Tagarchiv: Berufsmusiker

«Man schreibt viel mehr Songs, als es für ein Album braucht» | mit Video

Bei einem Besuch in seinem Studio im Januar 2018 hat das langjährige SUISA-Mitglied Marc Sway einen Einblick in sein Schaffen und sein Berufsleben als Musiker gegeben. Mitte Oktober 2018 erschien mit der Single «Beat Of My Heart» der erste Vorbote seines nächsten Albums, dessen Entstehungsprozess im Videointerview ein Hauptthema war. Text und Video von Sibylle Roth

Marc Sway ist Mitglied bei der SUISA seit dem Jahr 2003. Nachdem er zuletzt sehr viel live auftreten durfte, freut er sich derzeit umso mehr auf sein nächstes Album. Der letzte Longplayer, «Black & White», erschien 2014.

Die Songs für das kommende Album sind in den vergangenen drei Jahren entstanden, gemeinsam mit seinen langjährigen Textpartnern und Musikern. «Wenn man zusammen Musik macht, ist man so oft und so nahe zusammen, dass man das nur mit richtig guten Freunden machen möchte», sagt Marc Sway. «Deshalb arbeite ich seit Jahren mit denselben Songwriting-Partnern zusammen.»

Im Gespräch erzählt der 39-Jährige, dass das Songwriting einen enorm grossen Einfluss darauf hat, wie ein Album tönen wird, denn mit den Kompositionen legt er die ersten Pfeiler. Er habe gerne ein Ziel und ein Konzept vor Augen, erklärt Marc Sway und ist überzeugt: «Jedes Album ist eine Chance, sich neu zu erfinden.»

Die Single «Beat Of My Heart» ist Mitte Oktober 2018 erschienen, das neue Album «Way Back Home» wird im Frühling 2019 erscheinen.

www.marcsway.ch, Webseite von Marc Sway

Artikel zum Thema
Yannick Nanette: «Im Blues spiegelt sich die Seele»«Im Blues spiegelt sich die Seele» Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Weiterlesen
Warum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen solltenWarum Mitglieder der SUISA auch einen Beitritt zu SWISSPERFORM in Betracht ziehen sollten Komponisten und Texter mit einer Mitgliedschaft bei der SUISA, die auch als Interpreten und/oder Produzenten aktiv sind und deren Darbietungen von Schweizer oder ausländischen Radio- und TV-Stationen ausgestrahlt werden, haben ein Recht auf Lizenzgebühren von SWISSPERFORM. Für all diese Urheber-Komponisten-Interpreten/Produzenten ist eine Mitgliedschaft bei SWISSPERFORM deshalb eine notwendige Ergänzung zu derjenigen bei der SUISA, um ihre Rechte und die volle Vergütung, die ihnen zusteht, zu sichern. Weiterlesen
Lars the music guy Christen: «Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video«Es war ein grosser Gewinn, am Songwriting Camp teilzunehmen» | mit Video «Compass» ist einer der sechs Schweizer Finalsongs für den Eurovision Song Contest 2018. Interpretiert wird das Stück von Alejandro Reyes, der den Song zusammen mit der Kanadierin Laurell Barker und dem Schweizer Komponisten und Produzenten Lars Christen komponiert hat. Im Interview mit der SUISA schildert Lars Christen den Songwriting-Prozess. Zudem erzählt er, weshalb das Songwriting Camp für ihn eine wertvolle Erfahrung war. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bei einem Besuch in seinem Studio im Januar 2018 hat das langjährige SUISA-Mitglied Marc Sway einen Einblick in sein Schaffen und sein Berufsleben als Musiker gegeben. Mitte Oktober 2018 erschien mit der Single «Beat Of My Heart» der erste Vorbote seines nächsten Albums, dessen Entstehungsprozess im Videointerview ein Hauptthema war. Text und Video von Sibylle Roth

Marc Sway ist Mitglied bei der SUISA seit dem Jahr 2003. Nachdem er zuletzt sehr viel live auftreten durfte, freut er sich derzeit umso mehr auf sein nächstes Album. Der letzte Longplayer, «Black & White», erschien 2014.

