadierin Laurell Barker schrieb er «Compass», einen der sechs Songs, der für den Schweizer Beitrag am ESC in den Startlöchern steht.

Interpretiert wird der Song vom Mitkomponisten Alejandro Reyes. «Wir haben mit Alejandro diskutiert, was ihn beschäftigt und worüber er singen möchte», sagt Lars Christen im Video zum Entstehungsprozess des Songs. Beim Songwriting Camp hat «Lars the music guy» den Austausch mit den unterschiedlichen Musikerinnen und Musiker aus dem In- und Ausland geschätzt: «Für mich war es auch hinsichtlich Netzwerk ein grosser Gewinn, an diesem Camp teilzunehmen.»

Ob das Songwriting-Team mit «Compass» die Schweiz im Mai am ESC in Lissabon vertreten wird, zeigt sich am 4. Februar 2018 an der SRF-Entscheidungsshow. «Ich hoffe, dass andere Leute auch so Freude haben werden wie wir, als wir den Song geschrieben haben», sagt Lars Christen.

www.larsthemusicguy.com

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James Gruntz: «Besonders spannend finde ich es, wenn ich zunächst nicht weiss, in welche Richtung ein Song geht»«Besonders spannend finde ich es, wenn ich zunächst nicht weiss, in welche Richtung ein Song geht» James Gruntz veröffentlichte kürzlich sein neues Album «Waves». Eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielte das Werkjahr, das der 30-jährige Songwriter, Multiinstrumentalist, Produzent und Sänger von der FONDATION SUISA erhalten hat. Weiterlesen
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«Compass» ist einer der sechs Schweizer Finalsongs für den Eurovision Song Contest 2018. Interpretiert wird das Stück von Alejandro Reyes, der den Song zusammen mit der Kanadierin Laurell Barker und dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen komponiert hat. Im Interview mit der SUISA schildert Lars Christen den Songwriting-Prozess. Zudem erzählt er, weshalb das Songwriting Camp für ihn eine wertvolle Erfahrung war. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Manu Leuenberger

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«Besonders spannend finde ich es, wenn ich zunächst nicht weiss, in welche Richtung ein Song geht»

James Gruntz veröffentlichte kürzlich sein neues Album «Waves». Eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielte das Werkjahr, das der 30-jährige Songwriter, Multiinstrumentalist, Produzent und Sänger von der FONDATION SUISA erhalten hat. Text von Gastautor Markus Ganz

James Gruntz: «Besonders spannend finde ich es, wenn ich zunächst nicht weiss, in welche Richtung ein Song geht»

«Die Realität ist, dass ich das Geld für meinen Lebensunterhalt mit den Konzertgagen und den Vergütungen der Verwertungsgesellschaften bestreite», erklärt James Gruntz. (Foto: Gregor Brändli)

Mit dem Album «Belvedere» gelang James Gruntz 2014 der Durchbruch, was sich in guten Hitparadenplatzierungen und mehreren Auszeichnungen bestätigte («Basler Pop-Preis» 2014 und zwei «Swiss Music Awards» 2015). Für die Entstehung des kürzlich erschienenen Nachfolgealbums «Waves» dürfte dadurch der Druck auf den Musiker gewachsen sein, der in Nidau bei Biel aufgewachsen ist, mit 16 nach Basel kam, in Zürich den Pop-Master an der Zürcher Hochschule der Künste machte und nun in einer Fabrikloft in Dulliken bei Olten wohnt und an Songs arbeitet.

James Gruntz relativiert diesen Druck im Gespräch. «Musik war für mich schon immer ein sehr wichtiger Teil meines Lebens – und das wird so bleiben, ganz unabhängig davon, ob ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann oder nicht.» Der Songwriter, Multiinstrumentalist, Produzent und Sänger betont denn auch, dass sein Debütalbum bereits vor zehn Jahren erschien und das kürzlich erschienene «Waves» bereits sein sechstes ist. «Es gab eine stetige Entwicklung: Irgendwann liefen Songs von mir am Radio, und es gab immer mehr Engagements für Konzerte. Und bis jetzt hat sich noch jedes Album besser verkauft als das vorherige.»

Die Freude am Scat

Dann irritiert James Gruntz mit der Bemerkung, dass er froh sei, dass er die goldene Zeit der Musikindustrie nicht miterlebt habe. «Deshalb habe ich keine grossen kommerziellen Erwartungen an das Album-Format. Denn die Realität ist, dass ich das Geld für meinen Lebensunterhalt mit den Konzertgagen und den Vergütungen der Verwertungsgesellschaften bestreite.» Für ihn gehe es finanziell auf, weil er sowohl Urheber wie Interpret und auch Produzent seiner Songs ist. Von den Album-Verkäufen erwarte er lediglich, dass er die damit verbundenen Kosten decken könne.

Zum Glück hat James Gruntz trotzdem das neue Album «Waves» realisiert, denn es besticht mit einer reizvollen Mischung aus Soul, Pop und Elektronik. Eine Vorstellung, wie das neue Album werden sollte, hatte er zu Beginn jedoch nicht. «Klar war einzig, dass ich wie auf dem letzten Album beim Stück ‹Heart Keeps Dancing› wieder etwas mit Scat-Gesang machen wollte.» Das spezielle Schnalzen mit der Zunge habe er damals zum ersten Mal probiert und das sei sehr gut angekommen. Und da er dies «extrem gern» mache, wollte er auf dem neuen Album mehr in dieser Art machen und sich dabei auch mehr getrauen.

Kein Selbstzweck

Der eigenwillige Einsatz der Stimme prägt die Musik noch mehr als auf dem letzten Album, auch mit dem zuweilen an Prince erinnernden Falsett und mehrstimmigem Harmonizer-Gesang, der eine eigentümliche Verfremdung schafft. «Der spielerische Umgang mit Gesang macht mir eben Spass. Wichtig aber ist, dass man es nicht nur macht, weil man es kann oder es technisch toll ist. Es muss eigenständig funktionieren und Sinn machen.» Letztlich verleiht die Stimme dem Album einen hohen Wiedererkennungswert.

