Tagarchiv: Urheberrechtsvergütung

Die Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer Neuerung

Die SUISA hält 2018 an den etablierten Abrechnungsterminen fest. Diese umfassen hauptsächlich vier Quartalsabrechnungen sowie verschiedene Nebenabrechnungen analog zum Vorjahr über das Jahr verteilt. Ab dem 2. Halbjahr 2018 wird die Auslandabrechnung auf vierteljährlichen Rhythmus umgestellt. Text von Wolfgang Rudigier und Manu Leuenberger

Die Abrechnungstermine 2018 der SUISA mit einer Neuerung

Die Vergütungen für Urheberrechte stets im Überblick: SUISA-Mitglieder erhalten über das Portal «Mein Konto» ihre Abrechnungen online und können sie dort per Mausklick durchsehen. (Foto: Denis Nata / Shutterstock.com)

Die erste Auslandabrechnung wird 2018 noch am gewohnten Termin Ende Mai vorgenommen. Danach erfolgt ab dem 2. Halbjahr die Umstellung auf vierteljährliche Abrechnung der Vergütungen aus dem Ausland: Dank der Neuerung kommen anstelle der bisherigen November-Abrechnung zwei Termine für Auslandabrechnungen im September und im Dezember hinzu.

Eine weitere Verbesserung bei den Auslandabrechnungen wurde bereits erfolgreich mit der kürzlichen Abrechnung vom November 2017 eingeführt: Mittels einer neuen Applikation können in den Abrechnungen der Vergütungen aus dem Ausland nun auch die verschiedenen Nutzungsarten der Werke (z. B. Live, Radio, TV, Tonträger, Download, Streaming etc.) abgebildet werden. Ebenso sind neu weitere Details zur Nutzung (z. B. Online Provider, Radio-Sender etc.) ersichtlich. Voraussetzung ist, dass diese Angaben der SUISA von der Schwestergesellschaft übermittelt wurden.

Die Abrechnungstermine 2018 der SUISA im Überblick

Abrechnung Termin
Quartalsabrechnung 2018-1 15.03.2018
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (3. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 3. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (3. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Nachverrechnung 2018, 1. Abrechnung Ende März
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2018, 1. Abr. Ende Mai
Quartalsabrechnung 2018-2 15.06.2018
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: B, C, D, E, H, Hb, HV, K, Z (2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 4. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Werbespots 2017)
Senderechte Schweiz, Tarife: S, Y (2017)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (4. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (2. Halbjahr 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Verleger-Fürsorge Anfang Juli
Renten-Urheberfürsorge Mitte Juli
Quartalsabrechnung 2018-3 15.09.2018
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (1. Quartal 2018)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 1. Quartal 2018)
Werbefenster (2016)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (1. Quartal 2018)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
 Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2018, 2. Abr. Mitte September
Leerträgervergütung (GT 4), Abrechnung 2018 Mitte September
Subverleger-Anteile Kabelnetze, Abrechnung 2018 Mitte September
Nachverrechnung 2018, 2. Abrechnung Ende September
Abrechnung Überspielrechte, 2018 Ende Oktober
Quartalsabrechnung 2018-4 15.12.2018
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (2. Quartal 2018)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 2. Quartal 2018)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (2. Quartal 2018)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (1. Halbjahr 2018)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2018, 3. Abr. Mitte Dezember

Weitere Informationen zu den SUISA-Abrechnungen unter:
www.suisa.ch/abrechnungstermine

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Blockchain – das Ende oder die Zukunft der Verwertungsgesellschaften?

Liebe Mitglieder, mittlerweile ist der Begriff «Blockchain» in der Musikindustrie in aller Munde. Doch es ist nicht einfach, jemanden zu finden, der einem mit einfachen Worten erklärt, worum es sich dabei handelt … Von Vincent Salvadé, Stellvertretender Generaldirektor

Blockchain – das Ende oder die Zukunft der Verwertungsgesellschaften?

Die britische Sängerin und Songschreiberin Imogen Heap gilt als Pionierin in der praktischen Anwendung der Blockchain-Technologie für die Musikdistribution: Seit Oktober 2015 kann ihre Single «Tiny Human» über die Plattform Ujomusic online erworben und lizenziert werden. Die Bezahlung der Beteiligten erfolgt nach vordefinierten Verteilungsregeln per Kryptowährung. (Bild: Screenshot ujomusic.com)

Die Blockchain ist eine Technologie, eine Datenbank, ein Register. Sie ermöglicht den sicheren Austausch von Informationen in einem Netzwerk, das auf der Mitwirkung qualifizierter Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Miner) beruht, die die Gültigkeit der Transaktion mit der Rechnerleistung ihrer Computer überprüfen. Alle Transaktionen sind in Blöcke gruppiert, die miteinander verbunden sind, und jeder Teilnehmer kann prüfen, ob der Validierungsakt korrekt ist. So funktioniert auch der Bitcoin.

Sie haben nicht ganz alles verstanden? Ich auch nicht. Doch offenbar kommt diese Technologie, die auf «Smart Contracts» (intelligenten Verträgen) basiert, ohne Vermittler aus: Der Komponist könnte also für das Konzertticket oder das Musikstreaming direkt entschädigt werden. Einige munkeln bereits vom Ende der Verwertungsgesellschaften.

«Die kollektive Wahrnehmung der Rechte ist mehr als reine Technik. Sie beruht auf einem wichtigen Wert: der gemeinsamen Verteidigung des kreativen Schaffens.»

Die alte Leier: Als die Online-Musik vor rund 20 Jahren aufkam, prophezeite man, das Internet werde die Urheber befreien, sie von den Vermittlern unabhängig machen. Doch die Verwertungsgesellschaften sind noch immer da, und sie bilden ein unerlässliches Gegengewicht zu den Internetriesen.

Denn die kollektive Wahrnehmung der Rechte ist mehr als reine Technik. Sie beruht auf einem wichtigen Wert: der gemeinsamen Verteidigung des kreativen Schaffens. Die Urheber werden immer eine Organisation brauchen, die sie unterstützt, die für sie Verträge (auch intelligente) aushandelt und die sich dafür einsetzt, dass die Transaktionsbedingungen (auch wenn in der Blockchain zertifiziert) fair sind.

Doch halt: Diese Feststellung berechtigt nicht zum Zurücklehnen. Es gehört zur Aufgabe der Verwertungsgesellschaften, sich für die Blockchain zu interessieren, sie zu verstehen und zu versuchen, sie möglichst zum Vorteil der Urheber und Verleger zu nutzen.

«Die Verwertungsgesellschaften verfügen über essenzielle Informationen, die sicherstellen, dass die Vergütungen den richtigen Personen überwiesen werden.»

Die SUISA setzt sich mit ihren Schwestergesellschaften in der Schweiz und im Ausland dafür ein. Zumal die Technologie helfen könnte, Konflikte mit den Rechteinhabern über ein Werk oder die ihnen zustehenden Vergütungen zu vermeiden.

Die Verwertungsgesellschaften verfügen über essenzielle Informationen, die sicherstellen, dass die Vergütungen den richtigen Personen überwiesen werden, und sie verfügen zudem über leistungsfähige Informatikinstrumente. Wie könnten sie also im Transaktions-Validierungsprozess übergangen werden?

Eines ist sicher: Sie dürfen diese Fragen nicht ausschliesslich den Technologiefirmen überlassen. Denn dann würde die Blockchain zur blockierenden Chain – zum Nachteil des kreativen Schaffens!

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Die Vergütungen der SUISA sind AHV-pflichtig

Die Vergütungen für Urheberrechte von der SUISA gelten als Erwerbseinkommen aus selbständiger Tätigkeit und sind mit der Ausgleichskasse abzurechnen. Damit können Nachforderungen und Rentenkürzungen im Alter vermieden werden. Text von Martin Korrodi

Die Vergütungen der SUISA sind AHV-pflichtig

Viele Musikerinnen und Musiker haben mehrere Einnahmequellen. Das können zum Beispiel Konzertgagen, Honorare für Kompositionsaufträge sowie Löhne für die Tätigkeit an der Musikschule oder im Orchester sein. Die SUISA-Vergütungen sind eine weitere Einkommenskategorie. Es lohnt sich, auf die Altersvorsorge vorauszuschauen und für diese Einnahmen AHV-Beiträge zu entrichten. (Foto: Crafft)

Alle Urheberinnen und Urheber, die von der SUISA für die Nutzungen ihrer Werke Vergütungen erhalten, müssen diese als Einkommen versteuern und mit der Ausgleichskasse die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge abrechnen. Die Vergütungen von der SUISA gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und sind somit AHV-pflichtig.