Die Songs für das kommende Album sind in den vergangenen drei Jahren entstanden, gemeinsam mit seinen langjährigen Textpartnern und Musikern. «Wenn man zusammen Musik macht, ist man so oft und so nahe zusammen, dass man das nur mit richtig guten…Weiterlesen

Die Vergütungen der SUISA sind AHV-pflichtig

Die Vergütungen für Urheberrechte von der SUISA gelten als Erwerbseinkommen aus selbständiger Tätigkeit und sind mit der Ausgleichskasse abzurechnen. Damit können Nachforderungen und Rentenkürzungen im Alter vermieden werden. Text von Martin Korrodi

Die Vergütungen der SUISA sind AHV-pflichtig

Viele Musikerinnen und Musiker haben mehrere Einnahmequellen. Das können zum Beispiel Konzertgagen, Honorare für Kompositionsaufträge sowie Löhne für die Tätigkeit an der Musikschule oder im Orchester sein. Die SUISA-Vergütungen sind eine weitere Einkommenskategorie. Es lohnt sich, auf die Altersvorsorge vorauszuschauen und für diese Einnahmen AHV-Beiträge zu entrichten. (Foto: Crafft)

Alle Urheberinnen und Urheber, die von der SUISA für die Nutzungen ihrer Werke Vergütungen erhalten, müssen diese als Einkommen versteuern und mit der Ausgleichskasse die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge abrechnen. Die Vergütungen von der SUISA gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und sind somit AHV-pflichtig.

Wenn die Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in einem Jahr nicht mehr als 2300 Franken betragen, dann erhebt die Ausgleichskasse die Beiträge nur auf Verlangen (siehe Infokasten am Ende des Textes). Trotzdem ist es empfehlenswert, freiwillig auch tiefere Beträge abzurechnen: Man kann dadurch mögliche Beitragslücken vermeiden, welche im Alter zu Rentenkürzungen führen.

Gerade bei freiberuflich tätigen Musikschaffenden lohnt es sich, bei der zuständigen Ausgleichskasse einen Kontoauszug zu verlangen, um allfällige Beitragslücken zu entdecken. Wenn diese Lücken während der letzten fünf Jahre entstanden sind, können die fehlenden Beiträge nachgezahlt werden.

Die Steuerbehörden melden den Ausgleichskassen die Daten zum steuerbaren Einkommen. Anhand dieser Daten können die Ausgleichskassen feststellen, dass auf gewisse Teile des Erwerbseinkommens keine AHV-Beiträge entrichtet wurden. Als Folge können die Ausgleichskassen die fehlenden Beiträge nachträglich einfordern. Bei solchen Nachforderungen wird zusätzlich ein Verzugszins geltend gemacht. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, die SUISA-Vergütungen der Ausgleichskasse jeweils rechtzeitig zu melden und die Beiträge zu bezahlen.

AHV – obligatorische Versicherung für alle

Bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung sind alle Personen obligatorisch versichert, die in der Schweiz wohnen oder hierzuland erwerbstätig sind. Alle Versicherten – mit Ausnahme von Kindern – sind entsprechend verpflichtet, AHV-Beiträge einzuzahlen. Dabei bildet in der Regel das erzielte Erwerbseinkommen die Berechnungsgrundlage.

Im Fall von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist das der Lohn, der vom Arbeitgeber bezahlt wird. Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die Beiträge auf jenem Einkommen geschuldet, das durch eine selbst organisierte unternehmerische, betriebliche oder geschäftliche Tätigkeit erzielt wird.

Grundsätzlich kann man von folgender Richtlinie ausgehen: AHV-Beiträge müssen auf jenen Betrag bezahlt werden, den man in der Steuererklärung als Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit deklariert. Anders ist die Situation bei Einnahmen wie etwa Erträgen aus Kapitalanlagen oder Immobilien, die zwar steuerrechtlich als Einkommen, aber nicht als AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen gelten.

