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Urheberrechtsrevision: Die Urheber und Verleger müssen von der Online-Nutzung ihrer Werke besser profitieren

Letzte Woche hat der Bundesrat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der  Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Beim Urheberrechtsgesetz braucht es dringend Regelungen für die Online-Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Wertschöpfung geht heute völlig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbei. Vor allem eine mächtige Internetindustrie profitiert stark dank Erträgen aus Werbung und Nutzungsdaten. (Grafik: yaichatchai / Shutterstock.com)

Viele Kulturschaffende, Nutzerverbände und andere Anspruchsgruppen werden die vorliegende Fassung des Urheberrechtsgesetzes mit Erleichterung aufgenommen haben: Der Gesetzestext ist ein Riesenschritt gegenüber dem unausgegorenen Entwurf, den der Bundesrat Ende 2015 präsentiert hatte, und der bei fast allen Interessensgruppen für Kopfschütteln gesorgt hatte. Das Ergebnis war eine Rekordzahl von über 1200 Stellungnahmen bis März 2016 und die Reaktivierung der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht AGUR12 II. Hierzu haben wir bereits im März dieses Jahres auf dem SUISAblog informiert.

Parlament soll den Weg für ein modernes Urheberrechtsgesetz bahnen

Die Arbeitsgruppe bestehend aus Kulturschaffenden, Produzenten, Nutzern, Konsumenten, Internet Service Providern, dem Bundesamt für Justiz sowie weiteren Vertretern der Verwaltung hat offensichtlich gute Arbeit geleistet: In der jetzt vorliegenden Fassung wurden die Vorschläge der Arbeitsgruppe weitgehend übernommen. Nun liegt es am Parlament, den Weg für die modernisierte Fassung des Urheberrechtsgesetzes zu bahnen. Die SUISA sowie die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften unterstützen den Kompromiss.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Verbesserungen braucht. Im Gegenteil – das grösste Probleme der Digitalisierung für die Kulturschaffenden bleibt nach wie vor ungelöst: Noch nie wurden geschützte Werke in Videos, Texten, Bildern und Musikdateien so stark genutzt wie heute über das Internet. Profiteure dieser Nutzung sind einige wenige grosse Internetfirmen, während die Wertschöpfung fast vollständig an den Kulturschaffenden – und damit den Inhaltsproduzenten – vorbeigeht.

Internet sei Dank: Musikliebhaber können heute fast überall und zu jeder Zeit auf eine enorme Anzahl Filme, Musikstücke, Bücher und Newsartikel zugreifen. Es braucht hierfür kein physisches Werkexemplar und somit auch keine Kopie mehr. Es genügt die Verfügbarkeit in der Cloud oder ein Abruf mittels Streaming. Neben Online-Verbreitern wie Apple, Spotify, Netflix oder Amazon werden heute Musik und Filme vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Youtube oder Facebook geteilt.

Viele Internetanbieter kümmern sich kaum um Urheberrechte

Die Online-Verbreiter kümmern sich in der Regel um die Urheberrechte und schliessen Lizenzverträge mit Produzenten und Verwertungsgesellschaften ab. Dadurch erhalten auch Musiker, Produzenten und andere Kulturschaffende eine Vergütung für ihre Arbeit. Anders ist die Situation bei Vermittlern wie z.B. den Social-Media-Plattformen und bei Aggregatoren wie Tunein. Die von ihnen bereitgestellten technischen Dienstleistungen erlauben es auch den Usern, urheberrechtlich geschützte Werke zu verbreiten. In solchen Modellen, bei denen geschützte Inhalte geteilt werden, kümmern sich die Anbieter jedoch kaum um die Urheberrechte. Im Gegenteil: Sie schieben die Verantwortung für deren Abgeltung regelmässig auf die User ab, welche die Inhalte hochladen.

Hinzu kommt, dass die Social-Media-Plattformen und Aggregatoren eine Konkurrenz zu Online-Verbreitern wie iTunes oder Spotify darstellen und hohe Gewinne erzielen, ohne die Urheber angemessen zu beteiligen. Eine europäische Studie zeigt auf, dass die Wertschöpfung für die Betreiber solcher Plattformen dank urheberrechtlich geschützter Werke wie Musik und Filme sehr hoch ist. Google z.B. macht 18% der Einnahmen dank geschützten Werken z.B. auf gesponserten Links. Würden die geschützten Werke wegfallen, sinkt die Klickrate und damit die Attraktivität der Suchseite. Noch höher ist die Wertschöpfung auf Plattformen wie Youtube, die zwei Drittel ihres Umsatzes mit urheberrechtlich geschützten Inhalten erwirtschaften – vor allem mit Werbung, aber auch mit dem Verkauf von Profildaten. Die Regelung der Urheberrechte schieben sie jedoch auf die Uploader ab, die dazu aber gar nicht in der Lage sind.

Diskussion um Transfer of Value muss auch in der Schweiz stattfinden

Die Urheber als die eigentlichen Schöpfer der Werke werden also bei solchen Plattformen nicht oder kaum vergütet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. In der EU wird schon länger über den Wertetransfer – den «Transfer of Value» – im Internet diskutiert. Es ist höchste Zeit, dass diese Diskussion auch in der Schweiz stattfindet. Es braucht hierzulande dringend Massnahmen, die der Verschiebung der Wertschöpfung weg von den Urheberinnen und Urhebern Einhalt gebietet – und damit auch die schleichende Enteignung der Kulturschaffenden. Social-Media-Plattformen, Aggregatoren und Suchmaschinen müssen zur einer Abgeltung der über ihre technische Plattform genutzten Werke verpflichtet werden.

Die SUISA und die anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften werden deshalb diese wichtigen Ergänzungen im Gesetzgebungsprozess einbringen. Die Kunstschaffenden müssen an der Wertschöpfung auf Online-Plattformen besser beteiligt werden.