Wenn die Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in einem Jahr nicht mehr als 2300 Franken betragen, dann erhebt die Ausgleichskasse die Beiträge nur auf Verlangen (siehe Infokasten am Ende des Textes). Trotzdem ist es empfehlenswert, freiwillig auch tiefere Beträge abzurechnen: Man kann dadurch mögliche Beitragslücken vermeiden, welche im Alter zu Rentenkürzungen führen.

Gerade bei freiberuflich tätigen Musikschaffenden lohnt es sich, bei der zuständigen Ausgleichskasse einen Kontoauszug zu verlangen, um allfällige Beitragslücken zu entdecken. Wenn diese Lücken während der letzten fünf Jahre entstanden sind, können die fehlenden Beiträge nachgezahlt werden.

Die Steuerbehörden melden den Ausgleichskassen die Daten zum steuerbaren Einkommen. Anhand dieser Daten können die Ausgleichskassen feststellen, dass auf gewisse Teile des Erwerbseinkommens keine AHV-Beiträge entrichtet wurden. Als Folge können die Ausgleichskassen die fehlenden Beiträge nachträglich einfordern. Bei solchen Nachforderungen wird zusätzlich ein Verzugszins geltend gemacht. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, die SUISA-Vergütungen der Ausgleichskasse jeweils rechtzeitig zu melden und die Beiträge zu bezahlen.

AHV – obligatorische Versicherung für alle

Bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung sind alle Personen obligatorisch versichert, die in der Schweiz wohnen oder hierzuland erwerbstätig sind. Alle Versicherten – mit Ausnahme von Kindern – sind entsprechend verpflichtet, AHV-Beiträge einzuzahlen. Dabei bildet in der Regel das erzielte Erwerbseinkommen die Berechnungsgrundlage.

Im Fall von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist das der Lohn, der vom Arbeitgeber bezahlt wird. Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die Beiträge auf jenem Einkommen geschuldet, das durch eine selbst organisierte unternehmerische, betriebliche oder geschäftliche Tätigkeit erzielt wird.

Grundsätzlich kann man von folgender Richtlinie ausgehen: AHV-Beiträge müssen auf jenen Betrag bezahlt werden, den man in der Steuererklärung als Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit deklariert. Anders ist die Situation bei Einnahmen wie etwa Erträgen aus Kapitalanlagen oder Immobilien, die zwar steuerrechtlich als Einkommen, aber nicht als AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen gelten.

Urheberrechtsvergütungen sind Erwerbseinkommen

Nicht nur die Komposition von Auftragsmusik und Auftritte als Interpret, sondern auch die Verwertung von Rechten stellt eine Erwerbstätigkeit dar, mit der ein Einkommen erzielt wird. Deshalb sind alle Urheberinnen und Urheber, die ihre Rechte gegenüber den Nutzern geltend machen und dadurch Lizenzeinnahmen generieren, im oben beschriebenen Sinn selbständig erwerbstätig.

Dies gilt auch dann, wenn man seine Rechte durch einen Dritten wahrnehmen lässt – dies ist im Bereich der nichttheatralischen Musik in Form der kollektiven Wahrnehmung durch eine Verwertungsgesellschaft wie der SUISA der Normalfall. Wer sich bei der SUISA anmeldet, unterzeichnet einen Wahrnehmungsvertrag. Mit diesem Vertrag überträgt ein Mitglied seine Rechte auf die SUISA verbunden mit dem Auftrag, die Verwertung vorzunehmen.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob man als Komponist – sei es im Rahmen einer Festanstellung oder per Auftragshonorar – für die Schaffung der Werke bereits bezahlt wurde und auf diesem Einkommen schon einmal AHV-Beiträge entrichtet hat. Die Verwertung der Rechte an den eigenen Werken ist eine davon unabhängige Tätigkeit, die zu zusätzlichem Erwerbseinkommen führt und als solche mit der Ausgleichskasse abgerechnet werden muss.

«Freigrenze» bis Fr. 2300.– pro Kalenderjahr

Bei der Freigrenze gilt es zu beachten, dass dieser Betrag sämtliche Einnahmen aus selbständiger Erwerbstätigkeit kumulativ erfasst. Wenn also die SUISA-Einnahmen in einem bestimmten Jahr 1600 Franken betragen, aber noch weitere Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit erzielt wurden (im Haupt- und/oder Nebenerwerb), so sind diese Einnahmen zu addieren. Liegt die Summe über der Freigrenze, so sind auf dem gesamten Betrag – inklusive der SUISA-Vergütungen – AHV-Beiträge zu entrichten.

Bei angestellten Arbeitnehmern (unselbständig Erwerbenden) gilt die Freigrenze ebenfalls, jedoch separat pro Arbeitsverhältnis. Liegt der massgebende Lohn unter dem Betrag von 2300 Franken, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Arbeitnehmers erhoben. Hier empfiehlt es sich in der Regel, die Abrechnung zu verlangen, insbesondere dann, wenn man mehrere unselbständige Tätigkeiten mit geringfügigem Lohn ausübt. Gewisse Arbeitgeber im künstlerischen Bereich sind verpflichtet, zum Schutz der Angestellten die AHV-Beiträge bereits ab dem ersten Franken Lohn abzurechnen. Dazu gehören Tanz- und Theaterproduzenten, Orchester, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie Schulen, die künstlerische Ausbildungen anbieten.

Setzt sich das Einkommen sowohl aus selbständiger als auch unselbständiger Erwerbstätigkeit zusammen, gilt die Regel bezüglich der Freigrenze pro Einkommensart separat. Die Limite bis 2300 Franken gilt also für das Total aller Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit, wozu auch die SUISA-Vergütungen gehören. Lohn, den man als angestellter Arbeitnehmer erhält, muss man hierbei nicht dazurechnen, weil die Einnahmen aus unselbständiger Tätigkeit hinsichtlich der Freigrenze wie zuvor beschrieben separat betrachtet werden.

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Änderung bei der Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 und GT 2

In den letzten Jahren haben die Kabelnetzbetreiber von einem analogen auf ein digitales Angebot umgestellt. Um den Veränderungen Rechnung zu tragen, ist die Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 (Kabelnetze), GT 2a (Umsetzer) und GT 2b (IP basierte Netze) angepasst worden. In Ziffer 5.5.1 des Verteilungsreglements wurde die Berechnungsbasis von der Bezugsgrösse «Abonnentenzahl» auf «Tagesreichweite» geändert. Text von Irène Philipp Ziebold

Änderung bei der Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1 und GT 2

Von der Vielzahl an Programmen im digitalen TV-Angebot laufen häufig trotzdem nur wenige Sender für länger auf der Mattscheibe. (Foto: Zeber / Shutterstock.com)

Die Kabelnetzbetreiber haben in den letzten Jahren die Umstellung von einem analogen auf ein digitales Angebot vollzogen. Die Anzahl der angebotenen Radio- und TV-Sender hat sich dadurch um ein Vielfaches erhöht. Bis anhin war als Berechnungsbasis für die Verteilung der Einnahmen aus den Tarifen GT 1, GT 2a und GT 2b die Anzahl Abonnenten herangezogen worden. Damit hing die Verteilung von der Empfangbarkeit ab, also wie viele Abonnenten eines Kabelnetzbetreibers die Möglichkeit hatten, einen bestimmten Sender zu empfangen.

Mit der Erhöhung des Senderangebots ist die Aussagekraft der Abonnentenzahlen hinsichtlich der effektiven Werknutzung erheblich gesunken. Denn von der Vielzahl an Sendern, die dem Konsumenten heute potentiell zur Verfügung stehen, nutzt er tatsächlich nur wenige. Mit der Umstellung der Berechnungsbasis auf die Bezugsgrösse «Tagesreichweite» wird nun bei der Verteilung berücksichtigt, was der Konsument effektiv anschaut.

Die Tagesreichweite entspricht dem Anteil der Personen, die an einem durchschnittlichen Tag das entsprechende Programm mindestens 30 Sekunden lang gesehen oder gehört haben. Somit werden die relevanten Nutzungen registriert, die über ein blosses Durchzappen bei einem Sender hinausgehen.

