Tagarchiv: Kollektive Verwertung

Die Freiheit der SUISA-Mitglieder steht auf dem Spiel

Liebe Mitglieder, wussten Sie, dass Ihre Verwertungsgesellschaft im Sommer 2015 Zeit und Geld in eine vom Bund geforderte Kostenanalyse investiert hat? Weshalb, fragen Sie? Dann lesen Sie weiter. Von Vincent Salvadé, Stellvertretender Generaldirektor

Vincent-Salvadé-Portrait

Der Stellvertretende Generaldirektor der SUISA: Vincent Salvadé. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Kostenanalyse wurde gefordert, weil das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum, die Aufsichtsbehörde der SUISA, ebenfalls geprüft wurde, und zwar von der Eidgenössischen Finanzkontrolle. Letztere verlangte vom IGE, nicht nur die Rechtmässigkeit der Ausgaben der geprüften Gesellschaften zu beurteilen, sondern auch deren Zweckmässigkeit …

Sagen wir es doch klar und deutlich: Das ist abwegig. Denn Ihre Rechte zu verwalten, liebe Mitglieder, ist nicht besonders populär. Den Verwertungsgesellschaften wird denn auch immer wieder vorgeworfen, sie seien ein Fass ohne Boden und zu teuer für die Allgemeinheit.

«Die Betriebskosten der SUISA werden weder von den Musiknutzern noch von den Steuerzahlern sondern ausschliesslich von den Urhebern und den Verlegern über Abzüge von ihren Vergütungen bezahlt.»

Dabei vergisst man, dass die Betriebskosten der SUISA ausschliesslich von den Urhebern und den Verlegern bezahlt werden, nämlich über einen Abzug von den ausbezahlten Vergütungen. Weder die Nutzer von Musik noch die Steuerzahler finanzieren die Wahrnehmung der Rechte.

Schon seit langem kontrolliert eine Bundesstelle, die Eidgenössische Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten, die Vergütungstarife. Diese Kontrolle ist legitim, denn die Urheberrechtsgesellschaften unterstehen nicht den allgemeinen Wettbewerbsbestimmungen.

Jeder Missbrauch einer Vormachtstellung ist zu vermeiden, wofür sich die Schiedskommission einsetzt. Sie bestimmt den «gerechten Preis von Musik» und berücksichtigt dabei mehrere rechtliche Kriterien, wobei allfällige unangemessene Ausgaben der Verwertungsgesellschaften die Höhe der zu bezahlenden Vergütungen nicht beeinflussen.

«Nur die SUISA-Mitglieder haben das Recht, unsere Kosten zu prüfen. Nicht die Beamten in Bern, und auch nicht die Politik.»

Anders gesagt: Die Leidtragenden einer allzu kostspieligen Verwaltung sind nicht die Musiknutzer sondern einzig und allein unsere Mitglieder. Was von den eingenommenen Vergütungen zur Deckung des Verwaltungsaufwands abgezogen wird, mindert einzig die an die Mitgliedern ausbezahlten Beträge. Folglich haben allein Sie, liebe Mitglieder, das Recht, unsere Kosten zu prüfen. Nicht die Beamten in Bern, und auch nicht die Politik.

Es ist zu befürchten, dass diese staatliche Überwachung der kollektiven Wahrnehmung die Revision des Urheberrechts einfliessen könnte. Was würde das bedeuten? Entweder, dass der Gesetzgeber dem Sirenengesang des Populismus nachgegeben hat und Ihrer Gesellschaft einen Maulkorb umbindet oder dass er Sie für unfähig hält, selber zu entscheiden, welche Kosten nötig sind, um Ihren Ansprüchen zu genügen.

Weder das eine noch das andere ist akzeptierbar.