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Letzte Woche hat der Bundesrat die Botschaft zum neuen Urheberrechtsgesetz verabschiedet. Die SUISA ist mit der vorliegenden Fassung des Gesetzes grundsätzlich zufrieden. Die in der Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12 II) erarbeiteten Lösungen wurden übernommen. Damit auch die Urheber, Interpreten, Verleger und Produzenten von der Digitalisierung profitieren, braucht es aber dringend wichtige Ergänzungen. Zum Beispiel ist der Wertetransfer («Transfer of Value») für die Kulturschaffenden höchst unbefriedigend: Von der Online-Nutzung von Musik und Filmen profitieren nach wie vor nur die Plattformen der  Internetgiganten. Die Kulturschaffenden – und damit die Inhaltslieferanten – gehen dagegen fast leer aus. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

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SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Zuoberst auf der Traktandenliste der Sitzung des SUISA-Vorstands vom Dezember 2016 stand das Budget für das nächste Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte mit Genugtuung fest, dass sich die positive Entwicklung aus den letzten Jahren in Bezug auf die Einnahmen fortsetzt (+3,2%). Der Aufwand bleibt stabil und die Verteilsumme erhöht sich leicht (+2,91%). Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Der Topf mit Vergütungen für Streaming-Nutzungen soll sich für Urheber und Verleger mehr auffüllen: Die SUISA rechnet im Budget für das Geschäftsjahr 2017 im Online-Bereich mit einem Einnahmenzuwachs von +13,4% gegenüber dem Vorjahr. (Foto: Manu Leuenberger)

Im Budget für das Geschäftsjahr 2017 sind höhere Einnahmen aus Sende- und Aufführungsrechten sowie aus Vergütungsansprüchen vorgesehen. Dank den Tarifen GT 4i (Smartphones) und GT 12 (Vermietung Settop-Boxen) wird bei den Vergütungsansprüchen mit einer Zunahme von knapp 11% gerechnet. Eine markante Steigerung wird auch im Online-Bereich, vor allem beim Streaming erwartet (13,4%). Sinken werden voraussichtlich die Vervielfältigungsrechte (-3,8%); eine Folge der Marktentwicklung. Für die Auslandeinnahmen werden ebenfalls tiefere Erträge (-4,5%) budgetiert.

Der Vorstand und die Geschäftsleitung der SUISA planen auch die längerfristige Zukunft: Neben der Roadmap 2017 wurden der Finanzplan und die Strategie bis ins Jahr 2020 besprochen. Der Vorstand hat die von der Geschäftsleitung präsentierten Entwürfe diskutiert und genehmigt.

Kostenabzüge bleiben gleich

Ein weiteres Traktandum jeweils am Jahresende sind die Kostenabzüge. Der Vorstand beschliesst, mit welchen Abzügen die Einnahmen aus dem laufenden Jahr im Folgejahr verteilt werden. Für die Schweiz und den Online-Bereich bewegen sich die Prozentsätze wie im Vorjahr zwischen 10 und 15%. Eine Ausnahme bilden im Bereich Vervielfältigungsrechte die Tarife PI und VI, für die das Cannes-Agreement gilt (7,025% und 9,025%).

Weiter wurde der Prozentsatz überprüft, der aufgrund der Gegenseitigkeitsverträge in den letzten Jahren auf den Auslandeinnahmen abgezogen worden war. Nachdem verschiedene Schwestergesellschaften höhere Abzüge anwenden, wurden Pro und Contra einer Erhöhung sorgfältig abgewogen. Die Vorstandsmitglieder entschieden sich den Abzug von 4% beizubehalten.

Benvenuti a Lugano

Für die Herbst-Sitzungen 2017 reisen die Mitglieder des Vorstands der SUISA nicht wie bis anhin nach Lausanne sondern nach Lugano. Und warum nicht auch eine Generalversammlung in der italienischsprachigen Schweiz? Gemäss Planung könnte es 2021 soweit sein.

Ersatzwahl in die Verteilungs- und Werkkommission

Alex Kirschner, Werbe- und Filmmusik-Komponist, tritt im Sommer 2017 aus der Verteilungs- und Werkkommission (VWK) zurück. Um den frei werdenden Sitz bewirbt sich der aus der gleichen Musiksparte stammende Jonas Zellweger – SUISA-Mitglied seit 2009. Der Vorstand schlägt ihn einstimmig der Generalversammlung zur Wahl vor.

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Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Vorstands der SUISA zu Sitzungen in Kommissionen und im Plenum. Ein Teil der Traktanden steht wiederkehrend zu einem vorgegebenen Zeitpunkt im Jahr an: Im Frühling ist die Jahresrechnung des vergangenen Geschäftsjahres ein wichtiger Punkt. Im Dezember wird das Budget für das Folgejahr definiert. Weiterlesen
Streamripping – Kassettenrekorder im Internet Streamripping-Software zeichnet Audio- und Videostreams auf. Dadurch kann eine Kopie des vollständigen Streams als Datei abgespeichert werden. Im Schweizer Urheberrechtsgesetz ist eine Vergütung für die Privatkopie festgelegt, die auf Aufnahme- und Speichermedien anwendbar ist. Die Streamrip-Apps werden von der gesetzlichen Vergütungspflicht nicht erfasst – wie zuvor die Kassettenrekorder. Weiterlesen
Die Generalversammlung 2016 der Genossenschaft SUISA im Zentrum Paul Klee 217 Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik haben an der SUISA-Generalversammlung am 24. Juni 2016 in Bern ihr Mitbestimmungsrecht über ihre Genossenschaft wahrgenommen. Neben dem Gastreferat des SRG-Generaldirektors Roger de Weck, der Verleihung des Stiftungspreises und des Werkjahres der FONDATION SUISA war die Revision des Fürsorgereglements das zentrale Thema. Weiterlesen
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Zuoberst auf der Traktandenliste der Sitzung des SUISA-Vorstands vom Dezember 2016 stand das Budget für das nächste Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte mit Genugtuung fest, dass sich die positive Entwicklung aus den letzten Jahren in Bezug auf die Einnahmen fortsetzt (+3,2%). Der Aufwand bleibt stabil und die Verteilsumme erhöht sich leicht (+2,91%). Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen

Der Topf mit Vergütungen für Streaming-Nutzungen soll sich für Urheber und Verleger mehr auffüllen: Die SUISA rechnet im Budget für das Geschäftsjahr 2017 im Online-Bereich mit einem Einnahmenzuwachs von +13,4% gegenüber dem Vorjahr. (Foto: Manu Leuenberger)

Im Budget für das Geschäftsjahr 2017 sind höhere Einnahmen aus Sende- und Aufführungsrechten sowie aus Vergütungsansprüchen vorgesehen. Dank den Tarifen GT 4i (Smartphones) und GT 12 (Vermietung Settop-Boxen) wird bei den Vergütungsansprüchen mit einer Zunahme von knapp 11% gerechnet.…Weiterlesen

Streamripping – Kassettenrekorder im Internet

Streamripping-Software zeichnet Audio- und Videostreams auf. Dadurch kann eine Kopie des vollständigen Streams als Datei abgespeichert werden. Im Schweizer Urheberrechtsgesetz ist eine Vergütung für die Privatkopie festgelegt, die auf Aufnahme- und Speichermedien anwendbar ist. Die Streamrip-Apps werden von der gesetzlichen Vergütungspflicht nicht erfasst – wie zuvor die Kassettenrekorder. Text von Manu Leuenberger

Streamripping Kassettenrekorder im Internet

Streamripping funktioniert wie ein Kassettenrekorder im Internet: Audio- und Videostreams werden mittels einer Applikation vollständig aufgezeichnet. Vergütungspflicht besteht nach Schweizer Urheberrecht für die resultierende Vervielfältigung auf dem Speichermedium, nicht aber für die Software selbst. (Bild: Evgeniy Yatskov / Shutterstock.com)

Die Konsumenten freuts: Dank Streaming sind Musiksammlung, Videothek, Radio- und TV-Übertragungen ständig und überall verfügbar. Eine Internetverbindung reicht. Streamripping macht die sonst nur online verfügbaren Inhalte auch offline nutzbar. Mittels dafür spezialisierten Software-Applikationen können vollständige Kopien der gestreamten Audio- oder Video-Dateien auf einem Speichermedium erstellt werden. Die gespeicherte Datei kann danach auch ohne Internetverbindung abgespielt werden.

Aus technischer Sicht wird beim Streaming über eine Internetverbindung von einem Server ein permanenter Fluss von Datenpaketen an ein Empfängergerät geschickt. Empfängergeräte können zum Beispiel Smartphones, Tablets oder Computer sein. Auf diesen Geräten werden die eingehenden Datenpakete mittels einer Streamplayer-Software als kontinuierliches Musikstück oder Video abgespielt. Nach dem Abspielen werden die Datenpakete auf dem Empfängergerät umgehend wieder gelöscht.

Eine Streamripping-Applikation ermöglicht sozusagen das Mitschneiden von solchen Audio- und Videostreams. Diese Applikationen speichern die vom Streaming-Dienst empfangenen Datenpakete dauerhaft auf dem Empfängergerät ab. Zusammengesetzt ergeben die Datenpakete im Speicher des Zielgeräts eine vollständige Kopie der vom Streaming-Dienst abgerufenen Audio- oder Video-Datei.

Vergütung für die Privatkopie zugunsten der Urheber

Man kann eine Streamripping-Applikation auch als eine Aufzeichnungssoftware bezeichnen. Die Funktionsweise entspricht jener eines Kassettenrekorders. Anstatt auf Tonband oder Videokassette erfolgt die Aufzeichnung in Form einer Datei auf ein Speichermedium. Das Resultat ist am Ende eine Kopie des abgespielten, gesendeten oder respektive eben gestreamten Originals.

Die Möglichkeit, auf Audiokassetten massenweise Kopien von Musik anzufertigen, gab vor bald 25 Jahren den Anstoss zur gesetzlichen Verankerung einer Vergütung für Privatkopien. Seither ist gemäss dem Schweizer Urheberrechtsgesetz gestattet, von geschützten Werken Kopien zur Verwendung im privaten Kreis herzustellen. Im Gegenzug steht den Rechteinhabern per Gesetz eine Vergütung für diese Privatkopien zu.

Diese Vergütung muss von den Herstellern und Importeuren von Aufnahme- und Speichermedien bezahlt werden. Die Vergütungen werden von den Schweizer Verwertungsgesellschaften eingefordert und von diesen an die Rechteinhaber verteilt. Die Reihe der vergütungspflichtigen Leerdatenträger hat sich einergehend mit den technologischen Entwicklungen erweitert: von Audio- und Videokassetten über CD-/DVD-Rohlinge bis zu digitalem Speicher in MP3-Playern, Smartphones und Tablets.

Leerträgervergütung gilt für Aufnahme- und Speichermedien

Die gesetzlich vorgeschriebene Vergütungspflicht gilt nur für die Aufnahme- und Speichermedien. Im analogen Beispiel ist das Aufnahmemedium die Kassette, nicht der Kassettenrekorder. Beim digitalen Pendant ist der Leerdatenträger der Speicher. Die Aufzeichnungssoftware ist der Rekorder.

Da vom Gesetz nur die Leerdatenträger erfasst sind, kann bei den Herstellern von Streamripping-Applikationen die Vergütung für Privatkopien nicht eingefordert werden. Aus dem gleichen Grund ist es nicht möglich, von den Anbietern dieser Applikationen, also von den Betreibern von Software-/App-Stores, eine Vergütung zu verlangen. Sie sind keine Importeure eines Aufnahme- oder Speichermediums, sondern sie verkaufen eine Software.