Verteilung genauer nach tatsächlicher Nutzung

Durch die Tagesreichweite als Berechnungsbasis wird der effektiven Nutzung mehr Rechnung getragen: Die Urheberrechtsvergütungen fliessen nun an jene Sender, die tatsächlich gesehen respektive gehört werden. Die Sender, die der Konsument nicht konsumiert oder bei denen er lediglich durchzappt, werden nicht für die Zuweisungen in die drei Sendergruppen (SRG SSR, CH-Privatsender, Ausland-Sender) berücksichtigt.

Die Umstellung auf die Bezugsgrösse der Tagesreichweite führt dazu, dass in Zukunft mehr Geld an Schweizer Sendeprogramme verteilt wird. Bei der bisherhigen Berechnung der Verteilung auf Basis der Abonnentenzahlen wurden etliche ausländische Sender berücksichtigt, die jedoch nur von einem kleinen Teil der Abonnenten tatsächlich genutzt wurden. Dies wird mit der Berechnung auf Basis der Tagesreichweite nicht mehr der Fall sein.

IGE-Entscheid vom 26.7.2017 (PDF 1,47 MB, nur in Deutsch) betreffend «Revision der Ziff. 5.5.1 des Verteilungsreglements: Verteilung der Einnahmen aus GT 1, 2a und 2b»
Weitere Informationen zum Verteilungsschlüssel der SUISA

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«Hands-on»: der neue Gemeinsame Tarif K

Der neue Gemeinsame Tarif K gilt für Veranstaltungen, die seit dem 1. Januar 2017 durchgeführt werden. Ein Überblick über die Neuerungen beim aktuell gültigen Konzerttarif und ein paar Antworten auf häufige Fragen, die sich aufgrund der Erfahrungen mit den neuen Regeln in den ersten Monaten ergeben haben. Text von Chantal Bolzern

«Hands-on»: der neue Gemeinsame Tarif K

Seit Januar 2017 gilt für Konzertveranstaltungen in der Schweiz und Liechtenstein ein neuer Tarif. Die Aufnahme zeigt das SUISA-Mitglied Seven (Bildmitte) auf der Bühne des Tonart Festivals in Altdorf, wo er im März 2017 in Trio-Formation auftrat. Mehr über Seven ist in der Broschüre «Wo neue Musik entsteht» Ausgabe 2017 zu erfahren. (Foto: Tabea Hüberli)

Was ist neu?

Es gibt nur noch einen statt zwei Tarife. Damit finden die Kunden alle für sie wesentlichen Informationen und die Lizenzbedingungen in einem einzigen Dokument. Das ist vor allem für Veranstalter eine Erleichterung, welche neben Konzerten auch andere Anlässe wie Theaterstücke, Kleinkunst usw. organisieren.

Die Veranstaltungsarten wurden genauer definiert und erläutert. So gibt es neben den Konzerten jeweils eine eigene Veranstaltungskategorie für konzertähnliche Darbietungen, Shows, Ballett und Theater. Das soll es den Kunden ermöglichen, ihre Veranstaltungen und die für das Budget benötigten Lizenzsätze schneller zu finden.

Die Prozentsätze der Entschädigungen wurden nach Veranstaltungsart (Konzert, konzertähnliche Darbietung, Show, Ballett, Theater) neu definiert und für viele Veranstaltungen reduziert.

Der Gemeinsame Tarif K (GT K) regelt neben den Konzerten auch die Lizenzierung von Musik bei Comedy, Shows (wie «Art on Ice» oder «Masters of Dirt»), Sportturnieren mit Choreographien wie Showtanzen oder Theatervorstellungen mit musikalischer Umrahmung. Insbesondere für Comedy, Tattoo-Festivals etc. wird die Berechnung der Lizenzentschädigung einfacher, weil neu der Anlass als Gesamtes für die Höhe des Lizenzsatzes relevant ist und nicht mehr einzelne Nummern zu unterschiedlichen Sätzen lizenziert werden müssen. Dies macht die Budgetierung für die Veranstalter einfacher und reduziert den Aufwand bei der SUISA.

Auch Kleinkonzerte werden wieder entsprechend der tatsächlich genutzten Werke abgerechnet («Pro-rata-temporis»-Regel) und nicht mehr pauschal. Gleichzeitig wurde die Lizenzierung aufgrund der Kosten der Musikverwendung wieder eingeführt. Somit wird die Urheberrechtsentschädigung entweder von den Einnahmen oder von den Kosten berechnet. Letzteres trifft insbesondere bei Gratiskonzerten und Benefizveranstaltungen zu.

Kunden können die Kosten für einen externen Vorverkauf in der Höhe von 10% pauschal auch bei Kleinkonzerten abziehen, sofern sie die entsprechenden Belege einreichen. Damit berücksichtigt die SUISA, dass heute die Veranstalter auch für kleine oder nicht-kommerzielle Aufführungen die Billette via externe Vorverkaufsstellen verkaufen.

Werden vom Veranstalter vor oder nach der Veranstaltung bzw. in den Pausen Aufnahmen abgespielt, erhält er neu von den Interpreten der Aufnahmen auch die Vervielfältigungsrechte. Deswegen gibt es eine leichte Erhöhung des Lizenzsatzes für die verwandten Schutzrechte von 0,2% auf 0,25%.

Infolge der erwähnten Senkung der Lizenzsätze wurde das Rabattsystem überarbeitet. Der Mengenrabatt wird nur noch auf Kleinkonzerten gewährt und der Vertragskunde muss Mitglied eines anerkannten Veranstalterverbands sein, um eine Ermässigung zu erhalten.

Was ist unverändert geblieben?

Im Eintrittspreis inbegriffene Leistungen Dritter an die Besucher, wie zum Beispiel die Benützung der ÖV, den Anspruch auf ein Getränk etc. sowie Billett- und Mehrwertsteuer, können weiterhin gegen Nachweis und Belege von den Einnahmen abgezogen werden.

Die Mindestentschädigungen sind dieselben geblieben und belaufen sich nach wie vor auf Fr. 40.— pro Veranstaltung. Unsere Vertragskunden erhalten weiterhin den Verbandsrabatt sowie 2% Skonto für eine Rechnungsbegleichung innert 10 Tagen.

Die Veranstalter müssen die Setlisten bzw. die Listen der aufgeführten Musik bei der SUISA einreichen. Die SUISA benötigt diese Listen zum einen, um den korrekten Lizenzsatz berechnen zu können. Denn wenn die SUISA nicht an allen Titeln die Rechte vertritt, weil z. B. der Urheberrechtsschutz bereits abgelaufen ist, so reduziert sich der Lizenzsatz pro rata temporis. Der Lizenzsatz reduziert sich ausserdem pro rata temporis, wenn nicht während der gesamten Darbietung Musik verwendet wird, wie dies regelmässig bei Theatervorstellungen oder Comedy der Fall ist. Zum anderen benötigt die SUISA die Listen, um die Einnahmen an diejenigen Komponisten und Verlage zu verteilen, deren Musik an der Veranstaltung aufgeführt wurde.

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb verursacht der neue Tarif mehr administrativen Aufwand?
Die Einführung eines neuen Tarifs ist immer die Gelegenheit, mit langjährigen Kundinnen zu prüfen, ob die Modalitäten für die Anmeldungen der Veranstaltungen für beide Seiten noch passend sind. Zudem kann es wegen teilweise veränderten Lizenzsätzen oder -bedingungen sein, dass die SUISA andere Informationen von den Kundinnen benötigt. Dies betrifft in erster Linie diejenigen Konzerte, für welche die Veranstalterinnen von 2009 bis 2016 die Lizenz gestützt auf den Gemeinsamen Tarif Kb erhalten hatten (Kleinkonzerte). Leider ist dies für die Kundinnen wie auch für die SUISA in einer Übergangszeit mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Sobald wir jeweils zusammen mit den einzelnen Kundinnen geklärt haben, wie wir korrekt lizenzieren und abrechnen können, vereinfacht sich dies wieder.

Was ist ein Kleinkonzert und weshalb gibt es dafür keinen eigenen Tarif mehr?
Für Kleinkonzerte galt von 2009 bis 2016 ein eigener Tarif, der Gemeinsame Tarif Kb. Seit diesem Jahr sind die Kleinkonzerte wieder im gleichen Tarif geregelt wie die Grosskonzerte, Theateraufführungen oder Comedy-Veranstaltungen.

