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«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen Bedingungen unterwerfen müssen». Die dort gemachten Erfahrungen möchte sie allerdings ebenso wenig missen wie diejenigen von ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 für Norwegen, bei dem sie unter dem Künstlernamen Debrah Scarlett mit dem Duett-Partner Kjetil Mørland den achten Rang erreichte.

Neues ausprobieren

«Ich stelle mich eben gerne spannenden Gelegenheiten und Herausforderungen», erklärt Joanna Deborah Bussinger. «Auch wenn mir diese zunächst oft Angst machen, kann ich daraus fast immer etwas lernen.» Das gilt auch für ihr Pendeln zwischen der Schweiz und Norwegen. Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Basel auf und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach Norwegen. Im Alter von zehn Jahren entschied sie dann «auszuprobieren, wie es ist, mit dem Vater in Basel zu leben». Mit 21 Jahren zog sie wieder – «eher intuitiv» – nach Norwegen. «Es war ein Zeitpunkt, bei dem sehr viel offen war und mich nichts daran hinderte.»

Die Familie hat auch bezüglich der beruflichen Laufbahn eine grosse Rolle gespielt. «Meine Eltern haben mir immer gesagt: Wenn du etwas machen willst, dann mache es.» Prägend wirkte, dass Joanna Deborah Bussinger aus einer seit Generationen kunst- und musikliebhabenden Familie kommt: Die Mutter etwa malt und singt, der Vater spielt Klavier und schreibt Gedichte. «Ich wusste im Alter von etwa fünf Jahren noch nicht, dass ich Musikerin werden wollte, aber dass ich mich irgendwie ausdrücken muss, ob visuell oder musikalisch. Die Musik erwies sich für mich als natürlichstes Medium, als Mittel, um eine eigene Welt zu kreieren.»

Aus einem Gefühl heraus

Mit 15 Jahren begann Joanna Deborah Bussinger Piano zu spielen und Songs zu schreiben. Bald nahm sie Gesangsunterricht und besuchte in Basel neben dem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst auch den Vorkurs der Jazzschule. Zunehmend wurde sie selbst aktiv und sang etwa beim Projekt The Rumours mit. Vor allem aber wollte sie ihre eigene Musik entwickeln. Die Mitte März erschienene Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» klingt trotz der vielen stilistischen Einflüsse bemerkenswert eigenständig und ausdrucksicher, wobei nicht nur der berückende Gesang, sondern auch die träumerische Stimmung auffällt.

Joanna Deborah Bussinger hat die meisten bisherigen Songs bei sich zuhause geschrieben, allein am Piano. «Aber ich arbeite seit neustem auch mit anderen Musikern zusammen. Es ist spannend etwas auszuprobieren, das man nicht alleine zuhause machen würde, denn als Songwriter ist man in der Regel eine Art einsamer Wolf.» Die meisten Songs entstünden aus einem Gefühl heraus, das im Raum stehe und für das sie eine Melodie suche. «Daraus ergibt sich meist ein Thema, und ich merke beim Schreiben bald, in welche Richtung es gehen soll.»

Auch in 40 Jahren noch!

Musik sei zu ihrer «Sprache» geworden, weil sie von klein auf mehrere Sprachen sprach und doch keine perfekt konnte. «Die Musik erlaubte mir, mich richtig auszudrücken.» Trotzdem schreibt sie auch Songtexte, ebenso feinsinnige wie nachdenkliche, die gesungen erst recht in einem nachhallen. Sie sind stets in Englisch gehalten, obwohl dies weder ihre Mutter- noch ihre Vater-Sprache ist. «Komischerweise fühlt es sich für mich besser an, persönliche Texte auf Englisch zu schreiben. Es verleiht dem Erzählten eine gewisse Distanz, als hätte ich es schon vor drei Jahren erlebt und würde nun darüber singen.»

Joanna Deborah Bussinger hofft, dass sich ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt; sie arbeitet denn auch bereits an ihrem Debütalbum. «Ich versuche alles zu tun, was ich kann, und dies tun auch alle in meinem tollen Team, das mir in Basel, Berlin, London und Oslo hilft. Aber das Tempo soll schön langsam, nicht zu schnell sein, damit ich nicht unter kommerziellen Druck gerate. Ich möchte ja auch in 40 Jahren noch Musik machen.»

Beruhigendes Wissen

Für diesen langfristigen Plan spielt auch die SUISA eine Rolle, obwohl Joanna Deborah Bussinger erst kürzlich Mitglied geworden ist. «Ich habe zuvor den Sinn einer Mitgliedschaft bei einer Urheberrechtsgesellschaft nicht eingesehen, da ich meine Kompositionen noch nicht veröffentlicht hatte.» Dies hat sich geändert, seit sie beim Management und Label Radicalis unter Vertrag ist. Da diese Firma in Basel ansässig ist, entschied sie sich für eine Mitgliedschaft bei der SUISA, obwohl sie weiterhin in Norwegen wohnt. «So können die Spezialisten von Radicalis sehr direkt Fragen mit der SUISA abklären, die zudem dafür bekannt ist, dass die Abrechnungen schneller als bei anderen Verwertungsgesellschaften gemacht werden.» Sie weiss noch nicht, was sie konkret von der SUISA erwarten kann. «Aber ich finde es für alle Musiker toll, dass es diese Genossenschaft gibt. Denn sie vereinfacht durch ihre Arbeit unser Leben und verteidigt unsere Rechte – das zu wissen, ist beruhigend.»

Konzerte:
4. – 6. April am «Zermatt Unplugged Festival».

www.debrahscarlett.com, offizielle Website von Debrah Scarlett

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Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

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Marco Zappa: 50 anni di musica

Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt hat; im Tessin – einer Region, die sich im Hinblick auf die «canzone italiana», Songs in italienischer Sprache, nie besonders hervorgetan hat.

Marco Zappa: Alles begann mit meiner Mutter, die mich als Pianist in der klassischen Musik sah. Wir wohnten damals in Bellinzona und ich war fast noch ein Kind. Ich spielte zwei Jahre lang mehr oder weniger gezwungenermassen Klavier und ich erinnere mich, dass ich es nicht mochte: Ich musste jeden Tag üben, aber ich hatte in diesem Alter ganz andere Dinge im Kopf. Bei den Pfadfindern fing ich dann an, Mundharmonika zu spielen, ein Instrument, das man im Gegensatz zum Klavier mitnehmen und mit dem man die Musik mit anderen teilen konnte. Die Schwester meiner Mutter spielte Gitarre. Sie hat mir die ersten Akkorde gezeigt, genau in der Zeit, als in Italien Adriano Celentano und die ersten „schreienden Sänger“ wüteten. Ich war von Anfang an begeistert und konnte mich sofort damit identifizieren. Ich gründete zusammen mit meinen Kollegen von der Kanti eine kleine Band, in der wir an Schulfesten spielten.

Marco Zappa (l.) und Zeno Gabaglio.

Zeno Gabaglio: Welche Möglichkeiten hatten diejenigen, die Musik machen und möglichst auch mit anderen teilen wollten?
Es gab effektiv das Bedürfnis, sich zu Musik zu treffen, aber meist ging es dabei um Volksmusik. Auch ich habe einige Jahre damit verbracht, la Verzaschina, il Boccalino und die verschiedenen Lieder, die man heute als Folk bezeichnet, zu singen und zu spielen. Für Livemusik gab es jedoch im Tessin noch ein recht gutes Angebot an Kapellen, die Unterhaltungsmusik spielten, also Gruppen (auch mit nur 4–5 Musikern), die auftraten mit einem Repertoire zwischen Jazz, Swing und Schlager. Auf dem Nachhauseweg von der Schule blieb ich immer vor den Bars in Locarno stehen, in denen sie spielten, um ihnen zuzuhören. Und ich war völlig bezaubert und lernte neue Akkorde.

Aber die Musik der Tanzkapellen war doch eine „alte“ Musik! Wie kam es, dass Marco Zappa den moderneren Weg zur Rockmusik fand?
Die E-Gitarre. An einem Abend, an dem ich mit meiner Gruppe im Oratorium in Minusio auftrat, spielte uns der Pfarrer, der das Treffen organisiert hatte, das Stück Apache von The Shadows ab, mit diesen wunderschönen Anfangstönen einer verzerrten E-Gitarre. Es war Liebe vom ersten Ton an. Da waren natürlich auch noch die Songs der Beatles! …

Neues Album «PuntEBarrier».

