Tagarchiv: Online-Lizenzierung

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

Die Jahresrechnung 2019 der SUISA schliesst sehr erfreulich ab. Die Einnahmen aus Urheberrechten belaufen sich auf Fr. 155,25 Mio., das sind 3% mehr als im Vorjahr. Damit können im Jahr 2020 nach Abzug der Kosten Fr. 129,34 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland verteilt werden. Dem ansehnlichen Wertschriftenerfolg ist zu verdanken, dass dazu noch eine Zusatzverteilung von 7% auf allen Abrechnungen gewährt werden kann.

Schriftliche Abstimmung anstelle Generalversammlung 2020

Der Vorstand beschloss, dass die für diesjährige Generalversammlung traktandierten Geschäfte ausnahmsweise schriftlich zur Abstimmung gelangen, weil nicht absehbar ist, ob am 26. Juni, dem Datum der Versammlung, eine solche Veranstaltung im Bierhübeli in Bern durchgeführt werden könnte. Die Unterlagen zur schriftlichen Abstimmung werden den Mitgliedern Ende Mai zugeschickt.

An der Generalversammlung sind auch zwei Ersatzwahlen in die Gremien – dieses Mal auf schriftlichem Weg – vorzunehmen: Als Nachfolger von Grégoire Liechti in der Verteilungs- und Werkkommission schlägt der Vorstand Michael Hug vor. Die Kandidatin für die Nachfolge des verstorbenen Reto Parolari als Vorstandsmitglied heisst Melanie Oesch.

Geschäftsgang in der Corona-Krise: Vorstand bildet Taskforce

Am eingehendsten zu besprechen war im Vorstand neben diesen üblichen Themen der Frühjahrsitzung die Bedrohung durch das Coronavirus, besser gesagt durch die Folgen der Schliessung von Betrieben und dem Aufführungsverbot. Mittlerweile ist bekannt, dass mindestens bis Ende August keine Grosskonzerte möglich sind, und auch kleinere Anlässe dürften nur unter hohen Sicherheitsauflagen, was sich auf die Besucherzahl auswirken wird, stattfinden. Es ist denkbar, dass diese einschränkenden Massnahmen sogar noch für längere Zeit aufrechterhalten bleiben.

In Anbetracht dieser Umstände ist mittlerweile von einem halbierten Budget im Bereich der Konzerte, der Unterhaltungsanlässe und bei den Einnahmen aus Musikunterhaltung im Gastgewerbe auszugehen. Auf das gesamte Einnahmenbudget der SUISA hätte das einen Rückgang von 25% oder Fr. 38 Mio. zur Folge. Eine genaue Prognose ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich, da die weiteren Entwicklungen bis Ende Jahr nur beschränkt absehbar sind. Der Vorstand hat eine Taskforce gebildet, um zusammen mit der Geschäftsleitung die Auswirkungen dieser Mindereinnahmen auf den Geschäftsgang zu prüfen und insbesondere notwendige Sparmassnahmen auf Kostenseite zu ermitteln.

Entwicklungen im Online-Lizenzmarkt

Ein weiteres wichtiges Thema, auch in Zusammenhang mit dem Jahresabschluss der SUISA-Gruppe, war die Entwicklung im Online-Lizenzmarkt. Bekanntlich lizenzieren wir seit drei Jahren mit der Firma SUISA Digital Licensing über die Joint-Venture-Unternehmung Mint Digital Services zusammen mit der amerikanischen SESAC die Rechte der SUISA-Mitglieder nicht nur in der Schweiz und in Liechtenstein, sondern europaweit, oder wo es die Verträge zulassen, sogar weltweit.

Durch das «Pooling» von Repertoire wird die SUISA mit Mint zu einem wichtigen Anbieter von Dienstleistungen in diesem Bereich. Die Firmen Mint und SUISA Digital Licensing sind dabei als Start-up-Unternehmen noch nicht profitabel. Der Vorstand erteilte deshalb der Geschäftsleitung den Auftrag, die Perspektiven für den Break-even genauer zu evaluieren und in verschiedenen Szenarien berechenbar darzustellen.

Die nächsten Vorstandssitzungen finden erneut per Videokonferenz am 25. Mai und am 25. Juni 2020 statt.

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Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

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Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb

Das Geschäft im Online-Bereich ist – nicht nur für Urheberrechtsgesellschaften – durch einen dauernden Wandel geprägt. Im zweiten Teil des Gesprächs macht SUISA-CEO Andreas Wegelin einen Ausblick, was der heutige Stand ist und über welche Szenarien diskutiert wird. Interview von Gastautor Silvano Cerutti

Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb

Der Musikkonsum läuft anders als vor 15 Jahren: Aus den Umsätzen der Digital Service Provider entfallen etwa 12 bis 15 Prozent auf die Urheberinnen und Urheber, was Vergütungen im Mikrorappenbereich pro Wiedergabe ergibt. (Bild: LikeBerry)

Andreas Wegelin, reden wir über Relationen und Grössenverhältnisse. Von Streaming-Dienstleistern wie etwa Spotifyerhalten die Komponistinnen und Komponisten Mikrorappenbeträge pro Wiedergabe vergütet. Wieviel Prozent des Umsatzes ist das, wenn man es hochrechnet?
Andreas Wegelin: Wenn man nur die Urheberrechte anschaut, sind das etwa 12 bis 15 Prozent von etwa 70% Gesamtumsatz des Service Providers. Der Rest entfällt für Aufnahme, Produzent, Interpret. Das entspricht in etwa der Situation offline in der Schweiz. Die Urheberrechte der Komponisten sind dort über staatlich genehmigte Tarife geregelt. Diese sind sogar leicht tiefer. Ein Monopol bringt also nicht unbedingt das bessere Ergebnis für die Urheber.

Warum kommt eigentlich nur so wenig für den Urheber zusammen? Ohne den gäbe es das Stück ja gar nicht, das andere interpretieren.
Da gebe ich Ihnen Recht. Wenn ein Komponist auch noch gut singen kann, also sein eigener Interpret ist, erhält er mehr. Das ist aber auch offline so. Da bekommt ein singender Urheber auch mehr von seiner Plattenfirma als von uns – weil der Produzent dem Service Provider auch die Musik-Aufnahme liefert, die abgespielt werden kann. Das tut nicht die SUISA, sondern Firmen wie Sony, Universal etc., die damit auch über die entsprechende Marktmacht verfügen.
Zudem, machen wir mal den Vergleich mit den Radiosendern: Ein Radio richtet sich an eine Vielzahl Hörer, die Streams an einen individuellen Hörer. Bricht man die Radioentschädigung runter auf einen Hörer, so ist die Summe nicht viel höher als im Streaming. Der Grund, warum das Streaming noch tiefer ist, liegt daran, dass ich im Radio fast nur Mainstream habe. Die Auswahl der Songs ist also begrenzt. Auf Streamingdiensten habe ich auch Nischenrepertoire. Mit anderen Worten (man behafte mich nicht auf den Zahlen): Im Radio habe ich eine «heavy rotation» von vielleicht 50 Songs im Monat, auf Spotify von 1000 Songs.

Kann ich davon ausgehen, dass ein Dienst wie Youtube in einem ähnlichen Umfang bezahlt wie Spotify?
Bei Youtube muss man die schwierig zu beantwortende Frage stellen: Worauf beziehen sich diese 12 bis 15 Prozent? Bei Spotify gibt es Abo-Einnahmen, bei Youtube hingegen haben wir nur Werbung: Es Sind also 12 bis 15% der Werbeeinnahmen, die in einem spezifischen Land auf einem spezifischen Video während eines spezifischen Zeitraums erzielt werden. Und wenn keine Werbung auf dem Video läuft, gibt es kein Geld, egal wie viele tausend Klicks insgesamt ausgewiesen werden?

Bei Youtube hat man zusätzlich das Problem, dass alle alles hochladen können, auch ohne Angabe von Rechten. Wie kann man herausfinden, was wem gehört?
Youtube versucht es automatisiert. Das funktioniert zum Teil und teils kommt es zu krassen Fehlentscheiden bei den Zuweisungen. Aber bei dieser Datenmenge geht es nur noch automatisiert. Für eine totale Kontrolle müsste man alle Soundfiles tracken können.

Das heisst, die Zukunft muss der Uploadfilter sein?
Dazu läuft in der EU eine grosse Diskussion. Bislang galt in der EU das Prinzip «safe harbour», das besagte: Ein Digital Service Provider (DSP) ist nicht verantwortlich für die Inhalte, die bei ihm hochgeladen werden. Die Regelung stammt aus dem Jahre 2002 und sollte die Entwicklung des Online-Datenaustauschs fördern. Damals gab es Youtube noch gar nicht. Youtube konnte dann von der Regelung profitieren, obwohl massenweise geschützte Inhalte über Youtube verbreitet werden. Inzwischen kommt dem Schutz des Urhebers wieder grössere Bedeutung zu. Youtube droht jetzt aber, Inhalte zu sperren, weil es zu kompliziert sei, in jedem Einzelfall für eine Abgeltung der Rechte zu sorgen. Damit wären dann gewisse Inhalte nicht mehr verfügbar und das sei eine gravierende Beschneidung der Meinungsfreiheit.

