Tagarchiv: Online-Lizenzierung

Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Am Vortag der Generalversammlung finden üblicherweise die Sitzungen des SUISA-Vorstands und seiner Kommissionen am Ort der Generalversammlung statt. Dieses Jahr war es zum zweiten Mal anders. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Aufgebaute Stellwand der SUISA an einem Veranstaltungsort: Das Treffen des fast kompletten Vorstands zu den regulären Juni-Sitzungen fand in Muri bei Bern statt. (Foto: Natalie Schlumpf & Wolfgang Rudigier)

Während die Generalversammlung wegen der Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum zweiten Mal nur mittels brieflicher Abstimmung stattfinden konnte, beschloss der Vorstand, sich am 24. und 25. Juni 2021 unter Einhaltung der gegebenen Schutzmassnahmen erstmals seit 15 Monaten wieder in physischer Form vor Ort in Muri bei Bern zu treffen.

Bis auf ein Mitglied des Vorstandes, welches sich wegen unmittelbar bevorstehenden Konzertauftritten keiner erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen wollte und deshalb über Video teilnahm, waren alle Mitglieder zusammen mit der Geschäftsleitung versammelt und schätzten die Möglichkeit, sich auch neben den Sitzungen und am Abend auszutauschen.

Ermutigende Perspektiven im Online-Lizenzgeschäft

Der Vorstand liess sich eingehend informieren über das Jahresergebnis bei der gemeinsam mit SESAC gehaltenen Tochtergesellschaft Mint Digital Services, deren Geschäftsjahr am 31. März zu Ende gegangen war. Das Resultat ist ermutigend, wenn auch die Gesellschaft weiterhin unterstützt werden muss. Die Perspektiven für das neue Geschäftsjahr sind gut und werden die Ertragslage weiter verbessern. Wichtig ist zu wissen, dass die Bündelung der Urheberrechte unserer Mitglieder mit weiteren Rechten von grossen Verlagsfirmen und Schwestergesellschaften dazu führen, dass wir auf dem Online-Lizenzmarkt mit mehr Marktmacht auftreten und deshalb bessere Bedingungen mit den Online-Anbietern von Musik aushandeln können.

Am 1. Juli 2021 trat im Fürstentum Liechtenstein das Verwertungsgesellschaftengesetz in Kraft. Dieses enthält Vorschriften unter anderem zur Transparenz bei den Verwertungsgesellschaften. Damit wird die Richtlinie der EU von 2014 umgesetzt. Damit diese Vorschriften auch bei der SUISA beachtet werden, wurden der Verhaltenskodex und die Regeln zur Offenlegung von Interessenkonflikten beim Vorstand angepasst. Neu gelten auch für die Mitglieder der Geschäftsleitung Offenlegungspflichten. Der Vorstand hat die entsprechenden Dokumente verabschiedet.

Corona-bedingte Anpassungen des Budgets

Für das laufende Jahr hat der Vorstand das Budget an die andauernde Corona-Situation angepasst. Bereits im Dezember 2020 wurde ein vorsichtiges Budget für 2021 beschlossen. Dennoch muss auf Seite der Einnahmen gegenüber dem ursprünglichen Budget mit einem Minus von 1,5% gerechnet werden. Die Ausgaben sollen um 2,2% tiefer ausfallen.

Weiteres Thema an der Sitzung war die Situation in der Abwicklung der Doppelbesteuerungsregeln zwischen der italienischen Schwestergesellschaft SIAE und der SUISA. Die SUISA wird wie andere europäische Schwestergesellschaften gegenüber dem italienischen Fiskus vorstellig werden, um die Quellensteuerabzüge für bezugsberechtigte SUISA-Mitglieder mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz möglichst gering zu halten.

Schliesslich hat der Vorstand eine Änderung im Verteilungsreglement bei den Ausschüttungen von Lizenzeinnahmen von Streaming- und Download-Plattformen genehmigt. Für eine weitere Änderung bei der Frage, wie lange die SUISA bei den Online-Nutzungen Nachverrechnungen erstellen kann, wird er noch genauere Abklärungen durch die Geschäftsleitung abwarten.

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Am Vortag der Generalversammlung finden üblicherweise die Sitzungen des SUISA-Vorstands und seiner Kommissionen am Ort der Generalversammlung statt. Dieses Jahr war es zum zweiten Mal anders. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Erstmals seit 15 Monaten wieder physisches Vorstandstreffen

Aufgebaute Stellwand der SUISA an einem Veranstaltungsort: Das Treffen des fast kompletten Vorstands zu den regulären Juni-Sitzungen fand in Muri bei Bern statt. (Foto: Natalie Schlumpf & Wolfgang Rudigier)

Während die Generalversammlung wegen der Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum zweiten Mal nur mittels brieflicher Abstimmung stattfinden konnte, beschloss der Vorstand, sich am 24. und 25. Juni 2021 unter Einhaltung der gegebenen Schutzmassnahmen erstmals seit 15 Monaten wieder in physischer Form vor Ort in Muri bei Bern zu treffen.

Bis auf ein Mitglied des Vorstandes, welches sich wegen unmittelbar bevorstehenden Konzertauftritten keiner erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen wollte und deshalb über Video…Weiterlesen

Ein beachtliches Ergebnis trotz Covid

Für viele Musikschaffende war 2020 ein katastrophales Jahr. Konzerte und andere Veranstaltungen waren grösstenteils verboten. Damit fiel für viele Veranstalter, Künstler und Urheber ein grosser Teil ihres Einkommens weg. Trotzdem konnte die SUISA dank guten Ergebnissen in anderen Bereichen sowie durch sofort ergriffene Massnahmen den finanziellen Schaden für viele Bezugsberechtigte in Grenzen halten. Text von Andreas Wegelin

Ein beachtliches Ergebnis trotz Covid

Konzerte waren ab Februar 2020 kaum mehr möglich. Dank einer Steigerung im Online-Bereich fiel das Jahresergebnis der SUISA allerdings verhältnismässig gut aus. (Foto: Oleksii Synelnykov / Shutterstock)

Die Covid-Pandemie versetzte die Welt in einen Schockzustand. Grosse Teile der Wirtschaft waren – und sind teilweise immer noch – davon betroffen. Darunter zu leiden haben hat insbesondere die Kulturbranche, und mit ihr die Musikschaffenden. «First to close, last to open»: Kulturschaffende und Veranstalter waren die ersten, die von den Schliessungen und Restriktionen betroffen waren, und sie werden zu den Letzten gehören, die ihre Arbeit wieder umfassend aufnehmen können.

Es liegt auf der Hand, dass die für die Kulturbranche schwierige Situation auch auf das Geschäftsjahr der SUISA Einfluss hatte. Schliesslich stammten in den vergangenen Jahren über 35% der Urheberrechtseinnahmen der SUISA aus den Aufführungsrechten, also aus Konzerten und anderen Darbietungen, der Nutzung von Musik in Geschäften und Restaurants oder Musik an Partys. Nachdem seit März 2020 Anlässe fast durchgehend verboten wurden, war also klar, dass die Einnahmen der SUISA – vor allem bei den Aufführungsrechten – im 2020 gegenüber dem Vorjahr zurückgehen würden. In welchem Masse dies der Fall sein würde und ob der Umsatz auch bei anderen Rechten zurückgehen würde, war schwer vorauszusehen.

Der starke Rückgang bei den Aufführungsrechten wurde in anderen Bereichen teilweise wettgemacht

Letztlich ging der Umsatz der SUISA glücklicherweise weniger stark zurück als befürchtet. Die SUISA nahm letztes Jahr in der Schweiz und im Ausland 138,5 Mio. Franken ein, was gegenüber dem Vorjahr (155,2 Mio. Franken) 12% weniger ist. Der grösste Teil des Rückgangs stammt erwartungsgemäss aus den Aufführungsrechten: Betrugen die Einnahmen 2019 in diesem Bereich 51,2 Mio. Franken, waren es 2020 noch 34,4 Mio. Franken, also 34% weniger.

Die SUISA konnte diese Mindereinnahmen in anderen Bereichen wieder wettmachen. Bei den Senderechten stiegen die Einnahmen leicht an von 63,6 Mio. Franken im Vorjahr auf 64,3 Mio. Franken im 2020. Die befürchteten Rückgänge, z.B. wegen tieferen Werbeeinnahmen bei den Fernseh- und Radiosendern aufgrund von abgesagten Grossveranstaltungen, blieben vorerst aus.

Positive Entwicklung im Online-Geschäft dank SUISA Digital Licensing und Mint

Äusserst positiv entwickelten sich die Einnahmen im Online-Bereich: Sie stiegen von 8,9 Mio. Franken im 2019 auf 11,4 Mio. Franken im letzten Jahr. Dies ist insbesondere höheren Einnahmen durch die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing zu verdanken, die im letzten Jahr zum einen verschiedene ausländische Schwestergesellschaften und Verlage als Kunden gewann und zum anderen bessere Verträge mit Online-Diensteanbietern – Streaming- und Download-Plattformen – ausgehandelt hat.

Diese erfreuliche Entwicklung im Online-Bereich kommt den Urhebern und Verlegern zu Gute, deren Werke immer mehr auf den verschiedenen Plattformen gestreamt werden. Auch Mint, das Joint-Venture mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC, ist im letzten Jahr weiter gewachsen und erbringt ihre Dienstleistungen verschiedenen Musikverlagen und ausländischen Schwestergesellschaften.

Die SUISA hat auf die Krise reagiert

Das verhältnismässig gute Geschäftsjahr ist auch dem zu verdanken, dass die SUISA seit Beginn der Pandemie rasch auf die Krise reagiert hat; einerseits, um die Kosten zu senken und andererseits, um gerade in dieser schwierigen Zeit möglichst viel Geld an die Urheberinnen, Urheber, Verlegerinnen und Verleger von Musik verteilen zu können.

Nicht dringende Projekte wurden verschoben oder sogar ganz gestrichen und frei gewordene Stellen wurden, wenn möglich, nicht ersetzt. Einige Ausgaben wie Sponsoringbeiträge oder Reisespesen fielen aufgrund der Pandemie ohnehin weg. Auf der anderen Seite setzte die SUISA alles daran, möglichst alle Nutzungen von Musik – auch aus den Vorjahren – abzurechnen und Urheberrechtsvergütungen einzunehmen. Gerade in dieser Situation, in der Musikaufführungen kaum möglich sind, sind die SUISA-Einnahmen für viele Musikschaffende noch wichtiger als zuvor.