Natürlich stellt die Streamripping-Software als Produkt auf die Inhalte von Dritten ab. Das ist insofern nichts Neues, weil das schon beim Kassettenrekorder der Fall war. Ob jemand von Vinylplatte auf Tonband überspielt oder einen Audio- und Videostream auf ein digitales Speichermedium aufzeichnet: Es entsteht dabei eine Kopie. Für diese Vervielfältigungen zur Verwendung im privaten Kreis wurde in der Schweiz Leerträgervergütung eingeführt. Dank dieser Vergütung werden die Urheber, Verleger und Produzenten von Musik und Filmen für die Kopien entschädigt.

Streamripping ein Auslaufmodell?

Nutzer von Streamripping-Applikationen sollten sich im Klaren sein, dass sie unter Umständen gegen die Nutzungsbedingungen von Streaming-Plattformen verstossen. Es gibt Anbieter, die gemäss ihren Bedingungen nur das Streaming, nicht aber den Download oder das Kopieren der Musikstücke oder Videos erlauben. Eine mögliche Folge einer festgestellten Zuwiderhandlung kann sein, dass das persönliche Benutzerkonto gesperrt oder gelöscht wird.

Ohnehin könnte die Verbreitung von Abonnements für (vor allem mobilen) Internetzugang ohne Beschränkung der Datenmenge einen Einfluss auf die Nutzung von Streamripping-Applikationen haben. Ohne Limitierung der Kapazitäten ist ein ständiger Zugriff auf Streaming-Plattformen möglich. Dies könnte den Bedarf reduzieren, Audio- und Videostreams mitzuschneiden und für den Offline-Gebrauch lokal zu speichern.

Legale Streaming-Dienste zahlen Vergütungen für Urheberrechte

Kommt hinzu, dass das legale Angebot der Streaming-Dienstanbieter mittlerweile derart umfassend ist, dass auch der Bedarf von Konsumenten von Nischenrepertoire besser abgedeckt ist. Weiter bieten Streaming-Services wie Tidal, Apple Music, Spotify oder Google Play Music die Funktion zum Offline-Hören integriert in ihren Abonnements an. Es braucht also  keine Streamripping-Apps, um die persönliche Wunschmusik für den Offline-Gebrauch lokal zu speichern.

Zumal diese legalen Streaming-Anbieter mit den Verwertungsgesellschaften Verträge abschliessen und Vergütungen für Urheberrechte zahlen. Dadurch erhalten die Komponisten, Textautoren und Verleger der genutzten Musik eine Beteiligung an den Einnahmen des Streaming-Dienstes.

Denn dies sollten die Liebhaber von Musik und Filmen unbedingt wissen: Wer eine Streamrip-App kauft, bezahlt den Hersteller der Software, nicht die Kulturschaffenden, deren Werke man so gerne anhören oder anschauen möchte.

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Streamripping funktioniert wie ein Kassettenrekorder im Internet: Audio- und Videostreams werden mittels einer Applikation vollständig aufgezeichnet. Vergütungspflicht besteht nach Schweizer Urheberrecht für die resultierende Vervielfältigung auf dem Speichermedium, nicht aber für die Software selbst. (Bild: Evgeniy Yatskov / Shutterstock.com)

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Erste Verteilung von Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube

Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen aus 5 Quartalen. Die Verteilsumme beträgt rund CHF 300 000.-. Verteilt werden soll nicht nur auf die Titel mit Werbeumsätzen sondern auf alle genutzten und identifizierbaren Werke, abhängig von der Klickrate. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Youtube-musicvideo-watching-on-notebook

Den Nutzungsmeldungen von Youtube zufolge wird auf der Videoplattform die Musik von SUISA-Mitgliedern ausserhalb der Schweiz am häufigsten in den Ländern Deutschland, Frankreich, Polen, Italien sowie Grossbritannien angehört. (Foto: Manu Leuenberger)

Der Vertrag zwischen SUISA und Youtube läuft gegenwärtig in seinem zweiten Jahr. Im Vertrag sind Nutzungen in 43 Ländern direkt lizenziert. Dazu gehören natürlich die Nutzungen in der Schweiz. Für das Repertoire der SUISA-Mitglieder werden die Nutzungen aus weiteren 42 Ländern lizenziert. Das im Vertrag eingeschlossene Gebiet umfasst neben ganz Europa auch Länder in Asien und Afrika.

Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA nun erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen und Nutzungen seit Vertragsbeginn im Herbst 2013 bis Ende 2014. Aus diesen 5 Quartalen steht eine totale Verteilsumme von rund CHF 300 000.- zur Ausschüttung zur Verfügung.

Ausarbeitung des Meldesystems aufwändig

Über die Youtube-Plattform sind sowohl Videos mit musikalischen Inhalt als auch mit Musik unterlegte, meist von Usern selbst hergestellte Filme zugänglich («User generated content»). Die Ausarbeitung eines geeigneten Meldesystems mit dem neuen Vertragspartner hat sich als aufwändig erwiesen. Das Grundprinzip des bei Youtube angewandten Reporting-Verfahrens ist auf dem SUISAblog im Artikel «Weshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sind» beschrieben.

Die Herausforderung bei der Verarbeitung der Nutzungsmeldungen von Youtube besteht nicht nur aus der enormen Datenmenge sondern auch in der Datenqualität vor allem des «User generated contents». Videos von privaten Benutzern enthalten kaum Angaben zum verwendeten Material. Dieser von Youtube als «Non-Music» bezeichnete Bereich konnte mangels genauer Daten nicht identifiziert werden. Darauf wird kein Geld verteilt.

Anders beim sogenannten «Music»-Bereich: Für die Abrechnungsperiode von 15 Monaten hat die SUISA Nutzungsmeldungen von Youtube verarbeitet mit rund 3,2 Mio unterschiedlichen Videos, die gesamthaft 1,7 Milliarden Mal angeklickt wurden. Davon betreffen 590,2 Mio. Views das Repertoire, das von der SUISA abgerechnet wird.