Gibt es denn Alternativen dazu?
Man könnte einen gesetzlichen Vergütungsanspruch für Urheber einführen, so ähnlich wie die Leerträgervergütung für die Privatkopie. Das würde bedeuten: Youtube ist die Verbreitung von Inhalten erlaubt, aber Youtube muss von Gesetzes wegen etwas dafür bezahlen. Bei der Leerträgervergütung war damals die Argumentation: Man kann nicht kontrollieren, was jemand auf Kassette aufnimmt, also braucht es eine Pauschallösung und die könnte sein, dass man auf jedem Leerträger eine Vergütung von z.B. 5 Rappen pro Stunde zu Gunsten der Urheber bezahlt. So etwas Ähnliches wäre auch für Online-Nutzungen möglich, ist aber hoch umstritten.

Welche Lösung wäre besser für die Urheber?
Für die Urheber in unserer Grössenordnung wäre die Pauschale besser, für die grossen Rechteinhaber ist es das heute geltende Verbotsrecht. Das gibt ihnen genügend Macht, um mit Youtube oder Google direkt zu verhandeln. Google kann sie nicht einfach übersehen. Wir hingegen mussten erst selber aktiv werden, um mit Youtube über eine Lizenz zu sprechen. Dies war auch ein Grund für unser Joint Venture und unseren Ansatz, das vertretene Repertoire zu erweitern.

Wie lange braucht man eigentlich, um einen Vertrag mit einer Plattform dieser Grössenordnung auszuhandeln?
Seit wir Teil der Joint License sind und über Mint verarbeiten, hat sich die Dauer verkürzt. Je nach Anbieter dauert es aber zwischen einem und acht Monaten. Und wenn man einen Vertrag erneuern will, sind es vier bis fünf Monate.

Und welche Strategie verfolgt die SUISA, wenn die Vertragsverhandlungen mit einem Anbieter scheitern?
In einem solchen Fall – er ist recht selten, in aller Regel findet man unter vernünftigen Geschäftspartnern eine Lösung – müssen wir um die Anerkennung und die angemessene Vergütung für die Nutzung der Rechte unserer Mitglieder vor Gericht streiten.

Wie viele DSP gibt es insgesamt?
Eigentlich zu viele (lacht). Es sind Dutzende. Man beginnt natürlich bei den Wichtigsten, also bei den Grössten. Es sind etwa 15. Aber Mint will in anderen Territorien ausbauen. In Indien beispielsweise sind die beiden grossen Telekomfirmen auch wichtige Musikprovider, das ergibt andere Konstellationen.

Ich bin Genossenschafter der SUISA, darf ich diese Verträge sehen?
Nein. Ein Provider will verhindern, dass ein Konkurrent den Vertrag sehen kann. Deshalb gibt es immer eine Geheimhaltungsklausel. Ein Genossenschafter der SUISA sieht jedoch am Ende, was er erhält. Wenn ihm das nicht passt, kann er die Rechte jederzeit jemand anderem übertragen. Ich bezweifle aber, dass er dort Einsicht in die Verträge erhält. Das ist eine Folge des Konkurrenzmarktes.

Im Dezember 2019 wurde bekannt, dass die Gema die Mehrheitsbeteiligung an der Zebralution GmbH, einem Digitalvertrieb, erworben hat. Was bedeutet diese Entwicklung für die SUISA?
Die Gema versucht auf diese Weise, verstärkt im Geschäft mit Daten für die Werke ihrer Mitglieder aktiv zu sein. Durch die Zusammenarbeit mit einem Digitalvertrieb kann es der Gema gelingen, ihren Mitgliedern einen rundum-Service anzubieten, also nicht nur die Wahrnehmung der Urheberrechte, sondern auch von verwandten Schutzrechten. Auch die SUISA wird sich überlegen, was für Schritte sinnvoll sind für einen möglichst umfassenden Service für die Mitglieder im Bereich der digitalen Verbreitung von Musik.

Züri West hat mit «I schänke dir mis Härz» Geld verdient, «079» von Lo & Leduc ist mindestens so erfolgreich, aber weit weniger ertragreich.
Wahrscheinlich ist das so. Diesen Unterschied macht es aber nicht nur für Lo & Leduc, sondern für alle, weltweit, weil eben der Musikkonsum anders läuft als vor 15 Jahren. Deshalb sind Konzerte wichtiger geworden und deshalb ist der ganze Sendebereich so wichtig, weil wir dort noch einigermassen stabile Verhältnisse haben …

Aber?
Das Problem ist, dass immer mehr Werbung ins Netz wandert. Die Lizenzgebühr für Senderechte ist abhängig vom Umsatz des Senders, dieser entspringt zu einem grossen Teil der Werbung. Die Einnahmen sinken markant, weil sich die Werbung immer mehr ins Internet verlagert.

Ein ähnliches Szenario wie bei den Zeitungen.
Genau. Das ist schwer in den Griff zu bekommen. Die nächsten Online-Verträge werden mehr Gewicht darauf legen müssen. Das ist hochspannend, eigentlich. Und natürlich gelingt es nicht immer auf Anhieb, sondern es braucht harte Verhandlungen und wenn nötig sogar Gerichtsverfahren. Das hatte man in den 70ern und 80ern ebenfalls, als es darum ging, Vergütungen für die Kabelweitersendung zu erhalten. Es gibt also immer neue Entwicklungen und Angebotsformen für Musik. Diese müssen wir im Auge behalten und es ist unsere spannende und dankbare Aufgabe, zugunsten unserer Mitglieder eine Vergütung auszuhandeln.

Zum ersten Teil des Interviews: «Schöne neue Welt»

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  1. Rolf Hug sagt:

    Very interesting. Also to mention that the big publishing companies don’t play by the code of conduct and
    can get away with anything.

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Der Musikkonsum läuft anders als vor 15 Jahren: Aus den Umsätzen der Digital Service Provider entfallen etwa 12 bis 15 Prozent auf die Urheberinnen und Urheber, was Vergütungen im Mikrorappenbereich pro Wiedergabe ergibt. (Bild: LikeBerry)

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Schöne neue Welt

«Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs», ist SUISA-CEO Andreas Wegelin überzeugt. (Foto: Günter Bolzern)

Andreas Wegelin, die Abrechnung der Online-Tantiemen ist von Verzögerungen betroffen, was bei einigen Mitgliedern Enttäuschung ausgelöst hat. Können Sie das verstehen?
Andreas Wegelin: Es ist unser Job, für die Mitglieder möglichst viel herauszuholen, nicht nur online, sondern bei allen Nutzungen. Wenn es zu Kritik kommt, nehmen wir das ernst und gehen ihr nach. Es ist aber auch so, dass einige Mitglieder mehr erhalten haben als auch schon, und die sind nicht enttäuscht.

Ist die Frage falsch gestellt?
Allenfalls ist die Erwartungshaltung zu hoch. Heute wird Musik viel kleinteiliger konsumiert, von einer CD sind es vielleicht noch ein, zwei Lieder, und das schlägt sich auch in den Umsätzen nieder.

Aber die Mitglieder sollten viermal jährlich eine Abrechnung erhalten. Das hat 2019 nicht ganz geklappt. Weshalb?
Das ist richtig. Das liegt unter anderem daran, dass ein grosser Kunde verspätet gezahlt hatte. Bei der Abrechnung im Juni wäre es dann um zu kleine Beträge gegangen: Auf der einen Seite wäre die Abrechnung für viele Mitglieder unter die sogenannte Freigrenze gefallen, sie hätten also gar nichts erhalten, und auf der anderen Seite wären die Verwaltungskosten zu hoch gewesen. Deshalb hatten wir beschlossen, die Abrechnung zu verschieben. Es ist aber unser Ziel, alles quartalsmässig abzurechnen.

Sie haben also kein Problem mit der angelieferten Datenmenge, die Sie zur Berechnung der Online-Tantiemen brauchen?
Nein, das gibt es nicht. Die angelieferte Datenmenge ist zwar riesig und es bedarf einer komplexen Verarbeitung mit vielen Ländern und Währungen; unsere Systeme haben sich aber als äusserst effizient erwiesen.

Jetzt kann ich auf Plattformen wie iMusician mein Werk hochladen, es wird von dort auf verschiedene Service Provider (Spotify etc.) verteilt und ich erhalte angezeigt, wie oft mein Werk wo genutzt wird. Kann das die SUISA auch?
Das sind unterschiedliche Geschäftsmodelle. iMusician beobachtet, wo eine einzelne Aufnahme überall gespielt wird. Die lässt sich natürlich viel besser tracken, als wenn man von einem Werk gleichzeitig Dutzende, wenn nicht Hunderte von Aufnahmen verfolgen muss. Hinzukommt, dass die Musikanbieter genau wissen, wer die Künstler einer Aufnahme sind, aber keine Informationen zu den Komponisten der Songs haben.