Zusatzverteilung aus freiwerdenden Abrechnungsverpflichtungen

Dank freiwerdenden Verpflichtungen, Gelder, für die auch nach fünf Jahren keine ausreichenden Hinweise für die Zuweisungen an die Bezugsberechtigten gefunden werden konnten, ist es der SUISA möglich auch im Jahre 2021 wieder eine Zusatzverteilung von 7% auf alle Abrechnungsbeträge auszuschütten.

Auf die Situation der Kunden Rücksicht nehmen

Möglichst viele Urheberrechtsvergütungen einzunehmen bedeutete aber nicht, dass die SUISA nicht auf die Situation ihrer Kundinnen und Kunden Rücksicht nahm. Im Gegenteil: Gerade bei den Gewerbetreibenden und Gastrobetrieben, die ebenfalls sehr stark von den behördlich verordneten Schliessungen betroffen waren, liess die SUISA bei den Rechnungen Kulanz walten und gewährte beispielsweise verlängerte Zahlungsfristen und ermöglichte Rückzahlungen für diejenigen Zeiträume, in denen die Kunden keine Musiknutzung hatten, die Akonto-Rechnungen aber bereits bezahlt hatten. Schliesslich ist es auch im Sinne der SUISA und ihrer Mitglieder, dass Unternehmen, Veranstalter und andere Musiknutzer überleben und auch weiterhin Musik aufführen. Schliesslich wird es auch wieder eine Zeit nach der Corona-Pandemie geben – und die SUISA setzt alles daran, dass sie auch in Zukunft möglichst viel Geld an die Urheber und Verleger von Musik ausschütten kann.

Das detaillierte Ergebnis 2020 der SUISA finden Sie im Geschäftsbericht 2020, in dem auch dieser Beitrag (auf Seiten 10/11) erschienen ist: www.suisa.ch/geschaeftsbericht

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Für viele Musikschaffende war 2020 ein katastrophales Jahr. Konzerte und andere Veranstaltungen waren grösstenteils verboten. Damit fiel für viele Veranstalter, Künstler und Urheber ein grosser Teil ihres Einkommens weg. Trotzdem konnte die SUISA dank guten Ergebnissen in anderen Bereichen sowie durch sofort ergriffene Massnahmen den finanziellen Schaden für viele Bezugsberechtigte in Grenzen halten. Text von Andreas Wegelin

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Mit voller Kraft voraus

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin den Geschäftsgang der SUISA. Dies war auch in der Vorstandssitzung im April spürbar. Umso wichtiger war es deshalb, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Mit voller Kraft voraus

Trotz den widrigen Umständen verfolgt die Genossenschaft SUISA ihren Weg im Interesse ihrer Mitglieder und Auftraggeber weiter. (Foto: Lobroart / Shutterstock.com)

Alles wie gehabt – im zweiten Coronajahr klingt diese Redewendung vielleicht etwas seltsam. Und doch blieb auch bei der letzten Frühjahrssitzung vieles beim (neuen) Alten. An die Sitzungen via Videokonferenz haben sich der SUISA-Vorstand und die Geschäftsleitung nach über einem Jahr Corona-Pandemie mittlerweile gewöhnt. Ebenso an die rollende Budgetplanung, die aufgrund der nach wie vor unsicheren Situation für die Kulturbranche weiterhin notwendig ist.

Und doch war die erste Vorstandssitzung in diesem Jahr besonders. Nach dem Rekordjahr 2019 verzeichnete die SUISA 2020 einen Rückgang bei den Einnahmen, was natürlich aufgrund von Corona zu erwarten war. Allerdings fiel der Rückgang weniger stark aus als befürchtet. Insgesamt ging der Umsatz um rund 12% zurück. Dies vor allem aufgrund des starken Einbruchs bei den Aufführungsrechten. Veranstaltungsverbote und zeitweise Schliessungen von Geschäften wegen Covid-19 führten in diesem Bereich zu einem Rückgang von 34%. Besonders betroffen waren die Lizenzeinnahmen aus Konzerten (–51%), im Gastgewerbe (–46%), bei den Unterhaltungsanlässen (–47%) und bei den Kinos (–58%).

Verhältnismässig gutes Ergebnis dank den Senderechten und dem Online-Geschäft

Dass der Gesamtumsatz «nur» um 12% zurückging, ist einem leichten Anstieg bei den Senderechten und vor allem den Einnahmen aus dem Online-Geschäft zu verdanken. Hinzu kommen gute Nebeneinnahmen und ein hohes Bewusstsein für die Kosten bei der SUISA.

Als Konsequenz ging auch die Verteilsumme an die Urheber und Verleger zurück, gesamthaft um 10,5%. Der Vorstand hat zudem aus den freiwerdenden Abrechnungsverpflichtungen eine unveränderte Zusatzverteilung von 7% auf allen im 2021 zur Abrechnung kommenden Werknutzungen beschlossen.

Erfreulich entwickelt sich das Geschäft der Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing, die für die weltweite Online-Lizenzierung verantwortlich ist. 2020 erzielte SUISA Digital Licensing Einnahmen in der Höhe von rund 5,5 Mio. Franken. Der Vorstand nahm Kenntnis von der finanziellen Situation bei SUISA Digital Licensing sowie dem aktuellen Stand beim Joint Venture Mint Digital Services. Da beide Firmen noch im Aufbau stehen, hat der Vorstand die notwendigen Massnahmen für eine ausgeglichene Bilanz bei SUISA Digital Licensing beschlossen. Die Forderungen der Genossenschaft gegenüber Mint für die Aufbaukosten wurden für ein weiteres Jahr im Delkredere zurückgestellt und die im 2020 zusätzlich entstandene Forderung wiederum in der Jahresrechnung abgeschrieben.

Die Generalversammlung findet auch 2021 auf schriftlichem Weg statt

Aufgrund der weiterhin unsicheren Situation betreffend Versammlungen in Innenräumen musste der Vorstand beschliessen, dass die Generalversammlung zum zweiten Mal nur auf schriftlichem Weg durchgeführt werden kann. Für die Nachfolge der zurücktretenden Géraldine Savary hat der Vorstand Ständerätin Johanna Gapany (FDP/Freiburg) nominiert. Videobotschaften von Johanna Gapany, des SUISA-Präsidenten Xavier Dayer und des CEOs Andreas Wegelin sowie weitere Informationen zur schriftlich durchzuführenden Generalversammlung 2021 finden sich unter www.suisa.ch/generalversammlung und im SUISAblog.

Aktuelle Situation Budget 2021 aufgrund der andauernden Corona-Krise

Die unsichere Lage für die Kulturbranche aufgrund der Coronakrise bereitet weiterhin Sorge. Es ist nach wie vor unklar, ob und wie Aufführungen und die Wiedereröffnung von Musiklokalen möglich sein werden. Entsprechend braucht es wie in den vergangenen Monaten eine rollende Budgetplanung. Die Finanzkommission des Vorstands entscheidet Anfang Juni 2021, ob das im Dezember 2020 abgesegnete Budget wegen Corona weiter angepasst werden muss.

Dank dem Corona-Hilfsfonds, den Unterstützungszahlungen aus der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge und den erweiterten Vorschussregeln kann die SUISA ihren Mitgliedern in dieser schwierigen Zeit helfen. Der Vorstand hat in dem Zusammenhang beschlossen, die Frist für die Rückzahlung bzw. Verrechnung von Vorschüssen mit den laufenden Verteilungen bis Ende Juni 2022 zu verlängern.

Das Joint Venture Mint wird gestärkt

Die Kunden für Online-Lizenzierung über Mint sind mittlerweile neben Musikverlagen, unter anderem BMG für Australien, Afrika und Indien, auch europäische Schwestergesellschaften. Deren Repertoires werden über Mint gebündelt den Online-Anbietern wie Spotify, Apple Music oder Youtube angeboten.

Die Bündelung der Repertoires verhilft Mint zu einem stärkeren Auftritt im Markt für Online-Musikrechte. Die SUISA ist dank Mint und SUISA Digital Licensing mittlerweile trotz kleinem Schweizer Repertoire durch die Bündelung der Repertoires ein ernstzunehmender Verhandlungspartner: Je nach Land beträgt der Marktanteil am gesamten Weltrepertoire 4-10%. Der Vorstand hat in seiner Sitzung die Bedingungen definiert, unter welchen grosse europäische Verwertungsgesellschaften Teilhaber am Joint Venture Mint werden könnten. Damit soll die Marktposition von Mint im immer wichtiger werdenden Markt für Online-Musikrechte weiter gestärkt werden.

Anpassung des Dienstleistungskatalogs für Mitglieder und Auftraggeber

Im Bericht zur Dezembersitzung haben wir erwähnt, dass der Vorstand mit der Neugestaltung der Dienstleistungen zugunsten der Mitglieder und Auftraggeber Kosteneinsparungen erreichen will. Auftraggeber der SUISA sollen ab 2022 die ausgebauten Dienstleistungen nur noch über das Online-Serviceportal in Anspruch nehmen können. Ausführliche Informationen zu Einnahmen oder Abrechnungen werden für die Auftraggeber dank neuer Funktionalitäten noch einfacher im Portal auffindbar sein. Statt mit zeit- und kostenaufwändigen Anfragen über Telefon, Brief oder E-Mail können im persönlichen Zugang zu «Mein Konto» sämtliche Daten über das Auftragsverhältnis mit der SUISA online abgerufen werden. Stimmberechtigte Mitglieder erhalten dieselben Dienstleistungen über dieses Online-Serviceportal, können aber, falls gewünscht, weiterhin persönliche Beratungsleistungen erhalten.

Wie ebenfalls im oben erwähnten Bericht geschrieben, hat der Vorstand im Dezember 2020 beschlossen, dass Urheber und Verleger als stimmberechtigte Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie mindestens ein Jahr bei der SUISA Auftraggeber waren und seit ihrer Anmeldung als Auftraggeber über 3000 (bisher 2000) Franken ausbezahlt bekommen haben. Zudem wird neu das Mitgliedschaftsverhältnis wieder in ein Auftragsverhältnis umgewandelt, wenn das betreffende Mitglied während der letzten 10 Jahre für seine Werke weniger als gesamthaft 3000 Franken Verteilbetrag erhalten hat. Diese Anpassung erfolgt gemäss Ziff. 5.5.4 der SUISA-Statuten. Ein Auftraggeber der SUISA hat zwar kein Stimmrecht in der Genossenschaft, der Anspruch auf Lizenzierung und Verteilung der Einnahmen auf die von den Nutzern verwendeten Werke bleibt jedoch genau gleich, und es erwachsen dem Auftraggeber im Vergleich zum stimmberechtigten Mitglied keine finanziellen Nachteile.

Mit diesen Massnahmen – insbesondere dem Ausbau der Dienstleistungen über das Mitgliederportal – wird die SUISA ihre Effizienz weiter steigern können. Und damit den Urhebern und Verlegern von Musik prozentual mehr Geld verteilen können.

