Tagarchiv: Schwestergesellschaft

Zwei Jahre Pandemie finanziell für die SUISA glimpflich verlaufen – neue Herausforderungen

Nach den zwei schwierigen Jahren für die SUISA und die Urheber/innen und Verleger/innen wegen der weltweiten Corona-Pandemie drohen uns weiterhin schwierige Zeiten. Ein Krieg in Europa zerstört Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens. Die Kultur und damit auch die Urheber/innen von Musik als verbindendes und friedensstiftendes Element sind gefordert. Text von Andreas Wegelin

Zwei Jahre Pandemie finanziell für die SUISA glimpflich verlaufen – neue Herausforderungen

Angesichts des Krieges in der Ukraine lohnt sich der Gedanke daran, dass die Musik ein verbindendes und friedensstiftendes Element des Zusammenlebens sein kann. (Foto: Oleh Dubyna / Shutterstock.com)

Die SUISA konnte trotz der behördlich verfügten Veranstaltungsverboten auch in den vergangenen zwei Jahren ein ansehnliches Resultat erzielen. Der Rückgang der Einnahmen beträgt gesamthaft gesehen im Jahre 2020 wie im Jahre 2021 nur 10% im Vergleich zum bisher besten Ergebnis im Jahre 2019. Gleichzeitig konnten wir auf Kostenseite Einsparungen erzielen, insbesondere dank forcierter Automatisierung der Prozesse. Damit konnte der Rückgang der zu verteilenden Geldsumme stabilisiert werden. Sie liegt um 1% höher als 2020. Hohe Nebeneinnahmen erlauben es uns zudem, auch 2022 wieder eine Zusatzverteilung von 7% auf alle Abrechnungen des Jahres 2022 auszurichten.

Zur schnellen Hilfe an Mitglieder, welche wegen der Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind und deswegen weniger Geld von der SUISA erhalten haben, hat die Generalversammlung 2020 die Äufnung eines Hilfsfonds beschlossen. Dieser Fonds besteht weiterhin, viele Verteilungsergebnisse sind auch erst in diesem Jahr schlecht und entsprechende Gesuche können an die Mitgliederabteilung gerichtet werden.

Gerade in der Pandemiezeit war es wichtig, für unsere Kunden und Mitglieder da zu sein, in vielen Fällen auf elektronischem Weg, über Webformulare im Internet, aber auch E-Mails und wie bisher per Telefon oder Brief. Die elektronischen Kommunikationswege werden weiter ausgebaut. Sie sind zentraler Bestandteil eines guten Mitglieder- und Kundenservices, mit dem Ziel, den Kontakt zur SUISA 7 x 24 Stunden über Internet zu ermöglichen und damit für alle Beteiligten Kosten zu sparen.

Erfolgreiche Investitionen in neue Geschäftsfelder

Musik wird heute nicht nur live aufgeführt und genossen. Während der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig eine Diversifikation in andere Bereiche der Musiknutzung ist. Viele neue Präsentationsmöglichkeiten und Nutzungen im Internet, vor allem mittels Streaming, konnten sich in der Zeit etablieren und sind neue und beliebte Plattformen für den Absatz von Musikaufnahmen geworden.

Die SUISA hat seit 2016 mit den Tochterfirmen SUISA Digital Licensing und gemeinsam mit der amerikanischen SESAC bei Mint Digital Services in die Entwicklung der neuen Geschäftsfelder investiert. Mint administriert mittlerweile das Repertoire von über 3500 amerikanischen Independent Verlagen, 14 Verwertungsgesellschaften von vier Kontinenten sowie die Rechte von BMG Rights Management in Asien und Australien. Es wurden Lizenzverträge mit über 70 Musikanbietern weltweit abgeschlossen. Die Möglichkeiten der Direktlizenzierung des SUISA-Repertoires im Ausland sollen weiter ausgeschöpft werden. In vielen Fällen können so den Urhebern/innen und Verlegern/innen der SUISA höhere und rascher eintreffende Erträge verschafft werden.

Neue Herausforderungen – Krieg in Europa

Die SUISA wird nächstes Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Die Jubiläums-GV mit anschliessendem Fest soll am Freitag, 23. Juni 2023, in Zürich stattfinden. Bis dahin und darüber hinaus gilt es, neuen Herausforderungen zu begegnen und unsere bestehenden Services weiter auszubauen.

Musik kann ein verbindendes und friedensstiftendes Element des Zusammenlebens sein und wird ihr Publikum auch in Zukunft finden und erfreuen. Sie soll aber ihren Urheberinnen und Urhebern und den Musikerinnen und Musikern auch ein finanzielles Auskommen bieten. Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist der Frieden in Europa höchst gefährdet. Ein jahrelang gepflegter Aufbau der Beziehungen zu den Ländern im Osten Europas und zu den dortigen Urheberinnen und Urhebern droht beschädigt zu werden. Auch ist durch die kriegerischen Auseinandersetzungen der Austausch unter Urheberinnen und Urhebern und auch unter den Verwertungsgesellschaften stark gefährdet.

Die SUISA will ihren Teil dazu beitragen, dass die geknüpften Banden zur Schwestergesellschaft in der Ukraine nicht abreissen. Zuhanden des Unterstützungsfonds der CISAC, unseres internationalen Dachverbandes der Verwertungsgesellschaften, wurden 50 000 Franken bereitgestellt für die Nothilfe an Musikerinnen und Musiker im Kriegsgebiet und dem stark unterstützenden Polen. Es müssen alle Anstrengungen für eine friedliche Lösung unternommen werden und für die Funktionsfähigkeit und den Weiterbestand der Verwertungsgesellschaft NGO UACCR in der Ukraine.

Wer nun aber alle russische Kultur verdammt, handelt blind wie die Kriegsparteien. Glauben wir an die friedensstiftende Möglichkeit der Musik und an jene, die gemeinsam Musik aufführen oder geniessen, unabhängig aus welchem Land sie stammen.

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Neuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISANeuerungen bei den Mitgliederdiensten der SUISA Die SUISA baut seit Jahren ihr Online-Angebot insbesondere für Urheber/innen und Verleger/innen von Musik aus. Der Schlüsselbegriff ist Selfservices: Mitglieder sollen einfach und bequem alle Dienstleistungen der SUISA online abrufen können. Dies spart nicht nur Zeit für die Mitglieder: Die SUISA kann somit auch ihre Effizienz steigern und folglich mehr Geld an die Bezugsberechtigten verteilen. Im 2022 werden auch die Bedingungen für die Mitgliedschaft angepasst. Weiterlesen
Informationen zu Livestreams für SUISA-MitgliederInformationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Weiterlesen
SUISA und die Covid-KriseSUISA und die Covid-Krise Seit Ende Februar 2020 steht nicht nur die Musikbranche vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie geht die SUISA als Genossenschaft der Urheber/innen und Verleger/innen von Musik und als Verwertungsgesellschaft mit der bald einmal zwei Jahre andauernden Covid-Krise um? Weiterlesen
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  1. Eric sagt:

    Thanks for the informative article!
    I can agree with exactly that….

    Best regards

    Eric

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Nach den zwei schwierigen Jahren für die SUISA und die Urheber/innen und Verleger/innen wegen der weltweiten Corona-Pandemie drohen uns weiterhin schwierige Zeiten. Ein Krieg in Europa zerstört Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens. Die Kultur und damit auch die Urheber/innen von Musik als verbindendes und friedensstiftendes Element sind gefordert. Text von Andreas Wegelin

Zwei Jahre Pandemie finanziell für die SUISA glimpflich verlaufen – neue Herausforderungen

Angesichts des Krieges in der Ukraine lohnt sich der Gedanke daran, dass die Musik ein verbindendes und friedensstiftendes Element des Zusammenlebens sein kann. (Foto: Oleh Dubyna / Shutterstock.com)

Die SUISA konnte trotz der behördlich verfügten Veranstaltungsverboten auch in den vergangenen zwei Jahren ein ansehnliches Resultat erzielen. Der Rückgang der Einnahmen beträgt gesamthaft gesehen im Jahre 2020 wie im Jahre 2021 nur 10% im Vergleich zum bisher besten Ergebnis im Jahre 2019. Gleichzeitig konnten wir auf Kostenseite Einsparungen erzielen, insbesondere dank forcierter Automatisierung…Weiterlesen

Kleine Rechte, grosse Rechte: Wer macht was?

Wenn es ein Thema gibt, das regelmässig für Diskussionen sorgt, dann sicher die Unterscheidung zwischen kleinen Rechten und grossen Rechten. Erstere betreffen die nicht-theatralischen Musikwerke und fallen unter die Zuständigkeit der SUISA, Letztere stehen in Verbindung mit musikdramatischen Werken und bestimmten Arten von Ballett und werden von der Schweizerischen Autorengesellschaft (SSA) oder direkt von den Verlagen wahrgenommen. Text von Vincent Salvadé

Kleine Rechte, grosse Rechte: Wer macht was?

Bei der Unterscheidung, ob ein Werk als musikdramatisch oder nicht-theatralisch gilt, steht grundsätzlich die Frage im Zentrum, ob die Schöpfung einen szenischen Ablauf hat und ob es Personen gibt, die Rollen spielen. Was bedeutet diese abstrakte Definition von kleinem und grossem Recht in der Praxis? (Foto: Elnur / Shutterstock.com)

Die Unterscheidung von kleinen und grossen Rechten sorgt regelmässig für Diskussionen, denn sie basiert auf unklaren Kriterien, die von Fall zu Fall interpretiert werden müssen. Die folgenden Erläuterungen sollen etwas Klarheit bringen.