Deshalb werden wir uns, mit Ihrer Unterstützung, einsetzen und Ihre Autonomie verteidigen. Damit Sie weiterhin alleiniges Recht haben, über die Leistungen Ihrer Gesellschaft und deren Preis zu bestimmen. Und damit Sie weiterhin  so handeln können, wie Sie es für gut halten, falls wir Ihr Geld verschwenden sollten. Denn letztlich steht Ihre Freiheit auf dem Spiel …

Weiterführende Informationen: Kostenanalyse bei den Verwertungsgesellschaften

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  1. Il s’agit effectivement d’une dérive invraisemblable de la part de l’administration d’un état de droit.
    Ce que je regrette dans ce message alarmant mais utile, et par ailleurs parfaitement formulé, c’est que les responsables de cette dérive ne sont pas clairement identifiables. Quelles sont ces sirènes du populisme? Qui est derrière le Contrôle fédéral des finances? Mme Widmer-Schlumpf et ses fonctionnaires fédéraux? Si c’est ce département, n’avons-nous pas le droit de savoir quels sont les personnages qui agissent ainsi?
    En tout cas, selon le message clair de Monsieur Vincent Salvadé, l’autorité fédérale a largement outrepassé ses droits et mérite, pour cette nouvelle atteinte à la liberté et au droit, une réplique publique et véhémente de la direction de la SUISA, au nom de ses membres,.
    On sait aussi que l’administration fédérale devient un gouffre financiers et que la moyenne des salaires de ses fonctionnaires (dont le nombre ne cesse d’augmenter) est largement au-dessus de celle des entreprises privées. C’est peut-être aussi pour assurer son (auto-)financement que cette administration entre dans des dérives de ce genre.
    Jean-Pierre Mathez, Editions Bim, membre SUISA

    • Comme indiqué, la dérive provient à l’origine du fait que le Contrôle fédéral des finances a demandé à l’Institut fédéral de la propriété intellectuelle de vérifier l’opportunité des coûts des sociétés de gestion collective. Le Contrôle fédéral des finances est l’organe suprême de surveillance financière de la Confédération. Il est indépendant et est assujetti seulement à la Constitution et à la loi.
      Comprenons-nous bien: il est normal que cette instance contrôle l’Institut fédéral de la propriété intellectuelle, qui est un établissement de droit public de la Confédération. Mais, dans cet exercice, elle doit aussi tenir compte de la nature privée des sociétés comme SUISA. Nous avons cependant accepté de nous soumettre à une analyse de nos coûts, dans l’idée qu’un tel audit pourrait démentir certaines idées préconçues sur la gestion collective et nous aider à améliorer le rapport entre nos coûts et nos prestations (ce qui est l’une de nos préoccupations constantes). Mais cela doit s’arrêter là.
      Il ne serait pas admissible que la révision de la loi sur le droit d’auteur, actuellement en cours, soit l’occasion d’instaurer des possibilités supplémentaires et inappropriées d’immixtion des pouvoirs publics dans les affaires privées des membres de SUISA. C’est donc le législateur lui-même qui ne doit pas céder aux sirènes du populisme, c’est-à-dire s’incliner devant ceux qui critiquent la gestion collective sans connaître son fonctionnement. Malheureusement, ils sont nombreux et de tout bord politique. La Direction de SUISA défendra les intérêts des membres de SUISA dans le cadre de la consultation publique concernant la révision du droit d’auteur.
      Vincent Salvadé, Directeur général adjoint SUISA

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Liebe Mitglieder, wussten Sie, dass Ihre Verwertungsgesellschaft im Sommer 2015 Zeit und Geld in eine vom Bund geforderte Kostenanalyse investiert hat? Weshalb, fragen Sie? Dann lesen Sie weiter. Von Vincent Salvadé, Stellvertretender Generaldirektor

Vincent-Salvadé-Portrait

Der Stellvertretende Generaldirektor der SUISA: Vincent Salvadé. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Die Kostenanalyse wurde gefordert, weil das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum, die Aufsichtsbehörde der SUISA, ebenfalls geprüft wurde, und zwar von der Eidgenössischen Finanzkontrolle. Letztere verlangte vom IGE, nicht nur die Rechtmässigkeit der Ausgaben der geprüften Gesellschaften zu beurteilen, sondern auch deren Zweckmässigkeit …

Sagen wir es doch klar und deutlich: Das ist abwegig. Denn Ihre Rechte zu verwalten, liebe Mitglieder, ist nicht besonders populär. Den Verwertungsgesellschaften wird denn auch immer wieder vorgeworfen, sie seien ein Fass ohne Boden und zu teuer für die Allgemeinheit.