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Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin den Geschäftsgang der SUISA. Dies war auch in der Vorstandssitzung im April spürbar. Umso wichtiger war es deshalb, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Mit voller Kraft voraus

Trotz den widrigen Umständen verfolgt die Genossenschaft SUISA ihren Weg im Interesse ihrer Mitglieder und Auftraggeber weiter. (Foto: Lobroart / Shutterstock.com)

Alles wie gehabt – im zweiten Coronajahr klingt diese Redewendung vielleicht etwas seltsam. Und doch blieb auch bei der letzten Frühjahrssitzung vieles beim (neuen) Alten. An die Sitzungen via Videokonferenz haben sich der SUISA-Vorstand und die Geschäftsleitung nach über einem Jahr Corona-Pandemie mittlerweile gewöhnt. Ebenso an die rollende Budgetplanung, die aufgrund der nach wie vor unsicheren Situation für die Kulturbranche weiterhin notwendig ist.

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Die Praxis der Online-Lizenzierung verlangt frühzeitiges Anmelden der Werke

Der Online-Musikvertrieb eröffnet aus verkäuferischer Sicht enorme Möglichkeiten. Mit wenig Aufwand kann Musik innert Kürze einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht werden. Dagegen ist die Abrechnung der Urheberrechtsvergütungen für Online-Nutzungen komplex, auch weil die Prozesse anders sind als bei Aufführungs- oder Senderechten. Der wichtigste Ratschlag lautet: Zuerst das Werk möglichst frühzeitig bei der SUISA anmelden, erst dann online veröffentlichen. Text von Andreas Wegelin und Manu Leuenberger

Die Praxis der Online-Lizenzierung verlangt frühzeitiges Anmelden der Werke

Wer seine Musik über Online-Musikanbieter vertreibt, geht mit Vorteil nach folgendem Merksatz vor: Zuerst das Werk bei der SUISA anmelden, erst dann online veröffentlichen. (Foto: Anutr Yossundara / Shutterstock.com)

Im Internet macht der Handel vor Landesgrenzen keinen Halt. Insbesondere dann, wenn die Güter nicht physisch sondern rein digital vom Anbieter zum Kunden transportiert werden können – wie es bei Musik der Fall ist. Ein Online-Musikanbieter wie zum Beispiel Apple Music, Spotify oder Youtube bringt seine Produkte per Streaming oder Download auf direktem Weg zum Publikum: Zwischen der Plattform im Internet und den Abspielgeräten der Hörerinnen und Hörer passiert das Musikprodukt weder einen Zoll noch gibt es einen Zwischenhändler (vom Telekommunikationsanbieter des Internetzugangs einmal abgesehen).

Entscheidend an dieser Handelskette ist: Im Online-Musikvertrieb sind Gebietsbeschränkungen nicht nur für die Konsumentinnen und Konsumenten sondern auch bei der Lizenzierung der Urheberrechte weitgehend aufgehoben worden. Der Abrechnungsprozess unterscheidet sich grundlegend von der bisherigen Praxis im «Offline-Bereich», also bei Aufführungs- oder Senderechten oder bei der Lizenzierung von Tonträgern. Im Offline-Bereich lizenziert die SUISA nur das Territorium Schweiz und Fürstentum Liechtenstein, dafür aber für alle verwendeten Werke, auch jene von Mitgliedern unserer Schwestergesellschaften im Ausland. Durch Gegenseitigkeitsverträge kann sichergestellt werden, dass die Mitglieder der anderen Schwestergesellschaften den Anteil an in der Schweiz genutzten Werken erhalten. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt: Wenn Werke von SUISA-Mitgliedern im Ausland aufgeführt werden, fordert die für das Gebiet verantwortliche Schwestergesellschaft die Vergütungen ein und leitet diese an die SUISA zur Verteilung an die Bezugsberechtigten weiter.

Im Online-Bereich funktioniert das anders. Diese andere Praxis hat sich etabliert seit der Empfehlung der EU-Wettbewerbskommission aus dem Jahr 2006, wonach bei der Verwertung von Urheberrechten online mehr Wettbewerb entstehen soll. Eine entsprechende EU-Richtlinie, die vor fünf Jahren beschlossen wurde, besagt, dass jeder Rechteinhaber für seine Online-Lizenzen wählen kann, ob er sie selbst vergeben möchte oder einen Partner wie eine Verwertungsgesellschaft seiner Wahl beauftragen will, diese europaweit (sogenannt paneuropäisch) wahrzunehmen.

SUISA seit 2012 mit Direktlizenzierung im Online-Bereich

Die grossen Musikverlage lassen schon seit 10 Jahren ihre Anteile an Werken grenzüberschreitend wahrnehmen. Diese Art der Lizenzierung wird Direktlizenzierung genannt. Konkret rechnen hierbei die Rechteinhaber, also die Verlage oder die Verwertungsgesellschaften, mit den «Digital Service Provider» (kurz: DSP) wie Apple Music, Spotify oder Youtube die Vergütungen für ihr Repertoire grenzüberschreitend direkt ab. Das bedeutet: Wenn Werke von SUISA-Mitgliedern auf den Plattformen der Online-Musikanbieter von Nutzern im Ausland angehört werden, fordert die SUISA die Vergütungen für diese Nutzungen direkt beim Anbieter ein. Zwischen dem Digital Service Provider und der SUISA gibt es also keinen «Zwischenhändler» mehr, wie er im herkömmlichen Offline-Bereich in Form der ausländischen Schwestergesellschaften vorhanden ist.

Viele Gesellschaften in Europa sind bereits übergegangen zu dieser Praxis der Direktlizenzierung der Werke ihrer Mitglieder weltweit. Die SUISA lizenziert seit 2012 bei einer stetig steigenden Zahl von Online-Musikanbietern die Rechte ihrer Mitglieder nicht nur für die Schweiz sondern grenzüberschreitend für weitere Territorien. Am Anfang waren das die europäischen Länder, seit 2018 kommen immer mehr Territorien auch ausserhalb Europas dazu. Mittlerweile vergibt die SUISA in der Regel weltweite Lizenzen an die DSP, mit den folgenden Ausnahmen: USA, Kanada, Südamerika, Nordkorea, Südkorea, Japan, Syrien und Australasien. Es ist aber geplant, in Zukunft auch in diese Territorien zu expandieren.

Direktlizenzierung hat in der Praxis zur Folge, dass die SUISA nur noch Lizenzrechnungen stellen kann für Werke, bei welchen sie die Dokumentation hat, da es jetzt auf die einzelnen Werkanteile ankommt, nicht mehr allein nur auf die Tatsache, dass eine Urheberin oder ein Urheber Mitglied der SUISA ist.

Trotzdem kommt es häufig vor, dass die Digital Service Provider von mehreren Gesellschaften Rechnung bekommen für Anteile am selben Werk, die am Ende zu sogenannten «overclaims» oder «underclaims» führen. Solche Über- oder Unter-(Rechts-)Ansprüche können entstehen, wenn zwischen den rechnungsstellenden Gesellschaften nicht klar ist, wer in welchen Territorium für welche Anteile an einem Werk die Vergütungen für ihre Auftraggeber beanspruchen kann. Auch kommt es zu «no claims», wenn gar keine Gesellschaft Rechnung stellt.

Das hat dazu geführt, dass die Anbieter den Rechteinhabern bei «overclaims» mehr als die vereinbarte Vergütung auszahlten, bei «underclaims» oder «no claims» zu wenig oder gar nichts. Es gibt auch Service Provider, die bei «overclaims» die Zahlung zurückhalten. Wenn also die Ansprüche aller rechnungsstellenden Gesellschaften für ein Werk zusammengerechnet über 100% ergeben, wird keine Vergütung entrichtet, solange nicht definiert ist, wer tatsächlich welchen Anteil fakturieren darf.

Abrechnungsprozess mit Online-Musikanbietern

Eine Arbeitsgruppe der Verwertungsgesellschaften, der Major-Verlage und der wichtigsten Online-Musikanbieter hat sich dem Problem angenommen und folgende Lösung vereinbart:

Die Rechnungsstellung gegenüber einem DSP läuft über mehrere Stufen. Die Verwertungsgesellschaft erhält vom Digital Service Provider die Nutzungsdaten zur Verfügung gestellt. Anhand dieser Nutzungsmeldungen, die jeweils eine Zeitperiode von einem oder drei Monate umfassen, wird dem Anbieter Rechnung gestellt für alle Werkanteile an Titeln, für welche die Gesellschaft die Nutzungsrechte eines Urhebers oder Verlegers hält. Stimmen die gestellten Rechnungen der verschiedenen Verwertungsgesellschaften bei einem Werktitel nicht überein, entstehen sogenannte «Disputes».

Die Gesellschaften haben 18 Monate Zeit, solche Anspruchskonflikte zu bereinigen. Innerhalb dieser Frist überprüft die SUISA die Daten der Nutzungsmeldungen ein weiteres Mal und vergleicht diese mit der aktualisierten SUISA-Werk-Dokumentation. Wenn bei diesem Suchlauf entsprechende neue Einträge zutage kommen, werden diese nachträglich in Rechnung gestellt. Was nach 18 Monaten nicht bereinigt ist, fällt in die sogenannten «Residuals»; das ist das Lizenzentgelt für Werkanteile, die nicht oder nicht vollständig in Rechnung gestellt wurden («underclaims» und «no claims»).

Die «Residuals», diese bei den DSP nicht beanspruchten Vergütungen aus «underclaims» und «no claims», werden von der SUISA als Zuschlag auf die in derselben Abrechnungsperiode genutzten Werke verteilt. Ein Werk, das nicht angemeldet war, konnte damit auch keinen Zuschlag erhalten.

Zuerst Werk anmelden, erst dann online veröffentlichen

Der wichtigste Ratschlag für SUISA-Mitglieder, die ihre Kompositionen über den Online-Musikvertrieb zugänglich machen, lautet: Zuerst das Werk möglichst frühzeitig bei der SUISA anmelden, erst dann die Veröffentlichung online vornehmen!

Wer nach diesem Merksatz vorgeht, schafft die Grundlage dafür, dass bei Online-Nutzungsmeldungen die Werke von Anfang an erkannt und den Digital Service Provider in Rechnung gestellt werden können. Der Abrechnungsprozess mit den Online-Musikanbietern kennt Fristen und die Aufmerksamkeit des Publikums im Internet ist häufig rasch verflogen. Bei zu später Registrierung von Werken besteht die Gefahr, dass dadurch Nutzungen nicht erfasst und Vergütungen nicht zugewiesen werden können.

