Artikel von: Giorgio Tebaldi

Reto Parolari: Ein loderndes Feu sacré ist erloschen

Völlig unerwartet ist der Winterthurer Komponist, Dirigent, Arrangeur und Multi-Instrumentalist Reto Parolari am Sonntag, 15. Dezember 2019, im Alter von 67 Jahren gestorben. Reto Parolari war seit 2007 im Vorstand der SUISA. Zuvor war er seit 1990 in der Verteilungs- und Werkkommission, die er ab 1997 präsidierte. Nachruf von Xavier Dayer, Präsident der SUISA, und Urs Schnell, Direktor der FONDATION SUISA

Reto Parolari in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014, fotografiert an der SUISA-Generalversammlung in Bern. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Vor wenigen Tagen erhielten wir die traurige Nachricht vom Tod von Reto Parolari; der SUISA-Vorstand ist bestürzt. Bis vor einer Woche zuvor war Reto Präsident der Kommission «Tarife und Verteilung» und nahm mit der immensen menschlichen Großzügigkeit, die ihn auszeichnet, an unseren Vorstandssitzungen teil. Niemand hätte sich vorstellen können, dass er uns so plötzlich verlassen könnte. Ich erinnere mich an unsere intensiven und herzlichen Diskussionen beim gemeinsamen Vorstandsessen.

Ich möchte mit diesen wenigen Zeilen seinen wertvollen Beitrag an den SUISA-Vorstand hervorheben: Als Komponist und Musiker brachte er eine wichtige Sicht ein. Er war immer konstruktiv und ein unentbehrlicher Partner.

Wir kennen uns seit 2007, als er nach zehn Jahren als Präsident der Verteilungs- und Werkkommission in unseren Vorstand eintrat. Es ist demnach eine wichtige Person im Leben des Vorstands, die uns am Sonntag verlassen hat – unersetzlich, und wir bedauern sein Ableben sehr.

Um uns seine Musik und seinen künstlerischen Werdegang vor Augen zu führen, scheint es mir das Beste, dem Direktor unserer Stiftung, Urs Schnell, das Wort zu erteilen. Erst kürzlich hat er anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Stadt Winterthur am 3. Dezember eine hervorragende Laudatio gehalten. Die Rede von Urs Schnell, die wir im Folgenden wiedergeben, nimmt heute eine besonders ergreifende Dimension an.

Im Namen des SUISA-Vorstandes möchte ich den Angehörigen von Reto Parolari in dieser schmerzlichen Zeit unser tiefstes Mitgefühl aussprechen.

Xavier Dayer

Laudatio anlässlich der Kulturpreisverleihung an Reto Parolari im Theater Winterthur, 3. Dezember 2019

Lieber Reto

Für mich schliesst sich heute Abend ein Kreis: auf der Bühne dieses Hauses hatte ich meine erste Begegnung mit Dir, Reto – wir schreiben ungefähr das Jahr 1990. Als Lehrdiplom-Student an der damaligen Musikhochschule hier in Winterthur musste ich beim jährlichen Konsi-Chorkonzert mitsingen. Angesagt war ein gemeinsames Konzert mit Deinem Orchester. Auf dem Programm: «Gehobene Unterhaltungsmusik»

Diese Ausgangslage war, Sie können sich das vielleicht vorstellen, geschätzte Damen und Herren – nun: nicht ganz einfach. Für die auf die hehre Klassik konditionierten Musik-Studentinnen und Studenten war es zunächst völlig abwegig, sich mit solchem Repertoire überhaupt auseinandersetzen zu müssen. Skepsis schlug dem Vorhaben entgegen. «Unterhaltungsmusik».. womöglich sogar noch ternär-swingend… Auszüge aus «My Fair Lady» und ähnliches… nun, dem damaligen Chorleiter und Konsidirektor, dem von mir hoch geschätzten Fritz Näff, stellte sich eine echte Herausforderung..

Aber, je näher das Konzert kam, umso deutlicher wurde: Unterhaltungsmusik ist nicht per se «leichte» Musik, die auf die «leichte» Schulter genommen werden kann. Da fordern einen härteste musikalische Knacknüsse.

Schlussendlich zum Fliegen gebracht hast es dann Du, Reto: Dank Deiner Begeisterung, Deinem Elan, Deinem Humor, – und ja, einer natürlichen Autorität, wie sie nur Könnern eigen ist, die über der Materie stehen, ging ein Ruck durch die versammelte Studentenschaft. Widerstände schmolzen, es wurde gemeinsam musiziert.

Was ich an jenem Abend von Dir als Lebensweisheit mitnehmen durfte: Um als Musiker sein Publikum wirklich abzuholen braucht es den Respekt gegenüber seinen MitMusikerinnen, die profunde Kenntnis dessen was man tut, eine tiefe Ehrfurcht vor der Musik, vor allem aber die eigene Begeisterung, das lodernde Feuer, – das Feu sacré.

Mit dieser kleinen Reminiszenz an die Vergangenheit darf auch ich Sie herzlich zu dieser KulturPreisübergabe an Reto Parolari begrüssen.

Es ist mir eine grosse Ehre und Freude, hier zu Ihnen sprechen zu dürfen. Und ich danke Dir, Reto, dass Du mich dafür angefragt hast…

Ihr Parolaris seid ja seit heute Abend die Winterthurer Familie mit der wohl umfangreichsten Kulturpreissammlung, schon Dein Vater, der Oboist Egon Parolari, hat den Preis vor genau 30 Jahren zugesprochen erhalten – was auch für die Kontinuität der Winterthurer Kulturpolitik spricht.
Seit Kindsbeinen hast Du in Winterthur gewirkt. Einmal hast Du gesagt: «Ich selber bin eigentlich auf dem Bühnenboden des Stadthauses aufgewachsen. Mein Vater hat mich so oft an Proben und Konzerte mitgenommen.»

Mit 24 Jahren hast Du an der hiesigen Musikhochschule Dein Studium als eidgenössisch diplomierter Musiker im Hauptfach Schlagzeug abgeschlossen, weitere Studien folgten in Hannover, Stuttgart und Wien.

Voilà – Und ab jetzt, geschätzte Damen und Herren, wird es schwierig, denn die grösste Herausforderung, wenn man sich dem Werken und Wirken von Reto nähern will, ist schlicht die unglaubliche Vielfalt seines Schaffens.

Kein einfaches Unterfangen für den armen Laudatoren, Dein Curriculum, Reto: es ist geprägt von Gleichzeitigem und Gegensätzlichem, Parallelem und sich Ergänzendem. Aber, und das zur Erleichterung des doch nicht ganz so armen Laudatoren: zusammengehalten vom unbedingten Feuer für die Musik, dem Feu sacré – und genau wegen der Ecken und Kanten ist es ein in sich logisches Curriculum.

Du bist Künstler – aber auch gewiefter Unternehmer. Du bist Komponist und Arrangeur, Du bist Autor und Herausgeber von Fachliteratur, Dirigent und Instrumentalist.

Multi-Instrumentalist: auf Marimba, der Continental-Schreibmaschine, dem Schlagzeug, Klavier, virtuos sogar auf Autohupen. Dein Hauptinstrument aber, das bist – Du selber. Deine Echtheit, Dein Glaube an Deine Mission, Deine Herzlichkeit und Humor, Deine Sturheit und Unbedingtheit, eben Dein Feu sacré…

Es ist unmöglich über Dich zu sprechen, ohne gleichzeitig die «Gehobene Unterhaltungsmusik» mitzumeinen.

Doch, Moment… was ist das?? Was unterscheidet den Parolari von anderen MusikerInnen, was ist, im MarketingSprech: Dein Alleinstellungsmerkmal?
Ich darf Cédric Dumont, den Gründer des Unterhaltungsorchesters von Radio Beromünster und Leiter des Radiostudio Zürichs zitieren: „Der Sündenfall der Musik geschah, als man zwischen E und U, zwischen Ernst und Unterhaltung zu unterscheiden begann.. Aber auch für U braucht es Durchhaltewillen, Handwerkliches Können und Begeisterungsfähigkeit“. Voilà, das Feu sacré.
Du brennst für ein Musikgenre, das es wahrlich «nicht leicht» hat. Ein Genre, das, wenn überhaupt wahrgenommen, oftmals mit süffisantem Lächeln bedacht wird…

Doch woher kommt das eingangs geschilderte Nasenrümpfen seitens der VertreterInnen des sogenannten «Ernsten» Fachs?

Die Anforderungen sind hoch, höher wohl als an manch andere, vermeintlich Ernste Musikgenres: Um die volle Wirkung der Unterhaltungs-Musik zu erzielen ist die Partitur genauestens umzusetzen, die Musik MUSS ernst genommen – aber – Achtung: Widerspruch – immer mit einem Augenzwinkern gespielt werden.

Doch: im Umkehrschluss: Darf ich mich nicht von einer Beethoven-Sinfonie, einem Bach-Konzert „unterhalten“ fühlen? Und falls ich mich doch „unterhalten“ fühlen sollte: hat da jemand etwas falsch gemacht??

Ich lass das mal so stehen…

Deine Kunst ist eng verknüpft mit der Geschichte des Schweizer Radios. Bis in die siebziger Jahre hatte jede Radiostation ihre eigenen Orchester unter Vertrag, die mit speziell komponiertem Repertoire die gesprochenen Sendungen live begleiteten. Um die gewünschten Stimmungs-Effekte beim Zuhörer zu erzielen, musste die Musik vielfältig, farbig und bildhaft komponiert und handwerklich perfekt umgesetzt sein. Was mich zur These veranlasst: die gehobene Unterhaltungs-Musik ist eine Filmmusik, – eine Filmmusik, die sich ihre Bilder selber schaffen muss – und das ist musikalisches Storytelling at its best.

Mit den massiven Verwerfungen in der Medienlandschaft anfangs der Siebzigerjahre war auch die Hochzeit der Radioorchester vorbei – Ein Klangkörper nach dem anderen wurde aufgelöst – das Repertoire wurde nicht mehr nachgefragt, höchstqualifizierte Musikerinnen und Musiker wurden entlassen, den Notenarchiven drohte die Altpapiersammlung…

Da war Reto zur richtigen Zeit am richtigen Ort:
Du hast die Notenbestände des Radiostudio Basels, die des Bayrischen Rundfunks und später jene des Radio-Orchesters Beromünster buchstäblich vor dem Shredder bewahrt.

Und so gedeiht Deine materiell wohl grösste Leistung nun eher im Verborgenen, hier fast unter unseren Füssen….

In einem grossen Luftschutzraum mitten in der Stadt Winterthur bist Du zum Hüter einer riesigen Notensammlung von über 110000 Titeln geworden.