Rechtlicher Kontext

Die der SUISA vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) erteilte Bewilligung zur Rechtewahrnehmung betrifft die «nicht-theatralischen Musikwerke». Diese Bezeichnung wurde in einer Verordnung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 23. Februar 1972 präzisiert. Heute ist dieser Rechtstext formell nicht mehr in Kraft, doch das Bundesgericht hat entschieden, dass dessen Grundsätze noch immer angewendet werden können, um ein nicht-theatralisches Werk zu definieren: Hier übernimmt nämlich das aktuelle Recht ganz einfach das alte Recht (Urteil 2A_180/1994 vom 10. Mai 1995). Daher integrierte die SUISA die Kriterien der Verordnung von 1972 in ihre Allgemeinen Wahrnehmungsbedingungen, die Teil der Verträge sind, die sie mit ihren Mitgliedern schliesst.

Etwas vereinfacht lässt sich sagen, dass die nicht-theatralische Musik im Zuständigkeitsbereich der SUISA sämtliche Musikwerke umfasst, mit Ausnahme der musikdramatischen Werke und der Musik für bestimmte Ballette. Diese Ausnahmen nennt man die «grossen Rechte».

Wo gelten die grossen Rechte?

Es gibt eine abstrakte Definition der Werke, die unter die grossen Rechte fallen: Es handelt sich um Werke, «deren szenischer Ablauf durch Personen in bestimmten Rollen dargestellt und von der Musik so getragen wird, dass die Werke in der Regel nicht ohne Musik verwendet werden können.»

Ja, klar, … doch was bedeutet das in der Praxis?

  1. Zunächst einmal muss das Werk einen szenischen Ablauf haben. Doch irgendein «Bühneneffekt» reicht nicht: Ein Konzert bleibt im Zuständigkeitsbereich der SUISA, auch wenn Tänzerinnen und Tänzer die Interpreten/innen begleiten, eine Light Show stattfindet oder Kostüme verwendet werden, usw. Damit es sich um ein Werk mit grossen Rechten handelt, müssen Personen auftreten, die bestimmte Rollen spielen. Aus diesem Grund werden die Rechte an Opern, Operetten und Musicals nicht von der SUISA wahrgenommen.
    Die Bedingung, «Rollen zu spielen» ist grundsätzlich erfüllt, wenn sich eine Geschichte auf der Bühne abspielt und Personen auftreten. Doch nicht nur: Abstrakte Ballette beruhen nicht auf einer Handlung, sondern eher auf der Vorstellung, sich durch Tanz auszudrücken. Für ein Werk mit grossen Rechten müssen die Tänzerinnen und Tänzer festgelegte Rollen übernehmen, auch wenn sie keine Geschichte «erzählen». Zum Beispiel: Eine Figur verkörpert das Böse, eine andere das Gute. Eine symbolisiert den Mond, eine die Erde, usw. Das «Rollenspiel» muss demnach eine gewisse Bedeutung für die Darstellung des Werkes haben, es darf nicht nur im Schatten der Musik stehen.
  2. Des Weiteren muss der szenische Ablauf eng mit der Musik verknüpft sein. Hier sei zunächst einmal ein doch recht verbreitetes Missverständnis geklärt: Die Tatsache, dass die Musik eigens für das Bühnenwerk komponiert wurde, ist nicht entscheidend. Bestehende Musikwerke können (mit der Zustimmung der Rechteinhaber/innen) Bestandteil eines musikdramatischen Werkes werden, wenn die Aufführung unter die grossen Rechte fällt. Umgekehrt bleibt eine speziell für ein Theaterstück (als Beispiel) komponierte Musik unter gewissen Umständen ein nicht-theatralisches Musikwerk. Entscheidend ist nämlich, wie eng die Musik mit dem szenischen Ablauf verknüpft ist.
    Juristinnen und Juristen vertreten gewöhnlich die Meinung, dass ein musikdramatisches Werk in der Regel nicht ohne Musik und auch nicht mit anderer Musik gespielt werden kann. Diese Aussage mag vereinfacht tönen, doch sie weist den Weg: Wenn ein Text beispielsweise gesungen wird, ist es schwer vorstellbar, dass die Aufführung ohne Musik oder mit anderer Musik stattfinden kann. Aus diesem Grund sind Opern, Operetten oder Musicals Werke mit grossen Rechten. Wenn hingegen ein Theaterstück eine Szene umfasst, in der sich der Schauspieler ein Lied der Gruppe U2 anhört, so kann man sich durchaus vorstellen, dass das Stück mit einem anderen Lied einer anderen Rockband aus den 1980er-Jahren aufgeführt werden kann. Aus diesem Grund bleibt der Titel von U2 ein Werk mit kleinen Rechten.
    Zwischen diesen beiden Extremen gibt es Situationen, in denen die Unterscheidung schwieriger ist. Wenn eine Komponistin oder ein Komponist ein Musikwerk eigens für eine Aufführung schafft, tut er oder sie das natürlich mit Blick auf ein bestimmtes künstlerisches Ergebnis. Mit anderer Musik wäre das Ergebnis nicht das gleiche. Doch die relevante Frage ist eher: Müsste man mit anderer Musik auch den szenischen Ablauf grundlegend überarbeiten, damit die Aufführung stattfinden kann? Nur wenn diese Frage bejaht wird, würde man in Anbetracht der engen Verknüpfung zwischen der Musik und dem szenischen Ablauf von einem musikdramatischen Werk ausgehen.

Keine Wahlmöglichkeit zwischen der SUISA und der SSA

Die oben erwähnten Fragen sind komplex und die Konsequenzen der Antworten weitreichend: Die Verwertung der kleinen Rechte durch die SUISA unterliegt der staatlichen Kontrolle, was bei der Verwertung der grossen Rechten durch die SSA oder die Verleger/innen nicht der Fall ist. Das bedeutet, dass sich die Verwertungsregeln unterscheiden, insbesondere die Vergütungstarife. Die Urheber/innen und Veranstalter/innen könnten versucht sein, diese Unterschiede auszunutzen: Erstere, um eine höhere Vergütung zu erhalten, Letztere, um weniger zu bezahlen.

Doch sie haben nicht die Wahl: Entweder fällt das genutzte Werk unter die kleinen Rechte und somit in den Zuständigkeitsbereich der SUISA oder es fällt unter die grossen Rechte, und die SSA oder der Musikverlag kommt ins Spiel (vorbehaltlich einiger Ausnahmen, die in der Praxis selten sind: Zum Beispiel, wenn die Urheberin oder der Urheber seine Rechte selber wahrnimmt, oder ein Verlag erteilt der SUISA ein Sondermandat in einem Fall, der eigentlich unter die grossen Rechte fällt). Wenn die SSA oder die Verlage Vereinbarungen treffen in einem Bereich, der unter der Aufsicht des Bundes steht und somit in den Zuständigkeitsbereich der SUISA fällt, begehen sie nach Art. 70 URG (Urheberrechtsgesetz) eine strafbare Handlung. Umgekehrt – wenn die SUISA eine Lizenz erteilt, ohne über die erforderlichen Rechte zu verfügen – ist die Lizenz ungültig und befreit die Veranstalter/innen nicht von ihrer urheberrechtlichen Verantwortung.

Aus rechtlicher Sicht ist es daher wichtig, dass die Zuständigkeiten der verschiedenen Beteiligten respektiert werden. Ist die Situation unklar, arbeiten die SUISA und die SSA zusammen und suchen gemeinsam nach Lösungen, die ein möglichst hohes Mass an Rechtssicherheit gewährleisten.

Melden Sie Ihre Musik mit grossen Rechten dennoch bei der SUISA an!

Die Mitglieder der SUISA, die Musik für ein Werk mit grossen Rechten komponieren, sind gut beraten, diese Musik dennoch auch bei der SUISA anzumelden. Es gibt nämlich Situationen, in denen die SUISA trotzdem für die Verwertung der Musikrechte zuständig ist. Und zwar in den folgenden Fällen:

  1. Die Musik wird ohne szenischen Ablauf verwendet; beispielsweise eine Ballettmusik ohne Tanz, oder ein musikdramatisches Werk, das konzertant aufgeführt wird.
  2. Es werden nur Auszüge aus einem Werk mit grossen Rechten verwendet, insbesondere im Radio oder Fernsehen; unter bestimmten Bedingungen gelten diese Auszüge als nicht-theatralische Musik, für die die SUISA zuständig ist.

Mit der Werkanmeldung bei der SUISA haben die Komponistinnen und Komponisten alles Notwendige unternommen, um eine wirksame Verwertung ihrer Rechte sicherzustellen. Wenn parallel dazu die Verwertung der grossen Rechte der SSA übertragen wurde oder in den Zuständigkeitsbereich eines Verlags fällt, liegt es an den verschiedenen Beteiligten, ihr Bestes zu tun, um die rechtlichen Schwierigkeiten zu beseitigen …

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Wenn es ein Thema gibt, das regelmässig für Diskussionen sorgt, dann sicher die Unterscheidung zwischen kleinen Rechten und grossen Rechten. Erstere betreffen die nicht-theatralischen Musikwerke und fallen unter die Zuständigkeit der SUISA, Letztere stehen in Verbindung mit musikdramatischen Werken und bestimmten Arten von Ballett und werden von der Schweizerischen Autorengesellschaft (SSA) oder direkt von den Verlagen wahrgenommen. Text von Vincent Salvadé

Kleine Rechte, grosse Rechte: Wer macht was?