Urheberrechtsvergütungen sind Erwerbseinkommen

Nicht nur die Komposition von Auftragsmusik und Auftritte als Interpret, sondern auch die Verwertung von Rechten stellt eine Erwerbstätigkeit dar, mit der ein Einkommen erzielt wird. Deshalb sind alle Urheberinnen und Urheber, die ihre Rechte gegenüber den Nutzern geltend machen und dadurch Lizenzeinnahmen generieren, im oben beschriebenen Sinn selbständig erwerbstätig.

Dies gilt auch dann, wenn man seine Rechte durch einen Dritten wahrnehmen lässt – dies ist im Bereich der nichttheatralischen Musik in Form der kollektiven Wahrnehmung durch eine Verwertungsgesellschaft wie der SUISA der Normalfall. Wer sich bei der SUISA anmeldet, unterzeichnet einen Wahrnehmungsvertrag. Mit diesem Vertrag überträgt ein Mitglied seine Rechte auf die SUISA verbunden mit dem Auftrag, die Verwertung vorzunehmen.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob man als Komponist – sei es im Rahmen einer Festanstellung oder per Auftragshonorar – für die Schaffung der Werke bereits bezahlt wurde und auf diesem Einkommen schon einmal AHV-Beiträge entrichtet hat. Die Verwertung der Rechte an den eigenen Werken ist eine davon unabhängige Tätigkeit, die zu zusätzlichem Erwerbseinkommen führt und als solche mit der Ausgleichskasse abgerechnet werden muss.

«Freigrenze» bis Fr. 2300.– pro Kalenderjahr

Bei der Freigrenze gilt es zu beachten, dass dieser Betrag sämtliche Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit kumulativ erfasst. Wenn also die SUISA-Einnahmen in einem bestimmten Jahr 1600 Franken betragen, aber noch weitere Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit erzielt wurden (im Haupt- und/oder Nebenerwerb), so sind diese Einnahmen zu addieren. Liegt die Summe über der Freigrenze, so sind auf dem gesamten Betrag – inklusive der SUISA-Vergütungen – AHV-Beiträge zu entrichten.

Bei angestellten Arbeitnehmern (unselbständig Erwerbenden) gilt die Freigrenze ebenfalls, jedoch separat pro Arbeitsverhältnis. Liegt der massgebende Lohn unter dem Betrag von 2300 Franken, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Arbeitnehmers erhoben. Hier empfiehlt es sich in der Regel, die Abrechnung zu verlangen, insbesondere dann, wenn man mehrere unselbständige Tätigkeiten mit geringfügigem Lohn ausübt. Gewisse Arbeitgeber im künstlerischen Bereich sind verpflichtet, zum Schutz der Angestellten die AHV-Beiträge bereits ab dem ersten Franken Lohn abzurechnen. Dazu gehören Tanz- und Theaterproduzenten, Orchester, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie Schulen, die künstlerische Ausbildungen anbieten.

Setzt sich das Einkommen sowohl aus selbständiger als auch unselbständiger Erwerbstätigkeit zusammen, gilt die Regel bezüglich der Freigrenze pro Einkommensart separat. Die Limite bis 2300 Franken gilt also für das Total aller Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit, wozu auch die SUISA-Vergütungen gehören. Lohn, den man als angestellter Arbeitnehmer erhält, muss man hierbei nicht dazurechnen, weil die Einnahmen aus unselbständiger Tätigkeit hinsichtlich der Freigrenze wie zuvor beschrieben separat betrachtet werden.