Wenn die Werkanmeldung vor dem Erscheinen der ersten Aufnahme des Werks zum Streamen oder Downloaden erfolgt, kann die SUISA bereits von Beginn an bei den Digital Service Provider die Werkanteile geltend machen. Die Metadaten der Werkanmeldung sollten der einfachen automatischen Identifikation wegen genau gleich lauten, wie die Daten, welche dem DSP zu dem Werk vorliegen.

Metadaten sind zusätzliche Angaben und Informationen, die andere Daten genauer beschreiben. Dank solchen Zusatzangaben können bei Suchläufen durch grosse Datenmengen einzelne Elemente daraus besser bestimmt und somit gefunden werden. Zu einem musikalischen Werktitel gehören neben den üblichen Angaben zu Komponist, Textautor, Verlag etc. idealerweise auch die Informationen über den oder die Interpreten sowie allenfalls vorhandene alternative Werktitel von anderen Sprachfassungen als auch Remix-/Edit-Versionen, also zum Beispiel: «Songtitel – Radio Edit» oder «Songtitel – Extended Version». Vollständige und korrekte Metadaten sind von grossem Vorteil, wenn es darum geht, beim maschinellen Abgleich der Nutzungsmeldungen mit der Werkdatenbank eine Übereinstimmung zu finden.

Diese Voraussetzungen sind entscheidend, damit ein Werk in allen von der SUISA direkt lizenzierten Gebieten und bei allen von der SUISA direkt lizenzierten Online-Musikanbietern korrekt abgerechnet werden kann.

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  1. Claire Chalut sagt:

    Vous ne parlez que de „Apple Music“, „Spotify“ et „Youtube“ (cette dernière plateforme touche surtout la VIDEO et quid ? de „Soundcloud“ (destinée à l’audio). Qu’en est-il avec „Soundcloud“ ? (qui est beaucoup utilisé), avez-vous des relations avec eux ??? ET, comment ?? Merci de votre réponse.

    Autre remarque (qui n’a rien à voir avec cet article) : comment se fait-il que l’on ne retrouve pas les oeuvres déposées dans votre banque de données (souvent il est réponde „inconnu“ ou „pas trouvé“, etc.

    C. Chalout

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Der Online-Musikvertrieb eröffnet aus verkäuferischer Sicht enorme Möglichkeiten. Mit wenig Aufwand kann Musik innert Kürze einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht werden. Dagegen ist die Abrechnung der Urheberrechtsvergütungen für Online-Nutzungen komplex, auch weil die Prozesse anders sind als bei Aufführungs- oder Senderechten. Der wichtigste Ratschlag lautet: Zuerst das Werk möglichst frühzeitig bei der SUISA anmelden, erst dann online veröffentlichen. Text von Andreas Wegelin und Manu Leuenberger

Die Praxis der Online-Lizenzierung verlangt frühzeitiges Anmelden der Werke

Wer seine Musik über Online-Musikanbieter vertreibt, geht mit Vorteil nach folgendem Merksatz vor: Zuerst das Werk bei der SUISA anmelden, erst dann online veröffentlichen. (Foto: Anutr Yossundara / Shutterstock.com)

Im Internet macht der Handel vor Landesgrenzen keinen Halt. Insbesondere dann, wenn die Güter nicht physisch sondern rein digital vom Anbieter zum Kunden transportiert werden können – wie es bei Musik der Fall ist. Ein Online-Musikanbieter wie zum Beispiel…Weiterlesen

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

Wichtig ist aber zu wissen, dass diese bis Ende Mai erwirtschafteten Umsätze Abrechnungen aus der Zeit noch vor der Absage aller Veranstaltungen stammen. Die Auswirkungen auf die Umsätze wegen der seit Mitte März abgesagten Veranstaltungen werden sich erst im zweiten Halbjahr zeigen. Auf Kostenseite sind Einsparungen gemacht worden (–3%), negativ wirkte sich dort jedoch die derzeitige Wertschriftensituation aus.

Revisionsbericht, Mint, PRS

Der Vorstand hat weiter den umfassenden Bericht der Revisionsstelle BDO zur Kenntnis genommen und verschiedene Berichtspunkte mit der Geschäftsleitung besprochen.

In Bezug auf das Joint Venture Mint Digital Services mit der amerikanischen SESAC liess sich der Vorstand über die Planung der Lizenzierungsaktivitäten in den nächsten Monaten und der Roadmap 2020–24 orientieren. Vorgesehen ist die Ausdehnung der Direktlizenzierung unseres Repertoires auf Indien, Australasien und Afrika. In diesem Zusammenhang beschloss der Vorstand Bürgschaftsgarantien für die Lizenzierung grosser Verlagskataloge zu gewähren.

Die Erneuerung des Gegenseitigkeitsvertrags mit der englischen Schwestergesellschaft PRS war ebenfalls Thema an der Vorstandssitzung. Die PRS sieht die in unseren Statuten vorgesehenen Abzüge von den Einnahmen für soziale Zwecke kritisch. Das könnte nach weiteren Verhandlungen mit der PRS zu einer Statutenrevision führen.

Verzicht auf Sitzungshonorare zugunsten Hilfsfonds

Angesichts der schwierigen Situation für viele Kulturschaffende und besonders auch für die Mitglieder der SUISA hat der Vorstand beschlossen, auf sein Sitzungshonorar zugunsten des eben errichteten Hilfsfonds der SUISA zu verzichten. Auch die Geschäftsleitung verzichtet in gleicher Höhe zugunsten einer Reduktion der Personalkosten auf einen Teil des Gehalts.

Bericht der Task-Force des SUISA-Vorstands – Ende Juni 2020
Im April 2020 setzte der SUISA-Vorstand eine Arbeitsgruppe ein, um auf die negativen finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die SUISA schnellstmöglich reagieren zu können und zusammen mit der Geschäftsleitung Sparmassnahmen zu identifizieren. Weiterlesen
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Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-MitgliederEin weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
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Zum zweiten Mal musste der Vorstand seine ordentlichen Sitzungen Corona-bedingt als Videokonferenz durchführen. Natürlich war auch die finanzielle Situation aufgrund der Pandemie das wichtigste Thema an diesen Sitzungen. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Corona-Budget bis Ende Mai eingehalten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die finanzielle Situation der Genossenschaft waren das wichtigste Thema an den Sitzungen des SUISA-Vorstands vom 25. und 26. Juni 2020. (Foto: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com)

Der Vorstand konnte Kenntnis nehmen von den Umsatzzahlen bis Ende Mai 2020, welche gegenüber dem ursprünglichen Budget bei den Aufführungsrechten um 15,5% eingebrochen sind. Betrachtet auf den Gesamtumsatz beträgt die Einbusse immer noch 7,7%. Die Geschäftsleitung hat deshalb bereits im April ein Corona-Budget vorgelegt. Dieses konnte bis Ende Mai eingehalten werden. Die Umsätze liegen sogar leicht (+3,1%) darüber.

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Informationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder

Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Text von Michael Wohlgemuth

Informationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder

Musik per Video als Ersatz für abgesagte Konzerte: Der Jazz- und Improvisationsmusiker Cyril Bondi hat für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» sein Werk «We Need To Change» gespielt; zu hören und zu sehen auf dem SUISAblog und den Social Media-Kanälen SUISA Music Stories. (Foto: Screenshot Video Cyril Bondi)

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Livestreams zu übertragen: Die Auswahl reicht von der eigenen Website über Social Media-Plattformen wie Youtube, Facebook, Instagram oder Dailymotion bis zu reinen Livestreaming-Plattformen wie Twitch. Darüber hinaus tauchen zurzeit zusätzlich kleinere internationale, aber auch nationale Plattformen auf, bei welchen man sich als Musikschaffender zwecks Livestreaming anmelden und allfällige über die Plattform erzielte Einnahmen mit dieser teilen kann.

Folgender Leitfaden soll für SUISA-Mitglieder eine Hilfestellung im Livestreaming-Dschungel bieten:

Infos für Musikschaffende, die Livestreams selbst veranstalten

Brauche ich/Brauchen wir eine Lizenz der SUISA?
Sei es als Band, Singer-Songwriter, Orchester oder als Chor: Veranstaltet man auf seiner eigenen Website oder seinem eigenen Social-Media-Kanal einen Livestream und führt ausschliesslich selbst geschriebene und/oder gemeinfreie (Urheberin oder Urheber ist länger als 70 Jahre verstorben) Musik auf, braucht man keine Lizenz der SUISA.

Aber Vorsicht: Diese Form der «Eigennutzung» von eigener Musik auf den eigenen Web-Kanälen ist nur dann zulässig, wenn alle Songs zu 100% von den Interpreten und Interpretinnen selbst geschrieben sind. Sobald Dritte an nur einem der aufgeführten Werke beteiligt sind, handelt es sich um keine reine Eigennutzung mehr. Wenn es also Miturheberinnen -und urheber gibt, die nicht bei der Darbietung des Livestreams mitwirken, oder ein Verlag am Song beteiligt ist oder sonst fremde, geschützte Musik aufgeführt (bspw. Covers) wird, so braucht man eine Lizenz von der SUISA gemäss den «Lizenzbedingungen Livestreams».

Eine Ausnahme gilt für nicht-kommerzielle Livestreams auf Social Media-Plattformen: Diese sind bereits durch die Verträge von der SUISA und auch anderen Rechteverwertern mit den Social Media-Plattformen gedeckt und müssen deshalb in der Regel nicht separat lizenziert werden. Zurzeit bestehen abgeschlossene Verträge der SUISA mit Youtube und Facebook (inkl. Instagram). In Verhandlungen steht die SUISA mit Dailymotion, Vimeo und Twitch, für die das Gleiche gelten wird.

Nicht-kommerziell in diesem Zusammenhang bedeutet, dass kein Geld für den Livestream verlangt wird und er nicht für ein Unternehmen produziert wird. Auch Spendenaktionen, deren Einnahmen vollständig Hilfsbedürftigen zukommen, gelten für die SUISA als nicht-kommerziell.

Livestreams von DJ-Sets
DJ-Sets beinhalten nicht nur Kompositionen, sondern auch Aufnahmen, über deren Rechte das Tonträgerunternehmen bzw. das «Label» verfügt. Da die wenigsten DJs ausschliesslich selbst komponierte und selbst veröffentlichte Musik verwenden, müssen für Livestreams von DJ-Sets in der Regel gleich mehrere Lizenzen eingeholt werden: Für die Urheberrechte braucht es eine Lizenz von der SUISA (mit Ausnahme von nicht-kommerziellen Livestreams auf Social-Media, siehe Abschnitt «Braucht es eine Lizenz der SUISA?») und für die Rechte an den gespielten Aufnahmen – die sogenannten verwandten Schutzrechte – Lizenzen der Plattenfirmen/Labels. Bei DJ-Sets auf Social Media sind die Plattformen selbst dafür verantwortlich.
Die zurzeit einzige der SUISA bekannte Plattform, welche mit den meisten grösseren Labels einen Vertrag für DJ-Livestreams geschlossen hat, ist Mixcloud.