Um noch ein Kleinkonzert zu sein, darf der Veranstaltungsort ein Fassungsvermögen von höchstens 999 Personen haben und es dürfen höchstens Fr. 15 000 Billetteinnahmen pro Veranstaltung generiert werden. In diesem Segment sanken die Basislizenzsätze von 10% bis 2008 über 9,5% bis 2016 auf nun 9% ab diesem Jahr. Bis ins Jahr 2008 und nun wieder seit diesem Jahr galten und gelten die selben Regeln für die Deklaration der Konzerte und die Lizenzierung wie für Grosskonzerte. Das heisst, die Kundinnen liefern uns immer die selben Informationen und sie müssen sich nicht jedes Mal fragen, in welche Kategorie die Veranstaltung fällt und wie sie der SUISA Unterlagen senden sollen.

Das ist insbesondere eine Erleichterung für mittlere Clubs, deren Fassungsvermögen gerade noch weniger als 1000 Personen beträgt, die aber einmal mehr als Fr. 15 000 Ticketumsatz und einmal weniger generieren. Es ist ebenfalls eine Erleichterung für sämtliche Häuser, welche Kleinkunst und Konzerte veranstalten. Bisher mussten sie den Tarif GT Ka für Comedy, Tanz, Akrobatik usw. berücksichtigen und den GT Kb für die Konzerte.

Weshalb werden bei Kleinkonzerten plötzlich Sponsoring-Gelder oder Subventionen als Ertrag berücksichtigt?
Die Grundidee des Urheberrechts ist die Beteiligung der Autorinnen an Erträgen, die durch die Nutzung ihrer Werke generiert werden. Im Veranstaltungsgeschäft ist die Haupteinnahmequelle in der Regel der Ticketumsatz. Plant eine Veranstalterin in ihrem Budget, dass sie die Kosten der Musik wie z. B. Gagen der Musikerinnen nur mit Hilfe von Drittmitteln decken kann, so sollen auch diese Drittmittel (Sponsoring-Gelder, Subventionen etc.) als Ertrag berücksichtigt werden. Diese Regel wurde bereits vor 20 Jahren in den Konzerttarifen festgehalten. Sie gilt für alle Grosskonzerte, Comedy- und Theatervorstellungen und galt bis 2008 auch für Kleinkonzerte. Durch die Zusammenfassung der beiden Tarife GT Ka und GT Kb gilt sie seit diesem Jahr auch wieder für die Kleinkonzerte.

Viele nicht-kommerzielle Clubs und Bühnen erstellen Jahresbudgets und machen darin eine Mischrechnung. Sie erhalten kommunale oder kantonale Subventionen, finanzieren sich aber zusätzlich aus Ticketeinnahmen und Umsätzen aus der Gastronomie. Solange sie in ihren Jahresbudgets davon ausgehen, dass ihre Ticketumsätze die Künstlergagen decken, ändert für sie mit dem neuen Tarif nichts. Für langjährige Kundinnen reicht somit ein Blick in ihre alten Abrechnungen (bis 2008), um zu sehen, ob eine Veränderung eintritt. Während der Tarifverhandlungen hatten wir zusammen mit den Verbänden umfangreiche Berechnungen und Recherchen gemacht, deren Ergebnisse sich nun auch bei der Umsetzung des Tarifs bestätigen: Für die überwiegende Mehrheit der Veranstalterinnen im nicht-kommerziellen Bereich und insbesondere bei den Clubs und Bühnen ändert sich nichts.

Die Änderung betrifft hingegen Veranstalterinnen von Corporate- oder Gratis-Events aber auch Sparten, welche nur mittels Subventionen oder Sponsoring-Einnahmen die Künstlergagen und andere Musikkosten bezahlen können.

Was sind nicht-musikalische Leistungen bei Grosskonzerten und was hat es damit auf sich?
Im alten Gemeinsamen Tarif Ka (Ziffer 25 GT Ka) wie auch im neuen Gemeinsamen Tarif K (Ziffer 14.1 GT K) gibt es den Begriff der «nicht-musikalischen Leistungen». Wir stellten in der Praxis fest, dass Veranstalterinnen oft nicht klar war, was damit gemeint ist. Um diese Fragen bereits im Tarif zu beantworten, haben wir im neuen Tariftext diesen Begriff ausgedeutscht: Gemeint sind ausgeklügelte Choreographien, aufwändige Kostüme und Kostümwechsel, Videoinstallationen oder Light-Shows, die über das Minimum hinausgehen. Damit wollen wir – wie vom Urheberrechtsgesetz verlangt – Leistungen berücksichtigen, welche nicht Musik aber ebenfalls urheberrechtlich geschützt sind.

Konkret bedeutet es, dass bei Konzerten von Künstlerinnen wie Beyoncé oder Bands wie Archive deren Gesamtkonzept betrachtet wird und die Veranstalterin einen tieferen Lizenzsatz für die Urheberrechte an der Musik bezahlen muss. Es bedeutet aber ebenfalls, dass selbst in grossen Stadien manchmal Konzerte ohne aufwendige künstlerische Produktion stattfinden und die Veranstalterin entsprechend den üblichen Basislizenzsatz bezahlen wird. Das ist nicht nur bei grossen Klassikkonzerten der Fall, sondern kann auch bei Konzerten von manchen Singer/Songwritern wie Bruce Springsteen oder Neil Diamond zutreffen.

Weshalb wurden die neuen Regeln des Konzerttarifs erst so kurzfristig vor der Einführung bekannt?
Im Juni 2016 hat die SUISA darüber informiert, dass mit den massgebenden Nutzerverbänden wie SMPA, Petzi, KTV ATP etc. ein neuer Tarif verhandelt wurde und eine Einigung zustande gekommen war. Das Verhandlungsergebnis wurde bei der Eidgenössischen Schiedskommission für Urheberrechte und verwandte Schutzrechte (ESchK) zur Genehmigung eingereicht. Diese genehmigte schliesslich den neuen Gemeinsamen Tarif K am 20. Dezember 2016 und der Tarif konnte am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Erst nach erfolgter Genehmigung durch die ESchK konnten die Tarifdokumente offiziell publiziert werden. Auf das Datum der Genehmigung hatte die SUISA keinen Einfluss.

Weitere Informationen:
«Konzerte, Comedy, Shows, Ballette etc.» auf www.suisa.ch

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Der neue Gemeinsame Tarif K gilt für Veranstaltungen, die seit dem 1. Januar 2017 durchgeführt werden. Ein Überblick über die Neuerungen beim aktuell gültigen Konzerttarif und ein paar Antworten auf häufige Fragen, die sich aufgrund der Erfahrungen mit den neuen Regeln in den ersten Monaten ergeben haben. Text von Chantal Bolzern

«Hands-on»: der neue Gemeinsame Tarif K

Seit Januar 2017 gilt für Konzertveranstaltungen in der Schweiz und Liechtenstein ein neuer Tarif. Die Aufnahme zeigt das SUISA-Mitglied Seven (Bildmitte) auf der Bühne des Tonart Festivals in Altdorf, wo er im März 2017 in Trio-Formation auftrat. Mehr über Seven ist in der Broschüre «Wo neue Musik entsteht» Ausgabe 2017 zu erfahren. (Foto: Tabea Hüberli)

Was ist neu?

Es gibt nur noch einen statt zwei Tarife. Damit finden die Kunden alle für sie wesentlichen Informationen und die Lizenzbedingungen in einem einzigen Dokument. Das ist…Weiterlesen

Auf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer Musik

Sechs Spartensender der SRG sollen abgeschafft werden. Dies verlangt eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats. Für die Schweizer Musikschaffenden hätte dies verheerende Folgen. Gerade von diesen Sendern wird hiesige Musik viel gespielt und gefördert. Unterzeichnen Sie die Online-Petition «Hände weg von den Spartenradios» jetzt! Text von Giorgio Tebaldi und Manu Leuenberger

Auf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer Musik

Von den Berner Strassen auf die Bühne der Kulturfabrik in Lyss: Die Mundart-Band Troubas Kater trat im November 2015 bei der 14. Ausgabe von «8×15.» auf. An diesen Konzertabenden von SRF Virus können jeweils 8 Schweizer Bands während 15 Minuten ihr Können präsentieren und vom Publikum entdeckt werden. (Foto: SRF)

Im Februar 2017 wurden das Zürcher Duo Dabu Fantastic sowie ihr Mitkomponist Gianluca Giger an den Swiss Music Awards für den besten Hit und die beste Komposition ausgezeichnet. Die Zürcher Band gehört momentan zu den erfolgreichsten Schweizer Pop-Acts. Zu verdanken haben sie ihre Popularität zu grossen Teilen den Radiosendern der SRG, wie ihr Sänger Dabu Bucher in einem Interview mit der SRG sagte. Vor über 10 Jahren hat SRF Virus ihre Songs zum ersten Mal gespielt und damit ihre Karriere massgeblich vorangetrieben.