Die neuen Stücke sind sehr unterschiedlich entstanden. James Gruntz hat immer ein Diktiergerät dabei und nimmt damit Ideen auf. Von Zeit zu Zeit hört es sich dann diese Aufnahmen durch und sucht Ideen, «bei denen ich Lust verspüre, daraus etwas zu entwickeln». Dann arbeite er zuhause im Heimstudio allein daran weiter, bis die Songform stehe. «Ich finde es besonders spannend, wenn ich zunächst nicht weiss, in welche Richtung der Song geht. Erst wenn mir das klar geworden ist, wenn ich meine Version gefunden habe, suche ich die Zusammenarbeit mit anderen Musikern – und bin offen für deren Ideen.»

Unterschiedliche Entstehung

Die Idee für die erste Single, «You», sei ihm bereits vor drei Jahren gekommen, also kurz nach der Veröffentlichung des letzten Albums. «Dieses Stück hat sich bis zur Fertigstellung enorm entwickelt, ist sehr anders geworden.» Andere Songs wie «Waves» habe er hingegen quasi aus dem Nichts in einem Tag nahezu fertiggestellt. «Dieses Stück ist gewissermassen immer noch das Demo. Das war möglich, weil es näher bei einer Stimmung ist als bei einem Song und dadurch auch limitierter für den Ausbau ist.»

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Albums spielte das mit 80 000 Franken dotierte Werkjahr, das James Gruntz 2016 von der FONDATION SUISA erhalten hat. Eigentlich sollte «Waves» bereits diesen Frühling erscheinen. «Ich merkte dann aber, dass ich mehr Zeit brauchte, um das Album so zu gestalten, wie es mir vorschwebte. So konnte ich die Veröffentlichung des Albums um ein halbes Jahr verschieben, ohne Angst zu bekommen, dass mein Konto unter Null sinken würde.»

Ist das Buch die neue CD?

Das Werkjahr ermöglichte zudem ein ganz spezielles Projekt: James Gruntz veröffentlicht auf die Tournee hin noch ein 64-seitiges Buch. «Es ist ein Experiment, das ich mir ohne das Geld der FONDATION SUISA zweimal überlegt hätte.» Für jeden Song des neuen Albums wurde je ein Autor oder eine Autorin angefragt, einen Text dazu zu schreiben, ohne jede Auflage. «Entstanden sind Gedichte und Geschichten, die auch für mich sehr interessant sind, weil sie zeigen, was meine Musik auslösen kann.»

Hinter diesem Buchprojekt steht die Überlegung von James Gruntz, dass «die CD trotz der besseren Tonqualität auf dem absteigenden Ast ist». Er ist aber überzeugt, dass die meisten Leute trotzdem wie er beim Musikhören etwas in den Händen halten wollten. «Und ein Buch ist doch ein viel schöneres Objekt als eine CD! Es enthält zudem auch die Songtexte, was für diejenigen Hörer gut ist, die meine Musik streamen.» Möglich wurde dieses Projekt auch dadurch, dass sein Album beim Verlag Zytglogge erscheint, der auch Bücher im Sortiment hat. Deshalb kann sich James Gruntz nun freuen, dass seine Musik in die von ihm geliebten Buchhandlungen kommt, denn im Buch ist auch ein Download-Code für sein Album enthalten (das Buch wird auch an seinen Konzerten erhältlich sein).

Konzerte 2017/18: 17. Nov. Schüür Luzern, 18. Nov. Eintracht Kirchberg SG, 24. Nov. Gaswerk Seewen, 25. Nov. Kaserne Basel, 1. Dez. Kofmehl Solothurn, 2. Dec. L’Usine Genève, 8. Dez. Salzhaus Brugg, 9. Dez. Hotel Wetterhorn Hasliberg, 17. Dez. Zauberwald Lenzerheide, 12. Jan. 2018 Salzhaus Winterthur, 19. Jan. Chollerhalle Zug, 20. Jan Mokka Thun, 16. Feb. Kulturkarussell Rössli Stäfa, 23. Feb. Kulturfabrik KUFA Lyss, 24. Feb. Casino Herisau, 27. Apr. Kühltür Grosshöchstetten.

www.jamesgruntz.com, offizielle Website von James Gruntz

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Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit VideoCarrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. «Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.» Weiterlesen
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«Die Realität ist, dass ich das Geld für meinen Lebensunterhalt mit den Konzertgagen und den Vergütungen der Verwertungsgesellschaften bestreite», erklärt James Gruntz. (Foto: Gregor Brändli)

Mit dem Album «Belvedere» gelang James Gruntz 2014 der Durchbruch, was sich in guten Hitparadenplatzierungen und mehreren Auszeichnungen bestätigte («Basler Pop-Preis» 2014 und zwei «Swiss Music Awards» 2015). Für die Entstehung des kürzlich erschienenen Nachfolgealbums «Waves» dürfte dadurch der Druck auf den Musiker gewachsen sein, der in Nidau bei Biel aufgewachsen ist, mit 16 nach Basel kam, in Zürich den Pop-Master an der Zürcher Hochschule der Künste machte und nun in einer…Weiterlesen

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden ist Pianist, Komponist, Autor und … Hundertjähriger. Am 11. November 2017 kann das Ehrenmitglied der SUISA seinen 100. Geburtstag feiern. Zum Festtag lässt Gastautor Jean-Pierre Mathez das bisherige Leben und Schaffen des Jubilars Revue passieren.

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden, früherer Präsident und heute Ehrenmitglied der SUISA, kann am 11. November 2017 seinen 100. Geburtstag feiern. (Foto: Yvan Ischer)

Ford Model T Baujahr 1913 (Foto: Ryan Fletcher / Shutterstock.com)

Geboren am 11. November 1917, neun Jahre nach Beginn der Produktion des Ford T anno 1908, wird Julien-François Zbinden ein privilegierter, aufmerksamer Zeuge dieser fantastischen technischen, künstlerischen, moralischen und spirituellen Entwicklung, die das Leben der Menschen auf dieser Erde grundlegend verändert hat.