Die Rockkarriere von Marco Zappa geht also auf einen modernen Pfarrer zurück?
Gewissermassen schon: auf einen erleuchteten Pfarrer! Aber so – ganz plötzlich – mit dem Virus E-Gitarre infiziert, gab es für uns junge Leute ein Problem: Wie konnten wir unsere Instrumente so verändern, dass wir exakt diesen Ton hinbekamen? Ein Freund, der Elektrotechniker war, sagte mir, dass man, wenn man den unteren Teil eines Telefonhörers abschraubte (also den Teil, in den man hineinspricht), ein Mikrofon erhielt. Das tat ich und befestigte das Teil an meiner Gitarre, schloss dann die beiden Drähte an den Verstärker des alten Radios meiner Eltern an und schon hatte ich meine erste E-Gitarre. Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Stadt mit dem alten, am Moped festgemachten Radio durchquerte, auf dem Weg zu den Proben …

Kurz darauf fingst du – mit der Teenager Band – ernsthaft mit dem Musikmachen an, auch wenn du das Gravitationszentrum deines musikalischen Universums erst einige Jahre später erreichen solltest, mit dem Wechsel vom Englisch zum Italienisch. Kannst du uns diese wichtige Entwicklung erklären?
Ich war aufgewachsen mit englischen Rockstücken, die ich auf meinem Plattenspieler hörte. Ich spielte 1000 Mal die Singles ab, um die Gitarrensoli zu üben und die Texte auswendig zu lernen. Obwohl unsere Englischkenntnisse nicht überragend waren, schrieben und sangen wir in dieser Sprache, weil wir damals vor allem englischen Rock hörten. Paradoxerweise kritisiere ich heute ein wenig Musiker, die – obwohl Italienisch ihre Muttersprache ist – nur auf Englisch singen, und ich glaube, das steht mir zu, eben deshalb, weil auch ich im Grunde so angefangen habe! Die ersten beiden LPs haben wir auf Englisch gemacht, und wir waren stolz, dass EMI (die Plattenfirma der Beatles!) sie produzierte; in einer anderen Sprache als Englisch hätte sie die LPs nie mit uns produziert.

«Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig.» – Marco Zappa

Und wann hast du zum Italienisch gewechselt?
Der Übergang zum Italienischen erfolgte 1979. Um uns herum hatte sich der Musikgeschmack geändert, und auch bestimmte Verbindungen zum Konzept der «canzone italiana»; aber vor allem war es so, dass in mir ein neues Bewusstsein entstanden war: Die Sprache, die du verwendest, ist wie Instrument, das dir gehören muss. Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig. Seither ist es so: Wenn ich eine Geschichte im Dialekt erlebe, muss ich sie im Dialekt schreiben, und wenn ich sie auf Italienisch erlebe, muss ich sie auf Italienisch schreiben. Das gilt auch für die weiteren Sprachen. Das ist keine Entscheidung, die ich im Voraus treffen muss, es ist die Story selbst, die ich erzählen möchte, die mich auf den unvermeidlichen expressiven Weg führt.

Und schliesslich die Musik. Es ist so, dass du dich sehr schnell von der jugendlichen Konvention des Englischen gelöst hast, und genau so war es mit deiner ausschliesslich an der Rockmusik orientierten Vision von Musik. Du hast dich auf die Suche nach weniger vorhersehbaren und zweifellos gewagteren Lösungen gemacht. Wer hat dich in diese Richtung gebracht?
Wegen dem Wechsel zu italienischen Texten wählte ich eine ungewöhnliche musikalische Aufmachung: ein Trio mit Flöte und Cello. Vielleicht wollte ich damals unbewusst etwas machen, das auch meiner Mutter gefallen würde. Die Ausrichtung Band schien klassisch zu sein, aber der Geist war eindeutig dem Rock verschrieben, auch wenn damals viele der Meinung waren, dass man nur mit einer Stratocaster mit Verzerrung Rockmusik machen konnte. Seither habe ich stets versucht, mich für die musikalische Zusammenarbeit mit immer neuen Musikern, Instrumenten und Ideen zu öffnen. Das Prinzip ist das gleiche, das auch für den Text gilt: Die Story, die du erzählen willst, suggeriert unterschiedliche technische und poetische Lösungen – und manchmal gibt sie diese auch vor. Denn wenn du jedes Mal die gleichen Steine verwendest und sie immer auf die gleiche Weise übereinander setzt, kommt immer die gleiche Mauer dabei heraus.

www.marcozappa.ch, offizielle Website


Marco Zappa: 50 anni di musica

Cinquant’anni di carriera: l’unica duratura carriera della canzone svizzera che si sia svolta dentro (ma anche sopra, sotto e accanto) alla lingua italiana. Questo è il dato incontrovertibile – e incontrovertibilmente fondamentale – che riguarda Marco Zappa, e che ancora una volta in questo inizio di 2017 ripropone il cantautore bellinzonese al centro della cultura musicale della Terza Svizzera. Con un nuovo disco con 18 inediti – «PuntEBarrier» – e con un tour nazionale che inizierà il prossimo 14 marzo al Teatro Sociale di Bellinzona. Intervista/testo: Zeno Gabaglio

L’occasione è dunque imperdibile per incontrare Marco e fare qualche passo indietro, per farci raccontare com’è iniziato e come si è sviluppato il suo rapporto con la creatività musicale; in una regione – il Ticino – che dal punto di vista della canzone in lingua italiana non aveva mai offerto esempi illuminanti.

Marco Zappa: È iniziato tutto da mia madre, che mi vedeva come interprete-pianista in ambito classico. Abitavamo ancora a Bellinzona ed ero appena un bambino. Ho suonato due anni quasi per forza il pianoforte e mi ricordo che non mi piaceva: dovevo studiare ogni giorno ma avevo ben altre cose per la testa, a quell’età. Negli scout ho poi cominciato a suonare l’armonica a bocca, uno strumento che, a differenza del pianoforte, si poteva portare in giro e con cui si poteva condividere la musica. La sorella di mia madre suonava invece la chitarra, e fu lei a mostrarmi i primi accordi, proprio nel periodo in cui in Italia imperversavano Celentano e i primi “cantanti urlatori”. Mi sono subito appassionato e immedesimato, raccogliendo i miei compagni di ginnasio in un piccolo gruppo con cui suonavamo alle feste degli studenti.

Zeno Gabaglio: Che possibilità c’erano per chi voleva fare musica, e magari anche condividerla con gli altri?
Il bisogno di trovarsi attorno al fare musica effettivamente c’era, ma in genere si rivolgeva alla musica popolare. Anch’io ho passato diversi anni a cantare e suonare la Verzaschina, il Boccalino e le varie canzoni che oggi diremmo folk. Per la musica dal vivo in Ticino c’era però ancora una buona offerta di orchestre di musica leggera, cioè gruppi (di anche solo 4-5 elementi) che si esibivano in repertori tra il jazz, lo swing e la canzone; tornando a casa da scuola mi fermavo sempre ad ascoltarli davanti ai bar di Locarno in cui si esibivano, restando sempre affascinato dalla musica che facevano ed imparando accordi nuovi.

Ma quella delle orchestrine era comunque una musica «vecchia»! Cosa portò invece Marco Zappa sulla strada ben più moderna del rock?
La chitarra elettrica. Durante una serata in cui – con il mio gruppo – suonammo all’Oratorio di Minusio, il prete che organizzava l’incontro diffuse dall’impianto il brano Apache degli Shadows, con quei meravigliosi suoni iniziali di chitarra elettrica riverberata. Fu un colpo di fulmine, e poi, naturalmente, le canzoni dei Beatles! …

Quindi all’origine del percorso rock di Marco Zappa ci fu la modernità di un prete?
In un certo senso sì: di un prete illuminato! Ma contagiato così – all’improvviso – dal germe della chitarra elettrica, per noi giovanissimi rimaneva un problema: come trasformare i nostri strumenti per cercare di ottenere esattamente quel suono lì? Un amico elettrotecnico mi disse che dalla cornetta del telefono, svitando la parte inferiore (cioè quella in cui si parlava), si poteva ricavare un microfono. Così feci, togliendolo e incollandolo alla chitarra, collegai poi i due fili risultanti all’amplificatore della radio dei miei genitori e ottenni la mia prima chitarra elettrica. Ancora mi ricordo quando attraversavo la città con la vecchia radio legata sul motorino per andare a fare le prove …

Di lì a poco – con la band Teenagers – avresti cominciato a fare le cose decisamente sul serio, anche se il centro gravitazionale del tuo universo musicale lo avresti raggiunto qualche anno più tardi, passando dalla lingua inglese a quella italiana. Ci puoi spiegare questa tua fondamentale evoluzione?
Ero cresciuto ascoltando pezzi rock inglesi sul mio giradischi, ascoltando mille volte i 45 giri per imparare gli assoli di chitarra e memorizzare i testi. E se anche la conoscenza della lingua era per tutti approssimativa, si scriveva e si cantava in inglese proprio perché i nostri ascolti di quel periodo erano focalizzati sul rock britannico. Oggi paradossalmente critico un po’ quei musicisti che – pur essendo di lingua madre italiana – cantano solo in inglese, e credo di poterlo fare proprio perché anch’io, in fondo, ho cominciato così. I primi due LP li realizzammo in inglese, e l’orgoglio fu che a produrceli c’era la EMI (la casa discografica dei Beatles!) che senza l’inglese non ce li avrebbe mai prodotti.

«Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero.» – Marco Zappa

E l’italiano quando arrivò?
Il passaggio all’italiano è avvenuto nel 1979. Attorno a noi erano cambiati certi gusti musicali e certi rapporti con l’idea della canzone; ma soprattutto avevo maturato io una nuova consapevolezza: la lingua che usi è come uno strumento, che ti deve appartenere. Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero. Da allora se una storia la vivo in dialetto, non posso che scriverla in dialetto, e se la vivo in italiano, devo scriverla in italiano, e così per le altre lingue. Non si tratta di una scelta obbligatoria e a priori che mi impongo prima di scrivere qualcosa, ma è la stessa storia che voglio raccontare a portarmi sull’inevitabile strada linguistico-espressiva.

