Tagarchiv: Schwestergesellschaft

Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder

Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Text von Irène Philipp Ziebold

Bastian-Baker-live-HardRockCafe-Santiago

Der Lausanner Singer/Songwriter Bastian Baker, seit 2011 bei der SUISA, spielte anlässlich seiner Lateinamerika-Tournee im Frühling 2015 im Hard Rock Café in Santiago, Chile. Durch eine Mitgliedschaft bei der SUISA können Urheber ihre Rechte durch ein Netzwerk bestehend aus über 100 ausländischen Schwestergesellschaften weltweit wahrnehmen lassen. (Foto: Lorena Weber)

Die SUISA hat mit über 100 ausländischen Schwestergesellschaften Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen. Dadurch vertritt sie in der Schweiz und in Liechtenstein das Repertoire von rund 2 Millionen Urhebern und Verlegern aus der ganzen Welt. Gleichzeitig tragen diese Verträge dazu bei, dass im Ausland eingespielte Urheberrechtsvergütungen den SUISA-Mitgliedern zukommen.

Zusammenarbeit der Verwertungsgesellschaften

Das Grundprinzip der internationalen Zusammenarbeit zwischen den Verwertungsgesellschaften funktioniert nach diesem Beispiel: Für ein Konzert in der Schweiz oder Liechtenstein zieht die SUISA beim Veranstalter das Geld für die Urheberrechte der aufgeführten Werke ein. Wenn die Komponisten der Werke bei einer ausländischen Gesellschaft Mitglied sind, leitet die SUISA das Geld an jene Gesellschaften weiter. Diese wiederum zahlen die Vergütungen gemäss ihren Verteilungsreglementen an ihre Mitglieder aus, die am Werk beteiligt sind.

Dank den Gegenseitigkeitsverträgen findet der Geldfluss auch umgekehrt statt: Für das Konzert im Ausland, bei dem Werke von SUISA-Mitgliedern aufgeführt werden, zieht die lokale Gesellschaft des jeweiligen Landes das Geld ein, leitet es an die SUISA weiter, welche es hier an die berechtigten SUISA-Mitglieder verteilt.

Wo immer auch die musikalische Tätigkeit oder Nutzung stattfindet: Durch dieses weltumspannende Netz kann die SUISA die Rechte für ihre Mitglieder fast überall wahrnehmen. Alles, was es dazu braucht, ist ein Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA. Mit dem Wahrnehmungsvertrag übertragen Urheber ihre Rechte der SUISA grundsätzlich für die ganze Welt.

Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA

Der Wahrnehmungsvertrag in Verbindung mit den allgemeinen Wahrnehmungsbedingungen/AWB) ist das wichtigste Bindeglied zwischen der SUISA und ihren Mitgliedern. Mit dem Abschluss dieses Vertrages wird die SUISA beauftragt, wichtige vermögensrechtliche Urheberrechte in der Schweiz und im Ausland (über die Schwestergesellschaften) treuhänderisch zu verwalten.

Man kann die Abtretung seiner Rechte an die SUISA gebietsmässig beschränken. Man kann auch mehreren Gesellschaften beitreten, zum Beispiel um von einer anderen Gesellschaft ein bestimmtes geographisches Gebiet wahrnehmen zu lassen. Beides ist aber mit Nachteilen verbunden: Bei der Ausnahme von Gebieten muss sich der Urheber in den ausgenommenen Ländern selbst um die Geltendmachung seiner Rechte kümmern oder eben die Wahrnehmung einer anderen Gesellschaft anvertrauen. Bei Doppelmitgliedschaften muss man die Formalitäten verschiedener Gesellschaften – vor allem bezüglich Werkanmeldungen – erfüllen und sich mit den Fragen der Doppelbesteuerung und den verschiedenen Verteilungsreglementen, Statuten, etc. befassen.

Die SUISA empfiehlt, in der Regel keine Ausnahmen vorzunehmen, es sei denn man sei in einem ausländischen Territorium längerfristig besonders erfolgreich. (Weitere Informationen hierzu im Artikel «International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren» aus der Rubrik «Gut zu wissen».) Der Vorteil für das Mitglied ist, dass es nur einen Ansprechpartner hat und sich auch nicht mit verschiedenen Konditionen und Regelungen auseinandersetzen muss. Zudem werden dank dem einmaligen Abschluss eines Wahrnehmungsvertrags mit der SUISA die Rechte weltweit bereits so umfassend wie möglich wahrgenommen.