Bei der Unterscheidung, ob ein Werk als musikdramatisch oder nicht-theatralisch gilt, steht grundsätzlich die Frage im Zentrum, ob die Schöpfung einen szenischen Ablauf hat und ob es Personen gibt, die Rollen spielen. Was bedeutet diese abstrakte Definition von kleinem und grossem Recht in der Praxis? (Foto: Elnur / Shutterstock.com)

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Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Am Vortag der Generalversammlung finden üblicherweise die Sitzungen des SUISA-Vorstands und seiner Kommissionen am Ort der Generalversammlung statt. Dieses Jahr war es zum zweiten Mal anders. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Aufgebaute Stellwand der SUISA an einem Veranstaltungsort: Das Treffen des fast kompletten Vorstands zu den regulären Juni-Sitzungen fand in Muri bei Bern statt. (Foto: Natalie Schlumpf & Wolfgang Rudigier)

Während die Generalversammlung wegen der Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum zweiten Mal nur mittels brieflicher Abstimmung stattfinden konnte, beschloss der Vorstand, sich am 24. und 25. Juni 2021 unter Einhaltung der gegebenen Schutzmassnahmen erstmals seit 15 Monaten wieder in physischer Form vor Ort in Muri bei Bern zu treffen.

Bis auf ein Mitglied des Vorstandes, welches sich wegen unmittelbar bevorstehenden Konzertauftritten keiner erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen wollte und deshalb über Video teilnahm, waren alle Mitglieder zusammen mit der Geschäftsleitung versammelt und schätzten die Möglichkeit, sich auch neben den Sitzungen und am Abend auszutauschen.

Ermutigende Perspektiven im Online-Lizenzgeschäft

Der Vorstand liess sich eingehend informieren über das Jahresergebnis bei der gemeinsam mit SESAC gehaltenen Tochtergesellschaft Mint Digital Services, deren Geschäftsjahr am 31. März zu Ende gegangen war. Das Resultat ist ermutigend, wenn auch die Gesellschaft weiterhin unterstützt werden muss. Die Perspektiven für das neue Geschäftsjahr sind gut und werden die Ertragslage weiter verbessern. Wichtig ist zu wissen, dass die Bündelung der Urheberrechte unserer Mitglieder mit weiteren Rechten von grossen Verlagsfirmen und Schwestergesellschaften dazu führen, dass wir auf dem Online-Lizenzmarkt mit mehr Marktmacht auftreten und deshalb bessere Bedingungen mit den Online-Anbietern von Musik aushandeln können.

Am 1. Juli 2021 trat im Fürstentum Liechtenstein das Verwertungsgesellschaftengesetz in Kraft. Dieses enthält Vorschriften unter anderem zur Transparenz bei den Verwertungsgesellschaften. Damit wird die Richtlinie der EU von 2014 umgesetzt. Damit diese Vorschriften auch bei der SUISA beachtet werden, wurden der Verhaltenskodex und die Regeln zur Offenlegung von Interessenkonflikten beim Vorstand angepasst. Neu gelten auch für die Mitglieder der Geschäftsleitung Offenlegungspflichten. Der Vorstand hat die entsprechenden Dokumente verabschiedet.

Corona-bedingte Anpassungen des Budgets

Für das laufende Jahr hat der Vorstand das Budget an die andauernde Corona-Situation angepasst. Bereits im Dezember 2020 wurde ein vorsichtiges Budget für 2021 beschlossen. Dennoch muss auf Seite der Einnahmen gegenüber dem ursprünglichen Budget mit einem Minus von 1,5% gerechnet werden. Die Ausgaben sollen um 2,2% tiefer ausfallen.

Weiteres Thema an der Sitzung war die Situation in der Abwicklung der Doppelbesteuerungsregeln zwischen der italienischen Schwestergesellschaft SIAE und der SUISA. Die SUISA wird wie andere europäische Schwestergesellschaften gegenüber dem italienischen Fiskus vorstellig werden, um die Quellensteuerabzüge für bezugsberechtigte SUISA-Mitglieder mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz möglichst gering zu halten.

Schliesslich hat der Vorstand eine Änderung im Verteilungsreglement bei den Ausschüttungen von Lizenzeinnahmen von Streaming- und Download-Plattformen genehmigt. Für eine weitere Änderung bei der Frage, wie lange die SUISA bei den Online-Nutzungen Nachverrechnungen erstellen kann, wird er noch genauere Abklärungen durch die Geschäftsleitung abwarten.

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Am Vortag der Generalversammlung finden üblicherweise die Sitzungen des SUISA-Vorstands und seiner Kommissionen am Ort der Generalversammlung statt. Dieses Jahr war es zum zweiten Mal anders. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Aufgebaute Stellwand der SUISA an einem Veranstaltungsort: Das Treffen des fast kompletten Vorstands zu den regulären Juni-Sitzungen fand in Muri bei Bern statt. (Foto: Natalie Schlumpf & Wolfgang Rudigier)

Während die Generalversammlung wegen der Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum zweiten Mal nur mittels brieflicher Abstimmung stattfinden konnte, beschloss der Vorstand, sich am 24. und 25. Juni 2021 unter Einhaltung der gegebenen Schutzmassnahmen erstmals seit 15 Monaten wieder in physischer Form vor Ort in Muri bei Bern zu treffen.

Bis auf ein Mitglied des Vorstandes, welches sich wegen unmittelbar bevorstehenden Konzertauftritten keiner erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen wollte und deshalb über Video…Weiterlesen

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

Wichtig ist aber zu wissen, dass diese bis Ende Mai erwirtschafteten Umsätze Abrechnungen aus der Zeit noch vor der Absage aller Veranstaltungen stammen. Die Auswirkungen auf die Umsätze wegen der seit Mitte März abgesagten Veranstaltungen werden sich erst im zweiten Halbjahr zeigen. Auf Kostenseite sind Einsparungen gemacht worden (–3%), negativ wirkte sich dort jedoch die derzeitige Wertschriftensituation aus.

Revisionsbericht, Mint, PRS

Der Vorstand hat weiter den umfassenden Bericht der Revisionsstelle BDO zur Kenntnis genommen und verschiedene Berichtspunkte mit der Geschäftsleitung besprochen.

In Bezug auf das Joint Venture Mint Digital Services mit der amerikanischen SESAC liess sich der Vorstand über die Planung der Lizenzierungsaktivitäten in den nächsten Monaten und der Roadmap 2020–24 orientieren. Vorgesehen ist die Ausdehnung der Direktlizenzierung unseres Repertoires auf Indien, Australasien und Afrika. In diesem Zusammenhang beschloss der Vorstand Bürgschaftsgarantien für die Lizenzierung grosser Verlagskataloge zu gewähren.

Die Erneuerung des Gegenseitigkeitsvertrags mit der englischen Schwestergesellschaft PRS war ebenfalls Thema an der Vorstandssitzung. Die PRS sieht die in unseren Statuten vorgesehenen Abzüge von den Einnahmen für soziale Zwecke kritisch. Das könnte nach weiteren Verhandlungen mit der PRS zu einer Statutenrevision führen.

Verzicht auf Sitzungshonorare zugunsten Hilfsfonds

Angesichts der schwierigen Situation für viele Kulturschaffende und besonders auch für die Mitglieder der SUISA hat der Vorstand beschlossen, auf sein Sitzungshonorar zugunsten des eben errichteten Hilfsfonds der SUISA zu verzichten. Auch die Geschäftsleitung verzichtet in gleicher Höhe zugunsten einer Reduktion der Personalkosten auf einen Teil des Gehalts.

Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020
Im April 2020 setzte der SUISA-Vorstand eine Arbeitsgruppe ein, um auf die negativen finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die SUISA schnellstmöglich reagieren zu können und zusammen mit der Geschäftsleitung Sparmassnahmen zu identifizieren. Weiterlesen
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Unterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-KriseUnterstützung für SUISA-Mitglieder in der Corona-Krise Die Covid-19-Verordnungen des Bundes führen wegen ausfallenden Musiknutzungen zu Mindereinnahmen bei den Urheberrechtsentschädigungen. Die SUISA bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an, um den Ausfall von Urheberrechtsvergütungen finanziell zu überbrücken. Weiterlesen
Vorstandssitzung im Zeichen des CoronavirusVorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Weiterlesen
Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-MitgliederEin weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
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Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

Wichtig ist aber zu wissen, dass diese bis Ende Mai erwirtschafteten…Weiterlesen

Wie die SUISA Vergütungen aus der Hintergrundunterhaltung verteilt

Mehr als 100 000 Betriebe in der Schweiz nutzen Musik, TV und Filme zur Hintergrundunterhaltung. Für diese Nutzung bezahlen die Betriebe den Urhebern, Verlegern, Interpreten oder Produzenten eine Vergütung gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a. Wie und an wen werden diese Einnahmen verteilt? Text von Giorgio Tebaldi

Wie die SUISA Vergütungen aus der Hintergrundunterhaltung verteilt

Gehört für Viele zum Pub-Ambiente wie Teak-Möbel und Darts: Das Premier-League-Spiel auf dem Fernseher. Für die Nutzung ausserhalb der Privatsphäre haben die Produzenten der Sendung Anrecht auf eine Vergütung. (Foto: Nomad_Soul / Shutterstock.com)

Die passende Hintergrundmusik in einem Ladengeschäft, Friseursalon oder Restaurant leistet wie die Beleuchtung oder Dekoration einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Kunden und Gäste wohlfühlen. Und in einem Pub gehört die Live-Übertragung eines Fussball- oder Cricket-Spiels genauso zum Interieur wie die dunklen Möbel, die Holzschilder und die Dart-Scheibe.