Infine la musica. Perché se è vero che ti sei presto allontanato dalla convenzione giovanilistica dell’inglese, altrettanto hai fatto da una visione musicale esclusivamente rock, andando a cercare soluzioni meno scontate e – indubbiamente – più ardite. Chi ti ha spinto in questa direzione?
Proprio per la svolta testuale in italiano scelsi una veste musicale inusitata: un trio con flauto e violoncello. Forse inconsciamente volevo fare qualcosa che piacesse anche a mia madre. La formazione sembrava classica, ma lo spirito era chiaramente rock, anche se per molti si poteva fare rock solo usando una Stratocaster con distorsione. Da allora ho sempre cercato di aprirmi a collaborazioni musicali con musicisti, strumenti e idee ogni volta diversi, e il principio è lo stesso che vale per il testo: è la storia da raccontare che suggerisce – a volte imponendole – soluzioni tecniche e poetiche differenti. Perché altrimenti se usi ogni volta gli stessi mattoni e ogni volta li sovrapponi allo stesso modo, il risultato sarà sempre lo stesso muro.

www.marcozappa.ch

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«New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Gastbeitrag von Markus Ganz

Manuel Gagneux: «New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Nun wird dieses Album offiziell weltweit veröffentlicht und bald auch international live vorgestellt.

Breite stilistische Einflüsse

Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem musikalischen Haus in Basel auf, in dem stets ein Piano zum Klimpern einlud, wie sich der 28-Jährige beim Interview in seinem kühlen und düsteren Übungskeller in Kleinbasel erinnert. Die Mutter ist eine afroamerikanische Sängerin, der Schweizer Vater spielt seit vielen Jahren Perkussion in der Salsa-Formation Picason und in der Funk-Band Grand Mother’s Funck.

Sie schickten den Sohn in den Saxofon-Unterricht, doch mit diesem Instrument konnte Manuel Gagneux nichts anfangen. Mit 15 begann er Gitarre zu spielen, weil er Rock und Metal liebte – und immer noch liebt. Bald auch Black Metal, «weil es damals die extremste Musik war», wie er lachend gesteht. «Natürlich weiss ich längst, dass am Black Metal vieles fragwürdig ist.»

Herausforderung gesucht

Manuel Gagneux bewies bereits mit den drei erstaunlich vielseitigen und poppigen Alben seines Soloprojekts Birdmask, dass er sich stilistisch nicht eingrenzen lassen will. Diese entstanden grösstenteils in New York, wohin er 2012 gezogen war, weil er in der Basler Musikszene zu wenig Herausforderung fand. «Wenn man in New York etwas macht, kann man sicher sein, dass es jemanden gibt, der dies besser macht. Das fordert einen eine gewisse Demut ab, hat mich aber auch zu Originalität gezwungen, was ich schätzte.»

Auf der Suche nach einem neuen kreativen Ansatz ging er auch ungewöhnliche Wege. Er postete im Internet-Forum 4chan die Frage nach zwei unvereinbaren Musikstilen, die er dann im Sinn einer Übung in einer halben Stunde in einem Song kombinieren würde. Jemand antwortete «Black Metal and nigger music», was Manuel Gagneux mit seiner afroamerikanischen Mutter zwar nicht lustig, aber musikalisch anregend fand.

Unvereinbares zusammenbringen

Also begab sich der Sänger und Multiinstrumentalist auf die Suche nach ursprünglichem Material der Black Music und wurde vor allem im Online-Archiv des amerikanischen Ethnologen Alan Lomax fündig. Er liess sich beispielsweise von den Liedern der Sklaven auf den Feldern inspirieren und sang Teile davon abgewandelt nach, kombinierte sie mit Metal-Riffs und setzte auf drei Songs auch elektronische Sounds ein.

Durch Trial & Error habe er die unterschiedlichen Elemente zusammengebracht, erzählt Manuel Gagneux. «Die ersten Songs gerieten schrecklich», erinnert er sich und verdreht die Augen. «Aber irgendwann merkte ich, dass ich die Stücke am besten mit Spiritual music eröffne, weil diese einladend wirkt: Man will mitwippen, mitmachen. Die Metal music hingegen kann man als Faust ins Gesicht verstehen, und damit kann man der Musik dann enormen Schub verleihen.»

Aus Soloprojekt wird eine Band

Manuel Gagneux spielte alles selbst ein, einzig die Drums sind programmiert, «weil ich kein begnadeter Schlagzeuger bin». Er nahm auch alles selbst mit dem Laptop und «einem einfachen Mikrofon» auf und mischte es. «Ich habe nur schlechtes Equipment benutzt», meint er lachend, «aber das war auch ein Vorteil».

Was er damit wohl meint: Die Aufnahmen klingen wahrlich nicht perfekt, doch erhöht das auch die Authentizität. Um die Songs auf der kommenden Tournee packend darbieten zu können, hat er nun mit fünf Musikern eine Band zusammengestellt, für die er bereits neues Material schreibt – das Album ist ja nur 25 Minuten lang.

«Man kommt nicht darum herum»

Bevor die Karriere richtig losgeht, hat sich Manuel Gagneux noch bei der SUISA angemeldet. Schon früh hätten ihm seine Eltern gesagt, er müsse unbedingt Mitglied werden. «Ich habe das früher belächelt. Und ich stand der SUISA ambivalent gegenüber, weil mir einige Bands erzählt haben, dass sie nicht gebucht würden von Klubs, wenn sie SUISA-Abgaben bezahlen müssen.»

Nun habe ihm aber sein Manager David Burger von ReeImusic die Mitgliedschaft ans Herz gelegt, weil man nicht darum herumkomme. Er macht sich noch keine Vorstellungen davon, was ihm das konkret bringen kann. «Ich bin Neumitglied und habe deshalb keine Ahnung, was ich erwarten kann.»

Tournee-Daten in der Schweiz und Umgebung:
14. April 2017 Czar Fest Basel, 3. Mai 2017 Magnolia Milano, 4. Mai 2017 Usine Genf; zudem sind im Sommer Festival-Auftritte geplant.

www.zealandardor.com, offizielle Website von Zeal & Ardor

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«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
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Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

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Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem…Weiterlesen

Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards | mit Video

Der Newcomer Nickless und der renommierte Produzent Thomas Fessler gewannen den ersten Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards 2016. Der gemeinsam komponierte Siegersong «Waiting» ist nicht vom Himmel gefallen sondern bedeutete viel Arbeit im Teamwork. Auch bei den Swiss Music Awards 2017 zeichnet die SUISA die Leistung der Komponisten und Textautoren mit einer Auszeichnung aus.

Die erste Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards ging an einen Newcomer und einen Routinier: Der 21-jährige Zürcher Nickless und der Produzent Thomas Fessler erhielten den Preis für den gemeinsam komponierten Song «Waiting».

Hinter dem Song steckt neben Inspiration viel Arbeit, die sich über eine lange Zeitdauer erstreckte. «Waiting» erreichte im April 2015 als Höchstposition Platz 14 in der Schweizer Single-Hitparade und wurde 2016 mit dem Swiss Music Award in der Kategorie «Best Hit» ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit der SUISA wurden im Rahmen dieser Kategorie 2016 erstmals auch die Komponisten und Textautoren geehrt. Durch den Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards könne das Publikum merken, dass Songs nicht vom Himmel fielen sondern viel Arbeit und Herzblut darin stecke, meinte der Produzent Thomas Fessler im Interview. Nickless freute sich über die Bestätigung für das Werk, die er durch die Auszeichnung erhalten habe.

«Hinter jedem grossem Hit stehen Komponisten und Textautoren», sagt Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA. «Für die SUISA ist es wichtig, dass auch die Arbeit dieser Urheber an den Swiss Music Awards gewürdigt wird.» Deshalb wird 2017 zum zweiten Mal ein Award an die Songwriter des Siegertitels in der Kategorie «Best Hit» vergeben.

Nominiert für den Swiss Music Award 2017 in der Kategorie «Best Hit» und damit auch für die Auszeichnung für Songwriter sind folgende Künstler respektive Songs:

«Angelina»
Komponisten und Textautoren: Andreas «DJ Arts» Christen, Dabu Bucher, Gianluca Giger
Interpret: Dabu Fantastic

«Thank You»
Komponisten und Textautoren: Arie Storm, DJ Antoine, Eric Lumière, Fabio «Mad Mark» Antoniali
Interpret: DJ Antoine

«Monbijou»
Komponisten und Textauoren: Joachim Piehl, Lucien Spielmann, Manillio
Interpret: Manillio

Die Auszeichnung für Songwriter wird im Namen der SUISA, der Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, vergeben anlässlich der Preisverleihung der Swiss Music Awards am 10. Februar 2017 im Hallenstadion in Zürich.

Nickless, Website
571 Recording Studios, Website
Swiss Music Awards, Website

Die SUISA ist Mitglied des Vereins Press Play. Der 2012 gegründete Verein ist offizieller Preisverleiher der Swiss Music Awards.

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Der Newcomer Nickless und der renommierte Produzent Thomas Fessler gewannen den ersten Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards 2016. Der gemeinsam komponierte Siegersong «Waiting» ist nicht vom Himmel gefallen sondern bedeutete viel Arbeit im Teamwork. Auch bei den Swiss Music Awards 2017 zeichnet die SUISA die Leistung der Komponisten und Textautoren mit einer Auszeichnung aus.