Auch für andere Schweizer Künstler ist der Jugendsender der SRG wichtig. Er fungiert als Sprungbrett für junge und (noch) unbekannte Musiker. Mit ihrer Konzertreihe «8×15.» beispielsweise bietet der Sender Newcomern eine wichtige Plattform. Das Musikprogramm von SRF Virus besteht zu 50% aus Schweizer Musik. Einen höheren Anteil an hiesiger Musik gibt es kaum auf einem anderen Sender zu hören.

Damit soll aber bald Schluss sein – zumindest wenn es nach der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) geht. In der Motion 17.3010 «Reduktion bei den Spartensendern im Radiobereich» fordert die KVF-N die Streichung von sechs SRG-Sendern: SRF Virus, SRF Musikwelle, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radio Swiss Pop sowie der Westschweizer Sender Option Musique sollen verstummen. Gemäss Initiativtext sind das Sender, die «keinen wirklichen Service-public-Auftrag wahrnehmen».

Service public heisst auch Förderung des Schweizer Kulturschaffens

Was unter Service public im Radio- und Fernsehbereich zu verstehen ist, hat der Bundesrat in seinem «Bericht zur Überprüfung der Definition und der Leistungen des Service public der SRG unter Berücksichtigung der privaten elektronischen Medien» untersucht. Im Bericht hält der Bundesrat fest, dass die SRG auch «eine Vielzahl von unrentablen Leistungen im Dienst der Gesellschaft» erbringt. Hierzu gehört auch die Förderung des Schweizer Films, der Schweizer Musik und der Schweizer Literatur. Ohne Gebührengelder wäre diese Förderung kaum möglich.

Gerade die Spartensender fördern die Schweizer Musik in hohem Mass – nicht nur im Pop- und Rockbereich auf SRF Virus, sondern auch im Jazz, in der klassischen und vor allem der Volksmusik mit SRF Musikwelle. Wie auf der SUISA-Website zu lesen ist, kommen die sechs Spartensender auf einen Anteil von rund 22% gespielter Schweizer Musik. Gesamthaft gesehen sind es bei allen SRG-Sendern insgesamt 20%. Zum Vergleich: Die Schweizer Privatsender kommen im Schnitt auf einen Anteil von unter 10% Schweizer Musik.

Spartensender entdecken und fördern Schweizer Musik

Die Spartensender spielen also eine zentrale Rolle, damit Schweizer Musik entdeckt und gefördert wird. Mit ihrer Berichterstattung über die aktuelle Schweizer Musikszene sind sie unersetzlich. Es ist schwer vorstellbar, dass die privaten Radiosender in die Bresche springen, wenn die Spartensender wegfallen. Die Privatradios sind kommerziell ausgerichtet und werden überwiegend durch Werbeeinnahmen finanziert. Entsprechend müssen die meisten von ihnen ihr Programm auf ein Publikum ausrichten, das vorwiegend Hits hören will. Dies bekommen auch Schweizer Musiker immer wieder zu hören, mit Aussagen wie: «Wir machen keine Hits, wir spielen sie», erzählte der Singer/Songwriter und Präsident des Vereins Musikschaffende Schweiz, Christoph Trummer, in einem Interview mit der Musikzeitschrift Musikmarkt.

Die Abschaffung der Spartensender würde die Schweizer Musikschaffenden auch finanziell treffen. Die sechs Radiosender spielten 2015 rund 550 000 Minuten Musik von Schweizer Urhebern. Laut Jahresbericht 2015 der SUISA betragen die Urheberrechtsvergütungen pro gespielter Minute auf den SRG-Sendern durchschnittlich rund Fr. 2.70. Die Urheberrechtseinnahmen für die Ausstrahlung der Werke von Schweizer Komponisten, Textautoren und Verleger auf den sechs Spartensendern beliefen sich also auf insgesamt rund 1,5 Millionen Franken. Dieses Geld erhalten nicht nur die etablierten Stars, sondern auch unbekannte Schweizer Künstler.

Fruchtbare Rahmenbedingungen für Schweizer Kultur

Würde die Motion der KVF-N angenommen, hätte dies also schwerwiegende Folgen für die Schweizer Musikszene. Es würden nicht nur wichtige Plattformen wegfallen, die ein breites Schweizer Musikschaffen präsentieren. Eine Streichung der Spartensender würde die Künstler auch finanziell treffen.

Zudem steht die grundsätzliche Frage im Raum: Ist es Aufgabe des Parlaments, über Radioinhalte zu bestimmen? Oder sollte der Gesetzgeber sich nicht vielmehr darauf beschränken, den Rahmen für die Radio- und TV-Sender vorzugeben? Mit dieser Motion würde über einzelne Sendeprogramme der SRG entschieden. Das ist weit mehr als die Vorgabe von Rahmenbedingungen. Und fruchtbare Rahmenbedingungen im heimischen Land haben die Schweizer Kulturschaffenden mehr als verdient.

Die SRG betreibt seit 2006 die Internet-Musikplattform mx3, «The Swiss Music Portal». Auf dem Portal www.mx3.ch können Musiker nicht nur ihre Musik der Öffentlichkeit vorstellen, sondern die Plattform wird auch von Sendern der SRG für die Programmgestaltung genutzt. SRF 3, SRF Virus, Couleur 3, Rete Tre und Radio Rumantsch lassen Songs, die von den Künstlern auf mx3 hochgeladen werden, in ihr Programm einfliessen. 2015 waren auf mx3 rund 22 900 Bands vertreten, die ihre Musik auf das Musikportal hochgeladen haben.

Petition «Hände weg von den Spartenradios!»

Mit einer Petition sollen die zuständigen Gremien im Bundeshaus gebeten werden, von einer Schliessung der Spartensender der SRG abzusehen.

Die Petition «Hände weg von den Spartenradios!» online unterschreiben auf www.petitionen24.com

Sie können die Petition auch auf dem Unterschriftenbogen unterzeichnen (PDF).

Die Petition wird von einer breiten Interessensgemeinschaft aus der Schweizer Musikszene mitgetragen. Für den Erhalt der Spartensender setzen sich unter anderem ein: Schweizer Musikrat, Musikschaffende Schweiz, Schweizer Musiksyndikat, Schweizer Tonkünstlerverein, Schweizerischer Musikerverband SMV, Helvetia Rockt, IndieSuisse, IFPI, Schweizer Interpretengenossenschaft SIG, Orchester.ch, Eidgenössischer Jodlerverband EJV, Schweizerischer Blasmusikverband SBV, Schweizerische Chorvereinigung SCV, Verband Schweizer Volksmusik VSV.

Die Unterschrift jeder einzelnen Person zählt und ist wichtig, damit es möglich bleibt, dass Schweizer Musik auf Sendern wie Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radio SRF Virus, Radio SRF Musikwelle und Radio RTS Option Musique ausgestrahlt und entdeckt werden kann. Weitere Informationen auf der Website der Initianten der Online-Petition: www.prospartenradio.ch

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Sechs Spartensender der SRG sollen abgeschafft werden. Dies verlangt eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats. Für die Schweizer Musikschaffenden hätte dies verheerende Folgen. Gerade von diesen Sendern wird hiesige Musik viel gespielt und gefördert. Unterzeichnen Sie die Online-Petition «Hände weg von den Spartenradios» jetzt! Text von Giorgio Tebaldi und Manu Leuenberger

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Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick

Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Text von Manu Leuenberger

Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick

Im Geschäftsjahr 2016 erhielten 15 106 Urheber und 1373 Verleger eine oder mehrere Abrechnungen von der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

Für Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel sind die Vergütungen von der SUISA «ein Bonus im Juni», wie sie im Interview sagten, und «eine Anerkennung der Arbeit des Textens und Komponierens». Camilla Sparksss alias Barbara Lehnhoff empfindet die Ausschüttungen von der SUISA als «schönes Weihnachtsgeschenk jedes Jahr», das helfe, wie sie im Gespräch meinte.

