Tagarchiv: Online-Video

«Es wäre schön, wenn durch diese Krise eine Art Sensibilisierung stattfinden würde»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Zürcher Musikerin und Songwriterin Anna Känzig, wie es sich anfühlt, wenn eine Konzertabsage nach der anderen reinflattert und wieso sie trotzdem den Mut nicht verloren hat. Für «Music for Tomorrow» performte sie exklusiv ihren Song «House of Cards», welcher die momentanen Umstände schön umschreiben. Text von Nina Müller; Video von Anna Känzig, ergänzt von Nina Müller

Bereits in jungen Jahren war Anna Känzig (35) schon sehr musikalisch. Im Alter von fünf Jahren lernte sie, Gitarre zu spielen. Später folgten der Bass und das Klavier und auch ihre schulische Ausbildung fand im musikalischen Bereich statt. An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) machte sie ihren Bachelor in der Jazz-Abteilung und seit 2009 ist Känzig aus der Schweizer Musikszene nicht mehr weg zu denken. Mit ihrer klaren Stimme begeisterte die Zürcherin bereits Zuschauer am Montreux Jazz Festival, Gurten Festival, Energy Air und am Finale des Elite Model Look 2016.

Seit 2014 ist sie bei Sony Music Switzerland unter Vertrag und hat bereits drei Alben produziert, ersteres noch beim Label Nation Music. Das Album «Sound and Fury», auf dem auch auf «House of Cards» drauf ist, hat sie zusammen mit dem Musikproduzenten Georg Schlunegger von Hitmill produziert, und Lars Norgren, der auch mit der schwedischen Popmusikerin Tove Lo zusammenarbeitet, hat das Album gemischt.

2016 war ihr Song «Lion’s Heart» die Hymne der Spendenaktion «Jeder Rappen zählt». Anna Känzig ist die erste Frau, die den offiziellen Song für die Spendenaktion von SRF und der Glückskette beisteuerte.

«House of Cards»

Für «Music for Tomorrow» hat Anna Känzig den Song «House of Cards» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «Der Song beschreibt die momentane Situation eigentlich sehr schön. Es geht darum, dass sich Situationen von einem Tag auf den anderen ändern können und trotz minutiöser Planung plötzlich alles anders sein kann. Der Song ist vor ein paar Jahren entstanden und ist seither fester Bestandteil meines Live Programms.

Anna Känzig, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Ich versuche, die entstandene Zwangspause so kreativ wie möglich zu nutzen. Zu Beginn der Corona-Krise fiel mir das extrem schwer, da mich die ganze Situation lähmte. Täglich flatterten neue Konzertabsagen rein, und der geplante Single-Release schien auch plötzlich nicht mehr so viel Sinn zu machen. Irgendwann konnte ich mich dann von dieser Lethargie befreien und fand den kreativen Flow wieder. Ich kramte viele bis anhin brach gelegene Song-Ideen hervor und verschanzte mich damit in meinen Bandraum. Mittlerweile sind viele neue Songs entstanden, im besten Fall Material für ein neues Album!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Durch die Krise musste ich mich plötzlich wieder viel intensiver mit mir und meinem Schaffen auseinandersetzen. Die kollektive Abschottung löste in mir einen kreativen Schub aus. Da keine Live-Konzerte mehr gespielt werden durften, brach der persönliche Kontakt zum Publikum abrupt ab. Viele Konzerte wurden ins Internet verlagert, was mir persönlich jedoch nicht wirklich zugesagt hat. Ich verstehe, dass alternative Formen gefunden werden müssen, doch gerade bei Streaming-Konzerten geht für mich ein wesentlicher Teil des Kulturgenusses verloren. Mittlerweile sind kleinere Konzerte wieder erlaubt, und ich merke mehr als je zuvor, dass dieser Energieaustausch zwischen Musiker und Publikum einfach nicht zu ersetzen ist.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Ganz klassisch: Alben und Songs kaufen hilft immer. Das muss natürlich nicht immer bei großen Plattformen passieren. Am meisten hilft es uns, wenn die Musik direkt bei uns gekauft wird, via Webshop, oder persönlicher Anfrage. Streaming geht auch, aber hier sind die Einnahmen pro Stream halt sehr niedrig. Die sozialen Medien spielen sicher auch eine Rolle, wenn es darum geht, den Künstler zu unterstützen. Ein Like ist keine Bezahlung, aber die Aufmerksamkeit und das Teilen von Beiträgen in den sozialen Medien hilft uns, unsere Reichweite zu vergrössern und im besten Fall neue Fans zu gewinnen.

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Streaming hilft zu einem kleinen Teil sicher. Viel besser wäre es jedoch, wenn die Leute die Musik auf Plattformen konsumieren würden, wo sie die einzelnen Tracks kaufen können. Es wäre schön, wenn durch diese Krise eine Art Sensibilisierung stattfinden würde und die Leute wieder mehr bereit sind, für den Kulturkonsum zu bezahlen.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe, das Manko an kulturellen Erfahrungen und Erlebnissen, das durch die Corona-Krise ausgelöst wurde, bei den Leuten neuen Hunger nach Live-Begegnungen erzeugen wird und somit so etwas wie ein Konzertbesuch wieder viel mehr wertgeschätzt wird.

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Ich freue mich, meine Fans schon bald wieder bei einem Live-Konzert begrüssen zu dürfen!

www.annakaenzig.com

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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  1. Guten Tag Nina,
    danke für deinen Beitrag! Ein sehr wichtiges Thema was du da ansprichst. Es war und ist auch immer noch für uns alle eine schwere und ungewohnte Zeit.

    Liebe Grüße
    Christoph

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«Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an»

Während der Corona-Krise bietet die SUISA einigen Mitgliedern im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» eine Plattform, auf der sie über ihr Schaffen und ihre Herausforderungen in dieser Zeit berichten. Dieses Mal erzählt die Walliser Musikerin und Songwriterin Tanya Barany, warum sie hofft, dass die Menschen in dieser Krise ihr Bewusstsein für Dinge wie Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität oder Reflexion geschärft haben und performt exklusiv ihren Song «Cotton Clouds». Text von Giorgio Tebaldi; Video von Tanya Barany, ergänzt von Nina Müller

«Dunkel wie mein britischer Humor, aber mit einem Hauch frischer Bergluft», so beschreibt Tanya Barany ihren «Dark Pop». Geboren und aufgewachsen im Oberwallis, hat Tanja Zimmermann, wie sie bürgerlich heisst, schon früh zur Musik gefunden: «Ich singe, tanze und performe schon mein Leben lang. Die Bühnen sind einfach mit der Zeit etwas grösser geworden», sagt sie im schriftlichen Interview. «Was zu Beginn mein Bett war, ist zu einer Open-Air-Gampel-Bühne mutiert.» Ihre musikalische Karriere begann mit ihrem ersten Solo-Auftritt mit Gitarre an einer Kinderhitparade im Alter von 11 Jahren. Mit 14 gründete sie das Girl-Power-Trio Labyrinthzero, mit dem sie ihre erste EP mit Eigenkompositionen herausbrachte und über 150 Konzerte im In- und Ausland spielte.

Das musikalische Zuhause gefunden

Massgebend für ihre musikalische Karriere war die Begegnung mit Jonas Ruppen, der als Keyboarder in ihrer Band spielt und die Videos erstellt: «Er hat mir die Welt von Radiohead, James Blake usw. gezeigt – und plötzlich hatte ich mein musikalisches Zuhause gefunden!» Die beiden spielen seit nunmehr zehn Jahren zusammen Musik und und arbeiten gemeinsam am Gesamtkonzept von «Tanya Barany» – Tanya als Songwriterin und Jonas als Videoproduzent.

Ihre musikalische Ausbildung begann sie 2014 mit dem Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie von tollen Dozentinnen und Dozenten habe profitieren können. «Gleichzeitig erlernte ich auch den Umgang mit dem Aufnahmeprogramm LogicX, was mein Songwriting in eine ganz andere Richtung lenkte – mein ‹Dark Pop› erblickte das Licht der Welt!»

Das Debütalbum «Lights Disappear»

2019 erschien Tanya Baranys Debütalbum «Lights Disappear». Es folgten mehrere Auftritte auf Bühnen im In- und Ausland, z. B. Gampel Openair, Zermatt Unplugged, Swiss Live Talents oder am Blue Balls Festival.

Nebst ihrem Projekt Tanya Barany ist sie hauptberuflich als Studiosängerin und -musikerin, Songwriterin, Texterin und Vocal Coach tätig.

«Cotton Clouds»

Für «Music for Tomorrow» hat Tanya Barany den Song «Cotton Clouds» performt und aufgenommen. Zum Stück sagt sie: «‹Cotton Clouds› beschreibt das Gefühl des Eintauchens in Wasser, wo plötzlich alles herum stumm wird; wo plötzlich eine andere Welt zum Vorschein kommt. Die Wasserwände sind einerseits bedrückend (schon fast erdrückend), andererseits erinnern sie an die Geborgenheit einer Umarmung. ‹Cotton Clouds› ist mein unveröffentlichter ‹Hidden Track›. Wie meine Songs des Albums ‹Lights Disappear› ist ‹Cotton Clouds› aus meiner dunklen Herzensecke herausgewachsen, jedoch fand der Track keinen Platz auf dem Album. Ich hatte ‹Cotton Clouds› damals am Piano komponiert; Klavier spiele ich eigentlich am liebsten alleine für mich, ohne dass mir jemand zuhört. ‹Cotton Clouds› habe ich für ‹Music for Tomorrow› ausgewählt, weil ich die Zuhörer somit in meine kleine Stube einladen und euch auf eine kleine, persönliche Reise mitnehmen möchte … :-)»

Tanya Barany, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin und Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Tanya Barany: Momentan habe ich mehr Zeit, meine Liederideen zu fertigen Songs umzuwandeln. Deshalb versuche ich, so viel Output wie möglich zu generieren – nicht nur für mich als Tanya Barany, sondern auch als Ghostwriterin für andere Künstlerinnen und Künstler. Mein Partner, David Friedli – auch Musiker und Komponist –, und ich schreiben oft zusammen. Dabei bewegen wir uns in allen möglichen Stilrichtungen – von Folk zu Rock zu Schlager zu Electro Pop zu Soul usw. – das macht echt Spass!