Die erste Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards ging an einen Newcomer und einen Routinier: Der 21-jährige Zürcher Nickless und der Produzent Thomas Fessler erhielten den Preis für den gemeinsam komponierten Song «Waiting».

Hinter dem Song steckt neben Inspiration viel Arbeit, die sich über eine lange Zeitdauer erstreckte. «Waiting» erreichte im April 2015 als Höchstposition Platz 14 in der Schweizer Single-Hitparade und wurde 2016 mit dem Swiss Music Award in der Kategorie «Best Hit»…Weiterlesen

Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video

Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre langjährige Anstellung als Filmemacherin beim Tessiner Fernsehen im Jahr 2012 aufgab, um sich voll der Musik zu widmen.

«Das Tessin ist im Vergleich zu Kanada ein strategisch guter Ort, um Musik zu machen und zu touren», erklärt Barbara Lehnhoff. «Man muss nicht gleich ein Flugzeug nehmen, wie dies in Nordamerika der Fall ist.» Sie liebt zudem das deutlich wärmere Klima, was nicht nur für ihr Wohlbefinden wichtig ist. «Hier kann man zu jeder Jahreszeit einfach rausgehen, um ein Video oder ein Foto-Shooting zu machen.» Die alte Heimat beeinflusst trotzdem bis heute ihre künstlerische Vision. «Ich wuchs in einer Art Indianerreservat mit starkem Kontakt zur Natur auf ‒ sehr unterschiedlich zu Europa.»

Peter Kernel elektronisch

Die Aussage mag verwirrend klingen, dass Camilla Sparksss «weniger ein Solo- als ein Nebenprojekt von Peter Kernel» ist. Doch Barbara Lehnhoff betont, dass sie auch die Stücke von Camilla Sparksss zusammen mit Aris Bassetti komponiert. «Wir machen alles zusammen, 24 Stunden pro Tag, und wir ergänzen uns auch beim Schreiben der Songs gut. Aris pflegt einen eher melodischen italienischen Stil und kümmert sich um die Arrangements. Ich bin direkter und mehr punkig.» Diese Seite kommt bei Camilla Sparksss stärker zum Ausdruck. Dieses Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, eine Art elektronische Version von Peter Kernel zu schaffen; nicht zuletzt, um an den Konzerten weniger Equipment schleppen zu müssen. «Bei Camilla Sparksss ist die Musik verspielter und mehr auf Fun ausgelegt. Und wenn wir eine Idee haben, können wir sie am Computer sofort ausprobieren.»

Der Ursprung eines Songs liegt allerdings meist im Gitarrenspiel von Aris Bassetti, wenn er nach einer Melodie sucht. «Wir entscheiden erst im Verlauf des Songwritings, für welches Projekt wir das Stück verwenden. Falls es für Camilla Sparksss ist, wandeln wir es in einen elektronischen Song um.» Sobald sie Arrangements ausprobieren wollen, wechseln sie von der Wohnung in einen nahe gelegenen Übungsraum. «Dort können wir viel Lärm machen, weil er sich im Untergeschoss befindet», meint Barbara Lehnhoff lachend. «Wenn wir die Gesangsteile schreiben, müssen wir auch schreien können.» Sie bezeichnet den Stil von Camilla Sparksss als Hyper Pop. «Bezüglich Melodien und Arrangements kann man diese Songs zum Pop zählen. Aber wie wir an die Grenzen gehen, ist es hyper – das gehört zu unserem Punk-Approach.»

Girl-Power auf der Bühne

Camilla-Sparksss-VideostillErst am Konzert kommen die Songs richtig zur Geltung. «Die Live-Darbietung ist der Grund für alles, was wir mit den beiden Projekten tun. Erst auf der Bühne wird unser künstlerisches Schaffen vollendet.» Bei Camilla Sparksss wird es zu einer regelrechten Performance, die wie die schrille Show eines Girl-Power-Projekts wirkt. Barbara Lehnhoff singt lauthals und spielt Synthesizer zu den Rhythmen einer Schlagzeugmaschine, während eine weitere Frau dazu tanzt. «Die Tänzerin repräsentiert gewissermassen die körperliche Seite der Schlagzeugmaschine – und schwitzt entsprechend wie ein Schlagzeuger.»

Nicht zuletzt dank der vielen Konzerte können Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti seit 2012 von der Musik leben. Für einige Tourneen, die sie sogar nach Kanada und in die USA geführt haben, erhielten sie auch Unterstützung von der FONDATION SUISA. «Aber es ist hart, von der Musik zu leben», meint Barbara Lehnhoff trocken. «Und es ist nur möglich, weil wir auch alles darum herum selbst machen: die Videos, die Grafik, das Management, unser Label On The Camper Records.» Aber die beiden Musiker machen eben nicht Pop im kommerziellen Sinn. Deshalb werden sie nur selten am Radio gespielt und erhalten entsprechend nicht viel Geld. «Die Abrechnungen der SUISA sind für uns aber immer wie ein schönes Weihnachtsgeschenk», meint Barbara Lehnhoff lachend.

www.camillasparksss.com, offizielle Website

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» geben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Barbara Lehnhoff aka Camilla Sparksss wurden bereits Carrousel und Marcel Oetiker mit Video auf dem SUISAblog.ch und in der Broschüre Ausgabe 2015 (PDF, 8.17 MB) vorgestellt. Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti gehörten als Duo Peter Kernel zu den Nominierten für den Schweizer Musikpreis 2016.

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Wo-neue-Musik-entsteht-CoverDie SUISA ist da, wo neue Musik entsteht Mehr als 80 neue Werke melden die Mitglieder durchschnittlich jeden Tag bei der SUISA an. Mit ihrer Dienstleistung verschafft die SUISA den Komponisten und Textautoren Freiraum, um neue Musik zu schaffen. Als Bindeglied zwischen den Urhebern und jenen, die Musik ausserhalb des privaten Rahmens nutzen, ermöglicht sie, dass Musik öffentlich aufgeführt, gesendet oder online angeboten und dadurch vom Publikum entdeckt werden kann. Diesen Gedanken will die SUISA in ihrer Kommunikation verstärkt hervorheben. Weiterlesen
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Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre…Weiterlesen

«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song»

Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

Tobias Jundt Bonaparte Interview

Mit seinem neuen Projekt Mule & Man ist Tobias Jundt (liegend) zusammen mit Kid Simius (stehend) am Samstag, 17. September 2016, im Les Docks am Festival Label Suisse live zu erleben. (Foto: Melissa Jundt)

Was bedeutet Ihnen die Nomination für den Musikpreis des Bundesamtes für Kultur?
Tobias Jundt: Es ehrt mich natürlich, dass meine Kunst auch als solche erkannt und gewürdigt wird. Gerade wenn man etwas kreiert, was normalerweise eher zwischen Stuhl und Bank fällt und nicht klar eingeordnet werden kann, braucht es auch seine gute Zeit, um überhaupt als Künstler mit einer eigenen Sprache wahrgenommen zu werden. Es ist ja eigentlich unmöglich, bei der dargebotenen Vielfalt das Schaffen der einen mit dem Œuvre der anderen zu vergleichen oder zu gewichten. Aber ich bin nach 30 Jahren als Songschreiber durchaus geschmeichelt, die kulturelle Sprache meines Landes als eine mögliche musikalische Stimme mitvertreten zu dürfen.

Den Musikpreis vergibt das BAK 2016 im Vorfeld des Festivals Label Suisse. Das Festival in Lausanne bringt an 3 Tagen hauptsächlich Schweizer Musik aus verschiedenen Genres auf die Bühnen. Die Konzerte können kostenlos besucht werden. Weshalb braucht die Schweizer Musik einen Musikpreis vom BAK und ein Festival wie das Label Suisse?
Ich denke, wir können uns einfach dankbar schätzen, einem Staat angehörig zu sein, der sich die Zeit nimmt, Kunst zu würdigen, und glücklicherweise auch noch das Kleingeld in der Tasche sitzen hat, den geehrten Künstlern durch diesen Preis ihr Schaffen temporär ein gutes Stück zu vereinfachen. Alle der hier Nominierten würden auch ohne Preisverleihung unerbittlich das tun, was sie tun, und dem Wellengang des Lebens trotzen. Dass das BAK uns dabei unterstützt und ein wenig silbernen Wind in die Segel bläst, darf man dankend annehmen.
Festivals sind Orte, wo man etwas entdeckt. Zuhörer entdecken Musikkapellen, Künstler entdecken andere Künstler, Kollaborationen entstehen und der Schwyzerörgeli-Fan verliebt sich am Rande in den Stockhausen-Liebhaber. Festivals ersetzen nie das abendfüllende Konzerterlebnis eines Künstlers, aber als Disziplin des Austausches und des Aufeinanderprallens von Ausdruck sind sie sehr wichtig. Sich für eine breite und weltoffene Kultur stark machen ist immer der richtige Weg.

«Es braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht.»