Ebenso wie die Hersteller des Mobiliars, der Dekoration oder der Beleuchtung bezahlt werden müssen, haben die Komponisten, Textautoren, Interpreten, Drehbuchautoren oder Produzenten laut Gesetz ein Recht darauf, für die Nutzung ihrer Werke und Leistungen ausserhalb des privaten Rahmens eine Vergütung zu erhalten. Hierfür sind die fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften Pro Litteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform zuständig. In ihrem Auftrag zieht die SUISA die Vergütungen für die Nutzung von Musik, Filmen und TV-Sendungen gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a) ein.

Was macht die SUISA mit den Einnahmen aus der Hintergrundunterhaltung?

In einem ersten Schritt wird das eingenommene Geld nach einem fixierten Verteilschlüssel unter den fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften aufgeteilt. Der Anteil der SUISA für die Abgeltung der Musikinhalte beträgt dabei etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen. Jede Gesellschaft ist in einem zweiten Schritt dafür zuständig, diese Einnahmen an die Urheber, Künstler und an die Verleger und Produzenten auszuzahlen.

Im Fall der SUISA werden bei diesem zweiten Schritt von den erwähnten gut fünfzig Prozent 88% an die Berechtigten verteilt. Das bedeutet, dass von 100 Franken, die eingenommen werden, 88 Franken an die Künstlerinnen und Künstler und deren Verlage verteilt werden können.

Wie und an wen werden die Einnahmen verteilt? Grundsätzlich kennt die SUISA drei unterschiedliche Möglichkeiten der Verteilung: die direkte Verteilung, die Pauschalverteilung mit Programmunterlagen und die Pauschalverteilung ohne Programmunterlagen (siehe Kasten). Programmunterlagen sind Listen der Werke, die aufgeführt oder gesendet worden sind.

Beim GT 3a wird das Geld fast ausschliesslich pauschal ohne Programmunterlagen verteilt. Sowohl für die Kunden wie auch für die SUISA wäre das Einreichen resp. Bearbeiten von Werklisten mit einem enormen Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würde. Stattdessen benutzt die SUISA vorhandene Programmunterlagen aus verschiedenen Quellen, um die Einnahmen aus dem GT 3a zu verteilen. Dabei achtet die SUISA darauf, dass für diese Verteilung Listen resp. Nutzungen verwendet werden, die eine möglichst gerechte Verteilung erlauben.

Möglichst faire Verteilung auch ohne Liste der aufgeführten Werke

Aufgrund von Erfahrungswerten wird beispielsweise davon ausgegangen, dass ein grosser Teil der Unternehmen, Läden, Restaurants etc. Werke nutzt, die auch im Radio resp. Fernsehen gesendet werden. Entsprechend wird ein grosser Teil der Einnahmen aus dem GT 3a anhand der Programmunterlagen für die Nutzung von Musik, TV-Sendungen und Filmen aus Radio- und Fernsehsendungen verteilt. Die SUISA trägt aber auch der Tatsache Rechnung, dass nicht nur Pop, Rock oder Urban gespielt wird, sondern auch andere Genres wie Volksmusik oder sogar Kirchenmusik. Deshalb wird ein Teil der Einnahmen auch anhand von Programmlisten für kirchliche Aufführungen, Blasmusiken oder Jodelclubs verteilt.

Um das Geld an die Künstlerinnen und Künstler zu verteilen, wird es somit anderen, ähnlichen Verteilungsklassen der Aufführungs- und Senderechte (siehe Verteilungsreglement Ziffer 5.5.2) zugewiesen. Erhält also ein Mitglied eine Abrechnung in einer dieser Verteilungsklassen, dann erhält es zugleich auch einen Anteil aus den Einnahmen für Hintergrundunterhaltung aus dem GT 3a.

In einigen Ausnahmefällen kommt bei der Verteilung der Einnahmen aus der Hintergrundunterhaltung die direkte Verteilung zum Zug. Hier handelt es sich z. B. um Musik, die in einem Museum für eine Ausstellung genutzt wird, oder Musik, die für einen längeren Zeitraum von einer Firma in der Telefonwarteschlaufe verwendet wird. In diesen Fällen handelt es sich in der Regel um Auftragsmusik.

Die Verteilung der SUISA erfolgt viermal pro Jahr. Im Jahr 2018 wurden insgesamt über 132 Mio. Franken an die Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik verteilt.

Arten der Verteilung und Verteilungsklassen

Bei der SUISA gibt es drei Arten, wie die Einnahmen aus Urheberrechten verteilt werden:

  1. Bei der direkten Verteilung können die Urheberrechtsentschädigungen direkt auf die zur Verfügung stehenden Listen der aufgeführten Werke verteilt werden. Dies ist zum Beispiel bei einem Konzert möglich: Wenn am Konzert die Songs von fünf Miturhebern gespielt werden, erhalten diese fünf Berechtigten die Einnahmen, die bei diesem Konzert erzielt worden sind.
  2. Bei der Pauschalverteilung mit Programmunterlagen wird die Vergütung an die Bezugsberechtigten mittels eines Punktwerts berechnet. Für die Sendungen der SRG zum Beispiel erhält die SUISA einerseits eine pauschale Entschädigung und andererseits detaillierte Sendemeldungen. Aufgrund der Sendemeldungen ist bekannt, wie viele Sekunden Musik insgesamt gespielt wurden und wie lange davon welches Werk genau. Aus den Angaben wird ein Punktwert pro Sekunde ermittelt und die Vergütung entsprechend an die Urheber und Verleger der gespielten Werke verteilt.
  3. Eine Pauschalverteilung ohne Programmunterlagen findet bei Einnahmen aus Tarifen statt, bei denen die Angaben zu den tatsächlich genutzten Werken nicht zur Verfügung stehen respektive nicht ermittelbar sind. Die Verteilung dieser Einnahmen erfolgt aufgrund von vorhandenen Programmunterlagen aus mehreren Quellen. Die exakte Zuweisung der Gelder ist im Verteilungsreglement der SUISA detailliert geregelt.

Die Verteilung der Einnahmen erfolgt nach Verteilungsklassen. Die Verteilungsklassen entsprechen verschiedenen Nutzungen, z. B. Musik an Konzerten, in Radio- und TV-Sendern der SRG oder Privatsendern, in Kirchen etc.

Die Details findet man im Verteilungsreglement der SUISA.

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Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
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Mehr als 100 000 Betriebe in der Schweiz nutzen Musik, TV und Filme zur Hintergrundunterhaltung. Für diese Nutzung bezahlen die Betriebe den Urhebern, Verlegern, Interpreten oder Produzenten eine Vergütung gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a. Wie und an wen werden diese Einnahmen verteilt? Text von Giorgio Tebaldi

Wie die SUISA Vergütungen aus der Hintergrundunterhaltung verteilt

Gehört für Viele zum Pub-Ambiente wie Teak-Möbel und Darts: Das Premier-League-Spiel auf dem Fernseher. Für die Nutzung ausserhalb der Privatsphäre haben die Produzenten der Sendung Anrecht auf eine Vergütung. (Foto: Nomad_Soul / Shutterstock.com)

Die passende Hintergrundmusik in einem Ladengeschäft, Friseursalon oder Restaurant leistet wie die Beleuchtung oder Dekoration einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Kunden und Gäste wohlfühlen. Und in einem Pub gehört die Live-Übertragung eines Fussball- oder Cricket-Spiels genauso zum Interieur wie die dunklen Möbel, die Holzschilder und die Dart-Scheibe.

Ebenso wie die Hersteller des Mobiliars,…Weiterlesen

An den Erfolgen von Video-on-Demand und Streaming werden audiovisuelle Künstler nicht ausreichend beteiligt

Die Filmregisseurin Ursula Meier eilt von Erfolg zu Erfolg, sowohl in der Schweiz als auch international. Sie führt aus, weshalb es nötig ist, im Rahmen der Revision des Urheberrechtsgesetzes (URG) die Stellung der Filmemacher und Darsteller im Bereich Video-on-Demand (VoD) aufzuwerten. Text/Interview von Gastautor Jürg Ruchti, Direktor SSA

Video-on-Demand: An den Erfolgen von Video-on-Demand und Streaming werden audiovisuelle Künstler nicht ausreichend beteiligt

Die Filmregisseurin Ursula Meier ist Mitglied bei der SSA. Die SSA ist eine Schwestergesellschaft der SUISA und verwaltet die Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke. (Foto: Claude Dussez)

Ursula Meier, Sie sind Mitglied der Société Suisse des Auteurs (SSA) – weshalb?
In erster Linie deshalb, weil die SSA meine Urheberrechte effizient verwaltet. Sie bietet mir darüber hinaus weitere Dienstleistungen: Bei der SSA handelt es sich um eine Genossenschaft, die auf Gegenseitigkeit und Solidarität basiert und die Interessen von Personen verteidigt, die audiovisuelle Werke und Bühnenwerke schaffen.

Die Künstler fordern die Einführung neuer Bestimmungen bezüglich Video-on-Demand im URG.
Ja, das ist sehr wichtig. Dank dem Internet werden unsere Werke so oft konsumiert wie nie zuvor, aber die Künstler werden dafür nicht so entschädigt, wie sie es verdienen würden. Die Akteure der digitalen Wirtschaft beanspruchen die Einkünfte, die sich aus dem Konsum unserer Werke ergeben, lehnen darüber hinaus aber jegliche Verpflichtung ab.