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Die Krise fühlt sich für mich ein wenig wie ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik an. Ich will eigentlich gar nicht dort sein – ich vermisse das Live-Performen, das Kulturleben und sogar das Vorausplanen – wer hätte das gedacht – und kann es kaum erwarten, wenn wieder Normalität eingekehrt.
Andererseits bringt diese Krise auch etwas Wertvolles mit sich: Zeit! Die Welt scheint sich einfach etwas langsamer zu drehen. Dabei darf ich mich plötzlich auf irgendwelche Dinge konzentrieren, die nicht unbedingt auf meiner Must-to-do-Liste sind sondern auf der Nice-to-do-Liste – das tut unglaublich gut! Diese geschenkte Zeit hat «Reboot» ermöglicht, nun fühle ich mich viel energievoller und kreativer als vor der Krise.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Mein Publikum kann mich am besten unterstützen, indem es allen Freunden und Verwandten von meiner Musik erzählt und ihnen sagt, dass sie uuuunbedingt die «Lights Disappear»-CD kaufen sollen! 🙂 Dunkle Songs helfen durch dunkle Zeiten … 🙂

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co deine Musik mehr streamen?
Bei der Auswahl von Live-Acts schauen die Veranstalterinnen und Veranstalter u. a. auf die Anzahl «Listens» auf Spotify, Youtube usw. Deshalb ist es sicher von Vorteil, wenn meine Musik auf diesen Plattformen regelmässig gestreamt wird. Es ist auch schön zu sehen, dass meine Songs sogar am anderen Ende der Welt gehört werden! Um mich als Künstlerin aber direkt zu unterstützen, bin ich immer sehr dankbar um gekaufte Musik auf iTunes usw. oder direkt an Konzerten.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Ich hoffe sehr, dass das Bewusstsein der Menschen etwas geschärft wird – und zwar auf allen Ebenen! Ein bisschen mehr Fürsorge, Wertschätzung, Solidarität, Reflexion – das würde uns allen gut tun!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Liebe Fans, zwar scheint es momentan ruhiger um Tanya Barany zu sein, jedoch arbeite ich fleissig im Hintergrund an einem neuen Konzept, damit es danach umso mehr kracht – also geniesst die Ruhe vor dem Sturm! 🙂 Ich freue mich jetzt schon, euch neue Songs präsentieren zu können! Danke für eure bisherige Unterstützung! Take care <3

www.tanyabarany.ch

«Music for Tomorrow»
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«Diese Krise weist auf eine kranke Gesellschaft hin»

Im Rahmen des Projekts «Music for Tomorrow» stellen wir dieses Mal den Schweizer Jazz- und Improvisationsmusiker Cyril Bondi und sein Stück «We Need To Change» vor. Im schriftlichen Interview erzählt Cyril, warum aus seiner Sicht die Politik und nicht der Virus für die jetzige Krise verantwortlich ist. Text von Nina Müller; Video von Cyril Bondi, bearbeitet von Nina Müller

Der 40-jährige Cyril Bondi bezeichnet sich selbst als Experimentator, der es liebt, mit anderen zusammen zu arbeiten. Der gebürtige Genfer bewegt sich musikalisch im Bereich von Jazz und Free Jazz. Als Rückgrat seiner Musik bezeichnet er die Improvisation. «Sie hat es mir ermöglicht, in unterschiedlichen Kontexten zu spielen und mich in einem Jazz-Trio (Plaistow) ebenso wohl zu fühlen wie im experimental/traditional Genre (La Tène), in einem Pop-Rock-Duo (Cyril Cyril) oder bei einer punktuellen Zusammenarbeit für verschiedene Projekte», sagt er im schriftlichen Interview mit der SUISA. Mit seiner Musik überschreitet Cyril regelmässig musikalische Grenzen, die sich die Gesellschaft im Laufe der Jahre gesetzt hat. «Ich versuchte schon immer, Neues zu entwickeln, neue Konzepte, mein Instrument anders zu spielen, es zu dekonstruieren, neu zu erfinden und neue Klänge und Texturen zu suchen», sagt Cyril über seine musikalische Entwicklung.

Exklusiv für «Music for Tomorrow» hat Bondi das Stück «We Need To Change» komponiert. Vor dem Lockdown war Bondi damit beschäftigt, mehrere Stücke für sein kommendes Soloalbum zu schreiben. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste er alle Projekte abbrechen. Als er die Einladung zu «Music for Tomorrow» erhielt, wurde ihm bewusst, wie gross sein Bedürfnis nach einer Veränderung ist. Die Erarbeitung des Stückes empfand Cyril als sehr intensiv. «Intensiv, weil ich darin die Chance sah, einem in der heutigen Situation verbreiteten Gefühl Ausdruck zu verleihen, dieser merkwürdigen Mischung zwischen der klaren Feststellung, dass unsere Gesellschaft zusammenbricht und der Verleugnung dieser Situation», erklärt Bondi. «Ich spüre diese Spannung zutiefst, und der kreative Raum, auf den ich mich einliess, hat mir erlaubt, dies auf meine eigene Art und Weise auszudrücken». Ausserdem sei es für ihn ungewohnt, alleine zu arbeiten, da er meist mit Bands oder Orchestren zusammenarbeitet.

Cyril Bondi, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponist während der Corona-Pandemie aus?
Cyril Bondi: Ich organisiere meine Arbeitstage rund um das Familienleben. Ich habe drei Kinder zu Hause, muss mich also immer wieder um sie kümmern, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, sie beschäftigen. Damit ich mit meiner Arbeit vorankomme, stehe ich manchmal früh auf oder befasse mich am Abend mit meinen verschiedenen Projekten. Seien wir ehrlich: Diese Pandemie hat die Kulturkreise mit voller Wucht getroffen, und besonders auch die Musikerinnen und Musiker, deren langjährige prekäre Lage nun deutlich zu Tage tritt. Ich verbringe also sehr viel Zeit damit, Konzertabsagen und -verschiebungen zu organisieren und mich über die verschiedenen Unterstützungsbeiträge zu informieren. Ausserdem bin ich Mitglied der Genfer Föderation der Musikschaffenden, die die Berufsmusiker vom Hip-Hop bis zur zeitgenössischen Musik vereint und in der wir für dieses pandemiegebeutelte Umfeld gemeinsame Forderungen ausarbeiten. Es bleibt mir also wenig Zeit für die künstlerische Tätigkeit: Irgendwann musste ich aber zu meiner Kompositionsarbeit zurückkehren; ich schrieb neue Stücke, ohne zu wissen, für wen eigentlich und mit welchem Ziel vor Augen, ausser dass ich mich wieder kreativ betätigte. Zudem nutzte ich die Gelegenheit, die Aufnahmen für das Album Cyril Cyril (Pop, Rock) und für mein Soloalbum (experimental) voranzutreiben.

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Diese Krise weist auf eine kranke Gesellschaft hin. Wir befinden uns nämlich in dieser Situation nicht weil sich ein Virus ausgebreitet hat, sondern weil politische Entscheidungen uns in diese Lage geritten haben. Wir sparen bei den öffentlichen Diensten und Spitälern, wir holzen ab, beuten aus, plündern und verbrauchen. Ich versuche nun zu lesen, mich zu informieren, mit anderen zu diskutieren, Musik zu hören. Es ist eine düstere Zeit, die mir vor Augen führt, wie stark wir die Kultur, die Künste, die Künstlerinnen und Künstler brauchen, um uns zu inspirieren, zum Träumen zu bringen, zur Flucht zu bewegen und zum Nachdenken anzuregen. Noch nie brauchten wir sie so sehr.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Die Menschen müssen merken, in welcher Notlage sich die Kulturschaffenden befinden, und sie dürfen hinter ihren Computern und Smartphones nicht denken, dass sie damit irgendwie helfen. Sie müssen CDs kaufen, ihre Lieblingskünstler unterstützen, die Musik jener hören, die in ihrem Umfeld leben, und vor allem dürfen sie die Konzertsäle, Theater und Festivals nicht fallenlassen, wenn diese wieder öffnen dürfen. Denn das ist eine meiner Befürchtungen für die Zukunft. Wenn die Leute dann immer noch Angst haben, sich zu treffen, zu berühren, zu umarmen oder zusammen zu tanzen: Wie werden wir dann wieder schöne Momente der Musik teilen können?

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co. mehr deine Musik streamen?
Vermutlich sagen alle dasselbe. Spotify, Youtube, Facebook sind Unternehmen, die so viel Geld wie möglich machen wollen, indem sie die Ressourcen anderer auswerten. Und ich gehöre nun mal zu diesen «anderen». Ich werde nie etwas von dem erhalten, was konsumiert wird.