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Analyse der Jahresrechnung 2014 der SUISA: Der Markt zwischen Mythos und Realität

Soeben hat die SUISA ihren Jahresbericht 2014 veröffentlicht und wird an ihrer Generalversammlung vom 19. Juni 2015 die Jahresrechnung erläutern. 2014 betrugen die Tarifeinnahmen aus der Schweiz und aus Liechtenstein 130,3 Millionen Franken. Somit liegt der Betrag höher als in den vergangenen Jahren. Liest man die Zahlen oberflächlich, könnten in Bezug auf den Zustand des Schweizer Marktes falsche Schlüsse gezogen werden. Eine Detailanalyse ist sinnvoll, damit wir zwischen Mythos und Realität unterscheiden können. Text von Vincent Salvadé

SUISA-Jahresbericht-2014

Der Jahresbericht 2014 der SUISA ist am 28.5.2015 erschienen. (Bild: Crafft Kommunikation AG)

Während die Musikindustrie die Piraterie und die «Gratis-Mentalität» anprangert, steigen die Einnahmen der SUISA: Wie ist das möglich?
Das gute Ergebnis 2014 ist grundsätzlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Erstens auf die im Juli 2014 getroffene Vereinbarung zur Nutzung privat kopierter Musik auf Smartphones. Diese setzte einem mehrjährigen Konflikt ein Ende und führte zu einer rückwirkenden Entschädigung für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2014. Diese Vergleichszahlung beläuft sich auf rund 3,6 Millionen Franken, wovon 2,8 Millionen Franken die Jahre vor 2014 betreffen. Zweitens bewirkten mehrere Streitfälle mit Privatradios, dass wir letztes Jahr Vergütungen für frühere Jahre in Rechnung stellen konnten. Dies erklärt – zumindest teilweise – die deutlich höheren Einnahmen aus dem Gemeinsamen Tarif S (11,4 Mio. Franken im Jahr 2014 gegenüber 9,4 Mio. im Vorjahr). Auch hier sollte man den «rückwirkenden Wert» berücksichtigen, bevor man aus der Marktentwicklung 2014 Schlüsse zieht.

Die SUISA nahm 2014 18,7 Mio. Franken aus Konzerten ein, gegenüber 21,9 Mio. Franken im Jahr 2013. Bricht der Konzertmarkt zusammen?
Die Antwort lautet: Nein. 2013 hatte die SUISA einige Anlässe in Rechnung gestellt, die eigentlich im Jahr 2012 hätten bearbeitet werden müssen. Aus verschiedenen Gründen geschah dies aber nicht, sodass der Betrag aus dem Jahr 2013 teilweise auf diese rückwirkenden Zahlungen zurückzuführen ist. Die Konzerteinnahmen entsprachen 2014 unseren Erwartungen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der Konzertmarkt auf einem hohen Niveau hält.

Wie sieht es mit der Tonträgerindustrie aus?
Auch hier könnten die Angaben für 2014 täuschen: Wir haben 2,5 Mio. Franken aus Ausland-Lizenzierungen eingenommen (für Verkäufe in der Schweiz), gegenüber 2,3 Mio. Franken im Jahr 2013. Das bedeutet nicht, dass die Tonträgerverkäufe zugenommen haben. Es ist vielmehr so, dass unsere Schwestergesellschaften im Ausland uns die Vergütungen für die Schweiz unregelmässig überweisen. Deshalb ist ein Vergleich zwischen den Jahren aufgrund dieser Zahlen kaum möglich. Will man die Situation auf dem Tonträgermarkt genauer erfassen, ist es besser, sich auf die Lizenzen zu beziehen, die die SUISA direkt für die Schweiz abgegeben hat. Und hier verzeichnen wir einen Rückgang von rund 20 % (von ca. 2,5 Mio. Franken im Jahr 2013 auf ca. 2 Mio. Franken im Jahr 2014). Die Verkäufe der physischen Datenträger brechen also weiterhin ein.