Sein musikalisches Abenteuer beginnt jedoch mit seinem heiss geliebten Klavier:

«Heute noch teilt es meine Leidenschaft der Jazzmusik und unsere schöne Komplizenschaft ist im Album ‹The Last Call…?› verewigt, in meinem 93. Lebensjahr aufgenommen. Dieses Etwas ist mein Instrument, der weit über hundertjährige Flügel Blüthner Nr. 89293, Modell 190, gebaut 1910 in Leipzig. Ihm widme ich dieses Opus 111 (die ‹Blüthner-Variationen›, verlegt bei Editions Bim PNO67, Anmerkung des Autors), das das letzte meiner Werke für Klavier sein wird.»

Selbstporträt, Linolschnitt, 1937.

Anfangs verdient Julien-François Zbinden sein Leben als Barpianist und macht sich vertraut mit seiner Leidenschaft: dem Jazz, dann mit dem Komponieren.

Im Alter von dreissig Jahren beginnt seine Karriere in der Abteilung Musik des Radio Suisse Romande, das er administrativ und mit seiner Offenheit bis zur seiner Pensionierung 1982 prägen wird. Ruhmreiche Jahre mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne, der Fanfare Perce-Oreille, klassischen und volkstümlichen Chören der Romandie, mit Stars der chanson française, von Jazzorchestern; als Teilnehmer und Moderator von Debatten tritt er stets in mutigem Respekt der Meinungen auf. Unzählige Berühmtheiten aus der Welt der Musik werden nach Lausanne eingeladen: Die Archive sind voll von Direktsendungen und Aufnahmen mit diesen berühmten Künstlern. Er hat es verstanden, allen musikalischen Genres von Qualität Tür und Tor des RSR zu öffnen und so die Romandie wie auch die französischsprachigen Länder mit einer breiten musikalischen Kultur zu bereichern.

In seinen Mittfünfzigern macht er das Pilotenbrevet und berauscht sich mit den Emotionen, die ihm seine Arabesken und die verkleinerte Vision des prosaischen Erdenlebens verschaffen.

Julien-François Zbinden vor einer Piper L4, Einführung in den Landeanflug (Glacier des Diablerets, 11.12.1975). (Foto: ZvG)

Julien-François Zbinden am Klavier, Januar 2017. (Foto: ZvG)

Als Julien-François Zbinden das Pensionsalter erreicht, verlässt er das RSR und widmet sich mit Leib und Seele der Komposition (sein Schaffen wird über hundert Werke umfassen), seinen Freundschaften, dem Reisen, dem Schreiben (eine eindrückliche Biografie und zwei kürzlich erschienene Bücher), und nicht zu vergessen, die kürzlich vorgenommene Einspielung von zwei CDs mit Jazz-Standards am Klavier (TCB Montreux) …

Er war Präsident des Tonkünstlervereins (1973–1979) und von 1987 bis 1991 des Vorstands der SUISA.

Julien-François Zbinden ist auch ein wertvolles lebendiges Gedächtnis, ein hochgelehrter Mann, der seine Zeit mit grossem Scharfsinn analysiert hat. Seine musikalischen Werke werden weltweit gespielt und sind bei grossen europäischen Verlagshäusern verlegt (seit 1988 seine neuen Werke exklusiv in der Schweiz bei Editions Bim).

Es ist zu hoffen, dass die schweizerische Musikwelt diesen aussergewöhnlichen Künstler nicht vergisst und ihn den zukünftigen Generationen der Musiker und Musikliebhaber unsereres Landes weitervermittelt.

Über Julien-François Zbinden (viel) mehr erfahren kann man unter: www.jfzbinden.ch

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Julien-François Zbinden ist Pianist, Komponist, Autor und … Hundertjähriger. Am 11. November 2017 kann das Ehrenmitglied der SUISA seinen 100. Geburtstag feiern. Zum Festtag lässt Gastautor Jean-Pierre Mathez das bisherige Leben und Schaffen des Jubilars Revue passieren.

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden, früherer Präsident und heute Ehrenmitglied der SUISA, kann am 11. November 2017 seinen 100. Geburtstag feiern. (Foto: Yvan Ischer)

Ford Model T Baujahr 1913 (Foto: Ryan Fletcher / Shutterstock.com)

Geboren am 11. November 1917, neun Jahre nach Beginn der Produktion des Ford T anno 1908, wird Julien-François Zbinden ein privilegierter, aufmerksamer Zeuge dieser fantastischen technischen, künstlerischen, moralischen und spirituellen Entwicklung, die das Leben der Menschen auf dieser Erde grundlegend verändert hat.

Sein musikalisches Abenteuer beginnt jedoch mit seinem heiss geliebten Klavier:

«Heute noch teilt es meine Leidenschaft der Jazzmusik und unsere schöne Komplizenschaft ist im Album ‹The Last…Weiterlesen

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Am 18. Juli vor 75 Jahren wurde Toni Vescoli geboren. Und am 19. September vor 55 Jahren gründete der Zürcher Musiker die legendäre Beat-Band Les Sauterelles. Diese feiert ihr Jubiläum mit einer Tournee, die an der «Beatleweek» in Liverpool beginnt. Parallel dazu tritt Toni Vescoli weiterhin mit seinen Mundart-Projekten «MacheWasiWill», «imDUO» und «Toni VESCOLI&Co» auf. Text von Gastautor Markus Ganz

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Toni Vescoli, SUISA-Mitglied seit 1967, hat nicht nur den schweizerischen Beat geprägt, er war auch Mundart-Pionier, Dylan-Interpret und Erzähler der Pingu-Hörspiele (Foto: Kessler)

Den GW, den Grössenwahn, habe er jedenfalls nicht bekommen, erklärte Toni Vescoli vor fünf Jahren in der Fernsehsendung «Stars extra», verlegen grinsend. Die Moderatorin Sandra Studer hatte ihn gefragt, wie es denn gewesen sei, dass er 1968 mit Les Sauterelles («Heavenly Club») sogar noch vor den Beatles («Hey Jude») in der Schweizer Hitparade gestanden habe. Damit hatte sich der Zürcher Sänger, Gitarrist und Songwriter selbst gut charakterisiert. Denn er gibt zwar bis heute offensichtlich gerne Konzerte – aber der Musik und nicht des Rampenlichts wegen.