Ist die Aufgabe der SUISA ist komplexer?
Natürlich. Kommt hinzu, dass ich eine klare Angabe der Rechte mitliefern muss, wenn ich den Song bei einem solchen Verteildienst hochlade. Bei uns gehen hingegen auch Meldungen von Werken ein, die beispielsweise von einem Fan ohne jegliche Angaben hochgeladen wurden. Wenn ich aber unsere Verwaltungskosten mit den Gebühren von einem Service wie iMusician vergleiche, finde ich: wir können gut mithalten. Aber – solche Verteildienste zeigen uns, wie wir unseren Service künftig verbessern könnten und was am Markt gefragt ist.

Nämlich?
Das Stichwort ist Tracking. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn Werbespots mit Musik von Schweizern im Ausland gesendet werden, erhalte ich die Information über die Anzahl Ausstrahlungen am besten über ein Tracking-System. Heute haben wir – auch aus Kostengründen – ein System, bei dem uns die Sender die Angaben liefern. Da heisst es dann etwa «Nivea-Spot». Ja, welcher jetzt? Wenn ich die Melodie schon als Soundfile habe, kann ich den Spot so erkennen. Das ist eine Zukunft für uns, wenn auch nicht die dringendste Massnahme für online.

Die Automatisierung ist also nur so gut wie die Daten, die sie zur Verfügung hat?
Genau. Und die sind oft unvollständig.

Und was ist mit Monitoring-Dienstleistern wie Utopia Music, die Songs im gesamten Internet suchen können?
Monitoring ist ein grosses Thema. Wir verfolgen das sehr genau, es ist unter anderem ein Pilot geplant. Aber auch hier stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Bei einem internationalen Hitproduzenten kann das stimmen, bei einem Gesamtrepertoire wie dem unseren hingegen kann der Aufwand die Verwaltungskosten in unsinnige Höhen treiben.

Jetzt hat man den Rucksack der Vollständigkeit offline aber schon lange und dort funktioniert die Verteilung relativ gut. Online aber, wo man alles messen könnte, ist es kompliziert.
Das ist ärgerlich, ja. Das Offline-System ist seit bald 100 Jahren eingespielt. Dabei decken wir aber nur die Schweiz und Liechtenstein ab. Online müssen wir weltweit betrachten und haben auch noch Wettbewerb, also Konkurrenz, weil sich gemäss EU jeder Rechteinhaber aussuchen kann, von wem er sich vertreten lässt.

Wie wirkt sich das aus?
Früher hat man der SUISA über die sogenannten Gegenseitigkeitsverträge die Rechte an einem Werk zur Wahrnehmung in der Schweiz und im FL abgetreten. Danach konnte ich jedem Komponisten, egal ob Engländer oder Amerikaner, seinen Anteil aus der Schweiz weiterschicken und erhielt die entsprechenden Anteile aus dem Ausland für Schweizer Urheber.

Online hingegen …
… darf ich eben nur noch für den Rechteinhaber einkassieren, den ich auch selber vertrete, das dafür dann aber weltweit. Plötzlich müssen die Dokumentationen viel genauer und für andere Länder nachgeführt werden, weil es sonst nicht stimmt. Da meldet die eine Gesellschaft, ihr Anteil an diesem Werk betrage 80 Prozent, die andere hingegen sagt, sie vertrete 40 Prozent, ergibt total 120, und solche Dinge passieren andauernd.

Was bedeutet das in der Konsequenz?
Der Provider sagt: Solange ihr nicht wisst, wer wofür abrechnet, zahle ich nichts aus. Oder wir bekommen gar kein Geld, dafür den Hinweis: Ich habe schon an einen anderen gezahlt!

Wie kommt es zu diesen Disputen unter den Rechtevertretern?
Ich habe beispielsweise ein Werk mit einem Komponisten, einem Texter, einem Verlag, der aber einen Subverlag vereinbart hat und auf einem anderen Territorium einen dritten Verlag beauftragt, und jetzt kann sich jeder dieser Beteiligten seine eigene Gesellschaft aussuchen fürs Online. So sind dann vielleicht vier oder fünf Gesellschaften für jeweils einen Teil des Werks zuständig. Jetzt muss genau abgesprochen werden, welcher Teil mir gehört. Da beginnen die «Disputes», weil möglicherweise der Eintrag bei den anderen anders ist.

Gibt es keine Regelung unter den Urheberrechtsgesellschaften, wie man in solchen Situationen verfährt?
Man versucht, in technischen Arbeitsgruppen sich besser zu koordinieren. Aber wegen der neuen Konkurrenzsituation unter den Gesellschaften ist eine vollständige Lösung der Schwierigkeiten noch nicht gefunden.

Kleinteiliger Musikkonsum, noch kleinteiligere Rechtevertretung, internationaler Wettbewerb ohne reibungslose Abläufe – frustriert Sie das?
Nein, das ist ja genau das Spannende! Veränderungen wie das Internet kommen von aussen auf einen zu. Jetzt kann man da den Kopf in den Sand stecken oder eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs.

Aber Sie verstehen, wenn die Situation Urheber stresst?
Natürlich, sie stresst uns ja auch (lacht). Wir bauen hier einen neuen Service auf, der hoffentlich rentiert und gefragt ist und der für unsere Mitglieder das Beste herausholt. Das geht nur in kleinen Schritten und mit Rückschlägen, aber es gibt auch Fortschritte: Die Verträge konnten verbessert werden, die Infrastruktur modernisiert und die Dauer von Nutzung bis Verteilung konnte seit 2012 halbiert werden. Ich bin sehr zuversichtlich.

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Ausblick und Einblick

Der Vorstand hat sich in seinen Sitzungen vom 10. und 11. Dezember 2019 schwerpunktmässig mit dem Budget für das Jahr 2020 und der Strategie der SUISA für die nächsten fünf Jahre beschäftigt. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Ausblick und Einblick

Die Werbeumsätze verschieben sich vom TV- in den Online-Bereich. Die Verlagerung macht sich bei den Einnahmen aus Urheberrechten negativ bemerkbar. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock.com)

Das Budget für das Jahr 2020 war bereits am 27. November 2019 in der Sitzung der Vorstandskommission für Finanzen und Kontrolle vorbesprochen worden. Die Kommission wie der Vorstand mussten feststellen, dass der Investitions- und der Personalbedarf nach wie vor hoch ist, weil die SUISA neue Aufgaben übernommen hat.

Bei den neuen Aufgabenfeldern, die höheren Personalbedarf mit sich bringen, handelt es sich insbesondere um das Inkasso der Vergütungen für Hintergrundmusik und Empfang von Sendungen in Betrieben ausserhalb der Privatsphäre. Dieses Inkasso war bis Ende 2018 an das Inkasso der BILLAG für die gewerbliche Empfangsbewilligung gekoppelt. Seit 2019 führt es die SUISA selbst durch. Ebenfalls in zusätzliche personelle Ressourcen investiert werden muss bei der Informatik, weil die Selfservices für Kunden und Mitglieder auf der SUISA-Webplattform «Mein Konto» stark erweitert werden sollen. Auch der weitere Ausbau der Aktivitäten bei der weltweiten Lizenzierung des Online-Musikvertriebs durch die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing AG und das Joint Venture Dienstleistungsunternehmen mit SESAC zieht einen höheren Personalaufwand nach sich.

Budget genehmigt, Zukunft besprochen

Auf Seite der Einnahmen macht sich die Verlagerung der Werbeumsätze vom TV- in den Online-Bereich bemerkbar. Die Einnahmen aus den Senderechten stagnieren, während jene im Bereich Online-Nutzungen nicht im selben Masse ansteigen. Der Vorstand hat deswegen für das Jahr 2020 ein Budget mit einem leicht schlechteren Verhältnis von Kosten zu Einnahmen genehmigt. Die Geschäftsleitung wurde zudem angehalten, für 2021 Massnahmen zu planen, damit das Verhältnis Kosten zu Einnahmen wieder sinkt.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde anhand des in der Oktober-Sitzung neu definierten Stategiepapiers weiter diskutiert. Die strategischen Schwerpunkte der nächsten Jahre sind mit den Stichworten Services, Verhältnis Ertrag/Kosten, Wettbewerb und Innovation umschrieben. Der Vorstand hat dazu in der Dezember-Sitzung eine Roadmap für das Jahr 2020 festgelegt.

Der Vorstand liess sich im weiteren über die personellen Veränderungen bei der Führung der Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing AG und bei Mint Digital Services, dem Joint Venture mit SESAC, informieren und hat die weiteren Ausbauschritte im Bereich der territorial nicht mehr beschränkten Lizenzierung von Musik in Online-Services besprochen.

Verteilungsreglement und Ersatzwahl

Die Kommission für Tarife und Verteilung und anschliessend der gesamte Vorstand haben zwei Änderungen des Verteilungsreglements beschlossen, nämlich eine Anpassung der Gewichtung der Musik bei Verkaufssendungen in Werbefenstern ausländischer Fernsehsender und die Aufhebung der Verteilungsklasse 4A. Diese Beschlüsse unterliegen der Genehmigung durch das IGE, unserer Aufsichtsbehörde. Weiter hat der Vorstand die Kostenabzüge auf den Abrechnungen 2020 beschlossen. Diese sollen gleich bleiben wie im Jahre 2019.

Nach der Wahl von Grégoire Liechti in den SUISA-Vorstand durch die GV 2019 ist ein Sitz in der Verteilungs- und Werkkommission neu zu besetzen. Gesucht wurde ein Musikverleger. Der Vorstand will der Generalversammlung 2020 dafür Michael Hug, Inhaber der Verlagsfirma Ruh Musik AG, vorschlagen.