Ob Weihnachtsgeschenk oder Bonus zur Jahresmitte: Die Zeitpunkte, an denen sich die SUISA-Mitglieder über die Urheberrechtsvergütungen freuen können, sind mit den Abrechnungsterminen der SUISA verbunden. An diesen Terminen erhalten jene Mitglieder Geld, die gemäss den Verteilungsregeln der SUISA eine Vergütung zugut haben.

Der Rhythmus der Auszahlungen an die Urheber und Verleger wurde vor einer Weile erhöht: Per Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Dank diesen werden die eingenommenen Vergütungen viermal jährlich an die Rechteinhaber weitergeleitet.

Vierteljährliche Verteilung der Einnahmen an Urheber und Verleger

Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Es gibt gegenüber dem Vorjahr nur geringe Anpassungen. Die wenigen Neuerungen sind ein weiterer Schritt in Richtung des angestrebten Ziels, die Vergütungen möglichst rasch und möglichst kosteneffizient auszuzahlen.

Rascher verteilt wird die Abrechnungssparte SRG TV: Bisher erfolgte die Verteilung der Einnahmen aus dieser Sparte zwei Mal pro Jahr. Ab 2017 werden diese Vergütungen im Rahmen der Quartalsabrechnungen vier Mal pro Jahr ausbezahlt. Die SRG ist die grösste Lizenznehmerin, also die grösste Kundin der SUISA. Entsprechend hoch sind die Vergütungsbeträge, die in der Sparte SRG TV jetzt rascher zu den Urhebern und Verlegern der gesendeten Musik gelangen.

Die Abrechnung Werbefenster wird nicht mehr separat, sondern ab 2017 als Bestandteil der 3. Quartalsabrechnung Mitte September erfolgen. Die Integration dieser Zusatzabrechnung in die Quartalsabrechnung ist eine Vereinfachung des Verarbeitungsprozesses und spart somit Kosten.

Übersicht Abrechnungstermine 2017 der SUISA

Abrechnung Termin
Quartalsabrechnung 2017-1 15.03.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (3. Quartal 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio 3. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (3. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Nachverrechnung 2017, 1. Abrechnung Ende März
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2017, 1. Abr. Ende Mai
Quartalsabrechnung 2017-2 15.06.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: B, C, D, E, H, Hb, HV, K, Z (2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio 4. Quartal 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG TV 2. Halbjahr 2016)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Werbespots 2016)
Senderechte Schweiz, Tarife: S, Y (2016)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (4. Quartal 2016)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (2. Halbjahr 2016)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Zusatzabrechnungen
Verleger-Fürsorge Anfang Juli
Renten-Urheberfürsorge Mitte Juli
Quartalsabrechnung 2017-3 15.09.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (1. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 1. Quartal 2017)
Werbefenster (2015)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (1. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)
Leerträgervergütung (GT 4), Abrechnung 2017
Subverleger-Anteile Kabelnetze, Abrechnung 2017
Zusatzabrechnungen
Nachverrechnung 2017, 2. Abrechnung Ende September
Abrechnung Überspielrechte, 2017 Ende Oktober
Abrechnungen aus dem Ausland: Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte 2017, 2. Abr. Ende November
Quartalsabrechnung 2017-4 15.12.2017
Aufführungsrechte Schweiz, Tarife: D, K, Z (2. Quartal 2017)
Senderechte Schweiz, Tarif: A (SRG Radio & TV 2. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Tarife: PA, PI, PN, VI, VN (2. Quartal 2017)
Vervielfältigungsrechte, Zentrale Lizenzierung (1. Halbjahr 2017)
Vervielfältigungsrechte, Online (Downloads & Streaming)

Mit Erläuterungen zur SUISA-Abrechnung und einer Liste der abgerechneten Privatsender stehen auf der Website der SUISA weitere Informationen zur Verfügung.

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«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden» Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht. Weiterlesen

 

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Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Text von Manu Leuenberger

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Im Geschäftsjahr 2016 erhielten 15 106 Urheber und 1373 Verleger eine oder mehrere Abrechnungen von der SUISA. (Foto: Manu Leuenberger)

Für Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel sind die Vergütungen von der SUISA «ein Bonus im Juni», wie sie im Interview sagten, und «eine Anerkennung der Arbeit des Textens und Komponierens». Camilla Sparksss alias Barbara Lehnhoff empfindet die Ausschüttungen von der SUISA als «schönes Weihnachtsgeschenk jedes Jahr», das helfe, wie sie im Gespräch meinte.

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Konzerte und Festivals in der Schweiz

In einem Kommentar für das IQ Magazine, das von der International Live Music Conference (ILMC) herausgegeben wird, schreibt Chantal Bolzern, Leiterin der Abteilung für Aufführungsrechte bei der SUISA, über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Verwertungsgesellschaften und Konzertveranstaltern.

Konzerte und Festivals in der Schweiz

Chantal Bolzern hat früher selber Konzerte veranstaltet und einen Kulturmanagerinnen-Lehrgang absolviert. 2004 begann sie bei der SUISA im Rechtsdienst zu arbeiten. Seit 2010 ist sie Abteilungsleiterin Aufführungsrechte. (Foto: Sebastian Vollmert)

Die Schweizer lieben ganz offensichtlich Konzerte und Festivals – jedes Jahr gibt es neue Festivals, die gar in den entlegensten Bergregionen stattfinden. Einige sind kurzlebig und verschwinden nach kurzer Zeit wieder, andere bestehen bereits seit über 40 Jahren. Dazu kommt ein breites Spektrum an Konzertklubs mit alternativer Musik, die jede Woche eine große Besucheranzahl anlocken.

Im Jahr 2015 lizenzierte die SUISA über 20‘000 Konzerte und Festivals, an denen mehr als 360‘000 verschiedene Songs aufgeführt wurden. Der Konzerttarif brachte Vergütungen in der Höhe von Fr. 20,3 Mio. im Jahr 2015 ein, fast 50% aller Einnahmen aus Aufführungsrechten. Wenn man bedenkt, dass die Schweiz nur 8 Mio. Einwohner hat, dann sind das schon beeindruckende Zahlen.

SUISA – ein Knotenpunkt für Urheber und Konzertveranstalter

Um all dies zu ermöglichen, braucht es einen guten Song als Grundlage; und Interpreten, die den Song in einen inspirierenden Liveauftritt umsetzen. Und zu guter Letzt einen Veranstalter, der das Ereignis organisiert und sicherstellt, dass alles glatt läuft und die Besucher zufrieden sind.

SUISA ist eine Art Knotenpunkt in diesem Business. Als Genossenschaft gehören wir unseren Mitgliedern und daher ist es unser Ziel, Urhebern und Verlegern zu helfen, am Einkommen teilzuhaben, welches andere mit ihren Liedern generieren. Andererseits wollen wir den Veranstaltern einen vereinfachten Rechtezugang verschaffen, als Basis für ihre Eventorganisation und zur Schaffung ihrer Einkommensgrundlage.

Zwei Jahre lang hat die SUISA einen neuen Konzert- und Festivaltarif mit den zuständigen Verbänden verhandelt, um die Berechnung der Lizenzentschädigungen für Veranstalter zu vereinfachen. Der Tarif legt eine Rate für Konzerte oder Festivals zwischen 7% und 10% der Ticketeinnahmen fest, und sieht Rabatte für Mitglieder von Berufsverbänden vor. Weiter funktioniert unser Tarif als «one-stop-shop» für Leistungsschutzrechte. Dies erleichtert insbesondere die Tätigkeit der Festivalveranstalter.

Respekt hilft, neue Herausforderungen im Livemusik-Business-Ökosystem zu bewältigen

Die eingenommen Vergütungen werden alle 3 Monate von uns verteilt – mit detaillierten Einzelaufstellungen, so dass Urheber und Verleger den Ursprung ihrer Gelder nachvollziehen können. Wir bieten in Sachen Einnahmequellen volle Transparenz. Der Verwaltungskostensatz für jegliche Arbeiten im Hinblick auf Lizenzen und Verteilung beträgt nur 12%.

Das Livemusik-Business ist ein Ökosystem, in welchem sich alle Beteiligten gegenseitig brauchen, um fortzubestehen. Wenn jeder einen guten Beitrag leistet, macht die Arbeit nicht nur Spaß, sie führt auch dazu, dass alle Geld damit verdienen. Dies gibt Komponisten wiederum die Gelegenheit, neue Songs zu schreiben, welche die Grundlage für neue Aufführungen und Konzerte bilden. Daher sollten wir alle unseren jeweiligen Beiträge und Anstrengungen schätzen und respektieren, und zusammen an Lösungen für neue Herausforderungen arbeiten.