Toni Vescoli ärgerte sich schon 1964 «masslos» darüber, dass ihr Impresario für Les Sauterelles einen zusätzlichen Namen erfand und diesen sogar grösser auf die Plakate druckte: «The Swiss Beatles». Er wollte sich aber nicht mit Stars vergleichen, sondern mit seinem eigenen Schaffen bestehen. Spätestens ab den 1970er Jahren ging er unbeirrt von Trends und Szenen seinen eigenen Weg.

Der Weg zum Beat

Die Leidenschaft für Musik hatten allerdings nicht englische Beat-Musiker, sondern amerikanische Stars wie Johnny Cash und vor allem Elvis Presley ausgelöst. Er habe solche Musik bereits Ende der fünfziger Jahre gespielt, erzählte Toni Vescoli dem Autoren in einem früheren Interview. Er sei in einem In-Café im Zürcher Niederdorf jeweils auf einem Tisch gestanden und im grösseren Rahmen manchmal von einer Dixie-Band begleitet worden. Den Wechsel zum Beat leiteten dann die Shadows mit ihrem speziellen Sound von elektrischen Gitarren ein.

Dazu brauchte er eine Band, weshalb er 1962 Les Sauterelles gegründet habe, deren gesamte Geschichte von vielen personellen Wechseln geprägt ist. Den kommerziellen Höhepunkt bringt 1968 die Single «Heavenly Club», die in den meisten europäischen Ländern sowie in den USA und in Japan veröffentlicht wurde. Bis zu 350 Konzerte pro Jahr hätten sie gegeben und manchmal bis zu sieben Stunden gespielt. Trotzdem hatte die Band mit Geldproblemen zu kämpfen, so dass Toni Vescoli 1970 in einer Todesanzeige verkündete: «Die Sauterelles sind tot».

Die legendäre Schweizer Beat-Band Les Sauterelles wurde vor 55 Jahren gegründet. 2017 feiert die Band ihr Jubiläum mit einer Tournee, die in Liverpool beginnt. (Foto: Gerhard Born)

Amerikanische Einflüsse

Es war der Folk und im speziellen Bob Dylan, der Toni Vescoli musikalisch zurück zum amerikanischen Liedgut brachte und seine Solokarriere prägte; davon zeugt auch sein Album «Bob Dylan Songs» (1993) mit Adaptionen in Zürichdeutsch. Der Folk sei zusammen mit dem Westcoast der 1970er Jahre sein Einstieg zu seiner späteren Americana-Mischung gewesen, erzählte Toni Vescoli im Interview. Aber schon seine Klassiker «Susanne» und «N1» seien eigentlich Country-Nummern gewesen, fast schon Bluegrass.

Anfang der 1980er Jahren kehrte Toni Vescoli zum Rock zurück, wurde durch Ry Cooder aber auch ein Fan des Akkordeonisten Flaco Jimenez, der dann auch auf seinem Album «Tegsass» (1999) mitspielte. Dessen Tex-Mex habe ihn an seine Jugendzeit in Peru (im Alter von vier bis neun Jahren) erinnert, als sie im Radio mexikanische Volkslieder gehört hätten. Zusammen mit dem Cajun färbte dies deutlich auf das Americana-Album «66» (2008) ab, insbesondere auf den lüpfigen Single-Titel «El Parasito».

Mundart-Pionier

Bedeutsamer als der stilistische Wandel war Toni Vescolis pionierhafter Wechsel zum Dialekt im Jahr 1970. Er war beauftragt worden, für die Enthüllung eines Tell-Denkmals der Zeitschrift Pop einen Song zu schreiben. Statt wie gewünscht einen hochdeutschen Text zu schreiben, fand er Mundart passender – und der Song kam gut an. Er schrieb weitere Mundartlieder, doch sein Produzent habe 1971 gemeint, dafür sei es noch zu früh.

Deshalb erschien sein erstes Mundartalbum erst 1974 –und Reinhard Meys Coverversion des Lieds «Susanne» noch vor Vescolis Original. Bemerkenswert ist auch sein Song «N1», mit dem er bereits 1983 den zwiespältigen Charakter der die Schweiz verbindenden Autobahn N1 (heute A1) thematisierte. «N1 Du bisch e Schtraass wo-n i hass, aber irgendwie han-i Di gern»; ein Gassenhauer zum Thema Verkehr war bereits «Scho Root» (1975) gewesen.

Bis heute bescheiden und bodenständig geblieben: Toni Vescoli. (Foto: Plain)

Neuartige Kombination

Ungewohnt war damals vor allem, dass Toni Vescoli seine Mundarttexte mit amerikanischer Musik kombinierte und damit die Liedermacher-Tradition aufbrach. Er habe damals gemerkt, dass er mit Mundart die Leute viel direkter erreichen könne. Deshalb habe er seine Musik in eine Richtung entwickelt, bei der man die Texte gut heraushörte. Dies habe ihn zum Folk geführt, den er auch alleine spielen konnte.

Als er folgerichtig einmal von einem Kleintheater engagiert wurde, merkte er, dass er keine Verstärker mehr brauchte und dass die akustische Gitarre genügte. So sei er in einer Szene gelandet, die er nicht gesucht hatte, aber wo es ihm wohl war: Er spielte danach fast 18 Jahre ohne Anlage. Irgendwann sei ihm aber die Szene, wo man ihm «gläubig an den Lippen» gehangen habe, zu nah gewesen. Er hatte wieder Lust auf die elektrische Gitarre, wovon der Song «Wäge Dir» handelt.