Was könnte deiner Meinung nach, die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Meine Hoffnung liegt in der kollektiven Erfahrung, die wir gerade durchleben. Sind wir intelligent genug, um zu merken, dass eine Welt mit weniger Flug- und Autoverkehr, mit mehr Natur, einem verlangsamten Rhythmus, mehr Zeit für die Familie und mehr Solidarität eine Welt ist, in der wieder Hoffnung aufkommen kann? Unsere kapitalistische Gesellschaft führt uns in den Untergang, packen wir doch die Gelegenheit, uns eine neue Welt vorzustellen, sie zu erfinden und zu schaffen. Das tönt naiv, doch ich habe das Gefühl, dass heute jeder und jede in der Lage ist, dies zu verstehen!

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Hört Musik, singt, tanzt, geht aus!

www.cyrilbondi.net

«Music for Tomorrow»
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«Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert»

Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Diese Woche stellen wir euch den Schweizer Pianisten, Komponisten und Musikproduzenten Nik Bärtsch und sein Stück «Modul 5» vor. Im Interview erzählt Nik von seinem Lockdown-Alltag mit seiner Familie und was er mit einem australischen Notarzt gemeinsam hat. Text von Nina Müller; Video von Nik Bärtsch, ergänzt von Nina Müller

Nik Bärtsch (48) ist ein erfolgreicher Jazz-Pianist, der mit seiner Familie in Zürich zuhause ist. Nebst Musik hat der gebürtige Zürcher auch Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaften studiert. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Musik für ihn eine tiefere Bedeutung hat. Auf seiner Website beschreibt er seine Musik folgendermassen: «Ein Stück kann wie ein Raum betreten, bewohnt werden. Durch obsessive Drehmomente, Überlagerungen verschiedener Metren und Mikrointerplay bewegt sich die Musik fort und verändert ihre Zustände. Die Aufmerksamkeit wird auf die minimen Variationen und Phrasierungen gelenkt. Die Band wird so zum Integralen Organismus – wie ein Tier, ein Biotop, ein urbaner Raum. Man soll mit Ohren und Händen denken.»

Mit seiner Band Ronin lebt er diese Philosophie und tourte bereits in Europa, Asien und den USA. Mit seinen Formationen Nik Bärtsch’s Ronin und Nik Bärtsch’s Mobile sowie auch solo hat der Musiker über dreizehn Tonträger veröffentlicht, die bei wöchentlichen Auftritten im Rahmen seiner Konzertreihe im Zürcher Club Exil performt werden. Seit 2006 hat er sein eigenes Label «Ronin Rhythm Records».

Für «Music for Tomorrow» hat Nik Bärtsch das Stück «Modul 5» performt. Er sagt zu dem Stück: «Das Stück besteht aus einem kleinen komplexen Pattern in 6/4, welches sich im Laufe des Stücks über das ganze Klavier ausbreitet. Ich bin auf dieses Pattern recht früh gestossen in meiner musikalischen Entwicklung und es hat mich ständig begleitet über die Jahre. So erlebt das an sich früh komponierte Stück eine ständige Evolution wie auch ich selber. Wir arbeiten quasi gemeinsam daran, dass unsere Beziehung immer einfacher, direkter und trotzdem tiefer und geheimnisvoller wird – so wie auch meine Frau und ich zusammen unser Leben gestalten.»

Nik Bärtsch, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponist während der Corona-Pandemie aus?
Nik Bärtsch: Ich bin ganz selbständig tätig als Komponist, Pianist, Bandleader, Produzent und Verleger. Im Moment ist daher der einzige Unterschied verglichen mit der Zeit vor dem Virus, dass ich viel weniger reise. Alle internationalen Konzerte, Produktionen und Workshops fallen ja aus. Ich habe also nun ständig den Alltag, den ich auch sonst zwischen den Reisen zu Hause habe: Ich komponiere, übe, probe, organisiere und kommuniziere abwechselnd. Dazu teile ich mit meiner beruflich ebenfalls sehr aktiven Frau das Familienleben mit unseren Kindern.
Wie auch sonst braucht es dafür viel Liebe zum Leben, Disziplin, Struktur aber auch Kreativität und Lust auf Überraschungen.
Da wir dies alles auch sonst auf hohem Niveau organisieren und pflegen wollen, war es für uns keine grosse Umstellung. Unsere Kinder sind auch sonst oft zu Hause und nicht im Hort oder sonst irgendwo versorgt. Wir machen alle Kampfkunst und daher haben wir auch die Möglichkeit, gemeinsam auf der Wiese vor dem Haus zu trainieren.
Unsere Montags-Konzert-Serie im EXIL Club führen wir vorläufig als reines Streaming weiter (www.yourstage.live). Der Montag bleibt also der ritualisierte lokale Konzerttag und die Community und die verschiedenen Teams bleiben so auch konstant in Kontakt.

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Sie zeigt mir wie alle heftigen Krisen genau, wo ich stehe als Künstler und Mensch und fordert wiedermal bedingungslos meine Kreativität, Integrität und Resilienz.
Als selbständiger Musiker ist dies aber ja oft sowieso der Normalzustand. Die grosse Frage ist aber: Wie überleben Gruppen, Ensembles, Bands und Konzertorte mittelfristig den momentanen Wandel? Wir sind da alle stark auch als Gemeinschaft gefordert. Die Fragen, die sich stellen, sind aber nützlich: Was bedeutet mir als Profi Musik? Was bedeutet sie uns allen? Wie zahlen wir für Musik und die Leistungen dahinter? Wie verbinden wir die Wertschätzungs- mit der Wertschöpfungskette sinnvoll?

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Indem es meine und unsere Leistungen honoriert: Also indem es unsere kostenpflichtigen Streams anschaut und unsere Musik auch auf allen anderen Medien konsumiert und weiterverbreitet. Und indem es sich genau informiert, wie Musikproduktion und -präsentation funktioniert: Wie viele Menschen und deren Leistungen stecken doch dahinter, wenn mir ein wunderbarer Song durch den Tag hilft.

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co. mehr deine Musik streamen?
Die Anzahl Streams muss schon sehr hoch sein, damit diese Art von Bezahlung funktioniert. Es hilft aber trotzdem. Alles hängt zusammen und je mehr auch unabhängigere Artists gehört und geteilt werden, desto besser. Die lokale, authentische und spezielle Kunst und Initiative nährt letztlich die globale kommerzielle Entwicklung. Das haben wir auf unseren Tourneen um die Welt überall feststellen können.

Was könnte deiner Meinung nach die momentane Situation an Positivem mit sich bringen?
Ich versuche immer in jeder Situation das Positive herauszulesen und etwas zu lernen. Die momentane Situation prüft unseren Wohlstand, unsere Sicherheit und damit auch unsere Arbeitstechnik wieder Mal grundsätzlich. Das ist wertvoll. Nur wenn wir erkennen, wie überlebenswichtig die Musik, ihr inspirierendes Umfeld und ihre wunderbaren Möglichkeiten sind, können wir auch den professionellen Umgang damit wertschätzen. Die SUISA und zum Beispiel der Verband der Schweizer Musikschaffenden kommunizieren dies sehr gut. Jede und jeder Musikschaffende sollte dies ebenso lustvoll und professionell tun.

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Sei ehrlich in Deinem Umgang mit der Musik: Kein Mensch nimmt in der Bäckerei einfach ein Brot gratis mit.
Also geniesse die Musik mit dem Bewusstsein, dass Menschen liebevoll und mit bedingungsloser Hingabe daran gearbeitet haben.
Ich habe kürzlich ein E-Mail eines Notarztes aus Australien erhalten. Er hat sich bei mir bedankt für die Musik. Er gehe jede Herausforderung der letzten Jahre – das Hochwasser, das Buschfeuer und jetzt den Virus – an, indem er am Morgen einen meiner Tracks höre und einen Kaffee dazu trinke. Dann wisse er, warum er das alles tue und ertrage auch Tod, Schmerz und Gefahr. Die Musik gebe ihm Kraft, Menschen zu bergen, zu retten und ihnen zu helfen. Ich habe da begriffen, dass ich mich besser bedingungslos auf die Musik konzentriere als überall auch noch ein bisschen mitzuhelfen. Die Inspirationskette funktioniert in diesem Fall präzis: Wir konzentrieren uns beide auf das Wesentliche. Seine Integrität, sein Talent und seine Professionalität helfen mir und umgekehrt. So helfen wir beide wieder anderen. Die gesellschaftliche Wertschätzung- und Wertschöpfung funktioniert nur gemeinsam.

www.nikbaertsch.com

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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Kety Fusco: «Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen» Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Weiterlesen
Bertrand Denzler: Klangraumvermesser und RaumklangforscherKlangraumvermesser und Raumklangforscher Der Saxophonist Bertrand Denzler arbeitet im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Komposition an immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Nun beabsichtigt der 55-jährige Genfer mit Wohnsitz Paris anhand einer «wandernden Residenz» die Grenzen seines künstlerischen Dialogs mit anderen weiter auszudehnen. Die FONDATION SUISA unterstützt dieses Vorhaben finanziell mit einem Get Going!-Beitrag. Weiterlesen
Rappenspalten im digitalen MusikvertriebRappenspalten im digitalen Musikvertrieb Das Geschäft im Online-Bereich ist – nicht nur für Urheberrechtsgesellschaften – durch einen dauernden Wandel geprägt. Im zweiten Teil des Gesprächs macht SUISA-CEO Andreas Wegelin einen Ausblick, was der heutige Stand ist und über welche Szenarien diskutiert wird. Weiterlesen
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Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Diese Woche stellen wir euch den Schweizer Pianisten, Komponisten und Musikproduzenten Nik Bärtsch und sein Stück «Modul 5» vor. Im Interview erzählt Nik von seinem Lockdown-Alltag mit seiner Familie und was er mit einem australischen Notarzt gemeinsam hat. Text von Nina Müller; Video von Nik Bärtsch, ergänzt von Nina Müller

Nik Bärtsch (48) ist ein erfolgreicher Jazz-Pianist, der mit seiner Familie in Zürich zuhause ist. Nebst Musik hat der gebürtige Zürcher auch Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaften studiert. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Musik für ihn eine tiefere Bedeutung hat. Auf seiner Website…Weiterlesen

«Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen»

Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Text von Nina Müller; Video von Kety Fusco, bearbeitet von Nina Müller

Kety Fusco (27) spielt elektrische Harfe und komponiert ihre eigenen Songs. Sie begann bereits mit sechs Jahren Harfe zu spielen. Die klassische Harfe wurde ihr dann aber irgendwann zu langweilig und so entdeckte sie die elektronische Harfe für sich. Kety Fusco ist auch Teils des Kollektivs «Peter Kernel and their wicked orchestra» vom Duo Barbara Lehnhoff (Camilla Sparksss) und Aris Bassetti, welche ebenfalls SUISA-Mitglieder sind. 2018 durfte Kety Fusco am Locarno Film Festival vor Bundesrat Alain Berset auftreten. Am 8. Mai erscheint ihr Debutalbum «Dazed» beim Label Sugar Music. Kety Fusco ist in Arbedo (TI) zu Hause und ist seit 2018 Mitglied der SUISA.