Dieses grösste Musikarchiv Europas ist aber nicht einfach ein Mausoleum kreativer Momente, nein, Du vermittelst den Zugang für zahlreiche internationale Orchester, welche die Noten rege nutzen.
Dein Verdienst für den sowohl klingenden als auch archivarischen Fortbestand dieses musikhistorisch einmaligen Erbes, die Lebendigerhaltung von Kulturgut, kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Ich danke an dieser Stelle der Stadt Winterthur, dass sie mit ihrem Preis dieses einmalige Engagement anerkennt und damit auch dieser Musik die verdiente Referenz erweist.
Und natürlich kann man nicht über Dich sprechen, ohne Deine eigenen Orchester zu erwähnen.
Das erste hast Du bereits während des Studiums an der hiesigen Musik-Hochschule gegründet.
Es entstand das ORP in sinfonischer Besetzung, welches seit 1990 ausschliesslich mit rund 40 BerufsmusikerInnen besetzt ist. Ein solches Orchester – das sei am Rande vermerkt – ist eigentlich ein unternehmerischer Blödsinn. Es kann nie rentieren – und trotzdem: Du musstest es nie beim Konkursamt melden.

Über 40 Orchester aus der ganzen Welt hast Du dirigiert, darunter Exoten wie das Orchester Hermitage, St.Petersburg (Russland), das Orchester Flughafen Zürich (Schweiz), oder das Philharmonische Orchester Pyöngyang (Nord-Korea),

Um all diese Engagements hast Du Dich nie beworben – Du wurdest stets angefragt..
So auch – für die Zirkuswelt: mit zarten 28 Jahren hat man Dir die Dirigentenstelle beim Zirkus Nock angeboten, kurz darauf jene beim Zirkus Knie. Für Dein Wirken am Theater Carré in Amsterdam hat Dir die niederländischen Königin gar den Titel «Königlicher Kapellmeister» verliehen. Und auch als musikalischer Oberleiter des internationalen Circusfestivals in Monaco findest Du Dich ja auf Tuchfühlung mit Adligen und gekrönten Häuptern….

Nur in der Heimat schlug Dir der Glamour etwas weniger entgegen: mit Deinem Internationalen Festival der gehobenen Unterhaltungsmusik hast Du zwar ein einzigartiges Musikereignis von internationaler Ausstrahlung geschaffen – welche aber von der heimatlichen Öffentlichkeit eher weniger beachtet wurde..

Ich müsste jetzt noch auf Deine Arbeit als Komponist und Arrangeur von über 800 Werken eingehen, auch der Autor von Fachartikeln und mehreren Fachbüchern verdiente gebührend gewürdigt zu werden – indes, die Zeit rinnt..

Etwas ist mir aber noch wichtig: Du bist nicht nur in eigener Sache unterwegs, Reto: als Vorstandmitglied der Urheberrechtsgenossenschaft SUISA oder als aktives Mitglied des hiesigen RotaryClubs Winterthur-Mörsburg bist Du auch uneigennützig dem Dienst an Deiner Mitwelt verpflichtet.

Wie eingangs erwähnt: ein Curriculum mit Ecken und Kanten – denn all diese Facetten Deines Tuns: sei es als Musiker, Dirigent, Orchesterleiter, Unternehmer, Veranstalter, Verleger, Archivar, Komponist – sie ergänzen, bedingen und brauchen sich gegenseitig und ergeben das Gesamtbild eines Kulturschaffenden, eines Kulturschaffers. – eben ein logisches Curriculum.

Erst vor Kurzem durfte ich noch einmal unter Deinem Dirigat wirken: zwar nur in einem Stück, diesmal aber als ausgebildeter Flötist. Und innert Sekunden war es wieder da: dieses Gefühl, das Du einem so gekonnt vermittelst: dieses respektvolle «Das kommt gut, vertrau mir». Locker im Auftritt, ernsthaft in der Sache. Und tatsächlich: Du hast eingezählt, die BigBand swingt los, mein Einsatz… Dein Feu sacré loderte und alles war superbe – und ja, es kam gut!

Merci, Reto, für das alles!!

Urs Schnell

Die Abdankungsfeier findet am Montag, 30. Dezember 2019, um 15 Uhr in der Stadtkirche in Winterthur statt.

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Völlig unerwartet ist der Winterthurer Komponist, Dirigent, Arrangeur und Multi-Instrumentalist Reto Parolari am Sonntag, 15. Dezember 2019, im Alter von 67 Jahren gestorben. Reto Parolari war seit 2007 im Vorstand der SUISA. Zuvor war er seit 1990 in der Verteilungs- und Werkkommission, die er ab 1997 präsidierte. Nachruf von Xavier Dayer, Präsident der SUISA, und Urs Schnell, Direktor der FONDATION SUISA

Reto Parolari in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014, fotografiert an der SUISA-Generalversammlung in Bern. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Vor wenigen Tagen erhielten wir die traurige Nachricht vom Tod von Reto Parolari; der SUISA-Vorstand ist bestürzt. Bis vor einer Woche zuvor war Reto Präsident der Kommission «Tarife und Verteilung» und nahm mit der immensen menschlichen Großzügigkeit, die ihn auszeichnet, an unseren Vorstandssitzungen teil. Niemand hätte sich vorstellen können, dass er uns so…Weiterlesen

Wie die SUISA Vergütungen aus der Hintergrundunterhaltung verteilt

Mehr als 100 000 Betriebe in der Schweiz nutzen Musik, TV und Filme zur Hintergrundunterhaltung. Für diese Nutzung bezahlen die Betriebe den Urhebern, Verlegern, Interpreten oder Produzenten eine Vergütung gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a. Wie und an wen werden diese Einnahmen verteilt? Text von Giorgio Tebaldi

Wie die SUISA Vergütungen aus der Hintergrundunterhaltung verteilt

Gehört für Viele zum Pub-Ambiente wie Teak-Möbel und Darts: Das Premier-League-Spiel auf dem Fernseher. Für die Nutzung ausserhalb der Privatsphäre haben die Produzenten der Sendung Anrecht auf eine Vergütung. (Foto: Nomad_Soul / Shutterstock.com)

Die passende Hintergrundmusik in einem Ladengeschäft, Friseursalon oder Restaurant leistet wie die Beleuchtung oder Dekoration einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Kunden und Gäste wohlfühlen. Und in einem Pub gehört die Live-Übertragung eines Fussball- oder Cricket-Spiels genauso zum Interieur wie die dunklen Möbel, die Holzschilder und die Dart-Scheibe.

Ebenso wie die Hersteller des Mobiliars, der Dekoration oder der Beleuchtung bezahlt werden müssen, haben die Komponisten, Textautoren, Interpreten, Drehbuchautoren oder Produzenten laut Gesetz ein Recht darauf, für die Nutzung ihrer Werke und Leistungen ausserhalb des privaten Rahmens eine Vergütung zu erhalten. Hierfür sind die fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften Pro Litteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform zuständig. In ihrem Auftrag zieht die SUISA die Vergütungen für die Nutzung von Musik, Filmen und TV-Sendungen gemäss dem Gemeinsamen Tarif 3a (GT 3a) ein.

Was macht die SUISA mit den Einnahmen aus der Hintergrundunterhaltung?

In einem ersten Schritt wird das eingenommene Geld nach einem fixierten Verteilschlüssel unter den fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften aufgeteilt. Der Anteil der SUISA für die Abgeltung der Musikinhalte beträgt dabei etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen. Jede Gesellschaft ist in einem zweiten Schritt dafür zuständig, diese Einnahmen an die Urheber, Künstler und an die Verleger und Produzenten auszuzahlen.

Im Fall der SUISA werden bei diesem zweiten Schritt von den erwähnten gut fünfzig Prozent 88% an die Berechtigten verteilt. Das bedeutet, dass von 100 Franken, die eingenommen werden, 88 Franken an die Künstlerinnen und Künstler und deren Verlage verteilt werden können.

Wie und an wen werden die Einnahmen verteilt? Grundsätzlich kennt die SUISA drei unterschiedliche Möglichkeiten der Verteilung: die direkte Verteilung, die Pauschalverteilung mit Programmunterlagen und die Pauschalverteilung ohne Programmunterlagen (siehe Kasten). Programmunterlagen sind Listen der Werke, die aufgeführt oder gesendet worden sind.

Beim GT 3a wird das Geld fast ausschliesslich pauschal ohne Programmunterlagen verteilt. Sowohl für die Kunden wie auch für die SUISA wäre das Einreichen resp. Bearbeiten von Werklisten mit einem enormen Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würde. Stattdessen benutzt die SUISA vorhandene Programmunterlagen aus verschiedenen Quellen, um die Einnahmen aus dem GT 3a zu verteilen. Dabei achtet die SUISA darauf, dass für diese Verteilung Listen resp. Nutzungen verwendet werden, die eine möglichst gerechte Verteilung erlauben.

Möglichst faire Verteilung auch ohne Liste der aufgeführten Werke

Aufgrund von Erfahrungswerten wird beispielsweise davon ausgegangen, dass ein grosser Teil der Unternehmen, Läden, Restaurants etc. Werke nutzt, die auch im Radio resp. Fernsehen gesendet werden. Entsprechend wird ein grosser Teil der Einnahmen aus dem GT 3a anhand der Programmunterlagen für die Nutzung von Musik, TV-Sendungen und Filmen aus Radio- und Fernsehsendungen verteilt. Die SUISA trägt aber auch der Tatsache Rechnung, dass nicht nur Pop, Rock oder Urban gespielt wird, sondern auch andere Genres wie Volksmusik oder sogar Kirchenmusik. Deshalb wird ein Teil der Einnahmen auch anhand von Programmlisten für kirchliche Aufführungen, Blasmusiken oder Jodelclubs verteilt.

Um das Geld an die Künstlerinnen und Künstler zu verteilen, wird es somit anderen, ähnlichen Verteilungsklassen der Aufführungs- und Senderechte (siehe Verteilungsreglement Ziffer 5.5.2) zugewiesen. Erhält also ein Mitglied eine Abrechnung in einer dieser Verteilungsklassen, dann erhält es zugleich auch einen Anteil aus den Einnahmen für Hintergrundunterhaltung aus dem GT 3a.

In einigen Ausnahmefällen kommt bei der Verteilung der Einnahmen aus der Hintergrundunterhaltung die direkte Verteilung zum Zug. Hier handelt es sich z. B. um Musik, die in einem Museum für eine Ausstellung genutzt wird, oder Musik, die für einen längeren Zeitraum von einer Firma in der Telefonwarteschlaufe verwendet wird. In diesen Fällen handelt es sich in der Regel um Auftragsmusik.

Die Verteilung der SUISA erfolgt viermal pro Jahr. Im Jahr 2018 wurden insgesamt über 132 Mio. Franken an die Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik verteilt.