Verteilung der Einnahmen von Youtube

Wo Werbeeinnahmen direkt einem Video mit identifizierter Musik zugewiesen werden konnten, wurden die Einnahmen auf dieses Video respektive auf die darin enthaltene Musik verteilt. Das bedeutet: Ein Musikvideo hat durch Werbung Einnahmen generiert. Das Video enthält ein einzelnes Werk, das durch die Nutzungsmeldung von Youtube identifiziert werden konnte und in der SUISA-Werkdatenbank vollständig registriert ist. Die Einnahmen, die das Video generiert hat, werden den Rechteinhabern des einzelnen Werks ausbezahlt.

Weitere Werke in Videos aus dem «Music»-Bereich, die identifiziert werden konnten, erhalten einen Anteil der restlichen Einnahmen aus dem Youtube-Vertrag gemäss ihrer Klickrate. Der Verteilungsbetrag pro Klick für die abgerechnete Periode beträgt CHF 0.0008. Im Vergleich dazu kann die SUISA bei der ebenfalls jetzt stattfindenden zweiten Verteilung von Spotify-Einnahmen einen Betrag von durchschnittlich CHF 0.0018 pro Stream ausschütten, also mehr als doppelt so viel.

Wie die Verträge mit anderen Online-Musikanbietern wird auch der Vertrag mit Youtube periodisch überprüft. Die kommenden Verhandlungen zur Vertragserneuerung werden die Gelegenheit geben, Gespräche über die Meldung der Daten zur Identifikation der Musikinhalte unseres Repertoires und natürlich über auch die finanziellen Bedingungen der Lizenz für Youtube zu führen. Damit die Urheber für die Nutzungen ihrer Werke auf der weltweit grössten Video-Plattform gerecht vergütet werden.

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Mit der Online-Abrechnung vom Juni 2015 verteilt die SUISA erstmals Einnahmen aus dem Vertrag mit Youtube. Abgerechnet werden die Einnahmen aus 5 Quartalen. Die Verteilsumme beträgt rund CHF 300 000.-. Verteilt werden soll nicht nur auf die Titel mit Werbeumsätzen sondern auf alle genutzten und identifizierbaren Werke, abhängig von der Klickrate. Text von Andreas Wegelin, Generaldirektor

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Den Nutzungsmeldungen von Youtube zufolge wird auf der Videoplattform die Musik von SUISA-Mitgliedern ausserhalb der Schweiz am häufigsten in den Ländern Deutschland, Frankreich, Polen, Italien sowie Grossbritannien angehört. (Foto: Manu Leuenberger)

Der Vertrag zwischen SUISA und Youtube läuft gegenwärtig in seinem zweiten Jahr. Im Vertrag sind Nutzungen in 43 Ländern direkt lizenziert. Dazu gehören natürlich die Nutzungen in der Schweiz. Für das Repertoire der SUISA-Mitglieder werden die Nutzungen aus weiteren 42 Ländern lizenziert. Das im Vertrag eingeschlossene…Weiterlesen

Fragen und Antworten zum Lizenzvertrag zwischen SUISA und YouTube

Am 25. September 2013 haben SUISA und YouTube die Unterzeichnung eines Lizenzvertrags bekanntgeben. Zum SUISA-YouTube-Deal gibt’s hier ein paar Fragen und Antworten.

SUISA YouTube Lizenzvertrag

SUISA-YouTube-Deal: Vergütung für die kreative Arbeit von Schweizer Musik-Urhebern auf der weltweit grössten Online-Video-Plattform. (Bild: Manu Leuenberger)

Wieso haben die SUISA und YouTube einen Lizenzvertrag abgeschlossen?
Die SUISA vertritt die Urheberrechte von vielen Musik-Komponisten und-Textautoren aus der ganzen Welt. Im Auftrag dieser Komponisten und Autoren kümmert sich die SUISA darum, dass eine Vergütung bezahlt wird, wenn ihre Musik in der Schweiz und Liechtenstein gespielt, gesendet oder aufgeführt wird. Das Aufführen, Senden oder Vervielfältigen von Musik wird auch als Nutzung von Musik bezeichnet.

Die meisten Videos auf YouTube können über Internet alle interessierten Personen zu jeder Zeit und von jedem Ort aus anschauen. Anders gesagt: YouTube macht die Videos zur Nutzung ausserhalb der Privatsphäre zugänglich. Für das zeit- und ortsunabhängige Zugänglichmachen braucht der Betreiber der Website, also YouTube, eine Erlaubnis von den Urhebern.

Nun ist es so, dass viele Videos auf YouTube Musik enthalten oder sogar Musikvideos sind. Für die Nutzung der Musik ausserhalb der Privatsphäre steht den Urhebern der Musik vom Website-Betreiber eine Vergütung zu. Zumal YouTube durch die Video-Plattform Geld verdient, zum Beispiel mit Einnahmen für Werbeanzeigen. Je häufiger die YouTube-Website aufgerufen wird, desto mehr kann YouTube durch Werbung verdienen.

Damit man oft und lange auf YouTube Videos anschaut, braucht es spannende Inhalte auf der Website. Ein Teil des Inhalts ist die Musik in den Videos. Viele Musik in den Videos auf YouTube stammt von Komponisten und Textautoren, für die in der Schweiz die SUISA die Urheberrechte wahrnimmt.

Der Vertrag zwischen der SUISA und YouTube regelt nun hauptsächlich, dass die von der SUISA vertretenen Urheber eine Vergütung für die Nutzung ihrer Musik auf YouTube.ch erhalten. Im Gegenzug erhält YouTube die Erlaubnis, sprich: die Lizenz, deren in den Videos enhaltene Musik zugänglich zu machen.