Für «Music for Tomorrow» hat Kety Fusco den bisher unveröffentlichten Song «Saceba» performt. Sie sagt zu dem Song: «‹Saceba› wurde in einer ehemaligen Zementfabrik in der Talsohle des südlichsten Tals der Schweiz geboren. Ich war an diesem Ort, bezaubernd und düster zugleich, um einer Tanz- und Musik-Aufführung Leben einzuhauchen.

Schon am ersten Tag, als ich das Hauptgebäude betrat, wurde mir nach und nach klar, dass sich dort ein Klangschatz verbarg. Am nächsten Tag ging ich mit verschiedenen Gegenständen (Steinen, Werkzeugen, Instrumenten) und meinem Aufnahmegerät zurück, um vom ersten bis zum obersten Stockwerk das ganze Saceba (so hieß die Fabrik) aufzunehmen: das Reiben des Betons und den Klang der großen Echos dieser wunderbaren Industriearchäologie.

Zu Hause angekommen, lud ich alle Klänge auf meinen Computer herunter und baute das Stück auf, indem ich meine Schritte gedanklich nachvollzog und mir eine Geschichte vorstellte, die sich innerhalb der Mauern der Fabrik abspielte. Dann fügte ich mit meiner Harfe echte Musik hinzu und betrachtete sie als den Soundtrack, den ich gerne gehört hätte, als ich das Saceba zum ersten Mal betrat: den Soundtrack der Zementfabrik.»

Kety Fusco, wie sieht dein Arbeitsalltag als Komponistin/Textautorin während der Corona-Pandemie aus?
Kety Fusco: Ich spiele jeden Tag vier Stunden lang klassische Harfe, wobei ich zwei Stunden an der Technik des Instruments arbeite und die anderen zwei Stunden Stücke spiele, die ich aufnehmen möchte. Ich spiele noch etwa zwei Stunden oder so mit meiner elektrischen Harfe und bereite mein neues Live-Set vor.

Was bedeutet diese Krise für dich persönlich?
Ich halte nie mit der Welt Schritt, weil mir alles zu schnell geht. Wenn ich nicht auf Tournee bin, bleibe ich gerne zu Hause, nehme mir viel Zeit zum Spielen, Studieren und widme mich meinen Harfen. Mein Debütalbum «Dazed» wird am 8. Mai bei Sugar Music erscheinen, und ich arbeite an meinem neuen Live-Set. Ich bin sehr inspiriert, wenn um mich herum nichts passiert und ich alles in meinem Kopf lebe. Der Virus hat meine Art, die Dinge zu tun, nicht verändert – er hat meine Art zu sein, verbessert. Wenn ich auf der Straße herumlaufe und den Lärm der Autos nicht höre, fühle ich mich gut. Zu wissen, dass niemand außerhalb meines Hauses ist und das tägliche Leben lebt, aber eine «tägliche Überraschung» zu erleben, inspiriert mich dazu, mir Geschichten in meinem Kopf vorzustellen. Ich glaube, dass alle vergessen werden, was wir durchgemacht haben. Es muss für einige wie ein schlechter Traum gewesen sein und für andere wie eine schwierige Erinnerung.

Wie kann dich das Publikum im Moment unterstützen?
Ich würde mich wirklich freuen, wenn das Publikum mein Debütalbum hören würde und damit einen Beitrag zum Streaming-Musikmarkt leisten würde, von dem ein Teil meines Einkommens abhängt.

Hilft es dir, wenn Leute auf Spotify und Co. mehr deine Musik streamen?
Ja, absolut. Mit der Krise fielen die Streams um 33%, und für die gesamte Musikindustrie war das ein schwerer Schlag.

Was könnte deiner Meinung nach, die momentane Situation an Positives mit sich bringen?
Für Musiker gibt es meiner Meinung nach nichts Positives, auch wenn ich über Kreativität nachdenke: Für mich kommt sie nicht unbedingt dann, wenn ich aufhöre, wie es beim Covid-19 der Fall ist … in der Tat fühle ich mich meistens kreativer, wenn ich keine Zeit dafür habe. Diese Situation wird alle – Musiker, Techniker, Insider – auf die Probe stellen. Der Musikmarkt ist noch nie ganz verstanden worden, und ich glaube, es gibt nur sehr wenige Menschen, die verstehen, was es bedeutet, ein ganzes Jahr lang Konzerte verloren zu haben.

Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Ich möchte alle meine Fans wissen lassen, dass ich sie alle umarmen möchte.

www.ketyfusco.com

«Music for Tomorrow»
Die Covid19-Krise trifft die Mitglieder der SUISA besonders hart. Die Haupteinnahmequelle vieler Komponistinnen, Komponisten, Verlegerinnen und Verleger fällt komplett weg: Auftritte jeglicher Art sind bis auf Weiteres vom Bund verboten worden. In den nächsten Wochen porträtieren wir auf dem SUISAblog einige unserer Mitglieder. Sie erzählen uns, was sie während der Covid19-Krise bewegt, was ihre Herausforderungen sind und wie ihr Arbeitsalltag derzeit aussieht. Die Musikerinnen und Musiker haben zudem für den SUISAblog zu Hause oder in ihrem Studio eine Eigenkomposition performt und gefilmt. Die SUISA bezahlt den Musikerinnen und Musikern für diese Aktion eine Gage.
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Mit dem Projekt «Music for Tomorrow» möchte die SUISA ihre Mitglieder in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Wir bieten den Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, auf der sie über ihre aktuelle Situation im Lockdown erzählen und eines ihrer Werke vorstellen dürfen. Den Auftakt macht die Tessiner Komponistin und Harfenistin Kety Fusco. Im schriftlichen Interview spricht sie über ihren Alltag im Lockdown und warum sich bei ihr eigentlich gar nicht so viel geändert hat. Text von Nina Müller; Video von Kety Fusco, bearbeitet von Nina Müller

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Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Ob bei Hintergrundmusik in Geschäftsbetrieben oder dem neuen Pauschalangebot für Kleinunternehmen für Videos mit Musik im Internet: In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten (Komponisten, Texter, Musikverleger) von einer Vielzahl von Betrieben genutzt. Die SUISA vereinfacht als Anlaufstelle für diese Betriebe wie auch für die Bezugsberechtigen die Erlaubnis zur Nutzung und die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Mit Angeboten wie der neu eingeführten Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos vereinfacht die SUISA für die Kunden wie auch für die Bezugsberechtigen die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. (Foto: one photo / Shutterstock.com)

Bislang musste man für jedes einzelne Video mit Musik im Internet für die Urheberrechte bei der SUISA eine Lizenz gemäss dem Tarif VN beziehen. Damit waren die Urheberrechte abgegolten, bezüglich Leistungsschutzrechte (verwandte Schutzrechte) musste man zusätzlich tätig werden. Der ganze Lizenzierungsprozess war somit aufwendig und manchmal auch schwer verständlich.

Gemeinsame Lizenz für Urheberrechte und Leistungsschutzrechte

Die SUISA hat nun zusammen mit der Audion GmbH für Kleinunternehmen mit maximal 49 Mitarbeitenden und bis zu Fr. 9 Mio. Umsatz ein einfacheres, attraktives Lizenzierungsmodell entwickelt. Mit einer jährlichen Vergütung von Fr. 344 (exkl. MwSt.) können Kleinunternehmen und Privatpersonen Videos mit Musik auf den eigenen Websites sowie auf den eigenen Social-Media-Kanälen publizieren. Dank der Zusammenarbeit zwischen der SUISA und der Audion GmbH werden mit der Jahrespauschale gleichzeitig Urheber- und Leistungsschutzrechte erworben.

Nicht im Paket inbegriffen sind Werbevideos, reine Musikvideos, Videos mit einem Produktionsbudget von über 15 000 Franken und Videos mit einer Gesamtspieldauer von mehr als 10 Minuten. Auch müssen die Synchronisationsrechte weiterhin direkt bei den Verlagen bzw. den Urheberinnen und Urhebern eingeholt werden.

Die Rechteagentur Audion GmbH

Die Audion GmbH ist eine im Jahr 2015 von der IFPI Schweiz (Branchenverband der Musiklabels der Schweiz) gegründete, unabhängige Rechteagentur, die Lizenzen für Randnutzungen von Musikaufnahmen zwischen Nutzern und Musiklabels vermittelt.