Arten der Verteilung und Verteilungsklassen

Bei der SUISA gibt es drei Arten, wie die Einnahmen aus Urheberrechten verteilt werden:

  1. Bei der direkten Verteilung können die Urheberrechtsentschädigungen direkt auf die zur Verfügung stehenden Listen der aufgeführten Werke verteilt werden. Dies ist zum Beispiel bei einem Konzert möglich: Wenn am Konzert die Songs von fünf Miturhebern gespielt werden, erhalten diese fünf Berechtigten die Einnahmen, die bei diesem Konzert erzielt worden sind.
  2. Bei der Pauschalverteilung mit Programmunterlagen wird die Vergütung an die Bezugsberechtigten mittels eines Punktwerts berechnet. Für die Sendungen der SRG zum Beispiel erhält die SUISA einerseits eine pauschale Entschädigung und andererseits detaillierte Sendemeldungen. Aufgrund der Sendemeldungen ist bekannt, wie viele Sekunden Musik insgesamt gespielt wurden und wie lange davon welches Werk genau. Aus den Angaben wird ein Punktwert pro Sekunde ermittelt und die Vergütung entsprechend an die Urheber und Verleger der gespielten Werke verteilt.
  3. Eine Pauschalverteilung ohne Programmunterlagen findet bei Einnahmen aus Tarifen statt, bei denen die Angaben zu den tatsächlich genutzten Werken nicht zur Verfügung stehen respektive nicht ermittelbar sind. Die Verteilung dieser Einnahmen erfolgt aufgrund von vorhandenen Programmunterlagen aus mehreren Quellen. Die exakte Zuweisung der Gelder ist im Verteilungsreglement der SUISA detailliert geregelt.

Die Verteilung der Einnahmen erfolgt nach Verteilungsklassen. Die Verteilungsklassen entsprechen verschiedenen Nutzungen, z. B. Musik an Konzerten, in Radio- und TV-Sendern der SRG oder Privatsendern, in Kirchen etc.

Die Details findet man im Verteilungsreglement der SUISA.

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Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019

Rund 150 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder kamen am 21. Juni 2019 an die ordentliche Generalversammlung ins Bieler Kongresszentrum und bestimmten die Geschicke ihrer Genossenschaft mit. Unter anderem wählten sie Sylvie Reinhard und Grégoire Liechti neu in den Vorstand. Im Zusammenhang mit der Urheberrechtsrevision verabschiedeten die SUISA-Mitglieder zudem eine Resolution für faire Bedingungen für Musikschaffende. Text von Giorgio Tebaldi

Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019

Die SUISA-Mitglieder bei der Wahl des Vorstands für die Amtsperiode 2019 –2023 an der SUISA-Generalversammlung 2019 vom 21. Juni 2019 im Konzertsaal des Kongresszentrums in Biel. (Foto: Sibylle Roth)

«Sphärisch, aber kantiger als Trip-Hop, emotionsgeladener als Popmusik und so organisch wie Folk», beschrieb der scheidende SUISA-Vize-Präsident Marco Zanotta in seiner Ansage die Zürcher Musikerin Annakin, die die SUISA-Generalversammlung eröffnete. Zusammen mit dem Gitarristen Simon Rupp, Philipp Kuhn an den Keyboards und dem Beatboxer Marzel (alias Marcel Zysset) spielte Annakin – bürgerlich: Ann Kathrin Lüthi – Songs aus ihrem neusten Album «The End of Eternity» sowie «Sting Of Love» vom 2014 erschienenen Werk «Stand Your Ground».

Während der Umbaupause nach dem Kurzkonzert konnten die anwesenden SUISA-Mitglieder, Gäste und SUISA-Mitarbeitenden in einer Videoeinspielung sehen, wie «She Got Me», der von Luca Hänni gesungene Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest entstanden ist. Das Stück wurde im Juni 2018 am SUISA Songwriting Camp vom SUISA-Mitglied Luca Hänni, den kanadischen Songwritern Laurell Barker und Frazer Mac sowie dem schwedischen Produzenten Jon Hällgren komponiert. «She Got Me» erreichte am Grand Final des ESC den hervorragenden 4. Platz, wurde mehr als 30 Millionen mal gestreamt und war Nummer 1 der Schweizer Single Charts.

Mehr Frauen in die Musik

In seiner Begrüssung nahm der SUISA-Präsident Xavier Dayer den schweizweiten Frauenstreiktag, der eine Woche zuvor stattgefunden hatte, zum Anlass, um über den Frauenanteil in der Musik zu sprechen. Dieser macht bei den SUISA-Mitgliedern gerade mal etwas mehr als 16% aus – es besteht noch grosses Steigerungspotential. Dies ist einer der Gründe dafür, dass die SUISA seit 2019 eine Partnerschaft mit Helvetiarockt, der Koordinations- und Vernetzungsstelle für Musikerinnen aus Jazz, Pop und Rock, eingegangen ist und sie dazu eingeladen hatte, mit einem Informationsstand an der Generalversammlung präsent zu sein.

Danach galt es, die Jahresrechnung und den Lagebericht zu genehmigen. Da die SUISA für das Jahr 2018 aufgrund der beiden Tochtergesellschaften SUISA Digital Licensing AG und Mint Digital Services zum ersten Mal auch eine Konzernrechnung erstellt hatte, galt es auch diese zu genehmigen. Die Generalversammlung erteilte zudem dem Vorstand, der Geschäftsleitung und der Revisionsstelle Décharge für das vergangene Jahr und bestätigte das Mandat der Revisionsstelle BDO für 2019.

Sylvie Reinhard und Grégoire Liechti in den Vorstand gewählt

Für die langjährigen Vorstandsmitglieder Bertrand Liechti und Marco Zanotta war dies die letzte Generalversammlung – sie traten nach 20 Jahren im obersten Leitungsgremium der SUISA aufgrund der Amtszeitbeschränkung aus. Als Ersatz wählten die anwesenden SUISA-Mitglieder die Unternehmerin und Verwaltungsratspräsidentin des Digital-Magazins «Republik» Sylvie Reinhard und den Genfer Musikverleger Grégoire Liechti neu in den Vorstand. Die restlichen 12 Vorstandsmitglieder sowie die Mitglieder der Verteilungs- und Werkkommission wurden ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern bestätigt. Weiter wählte die Generalversammlung Marco Zanotta in die 2018 geschaffene Beschwerdekommission und folgte damit dem Vorschlag des SUISA-Vorstandes.

Aufgrund der 2018 revidierten SUISA-Statuten und der damit verbundenen erweiterten Zuständigkeiten der Generalversammlung stimmten die anwesenden Mitglieder neu über das Entschädigungsreglement für die Mitglieder des Vorstands und seiner Kommissionen sowie über die allgemeine Anlagepolitik der SUISA ab.

Resolution für ein faires Urheberrechtsgesetz

In ihrem Gastreferat sprach Géraldine Savary, Ständerätin und Mitglied des SUISA-Vorstands, über die laufende Revision des Urheberrechtsgesetzes (URG). Dabei kam sie insbesondere auf zwei für die Musikschaffenden kritische Punkte zu sprechen: Zum einen sollen – wenn es nach dem Nationalrat geht – Hoteliers, Besitzer von Ferienwohnungen sowie Spitäler und Gefängnisse keine Urheberrechtsvergütungen mehr bezahlen müssen, wenn ihre Gäste, Patienten und Insassen auf den zur Verfügung gestellten Radio-/TV-Geräten Musik hören oder Filme anschauen. Zum anderen ist im URG eine neue Vergütung für Video on Demand (VoD) vorgesehen, die zwar den Filmschaffenden eine Verbesserung bringt, für die Musikschaffenden hingegen kontraproduktiv ist – Letztere haben bereits vertragliche Lösungen mit den VoD-Plattformen ausgehandelt. Entsprechend muss die Musiknutzung aus dieser neuen VoD-Regelung ausgenommen werden. Um den Nationalrat in der kommenden Herbstsession auf die Wichtigkeit dieser beiden Punkte hinzuweisen, wurde an der Generalversammlung eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Es folgten Informationen über das laufende Geschäftsjahr von Vincent Salvadé, Irène Philipp Ziebold und Andreas Wegelin. Urs Schnell, Direktor der FONDATION SUISA, berichtete anschliessend über das Geschäftsjahr der Musikförderstiftung der SUISA.

Gegen 14 Uhr schloss Xavier Dayer die Generalversammlung und verwies auf die nächste Generalversammlung, die am Freitag, 26. Juni 2020, im Bierhübeli in Bern stattfinden wird.

Danach nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Stehlunch die Gelegenheit, um im Foyer des Kongresszentrums angeregt mit SUISA-Mitarbeitenden, Gästen oder Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren, die Resolution zu unterzeichnen, sich am Stand von Helvetiarockt über deren Projekte zu informieren oder sogar um neue Musikprojekte zu starten.

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Rund 150 stimmberechtigte SUISA-Mitglieder kamen am 21. Juni 2019 an die ordentliche Generalversammlung ins Bieler Kongresszentrum und bestimmten die Geschicke ihrer Genossenschaft mit. Unter anderem wählten sie Sylvie Reinhard und Grégoire Liechti neu in den Vorstand. Im Zusammenhang mit der Urheberrechtsrevision verabschiedeten die SUISA-Mitglieder zudem eine Resolution für faire Bedingungen für Musikschaffende. Text von Giorgio Tebaldi

Rückschau auf die SUISA-Generalversammlung 2019

Die SUISA-Mitglieder bei der Wahl des Vorstands für die Amtsperiode 2019 –2023 an der SUISA-Generalversammlung 2019 vom 21. Juni 2019 im Konzertsaal des Kongresszentrums in Biel. (Foto: Sibylle Roth)

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Urheberrechtsrevision: Die Urheber und Verleger müssen von der Online-Nutzung ihrer Werke besser profitieren

Letzte Woche hat der Bundesrat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der  Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Beim Urheberrechtsgesetz braucht es dringend Regelungen für die Online-Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Wertschöpfung geht heute völlig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbei. Vor allem eine mächtige Internetindustrie profitiert stark dank Erträgen aus Werbung und Nutzungsdaten. (Grafik: yaichatchai / Shutterstock.com)

Viele Kulturschaffende, Nutzerverbände und andere Anspruchsgruppen werden die vorliegende Fassung des Urheberrechtsgesetzes mit Erleichterung aufgenommen haben: Der Gesetzestext ist ein Riesenschritt gegenüber dem unausgegorenen Entwurf, den der Bundesrat Ende 2015 präsentiert hatte, und der bei fast allen Interessensgruppen für Kopfschütteln gesorgt hatte. Das Ergebnis war eine Rekordzahl von über 1200 Stellungnahmen bis März 2016 und die Reaktivierung der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht AGUR12 II. Hierzu haben wir bereits im März dieses Jahres auf dem SUISAblog informiert.

Parlament soll den Weg für ein modernes Urheberrechtsgesetz bahnen

Die Arbeitsgruppe bestehend aus Kulturschaffenden, Produzenten, Nutzern, Konsumenten, Internet Service Providern, dem Bundesamt für Justiz sowie weiteren Vertretern der Verwaltung hat offensichtlich gute Arbeit geleistet: In der jetzt vorliegenden Fassung wurden die Vorschläge der Arbeitsgruppe weitgehend übernommen. Nun liegt es am Parlament, den Weg für die modernisierte Fassung des Urheberrechtsgesetzes zu bahnen. Die SUISA sowie die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften unterstützen den Kompromiss.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Verbesserungen braucht. Im Gegenteil – das grösste Probleme der Digitalisierung für die Kulturschaffenden bleibt nach wie vor ungelöst: Noch nie wurden geschützte Werke in Videos, Texten, Bildern und Musikdateien so stark genutzt wie heute über das Internet. Profiteure dieser Nutzung sind einige wenige grosse Internetfirmen, während die Wertschöpfung fast vollständig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbeigeht.