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Zwei neue Gesichter an der Vorstandssitzung im HerbstZwei neue Gesichter an der Vorstandssitzung im Herbst An der Generalversammlung im Juni 2019 wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand der SUISA gewählt. Beim ersten Zusammentreffen nach den Wahlen anlässlich der Herbstsitzungen hat sich der Vorstand neu konstituiert und befasste sich unter anderem mit der Kostenträgerrechnung und der Unternehmensstrategie. Weiterlesen
Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen der Gemeinsamen Tarife K und ZÄnderungen bei der Verteilung der Einnahmen der Gemeinsamen Tarife K und Z Die 20-Franken-Grenze bei der Verteilung der Einnahmen aus den Gemeinsamen Tarifen K (Konzerte) und Z (Zirkus) wird aufgehoben. Damit verbunden werden die Zuweisungen, die bis anhin in die Verteilungsklasse 4C geflossen sind, neu geregelt. Die beschlossenen Anpassungen betreffen die Ziffern 4.1, 4.2, 5.4 und 5.5 des SUISA-Verteilungsreglements. Weiterlesen
Das erste Jahr der SUISA Digital Licensing AGDas erste Jahr der SUISA Digital Licensing AG Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren gründete die SUISA ihre Tochtergesellschaft, die SUISA Digital Licensing AG. Die Tochtergesellschaft hat nun ihr erstes vollständiges Geschäftsjahr hinter sich. Ein Jahr, das vollumfänglich im Zeichen des Aufbaus stand und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse brachte. Es ist Zeit für einen Rückblick und ein erstes Zwischenfazit. Weiterlesen
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Bericht aus dem Vorstand: Ausblick und Einblick

Die Werbeumsätze verschieben sich vom TV- in den Online-Bereich. Die Verlagerung macht sich bei den Einnahmen aus Urheberrechten negativ bemerkbar. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock.com)

Das Budget für das Jahr 2020 war bereits am 27. November 2019 in der Sitzung der Vorstandskommission für Finanzen und Kontrolle vorbesprochen worden. Die Kommission wie der Vorstand mussten feststellen, dass der Investitions- und der Personalbedarf nach wie vor hoch ist, weil die SUISA neue Aufgaben übernommen hat.

Bei den neuen Aufgabenfeldern, die höheren Personalbedarf mit sich bringen, handelt es sich insbesondere um das Inkasso der Vergütungen für Hintergrundmusik…Weiterlesen

Gesamthaft erfreuliches Geschäftsjahr 2018

Der SUISA-Vorstand und seine Kommissionen für Tarife und Verteilung sowie für Organisation und Kommunikation trafen sich zu den ordentlichen Frühjahrssitzungen am 9. und 10. April 2019 am SUISA-Hauptsitz in Zürich. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Gesamthaft erfreuliches Geschäftsjahr 2018

Neben der Genossenschaft SUISA gibt es nun auch eine SUISA-Gruppe, zu der die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing und die 50%-Beteilung am Joint Venture Mint Digital Services AG gehören. (Foto: Natalie Schlumpf)

Das wichtigste Thema an der Frühjahrsitzung sind traditionellerweise die Beschlüsse über die Jahresrechnung des vergangenen Jahres zuhanden der Generalversammlung. Die SUISA erstellt ab diesem Jahr zwei Rechnungen nach dem Standard Swiss GAAP FER. Eine Rechnung des Mutterhauses, der Genossenschaft SUISA, und eine sogenannte Konzernrechnung für die SUISA-Gruppe. Zur Gruppe gehört die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing mit Sitz in Vaduz (FL) und die 50%-Beteiligung an der Firma Mint Digital Services AG, Zürich, ein Joint Venture der SUISA mit der amerikanischen Gesellschaft für Musikrechte SESAC.

Die Jahresrechnung der Gruppe wie auch des Mutterhauses schliessen gesamthaft erfreulich. Die Gesamteinnahmen haben einen neuen Höchststand von 160,8 Mio. Franken erreicht. Dazu beigetragen haben mit erstmals über Fr. 10 Mio. die Einnahmen aus Lizenzierung des Online-Musikgeschäfts.

Leider sind die Nebeneinnahmen vergangenes Jahr wesentlich geringer ausgefallen. Der Grund liegt im schlechten Anlagejahr. So gab es 2018 nur 0,6 Mio. Franken Wertschriftenertrag. 2017 waren es 3 Mio. Franken. Dieses Geld fehlt nun bei der Deckung des Aufwands 2018. Trotzdem sollen die Kostenabzüge auf den Abrechnungen an die Mitglieder nicht ansteigen. Der Vorstand beschloss deshalb, mehr Geld aus den freiwerdenden Verpflichtungen zur Finanzierung der Kosten zu verwenden, und hat deshalb die Zusatzverteilung von 7% auf 5% reduziert.

Vorbereitungen auf die Generalversammlung

Weitere Themen waren die Vorbereitung der übrigen Geschäfte für die Generalversammlung: die Auseinandersetzung mit den Risiken der Gesellschaft, den daraus entstehenden Lagebericht und Verabschiedung des gesamten Geschäftsberichts zuhanden der GV. Schliesslich waren die Wahlvorschläge für zwei aus dem Vorstand zurücktretende Mitglieder zu beschliessen und aufgrund der neuen Statuten notwendig gewordene Dokumente zu Anlagepolitik und zur Entschädigung der Vorstandsmitglieder zu verabschieden.

Der Vorstand hat davon Kenntnis genommen, dass sich die Geschäftsleitung mit den zuständigen Abteilungen darum bemüht und sich einsetzt, das Inkasso von Vergütungen aus dem Ausland zu tätigen. Es gilt dabei zu beachten, dass Gesetze, Tarife und Verteilungsregeln bei unseren Schwestergesellschaften unterschiedlich sind und die SUISA nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann. Der Vorstand lehnte aus diesem Grund die Vergleichsforderung eines Mitglieds ab, welches der Ansicht war, zu geringe Vergütungen für Nutzungen aus dem Ausland erhalten zu haben.

Zuletzt musste der Vorstand Abschied nehmen von der Direktionsassistentin Dora Zeller, welche die SUISA in Richtung Pensionierung verlässt. Der Präsident Xavier Dayer bedankte sich im Namen des gesamten Vorstands für die mit Bravour wahrgenommene Drehscheibenfunktion, welche Dora Zeller die letzten 10 Jahre innehatte, und wünschte ihr alles Gute für den beginnenden dritten Lebensabschnitt.

«Jahresergebnis der SUISA Gruppe: Starkes Wachstum im Online-Bereich» (PDF), Medienmitteilung, 4. Juni 2019

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Der SUISA-Vorstand und seine Kommissionen für Tarife und Verteilung sowie für Organisation und Kommunikation trafen sich zu den ordentlichen Frühjahrssitzungen am 9. und 10. April 2019 am SUISA-Hauptsitz in Zürich. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Gesamthaft erfreuliches Geschäftsjahr 2018

Neben der Genossenschaft SUISA gibt es nun auch eine SUISA-Gruppe, zu der die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing und die 50%-Beteilung am Joint Venture Mint Digital Services AG gehören. (Foto: Natalie Schlumpf)

Das wichtigste Thema an der Frühjahrsitzung sind traditionellerweise die Beschlüsse über die Jahresrechnung des vergangenen Jahres zuhanden der Generalversammlung. Die SUISA erstellt ab diesem Jahr zwei Rechnungen nach dem Standard Swiss GAAP FER. Eine Rechnung des Mutterhauses, der Genossenschaft SUISA, und eine sogenannte Konzernrechnung für die SUISA-Gruppe. Zur Gruppe gehört die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing mit Sitz in Vaduz (FL) und die 50%-Beteiligung an der…Weiterlesen

Das erste Jahr der SUISA Digital Licensing AG

Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren gründete die SUISA ihre Tochtergesellschaft, die SUISA Digital Licensing AG. Die Tochtergesellschaft hat nun ihr erstes vollständiges Geschäftsjahr hinter sich. Ein Jahr, das vollumfänglich im Zeichen des Aufbaus stand und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse brachte. Es ist Zeit für einen Rückblick und ein erstes Zwischenfazit. Text von Fabian Niggemeier

Das erste Jahr der SUISA Digital Licensing AG

Das erste Geschäftsjahr der SUISA Digital Licensing AG war geprägt von Verhandlungen mit vielen «Music Service Providern», erfolgreich geführt gemeinsam mit der SESAC Digital Licensing AG. (Foto: MichaelJayBerlin / Shutterstock.com)

Mit der Gründung der Tochtergesellschaft, kurz SUISA Digital genannt, lagert die SUISA die gesamte grenzüberschreitende und internationale Onlinelizenzierung aus. Neu ist die SUISA selbst nur noch für die Lizenzierung von Musiknutzungen auf Homepages und Musikdiensten zuständig, die sich nur an Schweizer Publikum richten.