Bezeichnend für das Tätigkeitsfeld der Audion ist, dass sie sich punktuell auf Nischen beschränkt, wo vor allem kleinere und nicht-kommerzielle Nutzer vor der administrativen Herausforderung stehen, die notwendigen Lizenzen von einer Vielzahl von Musiklabels einzuholen. Die Audion deckt hier ein Nutzerbedürfnis ab und bietet die Wahl, die notwendigen Rechte entweder direkt bei den Rechteinhabern zu erwerben oder als Rechtebündel von der Audion.

Die Landschaft der Musiklabels hat sich durch die Entwicklung der digitalen Vertriebs- und Vermarktungsmöglichkeiten stark verändert. Vermehrt übernehmen zum Beispiel auch Booking-Agenturen Labelfunktionen. Zum Teil ist somit unklar, wo die Rechte einzuholen sind. Audion kann hier helfen, indem sie die Rechte für den Nutzer bei den verschiedenen Labels einholt.

Gemeinsames Inkasso: Hintergrundunterhaltung und Videos auf Websites

Seit dem 1. Januar 2019 betreut die SUISA sämtliche Kunden für den Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a, Hintergrundunterhaltung) wieder selber. Zuvor erfolgte die Rechnungsstellung durch die Billag AG. Bei diesen Kunden handelt es sich um Unternehmen, die in ihren Geschäftsräumen Hintergrundmusik abspielen, TV-Sendungen übertragen, Musik in Telefon-Warteschlaufen (Music on Hold) verwenden und/oder … Videos mit Musik auf den eigenen Websites publizieren. Die Kunden können somit bei der Nutzung der Musik bei Hintergrundunterhaltung und in Videos auf Websites die gleichen sein. In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten von einem grossen Kundenkreis genutzt.

Da stellt sich unweigerlich das Bedürfnis, dass wir die Lizenzierung beider Nutzungen vereinfachen und insbesondere zusammen anbieten. Zu diesem Zweck soll das bereits vorhandene Webportal für die GT 3a-Lizenzen dahingehend angepasst werden, dass der Kunde beide Nutzungen gleichzeitig anmelden und somit ganz einfach seine entsprechenden Nutzungen lizenzieren kann.

Ausblick: Grossunternehmen

Die neu eingeführte Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos gilt für Kleinunternehmen. Ein Angebot für Grossunternehmen – also Unternehmen, die mehr als 49 Personen beschäftigen oder mehr als 9 Mio. Jahresumsatz generieren – wird zurzeit ausgearbeitet mit dem Ziel, auch diesen Firmen eine einfache adäquate Lösung anzubieten. Sobald bei diesem Thema alle erforderlichen Massnahmen und Entscheide getroffen werden konnten, werden wir darüber informieren.

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Gemeinsamer Tarif 3a: Hunderttausend neue SUISA-Firmenkunden | mit VideoGemeinsamer Tarif 3a: Hunderttausend neue SUISA-Firmenkunden | mit Video Seit dem 1. Januar 2019 betreut die SUISA sämtliche Kunden für den Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a) wieder selber. Dazu wurden die Daten von rund 100 000 Kunden, welche die 3a-Rechnungen in den vergangenen Jahren von der Billag erhielten, in die Systeme der SUISA migriert. Ein neues Team mit 16 Mitarbeitenden ist für sämtliche Kunden dieses Tarifs verantwortlich und betreibt den Kundendienst in vier Sprachen. Mittlerweile haben etwas mehr als 58 000 Rechnungen das Haus verlassen – es ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Weiterlesen
Endlich erhält die Schweiz ein erneuertes Urheberrecht!Endlich erhält die Schweiz ein erneuertes Urheberrecht! Am 27. September 2019 haben der National- und Ständerat in den Schlussabstimmungen die Teilrevision des Schweizerischen Urheberrechtsgesetzes gutgeheissen. Damit endete ein Prozess, der 2010 durch ein Postulat von Géraldine Savary angestossen worden war. Der Bundesrat wird nun, sofern kein Referendum zustande kommt, entscheiden, wann das modernisierte Urheberrecht in Kraft tritt. Weiterlesen
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  1. Liebe Frau Ziebold

    Ich bin einerseits Mitglied der SUISA und froh, dass diese meine Interessen als Urheber wahrnimmt. Andrerseits bin ich auch eine 1-Mann-Firma, allein in einem Büro. Alles, was ich über GT 3a lese, erscheint mir plausibel, trifft aber auf mein Unternehmen nicht zu. Ich hasse Hintergrundmusik, weil sie mich beim Arbeiten stört, und selbst wenn ich ein Radio während der Arbeit laufen liesse, wäre ich der einzige, der es hört. Von einer gewerblichen Nutzung, die ja wenigsten ein Ohrenpaar eines Mitarbeiters oder eines Kunden voraussetzt, bin ich also weit entfernt. Ich verfüge auch nicht über ein Geschäftsauto, das – wie ich mir von einer SUISA Mitarbeiterin habe sagen lassen – auch als Büroraum zählen würde. Sie meinte dann auch, dass ich wohl nicht zahlungspflichtig sei.

    Der zuständige Sachbearbeiter sieht das aber ganz anders und meint, ich müsse einfach zahlen. Er glaubt nicht, dass er das näher begründen müsste und weigert sich auch, mir die rechtlichen Grundlagen zuzustellen. Er bezeichnet aber die GT 3a-FAQs auf Ihrer Website als nicht verbindlich, die meiner Meinung nach deutlich machen, dass ich nicht unter die GT 3a Zahlungspflicht falle. Also, wenn ich einem Kunden eine Rechnung schicke, muss ich das immer begründen können. Ich habe nun eine Betreibungsandrohung ihres Inkasso-Büros im Haus, nachdem eine Rechnung und 1 Mahnung nicht beantwortet wurden, die gar nie bei mir eigetroffen sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Meine Frage an Sie lautet nun: Hat ihr Mitarbeiter recht? Muss einfach jede Firma GT3a zahlen? Wenn ja, warum gibt man sich dann so Mühe mit der Spezifizierung der Fälle, wenn es gar keine Ausnahmen gibt? Gibt es für diese Null-Ausnahme-Regelung eine rechtliche Grundlage, die Sie mir anstelle Ihres Mitarbeiters zustellen können? Sind Ihre Mitarbeitenden angehalten, nach dem Versand 1 Rechnung und 1 (nicht eingeschriebenen) Mahnung Ihr Inkasso-Büro in Gang zu setzen mit entsprechenden Mehrgebühren? Warum erhalten nicht einfach alle Firmen eine Rechnung?

    Ihre Meinung dazu interessiert mich sehr.

    Mit freundlichen Grüssen

    M. Gabriel

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Herr Gabriel
      Wir danken Ihnen für Ihre konstruktive Rückmeldung. Ihr Anliegen ist uns wichtig und wir werden die spezifische Sachlage hinsichtlich Ihrer 1-Mann-Firma und der erfolgten Kommunikation inklusive der vorhandenen Informationen dazu intern betrachten. Gerne setzen wir uns mit Ihnen in Kürze noch persönlich in Verbindung, um weitere konkrete Falldetails von Ihnen zu erfahren und mit Ihnen zu besprechen.
      Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute.
      Freundliche Grüsse, Manu Leuenberger / SUISA Kommunikation

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Ob bei Hintergrundmusik in Geschäftsbetrieben oder dem neuen Pauschalangebot für Kleinunternehmen für Videos mit Musik im Internet: In beiden Fällen wird viel Musik von vielen Bezugsberechtigten (Komponisten, Texter, Musikverleger) von einer Vielzahl von Betrieben genutzt. Die SUISA vereinfacht als Anlaufstelle für diese Betriebe wie auch für die Bezugsberechtigen die Erlaubnis zur Nutzung und die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. Von Irène Philipp Ziebold, COO

Kollektive Verwertung ist eine Dienstleistung für Musikschaffende wie Musiknutzende

Mit Angeboten wie der neu eingeführten Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos vereinfacht die SUISA für die Kunden wie auch für die Bezugsberechtigen die Abwicklung der fälligen Urheberrechtsvergütungen. (Foto: one photo / Shutterstock.com)

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Videos mit Musik im Internet: Neues Angebot für Kleinunternehmen

Bislang mussten Unternehmen und Privatpersonen jedes Video mit Musik auf ihren Webseiten und Social-Media-Kanälen einzeln bei der SUISA lizenzieren. Ab November 2019 bietet die SUISA zusammen mit ihrem Partner Audion GmbH kleinen Unternehmen eine Jahrespauschale für die Online-Nutzung von Musik in Web-Videos an. Text von Hansruedi Brütsch

Videos mit Musik im Internet: Neues Angebot für Kleinunternehmen

Mit dem neuen Angebot der SUISA müssen kleine Unternehmen nicht mehr jedes Video einzeln lizenzieren sondern profitieren von einer Jahrespauschale. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock)

Immer mehr Unternehmen benutzen Videos auf ihren Websites oder Social-Media-Kanälen, um Informationen einfacher und unterhaltsamer zu übermitteln und sich zeitgemäss zu präsentieren. Wenn in diesen Videos Musik verwendet wird, benötigen die Unternehmen wie auch Privatpersonen eine Lizenz für die Urheberrechte, also für die Komposition und den Text, sowie eine Lizenz für die verwandten Schutzrechte, also die Rechte der Interpreten, Tonträgerhersteller und Musiklabels. Die Lizenz für die Urheberrechte erhält man in der Regel gegen Bezahlung einer Entschädigung von der SUISA, die Lizenz für die verwandten Schutzrechte beim Tonträgerhersteller bzw. Label. Damit werden die Urheber, Verleger, Interpreten, Produzenten etc. von Musik für die Nutzung ihrer Werke und Leistungen entschädigt; die bezahlte Vergütung wird abzüglich einer Kommission von rund 15% an diese verteilt.