Dieser Beitrag wurde verfasst für das IQ Magazine, wo er in der Print-Ausgabe vom Januar 2017 auf Seite 27 wie auch online auf der Website des Magazins erschienen ist. Das IQ Magazine ist die 6x jährlich erscheinende Zeitschrift der International Live Music Conference (ILMC).

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Im Jahr 2015 lizenzierte die SUISA über 20‘000 Konzerte und Festivals, an denen…Weiterlesen

Zwischenbilanz der Hitboxen, drei Jahre nach deren Einführung

Nach einer zweijährigen Testphase dient das Hitboxen-Monitoring seit Januar 2014 als Basis für die Verteilung der Vergütungen für Tonträger-Musik. Nun kann eine erste Bilanz dieses neuen Systems gezogen werden, sowohl im Hinblick auf die gesammelten Daten wie auch auf die Reaktionen der Mitglieder und der Inhaber der betroffenen Clubs. Text von Nicolas Pont

Zwischenbilanz der Hitboxen, drei Jahre nach deren Einführung

Aufgrund des Hitboxen-Monitorings festgestellt: «Jung verdammt» von Lo & Leduc wurde 2015 in den Schweizer Clubs mehr aufgelegt als «Crazy In Love» von Beyoncé. (Foto: Luca Monachesi)

Das Ziel der Revision der Verteilungsklasse 12, die von den Hitboxen betroffen ist, sowie die Funktionsweise dieser Geräte wurden im SUISAinfo 3.13 (PDF, 730 KB) erklärt. Dennoch sei ergänzt, dass die Hitboxen vorwiegend für die Verteilung der Urheberrechtsvergütungen für Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen im (Diskotheken) und ausserhalb des Gastgewerbes (Messen, Strassenfeste) eingesetzt werden, also an Anlässen, an denen die Musik zwar wichtig ist, aber nicht als einziger Grund für einen Besuch angeführt wird.

Tritt ein DJ in einem Konzert auf, erfolgt die Verteilung hingegen wie bisher auf der Grundlage der Programme, die die Künstler einreichen und von den Organisatoren an die SUISA weitergeleitet werden. Das gilt auch für die Festivals mit elektronischer Musik wie beispielsweise das Electron Festival in Genf. Insgesamt werden für unterhaltende Anlässe mit Live- und Tonträgermusik pro Jahr rund sechs Millionen Franken verteilt, die aus 13 verschiedenen Tarifen stammen. Die Verteilung für Tonträgermusik wird gemäss einer Datenanalyse von Yacast, dem französischen Systembetreiber durchgeführt.

Ziel der Hitboxen ist die gerechte Verteilung an Urheber und Verleger

Für eine repräsentative Auswahl von Clubs, die den verschiedenen Musiksparten und Sprachregionen Rechnung trägt, wurden Statistiker der Universität Zürich beigezogen. Am Anfang gab es bei der Installation seitens der Clubbesitzer einige Vorbehalte gegenüber den Hitboxen. Inzwischen sind diese Vorbehalte weniger geworden. Zuweilen treten technische Probleme bei der Installation oder der Instandhaltung auf. Zum Beispiel können Kabel, die nicht mehr funktionieren oder versehentlich entfernt werden, der Grund für Problemfälle sein.

Andere anfängliche Befürchtungen haben sich widerlegt oder abgeschwächt: Mitunter wurde zu Beginn vermutet, dass das Gerät auch private Gespräche aufzeichnen oder so manipuliert werden könnte, dass es beispielsweise die Musik eines Smartphones anstelle der tatsächlich in der Diskothek gespielten Musik aufnimmt. Die Prüfung einer Probeaufnahme zeigte jedoch, dass private Gespräche nicht hörbar sind. Ausserdem dient ein externes Raummikrofon an der Hitbox als Beweis für die Übereinstimmung zwischen der aufgenommenen Musik und der im Club tatsächlich gespielten Musik.

Die Offenheit der Clubbesitzer gegenüber den Hitboxen ist zu begrüssen. Gerade Betriebe, die Nischenmusik spielen, ermöglichen durch eine Installation, lokale Künstler zu fördern und damit jene Lügen zu strafen, die dem Monitoring-System vorwerfen, es begünstige die Majors und die so genannte Mainstream-Musik. Das Ziel, die Vergütungen möglichst gerecht an die Urheber der gespielten Musik zu verteilen, wird erreicht durch eine möglichst repräsentative Auswahl an Clubs, in denen ein Monitoring stattfindet.

Erkennungsrate über 95%

Die Firma Yacast hat sich vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Erkennungsrate zu garantieren. Auch dieser Aspekt wurde während der Testphase genau geprüft. Seit der Einführung der Hitboxen vor zwei Jahren stieg die Erkennungsrate auf 96% im Jahr 2014 und auf 97% im Jahr 2015. Ausserdem wurde ein System eingerichtet, das den Mitgliedern, die die Erkennung ihrer Werke anzweifeln, den direkten Zugang zur Datenbank von Yacast ermöglicht, damit sie ihre Audio-Datei hochladen können. Dazu muss man sich anmelden.

Mehrere Mitglieder und Nutzer wollten die Kriterien kennen, nach denen die Betriebe ausgewählt wurden, in denen eine Hitbox platziert wurde. Zudem baten sie um die Liste dieser Betriebe. Diesem Wunsch konnte nicht nachgekommen werden. Die SUISA muss garantieren können, dass das Monitoring-System nicht manipuliert werden kann. Wenn die Orte bekannt würden, an denen Hitboxen installiert sind, bestünde die Möglichkeit, Auftrittsorte gezielt aufgrund dieser Angaben zu wählen. Dadurch würde die Repräsentativität der Daten und damit die Verteilung der Einnahmen beeinflusst. Es geht also nicht darum, Transparenz zu verhindern oder die Daten zu verschleiern, sondern darum, eine Vertraulichkeit zu gewährleisten, die für ein gutes Funktionieren des Systems unerlässlich ist.

Im Gegenzug können folgende Angaben geliefert werden: 2014 und 2015 wurden 43 beziehungsweise 45 der rund 500 in der Schweiz existierenden Clubs und Diskotheken mit einer Hitbox ausgerüstet. Die Aufnahmen erfolgen nicht kontinuierlich, sondern zu abwechselnden Zeitpunkten, die anhand der Installation im Club für niemanden erkenntlich sind. Die variierenden Aufnahmezeiten sind eine weitere Massnahme, die gewährleiset, dass das System nicht beeinflusst werden kann. Durchschnittlich wurden jährlich rund 6000 Stunden Musik aufgenommen, die nahezu 30 000 Werken zugeordnet werden konnte.

Lo & Leduc vor Beyoncé!

Die Schweiz ist ein Musik-Importland, und die SUISA verteilt jedes Jahr knapp die Hälfte der Einnahmen ins Ausland. Als die SUISA beschloss, eine Verteilung auf der Basis von Hitboxen vorzunehmen, war sie sich vollkommen bewusst, dass sich diese Tendenz bestätigen könnte. Dies war auch der Fall, allerdings weniger klar als befürchtet und mit einigen Überraschungen. Als Beispiel sei der Titel «Jung verdammt» der ausschliesslich aus SUISA-Mitgliedern bestehenden Berner Gruppe Lo & Leduc angeführt. Dieser Titel figurierte im Jahr 2015 unter den zehn meistaufgelegten Titeln und lag weit vor Beyoncés «Crazy in love».

Einer der Gründe für den Einsatz der Hitboxen ist, dass das alte, auf den Programmmeldungen basierende System zu Missbräuchen führte und zudem lückenhaft war. Häufig wurden Meldungen eingereicht, die Musikanlässe in Clubs betrafen, die schon mehrere Monate zuvor ihren Betrieb eingestellt hatten. So floss ein wesentlicher Teil der Einnahmen in die Taschen von Rechteinhabern, die zwar SUISA-Mitglieder, aber nur auf dem Papier Autoren waren – dies zum Nachteil jener Künstler, auch aus der Schweiz, deren Werke tatsächlich aufgelegt wurden.