Die Aufgaben der SUISA Digital

Seit bald sechs Jahren vergibt die SUISA für Online-Nutzungen paneuropäische Lizenzen. Mit anderen Worten werden die Rechte der SUISA-Mitglieder in der Onlinewelt nicht nur für die Schweiz vergeben, sondern direkt für ganz Europa. Dank hervorragenden IT-Systemen in diesem Bereich konnte die SUISA die Einnahmen ihrer Mitglieder beträchtlich erhöhen.

Im Jahr 2017 stand ein weiterer Schritt an: Die SUISA gründete mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC das Joint Venture Mint Digital Services. Bis anhin verhandelte die SUISA Verträge mit Musikanbietern im Internet («Music Service Provider», kurz: MSP) und administrierte die Verträge im Anschluss selbst. Mit der Gründung des Joint Ventures wurden diese zwei grundlegenden Tätigkeiten getrennt und ausgelagert. Mint Digital Services ist für die Administration der Verträge verantwortlich, d.h. die technische Verarbeitung und die Rechnungstellung im Namen der Rechteinhaber, während SUISA Digital für die Marktüberwachung, die Markterschliessung und das Aushandeln der Verträge zuständig ist. Als weitere Neuerung wurde die Gültigkeit der Verträge von Europa auf fast die ganze Welt ausgedehnt.

SUISA Digital baut somit ein globales Lizenzierungssystem auf und bietet dieses System auch Dritten an. Verwertungsgesellschaften aus anderen Ländern können SUISA Digital ebenso beauftragen wie Verlage (für ihr angloamerikanisches Repertoire) oder Urheber aus aller Welt. Damit kann eine kosteneffiziente Wahrnehmung der Rechte bestmöglich sichergestellt werden.

Gemeinsame Lizenzen

SUISA Digital geht dieser Aufgabe nicht alleine nach. Es ist im Interesse der Rechteinhaber wie auch der MSP, die Verhandlungen so effizient wie möglich zu gestalten. Das heisst mit so wenig Verträgen wie möglich, so viele Rechte wie möglich zu erlangen. Aus diesem Grund bietet SUISA Digital allen MSP an, den Vertrag auf das Repertoire der SESAC Digital Licensing AG (kurz: SESAC Digital) auszuweiten. Stimmt der MSP zu, so führen SUISA Digital und SESAC Digital die Verhandlungen gemeinsam und bündeln ihr Repertoire in eine Joint License.

Dies ist im Interesse der MSP, da sie weniger Verhandlungsaufwand haben, aber auch im Interesse von SUISA Digital und SESAC Digital, denn durch die Verbindung der Repertoires, kann ein für die Anbieter hochinteressantes «Paket» angeboten werden. Der Vorteil dieses Pakets ist auch, dass dieses nicht nur Kompositionen enthält, die in der Schweiz oder Europa genutzt werden, sondern die auf der ganzen Welt auf eine rege Nachfrage stossen.

Die Verhandlungen

Mit einem kleinen, aber motivierten Team ging es Ende 2017 nun darum, die Verhandlungen vorzubereiten. Eine Vielzahl von Informationen und Zahlen mussten zusammengetragen und verknüpft werden. Die Vertragsgestaltung ausserhalb der Schweiz und Europas stellte das Verhandlungsteam vor Herausforderungen. Man einigte sich darauf, den Preis der Musik im Wesentlichen an den lokalen Stellenwert der Musik und die lokale Kaufkraft zu knüpfen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass eine angemessene Entschädigung in Rechnung gestellt werden kann, die für die Konsumenten bezahlbar bleibt.

Aus wirtschaftlichen Überlegungen war es ausserdem klar, dass zuerst die grossen MSP angegangen wurden. Die sechs grössten Anbieter sind für rund 80% des Umsatzes verantwortlich. Natürlich gilt dieser statistische Durchschnitt nicht für die Musik von allen Mitgliedern: Wer in einer spezifischen Musikrichtung tätig ist, wird allenfalls auf Plattformen, die sich speziell auf dieses Genre fokussieren, den grösseren Umsatz haben. Trotzdem galt es, die Anbieter nach der Marktgrösse zu priorisieren; im Bewusstsein, dass gewisse dieser grossen Anbieter zu den mühsamen Verhandlungspartnern gehörten.

Mit einer Mischung aus Konsequenz, Verständnis und Härte gelang es, in den Verhandlungen gute Fortschritte zu machen. Nach zwölf Monaten konnten mit allen grossen MSP Verträge abgeschlossen werden oder die Verhandlungen stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Da diese Verträge nun im Trockenen sind, gilt es die Marktabdeckung zu vervollständigen.

Bis jetzt wurden gemeinsam mit der SESAC Digital Verträge mit den folgenden Anbietern abgeschlossen:
YouTube, Spotify, Apple Music, Apple iTunes, Google Play, Deezer, Beatport, Facebook, Soundcloud, Melody VR und Qobuz.

Laufende gemeinsame Verhandlungen finden statt mit den Anbietern:
Amazon, Napster, Tidal, Juke, 7Digital, dailymotion, Mixcloud, Red Karaoke, Soundtrack your Brand, What people play, Anghami, Auro, Bleep, Emoticast, Idagio, Smule, Xtendamix, Yousician, Better Day Wireless, DJ City, Juno, Linn Record, Musically, Recisio und Radionomy.

Hinzu kommen weitere rund 20 MSP, von welchen Rückmeldung erwartet werden, sowie rund 10 MSP, welche nur national in auserwählten Territorien tätig sind.

Verteilung

Wie eingangs erwähnt werden die Verträge vom Joint Venture Mint Digital Services verarbeitet und administriert. Die Verteilung der Einnahmen erfolgt jedoch über SUISA Digital und die SUISA. Dabei liegen zwischen der Nutzungsperiode und der Verteilung mindestens sechs Monaten. Der Grund hierfür ist, dass wir im Gegensatz zum traditionellen Offlinebereich nicht das Weltrepertoire vertreten. Wir können also nicht alles in Rechnung stellen und dann verteilen, sondern nur was wir identifizieren.

Diesbezüglich sind wir auf die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern angewiesen: Je schneller die Werke angemeldet werden, desto schneller können wir Rechnung stellen. Aus diesem Grund warten wir je nach MSP zwischen 60 und 100 Tagen mit dem Verarbeiten der Reports. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Grossteil der neuen und damit meistgenutzten Werke angemeldet sind und durch uns abgerechnet werden können. Verteilt werden die Einnahmen dann jeweils spätestens im Quartal, nachdem die Zahlung des MSPs Geld bei uns eingegangen ist.

Aktuell wird es auch zu grösseren Abrechnungen kommen. Da alle Verträge neu verhandelt wurden,konnte während der laufenden Verhandlungen keine Rechnung gestellt werden. In den Fällen von Spotify oder Deezer führte dies dazu, dass die Nutzungen des ganzen Jahres 2018 erst Anfang 2019 in Rechnung gestellt wurden.

Ausblick

Im zweiten Geschäftsjahr wird die SUISA Digital ihr Augenmerk erstens darauf richten, den Musikmarkt im Internet so lückenlos als möglich zu erfassen. Zweitens gilt es parallel dazu neue Märkte auch ausserhalb Europas zu erschliessen und dafür zu sorgen, dass die SUISA-Mitglieder von überall auf der Welt die ihnen zustehende Vergütung erhalten. Hierzu wird zusammen mit Mint laufend daran gearbeitet, die Systeme und Prozesse zu verbessern, um unseren Mitglieder auch zukünftig die bestmögliche Dienstleistung zu erbringen.

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  1. Walter Thut sagt:

    Guten Tag,
    einen Fall welcher mich und andere von der SUISA vertretene Komponisten betrifft, und die oben genannten Zeitverschiebungen bei den Abrechnungungen fuer Urheber stark in Frage stellt, moechte ich gerne hier beschreiben:

    Die Urheber des bei dere SUISA angemeldeten Songs BACK TO THE DIRTY TOWN haben viele Millionen Clicks uf Youtube, und viele Screenshots Belege dass dieser Song seit 2017 z.B. in der Schweiz, Frankreich und den USA dauernd Webungen vorgeschaltet hat.

    Leider haben die Urherber von der SUISA noch keine einzige Ueberweisung erhalten. Obwohl die SUISA uns vor mehr als einem Jahr bestatigt hat, dass sie cies Clicks auch erfasst haben, und dass wir Verguetungen von der SUISA bis spaetestens Ende 2018 bekommen werden, haben wir noch keine einzige Abrechung dazu, und keinen einzigen Rappen ueberwiesen erhalten.

    Bei unserem digitalen Vertrieb funktioniert hingegen die Abrechnung sehr gut, und liegt bei mehreren Tausend CHF pro Jahr.

    Was stimmt hier nicht?

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Das erste Jahr der SUISA Digital Licensing AG

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Mit der Gründung der Tochtergesellschaft, kurz SUISA Digital genannt, lagert die SUISA die gesamte grenzüberschreitende und internationale Onlinelizenzierung aus. Neu ist die SUISA selbst nur noch für die Lizenzierung von Musiknutzungen auf Homepages und Musikdiensten zuständig, die sich nur an Schweizer Publikum richten.