Internet sei Dank: Musikliebhaber können heute fast überall und zu jeder Zeit auf eine enorme Anzahl Filme, Musikstücke, Bücher und Newsartikel zugreifen. Es braucht hierfür kein physisches Werkexemplar und somit auch keine Kopie mehr. Es genügt die Verfügbarkeit in der Cloud oder ein Abruf mittels Streaming. Neben Online-Verbreitern wie Apple, Spotify, Netflix oder Amazon werden heute Musik und Filme vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Youtube oder Facebook geteilt.

Viele Internetanbieter kümmern sich kaum um Urheberrechte

Die Online-Verbreiter kümmern sich in der Regel um die Urheberrechte und schliessen Lizenzverträge mit Produzenten und Verwertungsgesellschaften ab. Dadurch erhalten auch Musiker, Produzenten und andere Kulturschaffende eine Vergütung für ihre Arbeit. Anders ist die Situation bei Vermittlern wie z.B. den Social-Media-Plattformen und bei Aggregatoren wie Tunein. Die von ihnen bereitgestellten technischen Dienstleistungen erlauben es auch den Usern, urheberrechtlich geschützte Werke zu verbreiten. In solchen Modellen, bei denen geschützte Inhalte geteilt werden, kümmern sich die Anbieter jedoch kaum um die Urheberrechte. Im Gegenteil: Sie schieben die Verantwortung für deren Abgeltung regelmässig auf die User ab, welche die Inhalte hochladen.

Hinzu kommt, dass die Social-Media-Plattformen und Aggregatoren eine Konkurrenz zu Online-Verbreitern wie iTunes oder Spotify darstellen und hohe Gewinne erzielen, ohne die Urheber angemessen zu beteiligen. Eine europäische Studie zeigt auf, dass die Wertschöpfung für die Betreiber solcher Plattformen dank urheberrechtlich geschützter Werke wie Musik und Filme sehr hoch ist. Google z.B. macht 18% der Einnahmen dank geschützten Werken z.B. auf gesponserten Links. Würden die geschützten Werke wegfallen, sinkt die Klickrate und damit die Attraktivität der Suchseite. Noch höher ist die Wertschöpfung auf Plattformen wie Youtube, die zwei Drittel ihres Umsatzes mit urheberrechtlich geschützten Inhalten erwirtschaften – vor allem mit Werbung, aber auch mit dem Verkauf von Profildaten. Die Regelung der Urheberrechte schieben sie jedoch auf die Uploader ab, die dazu aber gar nicht in der Lage sind.

Diskussion um Transfer of Value muss auch in der Schweiz stattfinden

Die Urheber als die eigentlichen Schöpfer der Werke werden also bei solchen Plattformen nicht oder kaum vergütet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. In der EU wird schon länger über den Wertetransfer – den «Transfer of Value» – im Internet diskutiert. Es ist höchste Zeit, dass diese Diskussion auch in der Schweiz stattfindet. Es braucht hierzulande dringend Massnahmen, die der Verschiebung der Wertschöpfung weg von den Urheberinnen und Urhebern Einhalt gebietet – und damit auch die schleichende Enteignung der Kulturschaffenden. Social-Media-Plattformen, Aggregatoren und Suchmaschinen müssen zur einer Abgeltung der über ihre technische Plattform genutzten Werke verpflichtet werden.

Die SUISA und die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften werden deshalb diese wichtigen Ergänzungen im Gesetzgebungsprozess einbringen. Die Kunstschaffenden müssen an der Wertschöpfung auf Online-Plattformen besser beteiligt werden.

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  1. sam sagt:

    danke für ihren einsatz

  2. Stevens sagt:

    They stole our revolution and now they steal our music.

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Letzte Woche hat der Bundesrat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der  Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Beim Urheberrechtsgesetz braucht es dringend Regelungen für die Online-Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Wertschöpfung geht heute völlig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbei. Vor allem eine mächtige Internetindustrie…Weiterlesen

«Hätte ich einen Film mit afrikanischer Musik gemacht, wäre ich wohl freier gewesen»

Der Schweizer Komponist Niki Reiser erhielt am 7. August 2016 im Rahmen des internationalen Filmfestivals in Locarno den mit CHF 25 000 dotierten Filmmusikpreis der FONDATION SUISA verliehen. Der Preis wurde ihm für die Filmmusik zu Alain Gsponers Verfilmung von «Heidi» vergeben. Der Kompositionsprozess für diese Filmmusik war für Reiser eine besondere Herausforderung. Die Themen «Heidi» und «Schweiz» haben ihn am Anfang eher blockiert als beflügelt, wie er im Interview erzählt.

«Hätte ich einen Film mit afrikanischer Musik gemacht, wäre ich wohl freier gewesen»

Niki Reiser (Mitte) wurde am 7. August 2016 anlässlich des Internationalen Filmfestivals in Locarno zum dritten Mal mit dem Filmmusikpreis der FONDATION SUISA ausgezeichnet. V.l.n.r.: Mario Beretta (Jury-Präsident Filmmusikpreis), Preisträger Niki Reiser und Urs Schnell (Direktor FONDATION SUISA). (Foto: Otto B. Hartmann)

Niki, mit dem Soundtrack zum Film «Heidi» hast Du nun zum dritten Mal den Filmmusikpreis der FONDATION SUISA gewonnen. Was ging Dir durch den Kopf, als Du von der Auszeichnung erfahren hast?
Ich habe mich natürlich wahnsinnig gefreut. 2001 wurde ich zum ersten Mal von der FONDATION SUISA ausgezeichnet. Dass ich 16 Jahre später immer noch Qualität liefere und damit einen Preis gewinne, hat mir Genugtuung bereitet. Es bestätigt, dass ich immer noch dabei bin. Und es bedeutet mir natürlich auch viel, von einer sehr kompetenten Jury ausgezeichnet zu werden.

Filmkomponisten stehen in der Regel im Hintergrund. Beim Publikum sind vor allem die Schauspieler und der Regisseur bekannt. Ist es für Dich wichtig, dass durch solche Auszeichnungen auch Dein Schaffen bekannt wird?
Natürlich ist dies schön. Mir bedeutet es allerdings mehr, wenn die Zuschauer nach einem Film auf mich zukommen und mir sagen, dass sie sich besonders auf die Musik geachtet haben. Die Leute nehmen die Musik im Film wahr. Das ist für mich wichtiger. Es gibt den Spruch: «Gute Filmmusik nimmt man nicht wahr.» Mein Bestreben ist es, dass Filmmusik wahrgenommen wird, ohne dass sie allerdings in den Vordergrund rückt. Die Auszeichnung ist wie das Tüpfelchen auf dem «i». Aber das Tolle ist, dass immer wieder Leute kommen und mir sagen: «Diese Musik hat mir im Film gefallen.» Die Musik ist also nicht nur im Hintergrund.

Du warst früher auch als Flötist mit verschiedenen Formationen auf der Bühne und hast Deine Kompositionen live vor Publikum gespielt. Fehlt Dir die direkte Rückmeldung vom Publikum?
Ich vermisse es schon sehr, die Möglichkeit zu haben, eigene Stücke weiterzuentwickeln und jeden Abend wieder neu zu interpretieren. Bei der Filmmusik ist das anders: Wenn sie einmal aufgenommen und abgemischt ist, kann man sie nicht mehr verändern. Bei der Livemusik kann man je nach Wandel der Zeit ein Stück noch verändern – das fehlt mir schon sehr. Auf der anderen Seite ist man in Bands jeweils thematisch begrenzt, anders als bei Filmmusik. Dort hat jeder Film ein anderes Thema.

In Deiner Dankesrede bei der Preisverleihung hast Du erzählt, wie schwierig der Kompositionsprozess für Dich war. Was war das Besondere an diesem Prozess? Wie bist Du an das Komponieren dieser Filmmusik herangegangen?
Das Besondere war, dass mich die Themen «Heidi» und «Schweiz» anfangs eher blockiert als beflügelt haben. Zudem ist man bei eigenen Sachen viel kritischer und sagt sich schnell einmal: «Das geht nicht und jenes geht nicht.» Man beschneidet sich selber. Hätte ich einen Film mit afrikanischer Musik gemacht, wäre ich wohl freier gewesen, da es mir nicht so nahe gewesen wäre. Und am Anfang war es besonders schwierig. Der Film beginnt mit einer fliegenden Szene. Da hiess es: «Jetzt musst du etwas Leichtes, Fliegendes machen.» In so einem Augenblick gehen bei mir alle Läden runter, da es von Null auf Hundert eine Wahnsinnsherausforderung ist. Der Kern der Musik kam erst allmählich durch stetiges Ausprobieren und Verwerfen von Ideen.

Du hast also konkrete Vorgaben erhalten, wie die Filmmusik klingen soll?
Nicht wie sie klingen, sondern was sie bewirken soll. Die Musik soll eine Leichtigkeit und etwas Schwebendes haben. Gleichzeitig soll sie Sehnsucht ausdrücken, aber auch etwas Heilendes haben. Je mehr Adjektive man im Kopf hat, desto weniger fällt einem musikalisch etwas ein. Meistens funktioniert es erst dann, wenn der Verstand aussetzt und man mit Musikmachen beginnt. Erst über das Musikmachen bin ich auf die Themen der Filmmusik gekommen.

Kinderfilm, Heimatfilm, schöne Bilder der Alpenwelt – kommt man da nicht in Versuchung, auf musikalische Klischees zurückzugreifen?
Klar, die Bilder sind schon wahnsinnig schön. Wenn ich jetzt hierzu typische Schweizer Musik komponiert hätte, hätte es wirklich die Züge eines Werbefilms annehmen können. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, das typische fröhliche Schweizer Dur wegzulassen. Ich finde die Schweizer Melodien zwar sehr schön, aber ich wollte keine Volkslieder schreiben. Durch die Moll-Tonarten sind wir auf das eher Dramatische gekommen. Heidi ist ja auch ein Drama, und nicht nur ein Kinderfilm.

Es gibt eine Vielzahl an Verfilmungen von Heidi. Zudem gibt es einige bekannte Heidi-Filmmelodien. Die meisten Leute in der Schweiz haben dadurch einen Bezug – auch musikalisch – zu Heidi. Hatte dies einen Einfluss auf Deine Arbeit?
Nein. Ich habe mir auch bewusst keinen der älteren Heidifilme angeschaut. Einerseits um nicht beeinflusst zu sein. Andererseits aber auch, um mich nicht selber zu behindern: Es kann sein, dass man etwas nicht macht, nur weil es die anderen bereits gemacht haben. Ich habe die Geschichte aufgrund der Heidi-Figur erzählt. Das heisst: Die Musik begleitet die Emotionen von Heidi und widerspiegelt jeweils ihren aktuellen Gemütszustand. Es ist also mehr eine emotionale und nicht eine Schweizer Geschichte. Ich habe versucht die Musik so zu setzen, wie ein Kind gerade naiv seine Stimmung auslebt.