Der Livestream meines Konzerts oder DJ-Sets auf Social Media wurde blockiert: Weshalb und wie kann ich das vermeiden?
Die Ursache für eine Blockierung ist meistens das Aufführen fremder Musik, und damit zusammenhängend das Fehlen einer bestimmten Lizenzvereinbarung der Social Media-Plattform mit einem Rechteinhaber (oft ein Label oder ein Verlag). Grundsätzlich sind nämlich die Social Media-Unternehmen für den Inhalt auf ihren Plattformen verantwortlich und blockieren zu ihrer eigenen Absicherung unlizenzierte Inhalte mithilfe von Audioerkennungstechnologien.

Man kann Blockierungen auf Social Media also am einfachsten aus dem Weg gehen, indem man im Falle eines Live-Konzerts in erster Linie selbst komponierte Musik aufführt. Coverbands ist aus komplexen rechtlichen Gründen zu empfehlen, die Livestreams nicht auf Social Media, sondern auf der eigenen Website zu veranstalten.

DJ-Sets auf Social Media-Plattformen sollten möglichst vermieden werden, ausser es werden eigene Aufnahmen verwendet. Der Grund dafür ist, dass die wenigsten Labels das Livestreaming ihrer Aufnahmen auf Social Media zulassen. Insbesondere Facebook und Youtube verfügen über ausgereifte Audioerkennungstechnologien und erkennen damit sehr rasch unlizenzierte Aufnahmen. Allerspätestens wenn man eine Aufzeichnung des Livestreams mit unlizenzierter Musik auf der Plattform lässt, wird diese von der Software automatisch gesperrt.

Kann ich mit meinen Livestreams Geld verdienen?
Man kann mit seinen Livestreams auf verschiedenste Arten Geld verdienen:
Die einfachste Form ist das Anbieten des Livestreams gegen Bezahlung. Auf der eigenen Website könnte man zum Beispiel gegen Bezahlung den Link für den Livestream bekanntgeben. Dieses Bezahlmodell liesse sich auch auf Social Media-Plattformen übertragen, indem man den Livestream nur in einer geschlossenen Gruppe bereitstellt, zur welcher das Publikum nur gegen ein Entgelt Zugriff erhält.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss dafür noch auf klassische, von der Social Media-Plattform unabhängige, Zahlungssysteme wie bspw. die Kontoverbindung zurückgegriffen werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Social Media-Plattformen vermehrt integrierte Zahlungslösungen anbieten werden, mit welchen die Zuschauerinnen und Zuschauer direkt über die Plattform bezahlen können. So hat beispielsweise Facebook angekündigt, auf der Facebook-Live-Plattform direkte Zahlungen über die Plattform zu ermöglichen.

Weitere potenzielle Einnahmequellen sind bspw. Werbeunterbrechungen oder das Sponsoring des Livestreams. Ebenfalls könnten im Rahmen des Livestreams Merchandising-Artikel angeboten oder freiwillige Spenden ermöglicht werden.

Infos für Musikschaffende, deren Livestream von einem Veranstalter durchgeführt wird

Wer kommt als Veranstalter in Frage?
Als Livestream-Veranstalter kommen vor allem Konzertveranstalter und Clubbetriebe, aber auch (Medien-) Unternehmen, Stiftungen, Vereine oder sonstige Gesellschaften in Frage.

Wo werden diese Veranstaltungen live gestreamt?
Einerseits auf Social Media, anderseits auch auf eigenen Plattformen, die speziell für Livestreaming-Events ins Leben gerufen wurden. Ein nationales Beispiel ist Artonair. Ein internationales Beispiel für einen solchen Livestream-Veranstalter ist Stageit.

Ich wurde/Wir wurden für einen Livestream angefragt: Muss der Veranstalter mich für meinen Auftritt vergüten?
Die SUISA ist grundsätzlich der Ansicht, dass Engagements für Livestreams mit Engagements für Konzerte zu vergleichen sind und somit auch eine Gage angebracht ist. Diese sollte nebst den Auftrittsmodalitäten in einem Engagement-Vertrag geregelt werden.

Sind die Veranstalter auch für die Urheberrechtsgebühren verantwortlich?
Ja, genauso wie im Offline-Bereich müssen sich die Veranstalter um die Urheberrechte an der aufgeführten Musik kümmern. Internationale Anbieter brauchen eine Lizenz von jedem betroffenen Rechteinhaber der aufgeführten Musik (Verwertungsgesellschaften, Verlage etc.). Für nationale Anbieter reicht eine Lizenz der SUISA.

In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, die AGBs des jeweiligen Anbieters zu studieren und darauf zu achten, dass man dem Veranstalter keine Rechte einräumt, über welche man nicht verfügen kann oder möchte. Beispielsweise sollte man als SUISA-Mitglied speziell darauf achten, keine Aufführungsrechte dem Veranstalter einzuräumen, da dies bereits die SUISA für einen übernimmt.

Gibt es also eine Vergütung der SUISA für meinen Auftritt in einem Livestream?
Wurde ein Livestream von der SUISA an einen Veranstalter lizenziert, so können die an der Musik beteiligten Urheberinnen und Urheber und Verlage eine entsprechende Entschädigung von der SUISA erwarten (abzgl. des momentanen Kostensatzes von 15%). Die Höhe der Entschädigung ist in erster Linie davon abhängig, ob und wie viel Einnahmen durch den Veranstalter erzielt werden. Verteilt werden die Lizenzeinnahmen auf Basis des Programms, der «Setliste», die der Veranstalter bei der SUISA einreicht.

Weitere Informationen:
Haben Sie als SUISA-Mitglied rechtliche Fragen oder Anliegen in Zusammenhang mit Livestreams? Gerne berät Sie dazu unser Rechtsdienst: legalservices (at) suisa (dot) ch

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  1. Michael sagt:

    Wie schaut es bei „nicht-kommerzielle Livestreams“ in Bezug mit Gottesdienste aus? Wenn dort Musik gespielt wird und Gesungen als Teil des Gottesdienstes und das auch Live z.b. auf Youtube übertragen wird, inkl. Einbindung von Songtexten zum mitsingen.
    Ist das dann eine nicht-kommerzielle Veranstaltung? Und was ist, wenn in Rahmen dieses Gottesdienstes ein Aufruf zu Spenden, z.b. an Missionsstellen gemacht wird?

    • Guten Tag
      Grundsätzlich werden Livestreams von Kirchen in unserer Praxis mit solchen von Unternehmen gleichgesetzt: Sie benötigen eine Lizenz von der SUISA. Eine Ausnahme gilt momentan für Kirchen, welche bereits eine Vergütung der SUISA auf Basis des Gemeinsamen Tarifs C (GT C) bezahlen. In diesen Fällen erachten wir die Livestreams als bereits abgegolten, sofern diese auf von den Kirchen selbst bewirtschafteten und durch den Tarif GT C abgedeckten Online-Plattformen/-Kanälen übertragen werden. Wenn Kirchen, die keine Vergütung gemäss dem Tarif GT C entrichten, in live gestreamten religiösen Feiern – wozu auch kirchliche Hochzeiten gehören – am Rand der Zeremonie zu Spenden aufrufen, kann der Livestream unter Umständen als nicht-kommerziell behandelt werden. Was das Einblenden von Songtexten betrifft, so muss in jedem Fall eine zusätzliche Lizenz von den Rechteinhabern (in der Regel Verlage) eingeholt werden, da die SUISA diese Rechte nicht vergeben kann – weder direkt, noch über einen Vertrag mit einer Social-Media Plattform.
      Freundliche Grüsse, Michael Wohlgemuth, SUISA Rechtsdienst

  2. M. Badertscher sagt:

    Was bedeutet „nicht-kommerzielle Livestreams“ genau?
    Wenn der Stream für alle sichtbar ist (keine Zugangsbeschränkung), man Musik im Hintergrund laufen lässt und der Zuschauer freiwillig für den Stream etwas bezahlen kann aber nicht muss, dann ist das doch auch kommerziell? Der Streamer verdient ja auch damit. Einfach auf freiwilliger Basis.

    • Michael Wohlgemuth sagt:

      Besten Dank für die berechtigte Frage. In der Tat würden wir solche Livestreams auch als kommerziell betrachten. Sobald in irgendeiner Form Geld fliesst, handelt es sich aus unserer Sicht um ein kommerzielles Angebot.
      Beste Grüsse, Michael Wohlgemuth, SUISA Rechtsdienst

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Die Corona-Massnahmen führten für die Musikschaffenden zu einem Ausfall von Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten und für die Musikkonsumenten zu einem schmerzvollen Verlust von Live-Musik. Livestreaming erfreut sich deshalb gerade in diesen Zeiten grosser Beliebtheit und übernimmt eine relevante Rolle im Kulturbetrieb. Text von Michael Wohlgemuth

Informationen zu Livestreams für SUISA-Mitglieder

Musik per Video als Ersatz für abgesagte Konzerte: Der Jazz- und Improvisationsmusiker Cyril Bondi hat für die Beitragsserie «Music for Tomorrow» sein Werk «We Need To Change» gespielt; zu hören und zu sehen auf dem SUISAblog und den Social Media-Kanälen SUISA Music Stories. (Foto: Screenshot Video Cyril Bondi)

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Livestreams zu übertragen: Die Auswahl reicht von der eigenen Website über Social Media-Plattformen wie Youtube, Facebook, Instagram oder Dailymotion bis zu reinen Livestreaming-Plattformen wie Twitch. Darüber hinaus tauchen zurzeit zusätzlich kleinere internationale, aber auch nationale Plattformen auf,…Weiterlesen

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

Die Jahresrechnung 2019 der SUISA schliesst sehr erfreulich ab. Die Einnahmen aus Urheberrechten belaufen sich auf Fr. 155,25 Mio., das sind 3% mehr als im Vorjahr. Damit können im Jahr 2020 nach Abzug der Kosten Fr. 129,34 Mio. an die Bezugsberechtigten im In- und Ausland verteilt werden. Dem ansehnlichen Wertschriftenerfolg ist zu verdanken, dass dazu noch eine Zusatzverteilung von 7% auf allen Abrechnungen gewährt werden kann.