Worte für ein Liebeslied

Der Wechsel zum Dialekt war nicht einfach gewesen. In Mundart müsse man sich sehr gut überlegen, was man singen will, meinte Toni Vescoli im Interview. Es komme einem nicht so leicht über die Lippen, «ich liebe Dich» zu singen – auch wenn dies heute nicht mehr so peinlich wirke, wie die aktuelle Mundartszene zeige.

Toni Vescoli thematisierte die Schwierigkeit, für ein Liebeslied Worte zu finden, im Song «Lady Lo», wo er singend zum Schluss kommt: «öisi Schprach isch unbruchbar». Es sollte ein Liebeslied an seine Frau werden, erklärte Toni Vescoli, sei aber eigentlich ein Bekenntnis des textlichen Scheiterns geworden. Alles habe kitschig und plump geklungen – also habe er dies zum Thema gemacht. Wo Worte für Gefühle unbrauchbar werden, könnte rein instrumentale Musik die Lösung sein. Darauf meinte Toni Vescoli lachend, dazu sei er als Sologitarrist schlicht zu wenig gut.

Nein, dem Grössenwahn ist Toni Vescoli bis heute nicht verfallen. Und er hat auch immer wieder gezeigt, dass er weder Berührungsängste zu jungen Musikern noch anderen Stilrichtungen wie Hip-Hop hat. 2012 etwa präsentierte er auf TV SRF im Rahmen der Reihe «Cover Me» seine Interpretation von Baba Uslenders «Baustellsong». Toni Vescoli ist eben auch musikalisch jung geblieben – und so möge es bleiben!

Informationen und Live-Daten: www.vescoli.ch (u.a. Auftritte mit Les Sauterelles in Liverpool im Rahmen der „Beatleweek“ vom 25. – 28. August).

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  1. Ich lernte Toni in den frühen 80er Jahren kennen, als ich der lead Gittarist der Windows war. Toni präsentierte eine TV Show, in der wir auftraten. Ich erinnere mich ganz besonders an ein Konzert im Kongresshaus für die Neubürger Feier, an der Toni präsentierte. Zuerst spielte das Hazi Osterwald Orchester, dann wir. Während wir spielten, standen plötzlich Reihen von Gästen auf und gingen zum Ausgang. Wir hatten keine Erklärung dafür. . . bis wir das Tränengas ‚witterten‘, welches ein Idiot in der Mitte des Kongresshauses abgelassen hatte. Toni, mit Tränen in den Augen, steckte seinen Kopf aus dem Vorhang und rief uns zu, „Mached witer, mached witer“. Der Anlass war dann leider zu Ende, da sich niemand dem Tränengas aussetzen wollten.

    Ich war lange zuvor auch mal mit dem Sauterelles Bassisten Freddy Mangili befreundet. Auch ein sehr netter Typ.

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Am 18. Juli vor 75 Jahren wurde Toni Vescoli geboren. Und am 19. September vor 55 Jahren gründete der Zürcher Musiker die legendäre Beat-Band Les Sauterelles. Diese feiert ihr Jubiläum mit einer Tournee, die an der «Beatleweek» in Liverpool beginnt. Parallel dazu tritt Toni Vescoli weiterhin mit seinen Mundart-Projekten «MacheWasiWill», «imDUO» und «Toni VESCOLI&Co» auf. Text von Gastautor Markus Ganz

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Toni Vescoli, SUISA-Mitglied seit 1967, hat nicht nur den schweizerischen Beat geprägt, er war auch Mundart-Pionier, Dylan-Interpret und Erzähler der Pingu-Hörspiele (Foto: Kessler)

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«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen Bedingungen unterwerfen müssen». Die dort gemachten Erfahrungen möchte sie allerdings ebenso wenig missen wie diejenigen von ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 für Norwegen, bei dem sie unter dem Künstlernamen Debrah Scarlett mit dem Duett-Partner Kjetil Mørland den achten Rang erreichte.

Neues ausprobieren

«Ich stelle mich eben gerne spannenden Gelegenheiten und Herausforderungen», erklärt Joanna Deborah Bussinger. «Auch wenn mir diese zunächst oft Angst machen, kann ich daraus fast immer etwas lernen.» Das gilt auch für ihr Pendeln zwischen der Schweiz und Norwegen. Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Basel auf und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach Norwegen. Im Alter von zehn Jahren entschied sie dann «auszuprobieren, wie es ist, mit dem Vater in Basel zu leben». Mit 21 Jahren zog sie wieder – «eher intuitiv» – nach Norwegen. «Es war ein Zeitpunkt, bei dem sehr viel offen war und mich nichts daran hinderte.»

Die Familie hat auch bezüglich der beruflichen Laufbahn eine grosse Rolle gespielt. «Meine Eltern haben mir immer gesagt: Wenn du etwas machen willst, dann mache es.» Prägend wirkte, dass Joanna Deborah Bussinger aus einer seit Generationen kunst- und musikliebhabenden Familie kommt: Die Mutter etwa malt und singt, der Vater spielt Klavier und schreibt Gedichte. «Ich wusste im Alter von etwa fünf Jahren noch nicht, dass ich Musikerin werden wollte, aber dass ich mich irgendwie ausdrücken muss, ob visuell oder musikalisch. Die Musik erwies sich für mich als natürlichstes Medium, als Mittel, um eine eigene Welt zu kreieren.»

Aus einem Gefühl heraus

Mit 15 Jahren begann Joanna Deborah Bussinger Piano zu spielen und Songs zu schreiben. Bald nahm sie Gesangsunterricht und besuchte in Basel neben dem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst auch den Vorkurs der Jazzschule. Zunehmend wurde sie selbst aktiv und sang etwa beim Projekt The Rumours mit. Vor allem aber wollte sie ihre eigene Musik entwickeln. Die Mitte März erschienene Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» klingt trotz der vielen stilistischen Einflüsse bemerkenswert eigenständig und ausdrucksicher, wobei nicht nur der berückende Gesang, sondern auch die träumerische Stimmung auffällt.