Artikel zum Thema
Neues Fürsorgereglement gültig ab 1. Januar 2017Neues Fürsorgereglement gültig ab 1. Januar 2017 An der ordentlichen Generalversammlung der SUISA vom 24. Juni 2016 in Bern wurde die Revision des Fürsorgereglements von den SUISA-Mitgliedern genehmigt. Die Änderungen traten per 1. Januar 2017 in Kraft. Was bedeutet das neue Reglement für unsere Mitglieder? Weiterlesen
Kommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISAKommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISA Die SUISA hat das Geschäftsjahr 2016 sehr erfolgreich abschliessen können. Das Ergebnis zeigt einen Höchststand beim Ertrag aus der Nutzung von Urheberrechten im Inland. Eine Rekordsumme an Vergütungen in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft kann verteilt werden. Der durchschnittliche Kostenabzug bleibt günstig, sodass rund 88 von 100 Franken Einnahmen an die berechtigten Urheber und Verleger gehen. Weiterlesen
Stets den Überblick dank «Mein Konto»Stets den Überblick dank «Mein Konto» Über 14 000 Mitglieder nutzen bereits das Mitgliederportal «Mein Konto». Mehr als die Hälfte aller Neuregistrierungen von Originalwerken wurden 2016 online angemeldet. Weshalb nutzen immer mehr Mitglieder regelmässig «Mein Konto»? Dank dem passwortgeschützten Mitgliederbereich «Mein Konto» behalten unsere Mitglieder den Überblick über die wesentlichen SUISA-Angelegenheiten wie Abrechnungen und Werkregistrierungen. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die Vergütungen für Urheberrechte von der SUISA gelten als Erwerbseinkommen aus selbständiger Tätigkeit und sind mit der Ausgleichskasse abzurechnen. Damit können Nachforderungen und Rentenkürzungen im Alter vermieden werden. Text von Martin Korrodi

Die Vergütungen der SUISA sind AHV-pflichtig

Viele Musikerinnen und Musiker haben mehrere Einnahmequellen. Das können zum Beispiel Konzertgagen, Honorare für Kompositionsaufträge sowie Löhne für die Tätigkeit an der Musikschule oder im Orchester sein. Die SUISA-Vergütungen sind eine weitere Einkommenskategorie. Es lohnt sich, auf die Altersvorsorge vorauszuschauen und für diese Einnahmen AHV-Beiträge zu entrichten. (Foto: Crafft)

Alle Urheberinnen und Urheber, die von der SUISA für die Nutzungen ihrer Werke Vergütungen erhalten, müssen diese als Einkommen versteuern und mit der Ausgleichskasse die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge abrechnen. Die Vergütungen von der SUISA gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und sind somit AHV-pflichtig.

Wenn die Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in einem Jahr nicht…Weiterlesen

Beruf und Berufung | mit Video

Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

Am Samstag, 1. April 2017, war am Festival Archipel in Genf zu erleben, weshalb Musik zugleich Beruf und Berufung ist. Tagsüber fand ein Informationstag für junge Musikschaffende statt. In 12 Inputreferaten gaben Fachspezialisten aus ihrem Erfahrungsschatz viele Tipps für den Einstieg in das Berufsleben als Musiker oder Musikerin preis.

Die Impressionen im Video zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenkatalog, der besprochen wurde. Weitere Referate an diesem erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle», der mit der Unterstützung der SUISA stattfand, waren zu hören von: Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM, Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon, François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri, Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores, Bruno Serrou – Musikkritiker und Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon.

Beruf und Berufung | mit Video

Inspiration und Profession kamen auch bei der Gesprächsrunde mit Komponisten am 1. April 2017 beim Festival Archipel vor dem Abendkonzert im Alhambra zur Sprache. Auf dem Podium ganz rechts: Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA.

Am Abend fand vor dem Konzert im Alhambra ein öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mit dabei auf dem Podium war Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA. Das Publikum im gut gefüllten Saal erfuhr, weshalb die Vergütungen für Urheberrechte gerade für Komponisten, die keine Konzertgagen erhalten, von grosser Bedeutung sind. Dank dem Entgelt für die Arbeit können Komponisten wie Hanspeter Kyburz, William Blank oder Tristan Murail Werke schaffen, wie sie im Anschluss an die Gesprächsrunde gespielt vom Lemanic Modern Ensemble im Konzert zu hören waren.

www.archipel.org, Website des Festivals

Artikel zum Thema
Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen MusikFestival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Weiterlesen
Der Verlagsvertrag: Welche Punkte gilt es zu beachten?Der Verlagsvertrag: Welche Punkte gilt es zu beachten? Der Verlagsvertrag ist in der Schweiz im Obligationenrecht geregelt. Die gesetzlichen Regelungen dazu sind jedoch nicht sehr ausführlich. Speziell beim Musikverlagsvertrag kann man sich nicht einfach auf das Gesetz verlassen. Zudem können die Parteien auch eigene Vereinbarungen im Vertrag festhalten. Worauf gilt es also beim Verlagsvertrag zu achten? Weiterlesen
https://blog.suisa.ch/de/international-musizieren-zuhause-mit-der-suisa-kommunizieren/International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