Gegenüber der NZZ haben sie einmal gesagt, dass man in der Schweiz nur mit Mainstream-Pop-Musik oder in stark subventionierten Genres wie Jazz oder Klassik überleben könne. Was muss sich ändern, dass das vielfältige Schweizer Musikschaffen sowohl in der Heimat als auch im Ausland vermehrt gehört wird?
Ein Problem ist, dass eine nur auf die Schweiz bezogene musikalische Nische halt wirklich klein ist, sodass sie nicht als Hauptberuf sondern eher ergänzend ausgeübt werden kann. Man muss also entweder in einem absatzstarken Genre oder einem subventionierten Umfeld tätig sein, oder sich eben geografisch ein grösseres Territorium vorknöpfen. Letzteres braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht. Ausser die Motiviation für diesen künstlerischen Wahnsinn kommt von ganz tief drin, gibt es leider für die meisten Schweizer keinen dringlichen Grund hierfür, die bereits vorherrschende Lebensqualität aufs Spiel zu setzen. Man muss ja schon auch ein wenig verrückt sein, darauf zumindest temporär verzichten zu wollen, um da draussen einen harten musikalischen Acker zu bestellen. Ich treffe auf meinen Reisen immer wieder sehr aktive Auslandschweizer. Es mangelt sicher viel weniger am Talent als an der Einstellung.

Seit 2006 leben und arbeiten Sie in Berlin und haben sich dort etabliert. Wie kann man als Schweizer Songschreiber im Ausland bestehen und wie wird die Schweizer Musik Ihres Erachtens im Ausland wahrgenommen?
Die meisten Menschen dieses Sonnensystems lieben die Schweiz und das, was sie verköpert. Das vergisst man manchmal, wenn man zu lange auf dem Berg sitzt. Wenn ich für andere Künstler in Berlin oder New York Musik schreibe, fragt schlichtweg niemand danach, wo ich aufgewachsen bin. Es geht immer genau nur um eines: für die entsprechende Phase eines Künstlers das richtige Werk zu schreiben. Und da kann es um kommerziellen Erfolg oder um künstlerische Erneuerung gehen. Und wenn ich als Solokünstler Bonaparte von Beijing bis Wellington meine Songs singe, fragt auch niemand nach meiner Herkunft – obwohl ich ehrlich gesagt sehr gerne anfüge, dass ich Schweizer bin – weil es mich gerade von den meisten da draussen unterscheidet und wichtiger Teil meines Wesens ist. Um bestehen zu können, muss man einen wachsamen Geist haben und die verschiedenen Parameter der Kulturen aufsaugen und einsetzen. Jeder kann das, egal wo er herkommt.

«Ich behaupte, dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre.»

Sie wohnen in Deutschland, sind aber bei der Schweizer SUISA Mitglied. Weshalb?
Ich behaupte, – und diesen Standpunkt teilen auch einige ausländische Autoren – dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Dies sage ich mit gutem Gewissen und aus eigener Überzeugung. Ich war in der Vergangenheit in den USA auch Mitglied der BMI und betreibe einen Verlag bei der GEMA. Alles gut und recht, aber die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre. Ich mochte die Zeit unter Poto Wegener sehr und hatte durch seine Unterstützung damals auch begonnen, mich intensiver mit dem Urheberrecht zu befassen. Die guten Beziehungen zum Hause SUISA sind geblieben und ich schätze den gegenseitigen Austausch und Respekt sehr.

An der Zürcher Hochschule der Künste unterrichten Sie im Fach «Songwriting». Kann man lernen, einen Hit zu schreiben? Welche Ratschläge geben Sie den Studenten für das Komponieren mit auf den Weg?
Meistens rate ich ihnen vor allem, alles zu vergessen, was sie zu wissen glauben. Ich äussere gerne meinen Wunsch, dass sie als Menschen und nicht als Musiker Songs schreiben sollen. Natürlich helfen uns analytisches oder theoretisches Wissen und praktische Techniken, um aus musikalischen Sackgassen schneller herauszufinden. Aber im Kern der Ideenfindung unterscheidet uns nicht sehr viel von Herrn und Frau Hugentobler, welche morgens in der Dusche eine Melodie pfeifen. Man kann sich natürlich wie bei allem im Leben – sei dies die Schlägerhaltung des Golfspielers oder das Kamasutra für den Liebhaber – eine Technik aneignen, mit der man es an jedem grauen Tag der Woche schafft, gute Songs zu schreiben. Aber gute Songs gibt es eben auch viele und genug – man muss vielmehr versuchen, diese Songs mit dem gewissen Etwas zu schreiben; die Songs, welche auch nach dem Lebenswerk von Lennon-McCartney und Udo Jürgens und Igor Strawinsky und Daft Punk trotzdem in ihrem Genre noch eine Berechtigung haben, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Das gelingt nicht immer, aber dafür muss der Songwriter morgens aufstehen – für den Versuch, einen Song zu schreiben, der diese Welt auf seine Art noch bereichert.

«Das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee.»

Der Musiker auf der Konzertbühne ist nicht zwingend der Songschreiber, der neben dem Star im Rampenlicht häufig in Vergessenheit gerät. Wie können Komponisten in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Schatten der Interpreten treten?
Die Frage ist, ob er dies muss. Ich singe nur die Songs, die ich keinem anderen Interpreten zutrauen kann. Der psychologische Druck, der auf einen Frontmann und Interpreten zu fallen kommt, kann auf Dauer auch ganz schön anstrengend sein. Ein Songwriter kann jedoch im Hintergrund agieren, irgendwo unbemerkt an sein Klavier sitzen, um sich nur auf den Kern der Musik zu konzentrieren. Und glauben sie mir, das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee. Nichts und gar nichts schlägt den wirklich gut geschriebenen Song, der das Handwerk geschickt mit dem Orginellen verbindet. Es besteht also durchaus Hoffnung für alle, die den Teufel an die Wand gemalt glaubten. Ich bin sehr froh damit, bei der SUISA ein Dutzend Pseudonyme zu bedienen – songwriterische Rollen, in die ich je nach Stilrichtung oder Stimmung schlüpfen kann und die nicht einmal meine engsten Freunde beim Namen kennen. Ich mag es, dass das professionelle Songschreiben manchmal auch einfach ein Gehemnis zwischen mir und einem Blatt Papier bleibt. Wenn der Musiker auf der Bühne irgendwas Seltsames tut, spricht am Tag darauf jeder darüber. Wenn der Komponist nackt ein kleines Streichquartettchen komponiert und dazu zwei Gläser Erdnussbutter löffelt, interessiert es keinen. Ich finde das gut so. Wichtig ist, dass wir Komponisten uns austauschen und dass unsere Rechte im Wandel der Zeit vertreten werden.

Musik für Dritte komponieren oder wie mit Mule & Man auf der Bühne performen – was macht für Sie den Reiz der beiden Tätigkeiten aus?
Ich hatte durchaus auch elitäre Phasen in meinem Leben, in denen ich nur diese eine Art von Free Jazz oder jene Spielart von Soul als hörenswürdig empfand. Aber am Ende des Tages bin ich leider einfach ein musikalisch gequälter Polyamorist, welcher alle Arten von Musik innigst liebt und eben auch miterfinden muss. Ich finde Befriedigung genauso beim Komponieren von Streicher- oder Bläser-Arrangements, Protestsongs, Punk-Chansons, Filmmusik, elektronischer Musik, experimentellen Geräuschfrickeleien oder Countrymusik für Gehörlose. Ich mag es, dass es zwischen dem Komponisten und dem Zuhörer diese endlose Fülle an kombinatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen gibt.

Links
Bonaparte, offizielle Website
Mule & Man, offizielle Facebook-Fanseite
Label Suisse, Website des Festivals
Schweizer Musikpreis, Informationsseite des Bundesamtes für Kultur

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«Ohne eine Institution wie die SUISA wären ganz viele Lieder nie entstanden»

Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied. (Foto: zVg)

Peter Reber, Sie sind seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Weshalb?
Peter Reber: Dass man sich in einer Bäckerei nicht gratis im Brotgestell bedient, ist für jedermann plausibel. Dass man sich nicht gratis an geistigem Eigentum bedient, ist erklärungsbedürftiger und komplexer. Komponisten und Texter sind selbst nicht in der Lage, ihre Interessen national und international zu wahren. Ohne eine Institution wie diejenige der SUISA und ihrer internationalen Partner wäre es mir nie möglich gewesen, auch eine wirtschaftliche Grundlage für meine Tätigkeit zu finden. Ganz viele Lieder wären nie entstanden. Die SUISA nimmt nicht nur meine wirtschaftlichen Interessen wahr, sie ist Voraussetzung für eine vielfältige, breite musikalische Tätigkeit in unserem Land.

Urheberrechtsfragen unterliegen einem Wandel. Wie müssen Künstler und Musiker sich anpassen?
Natürlich liegt es auch an uns Künstlern, uns mit diesen Fragen zu befassen. Wir erleben diese Entwicklungen ja in unserem Alltag. Durch die digitale Revolution wie verlustfreies Kopieren und die rasante Entwicklung der neuen Medien, sprich: des Internets, sind viele neue Fragen zu beantworten. Als Künstler gebe ich meine Feedbacks und meine Anliegen an die SUISA weiter; im Gegenzug profitiere ich von den Workshops und Infos, welche die SUISA uns Autoren offeriert.