Joanna Deborah Bussinger hat die meisten bisherigen Songs bei sich zuhause geschrieben, allein am Piano. «Aber ich arbeite seit neustem auch mit anderen Musikern zusammen. Es ist spannend etwas auszuprobieren, das man nicht alleine zuhause machen würde, denn als Songwriter ist man in der Regel eine Art einsamer Wolf.» Die meisten Songs entstünden aus einem Gefühl heraus, das im Raum stehe und für das sie eine Melodie suche. «Daraus ergibt sich meist ein Thema, und ich merke beim Schreiben bald, in welche Richtung es gehen soll.»

Auch in 40 Jahren noch!

Musik sei zu ihrer «Sprache» geworden, weil sie von klein auf mehrere Sprachen sprach und doch keine perfekt konnte. «Die Musik erlaubte mir, mich richtig auszudrücken.» Trotzdem schreibt sie auch Songtexte, ebenso feinsinnige wie nachdenkliche, die gesungen erst recht in einem nachhallen. Sie sind stets in Englisch gehalten, obwohl dies weder ihre Mutter- noch ihre Vater-Sprache ist. «Komischerweise fühlt es sich für mich besser an, persönliche Texte auf Englisch zu schreiben. Es verleiht dem Erzählten eine gewisse Distanz, als hätte ich es schon vor drei Jahren erlebt und würde nun darüber singen.»

Joanna Deborah Bussinger hofft, dass sich ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt; sie arbeitet denn auch bereits an ihrem Debütalbum. «Ich versuche alles zu tun, was ich kann, und dies tun auch alle in meinem tollen Team, das mir in Basel, Berlin, London und Oslo hilft. Aber das Tempo soll schön langsam, nicht zu schnell sein, damit ich nicht unter kommerziellen Druck gerate. Ich möchte ja auch in 40 Jahren noch Musik machen.»

Beruhigendes Wissen

Für diesen langfristigen Plan spielt auch die SUISA eine Rolle, obwohl Joanna Deborah Bussinger erst kürzlich Mitglied geworden ist. «Ich habe zuvor den Sinn einer Mitgliedschaft bei einer Urheberrechtsgesellschaft nicht eingesehen, da ich meine Kompositionen noch nicht veröffentlicht hatte.» Dies hat sich geändert, seit sie beim Management und Label Radicalis unter Vertrag ist. Da diese Firma in Basel ansässig ist, entschied sie sich für eine Mitgliedschaft bei der SUISA, obwohl sie weiterhin in Norwegen wohnt. «So können die Spezialisten von Radicalis sehr direkt Fragen mit der SUISA abklären, die zudem dafür bekannt ist, dass die Abrechnungen schneller als bei anderen Verwertungsgesellschaften gemacht werden.» Sie weiss noch nicht, was sie konkret von der SUISA erwarten kann. «Aber ich finde es für alle Musiker toll, dass es diese Genossenschaft gibt. Denn sie vereinfacht durch ihre Arbeit unser Leben und verteidigt unsere Rechte – das zu wissen, ist beruhigend.»

Konzerte:
4. – 6. April am «Zermatt Unplugged Festival».

www.debrahscarlett.com, offizielle Website von Debrah Scarlett

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Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. «Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.» Weiterlesen
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«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen…Weiterlesen

Marco Zappa: 50 anni di musica

Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt hat; im Tessin – einer Region, die sich im Hinblick auf die «canzone italiana», Songs in italienischer Sprache, nie besonders hervorgetan hat.

Marco Zappa: Alles begann mit meiner Mutter, die mich als Pianist in der klassischen Musik sah. Wir wohnten damals in Bellinzona und ich war fast noch ein Kind. Ich spielte zwei Jahre lang mehr oder weniger gezwungenermassen Klavier und ich erinnere mich, dass ich es nicht mochte: Ich musste jeden Tag üben, aber ich hatte in diesem Alter ganz andere Dinge im Kopf. Bei den Pfadfindern fing ich dann an, Mundharmonika zu spielen, ein Instrument, das man im Gegensatz zum Klavier mitnehmen und mit dem man die Musik mit anderen teilen konnte. Die Schwester meiner Mutter spielte Gitarre. Sie hat mir die ersten Akkorde gezeigt, genau in der Zeit, als in Italien Adriano Celentano und die ersten „schreienden Sänger“ wüteten. Ich war von Anfang an begeistert und konnte mich sofort damit identifizieren. Ich gründete zusammen mit meinen Kollegen von der Kanti eine kleine Band, in der wir an Schulfesten spielten.

Marco Zappa (l.) und Zeno Gabaglio.

Zeno Gabaglio: Welche Möglichkeiten hatten diejenigen, die Musik machen und möglichst auch mit anderen teilen wollten?
Es gab effektiv das Bedürfnis, sich zu Musik zu treffen, aber meist ging es dabei um Volksmusik. Auch ich habe einige Jahre damit verbracht, la Verzaschina, il Boccalino und die verschiedenen Lieder, die man heute als Folk bezeichnet, zu singen und zu spielen. Für Livemusik gab es jedoch im Tessin noch ein recht gutes Angebot an Kapellen, die Unterhaltungsmusik spielten, also Gruppen (auch mit nur 4–5 Musikern), die auftraten mit einem Repertoire zwischen Jazz, Swing und Schlager. Auf dem Nachhauseweg von der Schule blieb ich immer vor den Bars in Locarno stehen, in denen sie spielten, um ihnen zuzuhören. Und ich war völlig bezaubert und lernte neue Akkorde.