Schriftliche Abstimmung anstelle Generalversammlung 2020

Der Vorstand beschloss, dass die für diesjährige Generalversammlung traktandierten Geschäfte ausnahmsweise schriftlich zur Abstimmung gelangen, weil nicht absehbar ist, ob am 26. Juni, dem Datum der Versammlung, eine solche Veranstaltung im Bierhübeli in Bern durchgeführt werden könnte. Die Unterlagen zur schriftlichen Abstimmung werden den Mitgliedern Ende Mai zugeschickt.

An der Generalversammlung sind auch zwei Ersatzwahlen in die Gremien – dieses Mal auf schriftlichem Weg – vorzunehmen: Als Nachfolger von Grégoire Liechti in der Verteilungs- und Werkkommission schlägt der Vorstand Michael Hug vor. Die Kandidatin für die Nachfolge des verstorbenen Reto Parolari als Vorstandsmitglied heisst Melanie Oesch.

Geschäftsgang in der Corona-Krise: Vorstand bildet Taskforce

Am eingehendsten zu besprechen war im Vorstand neben diesen üblichen Themen der Frühjahrsitzung die Bedrohung durch das Coronavirus, besser gesagt durch die Folgen der Schliessung von Betrieben und dem Aufführungsverbot. Mittlerweile ist bekannt, dass mindestens bis Ende August keine Grosskonzerte möglich sind, und auch kleinere Anlässe dürften nur unter hohen Sicherheitsauflagen, was sich auf die Besucherzahl auswirken wird, stattfinden. Es ist denkbar, dass diese einschränkenden Massnahmen sogar noch für längere Zeit aufrechterhalten bleiben.

In Anbetracht dieser Umstände ist mittlerweile von einem halbierten Budget im Bereich der Konzerte, der Unterhaltungsanlässe und bei den Einnahmen aus Musikunterhaltung im Gastgewerbe auszugehen. Auf das gesamte Einnahmenbudget der SUISA hätte das einen Rückgang von 25% oder Fr. 38 Mio. zur Folge. Eine genaue Prognose ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich, da die weiteren Entwicklungen bis Ende Jahr nur beschränkt absehbar sind. Der Vorstand hat eine Taskforce gebildet, um zusammen mit der Geschäftsleitung die Auswirkungen dieser Mindereinnahmen auf den Geschäftsgang zu prüfen und insbesondere notwendige Sparmassnahmen auf Kostenseite zu ermitteln.

Entwicklungen im Online-Lizenzmarkt

Ein weiteres wichtiges Thema, auch in Zusammenhang mit dem Jahresabschluss der SUISA-Gruppe, war die Entwicklung im Online-Lizenzmarkt. Bekanntlich lizenzieren wir seit drei Jahren mit der Firma SUISA Digital Licensing über die Joint-Venture-Unternehmung Mint Digital Services zusammen mit der amerikanischen SESAC die Rechte der SUISA-Mitglieder nicht nur in der Schweiz und in Liechtenstein, sondern europaweit, oder wo es die Verträge zulassen, sogar weltweit.

Durch das «Pooling» von Repertoire wird die SUISA mit Mint zu einem wichtigen Anbieter von Dienstleistungen in diesem Bereich. Die Firmen Mint und SUISA Digital Licensing sind dabei als Start-up-Unternehmen noch nicht profitabel. Der Vorstand erteilte deshalb der Geschäftsleitung den Auftrag, die Perspektiven für den Break-even genauer zu evaluieren und in verschiedenen Szenarien berechenbar darzustellen.

Die nächsten Vorstandssitzungen finden erneut per Videokonferenz am 25. Mai und am 25. Juni 2020 statt.

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Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019 Rund 150 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder kamen am 21. Juni 2019 an die ordentliche Generalversammlung ins Bieler Kongresszentrum und bestimmten die Geschicke ihrer Genossenschaft mit. Unter anderem wählten sie Sylvie Reinhard und Grégoire Liechti neu in den Vorstand. Im Zusammenhang mit der Urheberrechtsrevision verabschiedeten die SUISA-Mitglieder zudem eine Resolution für faire Bedingungen für Musikschaffende. Weiterlesen
Schöne neue WeltSchöne neue Welt Kaum eine Entwicklung hat das Musikgeschäft so sehr auf den Kopf gestellt wie der Erfolg von Plattformen wie Youtube. Und kaum eine Entwicklung ist mit den Rechten der Urheberinnen und Urheber so nachlässig verfahren wie das Internet. Im Gespräch beleuchtet SUISA-CEO Andreas Wegelin Chancen und Schwierigkeiten des noch jungen Geschäftsbereichs. Weiterlesen
SUISA verlängert für ihre Kundinnen und Kunden die ZahlungsfristSUISA verlängert für ihre Kundinnen und Kunden die Zahlungsfrist Ab April 2020 und bis auf Weiteres räumt die SUISA auf den ausgestellten Rechnungen eine von 30 auf 90 Tage verlängerte Zahlungsfrist ein. Für nicht erfolgte Musiknutzungen im Zusammenhang mit den behördlichen Verordnungen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie entfallen die Vergütungen für Urheberrechte. Weierlesen
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  1. Yannick Popesco sagt:

    Bonjour étant membre de la Suisa et artiste actif je me pose une question importante.

    Y’a-t-il actuellement une lutte en cours pour le statut suisse d’intermittent du spectacle ?
    Quel est le statut légal de l’artiste pour l’instant ?

    Salutations,
    Yannick Popesco (artiste indépendant)

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Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Der Vorstand der SUISA tagte aufgrund der Corona-Vorschriften am 28. und 29. April 2020 zum ersten Mal per Videokonferenz. Die Mitglieder waren zugeschaltet mit Bild und Ton aus ihrem jeweiligen Homeoffice. Nach kurzer Angewöhnungszeit verlief die Sitzung zügig und ohne grössere Verständigungsprobleme. Selbst über heikle Themen musste auf diese Weise beraten und abgestimmt werden. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Vorstandssitzung im Zeichen des Coronavirus

Wegen Veranstaltungsabsagen und Betriebsschliessungen infolge der behördlichen Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beim aktuellen Wissensstand mit einem Rückgang von 25% auf das gesamte Einnahmenbudget zu rechnen. (Foto: RomeoLu / Shutterstock.com)

Die wichtigsten Punkte der Frühjahrssitzungen sind jeweils Abnahme und Verabschiedung der Jahresrechnung, des Lageberichts und des Geschäftsberichts zuhanden der Generalversammlung. Auch die Vorbereitung der Tagesordnung der Generalversammlung war Thema.

Die Jahresrechnung 2019 der SUISA schliesst sehr erfreulich ab. Die Einnahmen aus Urheberrechten…Weiterlesen

Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb

Das Geschäft im Online-Bereich ist – nicht nur für Urheberrechtsgesellschaften – durch einen dauernden Wandel geprägt. Im zweiten Teil des Gesprächs macht SUISA-CEO Andreas Wegelin einen Ausblick, was der heutige Stand ist und über welche Szenarien diskutiert wird. Interview von Gastautor Silvano Cerutti

Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb

Der Musikkonsum läuft anders als vor 15 Jahren: Aus den Umsätzen der Digital Service Provider entfallen etwa 12 bis 15 Prozent auf die Urheberinnen und Urheber, was Vergütungen im Mikrorappenbereich pro Wiedergabe ergibt. (Bild: LikeBerry)

Andreas Wegelin, reden wir über Relationen und Grössenverhältnisse. Von Streaming-Dienstleistern wie etwa Spotifyerhalten die Komponistinnen und Komponisten Mikrorappenbeträge pro Wiedergabe vergütet. Wieviel Prozent des Umsatzes ist das, wenn man es hochrechnet?
Andreas Wegelin: Wenn man nur die Urheberrechte anschaut, sind das etwa 12 bis 15 Prozent von etwa 70% Gesamtumsatz des Service Providers. Der Rest entfällt für Aufnahme, Produzent, Interpret. Das entspricht in etwa der Situation offline in der Schweiz. Die Urheberrechte der Komponisten sind dort über staatlich genehmigte Tarife geregelt. Diese sind sogar leicht tiefer. Ein Monopol bringt also nicht unbedingt das bessere Ergebnis für die Urheber.

Warum kommt eigentlich nur so wenig für den Urheber zusammen? Ohne den gäbe es das Stück ja gar nicht, das andere interpretieren.
Da gebe ich Ihnen Recht. Wenn ein Komponist auch noch gut singen kann, also sein eigener Interpret ist, erhält er mehr. Das ist aber auch offline so. Da bekommt ein singender Urheber auch mehr von seiner Plattenfirma als von uns – weil der Produzent dem Service Provider auch die Musik-Aufnahme liefert, die abgespielt werden kann. Das tut nicht die SUISA, sondern Firmen wie Sony, Universal etc., die damit auch über die entsprechende Marktmacht verfügen.
Zudem, machen wir mal den Vergleich mit den Radiosendern: Ein Radio richtet sich an eine Vielzahl Hörer, die Streams an einen individuellen Hörer. Bricht man die Radioentschädigung runter auf einen Hörer, so ist die Summe nicht viel höher als im Streaming. Der Grund, warum das Streaming noch tiefer ist, liegt daran, dass ich im Radio fast nur Mainstream habe. Die Auswahl der Songs ist also begrenzt. Auf Streamingdiensten habe ich auch Nischenrepertoire. Mit anderen Worten (man behafte mich nicht auf den Zahlen): Im Radio habe ich eine «heavy rotation» von vielleicht 50 Songs im Monat, auf Spotify von 1000 Songs.

Kann ich davon ausgehen, dass ein Dienst wie Youtube in einem ähnlichen Umfang bezahlt wie Spotify?
Bei Youtube muss man die schwierig zu beantwortende Frage stellen: Worauf beziehen sich diese 12 bis 15 Prozent? Bei Spotify gibt es Abo-Einnahmen, bei Youtube hingegen haben wir nur Werbung: Es Sind also 12 bis 15% der Werbeeinnahmen, die in einem spezifischen Land auf einem spezifischen Video während eines spezifischen Zeitraums erzielt werden. Und wenn keine Werbung auf dem Video läuft, gibt es kein Geld, egal wie viele tausend Klicks insgesamt ausgewiesen werden?

Bei Youtube hat man zusätzlich das Problem, dass alle alles hochladen können, auch ohne Angabe von Rechten. Wie kann man herausfinden, was wem gehört?
Youtube versucht es automatisiert. Das funktioniert zum Teil und teils kommt es zu krassen Fehlentscheiden bei den Zuweisungen. Aber bei dieser Datenmenge geht es nur noch automatisiert. Für eine totale Kontrolle müsste man alle Soundfiles tracken können.