Die Hitboxen können aus Kostengründen nicht flächendeckend in allen Clubs installiert werden und es  kann  vorkommen, dass Aufführungen nicht erfasst werden. Jedoch liegen dank dem heutigen System viel mehr Informationen vor, als dies früher mit den manuellen Meldungen von DJ-Programmen der Fall war. Dadurch können die Vergütungen gerechter verteilt werden. Zusätzlich werden die bis anhin hohen Kosten für die «manuelle» Bearbeitung der Daten reduziert.

Heute, da jeder Kunde mit seinem Smartphone die Titel und die Interpreten der in einem Club gespielten Werke erkennen kann, ist es nicht mehr zeitgemäss und glaubwürdig, sich für die Verteilung der Urheberrechtsentschädigungen auf Papiermeldungen zu stützen. Umso mehr, als die Verwertungsgesellschaften explizit die Entwicklung elektronischer Bearbeitungssysteme fordern, insbesondere im Zusammenhang mit der Revision des Urheberrechts.

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Die Tarifverhandlungen 2016 im Überblick

Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Text von Anke Link

Die Tarifverhandlungen 2016 der SUISA im Überblick

Das Tonhalle-Orchester Zürich (im Bild) ist Mitglied bei Orchester.ch, dem Verband Schweizerischer Berufsorchester, mit dem sich die SUISA erfolgreich auf einen neuen Tarif für Urheberrechtsvergütungen bei Aufführungen von Konzertgesellschaften geeinigt hat. (Foto: Priska Ketterer / Tonhalle-Orchester Zürich)

Die SUISA hat sich in den letzten Jahren mit vielen Verhandlungspartnern über die Aufnahme einer Klausel zur automatischen Verlängerung des jeweiligen Tarifs geeinigt für den Fall, dass niemand eine Neuverhandlung wünscht. Dies zahlt sich nun aus: Keiner dieser Tarife wurde gekündigt, so dass für diese Tarife keine Verhandlungen geführt werden mussten.

Dadurch hatte die SUISA zusätzliche Kapazitäten für die Verhandlung der neun Tarife, deren Gültigkeit 2016 endet. Gleichzeitig konnte sie auch intensiv an den Verhandlungen der Tarife mitarbeiten, bei denen ihre Schwestergesellschaften Suissimage und ProLitteris die Federführung haben.

Bereits im Herbst 2015 einigte sich die SUISA mit Orchester.ch, dem Verband Schweizerischer Berufsorchester, auf einen neuen Tarif D, der zum 1. Juli 2016 in Kraft tritt. Der Tarif wurde redaktionell überarbeitet, die Vergütungen und das Tarifsystem bleiben jedoch unverändert bestehen. Letzteres gilt auch für den Gemeinsamen Tarif HV (Hotelfernsehen) und den Gemeinsamen Tarif 4 (Leerträgervergütung), bei denen jeweils zügig eine Zustimmung der Verbände zur Neufassung der Tarife ab 1. Januar 2017 erreicht werden konnte.

Einigung auf neuen Konzerttarif ab 2017

Mehr Zeit in Anspruch genommen hat die Verhandlung des neuen Gemeinsamen Tarifs K (GT K) für Konzerte, konzertähnliche Darbietungen, Shows, Ballett und Theater. Die Verhandlungen über diesen Tarif begannen bereits im Dezember 2013. Die Vorgängertarife GT Ka und GT Kb wurden zweimal verlängert, um ausreichend Zeit für die Neuverhandlung zu haben.

Die Zeit war gut investiert, denn die SUISA konnte sich mit den Verhandlungspartnern auf einen neuen Tarif GT K einigen, der ab 1. Januar 2017 gültig sein wird. Der neue GT K gilt für alle Konzerte und Veranstaltungen, die bisher nach GT Ka und GT Kb abgerechnet wurden. Im neuen Tarif wurden die einzelnen Veranstaltungskategorien etwas verständlicher formuliert.

Auch die Tarifstruktur ist gegenüber den beiden bisherigen Tarifen geändert. Das grundsätzliche Kriterium, dassder Veranstalter einen Prozentsatz seiner Einnahmen als Vergütung bezahlt, bleibt jedoch unverändert. Je nach Art und Grösse der Veranstaltung gibt es unterschiedliche Prozentsätze. Mit den unterschiedlichen Ansätzen wird besser berücksichtigt, dass es bei Konzerten noch weitere künstlerische Leistungen geben kann, die den Charakter der Veranstaltung beeinflussen.

Wenn solche weiteren Leistungen vorhanden sind, wirken sich diese mindernd auf den Prozentsatz aus. Dafür wurden die bisherigen Rabatte gestrichen. Lediglich diejenigen Veranstalter, die Mitglied eines Veranstalterverbandes sind, können Rabatte erhalten, wenn der Verband mit der SUISA zusammenarbeitet. Insgesamt sieht der neue GT K eine angemessene Vergütung vor und trägt gleichzeitig zur Erhöhung der Rechtssicherheit für alle Partner bei.

Wie wichtig diese Rechtssicherheit ist, lässt sich am Beispiel des schier unendlichen Verfahrens nachvollziehen, das dem ersten rechtskräftig gültigen Gemeinsamen Tarif 4e (Vergütung für Privatkopien auf Smartphones) vorausging. Über fünf Jahre mussten die Rechteinhaber warten, bis endlich die ihnen zustehenden Entschädigungen eingezogen werden konnten. Die SUISA versucht daher nach Möglichkeit, solche Situationen zu vermeiden.

Anzahl der Tarife reduziert

Ebenfalls zeitaufwendig war die Verhandlung eines neuen Gemeinsamen Tarifs 4i (Vergütung auf in Geräte integrierte digitale Speichermedien), der die bisherigen Gemeinsamen Tarife 4d (MP3-Player und Harddiskrekorder), 4e (Mobiltelefone) und 4f (Tablets) zusammenfasst. Anstatt drei Tarifen gibt es mit dem GT 4i nur noch einen. Dies ist ein weiterer Schritt zur häufig von Öffentlichkeit und Politik geforderten Reduktion der Anzahl der Tarife.

Im Verlauf der Verhandlungen zum neuen GT 4i einigten sich die SUISA und ihre Verhandlungspartner auf die Senkung der Tarifansätze pro GB für Smartphones und Tablets und einer Senkung der Tarifansätze pro GB für Harddiskrekorder mit Speichern über 2 TB. Damit wurde die im Markt festgestellte Erhöhung der Speicherkapazitäten für diese Geräte berücksichtigt.

Keine Einigung finden konnte die SUISA bedauerlicherweise beim Gemeinsamen Tarif 3a (Hintergrundmusik und Wahrnehmbarmachen von Sendungen). Hier steht leider ein strittiges Tarifgenehmigungsverfahren an, das sich – siehe oben – über einen längeren Zeitraum hinziehen kann.

Mitarbeit der SUISA bei weiteren Tarifverhandlungen

Neben diesen «Hauptverhandlungen» hat die SUISA auch ihre Schwestergesellschaft ProLitteris bei den Verhandlungen über einen neuen Gemeinsamen Tarif 7 (Schultarif) sowie über neue Gemeinsame Tarife 8 und 9 (Kopiervergütung und Vergütung digitale Netzwerke) unterstützt. Alle drei Tarifverhandlungen konnten mit Einigungen abgeschlossen werden, bei den GT 8 und 9 konnte darüber hinaus eine leichte Erhöhung vereinbart werden.

Ebenfalls unterstützend war die SUISA an den von Suissimage geführten Verhandlungen zum Gemeinsamen Tarif 1 (Kabelweiterleitung) und zum Gemeinsamen Tarif 12 (virtuelle Videorekorder und Catch-up-TV) beteiligt. In beiden Tarifen konnte mit den Verhandlungspartnern eine Erhöhung vereinbart werden.

Allerdings haben sich beim GT 12 auf Seiten der Rechteinhaber die Sendeunternehmen dieser Einigung nicht angeschlossen. Sie sehen in der Möglichkeit, beim Catch-up-TV die Werbung überspringen zu können, eine Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle und wollen daher ihre Interessen im anstehenden Tarifgenehmigungsverfahren vor der Eidgenössischen Schiedskommission direkt wahrnehmen.

Auch wenn es nicht gelungen ist, alle Verhandlungen einvernehmlich abzuschliessen, konnten die SUISA und ihre Schwestergesellschaften doch für den überwiegenden Teil Einigungen erreichen und damit weiterhin zur Sicherung der Interessen aller ihrer Mitglieder beitragen.

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