Floating Notes Festival: abseits des Mainstreams

Am vergangenen Wochenende fand die zweite Ausgabe des Floating Notes Festivals in San Bernardino (GR) statt. Der Anlass bot dem Publikum auch dieses Jahr wieder experimentelle und avantgardistische Musik. Sechs Künstlerinnen und Künstler respektive Bands zeigten dem Publikum ein breites Spektrum musikalischen Schaffens. Die SUISA war auch dieses Jahr wieder Partnerin des Festivals. Text von Giorgio Tebaldi

Floating Notes Festival: abseits des Mainstreams

Das Floating Notes Festival bietet experimentelle und avantgardistische Musik im Fabrikgebäude der Mineralwasserquelle von San Bernardino auf 1600 Meter über Meer. (Foto: Giorgio Tebaldi)

Es braucht Mut, um in der Schweiz ein neues Musikfestival aus dem Boden zu stampfen; besitzen wir doch hierzulande eine der höchsten Festivaldichten weltweit. Und vor allem muss man sich bei dieser Fülle an Festivals differenzieren, um ein Publikum anzuziehen.

Klangexperimente

Genau das macht das Floating Notes Festival, das 2021 von der Komponistin und Harfenistin Kety Fusco in Leben gerufen wurde und am Wochenende des 22./23. Juli 2022 zum zweiten Mal stattfand. Das Festival will musikalische Grenzen sprengen und dem Publikum Künstlerinnen und Künstler präsentieren, deren Musik fernab des Mainstreams liegt. Im Zentrum steht experimentelle Musik. Und mit «experimentell» sind am Floating Notes nicht nur die Klänge gemeint, sondern auch die Instrumente. So spielte bei der ersten Ausgabe 2021 beispielsweise der Schweizer Klangkünstler Simon Berz auf seinem Instrument «Tectonic», das er aus vulkanischen Klangsteinen aus Island gebaut hat. Bei der diesjährigen Ausgabe präsentierte der Berner Komponist, Akkordeonist und Klangkünstler Mario Batkovic nach dem Set auf dem traditionellen Akkordeon auch sein eigen konstruiertes «digitales Akkordeon».

Experimentelle und avantgardistische Musik gab es auch von den anderen Künstlerinnen und Künstlern am Floating Notes Festival. Am ersten Abend spielten die Zürcher Komponistin und Klangkünstlerin Noémi Büchi, die Westschweizer Komponistin, Künstlerin, Perkussionistin und Preisträgerin des Schweizer Musikpreises Béatrice Graf sowie das Tessiner Künstlerkollektiv Niton (Zeno Gabaglio, El Toxyque und Luca Xelius Martegani). Am zweiten Abend standen neben Mario Batkovic auch die italienische Songwriterin und Musikerin Marta del Grandi mit ihren Mitmusikerinnen auf der Bühne sowie Víz, das Solo-Projekt der in Zürich ansässigen Komponistin, Künstlerin, Musikerin und Performerin Réka Csiszér.

Musik an der Quelle

Ebenso wenig Mainstream wie die Musik und die Künstler/innen ist auch der Ort: Das Festival findet jeweils im Fabrikgebäude der Mineralwasserquelle von San Bernardino auf 1600 Meter über Meer statt – rund 40 Minuten Fahrt von Bellinzona und eine Stunde von Chur entfernt. Das italienischsprachige Dorf im Kanton Graubünden ist vielen vor allem als Tourismusort bekannt – mit dem Floating Notes Festival kommt nun auch noch eine kulturelle Attraktion hinzu.

www.floating-notes.com

Die SUISA ist seit der ersten Ausgabe Sponsoringpartnerin des Floating Notes Festivals.

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