Der Bundesrat möchte Verwertungsgesellschaften viel stärker an den Staat binden. Wie stehen Sie zu diesen Plänen?
Seit 45 Jahren bin ich Mitglied der SUISA. Als Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter kenne ich das ganze Spektrum des Musikgeschäftes. Es ist hochkomplex, erstreckt es sich doch von ästhetischen, organisatorischen bis hin zu rechtlichen Fragen. Durch die Flexibilität und die flache Hierarchie in der SUISA war es mir immer möglich, für meine Probleme einen Ansprechpartner zu finden. Durch das profunde Fachwissen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wusste ich meine Anliegen stets gut aufgehoben. Ich hätte grosse Bedenken, wenn Staat und Politik nun vermehrt Einfluss und Kontrolle auf unsere Urheberrechtsgesellschaft nehmen. Es ist für mich wichtig, dass sich die SUISA eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt. Nur so kann sie die Anliegen von uns Urhebern glaubhaft vertreten und wird nicht zum Tummelfeld anderer politischen oder wirtschaftlichen Interessen.

Wo könnte das Urheberrecht aus Ihrer Sicht verbessert werden?
Es gibt immer und überall Verbesserungsmöglichkeiten. Wichtige Schritte sind von Seiten der SUISA aber schon in mancher Hinsicht eingeleitet worden: Heute haben z. B. Urheber die Möglichkeit, sich nur in Teilgebieten durch die SUISA vertreten zu lassen und andere selbst wahrzunehmen.
Das grösste Problem ist und bleibt aber die Tatsache, dass die Öffentlichkeit noch immer nicht genügend Verständnis dafür aufbringt, dass auch geistiges Eigentum schützenswert ist und abgegolten werden muss. Daran müssen wir Urheber und unsere SUISA weiterarbeiten.

Über Peter Reber
Mit mehr als 40 Gold- und Platinauszeichnungen für über zwei Millionen verkaufte Tonträger gehört Peter Reber zu den erfolgreichsten Schweizer Komponisten, Textautoren und Interpreten. Von 1968 bis 1981 war er Mitglied der erfolgreichen Gruppe Peter, Sue & Marc. Danach begann er eine ebenso erfolgreiche Solokarriere. Im Laufe seiner Karriere schrieb Peter Reber über eintausend Texte, Melodien und Bearbeitungen und lieferte sechs Schweizer Beiträge für den Eurovision Song Contest. Seine Kompositionen wurden von über hundert nationalen und internationalen Künstlern, von Volksmusikern bis zu Rockern, auf Tonträger veröffentlicht. Dieses Jahr erhielt er den Swiss Music Award für sein Lebenswerk. www.peterreber.ch

Das Interview mit Peter Reber wurde geführt für den im September 2016 erschienenen Sessionsbrief von Swisscopyright. Swisscopyright ist das gemeinsame Dach der fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften ProLitteris, SSA, SUISA, Suissimage und Swissperform. Mit dem Sessionsbrief informieren die Gesellschaften Interessierte aus politischen Kreisen und die Öffentlichkeit und über Themen rund um das Urheberrecht.

Swisscopyright Sessionsbrief September 2016 (PDF)
Swisscopyright Website

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  1. Giorgio Tebaldi sagt:

    Lieber Jean-Pierre

    Die SUISA kommuniziert seit 2008 die Löhne der Geschäftsleitung transparent in ihrem Jahresbericht (www.suisa.ch/jahresbericht). 2015 belief sich der Lohn unseres Generaldirektors auf CHF 307’506, wie man im letzten Jahresbericht auf Seite 32 lesen kann; insgesamt erhielten die drei GL-Mitglieder CHF 776’349. Das ist um einiges tiefer als die von Dir genannten CHF 400’000 pro Person.

    Die Verwaltungskosten sind für die SUISA natürlich ein wichtiges Thema, und wir sind entsprechend darum bemüht, unseren Aufwand so gering wie möglich zu halten. Dass die Kosten der SUISA – und auch der anderen vier Schweizer Verwertungsgesellschaften – in einem angemessenen Rahmen sind hat Ende 2015 übrigens eine Studie im Auftrag des Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) gezeigt: http://blog.suisa.ch/de/die-suisa-arbeitet-kostenbewusst/ / https://www.ige.ch/fileadmin/user_upload/Urheberrecht/d/Studie_Verwaltungskosten/MM_IGE_Abschluss_der_Verwaltungskostenanalyse14012016.pdf.

    Herzliche Grüsse
    Giorgio Tebaldi / Leiter Kommunikation

  2. Nicht nur als langjähriges SUISA-Mitglied (Tonträger „Face the world“ von A touch of class; jp’s acoustic instrumentals & Disco (S)Hits) bin zwar generell und grundsätzlich ebenso gegen staatliche Eingriffe aller Art.
    Da ich bis Ende April ’13 hauptberuflich 18 Jahre lang als geschäftsleitender Berater der Communication Executive AG (Tochter des Headhunters Engineering Management Selection Schweiz) aktiv war, ist mir allerdings konkret bekannt, welche fürstlichen Löhne sich die erweiterte Geschäftsleitung der SUISA seit Jahrzehnten genehmigt: Da es sich dabei um über 400’000.- CHF Jahresgehalt pro Person und Jahr handelt, ist nur völlig logisch und nachvollziehbar, dass die Entschädigungen an all die echten Musiker und musikalisch eher trivialen Musikanten zur Deckung dieser „Overhead“-Kosten ZU LASTEN der Künstler allzu mickrig ausfallen müssen!
    Gegen diesen Schutz der GF-Pfründe ist längst konkreter Handlungsbedarf angezeigt; und es wäre äusserst sinnvoll, wenn die SUISA-Verantwortlichen diesbezüglich selbst ein Einsehen hätten!…

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Der bekannte und beliebte Schweizer Musiker Peter Reber ist seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Im schriftlichen Interview erläutert der Komponist, Textautor, Interpret und Verleger, weshalb seine Verwertungsgesellschaft für ihn wichtig ist und wieso es aus seiner Sicht keine verschärfte Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften braucht.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied.

Peter Reber ist Komponist, Texter, Verleger, Interpret und Veranstalter und seit 1971 SUISA-Mitglied. (Foto: zVg)

Peter Reber, Sie sind seit 1971 Mitglied bei der SUISA. Weshalb?
Peter Reber: Dass man sich in einer Bäckerei nicht gratis im Brotgestell bedient, ist für jedermann plausibel. Dass man sich nicht gratis an geistigem Eigentum bedient, ist erklärungsbedürftiger und komplexer. Komponisten und Texter sind selbst nicht in der Lage, ihre Interessen national und international zu wahren. Ohne eine Institution wie diejenige der SUISA und ihrer internationalen Partner wäre es mir nie möglich gewesen,…Weiterlesen

«Im Blues spiegelt sich die Seele»

Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Text von Michael Welti

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Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

«Mein Vater spielte Gitarre und sang – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», schreibt Yannick Nanette. Er ist die eine Hälfte von The Two; einer Band, die sich dem Blues verschrieben hat. «Im Blues, in seiner ganzen Tiefe und befreiten Wahrheit, spiegelt sich die Seele», schreibt er weiter. In der Musik und da, wo sie ihn hinführt, findet er zu sich selbst.

Yannick Nanette wuchs im Inselstaat Mauritius auf. «Mein Onkel hörte oft Louis Armstrong, Fats Domino und Big Bill Broonzy. Ich verstand nicht viel von dem, was gesagt wurde, ich war noch klein. Aber ich liebte den Rhythmus, die Bewegung, die Ausdruckskraft», erinnert sich der Künstler. «Doch neben diesen Bezügen zu den USA entdeckte ich ein ähnliches Timbre in der traditionellen mauritischen Musik, dem Sega, mit der Stimme von ‹Ti-Frère› oder – neuer – bei Eric Triton: dieselbe wilde Stärke, eine fröhliche Ernsthaftigkeit und der Wunsch nach Unabhängigkeit. Das ist auch völlig verständlich, denn der Sega geht ebenfalls auf die Zeit der Sklaverei zurück.

«Der Blues ist heute noch sehr präsent», schreibt Yannick Nanette. «Man muss nur den Fernseher einschalten und sich die Bilder der Menschen anschauen, die sich im Namen von Komfort und Individualismus gegenseitig auffressen. Die Sklaverei der 1800er-Jahre ist vorbei. Die von Billie Holiday besungenen ‹strange fruits› hängen nicht mehr, doch über uns schwebt die im Mensch schlummernde Monstruosität in ihrer ganzen Bandbreite. Die moderne Knechtschaft ist farbenblind. Es geht nicht um schwarz oder weiss; die Baumwolle von heute heisst Geld, und der Mensch krümmt sich, um ihm zu dienen.»

Sweet Dirty Blues

Mit 13 Jahren begann Yannick Nanette Gitarre zu spielen und zu singen. Vier Jahre später entdeckte er die Mundharmonika im Bus Richtung Port-Louis. Hinter ihm sass regelmässig ein Mundharmonikaspieler namens Ignace. «Während der einstündigen Fahrt wirbelten und swingten die Töne auf der Hinterbank. Das war unglaublich!» Yannick war fasziniert und fragte den Musiker, ob er ihm das Mundharmonikaspiel beibringen könnte. Der Mann sagte zu.