Neu gibt es eine gemeinsame Lizenz für Urheberrechte und verwandte Schutzrechte

Bislang musste für die Urheberrechte bei der SUISA für jedes einzelne Video eine solche Lizenz gemäss dem Tarif VN bezogen werden. Die SUISA hat nun zusammen mit der Firma Audion GmbH für Kleinunternehmen mit maximal 49 Mitarbeitenden und bis zu Fr. 9 Mio. Umsatz ein einfacheres, attraktives Lizenzierungsmodell entwickelt. Mit einer jährlichen Vergütung von Fr. 344 (exkl. MwSt.) können Kleinunternehmen und Privatpersonen Videos mit Musik auf den eigenen Websites sowie auf den eigenen Social-Media-Profilen publizieren. Dank der Zusammenarbeit zwischen der SUISA und der Audion GmbH werden mit der Jahrespauschale gleichzeitig Urheber- und Leistungsschutzrechte erworben.

Die Lizenz ist ab Datum der Rechnungsstellung ein Jahr lang gültig. Kleinunternehmen und Privatpersonen können damit eine unbeschränkte Anzahl an Videos mit Musik online stellen, ohne diese einzeln bei uns anzumelden. Bedingung für die Lizenz ist, dass sich das Kundenangebot hauptsächlich an Interessenten in der Schweiz und in Liechtenstein wendet.

Ausnahmen und weitere Rechte

Ausgenommen von dieser Pauschale sind unter anderem folgende Nutzungen:

  • Werbevideos
  • Musikvideos
  • Videos mit einem Produktionsbudget von über Fr. 15 000
  • Videos mit einer Gesamtspieldauer von mehr als 10 Min.

Weitere Informationen findet man auf der Website der SUISA.

Wichtig zu erwähnen ist, dass mit dieser Lizenz lediglich die Herstellrechte und das Zugänglichmachen online abgegolten sind. Um ein Video mit urheberrechtlich geschützter Musik resp. Aufnahmen ab Tonträger zu untermalen, benötigt man zusätzlich eine Genehmigung für die sogenannte Synchronisation. Das Recht, die Musik mit Film zu synchronisieren also zu verbinden, wird in der Regel vom Verlag des Werks verwaltet und wird im Rahmen dieses Angebots nicht von der SUISA erteilt. Die Synchronisationsrechte für die gewünschten Titel müssen beim jeweiligen Musikverlag angefragt werden.

Das gilt es bei der Auswahl der Musik zu beachten

Bei den Synchronisationsrechten gilt es Folgendes zu beachten: Möchte ein Unternehmen sein Video mit einem Hit von Lo & Leduc, Züri West oder von internationalen Stars wie Ed Sheeran oder Taylor Swift untermalen, kann die Synchronisationserlaubnis mehrere hundert bis mehrere zehntausend Franken kosten. Vor der Erstellung des Videos sollten demnach beim entsprechenden Verlag die Kosten für die Synchronisationsrechte unbedingt abgeklärt werden. Eine einfache und kostengünstige Variante ist der Einsatz von Mood-Musik. Hierbei handelt es sich um Musik aus Katalogen, die verschiedene Verleger eigens zur Filmvertonung bzw. Vertonung von Ton- und Tonbildträgern anbieten. Der Vorteil von Mood-Musik liegt darin, dass ein Filmproduzent bzw. Nutzer das Einverständnis zur Verwendung dieser Musik direkt bei der SUISA beziehen kann. Weitere Informationen sowie eine Liste von Anbietern von Mood-Musik findet man hier.

Bei der Erstellung eines Videos mit Musik müssen immer auch die Urheberpersönlichkeitsrechte beachtet werden: Es ist beispielsweise ohne Zustimmung des Verlags oder der Urheber nicht erlaubt, ein musikalisches Werk für ein politisches Video zu verwenden. Ebenso braucht man die Einwilligung der Verleger/Urheber, wenn man ein musikalisches Werk in einem Video bearbeitet («Bearbeitungserlaubnis»).

Auch hierzu können weitere Informationen auf der Website der SUISA nachgelesen werden.

Vor allem bei der Verwendung von bekannten bzw. erfolgreichen Musikwerken auf Social Media, können zusätzliche Forderungen von den Rechtsinhabern direkt, nicht ausgeschlossen werden (oder alternativ die Sperrung von Videos).

Mehr Infos sowie die häufigsten Fragen und Antworten zur neuen Pauschale der SUISA und von Audion GmbH findet man unter der Website www.suisa.ch/344 sowie in den Lizenzbedingungen für die Verwendung von Musik in Videos auf Firmenwebsites und firmeneigenen Social Media Profilen.

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Videos mit Musik im Internet: Neues Angebot für Kleinunternehmen

Mit dem neuen Angebot der SUISA müssen kleine Unternehmen nicht mehr jedes Video einzeln lizenzieren sondern profitieren von einer Jahrespauschale. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock)

Immer mehr Unternehmen benutzen Videos auf ihren Websites oder Social-Media-Kanälen, um Informationen einfacher und unterhaltsamer zu übermitteln und sich zeitgemäss zu präsentieren. Wenn in diesen Videos Musik verwendet wird, benötigen die Unternehmen wie auch Privatpersonen eine Lizenz für die Urheberrechte, also für die Komposition und den Text, sowie eine Lizenz für die verwandten Schutzrechte, also die Rechte der Interpreten, Tonträgerhersteller und Musiklabels.…Weiterlesen

Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet

Bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet (Audio- und Video-on-Demand-Angebote) werden neue Verteilungsschlüssel berücksichtigt. Beim Download wird neu ein Split von 25% Aufführungsrechtsschlüssel und 75% Vervielfältigungsrechtsschlüssel angewendet. Beim Streaming setzt sich der Split aus 75% Aufführungsrechtsschlüssel und 25% Vervielfältigungsrechtsschlüssel zusammen. Text von Irène Philipp Ziebold

Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet

Die SUISA ändert ihre Verteilungsschlüssel für die Einnahmen aus Streaming und Download. (Foto: Rawpixel / Shutterstock.com)

Seit Jahren werden zwischen Autoren und Verlegern die Aufteilung von Einnahmen aus Aufführungs- und Senderechten einerseits und Vervielfältigungsrechten andererseits separat vereinbart. Entsprechend hat auch die SUISA im Verteilungsreglement unterschiedliche Verteilungsschlüssel für die beiden Rechtekategorien vorgesehen.

Für Onlinenutzungen gibt es keinen separaten Verteilungsschlüssel, welcher direkt von den Vertragsparteien vereinbart werden könnte. Deshalb werden die Einnahmen aus Onlinenutzungen zum einen Teil analog dem Aufführungsrechtsschlüssel und zum anderen Teil gemäss dem Vervielfältigungsrechtsschlüssel verteilt (vgl. Ziffer 2.1.2 des Verteilungsreglements).

Bisher verteilte die SUISA Einnahmen aus Streaming zu 100% nach dem Verteilungsschlüssel für die Aufführungsrechte und für Download zu 100% nach dem Verteilungsschlüssel für die Vervielfältigungsrechte. Damit nahm die SUISA aber international eine Sonderstellung ein, und gleichzeitig entsprach diese Handhabung auch nicht mehr den aktuellen Entwicklungen im Onlinebereich.

Neue Verteilungsschlüssel für Download und Streaming

Neben dem Blick auf die im Ausland üblichen Regelungen wurden bei der Analyse zur Festlegung der neuen Aufteilungsverhältnisse der Verteilungsschlüssel beim Download und Streaming auch die technischen Vorgänge untersucht. Hinter dem Zugänglichmachen eines Werks stehen technisch betrachtet die Erstellung einer Kopie des Werks auf dem Server des Anbieters, die Übertragung der Kopie an den Konsumenten sowie die Wiedergabe bzw. eventuelle Abspeicherung auf dem Endgerät des Konsumenten.

In den Diskussionen innerhalb der verschiedenen Gremien (Verteilungs- und Werkkommission und Vorstand) zu den vorgeschlagenen Änderungen zeigte sich, dass in Bezug auf die Aufführungs- und Vervielfältigungsanteile unterschiedliche Ansichten bezüglich der Gewichtung der Verteilungsschlüssel vorliegen.

Es stellte sich insbesondere die Frage, inwiefern man beim Streaming den Aspekt der Flüchtigkeit bzw. der wiederholten Wiedergabe eines Werks hervorheben und in welchem Prozentsatz dies in der Gewichtung beim Aufführungsanteil widergespiegelt werden sollte.

Schliesslich sprach man sich für folgende Aufteilung aus:

  • Download: Die Einnahmen werden zu 25% dem Aufführungsrechtsschlüssel und zu 75% dem Vervielfältigungsrechtsschlüssel zugwiesen.
  • Streams: Die Einnahmen werden zu 75% dem Aufführungsrechtsschlüssel und zu 25% dem Vervielfältigungsrechtsschlüssel zugewiesen.

Verteilung der Einnahmen aus Video on Demand (VoD)

Gleichzeitig wurden die Bestimmungen bezüglich der Verteilung der Einnahmen aus Video on Demand (VoD) angepasst. Die entsprechenden Einnahmen werden neu analog zu Download und Streaming «pro Dossier» (pro Werk) verteilt. Vorher waren die Einnahmen aus Video on Demand den Entschädigungen für Sendungen des Pay-TV zugeschlagen worden. Die Änderung ermöglicht nun auch hier, die Einnahmen noch genauer und zielgerichteter zu verteilen.