Es ist aber doch so, dass die Urheberinnen ihre Rechte mit dem Produzenten aushandeln, wenn sie einen Film schaffen, oder?
Schon, aber die Vertragsketten für die Verwertung der Werke sind dann derart komplex und manchmal auch undurchsichtig, dass die Einkünfte nicht bis zum Künstler gelangen. Es gibt zahlreiche Vertragspartner. Die digitale Wirtschaft lässt die Produzenten in einer beispiellosen Unsicherheit zurück. Sie wissen nicht, ob sie die Möglichkeit haben, ihre Investitionen zurückzuerhalten. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Dies wirkt sich dann auf die Höhe der Entschädigungen aus, die sie den Künstlern bei der Aushandlung des Vertrags vor der Fertigstellung eines Films zugestehen können. Unsere Bedingungen haben sich verschlechtert.

Weshalb sollten die VoD-Plattformen verpflichtet werden, die Urheber via deren Verwaltungsgesellschaften zu entschädigen?
Weil die Urheber auf diese Weise fair am Erfolg ihres Werks beteiligt würden, denn ihre Verwaltungsgesellschaften werden aktiv beim letzten «Händler», das heisst bei jenem, der in direktem Kontakt mit den Konsumenten steht. Im Bereich Fernsehen ist dieses Modell in der Schweiz schon seit langer Zeit etabliert, und es ist für uns zufriedenstellend. Das aktuelle Gesetz sieht übrigens eine Zahlungspflicht für die Miete von Videokassetten oder DVDs vor. Da VoD diesen Markt nun abgelöst hat, sollte sich das Gesetz dieser Entwicklung anpassen.

Die vorgeschlagene neue Bestimmung scheint aber nicht über alle Zweifel erhaben.
Nein, denn sie enthält zwei problematische Punkte: Erstens betrifft sie auch die Musik, die diese Regelung nicht will, weil ihr System in allen Ländern bereits gut funktioniert. Das ist bei Drehbuchautorinnen, Regisseurinnen und Schauspielern nicht der Fall. Eine kollektive Verwaltung ihrer Rechte gibt es nur in wenigen Ländern, und die Plattformen operieren oft von anderen Ländern aus. Der zweite Punkt, der problematisch ist, bezieht sich auf Werke, die von Fernsehanstalten in Auftrag gegeben werden: Der Gesetzesvorschlag sieht vor, diese von der neuen, obligatorischen Entschädigung für die Künstler auszunehmen.

Welches Problem besteht konkret bei den Auftragsarbeiten?
Sie gehören zu den gefragtesten Werken auf diesem neuen Markt wie zum Beispiel Serien. Der Kreis der Auftraggeber ist grösser geworden: Zu den Fernsehanstalten gesellen sich künftig die VoD-Plattformen. Es besteht kein Grund, diese anders zu behandeln. Werke machen ihren Weg. Früher oder später sind sie auf zahlreichen Plattformen zu sehen. Wenn man nun die Auftragsarbeiten von diesem neuen VoD-Recht ausnimmt, erhalten die Autorinnen keine Entschädigung für die Online-Verwendung. Ihre Situation würde sich damit kaum verbessern. Ein Beispiel: Eine vom RTS in Auftrag gegebene Serie, die anschliessend in einem Streaming-Dienst wie Amazon verfügbar ist, wäre vom neuen Gesetz ausgenommen. Dieser Ausschluss untergräbt den Sinn des neuen Gesetzes und bewirkt, dass dessen generelle Ausrichtung am Ziel vorbeischiesst. Die Argumentation, die diesem Paragraph zugrunde liegt, trägt der Realität nicht Rechnung, und ich hoffe, dass das im Rahmen der Sessionsdebatten noch geklärt wird.

Über Ursula Meier
Ursula Meier ist eine international renommierte Filmregisseurin. «Home» (mit Isabelle Huppert) gehörte 2008 am Filmfestival Cannes zu den nominierten Filmen und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen. 2012 wurde «L’enfant d’en haut» (mit Léa Seydoux und Kacey Mottet Klein) an der Berlinale mit dem Sonderpreis Silberner Bär ausgezeichnet. Der Film erhielt, wie «Home» im Jahr 2010, drei Schweizer Filmpreise, darunter jenen für den besten Film, und er vertrat die Schweiz ebenfalls an der Oscar-Verleihung. Anfang 2018 stellte sie «Journal de ma tête» fertig, einen Fernsehfilm mit Fanny Ardant und Kacey Mottet Klein. Der Film wurde für die Berlinale nominiert. Ursula Meier war Präsidentin der Jury für die Caméra d’Or am vergangenen Filmfestival von Cannes.
Zum Vergütungsanspruch für Video-on-Demand
Das Zugänglichmachen von Kino- und Fernsehfilmen auf Internetplattformen hat die Vermietung von DVDs ersetzt. Früher erhielten die Urheber und Interpreten im Filmbereich einen Anteil der Einnahmen aus der Vermietung gemäss der im Gesetz vorgesehenen Vergütungspflicht (Art. 13 URG), was heute beim Online-Zugänglichmachen nicht mehr der Fall ist. Doch die Urheber und Interpreten, die als erste zur Wertschöpfung beitragen, müssen an diesem Wirtschaftsmodell teilhaben können. Grundsätzlich begrüsst Swisscopyright die Einführung eines Vergütungsanspruchs gemäss Art. 13a und 35a E-URG. Allerdings haben die Verwertungsgesellschaften darauf hingewiesen, dass dieser Vergütungsanspruch zusätzlich zu den Vergütungen, die die Produzenten den Kunstschaffenden bezahlen (für die Bestellung von Werken, deren Interpretation und die entsprechenden Rechte), gelten sollte. Der bundesrätliche Entwurf ist diesbezüglich unklar. Swisscopyright ist der Meinung, die parlamentarischen Beratungen müssten klarstellen, dass dieser Vergütungsanspruch kein Ersatz für die erwähnten Vergütungen ist.
«Die Komponisten von Filmmusik und ihre Verleger treten ihre Rechte den Verwertungsgesellschaften wie beispielsweise der SUISA ab, und diese intervenieren direkt bei den VoD-Plattformen. Dieses Vertragssystem im Musikbereich ermöglicht es den Komponisten, vorteilhaftere finanzielle Bedingungen zu erwirken, als wenn ein gesetzlicher Vergütungsanspruch bestünde.»
Die Ausklammerung der Musikwerke aus diesem neuen Vergütungsanspruch war ein zentrales Element des Kompromisses der Arbeitsgruppe AGUR 12 II, das der BR leider nicht übernommen hat. Nun muss man wieder auf die von der AGUR 12 II empfohlene Lösung zurückkommen: Die Modelle der freiwilligen Kollektivwahrnehmung funktionieren im Musiksektor gut. Die Bereiche Musik und Audiovision unterscheiden sich in diesem Punkt also beträchtlich. Die Komponisten von Filmmusik und ihre Verleger treten ihre Rechte den Verwertungsgesellschaften wie beispielsweise der SUISA ab, und diese intervenieren direkt bei den VoD-Plattformen (ähnlich wie die Aggregatoren, die sich um die weiteren Filmrechte kümmern). Dieses Vertragssystem im Musikbereich ermöglicht es den Komponisten, vorteilhaftere finanzielle Bedingungen zu erwirken, als wenn ein gesetzlicher Vergütungsanspruch bestünde.
Im Musikbereich sind die von der Verwertungsgesellschaft verteilten Einnahmen allerdings ausgeglichen zwischen dem Komponisten und dem Verleger aufzuteilen. Ersterer sollte in jedem Fall einen angemessenen Anteil erhalten. Diese Garantie ist im Art. 49 Abs. 3 URG für Konzerte, Radiosendungen und CD-Produktionen gegeben. Doch diese Bestimmung betrifft nur die unter Bundesaufsicht stehenden Bereiche der Rechtswahrnehmung und ist demnach nicht auf VoD anwendbar. Deshalb hat Swisscopyright vorgeschlagen, Absatz 5 von Art. 13a E-URG so zu formulieren, dass das Recht des Komponisten auf einen angemessenen Teil des Ertrags aus der freiwilligen Kollektivwahrnehmung verankert und so gehandhabt wird, wie es der heutigen Praxis der SUISA entspricht.
Auszug aus dem SUISAblog-Artikel «Revision des Urheberrechts: Die Arbeit der parlamentarischen Kommissionen hat begonnen» von Vincent Salvadé.

Das Interview mit Ursula Meier wurde geführt für den im September 2018 erschienenen Sessionsbrief (PDF) von Swisscopyright. Swisscopyright ist das gemeinsame Dach der fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform. Mit dem Sessionsbrief informieren die Gesellschaften Interessierte aus politischen Kreisen und die Öffentlichkeit und über Themen rund um das Urheberrecht.