Am Samstag, 1. April 2017, war am Festival Archipel in Genf zu erleben, weshalb Musik zugleich Beruf und Berufung ist. Tagsüber fand ein Informationstag für junge Musikschaffende statt. In 12 Inputreferaten gaben Fachspezialisten aus ihrem Erfahrungsschatz viele Tipps für den Einstieg in das Berufsleben als Musiker oder Musikerin preis.

Die Impressionen im Video zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenkatalog, der besprochen wurde. Weitere Referate an diesem erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle», der mit der Unterstützung der SUISA stattfand, waren…Weiterlesen

In Gedenken an Erwin Ernst Kunz

Musiker, Dirigent, Komponist, Arrangeur, Musiktheoretiker – Erwin Ernst Kunz, oft nur Ernst Kunz genannt, war ein musikalischer Tausendsassa und hat mit seinem vielseitigen Talent und Können in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens seine Spuren hinterlassen. Am 11. Juli 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 97 Jahren gestorben.

Erwin-Ernst-Kunz

Erwin Ernst Kunz am Kontrabass bei Musikaufnahmen im Oktober 1988. (Foto: Rolf W. Kunz)

Erwin Ernst Kunz, geboren am 24. März 1917, ist zusammen mit den Brüdern Jakob und Willy im damals ländlichen Uster / ZH aufgewachsen. Als 10-Jähriger erhielt er von der Mutter sein erstes Instrument geschenkt: eine alte, defekte Handorgel. Ein Ustermer Musiklehrer stellte ihm ein bespielbares Instrument zur Verfügung und erteilte dem Knaben Unterricht. Die ärmlichen Verhältnisse in der Arbeiterfamilie boten für musische Betätigungen wenig Spielraum. Ein weitsichtiger Vormund ermöglichte ihm, die Aufnahmeprüfung an das Zürcher Konservatorium zu absolvieren, die er als 17-Jähriger erfolgreich bestand.

Im Rekordtempo zum Berufsmusiker gereift

Gesegnet mit der Gabe des absoluten Musikgehörs erlernte Ernst Kunz das Rüstzeug für den Sprung in ein Sinfonieorchester im Rekordtempo. Mit 20 Jahren wurde er in das Tonhalle-Orchester aufgenommen, dem er als Tubist und Kontrabassist von 1937 bis zur Pensionierung im Jahr 1982 treu blieb. Mit vitalem Interesse studierte er als junger Musiker die Kompositionstechniken der grossen Meister wie Wagner, Brahms oder Bruckner und bildete sich in musiktheoretischen Fächern weiter. Internationale Berufssinfonieorchester von Wien, Mailand, Berlin, über Peking bis Buenos Aires engagierten den Tubisten gerne als Zuzüger. Unter Musikerkollegen war er umgangssprachlich als «Tuba-Kuenz» bekannt.

Neben seiner Tätigkeit als Orchestermusiker engagierte und wirkte der vielseitige Musiker in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens. Er dirigierte diverse Berufsmusik- und Amateurformationen wie auch Chöre und amtete als Korrepetitor für Opernsänger und -sängerinnen. Ebenso war er als musikalischer Aufnahmeleiter für Musikstudios tätig: Unter anderem war er verantwortlich für die Produktion einer CD-Reihe mit Schweizer Liedern und Märschen, die anlässlich der 700-Jahre-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft entstand («Kantons-Märsche aus der ganzen Schweiz» Vol. 1 + Vol. 2, «Schweizer-Lieder aus allen Kantonen» Vol. 1 + Vol. 2, alle erschienen bei K-Tel, 1991).