Die Aufgaben der SUISA Digital

Seit bald…Weiterlesen

Das Verwertungsrecht in der EU und die SUISA-Statutenrevision

Liechtenstein ist – anders als die Schweiz – seit 1995 Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums und muss als solches den grössten Teil der Rechtsvorschriften der Europäischen Union übernehmen. Was hat das Verwertungsrecht in der EU mit der Revision der SUISA-Statuten zu tun? Text von Bernhard Wittweiler

Das Verwertungsrecht in der EU und die SUISA-Statutenrevision

Die Entwicklung des Urheberrechts in Europa ist auch für die Schweizer SUISA von Bedeutung: Das Bild zeigt den CISAC-Präsidenten Jean-Michel Jarre am 6. März 2018, als er dem Europäischen Parlament eine von 14 000 Autoren und Komponisten unterzeichnete Petition übergab, die nach fairen Regeln im digitalen Markt verlangt, um damit den «Transfer of Value» im Internet zu stoppen. (Foto: CISAC / Iris Haidau)

Die Europäische Union (EU) hat seit Langem Regeln über die kollektive Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten durch Verwertungsgesellschaften aufgestellt. Zunächst ergingen dazu einzelne Entscheide der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), die sich auf das EU-Wettbewerbsrecht abstützten. Die EU-Gremien erreichten dadurch, die strikte territoriale Abgrenzung zwischen den Gesellschaften und die Exklusivität der Rechtsabtretung aufzubrechen, den Wechsel von Rechteinhabern zu einer anderen Gesellschaft zu erleichtern und ganz allgemein mehr Wettbewerb zwischen den Gesellschaften herzustellen.

Im aufkommenden Zeitalter der Online-Nutzung von Musik setzte die EU-Kommission mit ihrer Empfehlung vom Oktober 2005 einen weiteren Meilenstein. Sie wollte damit grösstmögliche Konkurrenz zwischen den Gesellschaften um die Verwaltung der Online-Rechte erreichen sowie die Transparenz und die Gleichbehandlung aller Rechteinhaber in den Gesellschaften verbessern. Die Empfehlung hatte die völlige Freiheit eines Rechteinhabers, welcher Gesellschaft in Europa er seine Online-Rechte anvertraut, die Bildung von one-stop-shops für Online-Lizenzen sowie multiterritoriale Online-Lizenzen zur Folge.

Regeln für die kollektive Verwertung

Doch dabei blieb es nicht. Mit den Jahren wuchs das Bedürfnis, die Tätigkeit der Verwertungsgesellschaften in der EU umfassend und einheitlich zu regeln und für die kollektive Verwertung einen harmonisierten Binnenmarkt zu schaffen. So wurde am 26. Februar 2014 die Richtlinie über die kollektive Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten sowie die Vergabe von Online-Rechten erlassen (CRM-Richtlinie). Richtlinien haben die Bedeutung von Gesetzen, wirken jedoch nicht unmittelbar, sondern müssen in den einzelnen Staaten der EU in das jeweilige innerstaatliche Recht umgesetzt werden.

Die CRM-Richtlinie verfolgt das Ziel, minimale Standards festzulegen in Bezug auf die geordnete Funktionsweise der Gesellschaften (Corporate Governance), deren Finanzmanagement, Transparenz und Rechenschaftspflichten gegenüber den Mitgliedern, Schwestergesellschaften und der Öffentlichkeit, die Mitbestimmungsrechte der Mitglieder, die Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung der Rechteinhaber, Schwestergesellschaften und Nutzer, die Streitbeilegung, die Verwaltung und Lizenzierung der Online-Rechte sowie die Beaufsichtigung der Gesellschaften durch die Behörden.

EU-Richtlinie für Liechtenstein verbindlich

Die CRM-Richtlinie der EU wurde für die Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), somit auch Liechtenstein, für verbindlich erklärt. Somit musste Liechtenstein die Richtlinie übernehmen und in seinem innerstaatlichen Recht umsetzen. Es schuf dazu ein eigenes, neues Gesetz, das liechtensteinische Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG), das am 29. März 2018 vom Landtag (Parlament) verabschiedet wurde. Die bisherigen Bestimmungen zur kollektiven Verwertung im FL-Urheberrechtsgesetz wurden ins VGG übernommen.

Die SUISA ist seit Jahrzehnten auch im Fürstentum Liechtenstein tätig, seit 1999 mit eigener Konzession der Regierung und unter der Aufsicht des dortigen Amts für Volkswirtschaft als Aufsichtsbehörde. Liechtensteinische Urheber und Verleger sind SUISA-Mitglieder, und die SUISA zieht in Liechtenstein gemäss ihren Tarifen die Urheberrechtsvergütungen für die dort stattfindenden Musiknutzungen ein. Wie in der Schweiz bedürfen die für Liechtenstein gültigen Tarife und das Verteilungsreglement einer staatlichen Genehmigung, und die SUISA hat der liechtensteinischen Aufsichtsbehörde jährlich Rechenschaft über ihre Geschäftstätigkeit abzulegen.

Anpassung der Statuten der SUISA

Mit ihrer Tätigkeit und Konzession in Liechtenstein untersteht die SUISA den liechtensteinischen Vorschriften über die kollektive Verwertung. Damit sind wir verpflichtet, die Vorgaben und Anforderungen des neuen VGG – und folglich der CRM-Richtlinie der EU – zu erfüllen. Die neuen Bestimmungen bringen keine umstürzenden oder grundlegenden Neuerungen mit sich, die meisten Vorschriften halten wir bereits ein und sind für uns seit Langem eine Selbstverständlichkeit. Dennoch besteht da und dort Anpassungsbedarf.

Die notwendigen Änderungen der SUISA-Statuten werden der Generalversammlung vom 22. Juni 2018 zur Abstimmung vorgelegt, so dass sie bei Annahme auf den 1. Januar 2019 in Kraft treten können.

Die wichtigsten der vorgeschlagenen Statutenänderungen sind die folgenden:

  • die Mitgliedschaft bei der SUISA ist nicht mehr von der Staatsangehörigkeit, vom Wohnsitz oder einer anderen besonderen Verbundenheit mit der Schweiz oder Liechtenstein (Urheber) bzw. von einer Präsenz in der Schweiz oder in Liechtenstein (Verleger) abhängig (Ziffer 5.1);
  • erweiterte Zuständigkeit der Generalversammlung (Ziffer 9.2.2);
  • Erstellung und Publikation eines Transparenzberichts, in dem zusätzlich zum Jahresbericht verschiedene Informationen und Kennziffern offengelegt werden (Ziffer 9.2.3);
  • Ermöglichung der elektronischen Teilnahme an der GV, wenn und sofern die gesetzlichen Vorschriften (im Schweizer OR) dies erlauben (Ziff. 9.2.10 neu);
  • Erklärungen von Vorstand und Geschäftsleitung an die GV betreffend Interessenkonflikten (Ziffern 9.3.11 und 9.6.4 neu);
  • Schaffung einer Beschwerdekommission (Ziffer 9.5 neu).

Statutenrevision wichtig für Online-Geschäft

Von der Statutenrevision abhängig ist ein wichtiges strategisches Geschäftsfeld der SUISA: Die SUISA lizenziert im Online-Bereich seit 2013 die Musik der SUISA-Mitglieder europaweit, teilweise sogar über die Grenzen von Europa hinaus. Gemäss der EU-Richtlinie müssen Verwertungsgesellschaften gewisse Standards erfüllen, damit sie in der Europäischen Union grenzüberschreitend lizenzieren dürfen.

Damit die SUISA die paneuropäische Lizenzierung im Online-Bereich weiter betreiben kann, müssen die Vorschriften der EU-Richtlinie eingehalten werden. Das Online-Geschäft ist ein Schwerpunkt in der SUISA-Strategie für die unmittelbare Zukunft. Mit der Revision der Statuten sind die Voraussetzungen gegeben, dass die SUISA direkt mit Online-Anbietern wie z. B. iTunes oder Spotify auch Nutzungen ausserhalb der Schweiz und Liechtenstein verhandeln und abrechnen kann.

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SUISA-Generalversammlung 2018: Ihre Meinung zählt!

Stimmberechtigte Mitglieder können sich bis am 19. Juni für die Generalversammlung der SUISA am 22. Juni 2018 im Bierhübeli in Bern anmelden. (Foto: Manu Leuenberger)

Die Generalversammlung 2018 der SUISA steht im Zeichen der Revision der Statuten. Die musikalische Geschäftswelt wandelt sich: mehr Konkurrenz, neue Technologien, internationale Vernetzung, strengere Vorschriften. Die SUISA will und muss mit der Entwicklung Schritt halten und die Basis schaffen für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Genossenschaft.

Der Generalversammlung wird deshalb eine Statutenänderung vorgeschlagen. Mit den vorgeschlagenen Änderungen werden die Statuten der SUISA an das Ende März 2018 verabschiedete liechtensteinische Verwertungsgesellschaftengesetz und damit an die europäische Richtlinie zur kollektiven Wahrnehmung von Urheberrechten angepasst.