Weitere Informationen zum Verteilungsreglement der SUISA unter:
www.suisa.ch/verteilungsreglement

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Urheberrechtsrevision: Die Urheber und Verleger müssen von der Online-Nutzung ihrer Werke besser profitierenUrheberrechtsrevision: Die Urheber und Verleger müssen von der Online-Nutzung ihrer Werke besser profitieren Der Bundesrat hat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Weiterlesen
Die Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer NeuerungDie Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer Neuerung Die SUISA hält 2018 an den etablierten Abrechnungsterminen fest. Diese umfassen hauptsächlich vier Quartalsabrechnungen sowie verschiedene Nebenabrechnungen analog zum Vorjahr über das Jahr verteilt. Ab dem 2. Halbjahr 2018 wird die Auslandabrechnung auf vierteljährlichen Rhythmus umgestellt. Weiterlesen
Änderung bei der Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 und GT 2Änderung bei der Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 und GT 2 In den letzten Jahren haben die Kabelnetzbetreiber von einem analogen auf ein digitales Angebot umgestellt. Um den Veränderungen Rechnung zu tragen, ist die Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 (Kabelnetze), GT 2a (Umsetzer) und GT 2b (IP basierte Netze) angepasst worden. In Ziffer 5.5.1 des Verteilungsreglements wurde die Berechnungsbasis von der Bezugsgrösse «Abonnentenzahl» auf «Tagesreichweite» geändert. Weiterlesen
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Bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet (Audio- und Video-on-Demand-Angebote) werden neue Verteilungsschlüssel berücksichtigt. Beim Download wird neu ein Split von 25% Aufführungsrechtsschlüssel und 75% Vervielfältigungsrechtsschlüssel angewendet. Beim Streaming setzt sich der Split aus 75% Aufführungsrechtsschlüssel und 25% Vervielfältigungsrechtsschlüssel zusammen. Text von Irène Philipp Ziebold

Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet

Die SUISA ändert ihre Verteilungsschlüssel für die Einnahmen aus Streaming und Download. (Foto: Rawpixel / Shutterstock.com)

Seit Jahren werden zwischen Autoren und Verlegern die Aufteilung von Einnahmen aus Aufführungs- und Senderechten einerseits und Vervielfältigungsrechten andererseits separat vereinbart. Entsprechend hat auch die SUISA im Verteilungsreglement unterschiedliche Verteilungsschlüssel für die beiden Rechtekategorien vorgesehen.

Für Onlinenutzungen gibt es keinen separaten Verteilungsschlüssel, welcher direkt von den Vertragsparteien vereinbart werden könnte. Deshalb werden die Einnahmen aus Onlinenutzungen zum einen Teil analog dem Aufführungsrechtsschlüssel und zum anderen Teil gemäss dem Vervielfältigungsrechtsschlüssel verteilt (vgl.…Weiterlesen

Erste Verteilung von Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube

Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen aus 5 Quartalen. Die Verteilsumme beträgt rund CHF 300 000.-. Verteilt werden soll nicht nur auf die Titel mit Werbeumsätzen sondern auf alle genutzten und identifizierbaren Werke, abhängig von der Klickrate. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

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Den Nutzungsmeldungen von Youtube zufolge wird auf der Videoplattform die Musik von SUISA-Mitgliedern ausserhalb der Schweiz am häufigsten in den Ländern Deutschland, Frankreich, Polen, Italien sowie Grossbritannien angehört. (Foto: Manu Leuenberger)

Der Vertrag zwischen SUISA und Youtube läuft gegenwärtig in seinem zweiten Jahr. Im Vertrag sind Nutzungen in 43 Ländern direkt lizenziert. Dazu gehören natürlich die Nutzungen in der Schweiz. Für das Repertoire der SUISA-Mitglieder werden die Nutzungen aus weiteren 42 Ländern lizenziert. Das im Vertrag eingeschlossene Gebiet umfasst neben ganz Europa auch Länder in Asien und Afrika.

Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA nun erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen und Nutzungen seit Vertragsbeginn im Herbst 2013 bis Ende 2014. Aus diesen 5 Quartalen steht eine totale Verteilsumme von rund CHF 300 000.- zur Ausschüttung zur Verfügung.

Ausarbeitung des Meldesystems aufwändig

Über die Youtube-Plattform sind sowohl Videos mit musikalischen Inhalt als auch mit Musik unterlegte, meist von Usern selbst hergestellte Filme zugänglich («User generated content»). Die Ausarbeitung eines geeigneten Meldesystems mit dem neuen Vertragspartner hat sich als aufwändig erwiesen. Das Grundprinzip des bei Youtube angewandten Reporting-Verfahrens ist auf dem SUISAblog im Artikel «Weshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sind» beschrieben.

Die Herausforderung bei der Verarbeitung der Nutzungsmeldungen von Youtube besteht nicht nur aus der enormen Datenmenge sondern auch in der Datenqualität vor allem des «User generated contents». Videos von privaten Benutzern enthalten kaum Angaben zum verwendeten Material. Dieser von Youtube als «Non-Music» bezeichnete Bereich konnte mangels genauer Daten nicht identifiziert werden. Darauf wird kein Geld verteilt.

Anders beim sogenannten «Music»-Bereich: Für die Abrechnungsperiode von 15 Monaten hat die SUISA Nutzungsmeldungen von Youtube verarbeitet mit rund 3,2 Mio unterschiedlichen Videos, die gesamthaft 1,7 Milliarden Mal angeklickt wurden. Davon betreffen 590,2 Mio. Views das Repertoire, das von der SUISA abgerechnet wird.

Verteilung der Einnahmen von Youtube

Wo Werbeeinnahmen direkt einem Video mit identifizierter Musik zugewiesen werden konnten, wurden die Einnahmen auf dieses Video respektive auf die darin enthaltene Musik verteilt. Das bedeutet: Ein Musikvideo hat durch Werbung Einnahmen generiert. Das Video enthält ein einzelnes Werk, das durch die Nutzungsmeldung von Youtube identifiziert werden konnte und in der SUISA-Werkdatenbank vollständig registriert ist. Die Einnahmen, die das Video generiert hat, werden den Rechteinhabern des einzelnen Werks ausbezahlt.

Weitere Werke in Videos aus dem «Music»-Bereich, die identifiziert werden konnten, erhalten einen Anteil der restlichen Einnahmen aus dem Youtube-Vertrag gemäss ihrer Klickrate. Der Verteilungsbetrag pro Klick für die abgerechnete Periode beträgt CHF 0.0008. Im Vergleich dazu kann die SUISA bei der ebenfalls jetzt stattfindenden zweiten Verteilung von Spotify-Einnahmen einen Betrag von durchschnittlich CHF 0.0018 pro Stream ausschütten, also mehr als doppelt so viel.

Wie die Verträge mit anderen Online-Musikanbietern wird auch der Vertrag mit Youtube periodisch überprüft. Die kommenden Verhandlungen zur Vertragserneuerung werden die Gelegenheit geben, Gespräche über die Meldung der Daten zur Identifikation der Musikinhalte unseres Repertoires und natürlich über auch die finanziellen Bedingungen der Lizenz für Youtube zu führen. Damit die Urheber für die Nutzungen ihrer Werke auf der weltweit grössten Video-Plattform gerecht vergütet werden.

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Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen aus 5 Quartalen. Die Verteilsumme beträgt rund CHF 300 000.-. Verteilt werden soll nicht nur auf die Titel mit Werbeumsätzen sondern auf alle genutzten und identifizierbaren Werke, abhängig von der Klickrate. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Youtube-musicvideo-watching-on-notebook

Den Nutzungsmeldungen von Youtube zufolge wird auf der Videoplattform die Musik von SUISA-Mitgliedern ausserhalb der Schweiz am häufigsten in den Ländern Deutschland, Frankreich, Polen, Italien sowie Grossbritannien angehört. (Foto: Manu Leuenberger)

Der Vertrag zwischen SUISA und Youtube läuft gegenwärtig in seinem zweiten Jahr. Im Vertrag sind Nutzungen in 43 Ländern direkt lizenziert. Dazu gehören natürlich die Nutzungen in der Schweiz. Für das Repertoire der SUISA-Mitglieder werden die Nutzungen aus weiteren 42 Ländern lizenziert. Das im Vertrag eingeschlossene…Weiterlesen

Weshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sind

Wie, wo und wann kann man der SUISA seine Werke auf Youtube melden, haben Mitglieder so oder ähnlich in letzter Zeit oft gefragt. Weshalb Urheber der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf der Videoplattform zuzuschicken brauchen, erklären wir in der nachfolgenden Antwort auf eine Mitgliederanfrage. Text von Manu Leuenberger

Youtube Werke Meldung

Mein Werk auf Youtube: Keine spezifische Meldung an die SUISA nötig. (Bild: Manu Leuenberger)

«Für die SUISA wird es wohl schwierig sein, alle Videos von Schweizer Künstlern [auf Youtube] zu verfolgen. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass dies automatisch geschehen wird. Ist es darum notwendig, ein Video, bei dem man selber Urheber ist und deshalb die Abgaben darauf erhalten möchte, der SUISA zu melden?»