Aber die Musik der Tanzkapellen war doch eine „alte“ Musik! Wie kam es, dass Marco Zappa den moderneren Weg zur Rockmusik fand?
Die E-Gitarre. An einem Abend, an dem ich mit meiner Gruppe im Oratorium in Minusio auftrat, spielte uns der Pfarrer, der das Treffen organisiert hatte, das Stück Apache von The Shadows ab, mit diesen wunderschönen Anfangstönen einer verzerrten E-Gitarre. Es war Liebe vom ersten Ton an. Da waren natürlich auch noch die Songs der Beatles! …

Neues Album «PuntEBarrier».

Die Rockkarriere von Marco Zappa geht also auf einen modernen Pfarrer zurück?
Gewissermassen schon: auf einen erleuchteten Pfarrer! Aber so – ganz plötzlich – mit dem Virus E-Gitarre infiziert, gab es für uns junge Leute ein Problem: Wie konnten wir unsere Instrumente so verändern, dass wir exakt diesen Ton hinbekamen? Ein Freund, der Elektrotechniker war, sagte mir, dass man, wenn man den unteren Teil eines Telefonhörers abschraubte (also den Teil, in den man hineinspricht), ein Mikrofon erhielt. Das tat ich und befestigte das Teil an meiner Gitarre, schloss dann die beiden Drähte an den Verstärker des alten Radios meiner Eltern an und schon hatte ich meine erste E-Gitarre. Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Stadt mit dem alten, am Moped festgemachten Radio durchquerte, auf dem Weg zu den Proben …

Kurz darauf fingst du – mit der Teenager Band – ernsthaft mit dem Musikmachen an, auch wenn du das Gravitationszentrum deines musikalischen Universums erst einige Jahre später erreichen solltest, mit dem Wechsel vom Englisch zum Italienisch. Kannst du uns diese wichtige Entwicklung erklären?
Ich war aufgewachsen mit englischen Rockstücken, die ich auf meinem Plattenspieler hörte. Ich spielte 1000 Mal die Singles ab, um die Gitarrensoli zu üben und die Texte auswendig zu lernen. Obwohl unsere Englischkenntnisse nicht überragend waren, schrieben und sangen wir in dieser Sprache, weil wir damals vor allem englischen Rock hörten. Paradoxerweise kritisiere ich heute ein wenig Musiker, die – obwohl Italienisch ihre Muttersprache ist – nur auf Englisch singen, und ich glaube, das steht mir zu, eben deshalb, weil auch ich im Grunde so angefangen habe! Die ersten beiden LPs haben wir auf Englisch gemacht, und wir waren stolz, dass EMI (die Plattenfirma der Beatles!) sie produzierte; in einer anderen Sprache als Englisch hätte sie die LPs nie mit uns produziert.

«Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig.» – Marco Zappa

Und wann hast du zum Italienisch gewechselt?
Der Übergang zum Italienischen erfolgte 1979. Um uns herum hatte sich der Musikgeschmack geändert, und auch bestimmte Verbindungen zum Konzept der «canzone italiana»; aber vor allem war es so, dass in mir ein neues Bewusstsein entstanden war: Die Sprache, die du verwendest, ist wie Instrument, das dir gehören muss. Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig. Seither ist es so: Wenn ich eine Geschichte im Dialekt erlebe, muss ich sie im Dialekt schreiben, und wenn ich sie auf Italienisch erlebe, muss ich sie auf Italienisch schreiben. Das gilt auch für die weiteren Sprachen. Das ist keine Entscheidung, die ich im Voraus treffen muss, es ist die Story selbst, die ich erzählen möchte, die mich auf den unvermeidlichen expressiven Weg führt.

Und schliesslich die Musik. Es ist so, dass du dich sehr schnell von der jugendlichen Konvention des Englischen gelöst hast, und genau so war es mit deiner ausschliesslich an der Rockmusik orientierten Vision von Musik. Du hast dich auf die Suche nach weniger vorhersehbaren und zweifellos gewagteren Lösungen gemacht. Wer hat dich in diese Richtung gebracht?
Wegen dem Wechsel zu italienischen Texten wählte ich eine ungewöhnliche musikalische Aufmachung: ein Trio mit Flöte und Cello. Vielleicht wollte ich damals unbewusst etwas machen, das auch meiner Mutter gefallen würde. Die Ausrichtung Band schien klassisch zu sein, aber der Geist war eindeutig dem Rock verschrieben, auch wenn damals viele der Meinung waren, dass man nur mit einer Stratocaster mit Verzerrung Rockmusik machen konnte. Seither habe ich stets versucht, mich für die musikalische Zusammenarbeit mit immer neuen Musikern, Instrumenten und Ideen zu öffnen. Das Prinzip ist das gleiche, das auch für den Text gilt: Die Story, die du erzählen willst, suggeriert unterschiedliche technische und poetische Lösungen – und manchmal gibt sie diese auch vor. Denn wenn du jedes Mal die gleichen Steine verwendest und sie immer auf die gleiche Weise übereinander setzt, kommt immer die gleiche Mauer dabei heraus.

www.marcozappa.ch, offizielle Website


Marco Zappa: 50 anni di musica

Cinquant’anni di carriera: l’unica duratura carriera della canzone svizzera che si sia svolta dentro (ma anche sopra, sotto e accanto) alla lingua italiana. Questo è il dato incontrovertibile – e incontrovertibilmente fondamentale – che riguarda Marco Zappa, e che ancora una volta in questo inizio di 2017 ripropone il cantautore bellinzonese al centro della cultura musicale della Terza Svizzera. Con un nuovo disco con 18 inediti – «PuntEBarrier» – e con un tour nazionale che inizierà il prossimo 14 marzo al Teatro Sociale di Bellinzona. Intervista/testo: Zeno Gabaglio

L’occasione è dunque imperdibile per incontrare Marco e fare qualche passo indietro, per farci raccontare com’è iniziato e come si è sviluppato il suo rapporto con la creatività musicale; in una regione – il Ticino – che dal punto di vista della canzone in lingua italiana non aveva mai offerto esempi illuminanti.