Stärkung der Mitgliederrechte und des Online-Geschäfts

Die EU-Richtlinie, die in Liechtenstein nun in nationales Recht umgesetzt wurde, enthält Vorgaben, die eine Stärkung der Mitgliederrechte mit sich bringen. Neben Regeln zur Transparenz sowie zur Beaufsichtigung der Verwertungsgesellschaften ist ein wesentlicher Punkt, den Mitgliedern ein Beschwerdeverfahren zur Verfügung zu stellen. Die SUISA will dafür eine Beschwerdekommission bilden mit erfahrenen Personen aus dem Musikbereich und juristisch versierten Fachleuten. Sie schlägt entsprechende Kommissionsmitglieder zur Wahl vor.

Daneben ist die Anpassung der Statuten an die EU-Richtlinie nötig, um Online-Nutzungen weiterhin in der Europäischen Union grenzüberschreitend lizenzieren zu können. Die SUISA lizenziert im Online-Bereich seit 2013 die Musik der SUISA-Mitglieder europaweit, teilweise sogar über die Grenzen von Europa hinaus.

Gemäss der EU-Richtlinie müssen Gesellschaften gewisse Standards erfüllen, damit sie grenzüberschreitend lizenzieren dürfen. Mit der Revision der Statuten sind die Voraussetzungen gegeben, dass die SUISA direkt mit Online-Anbietern wie z. B. iTunes oder Spotify auch Nutzungen ausserhalb der Schweiz und Liechtenstein verhandeln und abrechnen kann. Das Online-Geschäft ist ein Schwerpunkt in der SUISA-Strategie für die unmittelbare Zukunft. Zu diesem Zweck wurde zusammen mit SESAC (USA) das Unternehmen Mint Digital Services gegründet.

Statutarische Geschäfte

Sie stehen jedes Jahr auf der Traktandenliste: die statutarischen Geschäfte. Der Generalversammlung werden Jahresbericht, Lagebericht, Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, der Anhang zur Jahresrechnung sowie der Bericht der Revisionsstelle zur Genehmigung vorgeschlagen. Danach folgt die Entlastung des Vorstands und der Revisionsstelle sowie die Wahl der Revissionsstelle für das laufende Geschäftsjahr.

Wie gewohnt wird es einen Zwischenbericht über das laufende Geschäftsjahr geben. Die Geschäftsleitung zeigt, wie sich die Finanzzahlen im ersten halben Jahr entwickelt haben. Weiter werden auch an der diesjährigen GV die Verantwortlichen der FONDATION SUISA einen Überblick über die Aktivitäten der Stiftung im 2017 geben.

Wahlen und Gäste

Der Generalversammlung wird Natalie Riede als Ersatz für den zurücktretenden Guido Röösli zur Wahl in die Verteilungs- und Werkkommission vorgeschlagen. Sie vertritt den Bereich Electronica, führt ihren eigenen Verlag und ist in der Clubszene gut verankert.

An der GV besteht die Möglichkeit, mit vielen eingeladenen Gästen, z. B. Vertretern von Musiknutzerverbänden, Behörden oder Urheberrechtsexperten, ins Gespräch zu kommen. Als Gastreferentin konnte Danièle Wüthrich- Meyer gewonnen werden. Die Gastrednerin ist die Präsidentin der Swissperfom, der Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.

Anreise und Verpflegung

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird empfohlen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Bierhübeli zu reisen. Der Bus ab Bahnhof Bern hält direkt vor dem Veranstaltungsort. Es stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Das Parkhaus Park & Ride Neufeld ist 10 Minuten Fussmarsch vom Bierhübeli entfernt. Vor der Generalversammlung stehen Kaffee & Gipfeli bereit. Nach der Versammlung wird ein Stehlunch serviert.

SUISA Jahresbericht 2017Am 24. Mai 2018 ist der Jahresbericht 2017 der SUISA veröffentlicht worden. Er steht online zur Verfügung oder kann als gedruckte Ausgabe bestellt werden unter: www.suisa.ch/jahresbericht
Die im Jahr 2017 erzielten Umsätze sind erfreulich. Das Ergebnis von insgesamt Fr. 139,2 Mio. aus der Rechteverwaltung in der Schweiz liegt 2 % über dem Resultat von 2016. Somit kann die SUISA einen Rekordbetrag an die Bezugsberechtigten verteilen. Weiterlesen in der Medienmitteilung (PDF)
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Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 der SUISAAusblick auf das Geschäftsjahr 2018 der SUISA In den Kommissions- und Vorstandssitzungen gegen das Jahresende werden jeweils die Rahmenbedingungen für das folgende Geschäftsjahr gesetzt. So waren auch im Dezember 2017 die Sitzungen des SUISA-Vorstands geprägt von Budgets, Kostensätzen, Stellenplänen, Roadmap, Politik und einigem mehr. Weiterlesen
Die Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer NeuerungDie Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer Neuerung Die SUISA hält 2018 an den etablierten Abrechnungsterminen fest. Diese umfassen hauptsächlich vier Quartalsabrechnungen sowie verschiedene Nebenabrechnungen analog zum Vorjahr über das Jahr verteilt. Ab dem 2. Halbjahr 2018 wird die Auslandabrechnung auf vierteljährlichen Rhythmus umgestellt. Weiterlesen
Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im InternetÄnderungen bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet Bei der Verteilung der Einnahmen aus Nutzungen im Internet (Audio- und Video-on-Demand-Angebote) werden neue Verteilungsschlüssel berücksichtigt. Beim Download wird neu ein Split von 25% Aufführungsrechtsschlüssel und 75% Vervielfältigungsrechtsschlüssel angewendet. Beim Streaming setzt sich der Split aus 75% Aufführungsrechtsschlüssel und 25% Vervielfältigungsrechtsschlüssel zusammen. Weiterlesen

 

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Die ordentliche Generalversammlung der SUISA findet am Freitag, 22. Juni 2018, im Bierhübeli in Bern statt. Sie wird musikalisch eröffnet von der Ad-hoc-Formation Swiss Ländlermix unter dem Motto: «Volksmusik – Schweiz bis quer». Wichtige Geschäfte auf der Traktandenliste sind die Revision der Statuten, die neu zu schaffende Beschwerdekommission und die Ersatzwahl für die Verteilungs- und Werkkommission. Von Danièle Wüthrich-Meyer, Präsidentin der Swissperform, wird ein Gastreferat zu hören sein. Text von Dora Zeller

SUISA-Generalversammlung 2018: Ihre Meinung zählt!

Stimmberechtigte Mitglieder können sich bis am 19. Juni für die Generalversammlung der SUISA am 22. Juni 2018 im Bierhübeli in Bern anmelden. (Foto: Manu Leuenberger)

Die Generalversammlung 2018 der SUISA steht im Zeichen der Revision der Statuten. Die musikalische Geschäftswelt wandelt sich: mehr Konkurrenz, neue Technologien, internationale Vernetzung, strengere Vorschriften. Die SUISA will und muss mit der Entwicklung Schritt halten und…Weiterlesen

Urheberrechtsrevision: Die Urheber und Verleger müssen von der Online-Nutzung ihrer Werke besser profitieren

Letzte Woche hat der Bundesrat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der  Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Beim Urheberrechtsgesetz braucht es dringend Regelungen für die Online-Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Wertschöpfung geht heute völlig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbei. Vor allem eine mächtige Internetindustrie profitiert stark dank Erträgen aus Werbung und Nutzungsdaten. (Grafik: yaichatchai / Shutterstock.com)

Viele Kulturschaffende, Nutzerverbände und andere Anspruchsgruppen werden die vorliegende Fassung des Urheberrechtsgesetzes mit Erleichterung aufgenommen haben: Der Gesetzestext ist ein Riesenschritt gegenüber dem unausgegorenen Entwurf, den der Bundesrat Ende 2015 präsentiert hatte, und der bei fast allen Interessensgruppen für Kopfschütteln gesorgt hatte. Das Ergebnis war eine Rekordzahl von über 1200 Stellungnahmen bis März 2016 und die Reaktivierung der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht AGUR12 II. Hierzu haben wir bereits im März dieses Jahres auf dem SUISAblog informiert.

Parlament soll den Weg für ein modernes Urheberrechtsgesetz bahnen

Die Arbeitsgruppe bestehend aus Kulturschaffenden, Produzenten, Nutzern, Konsumenten, Internet Service Providern, dem Bundesamt für Justiz sowie weiteren Vertretern der Verwaltung hat offensichtlich gute Arbeit geleistet: In der jetzt vorliegenden Fassung wurden die Vorschläge der Arbeitsgruppe weitgehend übernommen. Nun liegt es am Parlament, den Weg für die modernisierte Fassung des Urheberrechtsgesetzes zu bahnen. Die SUISA sowie die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften unterstützen den Kompromiss.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Verbesserungen braucht. Im Gegenteil – das grösste Probleme der Digitalisierung für die Kulturschaffenden bleibt nach wie vor ungelöst: Noch nie wurden geschützte Werke in Videos, Texten, Bildern und Musikdateien so stark genutzt wie heute über das Internet. Profiteure dieser Nutzung sind einige wenige grosse Internetfirmen, während die Wertschöpfung fast vollständig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbeigeht.