Das heisst, die Zukunft muss der Uploadfilter sein?
Dazu läuft in der EU eine grosse Diskussion. Bislang galt in der EU das Prinzip «safe harbour», das besagte: Ein Digital Service Provider (DSP) ist nicht verantwortlich für die Inhalte, die bei ihm hochgeladen werden. Die Regelung stammt aus dem Jahre 2002 und sollte die Entwicklung des Online-Datenaustauschs fördern. Damals gab es Youtube noch gar nicht. Youtube konnte dann von der Regelung profitieren, obwohl massenweise geschützte Inhalte über Youtube verbreitet werden. Inzwischen kommt dem Schutz des Urhebers wieder grössere Bedeutung zu. Youtube droht jetzt aber, Inhalte zu sperren, weil es zu kompliziert sei, in jedem Einzelfall für eine Abgeltung der Rechte zu sorgen. Damit wären dann gewisse Inhalte nicht mehr verfügbar und das sei eine gravierende Beschneidung der Meinungsfreiheit.

Gibt es denn Alternativen dazu?
Man könnte einen gesetzlichen Vergütungsanspruch für Urheber einführen, so ähnlich wie die Leerträgervergütung für die Privatkopie. Das würde bedeuten: Youtube ist die Verbreitung von Inhalten erlaubt, aber Youtube muss von Gesetzes wegen etwas dafür bezahlen. Bei der Leerträgervergütung war damals die Argumentation: Man kann nicht kontrollieren, was jemand auf Kassette aufnimmt, also braucht es eine Pauschallösung und die könnte sein, dass man auf jedem Leerträger eine Vergütung von z.B. 5 Rappen pro Stunde zu Gunsten der Urheber bezahlt. So etwas Ähnliches wäre auch für Online-Nutzungen möglich, ist aber hoch umstritten.

Welche Lösung wäre besser für die Urheber?
Für die Urheber in unserer Grössenordnung wäre die Pauschale besser, für die grossen Rechteinhaber ist es das heute geltende Verbotsrecht. Das gibt ihnen genügend Macht, um mit Youtube oder Google direkt zu verhandeln. Google kann sie nicht einfach übersehen. Wir hingegen mussten erst selber aktiv werden, um mit Youtube über eine Lizenz zu sprechen. Dies war auch ein Grund für unser Joint Venture und unseren Ansatz, das vertretene Repertoire zu erweitern.

Wie lange braucht man eigentlich, um einen Vertrag mit einer Plattform dieser Grössenordnung auszuhandeln?
Seit wir Teil der Joint License sind und über Mint verarbeiten, hat sich die Dauer verkürzt. Je nach Anbieter dauert es aber zwischen einem und acht Monaten. Und wenn man einen Vertrag erneuern will, sind es vier bis fünf Monate.

Und welche Strategie verfolgt die SUISA, wenn die Vertragsverhandlungen mit einem Anbieter scheitern?
In einem solchen Fall – er ist recht selten, in aller Regel findet man unter vernünftigen Geschäftspartnern eine Lösung – müssen wir um die Anerkennung und die angemessene Vergütung für die Nutzung der Rechte unserer Mitglieder vor Gericht streiten.

Wie viele DSP gibt es insgesamt?
Eigentlich zu viele (lacht). Es sind Dutzende. Man beginnt natürlich bei den Wichtigsten, also bei den Grössten. Es sind etwa 15. Aber Mint will in anderen Territorien ausbauen. In Indien beispielsweise sind die beiden grossen Telekomfirmen auch wichtige Musikprovider, das ergibt andere Konstellationen.

Ich bin Genossenschafter der SUISA, darf ich diese Verträge sehen?
Nein. Ein Provider will verhindern, dass ein Konkurrent den Vertrag sehen kann. Deshalb gibt es immer eine Geheimhaltungsklausel. Ein Genossenschafter der SUISA sieht jedoch am Ende, was er erhält. Wenn ihm das nicht passt, kann er die Rechte jederzeit jemand anderem übertragen. Ich bezweifle aber, dass er dort Einsicht in die Verträge erhält. Das ist eine Folge des Konkurrenzmarktes.

Im Dezember 2019 wurde bekannt, dass die Gema die Mehrheitsbeteiligung an der Zebralution GmbH, einem Digitalvertrieb, erworben hat. Was bedeutet diese Entwicklung für die SUISA?
Die Gema versucht auf diese Weise, verstärkt im Geschäft mit Daten für die Werke ihrer Mitglieder aktiv zu sein. Durch die Zusammenarbeit mit einem Digitalvertrieb kann es der Gema gelingen, ihren Mitgliedern einen rundum-Service anzubieten, also nicht nur die Wahrnehmung der Urheberrechte, sondern auch von verwandten Schutzrechten. Auch die SUISA wird sich überlegen, was für Schritte sinnvoll sind für einen möglichst umfassenden Service für die Mitglieder im Bereich der digitalen Verbreitung von Musik.

Züri West hat mit «I schänke dir mis Härz» Geld verdient, «079» von Lo & Leduc ist mindestens so erfolgreich, aber weit weniger ertragreich.
Wahrscheinlich ist das so. Diesen Unterschied macht es aber nicht nur für Lo & Leduc, sondern für alle, weltweit, weil eben der Musikkonsum anders läuft als vor 15 Jahren. Deshalb sind Konzerte wichtiger geworden und deshalb ist der ganze Sendebereich so wichtig, weil wir dort noch einigermassen stabile Verhältnisse haben …

Aber?
Das Problem ist, dass immer mehr Werbung ins Netz wandert. Die Lizenzgebühr für Senderechte ist abhängig vom Umsatz des Senders, dieser entspringt zu einem grossen Teil der Werbung. Die Einnahmen sinken markant, weil sich die Werbung immer mehr ins Internet verlagert.

Ein ähnliches Szenario wie bei den Zeitungen.
Genau. Das ist schwer in den Griff zu bekommen. Die nächsten Online-Verträge werden mehr Gewicht darauf legen müssen. Das ist hochspannend, eigentlich. Und natürlich gelingt es nicht immer auf Anhieb, sondern es braucht harte Verhandlungen und wenn nötig sogar Gerichtsverfahren. Das hatte man in den 70ern und 80ern ebenfalls, als es darum ging, Vergütungen für die Kabelweitersendung zu erhalten. Es gibt also immer neue Entwicklungen und Angebotsformen für Musik. Diese müssen wir im Auge behalten und es ist unsere spannende und dankbare Aufgabe, zugunsten unserer Mitglieder eine Vergütung auszuhandeln.

Zum ersten Teil des Interviews: «Schöne neue Welt»

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  1. Rolf Hug sagt:

    Very interesting. Also to mention that the big publishing companies don’t play by the code of conduct and
    can get away with anything.

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Das Geschäft im Online-Bereich ist – nicht nur für Urheberrechtsgesellschaften – durch einen dauernden Wandel geprägt. Im zweiten Teil des Gesprächs macht SUISA-CEO Andreas Wegelin einen Ausblick, was der heutige Stand ist und über welche Szenarien diskutiert wird. Interview von Gastautor Silvano Cerutti

Rappenspalten im digitalen Musikvertrieb

Der Musikkonsum läuft anders als vor 15 Jahren: Aus den Umsätzen der Digital Service Provider entfallen etwa 12 bis 15 Prozent auf die Urheberinnen und Urheber, was Vergütungen im Mikrorappenbereich pro Wiedergabe ergibt. (Bild: LikeBerry)

Andreas Wegelin, reden wir über Relationen und Grössenverhältnisse. Von Streaming-Dienstleistern wie etwa Spotifyerhalten die Komponistinnen und Komponisten Mikrorappenbeträge pro Wiedergabe vergütet. Wieviel Prozent des Umsatzes ist das, wenn man es hochrechnet?
Andreas Wegelin: Wenn man nur die Urheberrechte anschaut, sind das etwa 12 bis 15 Prozent von etwa 70% Gesamtumsatz des Service Providers. Der Rest entfällt…Weiterlesen

Schöne neue Welt

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Schöne neue Welt

«Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs», ist SUISA-CEO Andreas Wegelin überzeugt. (Foto: Günter Bolzern)

Andreas Wegelin, die Abrechnung der Online-Tantiemen ist von Verzögerungen betroffen, was bei einigen Mitgliedern Enttäuschung ausgelöst hat. Können Sie das verstehen?
Andreas Wegelin: Es ist unser Job, für die Mitglieder möglichst viel herauszuholen, nicht nur online, sondern bei allen Nutzungen. Wenn es zu Kritik kommt, nehmen wir das ernst und gehen ihr nach. Es ist aber auch so, dass einige Mitglieder mehr erhalten haben als auch schon, und die sind nicht enttäuscht.

Ist die Frage falsch gestellt?
Allenfalls ist die Erwartungshaltung zu hoch. Heute wird Musik viel kleinteiliger konsumiert, von einer CD sind es vielleicht noch ein, zwei Lieder, und das schlägt sich auch in den Umsätzen nieder.

Aber die Mitglieder sollten viermal jährlich eine Abrechnung erhalten. Das hat 2019 nicht ganz geklappt. Weshalb?
Das ist richtig. Das liegt unter anderem daran, dass ein grosser Kunde verspätet gezahlt hatte. Bei der Abrechnung im Juni wäre es dann um zu kleine Beträge gegangen: Auf der einen Seite wäre die Abrechnung für viele Mitglieder unter die sogenannte Freigrenze gefallen, sie hätten also gar nichts erhalten, und auf der anderen Seite wären die Verwaltungskosten zu hoch gewesen. Deshalb hatten wir beschlossen, die Abrechnung zu verschieben. Es ist aber unser Ziel, alles quartalsmässig abzurechnen.

Sie haben also kein Problem mit der angelieferten Datenmenge, die Sie zur Berechnung der Online-Tantiemen brauchen?
Nein, das gibt es nicht. Die angelieferte Datenmenge ist zwar riesig und es bedarf einer komplexen Verarbeitung mit vielen Ländern und Währungen; unsere Systeme haben sich aber als äusserst effizient erwiesen.

Jetzt kann ich auf Plattformen wie iMusician mein Werk hochladen, es wird von dort auf verschiedene Service Provider (Spotify etc.) verteilt und ich erhalte angezeigt, wie oft mein Werk wo genutzt wird. Kann das die SUISA auch?
Das sind unterschiedliche Geschäftsmodelle. iMusician beobachtet, wo eine einzelne Aufnahme überall gespielt wird. Die lässt sich natürlich viel besser tracken, als wenn man von einem Werk gleichzeitig Dutzende, wenn nicht Hunderte von Aufnahmen verfolgen muss. Hinzukommt, dass die Musikanbieter genau wissen, wer die Künstler einer Aufnahme sind, aber keine Informationen zu den Komponisten der Songs haben.