Du hast vor 30 Jahren zum ersten Mal die Musik für einen Film komponiert. In der Zwischenzeit hat sich die Technik massiv verändert. Wie hat dies Deine Arbeitsweise beim Komponieren beeinflusst?
Bei Heidi hatte dies keinen Einfluss; ich habe jedes Instrument live aufgenommen und keine technischen Klangerzeuger verwendet. Bei anderen, vor allem kleineren Filmen, hat sich die Arbeitsweise schon verändert. Ich habe die Möglichkeit, die Musik direkt bei mir zu Hause aufzunehmen und zu bearbeiten. So kann ich eine ganze Filmproduktion bei mir selber machen. Die Kompositionsarbeit hat sich durch die technische Entwicklung nicht verändert. Es geht immer noch darum, Themen und Klänge zu suchen. Hingegen hat sich der Prozess des Dialogs mit dem Schneidetisch verändert. Wenn ich etwas komponiert habe, kann ich ganze Files mit Bildern via Internet verschicken und es eine halbe Stunde später über Skype mit den Leuten am Schneidetisch diskutieren. Früher musste man die Bänder per Post schicken. Da dauerte es eine Woche, bis das Material ankam und nochmals eine weitere halbe Woche, bis der Regisseur reagierte. Die Kommunikation ist schneller geworden. Dies bringt allerdings auch negative Aspekte mit sich: Früher, als noch nicht alles digital war, hatte man mehr Zeit, etwas zu entwickeln. Heute geht alles schneller. Das heisst: Die Ideen müssen auch schneller kommen.

Du bist seit 1986 Mitglied bei der SUISA. Was bringt Dir die Mitgliedschaft als Komponist?
Ich kann darauf vertrauen, dass ich mein Grundeinkommen habe. Wobei es eigentlich sogar mein Haupteinkommen ist. Ich könnte von den Filmen selber, von den Honoraren, nicht leben. Die Urheberrechtsvergütungen garantieren mir immer wieder, dass Ende Jahr die Rechnung aufgeht. Einige Kollegen sagen mir immer wieder, ich solle zur Gema wechseln, da viele meiner Werke in Deutschland laufen. Ich weiss nicht, ob ich jemals wechseln würde. Die SUISA ist nicht ein solch riesiger Apparat; die Leute können so schneller reagieren.

Niki Reiser ist 1958 im aargauischen Reinach geboren und in Basel aufgewachsen. Über das Querflötenspiel fand er zur Musik und begann bereits als Jugendlicher für diverse Bands und musikalische Formationen zu komponieren. Nach der Matura absolvierte er das renommierte Berklee College Of Music in Boston (USA), wo er Jazz und klassische Komposition mit Schwerpunkt Filmscoring studierte. V.a. durch seine langjährige Zusammenarbeit mit den Regisseuren Dani Levy und Caroline Link machte Niki Reiser sich einen Namen auf dem deutschen und internationalen Filmparkett. Für seine Werke wurde er u.a. fünfmal mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Niki Reiser lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Basel. (Text: FONDATION SUISA) www.nikireiser.de
Der Filmmusikpreis der FONDATION SUISA ist mit CHF 25 000.- dotiert. Er honoriert ausserordentliche Leistungen im Bereich der Filmmusikkomposition und hat zum Ziel, die Preisträgerinnen und Preisträger zu unterstützen sowie im In- und Ausland bekannt zu machen. Der Preis wird jährlich anlässlich des Festival del film in Locarno alternierend in den Kategorien Spielfilm und Dokumentarfilm vergeben.
Die Jury zum Filmmusikpreis 2016 der FONDATION SUISA
• Präsident: Mario Beretta (Bühnen- und Filmmusikkomponist, Zürich)
• Jürg von Allmen (Tontechniker, Digiton Tonstudio, Zürich)
• André Bellmont (Komponist, Dirigent, Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste, Zürich)
• David Fonjallaz (Filmproduzent Lomotion AG, Bern)
• Zeno Gabaglio (Komponist und Interpret, Vacallo)
• Corinne Rossi (Geschäftsleiterin Praesens-Film AG, Zürich)
• Yvonne Söhner (Produktionsleiterin Baloise Session, Musikfestival Basel, Ehrendingen)

Beitrag zu Niki Reiser und seiner Filmmusik für «Heidi» auf Art-TV.

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Niki Reiser (Mitte) wurde am 7. August 2016 anlässlich des Internationalen Filmfestivals in Locarno zum dritten Mal mit dem Filmmusikpreis der FONDATION SUISA ausgezeichnet. V.l.n.r.: Mario Beretta (Jury-Präsident Filmmusikpreis), Preisträger Niki Reiser und Urs Schnell (Direktor FONDATION SUISA). (Foto: Otto B. Hartmann)

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«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden»

Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied. (Foto: zVg)

Peter Reber, Sie sind seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Weshalb?
Peter Reber: Dass man sich in einer Bäckerei nicht gratis im Brotgestell bedient, ist für jedermann plausibel. Dass man sich nicht gratis an geistigem Eigentum bedient, ist erklärungsbedürftiger und komplexer. Komponisten und Texter sind selbst nicht in der Lage, ihre Interessen national und international zu wahren. Ohne eine Institution wie diejenige der SUISA und ihrer internationalen Partner wäre es mir nie möglich gewesen, auch eine wirtschaftliche Grundlage für meine Tätigkeit zu finden. Ganz viele Lieder wären nie entstanden. Die SUISA nimmt nicht nur meine wirtschaftlichen Interessen wahr, sie ist Voraussetzung für eine vielfältige, breite musikalische Tätigkeit in unserem Land.

Urheberrechtsfragen unterliegen einem Wandel. Wie müssen Künstler und Musiker sich anpassen?
Natürlich liegt es auch an uns Künstlern, uns mit diesen Fragen zu befassen. Wir erleben diese Entwicklungen ja in unserem Alltag. Durch die digitale Revolution wie verlustfreies Kopieren und die rasante Entwicklung der neuen Medien, sprich: des Internets, sind viele neue Fragen zu beantworten. Als Künstler gebe ich meine Feedbacks und meine Anliegen an die SUISA weiter; im Gegenzug profitiere ich von den Workshops und Infos, welche die SUISA uns Autoren offeriert.

Der Bundesrat möchte Verwertungsgesellschaften viel stärker an den Staat binden. Wie stehen Sie zu diesen Plänen?
Seit 45 Jahren bin ich Mitglied der SUISA. Als Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter kenne ich das ganze Spektrum des Musikgeschäftes. Es ist hochkomplex, erstreckt es sich doch von ästhetischen, organisatorischen bis hin zu rechtlichen Fragen. Durch die Flexibilität und die flache Hierarchie in der SUISA war es mir immer möglich, für meine Probleme einen Ansprechpartner zu finden. Durch das profunde Fachwissen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wusste ich meine Anliegen stets gut aufgehoben. Ich hätte grosse Bedenken, wenn Staat und Politik nun vermehrt Einfluss und Kontrolle auf unsere Urheberrechtsgesellschaft nehmen. Es ist für mich wichtig, dass sich die SUISA eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Nur so kann sie die Anliegen von uns Urhebern glaubhaft vertreten und wird nicht zum Tummelfeld anderer politischen oder wirtschaftlichen Interessen.

Wo könnte das Urheberrecht aus Ihrer Sicht verbessert werden?
Es gibt immer und überall Verbesserungsmöglichkeiten. Wichtige Schritte sind von Seiten der SUISA aber schon in mancher Hinsicht eingeleitet worden: Heute haben z. B. Urheber die Möglichkeit, sich nur in Teilgebieten durch die SUISA vertreten zu lassen und andere selbst wahrzunehmen.
Das grösste Problem ist und bleibt aber die Tatsache, dass die Öffentlichkeit noch immer nicht genügend Verständnis dafür aufbringt, dass auch geistiges Eigentum schützenswert ist und abgegolten werden muss. Daran müssen wir Urheber und unsere SUISA weiterarbeiten.

Über Peter Reber
Mit mehr als 40 Gold- und Platinauszeichnungen für über zwei Millionen verkaufte Tonträger gehört Peter Reber zu den erfolgreichsten Schweizer Komponisten, Textautoren und Interpreten. Von 1968 bis 1981 war er Mitglied der erfolgreichen Gruppe Peter, Sue & Marc. Danach begann er eine ebenso erfolgreiche Solokarriere. Im Laufe seiner Karriere schrieb Peter Reber über eintausend Texte, Melodien und Bearbeitungen und lieferte sechs Schweizer Beiträge für den Eurovision Song Contest. Seine Kompositionen wurden von über hundert nationalen und internationalen Künstlern, von Volksmusikern bis zu Rockern, auf Tonträger veröffentlicht. Dieses Jahr erhielt er den Swiss Music Award für sein Lebenswerk. www.peterreber.ch

Das Interview mit Peter Reber wurde geführt für den im September 2016 erschienenen Sessionsbrief von Swisscopyright. Swisscopyright ist das gemeinsame Dach der fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform. Mit dem Sessionsbrief informieren die Gesellschaften Interessierte aus politischen Kreisen und die Öffentlichkeit und über Themen rund um das Urheberrecht.

Swisscopyright Sessionsbrief September 2016 (PDF)
Swisscopyright Website

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  1. Giorgio Tebaldi sagt:

    Lieber Jean-Pierre

    Die SUISA kommuniziert seit 2008 die Löhne der Geschäftsleitung transparent in ihrem Jahresbericht (www.suisa.ch/jahresbericht). 2015 belief sich der Lohn unseres Generaldirektors auf CHF 307’506, wie man im letzten Jahresbericht auf Seite 32 lesen kann; insgesamt erhielten die drei GL-Mitglieder CHF 776’349. Das ist um einiges tiefer als die von Dir genannten CHF 400’000 pro Person.

    Die Verwaltungskosten sind für die SUISA natürlich ein wichtiges Thema, und wir sind entsprechend darum bemüht, unseren Aufwand so gering wie möglich zu halten. Dass die Kosten der SUISA – und auch der anderen vier Schweizer Verwertungsgesellschaften – in einem angemessenen Rahmen sind hat Ende 2015 übrigens eine Studie im Auftrag des Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) gezeigt: https://blog.suisa.ch/de/die-suisa-arbeitet-kostenbewusst/ / https://www.ige.ch/fileadmin/user_upload/Urheberrecht/d/Studie_Verwaltungskosten/MM_IGE_Abschluss_der_Verwaltungskostenanalyse14012016.pdf.