Wie ist es zum Vertragsabschluss mit YouTube gekommen?
Die SUISA freut sich, nach längeren Verhandlungen im Interesse ihrer Mitglieder jetzt zu einer Einigung mit YouTube gekommen zu sein. Neben der SUISA hat YouTube in Europa bislang Verträge mit grossen Verwertungsgesellschaften wie PRS for Music (Grossbritannien), SACEM (Frankreich), SGAE (Spanien) und SIAE (Italien) abgeschlossen.

Wie viel Geld zahlt YouTube der SUISA pro geklicktem Video?
Über den Betrag der Vergütung können aus mehreren Gründen keine Angaben gemacht werden. Zum einen ist die SUISA an eine vertraglich festgelegte Geheimhaltsvereinbarung gebunden. Zum anderen – soviel darf gesagt werden – ist die Totalsumme der ausbezahlten Vergütungen teilweise abhängig vom Umsatzerfolg von YouTube. Die Umsätze auf der Video-Plattform werden hauptsächlich mit Werbung erzielt.

Weiter tritt der Vertrag wie in der Medienmitteilung angegeben ab 1. September 2013 in Kraft. Er gilt somit nur für Videoklicks, die ab diesem Datum gemacht werden. YouTube wird der SUISA zukünftig in regelmässigen Abständen Statistiken über die Videonutzungen zur Verfügung stellen. Die Nutzungsstatistiken zeigen, welche Musikwerke tatsächlich genutzt wurden und wie oft sie genutzt wurden. Anhand dieser Angaben wird der Vergütungsanteil pro einzelnem Werk berechnet.

Sobald die ersten Statistiken von YouTube eingetroffen sind, kann diese Berechnung erstmals vorgenommen werden. Danach leitet die SUISA das Geld von YouTube an die Urheber der jeweiligen Werke weiter. Die SUISA sieht vor, dass die Verteilung der Vergütungen halbjährlich stattfindet.

Welchen Einfluss hat der Vertrag auf die Verfügbarkeit von Videos auf YouTube in der Schweiz?
Die SUISA kann mit dem Vertrag nur jene Nutzungsrechte erteilen, für deren Wahrnehmung sie tatsächlich beauftragt ist. Die SUISA vertritt nicht sämtliche Urheberrechte von jedem Urheber der Welt. Rechte, die von der SUISA nicht wahrgenommen werden, sind mit dem nun abgeschlossenen Vertrag nicht abgedeckt. Die SUISA hat keinen Einfluss darauf, wie die nicht durch den Vertrag abgedeckten Urheberrechte auf YouTube wahrgenommen werden.

Wenden Sie sich bei Fragen an youtube(at)suisa(dot)ch

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  1. Christian Pastor sagt:

    Liebes Suisa Team,

    was muss ich denn tun, wenn jemand meine Texte ohne mein Wissen nutzt und auf You Tube veröffentlicht?

  2. Christian sagt:

    Ich nehme ein Beispiel, um Fragen zu stellen:
    Mein Chor bringt einen CD heraus. Teile dieses CD ist in einem Video gebraucht und dieses Video geht auf Internet:
    – Wie ist meine Musik bei Youtube erkannt, wenn niemand sagt, dass meine Musik gebraucht wurde (Audio Vergleich ?)
    – Wenn ich das Video lege, wie kann ich machen (z.B. Musik ID geben), dass die Musik meines Video bei Youtube richtig erkannt wird?
    – Wer bekommt dann die Gebühren : Der Komponist ? Der Chor ? Editor/CD Hersteller ?

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Christian

      Vielen Dank für Deine Fragen. Zu Deinem geschilderten Beispiel können wir Folgendes sagen:

      – Grundsätzlich hat bei einer Nutzung sowohl der Urheber (Komponist) als auch der Chor (Interpret) und der Produzent (CD-Herausgeber, Plattenfirma) eine Vergütung zugut. Die SUISA ist nur für die Vergütung der Urheber, also der Komponisten und Textautoren zuständig. Die Leistungsschutzrechte, also die Rechte der Interpreten und Produzenten, werden nicht über die SUISA abgegolten.
      – YouTube verfügt über eine Fingerprint-Software, die Musik in Videos automatisch erkennen soll. Dieses System heisst bei YouTube «Content-ID». Du findest darüber Informationen auf den Hilfeseiten von YouTube.
      – Nur die Rechteinhaber der Aufnahme können eine Audio-Referenzdatei in das Content-ID-System hochladen. Den Zugang zum Content-ID-System vergibt YouTube selektiv. Das heisst: Zum Beispiel haben viele Plattenfirmen Berechtigung, etwas hochzuladen, weil sie eben in der Regel die Rechte an den Aufnahmen besitzen. Ansonsten habe auch einige Digitale Musik-Distributoren Zugang zum Content-ID-System. Solche Distributoren findest Du im Internet, indem Du z.B. nach den Stichworten «online music distribution» (oder ähnlich) suchst.
      – Wenn die Aufnahme vom Content-ID-System von YouTube richtig identifiziert werden konnte und YouTube mit dem Video, in dem die Musik enthalten ist, (Werbe-)Umsatz erzielt, zahlt YouTube einen Anteil des Umsatzes als Vergütung aus sowohl an die Urheber (über die SUISA) als auch an die Interpreten und die Produzenten (nicht über die SUISA).

      Wir hoffen, Dir mit diesen Infos etwas weitergeholfen zu haben, und wünschen Dir viel Erfolg mit Deinem Chor.