Swisscopyright Website

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Revision des Urheberrechts: Die Arbeit der parlamentarischen Kommissionen hat begonnenRevision des Urheberrechts: Die Arbeit der parlamentarischen Kommissionen hat begonnen Am 22. November 2017 verabschiedete der Bundesrat (BR) seine Botschaft zur Revision des Urheberrechtsgesetzes und überwies sie zusammen mit dem Gesetzesentwurf (E-URG) an die beiden eidgenössischen Kammern. Der Entwurf beruht auf einem Kompromiss der AGUR 12 II von Anfang März 2017. Die parlamentarische Arbeit zu diesem Entwurf hat begonnen, und die SUISA wurde eingeladen, an der von den Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats organisierten Anhörung vom 12. April 2018 ihren Standpunkt darzulegen. Ausserdem hatte sie die Gelegenheit, sich vor den Kommissionen für Rechtsfragen des Nationalrats schriftlich und am 18. Mai 2018 auch mündlich zu äussern. Weiterlesen
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Peter Reber: «Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden»«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden» Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht. Weiterlesen
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Die Filmregisseurin Ursula Meier eilt von Erfolg zu Erfolg, sowohl in der Schweiz als auch international. Sie führt aus, weshalb es nötig ist, im Rahmen der Revision des Urheberrechtsgesetzes (URG) die Stellung der Filmemacher und Darsteller im Bereich Video-on-Demand (VoD) aufzuwerten. Text/Interview von Gastautor Jürg Ruchti, Direktor SSA

Video-on-Demand: An den Erfolgen von Video-on-Demand und Streaming werden audiovisuelle Künstler nicht ausreichend beteiligt

Die Filmregisseurin Ursula Meier ist Mitglied bei der SSA. Die SSA ist eine Schwestergesellschaft der SUISA und verwaltet die Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke. (Foto: Claude Dussez)

Ursula Meier, Sie sind Mitglied der Société Suisse des Auteurs (SSA) – weshalb?
In erster Linie deshalb, weil die SSA meine Urheberrechte effizient verwaltet. Sie bietet mir darüber hinaus weitere Dienstleistungen: Bei der SSA handelt es sich um eine Genossenschaft, die auf Gegenseitigkeit und Solidarität basiert und die Interessen von Personen verteidigt, die audiovisuelle Werke und Bühnenwerke schaffen.

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Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten

Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Gastbeitrag von David Johnson, SWISSPERFORM/SIG antenne romande

Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten

Für SUISA-Autoren wie Seven (im Bild), die gleichzeitig auch Interpreten sind und deren Darbietungen im Radio und TV gesendet werden, empfiehlt sich eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM. (Foto: Tabea Hüberli)

Sind Sie Musiker/in und wirken an Aufnahmen mit, die kommerziell genutzt oder in Musikvideos verwendet werden? Interpretieren Sie Ihre eigenen musikalischen Kompositionen oder solche anderer Komponisten im Radio oder im TV? Sind Sie ausführender Produzent bei Aufnahmen? Interpretieren Sie Musik, die in Filmen, Werbespots oder als Titelmelodien von Sendungen verwendet wird?

Dann besitzen Sie verwandte Schutzrechte und das Recht auf Vergütung für die Übertragung Ihrer Darbietungen. Um diese Lizenzgebühren zu erhalten, müssen Sie Mitglied bei SWISSPERFORM sein.

Die verwandten Schutzrechte

Man spricht von verwandten Schutzrechten, da diese in nächster Nachbarschaft zum Urheberrecht angesiedelt sind. Durch die verwandten Schutzrechte wird nicht das Werk selbst, sondern die Ausführung eines Werks geschützt.

Ein Interpret, ob Musiker, Sänger oder Dirigent, kann auch gleichzeitig Komponist, Texter und/oder Bearbeiter des Werks sein, das er interpretiert. Die Ausführung seines Werks ist deshalb unabhängig vom Werk, das er interpretiert, geschützt.

Finanziert der Interpret seine eigenen Aufnahmen, ist er auch wirtschaftlicher Produzent und verfügt somit über zwei unterschiedliche verwandte Schutzrechte, deren Inhaber für die Nutzungen von SWISSPERFORM in gesonderten Verteilungen entschädigt werden und den Abschluss einer zweiten Mitgliedschaft (Produzent) aufdrängen. Die Schutzfrist an der aufgezeichneten Darbietung beträgt 50 Jahre. Für die Berechnung des Ablaufs der Schutzfrist ist die Erstveröffentlichung ausschlaggebend, insofern die Aufnahme innert 50 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wird. Ist dies nicht der Fall, ist das Aufzeichnungsdatum für die Berechnung des Ablaufs der Schutzfrist massgebend.

SWISSPERFORM

Die Schweiz verfügt als weltweit einziges Land über eine Verwertungsgesellschaft, die alle Berechtigten im Bereich der verwandten Schutzrechte unter einem Dach vereint; neben den Interpreten und Produzenten aus Musik und Film sind auch die Sendeanstalten Berechtigte bei SWISSPERFORM. Ein Mitglied kann verschiedene Aktivitäten verfolgen und deshalb mehreren Kategorien von Anspruchsberechtigten angehören, so zum Beispiel ein Musiker, dessen selbst produzierte Aufnahmen von seiner Band gespielt und im Radio ausgestrahlt werden.

Die Aktivitäten von SWISSPERFORM sind denjenigen der SUISA ähnlich. Die Musiker und Produzenten treten ihre Rechte zur Verwaltung an die Gesellschaft ab. SWISSPERFORM kassiert dann die Lizenzgebühren auf Basis der gesetzlichen Tarife bei den Nutzern ein und zahlt sie den Anspruchsberechtigten gemäss dem Verteilreglement aus, das vom Institut für Geistiges Eigentum (Aufsichtsbehörde) bewilligt wurde.

SWISSPERFORM arbeitet bei der Erhebung der Lizenzgebühren mit der SUISA zusammen. Diese werden meist gemäss Gemeinsamen Tarifen erhoben, die für jede Nutzungsart festgelegt werden, wenn Nutzungen die Tätigkeitsbereiche von mehr als einer Gesellschaft betreffen und gleichzeitig Urheberrechte und verwandte Schutzrechte berühren.

Die SUISA kassiert für SWISSPERFORM unter anderem die Vergütungen der privaten Radio- und TV-Stationen sowie die Vergütung auf Leerträger und in Geräte integrierte Speichermedien ein.

Zehn Prozent der gesamten Tarifeinnahmen von SWISSPERFORM werden zur Unterstützung diverser rechtlich eigenständiger soziokultureller Institutionen eingesetzt. Mit einem Teil dieser Mittel wird die Schweizerische Interpretenstiftung SIS mitfinanziert, die unter anderem professionelle Musiker unterstützt, indem sie Mittel für Konzerte und Tourneen in der Schweiz und im Ausland zur Verfügung stellt.

Die Verteilung bei Radio- und TV-Nutzungen

Man unterscheidet bei den Phonointerpreten (Musiker, Sänger, Dirigenten usw.), deren Darbietungen im Radio und im TV ausgestrahlt werden, zwischen mehreren Verteilmodellen.

SWISSPERFORM verteilt die Lizenzgebühren aus der Nutzung von Handelstonträgern (auf dem Markt erhältlicher Tonaufnahmen) und aus im Radio/TV verwendeten Videoclips direkt weiter. Die Einnahmen werden proportional zur effektiven Nutzung der Aufnahmen verteilt. Die Hauptkriterien der Verteilung sind die Dauer der Sendung einer Aufnahme sowie der Wert der Rollen der Interpreten, die an der Sendung mitwirken.

Die folgenden Verteilungen werden von der Schweizerischen Interpretengenossenschaft SIG unter dem Mandat von SWISSPERFORM ausgeführt. Es handelt sich dabei um die Verteilung von Lizenzgebühren aus:

  • der direkten Nutzung von Darbietungen und aus der Nutzung von Nichthandelstonträgern (Tonaufnahmen, die nicht kommerziell erhältlich sind). Diese nicht automatische Verteilung funktioniert nach einem Deklarationssystem und berücksichtigt Übertragungen von Konzerten im Radio/TV, selbst produzierte Aufnahmen der Radio-/TV-Anstalten, musikalische Darbietungen in Hörspielen, Werbespots, Jingles, Signaltöne, Titelmelodien usw.;
  • der Nutzung von Musik in Filmen: Diese Verteilung funktioniert gleichzeitig nach einem Deklarationssystem und nach einem automatischen System (abhängig von der Sendung im TV) und berücksichtigt die Musik auf Tonspuren von Filmen (Score Music), die Musik aus kommerziellen Tonträgern auf Tonspuren von Filmen, die Musik aus nicht kommerziellen Tonträgern (Library Music) auf Tonspuren von Filmen, die Musik in TV-Spots sowie Jingles u.Ä.;
  • der Nutzung anderer audiovisueller Darbietungen. Diese Verteilung funktioniert nach einem Deklarationssystem und berücksichtigt unter anderem Übertragungen von Konzerten und künstlerische Darbietungen in TV-Shows.

Vorsicht: Wenn Sie Ihre Beteiligung an Tonaufnahmen oder die Übertragung Ihrer künstlerischen Darbietungen nicht bei SWISSPERFORM und der SIG deklarieren, um ihre Lizenzgebühren zu erhalten, verfallen die nicht eingeforderten Beträge nach einer Verjährungsfrist von fünf Jahren und werden neu verteilt.

So werden Sie Mitglied bei SWISSPERFORM

Die Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM ist gratis. Sie können den Mitgliedschaftsvertrag online bestellen:
www.swissperform.ch/de/service/bestellung-vertrag.html

Wie deklariere ich meine Beteiligung an kommerziell erhältlichen Aufnahmen?
www.swissperform.ch/uploads/media/Diskografie_D_2018.xlsx
www.swissperform.ch/uploads/media/Erlaeuterungen_zum_Diskografieformular_D_2018.pdf

Wie deklariere ich direkte Darbietungen, nicht kommerziell erhältliche Tonaufnahmen, die Nutzung von Musik in Filmen und die anderen audiovisuellen Ausführungen?
www.interpreten.ch/de/verteilung-ab-2017/info/

Ergänzende Informationen:
www.swissperform.ch, Website von SWISSPERFORM
www.interpreten.ch, Website der Schweizerischen Interpretengenossenschaft SIG

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Fremde Beats und eigene SongsFremde Beats und eigene Songs Die Melodie ist ein Ohrwurm, aber der Groove passt nicht. Seit Tagen fehlt der Rhythmus im Blut, während der geniale Text auf den Lippen liegt. Es gibt viele Gründe, weshalb man einen fremden Beat als Rohmaterial für den eigenen Song zu Hilfe nimmt. Mit diesen rechtlichen Hinweisen und praktischen Tipps zum Umgang mit eingekauften Beats bleibt man auch formell im Takt. Weiterlesen
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Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten

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SUISA-Vorstand blickt der Zukunft entgegen

Auf Initiative des Tessiner Vorstandmitglieds Zeno Gabaglio tagte der Vorstand der SUISA diesen Herbst in Lugano. Die Traktandenlisten für die Sitzungen vom 3. und 4. Oktober 2017 waren umfangreich. Eine Auswahl der besprochenen Themen findet sich im Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller.