    Herzliche Grüsse
    Giorgio Tebaldi / Leiter Kommunikation

  2. Nicht nur als langjähriges SUISA-Mitglied (Tonträger „Face the world“ von A touch of class; jp’s acoustic instrumentals & Disco (S)Hits) bin zwar generell und grundsätzlich ebenso gegen staatliche Eingriffe aller Art.
    Da ich bis Ende April ’13 hauptberuflich 18 Jahre lang als geschäftsleitender Berater der Communication Executive AG (Tochter des Headhunters Engineering Management Selection Schweiz) aktiv war, ist mir allerdings konkret bekannt, welche fürstlichen Löhne sich die erweiterte Geschäftsleitung der SUISA seit Jahrzehnten genehmigt: Da es sich dabei um über 400’000.- CHF Jahresgehalt pro Person und Jahr handelt, ist nur völlig logisch und nachvollziehbar, dass die Entschädigungen an all die echten Musiker und musikalisch eher trivialen Musikanten zur Deckung dieser „Overhead“-Kosten ZU LASTEN der Künstler allzu mickrig ausfallen müssen!
    Gegen diesen Schutz der GF-Pfründe ist längst konkreter Handlungsbedarf angezeigt; und es wäre äusserst sinnvoll, wenn die SUISA-Verantwortlichen diesbezüglich selbst ein Einsehen hätten!…

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Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied. (Foto: zVg)

Peter Reber, Sie sind seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Weshalb?
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Die Generalversammlung 2016 der Genossenschaft SUISA im Zentrum Paul Klee

217 Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik haben an der SUISA-Generalversammlung am 24. Juni 2016 in Bern ihr Mitbestimmungsrecht über ihre Genossenschaft wahrgenommen. Neben dem Gastreferat des SRG-Generaldirektors Roger de Weck, der Verleihung des Stiftungspreises und des Werkjahres der FONDATION SUISA war die Revision des Fürsorgereglements das zentrale Thema.

GV2016-Auditorium

Im Auditorium des Zentrums Paul Klee in Bern versammelten sich insgesamt rund 280 Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung 2016 der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

So geht Mitbestimmung: Die Stimmzettel im Auditorium des Zentrums Paul Klee in Bern waren schon gezählt, als ein SUISA-Mitglied eine Wiederholung der Abstimmung forderte. Vielen Personen im Saal sei nicht klar gewesen, ob nun bezüglich des revidierten Fürsorgereglements die Ja- oder die Nein-Stimmen gezählt würden. Die Abstimmung wurde also kurzerhand wiederholt.

Die Mitglieder bestimmen über ihre Genossenschaft

So geht Genossenschaft: Die SUISA, die Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, gehört ihren Mitgliedern. Und sie bestimmen an der Generalversammlung, ob der Jahresbericht des vergangenen Geschäftsjahrs genehmigt wird, welche Revisionsstelle die SUISA prüft, ob dem SUISA-Vorstand die Decharge erteilt wird – oder eben: ob die überarbeitete Fassung des Fürsorgereglements genehmigt wird.

Neues Fürsorgereglement ab 2017

Die stimmberechtigten Mitglieder haben schliesslich die revidierte Fassung des Reglements gutgeheissen. Das neue Fürsorgereglement ist zeitgemässer und wurde an die heutige Gesetzgebung angepasst. Die wohl wichtigste Änderung betrifft zukünftige Reglementsänderungen. Hierfür ist neu der Stiftungsrat, also der Vorstand der SUISA, zuständig.

Gastreferat und Preise der FONDATION SUISA

In seinem Gastreferat erzählte Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, den anwesenden SUISA-Mitgliedern und Gästen unter anderem, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen der SRG, der SUISA und den Künstlern für die Förderung des Musikschaffens in der Schweiz sei.

Zur Musikförderung in der Schweiz gehört auch die Arbeit der FONDATION SUISA, der Musikförderstiftung der SUISA. In seiner Ansprache ehrte Urs Schnell, der Direktor der Stiftung, den Preisträger des diesjährigen Stiftungspreises, Franz «Fränggi» Gehrig. Der mit 25 000 Franken dotierte Preis wurde dieses Jahr in der Kategorie «neue, aktuelle Schweizer Volksmusik» vergeben. Da Fränggi Gehrig nicht an der Generalversammlung teilnehmen konnte, findet die offizielle Preisübergabe im August an der «Stubete am See», dem Zürcher Festival für neue Schweizer Volksmusik, statt.

Von der FONDATION SUISA geehrt wurde auch der Basler Popmusiker James Gruntz. Er erhielt das Werkjahr der Stiftung. Dieses ist mit 80 000 Franken dotiert und ermöglicht dem jungen Künstler, ungestört und finanziell unabhängig an seiner Musik zu arbeiten.

Die Generalversammlung 2017 der SUISA findet statt am Freitag, 23. Juni 2017, 11.00 Uhr, im Kaufleuten in Zürich.
Eingabeschluss für Anträge zuhanden der Generalversammlung: Gemäss Ziff. 9.2.4 der Statuten können SUISA-Mitglieder bis zum 20. Januar schriftlich Verhandlungsgegenstände und Anträge für die ordentliche Generalversammlung des gleichen Jahres einreichen. Ein solches Begehren muss von mindestens 50 Mitgliedern unterstützt und schriftlich eingereicht werden sowie einen Vertreter angeben, der befugt ist, das Begehren zurückzuziehen oder abzuändern.
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Nachhaltiges Wachstum für die Mitglieder Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Weiterlesen
Neue Mitglieder im Vorstand der SUISA An der Generalversammlung der SUISA vom 19. Juni 2015 in Freiburg sind Marie Louise Werth und Zeno Gabaglio in den Vorstand der SUISA gewählt worden. Sie ersetzen Monika Kaelin und Massimiliano Pani, die aus dem Vorstand ausgeschieden sind und an der Versammlung mit Dank für ihre Mitarbeit im obersten Leitungsgremium der SUISA verabschiedet wurden. Wer sind die neuen Vorstandsmitglieder? Eine Vorstellung der Neugewählten im Interview und in Kurzbiografien. Weiterlesen
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217 Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik haben an der SUISA-Generalversammlung am 24. Juni 2016 in Bern ihr Mitbestimmungsrecht über ihre Genossenschaft wahrgenommen. Neben dem Gastreferat des SRG-Generaldirektors Roger de Weck, der Verleihung des Stiftungspreises und des Werkjahres der FONDATION SUISA war die Revision des Fürsorgereglements das zentrale Thema.

GV2016-Auditorium

Im Auditorium des Zentrums Paul Klee in Bern versammelten sich insgesamt rund 280 Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung 2016 der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

So geht Mitbestimmung: Die Stimmzettel im Auditorium des Zentrums Paul Klee in Bern waren schon gezählt, als ein SUISA-Mitglied eine Wiederholung der Abstimmung forderte. Vielen Personen im Saal sei nicht klar gewesen, ob nun bezüglich des revidierten Fürsorgereglements die Ja- oder die Nein-Stimmen gezählt würden. Die Abstimmung wurde also kurzerhand wiederholt.

Die Mitglieder bestimmen über ihre Genossenschaft

So geht Genossenschaft: Die SUISA,…Weiterlesen

Bestimmen Sie bei der Verteilung mit

Rund 125 Millionen Franken kann die SUISA aus den Einnahmen von 2015 an Urheber und Verleger verteilen. Für die SUISA-Mitglieder und Auftraggeber ist die Verteilung essentiell: Wer erhält aus welcher Nutzung seiner Werke letztlich wieviel Geld? Wie die Verteilung erfolgt, wird von der Verteilungs- und Werkkommission (VWK) der SUISA vorgeschlagen und vom Vorstand beschlossen. Nächstes Jahr hat nun ein SUISA-Mitglied aus der Musiksparte Werbe-und Filmmusik die Möglichkeit, eine aktive Rolle einzunehmen und für die VWK zu kandidieren. Interessierte Mitglieder können sich bis zum 31. Oktober 2016 für die Wahl vorschlagen.

GV2016-Voting-Cards

2017 wird ein neues Mitglied in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt. (Foto: Manuel Leuenberger)

«Mittendrin statt nur dabei» – SUISA-Urheber und Verleger können bei Änderungen im Verteilungsreglement direkt mitbestimmen. Bei der nächsten SUISA-Generalversammlung am 23. Juni 2017 in Zürich wird ein neues Mitglied in die Verteilungs- und Werkkommission (VWK) gewählt. Der Grund dafür ist der Rücktritt eines bisherigen VWK-Mitglieds.

Die Interessen aller Urheber und Verleger vertreten
Was aber macht ein geeignetes VWK-Mitglied aus? In erster Linie braucht es natürlich eine hohe Affinität zur Musik. Dies ergibt sich allerdings ohnehin mit der Grundvoraussetzung  für eine Kandidatur: Es können nur stimm- und wahlberechtigte SUISA-Mitglieder in die Kommission gewählt werden. (Zukünftige) VWK-Mitglieder müssen zudem die Wirkung heutiger Entscheidungen für die Zukunft verstehen. Die Mitglieder der VWK dürfen sich nicht nur auf die eigenen Geschäftsfelder konzentrieren, sondern die Interessen aller Urheber und Verleger vertreten. Und es braucht Zeit: Die Sitzungen der VWK finden zwei Mal im Jahr in Bern statt und dauern – mit Anreise und gemeinsamem Mittagessen – jeweils einen Tag. Die Sitzungen brauchen eine gute Vorbereitung seitens der Mitglieder; hierzu gehört vor allem, dass die umfangreichen Dossiers gelesen werden.

Musiksparte: Werbe- und Filmmusik
Dieses Mal suchen wir ein Mitglied aus der Musiksparte Werbe-und Filmmusik. Damit wird eine ausgeglichene Zusammensetzung der VWK sichergestellt. In der Kommission sind verschiedene Musikrichtungen und alle Sprachregionen der Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein vertreten. Zudem setzt sich die VWK sowohl aus Komponisten, Musikverlegern wie auch Textautoren zusammen. Und letztlich ist auch eine bestmögliche Durchmischung hinsichtlich Alter und Geschlecht wichtig.

Aufgaben der Verteilungs- und Werkkommission
Die Verteilungs- und Werkkommission beschäftigt sich primär mit Verteilungsänderungen, die im Verteilungsreglement geregelt werden. Sie erfüllt folgende Aufgaben:

  • prüft die Bestimmungen des Verteilungsreglements und ihre Auswirkungen auf die Verteilungsergebnisse;
  • stellt dem Vorstand Anträge betreffend Änderung des Verteilungsreglements;
  • behandelt in erster Instanz Rekurse gegen Entscheide der Geschäftsleitung über die Einstufung von Sendeprogrammen und über die Schutzfähigkeit von Werken und Bearbeitungen freier Werke;
  • hat beratende Funktion hinsichtlich der Beurteilung von nicht autorisierten Umarbeitungen geschützter Werke und von Plagiaten.

Die VWK ist eine Kommission der SUISA-Generalversammlung; diese kann der Kommission weitere Aufgaben zuweisen. Jedes Kommissionsmitglied hat eine Stimme, abwesende Mitglieder können nicht durch andere Kommissionsmitglieder vertreten werden.