Vielseitig engagiert: Von Volksmusik über Gefangenenchor bis zu Kinderliedern

Über viele Jahre hinweg war Ernst Kunz sonntäglicher Organist und Chorleiter in der Strafanstalt Regensdorf. Unter seinem Dirigat nahm der Chor zusammen mit dem Bläserkorps der Heilsarmee und Solisten anfangs der 1970er-Jahre eine Sammlung an Weihnachtsliedern auf, die mit beachtlichem Erfolg auf dem Tonträger «Der Gefangenenchor der Strafanstalt Regensdorf singt Weihnachtslieder» (Ex-Libris-Verlag) vertrieben wurde.

Regelmässig und zu seinem persönlichen Vergnügen trat er mit Volksmusik-Formationen auf und spielte Tuba oder Kontrabass unter anderem bei der Länderkapelle Edi Bär, der Freudenberger Dorfmusik von Otto Würsch oder der Seldwyler Dorfmusik von Jakob Farner. Nach seiner Pensionierung beim Tonhalle-Orchester unterrichtete er als Lehrer für Tuba am Konservatorium Luzern.

Zeit seines Lebens war E. Ernst Kunz auch als Komponist, Arrangeur und Texter aktiv. Seit 1964 war er Mitglied bei der SUISA. Er komponierte Märsche, Orchester- und Chor-Stücke, Singspiele und schrieb unzählige Orchestrierungen, Arrangements und Bearbeitungen. Eine besondere Vorliebe hatte er für Kinderlieder: Die vielen Lieder, die er geschrieben und vertont hat, wurden im Buch «Kinderlieder: wenn die Kinder singen, lacht der Himmel froh, alle Engel singen laut ein Jubilo» (erschienen im Jahr 2000) verewigt.

Mit «Heavenly Club» und Les Sauterelles Teil der Schweizer Popmusik-Geschichte

Nicht zu letzt war der musikalische Tausendsassa auch an einem veritablen Stück Schweizer Popmusik-Geschichte mitbeteiligt: Für das Album «View To Heaven» von Les Sauterelles verfasste Ernst Kunz die Streicher-Arrangements und dirigierte ein 16-köpfiges Streichorchester bei den Aufnahmen im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg. Zu den von Ernst Kunz orchestrierten Songs gehört auch die Single «Heavenly Club», die es 1968 auf Platz Nr. 1 der Schweizer Hitparade schaffte. Die Single gilt als erste Schweizer Produktion, die in den offiziellen Schweizer Charts den Spitzenplatz erreichte. Dank dem Album mitsamt der Hitsingle gelang den Sauterelles der internationale Durchbruch.

Das erfüllte Leben für die Musik hat im hohen Alter von 97 Jahren ein Ende genommen: Am 11. Juli 2014 ist Erwin Ernst Kunz gestorben.

Wir danken Rolf W. Kunz, dem Neffen des Verstorbenen, für die umfangreichen biographischen Angaben zum Leben und Schaffen von Erwin Ernst Kunz.

 

Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Musiker, Dirigent, Komponist, Arrangeur, Musiktheoretiker – Erwin Ernst Kunz, oft nur Ernst Kunz genannt, war ein musikalischer Tausendsassa und hat mit seinem vielseitigen Talent und Können in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens seine Spuren hinterlassen. Am 11. Juli 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 97 Jahren gestorben.

Erwin-Ernst-Kunz

Erwin Ernst Kunz am Kontrabass bei Musikaufnahmen im Oktober 1988. (Foto: Rolf W. Kunz)

Erwin Ernst Kunz, geboren am 24. März 1917, ist zusammen mit den Brüdern Jakob und Willy im damals ländlichen Uster / ZH aufgewachsen. Als 10-Jähriger erhielt er von der Mutter sein erstes Instrument geschenkt: eine alte, defekte Handorgel. Ein Ustermer Musiklehrer stellte ihm ein bespielbares Instrument zur Verfügung und erteilte dem Knaben Unterricht. Die ärmlichen Verhältnisse in der Arbeiterfamilie boten für musische Betätigungen wenig Spielraum. Ein weitsichtiger Vormund ermöglichte…Weiterlesen