SUISA-Vorstand blickt der Zukunft entgegen

Der amtierende Vorstand der SUISA in einer Aufnahme vom Frühling 2017. (Foto: Marc Latzel)

Ein wichtiger Traktandenpunkt war die Genehmigung der Unternehmensstrategie. Mit dieser Strategie blickt die Unternehmensleitung der Zukunft entgegen und definiert, welche Ziele sie in einer bestimmten Periode erreichen will. Die SUISA-Strategie umfasst jeweils vier Jahre, aktuell 2016 – 2020. Aufgrund der Geschäftsereignisse und –pläne wird sie einmal jährlich überarbeitet. Sie ist in vier Schwerpunkte gegliedert:

  • Kosten & Wachstum (Kundenbeziehungen pflegen, Mitgliedererlöse maximieren, Mitarbeitende fördern und fordern)
  • Vertrauen (Mitglieder sind «Shareholder»)
  • Urheberrecht weiterentwickeln
  • Geschäft auf neue Bedürfnisse ausrichten (Online und Offline)

Für jeden Schwerpunktbereich werden Fakten festgehalten und anschliessend die Massnahmen aufgeführt, mit denen die strategischen Ziele erreicht werden sollen. Am Beispiel «Mitglieder sind unsere Shareholder» bedeutet das: Dienstleistungen überdenken und diversifizieren, Dokumentation und Werkanmeldung standardisieren, Transparenz und Kommunikation pflegen, Wahrnehmung der Rechte der Mitglieder im In- und Ausland garantieren, Qualität durch Automatisierung und Prozessoptimierung sichern.

Vermehrte Konkurrenz im Lizenzgeschäft erfordert Massnahmen

Beim Schwerpunkt «Geschäft auf neue Bedürfnisse ausrichten» wurde neu das Offline-Geschäft hinzugefügt. Im Laufe der letzten Jahre ist auf dem Markt für Musiklizenzen Konkurrenz entstanden und es sind neue Anbieter aufgetaucht. Diese Anbieter sind keine Genossenschaften und gehören nicht Urhebern, wie das bei den meisten Verwertungsgesellschaften in Europa der Fall ist. Es sind gewinnorientierte Privatunternehmen.

Neue Entwicklungen gibt es beim «Direct Licensing» bei Grosskonzerten sowie beim Inkasso für Musik zur Berieselung. Es gilt, sich mit den neuen Lizenzierungsangeboten auseinanderzusetzen, die eigenen Angebote (Tarife) konkurrenzfähig zu gestalten, Zusammenarbeiten zu suchen und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu fördern.

Auf der Basis der genehmigten Strategie erarbeitet die Geschäftsleitung nun die Roadmap. Sie dient dazu, die Massnahmen in einzelne, konkrete Schritte aufzuteilen, versehen mit Termin und Verantwortung.

Verteilung: 8126 Mitglieder haben 11 093 520 Franken erhalten

Die SUISA rechnet die meisten Tarife mittlerweile vierteljährlich ab. Im September wurden Einnahmen für Aufführungen (Tarife D, K; 1. Quartal 2017), Sendungen SRG (Tarif A; 1. Quartal 2017), Werbefenster (2015) und Vervielfältigungen (Tarife PA, PI, PN, VI, VN; 1. Quartal 2017) verteilt.

Die Vergütungen wurden an SUISA-Mitglieder (Fr. 5 729 852.–) und Schwestergesellschaften (Fr. 5 363 669.–) ausgezahlt. Zurückgestellt wurden 1 229 425 Franken wegen fehlender Angaben, mangelnder Dokumentation, etc. Die zurückgestellten Gelder werden in Nachverrechnungen vergütet, sobald die notwendigen Daten für die korrekte Abrechnung komplettiert worden sind.

ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform arbeiten zusammen

1993 schlossen die fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften den ersten schriftlichen Zusammenarbeitsvertrag ab. Grund war damals die Ausdehnung des Urheberrechtsgesetzes auf die verwandten Schutzrechte. Vorher hatten sie sich informell ausgetauscht und gemeinsame Tarifverhandlungen koordiniert.

Im Koordinationsausschuss (KOAU) der Gesellschaften ist der Vertrag kürzlich überarbeitet worden. Er soll die heutige Situation abbilden und die Zusammenarbeit auch in schwierigen Punkten vereinfachen. Neu geregelt wurden das Prozedere der Beschlussfassung sowie die Inkasso-Grundsätze im Auftrag der anderen Gesellschaften. Der Vorstand der SUISA hat dem revidierten Zusammenarbeitsvertrag zugestimmt.

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Die SUISA, eine attraktive ArbeitgeberinDie SUISA, eine attraktive Arbeitgeberin Am Tag vor der Generalversammlung 2017 haben sowohl die Kommissionen für Tarife und Verteilung sowie Organisation und Kommunikation als auch der Gesamtvorstand der SUISA Sitzungen abgehalten. Gesprächsthemen waren neben anderen die Berichte der Revisionsstelle, ein neues Personalstatut für die Mitarbeitenden der SUISA und eine Resolution für einen starken Service public. Weiterlesen
Die über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführtDie über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt Am Freitag, 23. Juni 2017, findet in Zürich die Generalversammlung unserer Genossenschaft statt. An der Generalversammlung haben die Mitglieder die Möglichkeit, über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Neben der erfreulichen Jahresrechnung 2016 der SUISA wird auch über das zusammen mit SESAC gegründete Joint Venture Mint Digital Services, die Entwicklungen bei der Revision des Urheberrechts und die Debatte um den Service public berichtet. Weiterlesen
«Die SUISA in Lugano ist ein Bezugspunkt für die Musikszene in der italienischen Schweiz»«Die SUISA in Lugano ist ein Bezugspunkt für die Musikszene in der italienischen Schweiz» Mit Niederlassungen in Zürich, Lausanne und Lugano ist die SUISA in drei Sprachregionen der Schweiz vertreten. In Lugano kümmern sich vier Mitarbeitende um die italienischsprachigen Mitglieder und Kunden im Tessin. Der neue Leiter der Tessiner Niederlassung, Stefano Keller, ist mittlerweile seit 100 Tagen im Amt. Im Interview schildert er unter anderem, weshalb in der Geschäftsstelle Lugano Allround-Talent gefragt ist, wie die SUISA zur Förderung des Kulturschaffens im Tessin beiträgt und welche Ziele er als Leiter der Tessiner Zweigstelle verfolgt. Weiterlesen
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Auf Initiative des Tessiner Vorstandmitglieds Zeno Gabaglio tagte der Vorstand der SUISA diesen Herbst in Lugano. Die Traktandenlisten für die Sitzungen vom 3. und 4. Oktober 2017 waren umfangreich. Eine Auswahl der besprochenen Themen findet sich im Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller.

SUISA-Vorstand blickt der Zukunft entgegen

Der amtierende Vorstand der SUISA in einer Aufnahme vom Frühling 2017. (Foto: Marc Latzel)

Ein wichtiger Traktandenpunkt war die Genehmigung der Unternehmensstrategie. Mit dieser Strategie blickt die Unternehmensleitung der Zukunft entgegen und definiert, welche Ziele sie in einer bestimmten Periode erreichen will. Die SUISA-Strategie umfasst jeweils vier Jahre, aktuell 2016 – 2020. Aufgrund der Geschäftsereignisse und –pläne wird sie einmal jährlich überarbeitet. Sie ist in vier Schwerpunkte gegliedert:

  • Kosten & Wachstum (Kundenbeziehungen pflegen, Mitgliedererlöse maximieren, Mitarbeitende fördern und fordern)
  • Vertrauen (Mitglieder sind «Shareholder»)
  • Urheberrecht weiterentwickeln
  • Geschäft auf neue Bedürfnisse ausrichten (Online und Offline)

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Mint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten Fragen

Die SUISA hat zusammen mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC das Joint Venture Mint Digital Services gegründet. Das Unternehmen übernimmt die Abrechnung und Administration des Online-Lizenzierungsgeschäfts von SESAC und SUISA und bietet seine Dienstleistungen auch Verlagen und Verwertungsgesellschaften an. Mit Warner/Chappel Music bezieht bereits ein Major-Verlag Dienstleistungen von Mint Digital Services. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten. Text von Fabian Niggemeier, Martin Korrodi, Sebastian Spring und Erika Weibel

Mint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten Fragen

Mit Mint Digital Services erschliesst die SUISA dank ihrer leistungsfähigen IT-Infrastruktur neue Geschäftsfelder. (Grafik: Hej – Büro für Strategie und Gestaltung in Kultur und Wirtschaft, Zürich)

Was ist Mint Digital Services?
Mint Digital Services ist ein Gemeinschaftsunternehmen der US-amerikanischen Musikrechte-Organisation SESAC und der SUISA. Das Unternehmen erbringt Dienstleistungen im Bereich der Administration von multinationalen Musiklizenzen im Internet. Dies beinhaltet im Wesentlichen das Verarbeiten von Nutzungsreports der Online-Plattformen, die Identifikation des vertretenen Repertoires und das Erstellen von Rechnungen.