Heute lebt der 33-jährige Yannick in Lausanne. Die zusammen mit seinem Freund Thierry Jaccard gegründete Band The Two veröffentlichte 2014 ihr erstes Album, «Sweet Dirty Blues». Inzwischen haben die beiden über 130 Konzerte gespielt, unter anderem an Festivals in Kroatien, Dänemark, Italien und Frankreich.

SUISA-Mitgliedschaft

Im Moment finanziert Yannick Nanette einen Teil seiner Lebenskosten mit Musik. «Ich bin zurzeit am Studieren und arbeite nebenbei wenige Prozente als Lehrkraft. Die beiden Standbeine bringen just so viel ein, dass ich mich ernähren und meine Versicherungen usw. bezahlen kann. Philosophisch betrachtet verdiene ich mein Leben und lebe dank der Musik», fügt Nanette bei.

Die SUISA-Mitgliedschaft hat für Yannick Nanette einen grossen Vorteil: «Ich kann die Rechtewahrnehmung delegieren im Wissen, dass sich eine kompetente und langjährige Organisation wie die SUISA darum kümmert. Das ist eine Erleichterung und entlastet mich zeitlich. Die eingesparte Zeit kann ich ins Musikschaffen investieren. Ich bin zufrieden und hoffe, dass die SUISA weiterhin so gute Arbeit leisten wird. Ausserdem erwarte ich von der SUISA Transparenz, denn gegenseitiges Vertrauen ist für die Kontinuität wichtig.»

www.the-two.ch, offizielle Website von The Two

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Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

«Mein Vater spielte Gitarre und sang – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», schreibt Yannick Nanette. Er ist die eine Hälfte von The Two; einer Band, die sich dem Blues verschrieben hat. «Im Blues, in seiner ganzen Tiefe und befreiten Wahrheit, spiegelt sich die Seele», schreibt er weiter. In der Musik und da, wo sie ihn hinführt, findet er zu sich…Weiterlesen

«Der Kleine Prix Walo ist ein schönes Erfolgserlebnis für die Seerugge Feger»

Die Seerugge Feger aus dem Kanton Thurgau haben den Kleinen Prix Walo 2015 in der Kategorie Volksmusik gewonnen. Der Songschreiber der Band, Philipp Manser, ist vor Kurzem neu der SUISA beigetreten. Eine Spurensuche, wie der «Feger-Sound» entsteht und was man damit erreichen kann.

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Philipp Manser im Proberaum der Seerugge Feger: Im Keller des elterlichen Wohnhauses feilt die Band ein Mal wöchentlich an Songs und Sound. (Foto: Manu Leuenberger)

«Der Sieg beim Kleinen Prix Walo ist ein weiteres schönes Erfolgserlebnis für die Seerugge Feger», sagt Philipp Manser. Er ist der Leadsänger und spielt Schwyzerörgeli im Quartett, das neben ihm aus seinem Bruder Fabian Manser (Gesang, Schlagzeug) sowie den Cousins Tobias Manser (Gesang, Schwyzerörgeli) und Sandro Holenstein (Gesang, E-Bass) besteht. Mit der Band Seerugge Feger haben die Musiker, alle zwischen 23 bis 25 Jahre alt, den Kleinen Prix Walo 2015 in der Kategorie Volksmusik gewonnen.

Der Erfolg beschränkt sich nicht nur auf den Pokal, den Prix-Walo-Stern, den sie beim Final im Dezember 2015 im aargauischen Birr als Gewinner entgegennehmen durften und «auf den man als Erinnerungstück zurückschauen kann». Die Teilnahme am Nachwuchswettbewerb brachte sie in Kontakt mit Leuten aus dem Musikgeschäft. «Zudem wurde und wird dadurch über unsere Gruppe in den Medien berichtet», freut sich Philipp Manser: «Wir dürfen auch an der Gala des ‹grossen› Prix Walo mit dabei sein und werden dort auftreten können.»

Beim Songschreiben kommt zuerst der Text

Am Final des Kleinen Prix-Walo haben die Seerugge Feger das Stück «Alles was i bruch» zum Besten gegeben. Ein Stück, das Philipp Manser komponiert und getextet hat. «Das hat mich persönlich sehr gefreut, dass wir die Jury mit einem selbst geschriebenen Titel überzeugen konnten», sagt der 23-Jährige.

Bei der Gründung vor fünf Jahren hiess die Band zunächst Seerugge-Trio. Mit der Erweiterung zum Quartett wenig später wurde sie in Seerugge Feger umbenannt. Auf der Website der Gruppe sind die Funktionen der Bandmitglieder klar definiert. Fabian ist zuständig für das Booking. Sandro kümmert sich um die Finanzen. Tobias zeichnet verantwortlich für die Technik. Philipp ist der Songschreiber.

«Meine Cousins und mein Bruder mögen meine Stücke mit schweizerdeutschem Text», sagt Philipp Manser, «meistens jedenfalls kriege ich von ihnen für meine Textideen den Daumen hoch gezeigt.» Ein neues Stück fängt der Songschreiber der Seerugge Feger mit dem Text an. Der Text gibt eine Atmosphäre, eine Stimmung für den Song vor. Daraus entsteht eine Melodie. Um die Melodie herum wird die Begleitung, das Arrangement geschaffen.

Schwyzerörgeli ersetzen Gitarren

Jeden Montag trifft sich die Band zur gemeinsamen Probe. Die sorgsam verklebten Eierkartons an der Decke zeugen von enthusiastischer Handarbeit bei der Einrichtung des Übungsraums im Keller des Wohnhauses, in dem Philipp Manser zusammen mit seinem Bruder noch bei den Eltern in Hörhausen im Thurgau in ländlicher Umgebung lebt.

Bei den Proben kriegen die Bandmitglieder die musikalischen Ideen zu den Texten zu hören. «Ich sehe es ihren Gesichtern schon nach wenigen Takten an, ob für die Idee Begeisterung oder keine Begeisterung besteht», erzählt Philipp Manser. Gefällige Ideen werden ausgearbeitet oder Änderungsvorschläge gemeinsam besprochen und die Stücke angepasst.

«Wir wollen, dass unsere Songs den typischen ‹Feger-Sound› haben», sagt der Songschreiber Manser. «Vom Prinzip her übernehmen wir Gitarrensachen auf dem Schwyzerörgeli, soweit das möglich ist, und Schlagzeug und Bass spielen einen speziellen Groove.» Ihre Musik soll modern daherkommen, ist das erklärte Ziel der vier Musiker, die auf ihrer Website als Lieblingsbands Coldplay, AC/DC und Status Quo angeben.

Auftritte im Fernsehen und im Vatikan

Der «Feger-Sound» wird immer mehr Hörern volkstümlicher Musik bekannt. «Wir durften mit der Band schon einige schöne Dinge erleben», erzählt Philipp Manser. Gerne und lebhaft erinnert er sich an die Auftritte in der Sendung «Samstig-Jass» im Schweizer Fernsehen, beim Fest zum 1. August der Schweizer Garde im Vatikan in Rom, und natürlich an den Nachwuchswettbewerb des «Musikantenstadl», dank dem sie Ende 2014 in der 4-stündigen TV-Gala «Silvesterstadl» in Graz auftreten konnten.

Im Zusammenhang mit dem Auftritt im «Silvesterstadl» nahmen die Seerugge Feger ihr erstes Album auf. Die CD «Made in Switzerland» entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Uwe Altenried, dem Ex-Keyboarder der Klostertaler, und ist seit 2015 erhältlich. Eine neue CD befindet sich in Entstehung.

Aus Versehen erst erst seit Kurzem bei der SUISA

Das erste Schwyzerörgeli bekam Philipp Manser von seinem Onkel geschenkt. Dieser gab ihm im Bubenalter auch den ersten Unterricht. In der Folge wurde er mehrere Jahre lang an der Musikschule auf dem Instrument unterrichtet. Die ersten eigenen Stücke habe er für die Formation Die jungen Manser Buebe im Alter von 16 oder 17 Jahren komponiert, vermutet er, kann sich an das genaue Jahr aber nicht mehr erinnern.

Der SUISA ist Philipp Manser erst im Herbst 2015 beigetreten. «Das war ein Versehen», erklärt er, «wir sind davon ausgegangen, dass mich die Plattenfirma längst angemeldet hat.» Als er bei der SUISA etwas nachfragen wollte, ist das Versehen aufgefallen und die Anmeldung wurde nachgeholt.

Mittlerweile hat er im Frühling die erste Abrechnung von der SUISA erhalten. Mit den ausbezahlten Vergütungen kann er keine grossen Sprünge machen. Den Lebensunterhalt vom Musikmachen zu bestreiten, steht für ihn im Moment ohnehin nicht zur Diskussion.

Kleiner Prix Walo weiterer Meilenstein für Seerugge Feger

«Wir sprechen ab und zu in der Band darüber, wie wir reagieren würden, wenn sich die Chance auf den grossen Durchbruch ergäbe», sagt Philipp Manser. Vorderhand arbeiten die Bandmitglieder alle noch in einem anderen Hauptberuf und betreiben die Musik nebenher.