Interessierte Kandidaten schicken ihre Bewerbung bitte bis 31. Oktober 2016 an folgende Adresse:
SUISA
Christian Poffet
Bellariastrasse 82
CH-8038 Zürich
E-Mail: vwk(at)suisa(dot)ch

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Rund 125 Millionen Franken kann die SUISA aus den Einnahmen von 2015 an Urheber und Verleger verteilen. Für die SUISA-Mitglieder und Auftraggeber ist die Verteilung essentiell: Wer erhält aus welcher Nutzung seiner Werke letztlich wieviel Geld? Wie die Verteilung erfolgt, wird von der Verteilungs- und Werkkommission (VWK) der SUISA vorgeschlagen und vom Vorstand beschlossen. Nächstes Jahr hat nun ein SUISA-Mitglied aus der Musiksparte Werbe-und Filmmusik die Möglichkeit, eine aktive Rolle einzunehmen und für die VWK zu kandidieren. Interessierte Mitglieder können sich bis zum 31. Oktober 2016 für die Wahl vorschlagen.

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2017 wird ein neues Mitglied in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt. (Foto: Manuel Leuenberger)

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SUISA gründet mit SESAC das Joint Venture Mint Digital Licensing

Die SUISA gründet zusammen mit der US-amerikanischen Gesellschaft für Musikrechte SESAC ein Joint Venture mit dem Namen Mint Digital Licensing. Das neue Unternehmen  wird ab Januar 2017 europaweit die Online-Nutzungen der Werke von SUISA- und SESAC-Mitgliedern lizenzieren. Das Dienstleistungsangebot des Joint Ventures steht auch anderen Marktteilnehmern wie zum Beispiel (Major-) Verlagen oder ausländischen Verwertungsgesellschaften offen. Ein Interview mit SUISA-Generaldirektor Andreas Wegelin über die Vorteile und die Bedeutung dieser Zusammenarbeit.

SUISA gründet mit SESAC das Joint Venture Mint Digital Licensing

Wichtiger Schritt bei der Online-Lizenzierung: Die SUISA und SESAC gründen das Joint Venture Mint Digital Licensing (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock)

Die SUISA gibt Anfang August 2016 die Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Verwertungsgesellschaft SESAC bekannt. Was sind die Pläne der beiden Gesellschaften?
Andreas Wegelin: Die SUISA und unsere US-Amerikanische Schwestergesellschaft SESAC wollen im Online-Musikgeschäft zusammenarbeiten. Konkret geht es um die internationale Online-Lizenzierung von Musik. Zu diesem Zweck gründen wir das Joint Venture Mint Digital Licensing. Das neue Unternehmen wird für das Repertoire der SUISA und SESAC gesamteuropäisch Lizenzen an Anbieter von Musik-Streaming- oder Downloadservices vergeben. Das Joint Venture wird seine Dienstleistungen auch Dritten anbieten; zum Beispiel an grosse Verlage, die über die Vergabe der Online-Rechte in Europa selbst verfügen können, oder anderen Verwertungsgesellschaften, die selber nicht international lizenzieren.

Die SUISA und SESAC werden im Rahmen des Joint Venture gemeinsam mit den Online-Dienstanbietern verhandeln. Hierbei wird nicht nur mit denjenigen Anbietern verhandelt, mit denen die SUISA bereits Verträge hat. Es werden auch Verträge mit weiteren Anbietern verhandelt.

Wie ist es zur Zusammenarbeit von SUISA und SESAC gekommen?
SESAC suchte einen verlässlichen Partner für die Märkte ausserhalb der USA, um ihr Repertoire in diesen Gebieten erfolgreich lizenzieren zu können. In diesem Zusammenhang ist die US-amerikanische Schwestergesellschaft auf die SUISA zugetreten und hat für diese Zusammenarbeit angefragt.

Welche Vorteile hat das Joint Venture für die beiden Gesellschaften?
Beide Verwertungsgesellschaften wollen, dass ihre Mitglieder finanziell von der Online-Nutzung ihrer Werke profitieren. Das Joint Venture vertritt ein Repertoire von mehr als 11,5 Millionen  Werken von SESAC und 4,5 Millionen Werken von SUISA von insgesamt mehr als 110 000 Komponisten, Textautoren und Verlegern. Dank der Grösse und der Relevanz des vereinten Repertoires stärken beide Unternehmen ihre Verhandlungsposition gegenüber den Online-Dienstanbietern. Insofern ist der wichtigste Nutzen des Joint Ventures, die Interessen der SUISA- und SESAC-Mitglieder in den Verhandlungen mit Spotify, Apple, Youtube und Weiteren mit mehr Gewicht vertreten zu können. Die faire Vergütung von Urhebern und Verlegern für Online-Musiknutzungen ist also das Hauptanliegen.

Speziell für die SUISA ist zusätzlich ein weiterer Aspekt wichtig: Wir haben in den vergangenen Jahren einiges in die Modernisierung unserer IT-Infrastruktur investiert. Unter anderem, um uns eine gute Ausgangslage für das Online-Musikgeschäft zu verschaffen. Unsere IT-Dienstleistungen können wir nun gegen Entgelt auch anderen Gesellschaften und Verlagen anbieten und unsere Systeme besser auslasten. Zudem werden wir dadurch höhere Nebeneinnahmen erzielen. Zum Beispiel geht die Hälfte des Gewinns von Mint Digital Licensing an die SUISA. Höhere Nebeneinnahmen führen dazu, dass wir den Kostenabzug bei den Abrechnungen an die SUISA-Mitglieder tief halten können. Unter Berücksichtigung der Zusatzverteilung betrug bei uns der Abzug im Jahr 2015 durchschnittlich 6,76%.

Ein tiefer Verwaltungskostensatz wird auch in Zukunft ein wichtiges Anliegen sein. Es ist durchaus möglich, dass sich in einigen Jahren bei der Wahrnehmung von Senderechten eine Konkurrenzsituation ergibt, wie sie heute bei den Online-Rechten schon vorhanden ist. Im schlechtesten Fall könnte ein Teil der Einnahmen aus der Verwertung von Senderechten wegfallen. Damit hätten wir weniger Einnahmen bei fast gleich bleibenden Aufwänden. Die Folge wären höhere Kostenabzüge bei den Abrechnungen an die Mitglieder.

Dank der Zusammenarbeit mit SESAC im Joint Venture kann die SUISA also nicht nur ihre Marktposition im Online-Geschäft stärken sondern gleichzeitig auch Nebeneinnahmen generieren, die für einen tiefen Kostenabzug hilfreich sind – das kommt alles den SUISA-Mitgliedern zugut.

Die SUISA-Mitglieder erhalten durch das Joint Venture in Zukunft zudem einfachen Zugang für die Kontrolle und Verwaltung ihrer Kataloge, Lizenzen und Tantiemenabrechnungen.

Was ändert sich für SUISA-Mitglieder wegen dem Joint Venture?
Die Zusammenarbeit mit der SUISA bleibt für die Mitglieder gleich wie bis anhin, sowohl was das Dienstleistungsangebot als auch die Wahrnehmung der Rechte betrifft. Es gibt im Zusammenhang mit dem Joint Venture weder einen neuen Wahrnehmungsvertrag noch Änderungen im Verteilungsreglement. Die Betreuung erfolgt nach wie vor durch die Mitgliederabteilung der SUISA – die Ansprechpartner werden sich also nicht ändern. Dass die Lizenzierung neu vom Joint Venture gemacht wird, führt für die Mitglieder auch nicht zu einem doppelten Verwaltungsaufwand; der Kostenabzug erfolgt wie bis anhin nur einmal. Die wesentliche Änderung wird nur auf der Seite der Online-Dienstanbieter spürbar sein: Die Lizenzierung des SUISA-Repertoires an die Online-Musikservices wird durch das Joint Venture erfolgen.

Wie viele Mitarbeitende werden für das Joint Venture tätig sein und wo liegt der Firmensitz?
Die genaue Struktur des Joint Ventures sowie die Wahl des Firmensitzes wird derzeit noch definiert. Wir werden die Organisation von Mint Digital Licensing so schlank wie möglich halten. Sowohl die SUISA als auch SESAC haben das Ziel, effizient zu arbeiten und die Verwaltungskosten tief zu halten.

Wie sind die Besitzverhältnisse des Joint Ventures? Wird ein Teil der SUISA verkauft?
Nein. Die SUISA bleibt zu 100% eigenständig. Sie bringt ihre Dienstleistungen in das Joint Venture ein. Zudem beteiligen sich beide Unternehmen mit je einem tiefen sechsstelligen Betrag, um die Initialaufwände des Gemeinschaftsunternehmens zu decken. Mint Digital Licensing gehört zu je 50 Prozent der SESAC und der SUISA. Das bedeutet auch, dass beide Unternehmen beim Joint Venture gleichberechtigte Partner sind.

Was bedeutet das Joint Venture für die SUISA-Mitarbeitenden? Wird es eine Reorganisation oder einen Stellenabbau geben?
Aufgrund des Joint Ventures werden bei der SUISA keine Stellen abgebaut. Was die Betriebsorganisation anbelangt, werden einige Mitarbeitende, die bereits heute im Bereich Online-Lizenzierung tätig sind, ihre bisherige Arbeit neu im Namen von Mint Digital Licensing weiterführen. Eine Reorganisation wegen des Joint Ventures wird es bei der SUISA nicht geben.

Für das Unternehmen SUISA ist das Joint Venture eine bedeutende Weiterentwicklung: Wie schon erwähnt besteht im Online-Musikmarkt in Europa bei der Rechtevergabe eine grenzüberschreitende Konkurrenzsituation. Die SUISA kann die Online-Rechte für ihre Mitglieder in ganz Europa direkt wahrnehmen. Umgekehrt geht das aber auch für ausländischen Schwestergesellschaften. Somit steht die SUISA im Online-Geschäft in direkter Konkurrenz zu Gesellschaften wie SACEM, GEMA, PRS oder der schwedischen STIM. Dieser Wettbewerb im Online-Bereich ist eine neue Erfahrung für die SUISA. Mit unserem Angebot an präzisen Dienstleistungen sind wir dafür gerüstet. Es liegt eine spannende Zeit vor uns.

(Foto: isler-fotografie.ch)

Christian Fighera, Co-Gründer von Two Gentlemen und Vorstandsmitglied der SUISA, über das Joint Venture:

«Ich freue mich sehr über den Schritt der SUISA, dieses Joint Venture mit SESAC einzugehen. In einer Welt, in der der Online-Vertrieb vollständig liberalisiert ist, ist es von Vorteil, dass unsere Mitglieder gleichgestellt sind mit bekannten internationalen Urhebern. Dank des Joint Ventures können wir ein umfassendes und attraktives Repertoire weltweit lizenzieren. Gleichzeitig können wir dabei unsere Kompetenzen und unsere Beziehungen zu neuen Partnern festigen. Sowohl neu aufkommende Urheber wie auch etablierte Künstler werden von diesem Joint Venture profitieren können. Es beweist zudem, dass die SUISA sich weiterentwickeln und dabei mitglieder- und kundennahe sowie qualitativ hochwertige Dienstleistungen bieten kann.»