Rechtewahrnehmung im Ausland

Bei den Urheberrechtsvergütungen aus internationaler musikalischer Tätigkeit ist die SUISA wesentlich auf die Zusammenarbeit mit den ausländischen Schwestergesellschaften angewiesen. Dabei ist zu beachten, dass Inkasso und Verteilung der Entschädigungen in jedem Land unterschiedlich gehandhabt werden und anders geregelt sind.

Die Rechtewahrnehmung im Ausland durch Schwestergesellschaften erfolgt zwangsläufig nach den im jeweiligen Land geltenden Vorschriften, Tarifen, Verteilungsregeln und Verträgen. Jede Schwestergesellschaft legt ihre Arbeitsweise autonom fest. Deshalb kann die SUISA die lückenlose Wahrnehmung der Rechte nicht gewährleisten und für die Tätigkeit der Schwestergesellschaften im Ausland keine Haftung übernehmen. Die SUISA ist nicht verpflichtet, im Ausland selbst tätig zu werden. Sind in einem Land mehrere Schwestergesellschaften aktiv, so schliesst die SUISA einen oder mehrere Gegenseitigkeitsverträge mit der Schwestergesellschaft oder den Schwestergesellschaften ihrer Wahl ab.

Die SUISA kann ihren Mitgliedern jene Entschädigungen überweisen, die ihr von den Schwestergesellschaften effektiv ausbezahlt worden sind. Bekannte Nutzungen im Ausland werden der zuständigen Gesellschaft gemeldet. Wir empfehlen darum, die SUISA zu informieren, wenn man musikalisch im Ausland aktiv wird. Es lohnt sich, vom weltweiten Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Gebrauch zu machen.

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Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Text von Irène Philipp Ziebold

Bastian-Baker-live-HardRockCafe-Santiago

Der Lausanner Singer/Songwriter Bastian Baker, seit 2011 bei der SUISA, spielte anlässlich seiner Lateinamerika-Tournee im Frühling 2015 im Hard Rock Café in Santiago, Chile. Durch eine Mitgliedschaft bei der SUISA können Urheber ihre Rechte durch ein Netzwerk bestehend aus über 100 ausländischen Schwestergesellschaften weltweit wahrnehmen lassen. (Foto: Lorena Weber)

Die SUISA hat mit…Weiterlesen

International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren

Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Text von Claudia Kempf, Wolfgang Rudigier und Manu Leuenberger

Da-Cruz-Travel-to-Montreal-2014

Schnappschuss von der Reise zum Konzert im Ausland: Die Berner Band Da Cruz auf dem Weg nach Kanada zu ihrem Auftritt im Sommer 2014 am Montreal Jazz Festival. (Foto: Peter Hertig)

Eine Konzerttournee im Ausland. Airplay auf Radiosendern ausserhalb der Schweiz. Mit Komponisten über die Landesgrenzen hinaus zusammenarbeiten. Der oft genannte Traum von der internationalen musikalischen Tätigkeit geht für einige SUISA-Mitglieder in Erfüllung.

Die SUISA erhält vermehrt Anfragen in Bezug auf Urheberrechtsvergütungen aus dem Ausland und Werkanmeldungen bei internationalen Kollaborationen. Die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um die Aktivitäten im Ausland oder die Zusammenarbeit mit ausländischen Komponisten werden im Folgenden beantwortet.

Abrechnungen aus dem Ausland

Wie werden Nutzungen im Ausland an die Suisa weiterverrechnet?
Grundsätzlich verrechnen unsere ausländischen Schwestergesellschaften die Urheberrechtsvergütungen automatisch, basierend auf ihren Tarifen und ihrem Verteilungsreglement, an uns weiter.

Wann bekomme ich die Entschädigungen aus dem Ausland ausbezahlt?
Grundsätzlich rechnet eine Schwestergesellschaft jeweils im Folgejahr die Nutzung an die SUISA ab. Beispiel: Für ein Konzert, das heute im Ausland stattfindet, wird die Entschädigung im Verlauf des Jahres 2016 an die SUISA abgerechnet. Sobald die Abrechnung an die SUISA erfolgt ist, wird die Entschädigung beim nächsten Termin für Auslandabrechnugen an die bezugsberechtigten SUISA-Mitglieder verteilt.