Seit der Veröffentlichung der ersten CD letztes Jahr spielt die Band durchschnittlich drei bis vier Konzerte pro Monat. Die Konzertanfragen nehmen zu, häufig können die Musiker aus Zeitgründen nicht zusagen.«Wir sind zufrieden und gut ausgelastet, so wie es im Moment läuft», sagt Philipp Manser. Die Seerugge Feger nehmen Schritt für Schritt in ihrer Musikkarriere. Der Gewinn des Kleinen Prix Walo 2015 ist ein weiterer Meilenstein auf ihrem Weg.

www.seeruggefeger.ch, offizielle Band-Website

Der Prix Walo wird seit 1974 vom Verein Show Szene Schweiz vergeben. Mit der Auszeichnung werden die erfolgreichsten Schweizer Unterhaltungskünstlerinnen und –künstler in verschiedenen Sparten – von Pop/Rock, Hip Hop, Jazz/Blues, Blasmusik über Kabarett/Comedy, Film-, Bühnen- bis TV-Produktion und Schauspieler – geehrt. Die 42. Preisverleihung des Prix Walo findet am Sonntag, 8. Mai 2016, im Kongresshaus Zürich statt und wird live auf Star TV ausgestrahlt. Die SUISA unterstützt den Verein Show Szene Schweiz.

Mit dem Nachwuchswettbewerb Prix-Walo-Sprungbrett und der Verleihung des Kleinen Prix Walo sollen Schweizer Talente aus der der Showszene gefördert werden. Informationen inklusive Anmeldemöglichkeit für die Prix-Walo-Sprungbrett-Veranstaltungen 2016 finden sich auf der Website des Prix Walo.

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Die Seerugge Feger aus dem Kanton Thurgau haben den Kleinen Prix Walo 2015 in der Kategorie Volksmusik gewonnen. Der Songschreiber der Band, Philipp Manser, ist vor Kurzem neu der SUISA beigetreten. Eine Spurensuche, wie der «Feger-Sound» entsteht und was man damit erreichen kann.

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Philipp Manser im Proberaum der Seerugge Feger: Im Keller des elterlichen Wohnhauses feilt die Band ein Mal wöchentlich an Songs und Sound. (Foto: Manu Leuenberger)

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Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video

Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat und für die Musik brauchen», erklärt Sophie Burande. Anders als in einer Stadt können sie sich hier viel Raum leisten, sogar für die Lagerung des Live-Equipments. «Wir können hier zudem Lärm machen, ohne Nachbarn zu stören. Und der Wald ist nah, so dass wir zwischendurch spontan einen Spaziergang machen können». Der Hauptgrund aber ist gemäss Léonard Gogniat, dass «wir auf dem Land aufgewachsen sind und uns in der Natur wohler fühlen». Tatsächlich wuchs er in den nahen Franche-Montagnes auf, während Sophie Burande aus der französischen Auvergne stammt. Doch offensichtlich fühlt sie sich hier wie zuhause, denn die Landschaften ähnelten sich stark.

Die umfunktionierte Wohnung in Courtételle hat sich als Rückzugsort bewährt, um konzentriert an der Musik arbeiten zu können. «Wir bringen von unseren Tourneen viele Eindrücke nach Hause und können diese hier in Ruhe ordnen und als Grundlage für die Lieder verwenden», erläutert Léonard Gogniat. Dies bedeutet nicht, dass die Musik nur hier entsteht. Für das aktuelle, dritte Studioalbum «L’euphorie» gingen die Beiden auch je eine Woche nach Südfrankreich und nach Amsterdam, um «aus der gewohnten Umgebung herauszukommen und neue Einflüsse einzubringen».

Text und Melodie beim Komponieren miteinander verbunden

Ausgangspunkt eines neuen Lieds kann ein Graffiti auf einer Mauer oder ein Satz in der Zeitung sein, erklärt Léonard Gogniat. «Dies bringt mich auf eine Idee und dann auf ein Thema, zu dem ich nach Worten suche. Und da die Gitarre nie weit weg ist, beginne ich Akkorde zu spielen, woraus sich die Basis eines neuen Lieds ergibt.» Dann suchen die Beiden meist gemeinsam nach der passenden Melodie. «Manchmal hilft es dabei, auf einem Toy-Piano repetitiv Akkorde zu spielen», fügt Sophie Burande an. Sie erklärt auch, weshalb Musik und Text für sie so stark miteinander verbunden sind. «Wenn mir Worte in den Sinn kommen, muss ich sie im Kopf gleich singen, und damit ergibt sich bereits ein Ansatz für die Melodie. Diese kann sich danach allerdings noch komplett verändern, weil sie letztlich zum Text passen muss.»

Manchmal gefällt den Beiden eine daraus entstandene Demoversion eines Lieds nicht mehr. «Dann versuchen wir meist, den Text zu behalten, und ändern stattessen die Instrumente und die Arrangements», erklärt Léonard Gogniat «So entstehen oft mehrere Versionen eines Lieds mit demselben Text; manchmal erkennt man das ursprüngliche Lied dann gar nicht mehr.» Diesen Vorrang des Texts gegenüber der Musik erklärt er mit dem Gebrauch der Muttersprache, zumal diese an sich bereits über eine gewisse Musikalität verfüge. «Wir singen französisch, weil wir etwas sagen und Gefühle vermitteln wollen, auch eine gewisse Poesie. Die Texte sagen aber nicht, wie man denken oder handeln soll. Sie sind offener, damit sich die Hörer eigene Bilder zu den Texten machen können.»

Ausarbeitung und Entstehung von Songs im Ping-Pong-Verfahren

Carrousel-Video-PosterFür das aktuelle Album «L’euphorie» hat Carrousel erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet. «Wir waren an einen Punkt gelangt, wo wir uns von den ersten beiden Alben lösen wollten, um uns nicht zu wiederholen», erklärt Léonard Gogniat. «Wir waren an eine Grenze gestossen, was den möglichen Einsatz von zusätzlichen Instrumenten und Arrangements betrifft.» Die Beiden wählten Jean-Louis Piérot, weil dieser selbst Musiker ist und schon für Künstler wie Bashung, Etienne Daho und Miossec gearbeitet hat, deren Musik sie lieben. Und die Erwartungen haben sich erfüllt, «auch wenn wir oft überrascht waren, welche neue Farben die Lieder angenommen haben».

Die Zusammenarbeit lief im Ping-Pong-Verfahren ab, erinnert sich Léonard Gogniat. «Wir haben Jean-Louis Piérot zuerst die Basis-Demos geschickt, die wir nur mit Gitarre und Gesang aufgenommen haben. Der Produzent hat dann einiges als Vorschlag hinzugefügt und uns die Lieder zurückgeschickt. Einiges fanden wir super, anderes haben wir geändert und mit weiteren Vorschlägen zurückgeschickt.» So ging es hin und her ‒ und dann ins Studio.

Neu war den Beiden das Ping-Pong-Verfahren nicht, wie Léonard Gogniat mit einem Beispiel illustriert. «Wenn Sophie einen Liedtext geschaffen hat, kommt sie damit zu mir. Ich kann ihr dann vielleicht passende Musik dazu liefern. Wir versuchen dann diese Teile zusammenzubringen, bis es aufgeht.“ Sophie Burande ergänzt, dass dieses Verfahren auch helfe, «Blockaden zu lösen und die Musik zu bereichern, weil alle ‒ auch der Produzent ‒ so ihre speziellen Qualitäten einbringen können».

SUISA ein Partner für den Lebensunterhalt als Berufsmusiker

Seit 2012 können die Beiden «allein von der Musik, von unserer Passion leben». Aus Sophie Burandes Worten spricht nicht nur Stolz, sondern auch die Erleichterung, dass sie nicht mehr wegen Nebenjobs Konzertanfragen ablehnen müssen wie einst. Das Ausland hat für Carrousel schnell an Bedeutung gewonnen, vor allem was die Konzerte betrifft. Umso wichtiger ist es für Léonard Gogniat, dass «die SUISA ein Partner ist, der sich um die Abgeltungen kümmert». Er relativiert aber auch: «Die Ausschüttungen der SUISA sind für uns bisher eher eine Art Bonus». Sophie Burande findet es aber wichtig, dass «die SUISA für die Anerkennung jener Arbeit sorgt, die man nicht sieht ‒ das Schreiben der Kompositionen».

www.carrousel-musique.com

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» gaben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel werden Marcel Oetiker, Camilla Sparksss, Oliver Waespi und Eriah auf dem SUISAblog.ch und in der 2015 erstmals erschienenen Broschüre (PDF, 8.17 MB) vorgestellt.

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Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
«Der Preis der FONDATION SUISA 2015 gibt uns einen Schub für die Zukunft!» Das Duo Aliose erhält den diesjährigen Preis der FONDATION SUISA für seine herausragenden Leistungen im musikalischen Genre «Musique de variété». Seit dem Erscheinen ihres Debütalbums 2009 haben Aliose mehr als 250 Konzerte, davon ein Drittel ausserhalb der Schweiz, gespielt. Begegnet sind sich Alizé Oswald und Xavier Michel vor über 10 Jahren bei einem Workshop für Autoren, Komponisten und Interpreten. Die Preisträgerin und der Preisträger haben uns schriftlich Auskunft über ihre Musik, das Komponieren, den Preisgewinn und ihr nächstes Album gegeben. Weiterlesen
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«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

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