Automatisches Reporting zwischen SUISA und Youtube

Urheber brauchen der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf Youtube zuzuschicken. Zwischen Youtube und der SUISA findet ein automatisches Reporting statt. Dieses Reporting erfolgt in zwei Schritten und funktioniert vereinfacht dargestellt nach folgendem Prinzip:

Youtube stellt der SUISA in regelmässigen Abständen und in elektronischer Form Nutzungsstammdaten zu. Englisch heisst diese Liste: «Masterlist». Diese Liste enthält Angaben zu den Videos, die auf Youtube abgespielt wurden. Zur verwendeten Musik im jeweiligen Video sind weitere Informationen aufgeführt, sofern diese Youtube bekannt sind. Diese mitgelieferten Information bestehen aus Werk-/Songtitel, Künstlernamen, Albumtitel plus optionale weitere Angaben wie Label, ISRC/ISWC-Nr. oder UPC-Code.

Anhand dieser Angaben definiert die SUISA das von ihr vertretene Repertoire. Sprich: Die «Masterlist» wird sozusagen mit der SUISA-Werkdatenbank verglichen. Werke, deren Rechte die SUISA vertritt, werden auf der Liste gekennzeichnet. Danach meldet die SUISA an Youtube, für welche Werke auf der «Masterlist» die SUISA bezugsberechtigt ist.

Aufgrund dieser Angaben weiss Youtube, dass die Urheberrechte für die gekennzeichneten Videos an die SUISA zu bezahlen sind. Erst jetzt kann der zweite Schritt im Reporting-Prozess erfolgen: Youtube erstellt Nutzungsmeldungen, die neben den Klickzahlen auch Angaben zu den Einnahmen enthalten. Die von Youtube ausbezahlte Vergütung besteht aus einem Anteil der Einnahmen, die durch Werbung erzielt wurde. Das Geld überweist Youtube an die SUISA. Die Verteilung an die Rechteinhaber erfolgt danach aufgrund der in der SUISA-Werkdatenbank gespeicherten Informationen.

Ähnliches Meldeprinzip bei Radio und TV

Vom Grundprinzip her ist das bei Youtube angewandte Verfahren vergleichbar mit den Sendemeldungen von Radio- und TV-Stationen. Die meisten Sender arbeiten heute mit digitalen Systemen. Aus diesen erstellen sie Meldelisten in Dateiform und übermitteln sie auf elektronischem Weg an die SUISA. Bei der SUISA findet der Abgleich mit der Werkdatenbank statt und die Tantiemen werden den bezugsberechtigten Urhebern und Verlegern zugeordnet.

Auch im Fall von Radio- und TV-Stationen brauchen Mitglieder der SUISA prinzipiell nicht zu melden, wenn ihr Lied gespielt wird. Es reicht, wenn ein Werk einmal korrekt bei der SUISA angemeldet wird und in der Folge in der Werkdatenbank registriert ist. Das Reporting zwischen den Nutzern, in diesem Beispiel also den Sendeunternehmen, und der SUISA findet danach über (häufig automatisierte) Nutzungsmeldungen statt.

Sonderfall Youtube: Datenmenge und Datenqualität

Gegenüber dem gut etablierten System der Sendemeldungen von Radio-/TV-Stationen gilt es bei der Ausarbeitung des Meldesystems mit Youtube, der derzeit grössten Videoplattform der Welt, einige neue und schwierige Fragen zu klären.

Ein wesentlicher Unterschied zum Reporting mit Kunden wie eben zum Beispiel Radio-/TV-Sendern ist die Datenqualität: Bei Radio und Fernsehen werden die Musik-Datenbanken oft von Musikredaktoren gepflegt. Je genauer die Datenbanken gepflegt sind, desto korrekter sind die Angaben zu den gespielten Songtiteln auf den Meldelisten. Auf Youtube werden die Inhalte mehrheitlich von privaten Benutzern hochgeladen. Bei solchem «User generated content» wird in der Regel wenig Sorgfalt in Bezug auf Angaben zu verwendetem Material an den Tag gelegt. Entsprechend tief ist teilweise die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten von den Nutzungen auf Youtube.

Ein weitere Herausforderung ist die enorme Datenmenge: Verglichen zu Radio-/TV-Stationen ist das auf Youtube genutzte Repertoire um ein Vielfaches grösser. Youtube gibt an, dass aktuell 100 Stunden Videomaterial pro Minute auf Youtube hochgeladen werden. Gemäss der gleichen Statistik sollen monatlich durchschnittlich 1 Milliarde einzelner Benutzer insgesamt mehr als 6 Milliarden Stunden Videos auf Youtube konsumieren. Dabei gilt: 1 Benutzer schaut 1 Video = 1 Nutzung, die prinzipiell gemeldet werden muss. Im Fall der SUISA gilt das für Benutzer, die Videos von Computern mit Schweizer IP-Adressen aus anschauen.

Reporting vom Kunden entscheidend für korrekte Verteilung

Angesichts der riesigen Masse an Videos ist die SUISA auf ein automatisches Reporting von Youtube angewiesen. Die SUISA verfügt nicht über die Ressourcen, um einzelne Videos von Schweizer Künstlern auf der Plattform zu verfolgen. Hingegen bemüht sich die SUISA wie bei allen Kunden in Zusammenarbeit mit dem lizenzierenden Unternehmen ein möglichst korrektes und umfassendes Reporting aufzubauen, soweit dies in Bezug auf den Verwaltungsaufwand noch als sinnvoll erscheint. Nur so kann die SUISA den Rechteinhabern auszahlen, was ihnen an Vergütungen auch zusteht.

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Streamripping – Kassettenrekorder im InternetStreamripping – Kassettenrekorder im Internet Streamripping-Software zeichnet Audio- und Videostreams auf. Dadurch kann eine Kopie des vollständigen Streams als Datei abgespeichert werden. Im Schweizer Urheberrechtsgesetz ist eine Vergütung für die Privatkopie festgelegt, die auf Aufnahme- und Speichermedien anwendbar ist. Die Streamrip-Apps werden von der gesetzlichen Vergütungspflicht nicht erfasst – wie zuvor die Kassettenrekorder. Weiterlesen
Wie die SUISA Vergütungen für Privatkopien verteiltWie die SUISA Vergütungen für Privatkopien verteilt Im Jahr 2014 hat die SUISA aus den Gemeinsamen Tarifen für Vergütungen von Privatkopien einen Anteil von rund 13 Mio. Schweizer Franken eingenommen, von denen rund 6,5 Mio. Schweizer Franken auf die Mitglieder der SUISA entfallen. Bei der Verteilung dieser Einnahmen handelt es sich um eine Pauschalverteilung ohne Programmunterlagen. Ein Überblick zeigt auf, wie die SUISA die Vergütungen für Privatkopien verteilt. Weiterlesen
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  1. Marco sagt:

    I have a key question after reading this article, about the sentence:
    „In the case of SUISA this applies for users who watch videos from computers with a Swiss IP address.“
    This means that I can retrieve money only from the cliks that come from Switzerland? What happens with the clicks coming from the rest of the world?
    Thank you in advance for clarifying

    • Manu Leuenberger sagt:

      The agreement with YouTube covers the repertoire of SUISA members for the exploitation via the video platform in many countries. In particular, the agreement governs user access from Swiss IP addresses as well as access from the EU region, EFTA, EEA and other countries outside of Switzerland. For exploitations in these territories included in the contractual arrangements, remuneration is paid by YouTube to SUISA and we pass this remuneration on to the rights holders.
      Manu Leuenberger / SUISA communication department

  2. Linus Walter sagt:

    Verstehe ich das richtig, für unsere YouTube-Inhalte, die ausserhalb der Schweiz abgespielt werden, erhalten wir nichts?
    Oder habe ich das falsch verstanden?

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Linus
      Zuerst einmal bitten wir für unsere verspätete Antwort um Entschuldigung.
      Zu Deiner Frage: Durch den Vertrag mit Youtube ist das Repertoire der SUISA-Mitglieder für die Nutzung auf der Video-Plattform in einer Vielzahl von Ländern lizenziert (siehe dazu auch unsere Medienmitteilung zum Vertragsabschluss vom 25.9.2013 http://www.suisa.ch/de/news/news-archiv/news/article/2013/09/25/suisa-und-youtube-einigen-sich-auf-lizenzvertrag/). Konkret gilt der Vertrag neben Nutzer-Zugriffen von Schweizer IP-Adressen auch für Zugriffe u.a. aus dem Gebiet der EU, EFTA, EWR und weiteren Ländern ausserhalb der Schweiz. Für Nutzungen in diesen vertraglich vereinbarten Ländern werden allfällige Vergütungen von Youtube direkt an die SUISA ausbezahlt und von uns an die Rechteinhaber weitergeleitet.
      Nochmals sorry für die späte Antwort und viele Grüsse
      Manu Leuenberger / Kommunikation SUISA

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Wie, wo und wann kann man der SUISA seine Werke auf Youtube melden, haben Mitglieder so oder ähnlich in letzter Zeit oft gefragt. Weshalb Urheber der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf der Videoplattform zuzuschicken brauchen, erklären wir in der nachfolgenden Antwort auf eine Mitgliederanfrage. Text von Manu Leuenberger

Youtube Werke Meldung

Mein Werk auf Youtube: Keine spezifische Meldung an die SUISA nötig. (Bild: Manu Leuenberger)

«Für die SUISA wird es wohl schwierig sein, alle Videos von Schweizer Künstlern [auf Youtube] zu verfolgen. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass dies automatisch geschehen wird. Ist es darum notwendig, ein Video, bei dem man selber Urheber ist und deshalb die Abgaben darauf erhalten möchte, der SUISA zu melden?»

Automatisches Reporting zwischen SUISA und Youtube

Urheber brauchen der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf Youtube zuzuschicken. Zwischen Youtube…Weiterlesen