Was soll ich tun, wenn eine Nutzung im Ausland nicht abgerechnet wurde?
Wenn Vergütungen aus dem Ausland im Jahr nach der erfolgten Nutzung nicht abgerechnet wurden und Sie sicherstellen möchten, dass eine Überprüfung durch die Schwestergesellschaft vorgenommen wird, können Sie die Nutzung bei der SUISA melden.

Welche Informationen braucht die SUISA, wenn Nutzungen gemeldet werden?
Bei Konzerten:
Datum der Aufführung, Adresse des Konzertlokals, Adresse des Veranstalters und Programm der gespielten Werke.
Bei Sendungen: Datum der Ausstrahlung, Liste der ausgestrahlten Werke, möglichst genaue Kontaktangaben zu den Radio- respektive Fernsehstationen.
Bei Tonträgern: Datum der Veröffentlichung, Liste der verwendeten Werke auf dem Tonträger, genaue Kontaktangaben zum Tonträgerhersteller (meistens das Label).
Bei Internetnutzungen: Link zur Nutzung des Werkes, Datum, seit dem das Werk online erhältlich ist, Angaben zum Anbieter.

Wie kann ich Nutzungen direkt bei der Verwertungsgesellschaft jenes Landes melden, in dem die Nutzung stattgefunden hat?
Unter Schwestergesellschaften hat man vereinbart, dass Anfragen oder Meldungen von Mitgliedern immer über jene Gesellschaft erfolgen müssen, bei der die Urheber oder die Verleger als Mitglied angemeldet sind. SUISA-Mitglieder müssen sich für Auskünfte über Konzerte im Ausland immer an die SUISA wenden. Es ist nutzlos, die Verwertungsgesellschaften im Ausland direkt zu kontaktieren.

Meine Lieder werden häufig von «kleineren» Radiosendern gespielt. Wieso erhalte ich für diese Sendungen nur selten eine Vergütung?
Bei den meisten privaten Radiostationen im Ausland wird das Programm nicht bis auf jede tatsächliche Werknutzung abgerechnet. Der Grund dafür ist, dass der Aufwand für die detaillierte Programmauswertung den Ertrag pro einzelner Ausstrahlung bei Weitem übersteigt. In solchen Fällen wenden die meisten Schwestergesellschaften ein sogenanntes «Sampling»-Verfahren an. Bei diesem Verfahren wird das Programm der betroffenen Radiosender jeden Monat an Stichtagen im Detail ausgewertet. Die an diesen Tagen ausgestrahlten Werke werden in die Abrechnung miteinbezogen. Werkaufführungen an anderen Tagen, die bei den Stichproben nicht erfasst werden, bleiben bei der Abrechnung aussen vor.

Bei Fragen zu den Abrechnungen aus dem Ausland stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter:
intdistribution(at)suisa(dot)ch

Werkanmeldung bei internationalen Kooperationen

Wer muss ein Werk anmelden, wenn es von mehreren Urhebern zusammen komponiert wurde und die Beteiligten bei anderen Verwertungsgesellschaften als der SUISA Mitglied sind?
Im Prinzip muss ein Werk nur einmal von einem der Beteiligten bei seiner Gesellschaft angemeldet werden. Danach ist es für die anderen Verwertungsgesellschaften in einer internationalen Werkdatenbank ersichtlich. Am besten meldet man das Werk bei jener Gesellschaft an, in deren Gebiet das Werk hauptsächlich genutzt wird.
Das heisst zum Beispiel: Ein SUISA-Mitglied arbeitet mit einem bekannten deutschen Autor zusammen. Die Tonträgerproduktion mit den Songs aus der Kooperation erscheint erstmals in Deutschland. Dann macht es Sinn, dass der deutsche/französische Miturheber das Werk bei der deutschen Gesellschaft GEMA anmeldet.
Nach der Anmeldung bei der ausländischen Gesellschaft ist ein Werk in der internationalen Werkdatenbank «CIS-Net Powered by FastTrack» ersichtlich. Wenn Vergütungen aus dem Ausland für nicht bei der SUISA registrierte Werke eintreffen, konsultieren wir die internationale Datenbank und dokumentieren das Werk für die korrekte Verteilung in unserem System nach.
Dieser Prozess kann einige Zeit beanspruchen. Hilfreich für die zeitnahe Registrierung in den Systemen der SUISA ist in solchen Fällen eine kurze schriftliche Mitteilung an uns. Ein E-Mail mit Angabe des Werktitels und der Gesellschaft, bei der das Werk bereits angemeldet wurde, genügt. Die restlichen Informationen zum Werk können aus der internationalen Werkdatenbank entnommen und in unseren System für die Verteilung nach dem SUISA-Verteilungsreglement dokumentiert werden.
Bei verlegten Werken läuft die Werkanmeldung üblicherweise über den Verleger und dessen Subverleger.