Wer ist SESAC?
SESAC ist eine der drei grossen US-amerikanischen Verwertungsgesellschaften für Aufführungsrechte. Das Unternehmen wurde 1930 gegründet und ist privatrechtlich organisiert. Seit zwei Jahren CEO und Chairman der SESAC ist John Josephson. Er verfolgt mit seinem Unternehmen eine Innovationsstrategie, um den raschen strukturellen und technologischen Wandel im Musikgeschäft aufzufangen und die SESAC zur ganzheitlichen Musikrechte-Organisation – zum one stop shop – weiterzuentwickeln.
So investierte er in zeitgemässe Informatiksysteme und brachte diese auf den aktuellen Stand der Technologie. Sie sind vergleichbar mit den Systemen der SUISA. 2014 hat die SESAC Rumblefish, ein auf Mikro-Lizenzierung spezialisiertes Unternehmen, gekauft und integriert. Im vergangenen Jahr erwarb SESAC die Harry Fox Agency (HFA), eine der grossen Organisationen für Mechanische Rechte. HFA repräsentiert ca. 48’000 US-amerikanische Musikverlage.
Die SESAC betreut Musikschaffende wie Bob Dylan, Neil Diamond, Beyoncé, Green Day, Mariah Carey und zahlreiche weitere weltweit erfolgreiche Künstler. Zu den von der SESAC betreuten Filmkomponisten gehören Christophe Beck, Jeff Beal, Danny Lux, Jon Ehrlich, Dennis C. Brown oder Bruce Miller Zudem repräsentiert SESAC TV-Shows wie Grey’s Anatomy, How I Met Your Mother, Parenthood, Dateline NBC, Dr. Phil, Seinfeld oder The Doctors.Zu Harry Fox Agency:
HFA betreut seit 1927 die Vervielfältigungsrechte von Musikverlagen in den USA. Über die Jahre hat sich HFA zu einem der grössten Lizenzgeber von Vervielfältigungsrechten entwickelt, repräsentiert heute ca. 48’000 Musikverlage und damit ein Repertoire von über 6.7 Millionen Kompositionen. Nach der Übernahme durch SESAC wurden die Repertoires zusammengeführt und werden durch die SESAC Systeme betreut.​
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Streamripping – Kassettenrekorder im Internet Streamripping-Software zeichnet Audio- und Videostreams auf. Dadurch kann eine Kopie des vollständigen Streams als Datei abgespeichert werden. Im Schweizer Urheberrechtsgesetz ist eine Vergütung für die Privatkopie festgelegt, die auf Aufnahme- und Speichermedien anwendbar ist. Die Streamrip-Apps werden von der gesetzlichen Vergütungspflicht nicht erfasst – wie zuvor die Kassettenrekorder. Weiterlesen
Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else? Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Die SUISA hat mit über 100 Schwestergesellschaften weltweit Verträge abgeschlossen. Diese Verträge bieten den SUISA-Mitgliedern einen grossen Vorteil: Sie können ausserhalb der Schweiz musikalisch tätig sein – die Abrechnung der eingespielten Urheberrechtsvergütungen erfolgt in gewohnter Weise durch ihre vertraute Gesellschaft SUISA. Weiterlesen
Weshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sind Wie, wo und wann kann man der SUISA seine Werke auf Youtube melden, haben Mitglieder so oder ähnlich in letzter Zeit oft gefragt. Weshalb Urheber der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf der Videoplattform zuzuschicken brauchen, erklären wir in der nachfolgenden Antwort auf eine Mitgliederanfrage. Weiterlesen
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SUISA gründet mit SESAC das Joint Venture Mint Digital Licensing

Wichtiger Schritt bei der Online-Lizenzierung: Die SUISA und SESAC gründen das Joint Venture Mint Digital Licensing (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock)

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Nachhaltiges Wachstum für die Mitglieder

Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

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Nicht immer stehen Komponisten und Textautoren auch auf der Bühne. Umso wichtiger sind für sie die Urheberrechtsvergütungen ihrer Genossenschaft. (Foto: Dreadek / Shutterstock.com)

Die SUISA hat ihr Jahresergebnis 2015 veröffentlicht, und die Zahlen sind erfreulich: Die Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik konnte im letzten Jahr eine Steigerung der Einnahmen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein verzeichnen. Dank der weiterhin sehr grossen Nachfrage nach Musik hierzulande nahm die SUISA aus diesen Gebieten 132,7 Millionen Franken ein. Zusammen mit den Einnahmen aus der Nutzung des SUISA-Repertoires im Ausland konnte aus der Verwertung von Urheberrechten ein Nettoerlös von insgesamt 142,7 Millionen Franken erzielt werden.

Wichtiges Einkommen für Komponisten, Textautoren und Verleger

Rund 88% von diesen Einnahmen verteilt die SUISA an die Rechteinhaber. Insgesamt gehen somit 125 Millionen Franken an die Musikschaffenden. Gerade für Komponisten, Textautoren und Verleger sind diese Einnahmen wichtig. Viele Urheber stehen zum Beispiel nicht auf der Bühne und erhalten somit weder Gagen noch Anteile von Merchandising-Einnahmen. Die Vergütungen aus der Kollektivverwertung für die Nutzung der von ihnen geschriebenen Werke oder Songtexte sind ein Bestandteil ihres Einkommens.

Genossenschaften wirtschaften nachhaltig im Interesse der Mitglieder

In der Schweiz und Liechtenstein ist dies die Aufgabe ihrer Genossenschaft, der SUISA. Genossenschaften sind in erster Linie Selbsthilfeorganisation der Mitglieder. Sie wirtschaften nicht spekulativ oder im Hinblick auf möglichst hohe Aktionärsgewinne, sondern nachhaltig im Interesse ihrer Genossenschafter. Im Fall der SUISA sind dies die Musikurheber und -verleger. Wie das Jahresergebnis 2015 zeigt, ist die SUISA in dieser Hinsicht auf gutem Weg: Die Einnahmen der Genossenschaft stiegen in den letzten drei Jahren kontinuierlich. Die Haupttreiber dieser positiven Entwicklung sind insbesondere die Konzerte und das digitale Fernsehen.

Florierender Konzertmarkt

Der grösste Zuwachs im 2015 ist dem weiterhin florierenden Konzert- und Festivalmarkt in der Schweiz zu verdanken. Rund 20,3 Millionen Franken hat die SUISA an Urheberrechtseinnahmen aus den Konzerttarifen GT Ka und GT Kb im letzten Jahr erzielt; 2014 waren es 18,7 Millionen Franken. Damit machen diese beiden Konzerttarife beinahe die Hälfte der totalen Einnahmen aus Aufführungsrechten aus. Insgesamt wurden aus Aufführungsrechten vergangenes Jahr 46 Millionen Franken eingenommen (gegenüber 44,1 Millionen Franken im Vorjahr). Massgebend für die Mehreinnahmen im letzten Jahr waren auch einige Streitfälle, die gelöst werden konnten und zu einem rückwirkenden Inkasso geführt haben.

Digitales Fernsehen weiterhin im Vormarsch

Die Einnahmen aus Senderechten stiegen im vergangenen Jahr von 64 auf 64,6 Millionen Franken leicht an. Diese Zunahme stammt einerseits aus höheren Einnahmen bei den Werbefenstern der SRG-Sender. Andererseits wirkt sich die wachsende Beliebtheit des digitalen Fernsehens positiv für die Urheber und Verleger aus: Sowohl die Verbreitung von Sendungen über das Kabelnetz wie auch die Vermietung von Settop-Boxen und das damit mögliche zeitversetzte Fernsehen führten 2015 zu höheren Einnahmen.

Online flop, Tonträger top?

Das Jahresergebnis 2015 der SUISA in den Bereichen Onlineund Tonträger entspricht nicht der gängigen Entwicklung. Der Trend im Markt zeigt klar: Es wird immer mehr Musik über das Internet und insbesondere via Streaming genutzt, während das Publikum seit Jahren immer weniger Tonträger kauft. Dennoch nahmen die SUISA-Einnahmen bei den Tonträgern im letzten Jahr leicht zu, während das Ergebnis im Online-Bereich rückläufig war. Sonderfall Schweiz? Nein.

Bei den Tonträgern war die Grossproduktion eines einzelnen Kunden wesentlich verantwortlich für das Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang 2015 bei den Online-Einnahmen hängt mit den Rechnungsprozessen zusammen. Aufgrund der rasant wachsenden Datenmenge, welche die SUISA beim Streaming verarbeitet, mussten Abrechnungsprozesse bei den Online-Einnahmen neu aufgebaut werden.

Dies führte dazu, dass Einnahmen aus dem vergangenen Jahr einigen Streaminganbietern erst im Januar 2016 in Rechnung gestellt werden konnten. Unabhängig von dieser saisonalen Verschiebung in der Rechnungsstellung muss im Zusammenhang mit den Online-Einnahmen gesagt werden, dass es hier weitere Anstrengungen braucht, um für die Urheber angemessene Vergütungen bei der Verbreitung ihrer Musik im Internet auszuhandeln.

«Im negativen Sinn besonders hervorzuheben sind die Entschädigungen durch den meistgenutzten Gratiskanal Youtube, die für die Urheber zu tief sind.»

Mit der 2. Quartalsabrechnung im Juni 2016 wird die SUISA unter anderem auch Einnahmen aus dem Online-Geschäft an die Rechteinhaber verteilen. Allerdings wird diese Verteilsumme wie bereits letztes Jahr auf einem tiefen Niveau bleiben. Ein Grund dafür sind illegale Angebote und kostenlose Dienste, die sich mit Werbung finanzieren. Diese konkurrenzieren die legalen Bezahlangebote z. B. von Spotify, Apple Music, Google Play und weiteren.

Im negativen Sinn besonders hervorzuheben sind die Entschädigungen durch den meistgenutzten Gratiskanal Youtube, die für die Urheber zu tief sind. Die Vergütungen durch Online-Anbieter wird für die SUISA auch 2016 ein wichtiges Thema bleiben: Die Komponisten, Texter und Verleger von Musik müssen für die Nutzung ihrer Werke durch Download und vor allem Streaming gerechter vergütet werden.

Verwaltungskosten tief halten

Ein anderes wichtiges (Dauer-)Thema sind die Kosten. Hier ist die SUISA gut unterwegs: Die Verwaltungskosten waren 2015 mit 27,4 Millionen Franken 2,5% tiefer als im Vorjahr (28,1 Millionen Franken). Damit bestätigt die SUISA die Ergebnisse der Kostenanalyse, die 2015 im Auftrag des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) bei den fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften durchgeführt worden war. Das Resultat der Analyse zeigte: Die Schweizer Verwertungsgesellschaften arbeiten wirtschaftlich, und ihre Kosten sind angemessen.

Für die Mitglieder der SUISA heisst dies: Sie können auch in Zukunft darauf zählen, dass ihre Genossenschaft durch solides Wirtschaften einen substanziellen Beitrag zu ihrem Auskommen leisten wird.

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