Tagarchiv: Plagiat

Personeller Wechsel im Musikdienst der SUISA

Ende September 2018 ist Ernst Meier, Leiter des Musikdienstes, nach 33 Jahren im Dienste der Urheber und Verleger in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger heisst Andres Pfister. Text von Irène Philipp Ziebold

Personeller Wechsel im Musikdienst der SUISA

Ernst Meier im September 2018 in seinem Büro in der SUISA-Niederlassung an der Zürcher Bellariastrasse. Der langjährige Leiter des Musikdienstes geniesst nun den Ruhestand. (Foto: Sibylle Roth)

Als Musikologe bewarb sich Ernst Meier 1985 um eine Assistenzstelle beim damaligen Schweizerischen Musik-Archiv der SUISA, dem heutigen «Musikdienst». Seine Leidenschaft für die Musik entfachte schon früh: Bereits im 14. Lebensjahr begann er mit dem Orgelspiel. Indem er an der Universität Zürich Musikwissenschaft studierte, machte er seine Leidenschaft in der Folge zum Beruf.

Als Leiter des Musikdienstes beantwortete Ernst Meier vielfältige Fachfragen, die besonderer musikwissenschaftlicher Kenntnisse bedurften. So untersuchte er zum Beispiel Fälle, bei denen Verdacht auf Plagiate bestand, oder prüfte Anmeldungen von Bearbeitungen nicht mehr geschützter Werke daraufhin, ob ein urheberrechtlich geschütztes Werk zweiter Hand vorliegt.

Mitte 2011 wurde die Gruppe «Programmdienst» in den Musikdienst integriert. Mit seinen sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgte Ernst Meier dafür, dass die geschützten Werke auf den Aufführungsprogrammlisten korrekt gekennzeichnet wurden. Dabei wurden sie von Ernst Meier insbesondere bei Konzertprogrammen von zeitgenössischer und klassischer Musik unterstützt. Diese Angaben liefern die Basis für die exakte Rechnungsstellung an die Veranstalter und die korrekte Verteilung der Urheberrechtsentschädigungen gemäss Programm.

Die SUISA hat seit der Gründung von RISM Schweiz («Répertoire International des Sources Musicales») als Verein einen Sitz im Vorstand dieser Organisation. Ernst Meier hat als Musikwissenschafter die SUISA dort vertreten und hatte dadurch einen wertvollen Kontakt zu seinem Studiengebiet behalten können. Daneben engagierte er sich auch bei der Schweizerischen Vereinigung der Musiksammlungen (IAML).

Nach 33 Jahren im Dienste der Urheber und Verleger ist Ernst Meier Ende September 2018 in den Ruhestand gegangen. Mit seiner Liebe zur Musik und seinem enormen Wissen und Gespür bei allen musikalischen Belangen hat er den Musikdienst der SUISA über lange Zeit hin geprägt. Die Geschäftsleitung dankt Ernst Meier herzlich für seine wertvolle Arbeit für die SUISA und wünscht ihm das Beste für seine Zukunft.

Musikdienst der SUISA ab Herbst 2018
Andres Pfister, 31-jährig, arbeitet seit dem 1. September 2018 als Nachfolger von Ernst Meier als Musikologe für die SUISA. Er lebt in Bern und hat an der Universität Bern Musikwissenschaft und Sozialanthropologie studiert. Das Studium hat er im Sommer 2018 mit dem Masterdiplom erfolgreich abgeschlossen. Bereits während des Studiums ist Andres Pfister verschiedenen Arbeitstätigkeiten nachgegangen. So hat er unter anderem als Hilfsassistent am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern gewirkt oder war beim Amt für Kultur der Erziehungsdirektion des Kantons Bern tätig. Mitunter führte er auch als Radiomoderator durch die Klassiksendung «Ostinato» auf RaBe (Radio Bern) und war für die redaktionelle Leitung der Sendung zuständig. Beim Radio ist er weiterhin noch sporadisch tätig.
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Ende September 2018 ist Ernst Meier, Leiter des Musikdienstes, nach 33 Jahren im Dienste der Urheber und Verleger in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger heisst Andres Pfister. Text von Irène Philipp Ziebold

Personeller Wechsel im Musikdienst der SUISA

Ernst Meier im September 2018 in seinem Büro in der SUISA-Niederlassung an der Zürcher Bellariastrasse. Der langjährige Leiter des Musikdienstes geniesst nun den Ruhestand. (Foto: Sibylle Roth)

Als Musikologe bewarb sich Ernst Meier 1985 um eine Assistenzstelle beim damaligen Schweizerischen Musik-Archiv der SUISA, dem heutigen «Musikdienst». Seine Leidenschaft für die Musik entfachte schon früh: Bereits im 14. Lebensjahr begann er mit dem Orgelspiel. Indem er an der Universität Zürich Musikwissenschaft studierte, machte er seine Leidenschaft in der Folge zum Beruf.

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Plagiatsvorwurf – und was macht die SUISA?

In diesen Tagen haben verschiedene Medien über Plagiatsvorwürfen gegen einen Schweizer Künstler berichtet. Das Thema ist nicht neu, und doch scheint immer wieder Unklarheit zu herrschen: Wer klagt an? Was geschieht mit einem Künstler, der bei einem anderen abkupfert? Wieviel muss er zahlen? Und welche Rolle hat eigentlich die SUISA?