Und nun zum Online-Bereich: Überholt das Streaming demnächst den Download?
In Bezug auf die Jahresrechnung 2014: Nein. Wir stellten für den Download 4,6 Mio. Franken (gegenüber 4,3 Mio. Franken ein Jahr zuvor) und für das Streaming 1,5 Mio. Franken (gegenüber 315 000.– Franken im Jahr 2013) in Rechnung. Doch auch diese Zahlen müssen näher betrachtet werden, denn die Angaben zum Download umfassen auch die Einnahmen aus den paneuropäischen Lizenzierungen der SUISA. Früher erteilte die SUISA nur Lizenzen für die Schweiz und für Liechtenstein. Das bedeutet, dass die Zunahme der Einnahmen eher mit der Zunahme der Lizenzierungs-Gebiete zusammenhängt als mit einer erhöhten Nachfrage nach Download-Angeboten. Daneben hat sich das Streaming enorm entwickelt (+ 362 %). Auch wenn der Download in der Schweiz sich heute noch auf einem hohen Niveau bewegt, ist doch damit zu rechnen, dass es früher oder später wie in anderen Ländern vom Streaming überholt wird.

Lassen sich aus der Jahresrechnung 2014 der SUISA weitere Schlüsse ziehen?
Im audiovisuellen Bereich sind die neuen Systeme des digitalen Fernsehens deutlich im Vormarsch. Sie ermöglichen nicht nur die Übertragung von hunderten Programmen, sondern bieten auch die Möglichkeit des «Catch-up TV». Das zeitversetzte Fernsehen ermöglicht dem Zuschauer, innert einer bestimmten Frist sämtliche Programme nachträglich anzuschauen. Die Jahresrechnung 2014 der SUISA zeigt, wie gut das Publikum auf diese neuen Systeme anspricht: Wir verzeichnen eine Steigerung der Einnahmen aus der Verbreitung von Sendungen (GT 1: von 15,9 Mio. Franken im Jahr 2013 auf 16,8 Mio. Franken ein Jahr später) sowie jener aus dem GT 12 einschliesslich des «Catch-up TV» (von 920 000.– Franken im Jahr 2013 auf 1,3 Mio. Franken im Jahr 2014) . Das Gesetz bestimmt, dass die Rechte auf diesem Gebiet von den Verwertungsgesellschaften wahrgenommen werden müssen (was das «Catch-up TV» betrifft, so ist die Frage noch strittig). Das beweist, dass die kollektive Verwertung die Entwicklung neuer legaler und für das Publikum attraktiver Angebote ermöglicht und gleichzeitig eine angemessene Vergütung für die Rechteinhaber gewährleistet.

«Urheber fassen Fuss im Online-Geschäft» (Medienmitteilung)

Jahresbericht-2014-Cover

Jahresbericht 2014

Die Zahlen, Fakten und Erläuterungen zum Ergebnis des abgeschlossenen Geschäftsjahres der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik stehen unter www.suisa.ch/jahresbericht zum Download zur Verfügung.

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Soeben hat die SUISA ihren Jahresbericht 2014 veröffentlicht und wird an ihrer Generalversammlung vom 19. Juni 2015 die Jahresrechnung erläutern. 2014 betrugen die Tarifeinnahmen aus der Schweiz und aus Liechtenstein 130,3 Millionen Franken. Somit liegt der Betrag höher als in den vergangenen Jahren. Liest man die Zahlen oberflächlich, könnten in Bezug auf den Zustand des Schweizer Marktes falsche Schlüsse gezogen werden. Eine Detailanalyse ist sinnvoll, damit wir zwischen Mythos und Realität unterscheiden können. Text von Vincent Salvadé

SUISA-Jahresbericht-2014

Der Jahresbericht 2014 der SUISA ist am 28.5.2015 erschienen. (Bild: Crafft Kommunikation AG)

Während die Musikindustrie die Piraterie und die «Gratis-Mentalität» anprangert, steigen die Einnahmen der SUISA: Wie ist das möglich?
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