      Viele Grüsse
      Manu Leuenberger / Kommunikation SUISA

  3. Linus sagt:

    Guten Tag
    Verstehe ich das richtig, für unsere Inhalte, die ausserhalb der Schweiz abgespielt werden, erhalten wir nichts?
    Oder habe ich das falsch verstanden?
    Freundliche Grüsse
    Linus

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Linus
      Zuerst einmal bitten wir für unsere verspätete Antwort um Entschuldigung.
      Zu Deiner Frage: Durch den Vertrag mit Youtube ist das Repertoire der SUISA-Mitglieder für die Nutzung auf der Video-Plattform in einer Vielzahl von Ländern lizenziert (siehe dazu auch unsere Medienmitteilung zum Vertragsabschluss vom 25.9.2013: http://www.suisa.ch/de/news/news-archiv/news/article/2013/09/25/suisa-und-youtube-einigen-sich-auf-lizenzvertrag/). Konkret gilt der Vertrag neben Nutzer-Zugriffen von Schweizer IP-Adressen auch für Zugriffe u.a. aus dem Gebiet der EU, EFTA, EWR und weiteren Ländern ausserhalb der Schweiz. Für Nutzungen in diesen vertraglich vereinbarten Ländern werden allfällige Vergütungen von Youtube direkt an die SUISA ausbezahlt und von uns an die Rechteinhaber weitergeleitet.
      Nochmals sorry für die späte Antwort und viele Grüsse
      Manu Leuenberger / Kommunikation SUISA

  4. Marc sagt:

    Grundsätzlich ist der Vertragsabschluss mit YouTube positiv… aber leider auch sehr intransparent.

    Mich würde interessieren, wie die SUISA den Datenabgleich vornimmt. Wie erkennt die SUISA dass eines der Werke der SUISA Mitglieder z.B. in einem DJ Set Standbild Video vorkommt?

    Vermutlich gar nicht, da YouTube keine Daten über den Inhalt erfassen lässt. Somit kann auch nicht abgerechnet werden. Bei den Werken welche selber hochgeladen werden kann auch keine Mitglieder Nr. hinterlegt werden.

    Wo ist die Magie, welche aus dem YouTube Video Namen den Link zu uns Mitglieder herstellt?

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Marc

      Danke für deinen Kommentar.

      Zu deiner Frage zum Datenabgleich: YouTube stellt uns Nutzungsmeldungen zu. Anhand dieser Nutzungsmeldungen identifizieren wir das von der SUISA vertretene Repertoire. Die Meldungen enthalten Werk-/Songtitel, Künstlernamen, Albumtitel plus optionale weitere Angaben wie Labels, ISRC/ISWC-Nr., UPC-Code, sofern diese bekannt sind.

      Nach den ersten Erkenntnissen bestehen die Daten der Nutzungsmeldungen aus Informationen, die YouTube über das Partnerprogramm erhält. Dazu gehört das YouTube-eigene Content-ID-System, das hauptsächlich durch Informationen von Labels gespiesen wird. Bekannt ist auch, dass YouTube über eine Inhaltserkennungsoftware verfügt, die Video- und Audiospuren analysieren kann.

      Die Qualität der Daten von Nutzungsmeldungen ist immer stark vom Kunden abhängig. Es ist auch bei anderen Kunden ein mehr oder weniger langer und ständiger Prozess, die Meldungen so weit wie möglich auf unsere Bedürfnisse hin zu optimieren. Im Fall von YouTube kommt hinzu, dass der Vertrag neu ist. Das Prozedere für das Reporting wird im Moment abgeklärt und befindet sich bis zur ersten Abrechnung (voraussichtlich 2014) in Entwicklung.

      Freundliche Grüsse
      Manu Leuenberger / Kommunikation SUISA

      • Marc sagt:

        Hallo und danke für den Feedback

        Das mit dem YouTube Partnerprogramm und der ContentID ist so ne Sache. Für eine ContentID darf man sich bewerben (meine ist noch unbeantwortet). Eine ContentID zu erhalten ist – so schreibt das YouTube – keine Garantie.

        Wurde von der SUISA sichergestellt dass wir Mitglieder eine ContentID erhalten?

        Falls dem nicht so ist, bitte ich um eine offizielle Information, dass der Vertrag mit YouTube nur von einem selektiven SUISA Mitgliederkreis genutzt werden kann, der gemäss Vertrag natürlich auch geheim ist.

        Gruss
        -Marc

        • Erika Weibel sagt:

          Lieber Marc
          Selbstverständlich nützt die Vereinbarung mit YouTube nicht nur einem selektiven Kreis von SUISA Mitgliedern, sondern es wird für all unsere Mitglieder lizenziert.
          Zurzeit arbeiten wir an einem YouTube-Ratgeber für unsere Mitglieder. Dort werden wir pragmatisch erläutern, wie sie vorgehen müssen, damit ihre Werke auf YouTube getagged werden können. So können Sie sicherstellen, dass Google uns die kompleten Daten für eine korrekte Abrechnung liefern kann. Den Ratgeber werden wir hier auf dem SUISAblog veröffentlichen. Bis wir alle Erkenntnisse dafür verarbeitet haben, bitten wir um etwas Geduld.
          Freundliche Grüsse
          Erika Weibel / Kommunikation SUISA

  5. Bonjour,
    Une deuxième question pratique se pose. Si nous avons bien compris, SUISA licencie en faveur de YouTube les oeuvres de son répertoire. Cela ne vaut-il que pour le site YouTube.com/ch ou pour YouTube.com en général ?

    Si cela ne vaut que pour YouTube.com/ch, SUISA pourrait-elle renseigner ses membres sur les situations ayant cours à l’étranger et le cas échéant communiquer les éventuelles instructions pour les cas où les membres SUISA doivent prendre des disposition ?

    Mille mercis d’avance et cordiales salutations.

    • Manu Leuenberger sagt:

      Cher Eric

      Un point au préalable: le contrat entre SUISA et YouTube est nouveau. Pour le moment, certains points de ce contrat doivent encore être éclaircis. Ces points concernent notamment le reporting. Jusqu’à la prochaine répartition (vraisemblablement en 2014), le procédé est en développement.