Internet sei Dank: Musikliebhaber können heute fast überall und zu jeder Zeit auf eine enorme Anzahl Filme, Musikstücke, Bücher und Newsartikel zugreifen. Es braucht hierfür kein physisches Werkexemplar und somit auch keine Kopie mehr. Es genügt die Verfügbarkeit in der Cloud oder ein Abruf mittels Streaming. Neben Online-Verbreitern wie Apple, Spotify, Netflix oder Amazon werden heute Musik und Filme vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Youtube oder Facebook geteilt.

Viele Internetanbieter kümmern sich kaum um Urheberrechte

Die Online-Verbreiter kümmern sich in der Regel um die Urheberrechte und schliessen Lizenzverträge mit Produzenten und Verwertungsgesellschaften ab. Dadurch erhalten auch Musiker, Produzenten und andere Kulturschaffende eine Vergütung für ihre Arbeit. Anders ist die Situation bei Vermittlern wie z.B. den Social-Media-Plattformen und bei Aggregatoren wie Tunein. Die von ihnen bereitgestellten technischen Dienstleistungen erlauben es auch den Usern, urheberrechtlich geschützte Werke zu verbreiten. In solchen Modellen, bei denen geschützte Inhalte geteilt werden, kümmern sich die Anbieter jedoch kaum um die Urheberrechte. Im Gegenteil: Sie schieben die Verantwortung für deren Abgeltung regelmässig auf die User ab, welche die Inhalte hochladen.

Hinzu kommt, dass die Social-Media-Plattformen und Aggregatoren eine Konkurrenz zu Online-Verbreitern wie iTunes oder Spotify darstellen und hohe Gewinne erzielen, ohne die Urheber angemessen zu beteiligen. Eine europäische Studie zeigt auf, dass die Wertschöpfung für die Betreiber solcher Plattformen dank urheberrechtlich geschützter Werke wie Musik und Filme sehr hoch ist. Google z.B. macht 18% der Einnahmen dank geschützten Werken z.B. auf gesponserten Links. Würden die geschützten Werke wegfallen, sinkt die Klickrate und damit die Attraktivität der Suchseite. Noch höher ist die Wertschöpfung auf Plattformen wie Youtube, die zwei Drittel ihres Umsatzes mit urheberrechtlich geschützten Inhalten erwirtschaften – vor allem mit Werbung, aber auch mit dem Verkauf von Profildaten. Die Regelung der Urheberrechte schieben sie jedoch auf die Uploader ab, die dazu aber gar nicht in der Lage sind.

Diskussion um Transfer of Value muss auch in der Schweiz stattfinden

Die Urheber als die eigentlichen Schöpfer der Werke werden also bei solchen Plattformen nicht oder kaum vergütet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. In der EU wird schon länger über den Wertetransfer – den «Transfer of Value» – im Internet diskutiert. Es ist höchste Zeit, dass diese Diskussion auch in der Schweiz stattfindet. Es braucht hierzulande dringend Massnahmen, die der Verschiebung der Wertschöpfung weg von den Urheberinnen und Urhebern Einhalt gebietet – und damit auch die schleichende Enteignung der Kulturschaffenden. Social-Media-Plattformen, Aggregatoren und Suchmaschinen müssen zur einer Abgeltung der über ihre technische Plattform genutzten Werke verpflichtet werden.

Die SUISA und die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften werden deshalb diese wichtigen Ergänzungen im Gesetzgebungsprozess einbringen. Die Kunstschaffenden müssen an der Wertschöpfung auf Online-Plattformen besser beteiligt werden.

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Das Urheberrecht: ein Hindernis für die Informationsgesellschaft?Das Urheberrecht: ein Hindernis für die Informationsgesellschaft? Vincent Salvadé, stellvertretender Generaldirektor der SUISA, hat im Schulthess-Verlag ein Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel «Droit d’auteur et technologies de l’information et de la communication» (Das Urheberrecht und Informations- und Kommunikationstechnologien). Weiterlesen
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  1. sam sagt:

    danke für ihren einsatz

  2. Stevens sagt:

    They stole our revolution and now they steal our music.

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Blockchain – das Ende oder die Zukunft der Verwertungsgesellschaften?

Liebe Mitglieder, mittlerweile ist der Begriff «Blockchain» in der Musikindustrie in aller Munde. Doch es ist nicht einfach, jemanden zu finden, der einem mit einfachen Worten erklärt, worum es sich dabei handelt … Von Vincent Salvadé, Stellvertretender Generaldirektor

Blockchain – das Ende oder die Zukunft der Verwertungsgesellschaften?

Die britische Sängerin und Songschreiberin Imogen Heap gilt als Pionierin in der praktischen Anwendung der Blockchain-Technologie für die Musikdistribution: Seit Oktober 2015 kann ihre Single «Tiny Human» über die Plattform Ujomusic online erworben und lizenziert werden. Die Bezahlung der Beteiligten erfolgt nach vordefinierten Verteilungsregeln per Kryptowährung. (Bild: Screenshot ujomusic.com)

Die Blockchain ist eine Technologie, eine Datenbank, ein Register. Sie ermöglicht den sicheren Austausch von Informationen in einem Netzwerk, das auf der Mitwirkung qualifizierter Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Miner) beruht, die die Gültigkeit der Transaktion mit der Rechnerleistung ihrer Computer überprüfen. Alle Transaktionen sind in Blöcke gruppiert, die miteinander verbunden sind, und jeder Teilnehmer kann prüfen, ob der Validierungsakt korrekt ist. So funktioniert auch der Bitcoin.

Sie haben nicht ganz alles verstanden? Ich auch nicht. Doch offenbar kommt diese Technologie, die auf «Smart Contracts» (intelligenten Verträgen) basiert, ohne Vermittler aus: Der Komponist könnte also für das Konzertticket oder das Musikstreaming direkt entschädigt werden. Einige munkeln bereits vom Ende der Verwertungsgesellschaften.

«Die kollektive Wahrnehmung der Rechte ist mehr als reine Technik. Sie beruht auf einem wichtigen Wert: der gemeinsamen Verteidigung des kreativen Schaffens.»

Die alte Leier: Als die Online-Musik vor rund 20 Jahren aufkam, prophezeite man, das Internet werde die Urheber befreien, sie von den Vermittlern unabhängig machen. Doch die Verwertungsgesellschaften sind noch immer da, und sie bilden ein unerlässliches Gegengewicht zu den Internetriesen.

Denn die kollektive Wahrnehmung der Rechte ist mehr als reine Technik. Sie beruht auf einem wichtigen Wert: der gemeinsamen Verteidigung des kreativen Schaffens. Die Urheber werden immer eine Organisation brauchen, die sie unterstützt, die für sie Verträge (auch intelligente) aushandelt und die sich dafür einsetzt, dass die Transaktionsbedingungen (auch wenn in der Blockchain zertifiziert) fair sind.

Doch halt: Diese Feststellung berechtigt nicht zum Zurücklehnen. Es gehört zur Aufgabe der Verwertungsgesellschaften, sich für die Blockchain zu interessieren, sie zu verstehen und zu versuchen, sie möglichst zum Vorteil der Urheber und Verleger zu nutzen.

«Die Verwertungsgesellschaften verfügen über essenzielle Informationen, die sicherstellen, dass die Vergütungen den richtigen Personen überwiesen werden.»

Die SUISA setzt sich mit ihren Schwestergesellschaften in der Schweiz und im Ausland dafür ein. Zumal die Technologie helfen könnte, Konflikte mit den Rechteinhabern über ein Werk oder die ihnen zustehenden Vergütungen zu vermeiden.

Die Verwertungsgesellschaften verfügen über essenzielle Informationen, die sicherstellen, dass die Vergütungen den richtigen Personen überwiesen werden, und sie verfügen zudem über leistungsfähige Informatikinstrumente. Wie könnten sie also im Transaktions-Validierungsprozess übergangen werden?

Eines ist sicher: Sie dürfen diese Fragen nicht ausschliesslich den Technologiefirmen überlassen. Denn dann würde die Blockchain zur blockierenden Chain – zum Nachteil des kreativen Schaffens!

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Die über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführtDie über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt Am Freitag, 23. Juni 2017, findet in Zürich die Generalversammlung unserer Genossenschaft statt. An der Generalversammlung haben die Mitglieder die Möglichkeit, über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Neben der erfreulichen Jahresrechnung 2016 der SUISA wird auch über das zusammen mit SESAC gegründete Joint Venture Mint Digital Services, die Entwicklungen bei der Revision des Urheberrechts und die Debatte um den Service public berichtet. Weiterlesen
Mint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten FragenMint Digital Services: Antworten zu den wichtigsten Fragen Die SUISA hat zusammen mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC das Joint Venture Mint Digital Services gegründet. Das Unternehmen übernimmt die Abrechnung und Administration des Online-Lizenzierungsgeschäfts von SESAC und SUISA und bietet seine Dienstleistungen auch Verlagen und Verwertungsgesellschaften an. Mit Warner/Chappel Music bezieht bereits ein Major-Verlag Dienstleistungen von Mint Digital Services. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten. Weiterlesen
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Liebe Mitglieder, mittlerweile ist der Begriff «Blockchain» in der Musikindustrie in aller Munde. Doch es ist nicht einfach, jemanden zu finden, der einem mit einfachen Worten erklärt, worum es sich dabei handelt … Von Vincent Salvadé, Stellvertretender Generaldirektor

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