Tagarchiv: Jazz in der Schweiz

Trompeterin Hilaria Kramer erhält den Jazzpreis 2014 der FONDATION SUISA

Der Jazzpreis der FONDATION SUISA wird für innovatives und kreatives Schaffen im Schweizer Jazz verliehen. 2014 geht der mit 15 000 Schweizer Franken dotierte Preis an die Trompeterin und Komponistin Hilaria Kramer.

Hilaria Kramer live

Hilaria Kramer, die Gewinnerin des Jazzpreises 2014 der FONDATION SUISA, ist live zurzeit vor allem mit der Gruppe La Suite und dem Trio Sopa da Pedra zu hören. (Foto: Stefan Postius)

Hilaria Kramer gilt seit Jahren als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der frei improvisierten Musik. Sowohl als Komponistin wie auch als Interpretin hat sich die Ostschweizerin mit ihrer kreativen und mutigen Musik über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Abseits vom Rampenlicht hat sich die Preisträgerin auch in Künstler- und Berufsverbänden für die Entwicklung der Schweizer Jazz-Szene engagiert. Mit dem Jazzpreis 2014 der FONDATION SUISA wird Hilaria Kramer für ihre Leistungen als Musikerin, Komponistin und Bandleaderin wie auch für ihre Verdienste für den Schweizer Jazz auf institutioneller Ebene ausgezeichnet.

Professionelle Jazz-Musikerin seit 30 Jahren

«Seit bald 30 Jahren spiele ich Konzerte und veröffentliche CDs auf dem Musikmarkt», schreibt die 1967 in Frauenfeld geborene Musikerin auf ihrer Website. «Jeder Tag meines Lebens als professionelle Jazz-Musikerin ist eine Herausforderung für mich, mit dem Produzieren und Anpreisen meiner Bands und Projekte weiterzumachen.»

Dabei hat die Absolventin der Jazzschule St. Gallen bereits eine erlebnisreiche Musikerlaufbahn durch ganz Europa absolviert. Sie spielte und spielt unter anderem mit Musikern wie Chet Baker, Steve Lacy, Gianluigi Trovesi, Sal Nisitico, Luca Flores, David Murray und Daniel Humair. Ihre Diskografie umfasst 18 Alben, eingespielt in verschiedenen Besetzungen und mit verschiedenen Formationen. Seit 1987 ist Hilaria Kramer Mitglied bei der SUISA.

Engagement für die Schweizer Jazz-Szene

In ihrem zeitweiligen Wohnkanton Tessin gründete die Trompeterin zusammen mit weiteren Personen den regionalen Künstlerverband AMIT (Associazione Musica Improvvisata Ticino) und blieb bis 2014 dessen Präsidentin. Von 2005 bis 2010 war sie Vorstandsmitglied des Schweizer Musik Syndikats SMS, des Berufsverbands der Jazz- und Improvisationsszene der Schweiz.

Nach Vera Kappeler (Preisträgerin im Jahr 2011) ist Hilaria Kramer die zweite Frau, die den Jazzpreis der FONDATION SUISA erhält. Der Jazzpreis wurde zum 7. Mal vergeben. Die weiteren bisherigen Preisträger sind: Andy Scherrer (2008), Colin Vallon (2009), Danilo Moccia (2010), Ohad Talmor (2012) und Stephan Kurmann (2013).

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Der Jazzpreis der FONDATION SUISA wird für innovatives und kreatives Schaffen im Schweizer Jazz verliehen. 2014 geht der mit 15 000 Schweizer Franken dotierte Preis an die Trompeterin und Komponistin Hilaria Kramer.

Hilaria Kramer live

Hilaria Kramer, die Gewinnerin des Jazzpreises 2014 der FONDATION SUISA, ist live zurzeit vor allem mit der Gruppe La Suite und dem Trio Sopa da Pedra zu hören. (Foto: Stefan Postius)

Hilaria Kramer gilt seit Jahren als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der frei improvisierten Musik. Sowohl als Komponistin wie auch als Interpretin hat sich die Ostschweizerin mit ihrer kreativen und mutigen Musik über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Abseits vom Rampenlicht hat sich die Preisträgerin auch in Künstler- und Berufsverbänden für die Entwicklung der Schweizer Jazz-Szene engagiert. Mit dem Jazzpreis 2014 der FONDATION SUISA wird Hilaria Kramer für ihre Leistungen…Weiterlesen