Was ist speziell zu beachten, wenn ich bei der SUISA Werke anmelde, an denen Mitglieder von anderen Verwertungsgesellschaften mitbeteiligt sind?
Damit die Miturheber von ausländischen Verwertungsgesellschaften ebenfalls eine Vergütung erhalten, ist es wichtig, dass die Co-Autoren eindeutig identifiziert werden. Dazu benötigen wir bei der Werkanmeldung zusätzlich zu den vollständigen Namen der Miturheber entweder deren IPI-Nummer oder deren Geburtsdatum und die Angabe der Gesellschaft, bei der sie Mitglied sind. Für den umgekehrten Fall gilt das Gleiche: Wenn einer der Co-Autoren die Anmeldung des gemeinsam geschriebenen Werks bei einer ausländischen Gesellschaft übernimmt, dann informieren Sie ihn vorgängig unbedingt über Ihre eigene IPI-Nummer, Ihr Geburtsdatum und Ihre Mitgliedschaft bei der SUISA.
Klären Sie bitte auch ab, ob die Anteile der Miturheber verlegt sind, und nennen Sie bei der Werkanmeldung die Namen eventueller Verleger, wenn möglich mit Angabe der IPI-Nummern der jeweiligen Verlage.

Ich habe festgestellt, dass der Co-Autor das Werk entgegen der Abmachung nicht bei der ausländischen Gesellschaft angemeldet hat. Was soll ich tun?
Sie können das Werk bei der SUISA direkt anmelden. Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang die Online-Werkanmeldung: Auf diesem Weg müssen Sie das Werkanmeldungsformular nicht von allen Beteiligten unterzeichnen lassen, was bei internationalen Kooperationen im Nachhinein oft schwierig ist.

Welcher Verteilungsschlüssel wird bei Werken, an denen Autoren aus verschiedenen Gesellschaften beteiligt sind, berücksichtigt?
Werke, an denen SUISA-Mitglieder beteiligt sind, werden von der SUISA gemäss dem Verteilungsreglement der SUISA dokumentiert. Die ausländische Gesellschaft des Co-Autors wird die Werke in der Regel nach ihrem Verteilungsreglement registrieren. Das Verteilungsreglement der SUISA erlaubt es, dass die Urheber untereinander die Beteiligung frei vereinbaren können. Dies ist nicht bei allen Gesellschaften möglich. Es kann deshalb vorkommen, dass ein Werk bei einer ausländischen Gesellschaft mit einem anderen Verteilungsschlüssel als bei der SUISA registriert ist.

Bei Fragen rund um die Mitgliedschaft und die Werkdokumentation steht Ihnen die Mitgliederabteilung gerne zur Verfügung:
Urheber
d/e: authors(at)suisa(dot)ch
f: authorsF(at)suisa(dot)ch
i: autori(at)suisa(dot)ch
Verleger
alle Sprachen: publishers(at)suisa(dot)ch
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Da-Cruz-Travel-to-Montreal-2014

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Musik, ein internationales Geschäft! Auch für SUISA-Mitglieder?

In der Schweiz wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Die höchsten Einnahmen aus dem Ausland fliessen aus den direkten Nachbarländern in die Schweiz. Die SUISA setzt sich auch für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein. Das ist nicht immer einfach. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

Ausland-Zahlungsverkehr-DE

Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

Bei jährlichen Einnahmen der SUISA von CHF 125 Mio. aus der Verwertung von Urheberrechten in der Schweiz und Liechtenstein fliessen aus dem Ausland rund CHF 11 Mio. in die Schweiz. Dabei wird der Inlandumsatz nicht nur durch die Musik von SUISA-Mitgliedern erzielt: Die SUISA hat mit rund 100 Schwestergesellschaften auf der ganzen Welt Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge vertritt die SUISA in der Schweiz und Liechtenstein auch das Musikrepertoire von Mitgliedern der ausländischen Schwestergesellschaften.