Plagiate-Werkanmeldung

(Foto: Giorgio Tebaldi/Manu Leuenberger)

Grundsätzlich gilt, dass zwischen den betroffenen Urhebern geklärt werden muss, ob ein Künstler einen Song von einem anderen Künstler abgeschrieben hat. Im besten Fall einigen sich die Künstler untereinander und die Sache ist erledigt. Einigt man sich nicht, kann der Urheber des vermeintlichen Originals gegen den anderen Künstler klagen.

Strafverfahren oder Zivilverfahren

Urheberrechtsverletzungen sind Antragsdelikte. Das bedeutet, dass jemand der Staatsanwaltschaft mitteilen muss, dass ein Plagiat vorliegt. Im Anschluss nimmt der Staatsanwalt Ermittlungen auf. Falls der Vorwurf gerechtfertigt scheint, erlässt er einen Strafbefehl oder erhebt Anklage vor Gericht. Der plagiierende Urheber wird dafür bestraft sich die Urheberschaft angemasst zu haben. Damit ist dem Originalurheber aber nur beschränkt gedient. Zum einen wurde nur festgestellt, wer nicht Urheber ist. Der Originalurheber kann daraus aber nicht ableiten, selber Komponist zu sein. Zum anderen wurden je nach dem mit dem Plagiat Einnahmen erzielt und diese flossen an den falschen Urheber.

Für beide Punkte muss der Originalurheber ein Zivilverfahren starten. Er muss verlangen, dass gerichtlich festgestellt wird, dass er der eigentliche Urheber sei und ihm der entgangene Gewinn plus Schadenersatz ausbezahlt werde.

Ein Richter muss selber weder Musiker noch Komponist sein. Aus diesem Grund dürfte in den meisten Fällen ein Musikwissenschaftler mit einem Gutachten beauftragt werden. Dieser analysiert, ob es sich beim strittigen Werk tatsächlich um ein Plagiat oder eine Bearbeitung handelt. Auf ein solches Gutachten stützt sich das Gericht dann bei der Entscheidung.

Werke sind durch die SUISA nicht geschützt

Wichtig ist festzuhalten, dass die SUISA keine Werke schützt. Das ist auch nicht notwendig. Laut Urheberrechtsgesetz ist ein Werk vom Zeitpunkt seiner Entstehung an automatisch geschützt. Hierfür ist also keine Registrierung notwendig. Es kann allerdings im Streit um die Urheberschaft schwierig sein zu beweisen, wann und von wem das Werk geschaffen wurde. Um den Beweis zu erleichtern gibt es zwei Massnahmen:

  • Ist man SUISA-Mitglied, dann kann man sein Werk bei der SUISA anmelden. Das Datum der Anmeldung gilt als Indiz, dass das Werk zu diesem Zeitpunkt bestanden hat.
  • Es würde aber auch ausreichen, wenn man sich eine Aufnahme des Werkes auf einem Tonträger oder die Noten mit der Post als Einschrieben selber zuschickt. Natürlich sollte man dann das Paket oder den Umschlag auf keinen Fall öffnen.

Auszahlung sperren bei unklaren Verhältnissen

Kommt es zu einem Streitfall, so kann der Urheber, der für sich beansprucht das Original geschrieben zu haben bei der SUISA bewirken, dass die Auszahlung für das Werk gesperrt wird. Dabei setzt die SUISA bei einem Streitfall den Beteiligten eine Frist, um eine Einigung zu finden oder ihre Rechte vor Gericht geltend zu machen. Generell beträgt diese Frist sechs Monate, kann aber einmal um weitere sechs Monate verlängert werden. Wird innert dieser Frist keine Klage eingereicht und keine Einigung erzielt, verteilt die SUISA die Entschädigungen gemäss dem Verteilungsstand vor der Sperrung.. Unter besonderen Umständen kann die SUISA auch umstrittene Anteile gerichtlich hinterlegen.

Gutachten des SUISA-Musikdienstes

Die SUISA verfügt zudem über einen Musikdienst. Dieser untersucht unter anderem Fälle, bei denen Verdacht auf Urheberrechtsverletzung besteht. In diesem Rahmen kann er zu Händen der streitenden Parteien – wenn gewünscht – ein Gutachten abgeben. Dieses hat aber keinen rechtlichen Charakter sondern gilt lediglich als Einschätzung.

Die SUISA ist also bei Plagiatsfällen nur dann involviert, wenn es um die Verteilung von Vergütungen geht, die bereits auf Werke eingenommen wurden oder wenn von den streitenden Parteien eine Einschätzung gewünscht ist. Bei Rechtsstreitigkeiten hingegen ist die SUISA nicht involviert. Diese werden zwischen den Urhebern selber ausgetragen.

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Plagiate-Werkanmeldung

(Foto: Giorgio Tebaldi/Manu Leuenberger)

Grundsätzlich gilt, dass zwischen den betroffenen Urhebern geklärt werden muss, ob ein Künstler einen Song von einem anderen Künstler abgeschrieben hat. Im besten Fall einigen sich die Künstler untereinander und die Sache ist erledigt. Einigt man sich nicht, kann der Urheber des vermeintlichen Originals gegen den anderen Künstler klagen.

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