Zum Tod von Jazz-Musiker und Big-Band-Ikone Roby Seidel

Am 3. Januar 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied Roby Seidel verstorben. Der 71-jährige Komponist, Arrangeur und Multi-Instrumentalist aus Genf galt als Urgestein des Big-Band-Sounds. Gastbeitrag von Michael Gasser

Roby Seidel

Polyvalenter Musiker, facettenreicher Mensch: Roby Seidel (Foto: Eagle’s Variety Big Band)

In der Deutschschweiz liess der Name Roby Seidel meist nur Jazzkenner aufhorchen. Eigentlich unverständlich, denn: Wer sich etwa seiner der Tochter gewidmeten Komposition «Zelda» annähert, bekommt – zumindest in der Fassung der Big Band Lausanne – ein ebenso zärtliches wie elegantes und klar strukturiertes Jazzstück zu hören. Etwas vom Feinsten.

In der Romandie wurde Seidel, der seit 1970 Mitglied der SUISA war, gerne als das Urgestein der Big-Band-Szene bezeichnet – zu Recht. Der in eine Musikerfamilie hineingeborene Genfer, der zunächst Bratsche, dann Kornett erlernte und später auf das Saxophon umstieg und am Conservatoire de Genève studierte, schuf sich insbesondere als Arrangeur einen exzellenten Namen.

Lange Jahre schrieb er für die Groupe instrumental romand (GIR), natürlich für seine eigene Roby Seidel Big Band und viele weitere Big Bands, insbesondere aus der Westschweiz. Nicht zuletzt hat er auch mehrere hundert Arrangements transkribiert. Erst im vergangenen Herbst erschien noch zu Ehren seiner 10-jährigen Tätigkeit als Leiter der Eagle’s Variety Big Band deren neue CD «Contrepèterie» mit Arrangements von Roby Seidel.

Nun ist der Westschweizer am 3. Januar dieses Jahres im Alter von 71 Jahren verstorben. «Er war ein ebenso polyvalenter wie eklektischer Musiker», rühmte ihn der Schweizer Pianist Alain Morisod. «Vor allem aber war Roby Seidel einer der letzten Mohikaner. Sein Musikwissen war kaum zu übertreffen.»

Auf Radio RTS wurde das Wirken des Künstlers nach seinem Hinschied mit einer rund 80-minütigen Sendung geehrt. Musikalische Weggefährten wie Trompeter Philippe Demierre sowie der Radiomoderator und -produzent Pascal Bernheim äusserten ihre riesige Wertschätzung nicht nur für den Musiker, sondern auch für die Person Roby Seidel.

Dieser sei stets über alle Erwartungen hinausgewachsen und habe immer intensive Arbeit abgeliefert, erinnerte sich Bernheim. «Roby Seidel war ein aussergewöhlicher Mensch mit unglaublich vielen Facetten.» Beschäftigte er sich mit Musik, dann habe der saubere Rhythmus und die Perfektion zu seinen Zielen gehört. Bei aller Professionalität war es ihm jedoch immer auch ein Anliegen, viel Humor an den Tag zu legen.

Roby Seidel hinterlässt eine grosse Lücke – in der Schweizer Musikszene und in seinem Umfeld.

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Am 3. Januar 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied Roby Seidel verstorben. Der 71-jährige Komponist, Arrangeur und Multi-Instrumentalist aus Genf galt als Urgestein des Big-Band-Sounds. Gastbeitrag von Michael Gasser

Roby Seidel

Polyvalenter Musiker, facettenreicher Mensch: Roby Seidel (Foto: Eagle’s Variety Big Band)

In der Deutschschweiz liess der Name Roby Seidel meist nur Jazzkenner aufhorchen. Eigentlich unverständlich, denn: Wer sich etwa seiner der Tochter gewidmeten Komposition «Zelda» annähert, bekommt – zumindest in der Fassung der Big Band Lausanne – ein ebenso zärtliches wie elegantes und klar strukturiertes Jazzstück zu hören. Etwas vom Feinsten.

In der Romandie wurde Seidel, der seit 1970 Mitglied der SUISA war, gerne als das Urgestein der Big-Band-Szene bezeichnet – zu Recht. Der in eine Musikerfamilie hineingeborene Genfer, der zunächst Bratsche, dann Kornett erlernte und später auf das Saxophon umstieg und am Conservatoire de Genève…Weiterlesen