Ist die Aufgabe der SUISA ist komplexer?
Natürlich. Kommt hinzu, dass ich eine klare Angabe der Rechte mitliefern muss, wenn ich den Song bei einem solchen Verteildienst hochlade. Bei uns gehen hingegen auch Meldungen von Werken ein, die beispielsweise von einem Fan ohne jegliche Angaben hochgeladen wurden. Wenn ich aber unsere Verwaltungskosten mit den Gebühren von einem Service wie iMusician vergleiche, finde ich: wir können gut mithalten. Aber – solche Verteildienste zeigen uns, wie wir unseren Service künftig verbessern könnten und was am Markt gefragt ist.

Nämlich?
Das Stichwort ist Tracking. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn Werbespots mit Musik von Schweizern im Ausland gesendet werden, erhalte ich die Information über die Anzahl Ausstrahlungen am besten über ein Tracking-System. Heute haben wir – auch aus Kostengründen – ein System, bei dem uns die Sender die Angaben liefern. Da heisst es dann etwa «Nivea-Spot». Ja, welcher jetzt? Wenn ich die Melodie schon als Soundfile habe, kann ich den Spot so erkennen. Das ist eine Zukunft für uns, wenn auch nicht die dringendste Massnahme für online.

Die Automatisierung ist also nur so gut wie die Daten, die sie zur Verfügung hat?
Genau. Und die sind oft unvollständig.

Und was ist mit Monitoring-Dienstleistern wie Utopia Music, die Songs im gesamten Internet suchen können?
Monitoring ist ein grosses Thema. Wir verfolgen das sehr genau, es ist unter anderem ein Pilot geplant. Aber auch hier stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Bei einem internationalen Hitproduzenten kann das stimmen, bei einem Gesamtrepertoire wie dem unseren hingegen kann der Aufwand die Verwaltungskosten in unsinnige Höhen treiben.

Jetzt hat man den Rucksack der Vollständigkeit offline aber schon lange und dort funktioniert die Verteilung relativ gut. Online aber, wo man alles messen könnte, ist es kompliziert.
Das ist ärgerlich, ja. Das Offline-System ist seit bald 100 Jahren eingespielt. Dabei decken wir aber nur die Schweiz und Liechtenstein ab. Online müssen wir weltweit betrachten und haben auch noch Wettbewerb, also Konkurrenz, weil sich gemäss EU jeder Rechteinhaber aussuchen kann, von wem er sich vertreten lässt.

Wie wirkt sich das aus?
Früher hat man der SUISA über die sogenannten Gegenseitigkeitsverträge die Rechte an einem Werk zur Wahrnehmung in der Schweiz und im FL abgetreten. Danach konnte ich jedem Komponisten, egal ob Engländer oder Amerikaner, seinen Anteil aus der Schweiz weiterschicken und erhielt die entsprechenden Anteile aus dem Ausland für Schweizer Urheber.

Online hingegen …
… darf ich eben nur noch für den Rechteinhaber einkassieren, den ich auch selber vertrete, das dafür dann aber weltweit. Plötzlich müssen die Dokumentationen viel genauer und für andere Länder nachgeführt werden, weil es sonst nicht stimmt. Da meldet die eine Gesellschaft, ihr Anteil an diesem Werk betrage 80 Prozent, die andere hingegen sagt, sie vertrete 40 Prozent, ergibt total 120, und solche Dinge passieren andauernd.

Was bedeutet das in der Konsequenz?
Der Provider sagt: Solange ihr nicht wisst, wer wofür abrechnet, zahle ich nichts aus. Oder wir bekommen gar kein Geld, dafür den Hinweis: Ich habe schon an einen anderen gezahlt!

Wie kommt es zu diesen Disputen unter den Rechtevertretern?
Ich habe beispielsweise ein Werk mit einem Komponisten, einem Texter, einem Verlag, der aber einen Subverlag vereinbart hat und auf einem anderen Territorium einen dritten Verlag beauftragt, und jetzt kann sich jeder dieser Beteiligten seine eigene Gesellschaft aussuchen fürs Online. So sind dann vielleicht vier oder fünf Gesellschaften für jeweils einen Teil des Werks zuständig. Jetzt muss genau abgesprochen werden, welcher Teil mir gehört. Da beginnen die «Disputes», weil möglicherweise der Eintrag bei den anderen anders ist.

Gibt es keine Regelung unter den Urheberrechtsgesellschaften, wie man in solchen Situationen verfährt?
Man versucht, in technischen Arbeitsgruppen sich besser zu koordinieren. Aber wegen der neuen Konkurrenzsituation unter den Gesellschaften ist eine vollständige Lösung der Schwierigkeiten noch nicht gefunden.

Kleinteiliger Musikkonsum, noch kleinteiligere Rechtevertretung, internationaler Wettbewerb ohne reibungslose Abläufe – frustriert Sie das?
Nein, das ist ja genau das Spannende! Veränderungen wie das Internet kommen von aussen auf einen zu. Jetzt kann man da den Kopf in den Sand stecken oder eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Wenn ich die SUISA mit anderen Gesellschaften vergleiche, die bezüglich Online noch in den Anfängen stecken, sind wir bereits sehr gut unterwegs.

Aber Sie verstehen, wenn die Situation Urheber stresst?
Natürlich, sie stresst uns ja auch (lacht). Wir bauen hier einen neuen Service auf, der hoffentlich rentiert und gefragt ist und der für unsere Mitglieder das Beste herausholt. Das geht nur in kleinen Schritten und mit Rückschlägen, aber es gibt auch Fortschritte: Die Verträge konnten verbessert werden, die Infrastruktur modernisiert und die Dauer von Nutzung bis Verteilung konnte seit 2012 halbiert werden. Ich bin sehr zuversichtlich.

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Ausblick und Einblick

Der Vorstand hat sich in seinen Sitzungen vom 10. und 11. Dezember 2019 schwerpunktmässig mit dem Budget für das Jahr 2020 und der Strategie der SUISA für die nächsten fünf Jahre beschäftigt. Bericht aus dem Vorstand von Andreas Wegelin

Bericht aus dem Vorstand: Ausblick und Einblick

Die Werbeumsätze verschieben sich vom TV- in den Online-Bereich. Die Verlagerung macht sich bei den Einnahmen aus Urheberrechten negativ bemerkbar. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock.com)

Das Budget für das Jahr 2020 war bereits am 27. November 2019 in der Sitzung der Vorstandskommission für Finanzen und Kontrolle vorbesprochen worden. Die Kommission wie der Vorstand mussten feststellen, dass der Investitions- und der Personalbedarf nach wie vor hoch ist, weil die SUISA neue Aufgaben übernommen hat.

Bei den neuen Aufgabenfeldern, die höheren Personalbedarf mit sich bringen, handelt es sich insbesondere um das Inkasso der Vergütungen für Hintergrundmusik und Empfang von Sendungen in Betrieben ausserhalb der Privatsphäre. Dieses Inkasso war bis Ende 2018 an das Inkasso der BILLAG für die gewerbliche Empfangsbewilligung gekoppelt. Seit 2019 führt es die SUISA selbst durch. Ebenfalls in zusätzliche personelle Ressourcen investiert werden muss bei der Informatik, weil die Selfservices für Kunden und Mitglieder auf der SUISA-Webplattform «Mein Konto» stark erweitert werden sollen. Auch der weitere Ausbau der Aktivitäten bei der weltweiten Lizenzierung des Online-Musikvertriebs durch die Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing AG und das Joint Venture Dienstleistungsunternehmen mit SESAC zieht einen höheren Personalaufwand nach sich.

Budget genehmigt, Zukunft besprochen

Auf Seite der Einnahmen macht sich die Verlagerung der Werbeumsätze vom TV- in den Online-Bereich bemerkbar. Die Einnahmen aus den Senderechten stagnieren, während jene im Bereich Online-Nutzungen nicht im selben Masse ansteigen. Der Vorstand hat deswegen für das Jahr 2020 ein Budget mit einem leicht schlechteren Verhältnis von Kosten zu Einnahmen genehmigt. Die Geschäftsleitung wurde zudem angehalten, für 2021 Massnahmen zu planen, damit das Verhältnis Kosten zu Einnahmen wieder sinkt.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde anhand des in der Oktober-Sitzung neu definierten Stategiepapiers weiter diskutiert. Die strategischen Schwerpunkte der nächsten Jahre sind mit den Stichworten Services, Verhältnis Ertrag/Kosten, Wettbewerb und Innovation umschrieben. Der Vorstand hat dazu in der Dezember-Sitzung eine Roadmap für das Jahr 2020 festgelegt.

Der Vorstand liess sich im weiteren über die personellen Veränderungen bei der Führung der Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing AG und bei Mint Digital Services, dem Joint Venture mit SESAC, informieren und hat die weiteren Ausbauschritte im Bereich der territorial nicht mehr beschränkten Lizenzierung von Musik in Online-Services besprochen.

Verteilungsreglement und Ersatzwahl

Die Kommission für Tarife und Verteilung und anschliessend der gesamte Vorstand haben zwei Änderungen des Verteilungsreglements beschlossen, nämlich eine Anpassung der Gewichtung der Musik bei Verkaufssendungen in Werbefenstern ausländischer Fernsehsender und die Aufhebung der Verteilungsklasse 4A. Diese Beschlüsse unterliegen der Genehmigung durch das IGE, unserer Aufsichtsbehörde. Weiter hat der Vorstand die Kostenabzüge auf den Abrechnungen 2020 beschlossen. Diese sollen gleich bleiben wie im Jahre 2019.

Nach der Wahl von Grégoire Liechti in den SUISA-Vorstand durch die GV 2019 ist ein Sitz in der Verteilungs- und Werkkommission neu zu besetzen. Gesucht wurde ein Musikverleger. Der Vorstand will der Generalversammlung 2020 dafür Michael Hug, Inhaber der Verlagsfirma Ruh Musik AG, vorschlagen.

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Änderungen bei der Verteilung der Einnahmen der Gemeinsamen Tarife K und ZÄnderungen bei der Verteilung der Einnahmen der Gemeinsamen Tarife K und Z Die 20-Franken-Grenze bei der Verteilung der Einnahmen aus den Gemeinsamen Tarifen K (Konzerte) und Z (Zirkus) wird aufgehoben. Damit verbunden werden die Zuweisungen, die bis anhin in die Verteilungsklasse 4C geflossen sind, neu geregelt. Die beschlossenen Anpassungen betreffen die Ziffern 4.1, 4.2, 5.4 und 5.5 des SUISA-Verteilungsreglements. Weiterlesen
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Die Werbeumsätze verschieben sich vom TV- in den Online-Bereich. Die Verlagerung macht sich bei den Einnahmen aus Urheberrechten negativ bemerkbar. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock.com)

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