Mint Digital Services ermöglicht der SUISA und SESAC zum einen, die Online-Lizenzierung ihres eigenen Repertoires effizienter abzuwickeln. Zudem kann das Joint Venture seine Dienstleistungen auch grossen Musikverlagen und in Zukunft gegebenenfalls auch anderen Verwertungsgesellschaften anbieten.

Wieso haben die SUISA und SESAC Mint Digital Services gegründet?
Hierfür gibt es drei Hauptgründe:

  1. Mit Mint Digital Services erschliesst die SUISA dank ihrer leistungsfähigen IT-Infrastruktur neue Geschäftsfelder.
  2. Dank des Joint Ventures kann die SUISA ihre Informatik-Infrastruktur besser auslasten. Bislang betrieb die SUISA den grossen Aufwand bei der Lizenzierung und Verteilung im Online-Bereich lediglich für ihr eigenes Repertoire. Mint Digital Services kann mit einem geringen Mehraufwand auch die Administration und Abrechnung für die Repertoires von SESAC sowie weiterer Verlage und in Zukunft vielleicht sogar von Verwertungsgesellschaften übernehmen.
  3. Mit dem Joint Venture rüstet sich die SUISA für die Zukunft. In den kommenden Jahren werden die Monopole der Verwertungsgesellschaften herausgefordert. Der Grundsatz, dass immer nur eine Gesellschaft zur Lizenzierung des Weltrepertoires in einem Land zuständig ist, wird zunehmend aufgeweicht. Bereits heute ist auch ausserhalb des Online-Geschäfts der Trend zur Direktlizenzierung – also der länderübergreifenden Lizenzierung jedoch nur des eigenen Repertoires – zu beobachten.

Müssen sich die Mitglieder für die Onlinenutzung ihrer Werke an Mint wenden?
Nein. Für SUISA-Mitglieder ändert sich nichts. Ansprechpartner ist immer noch die SUISA, die auch weiterhin die Abrechnungen an die Mitglieder verschickt. Mint Digital Services erbringt lediglich Dienstleistungen für die SUISA.

Der Aufbau einer neuen Firma kostet Geld. Erhalten Mitglieder jetzt weniger Urheberrechtseinnahmen aufgrund höherer SUISA-Abzüge?
Nein. Der Grossteil der nötigen Investitionen hat die SUISA bereits in den letzten Jahren getätigt, indem sie ihre IT kontinuierlich verbessert hat – unabhängig vom Joint Venture. Die Kosten für den Aufbau der neuen Firma sind verhältnismässig gering. Der Businessplan sieht vor, dass die Investitionen in wenigen Jahren amortisiert sind.

Erhalten die Mitglieder dank dem Zusammenschluss mit der US-amerikanischen Firma SESAC rascher und mehr Geld für Nutzungen in den USA?
Die Zusammenarbeit mit SESAC hat keinen Einfluss auf die Vergütungen aus den USA. Das Joint Venture bezieht sich ausschliesslich auf Online-Nutzungen ausserhalb der USA. Die SUISA ist aber bemüht, die Vergütungen aus den USA sowie auch aus anderen Ländern zu verbessern. Allerdings muss hier gesagt werden, dass wir nur in beschränktem Masse Einfluss nehmen können auf die Arbeit unserer Schwestergesellschaften im Ausland.

Warner ist jetzt Kunde von Mint. Heisst das, dass ab sofort der Fokus auf den Majors liegt und die Bedürfnisse der SUISA-Mitglieder in den Hintergrund rückt?
Nein. Warner ist ein Kunde von Mint Digital Services und nicht der SUISA. Zudem ist es das Ziel der SUISA, immer so kundenorientiert wie möglich zu arbeiten, egal ob Major, Independent oder Urheber.

Läuft auch die Lizenzierung des Online-Repertoires über Mint Digital Services?
Nein. Das Joint Venture erbringt lediglich Dienstleistungen für die Administration und Abrechnung. Für die Lizenzierung der Repertoires von SESAC und der SUISA werden die beiden Unternehmen in den kommenden Wochen zwei Firmen gründen: Mint SESAC Licensing, eine Tochtergesellschaft von SESAC, und Mint SUISA Licensing, eine Tochtergesellschaft der SUISA. Diese beiden Firmen lizenzieren im Online-Bereich getrennt ihre eigenen Rechte sowie die Aufführungsrechte der meisten anglo-amerikanischen Gesellschaften.

Kann die SUISA jetzt bessere Verträge mit Onlineplattformen aushandeln?
Es ist möglich, dass mit einigen Onlineplattformen bessere Verträge ausgehandelt werden können. Die Plattformen können selber entscheiden, ob sie einzeln mit den beiden Lizenzierungseinheiten der SUISA und von SESAC verhandeln wollen oder mit beiden Unternehmen gleichzeitig. Im letzteren Fall würde dies natürlich bedeuten, dass Mint SUISA Licensing vom grösseren Repertoire von SESAC und dadurch von besseren Konditionen profitieren würde.

Die SUISA resp. Mint SUISA Licensing verhandelt regelmässig die Verträge mit Onlineplattformen neu. Das Ziel ist es , bessere Konditionen für die Urheber und Verleger auszuhandeln.

Medienmitteilung: «SUISA und SESAC starten Mint und gewinnen Warner/Chappell Music als ersten Kunden»
Weitere Informationen zu Mint finden Sie auf der Website des Joint Ventures: www.mintservices.com

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Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

8/12 für Urheber, 4/12 für Verleger: Die SUISA passt ihren Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht wieder an den in Europa gebräuchlichen Standard an. (Bild: Manu leuenberger)

Die meisten europäischen Schwestergesellschaften der SUISA wenden bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht den sogenannten «CISAC-Schlüssel» an. Die CISAC ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Die Anteile im vom Dachverband empfohlenen Verteilungsschlüssel bei Aufführungen und Sendungen betragen 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger.

Verteilungsschlüssel der SUISA

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wich in diesem Punkt bislang vom international etablierten CISAC-Standard ab. Bisher waren im Verteilungsreglement der SUISA bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderechte Anteile von 65% für Urheber und maximal 35% für Verleger festgehalten. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern wird der Komponist mit 60% und der Verleger mit 40% beteiligt.

Bei subverlegten Werken stehen dem Urheber gemäss Verteilungsreglement für Aufführungen und Sendungen 50% und dem Verleger und Subverleger zusammen die restlichen 50% zu. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern erhalten der Urheber 40% und der Verleger und Subverleger zusammen 60%. Wobei zu erwähnen ist, dass die SUISA bei subverlegten Werken grundsätzlich die vertraglich vereinbarte Aufteilung zwischen Verleger und Subverleger übernimmt. Nur wenn diese fehlen, werden die reglementarischen Schlüssel berücksichtigt.

Anpassung an den europäischen Standard von CISAC

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wird nun bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht an den europäischen Standard angepasst. Die Schlüssel betreffend Herstellung von Ton- und Tonbildträgern (mechanisches Recht) bleiben im Verteilungsreglement unverändert. Genau genommen ist die Anwendung des CISAC-Schlüssels von 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger keine Neuerung sondern eine Wiedereinführung.

Der europaweit gebräuchliche Schlüssel entspricht eigentlich den Bruchzahlen 8/12 (Anteil Urheber) respektive 4/12 (Anteil Verleger). Als die SUISA 1962 mit Informatiksystemen zu arbeiten begann, wollte man Dezimalstellen hinter dem Komma vermeiden. Deshalb änderte die SUISA den Schlüssel und rundete die Zahlen auf 65% respektive 35%. Die meisten anderen europäischen Gesellschaften behielten die Bruchwerte von 66,67% und 33,33% bei.

Auswirkungen der geänderten Verteilungsregeln

Dank der Anpassung des Verteilungsschlüssels erhalten die Urheber von der SUISA die Anteile vergütet, die im europäischen Raum als Standard gelten. Damit einhergehend wird für die Verleger der Anteil zwar um 1,67% geschmälert. Jedoch profitieren sowohl Verleger als auch Urheber von positiven Auswirkungen, die ihnen durch die Änderung zugut kommen.

Denn neben der Harmonisierung mit den anderen europäischen Gesellschaften ergeben sich bei der (Wieder-)Einführung des CISAC-Schlüssels für originalverlegte Werke weitere bedeutende Vorteile:

  • Bedeutende Effizienzsteigerung bei der Werkregistrierung: Die Verarbeitung der SUISA-Werke mit internationaler Beteiligung wird einfacher. Mühsame Umrechnungen bei Gemeinschaftsproduktionen mit ausländischen Urhebern entfallen.
  • Wesentliche Vereinfachung der Verarbeitung von Abrechnungen der Schwestergesellschaften: Die übereinstimmenden Verteilungsschlüssel erleichtern die Verarbeitung der Abrechnungen von ausländischen Schwestergesellschaften wesentlich.

Gültigkeit der Änderung im Verteilungsreglement

Sowohl der Vorstand der SUISA als auch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) haben dieser Änderung zugestimmt. Die neuen Verteilungsschlüssel werden ohne Rückwirkung per 1. Januar 2017 in Kraft treten. Das heisst, dass ab 1. Januar 2017 alle neu angemeldeten Werke mit dem neuen Verteilungsschlüssel registriert werden. Bei früher angemeldeten Werken bleibt der aktuelle Verteilungsschlüssel gültig. Diese Werke werden nicht umregistriert.

Der Entscheid des IGE vom 28. Juli 2016 ist publiziert unter: www.suisa.ch/shab

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Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

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