Tatsache ist: Bei uns wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Im Vergleich zum Inlandumsatz sind die rund CHF 11 Mio. Einnahmen zu Gunsten der SUISA-Mitglieder aus dem Ausland wesentlich geringer. Die höchsten Beträge aus dem Ausland flossen in den letzten Jahren aus den direkten Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Aber sind CHF 11 Mio. aus dem Ausland wirklich genug? Werden die Rechte unserer Mitglieder mit dem gleichen Nachdruck und der gleichen Sorgfalt wahrgenommen wie wir das in der Schweiz für die ausländischen Rechteinhaber tun? Wie setzt sich die SUISA für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein?

Wahrnehmung der Rechte von SUISA-Mitgliedern im Ausland

In den Gegenseitigkeitsverträgen mit über 100 ausländischen Schwestergesellschaften werden die entsprechenden Rechte übertragen und deren Wahrnehmung garantiert. Dieser Verpflichtung muss nachgekommen werden, andernfalls liegt eine Vertragsverletzung vor.

In der Praxis werden alle Nutzungsmeldungen an unsere Schwestergesellschaften in einer Datenbank erfasst. Dieses Datenbanksystem namens „CaseManagement“ generiert automatische Reminder an die Schwestergesellschaften, wenn diese nicht innerhalb einer gesetzten Frist antworten. Je nach Fall schreibt die SUISA zusätzlich die Schwestergesellschaften separat an oder kontaktiert die zuständigen Mitarbeitenden der Gesellschaften telefonisch.

Zusammenarbeit mit ausländischen Schwestergesellschaften

Zwischen den Schwestergesellschaften werden Tausende von Nutzungsmeldungen ausgetauscht. Diese zu bearbeiten, benötigt viel Zeit. Manchmal können daraus langwierige Abklärungen entstehen, wenn zum Beispiel die Musiknutzung der Gesellschaft im Ausland noch gar nicht bekannt war, der Veranstalter die für eine Lizenzierung notwendigen Angaben noch nicht geliefert hat oder die gestellte Rechnung nicht bezahlt worden ist. Gerne würden wir unseren Mitgliedern schnellere Antworten beziehungsweise Nachverrechnungen liefern, doch die einzelnen Gesellschaften (wie auch wir selber) brauchen zuweilen Monate für diese Untersuchungen.

In vielen Fällen ist es auch mangels Kenntnissen der Tarife und Verteilungsreglemente der Schwestergesellschaften schwierig zu erkennen, ob diese das Inkasso und die Verteilung richtig und angemessen erledigt haben. Durch persönliche Gespräche, Besuche vor Ort und Einsicht in die entsprechenden Tarife und Reglemente, sofern sie dann auch veröffentlicht sind, können wir die Abrechnungen unserer ausländischen Schwestergesellschaften auf deren Korrektheit prüfen.

Applikation für internationale Nutzungsmeldungen unter CISAC-Mitgliedern

Da alle Verwertungsgesellschaften mehr oder weniger mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, sucht man auf internationaler Ebene nach Lösungen und Verbesserungen. Eine neue Applikation namens «Live Performance Notification», entwickelt von der Firma «FastTrack, the Digital Copyright Network», soll CISAC-Mitgliedern den Austausch von internationalen Nutzungsmeldungen erleichtern. CISAC (Confédération Internationale des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs) ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften. Über das neue Tool können sich die Gesellschaften innerhalb des bereits existierenden Systems («CIS-Net Powered by FastTrack», Common Information System der CISAC) gegenseitig informieren, wenn Werke ihrer Mitglieder in den jeweiligen Gebieten der Gesellschaften genutzt werden.

Mittels dieser Applikation können Nutzungsdaten (Zeit, Ort etc.) sowie die aufgeführten Werke (Repertoire-Liste) erfasst und der entsprechenden Gesellschaft übermittelt werden. Ein integriertes Trackingsystem ermöglicht eine Übersicht über den Status der übermittelten Anfragen. Zusätzlich generiert das System automatische Mahnungen, falls Anfragen nicht in der vorgesehenen Zeit beantwortet werden.

Das neue System ist eine zusätzliche Hilfe bei den weiterhin grossen Anstrengungen, die von der SUISA unternommen werden, um die Wahrnehmung der Rechte ihrer Mitglieder auch im Ausland zu gewährleisten. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn die Musik unserer Mitglieder international noch mehr Anerkennung und Gehör findet. Damit aus den rund CHF 11 Mio. Einnahmen aus dem Ausland bald mehr wird.

Die SUISA hält neben anderen ausländischen Verwertungsgesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an der technischen Dienstleistungsfirma FastTrack, the Digital Copyright Network.

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Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

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