      Sous cette réserve, nous pouvons à ce stade donner les renseignements suivants:

      – Concernant votre première question: les listes d’oeuvres de YouTube contiennent le titre de l’oeuvre/de la chanson, de l’artiste, le titre de l’album et des indications optionnelles comme le label, les nos ISRC/ISWC, l’UPC-Code, pour autant que ces données soient connues. Les données proviennent du propre système Content-ID de youtube, principalement alimenté par les informations des labels.

      – Concernant votre deuxième question: le contrat vaut pour les accès à partir d’adresses IP suisses, ainsi que pour les accès à partir notamment du territoire de l’Union européenne, de l’AELE et de la CEE entre autres; les accès à partir des régions de l’Extrême-Orient et de l’Amrérique du Nord et du Sud ne sont pas couverts par le contrat. On peut ainsi dire que le contrat ne s’applique pas de manière générale pour YouTube. Dans le contrat, les utilisations sont réglées d’après le territoire de provenance des accès.

      Meilleures salutations
      Manu Leuenberger / Communication SUISA

    • Manu Leuenberger sagt:

      Cher Eric
      Merci pour vos deux questions, auxquelles nous allons répondre ces prochains jours.
      En vous remerciant de votre compréhension.
      Manu Leuenberger / Communication SUISA

  6. Bonjour,

    Pouvez-vous nous donner des précisions sur la manière dont les oeuvres seront déclarées par YouTube ? On sait que beaucoup d’internautes postent des vidéos avec du contenu musical mais sans forcément les déclarer. Ainsi YouTube ne devrait pas en avoir connaissance.

    Devrons-nous fournir des indications concernant des utilisations dont nous avons connaissance pour assurer le traitement par SUISA ?

    Mille mercis d’avance et cordiales salutations.

    Eric Mermod – myMusicRights Sàrl

    Extrait de votre article :
    Comme indiqué dans le communiqué de presse le contrat entre en vigueur au 1er septembre 2013. Il ne vaut donc que pour les «clics» effectués à partir de cette date. Désormais, YouTube fournira périodiquement à SUISA des statistiques sur l’utilisation des vidéos. Les statistiques d’utilisation indiquent quelles œuvres ont effectivement été utilisées et combien de fois elles l’ont été. Sur la base de ces indications, on calculera la part de redevances par œuvre.

  7. Liebes Suisa Team,

    erstmal Glückwunsch zum Vertrag – sicherlich eine tolle Sachen, dass jetzt auch endlich das größte Videoportal der Welt vergütet wird.

    Eine kleine Nachfrage habe ich dann aber doch: Wie geschieht denn das Titel-Reporting? Bzw. findet ein Einzeltitelreporting überhaupt statt?

    Best Grüße,
    Patrick

    • Manu Leuenberger sagt:

      Lieber Patrick

      Vielen Dank für deinen Kommentar und den Glückwunsch.

      Das oberste Gebot unserer Verteilung lautet: Jedes Mitglied soll erhalten, was ihm an Einnahmen zusteht. Diesen Grundsatz verfolgen wir mit höchster Priorität auch bei der Verteilung der Einnahmen aus Online-Nutzungen. Ob ein Einzeltitelreporting möglich ist, hängt unter anderem vom Detaillierungsgrad der Nutzungsstatistiken ab, die uns zur Verfügung gestellt werden. In Bezug auf den YouTube-Vertrag sind die diesbezüglichen Abklärungen zum Reporting derzeit am Laufen.

      Zu den Vergütungen von YouTube sind seit der Bekanntgabe des Vertragsabschlusses bei uns einige Fragen eingetroffen. Wir werden das Thema hier auf dem Blog oder in unserer Mitgliederzeitschrift SUISAinfo sicher noch einmal aufgreifen.

      Viele Grüsse
      Manu Leuenberger / Projektleiter Kommunikation SUISA

  8. Tom sagt:

    Und diese Unverschämtheit mit dem NDA lassen sich ihre Mitglieder gefallen?
    Gut, dass ich GEMA-Mitglied bin und meine VG sich nicht zulasten von uns Urhebern von YT kaufen lässt.

    • Fäbu sagt:

      Lieber Tom und die GEMA gibt also über den Inhalt der Verhandlungen öffentlich Auskunft und kommuniziert sämtlich Zahlen aus den Verhandlungen mit Youtube? Ach nein stimmt, die GEMA hat für die Verhandlungen auch ein NDA unterschrieben. Lediglich aufgrund des Prozesses wurden gewisse Zahlen und Verhandlungsinhalte bekannt.

    • Manu Leuenberger sagt:

      Die ersten Reaktionen von unseren Mitgliedern auf den Vertragsabschluss sind grundsätzlich positiv.

  9. Lysander sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss dieses für uns so wichtigen Vertrags!

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Am 25. September 2013 haben SUISA und YouTube die Unterzeichnung eines Lizenzvertrags bekanntgeben. Zum SUISA-YouTube-Deal gibt’s hier ein paar Fragen und Antworten.

SUISA YouTube Lizenzvertrag

SUISA-YouTube-Deal: Vergütung für die kreative Arbeit von Schweizer Musik-Urhebern auf der weltweit grössten Online-Video-Plattform. (Bild: Manu Leuenberger)

Wieso haben die SUISA und YouTube einen Lizenzvertrag abgeschlossen?
Die SUISA vertritt die Urheberrechte von vielen Musik-Komponisten und-Textautoren aus der ganzen Welt. Im Auftrag dieser Komponisten und Autoren kümmert sich die SUISA darum, dass eine Vergütung bezahlt wird, wenn ihre Musik in der Schweiz und Liechtenstein gespielt, gesendet oder aufgeführt wird. Das Aufführen, Senden oder Vervielfältigen von Musik wird auch als Nutzung von Musik bezeichnet.

Die meisten Videos auf YouTube können über Internet alle interessierten Personen zu jeder Zeit und von jedem Ort aus anschauen. Anders gesagt: YouTube macht die Videos zur Nutzung ausserhalb der Privatsphäre…Weiterlesen