Marco Zappa: È iniziato tutto da mia madre, che mi vedeva come interprete-pianista in ambito classico. Abitavamo ancora a Bellinzona ed ero appena un bambino. Ho suonato due anni quasi per forza il pianoforte e mi ricordo che non mi piaceva: dovevo studiare ogni giorno ma avevo ben altre cose per la testa, a quell’età. Negli scout ho poi cominciato a suonare l’armonica a bocca, uno strumento che, a differenza del pianoforte, si poteva portare in giro e con cui si poteva condividere la musica. La sorella di mia madre suonava invece la chitarra, e fu lei a mostrarmi i primi accordi, proprio nel periodo in cui in Italia imperversavano Celentano e i primi “cantanti urlatori”. Mi sono subito appassionato e immedesimato, raccogliendo i miei compagni di ginnasio in un piccolo gruppo con cui suonavamo alle feste degli studenti.

Zeno Gabaglio: Che possibilità c’erano per chi voleva fare musica, e magari anche condividerla con gli altri?
Il bisogno di trovarsi attorno al fare musica effettivamente c’era, ma in genere si rivolgeva alla musica popolare. Anch’io ho passato diversi anni a cantare e suonare la Verzaschina, il Boccalino e le varie canzoni che oggi diremmo folk. Per la musica dal vivo in Ticino c’era però ancora una buona offerta di orchestre di musica leggera, cioè gruppi (di anche solo 4-5 elementi) che si esibivano in repertori tra il jazz, lo swing e la canzone; tornando a casa da scuola mi fermavo sempre ad ascoltarli davanti ai bar di Locarno in cui si esibivano, restando sempre affascinato dalla musica che facevano ed imparando accordi nuovi.

Ma quella delle orchestrine era comunque una musica «vecchia»! Cosa portò invece Marco Zappa sulla strada ben più moderna del rock?
La chitarra elettrica. Durante una serata in cui – con il mio gruppo – suonammo all’Oratorio di Minusio, il prete che organizzava l’incontro diffuse dall’impianto il brano Apache degli Shadows, con quei meravigliosi suoni iniziali di chitarra elettrica riverberata. Fu un colpo di fulmine, e poi, naturalmente, le canzoni dei Beatles! …

Quindi all’origine del percorso rock di Marco Zappa ci fu la modernità di un prete?
In un certo senso sì: di un prete illuminato! Ma contagiato così – all’improvviso – dal germe della chitarra elettrica, per noi giovanissimi rimaneva un problema: come trasformare i nostri strumenti per cercare di ottenere esattamente quel suono lì? Un amico elettrotecnico mi disse che dalla cornetta del telefono, svitando la parte inferiore (cioè quella in cui si parlava), si poteva ricavare un microfono. Così feci, togliendolo e incollandolo alla chitarra, collegai poi i due fili risultanti all’amplificatore della radio dei miei genitori e ottenni la mia prima chitarra elettrica. Ancora mi ricordo quando attraversavo la città con la vecchia radio legata sul motorino per andare a fare le prove …

Di lì a poco – con la band Teenagers – avresti cominciato a fare le cose decisamente sul serio, anche se il centro gravitazionale del tuo universo musicale lo avresti raggiunto qualche anno più tardi, passando dalla lingua inglese a quella italiana. Ci puoi spiegare questa tua fondamentale evoluzione?
Ero cresciuto ascoltando pezzi rock inglesi sul mio giradischi, ascoltando mille volte i 45 giri per imparare gli assoli di chitarra e memorizzare i testi. E se anche la conoscenza della lingua era per tutti approssimativa, si scriveva e si cantava in inglese proprio perché i nostri ascolti di quel periodo erano focalizzati sul rock britannico. Oggi paradossalmente critico un po’ quei musicisti che – pur essendo di lingua madre italiana – cantano solo in inglese, e credo di poterlo fare proprio perché anch’io, in fondo, ho cominciato così. I primi due LP li realizzammo in inglese, e l’orgoglio fu che a produrceli c’era la EMI (la casa discografica dei Beatles!) che senza l’inglese non ce li avrebbe mai prodotti.

«Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero.» – Marco Zappa

E l’italiano quando arrivò?
Il passaggio all’italiano è avvenuto nel 1979. Attorno a noi erano cambiati certi gusti musicali e certi rapporti con l’idea della canzone; ma soprattutto avevo maturato io una nuova consapevolezza: la lingua che usi è come uno strumento, che ti deve appartenere. Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero. Da allora se una storia la vivo in dialetto, non posso che scriverla in dialetto, e se la vivo in italiano, devo scriverla in italiano, e così per le altre lingue. Non si tratta di una scelta obbligatoria e a priori che mi impongo prima di scrivere qualcosa, ma è la stessa storia che voglio raccontare a portarmi sull’inevitabile strada linguistico-espressiva.

Infine la musica. Perché se è vero che ti sei presto allontanato dalla convenzione giovanilistica dell’inglese, altrettanto hai fatto da una visione musicale esclusivamente rock, andando a cercare soluzioni meno scontate e – indubbiamente – più ardite. Chi ti ha spinto in questa direzione?
Proprio per la svolta testuale in italiano scelsi una veste musicale inusitata: un trio con flauto e violoncello. Forse inconsciamente volevo fare qualcosa che piacesse anche a mia madre. La formazione sembrava classica, ma lo spirito era chiaramente rock, anche se per molti si poteva fare rock solo usando una Stratocaster con distorsione. Da allora ho sempre cercato di aprirmi a collaborazioni musicali con musicisti, strumenti e idee ogni volta diversi, e il principio è lo stesso che vale per il testo: è la storia da raccontare che suggerisce – a volte imponendole – soluzioni tecniche e poetiche differenti. Perché altrimenti se usi ogni volta gli stessi mattoni e ogni volta li sovrapponi allo stesso modo, il risultato sarà sempre lo stesso muro.

www.marcozappa.ch

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Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

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