Tagarchiv: Showcase

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die SUISA die Showcase Stage, auf der Schweizer Newcomer ihre Musik dem Festivalpublikum präsentieren können.

Die FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, ist Hauptpartnerin der etablierten Demotape Clinic, die im Rahmen des Festivals M4music stattfindet. In den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic werden die besten Songs unter den eingesandten Demos mit den «FONDATION SUISA Awards» ausgezeichnet. Zudem wird gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent der Hauptpreis «Demo of the Year» verliehen. Die Award-Show findet am Samstag, 1. April 2017, um 19.00 Uhr in der Box im Schiffbau statt. Im selben Rahmen verleiht die FONDATION SUISA gemeinsam mit den Solothurner Filmtagen und M4music auch die Preise für die Best Swiss Video Clips 2017.

Sämtliche Informationsveranstaltungen und die Darbietungen auf der Showcase Stage sind für das Publikum kostenlos.

Panels am M4music 2017 mit SUISA-Beteiligung

Freitag, 31.3.2017, 14:45 Uhr, Matchbox
Urheberrechtsstreitgespräch: Sampling, Remix, Mashup

Samples und Remixes sind in der Musikbranche weit verbreitet. Dennoch führt gerade dieses Thema oft zu emotionalen Diskussionen und wirft auch bei Profimusikern Fragen auf: Was darf man, was darf man nicht? Wo muss man ab wann bei wem welche Rechte einholen? Fragen, die in Zeiten der Digitalisierung an neuer Schärfe gewinnen. Kann das geltende Urheberrechtsgesetz hier zeitgemässe Antworten liefern? Das Panel wird präsentiert von der SUISA.

Samstag, 1.4.2017, 17:45 Uhr, Matchbox
Blockchain: Mehr als ein Hype?

Blockchain ist die Technologie der Stunde. Kein anderes Thema beflügelt die Phantasien von Gründern, Investoren und IT-Strategen wie das der Digitalwährung Bitcoin entlehnte Konzept. In der Finanzindustrie spricht man der Blockchain das Potenzial zu, ganze Wirtschaftszweige grundlegend zu verändern. Die Blockchain ermöglicht blitzschnelle und fälschungssichere Transaktionen ohne Zwischenhändler. Das sorgt auch für Diskussionen in der Musikindustrie: Einnahmen könnten damit automatisch und sicher unter Rechteinhabern verteilt und die Kräfteverhältnisse auch in der Musikbranche kräftig verändert werden. Doch wie funktioniert die Blockchain genau? Diese Veranstaltung vermittelt Einstiegswissen und diskutiert die Chancen und Herausforderungen für Musiker und Verwertungsgesellschaften. Am Gespräch teilnehmen wird als Referent Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA.

www.m4music.ch

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«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
Zweiter Anlauf für die Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes Der Vorentwurf des Bundesrats für eine Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes hat sich in der Vernehmlassung als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in der Folge erneut eine Arbeitsgruppe einberufen. Die AGUR12 II soll bis Ende 2016 entlang des bereits seit mehr als 2 Jahren feststehenden Kompromisses der AGUR12 konkrete Gesetzesvorschläge ausarbeiten. Weiterlesen
Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt» Die FONDATION SUISA schreibt ihren mit 25 000 Franken dotierten Anerkennungspreis dieses Jahr für Textautorinnen und Textautoren musikalischer Werke aus. Was aber zeichnet einen gelungenen Songtext aus? Gastautor Markus Ganz im Gespräch mit dem Journalisten Jean-Martin Büttner. Weiterlesen
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Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die…Weiterlesen

Schweizer Jazz an der Jazzahead! 2016 allseits präsent

Die Schweiz war Gastland an der Jazzahead! 2016 in Bremen. Der Schweizer Jazz präsentierte sich den 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern stilistisch breit gefächert. Ganz nach dem Motto «Schweizsuissesvizzerasvizra». Dieses stand für vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

Jazzahead-2016-Pilgrim-in-concert

Der Zürcher Saxophonist Christoph Irniger trat mit seiner Formation Pilgrim anlässlich der Swiss Night am 21. April 2016 an der Jazzahead! auf. (Foto: Ingo Wagner)

«Schweizsuissesvizzerasvizra» lautete das Motto, unter welchem das Gastland Schweiz seine vielfältige Jazzszene in Bremen präsentiert hat: Vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben.

Die kulturelle Durchmischung spiegelten im Vorgang der Messe zwei Wochen Jazzahead! Festival wieder. Quer gedacht konnte diese Vielfalt daher kommen – wie in der Figurentheaterproduktion von Dürrenmatts «Die Physiker» – oder auch mal aufsässig, wenn für die Ausstellung «Stimmvolk – Volksstimme» zur Veranschaulichung von Schweizer Abstimmungskämpfen ein Plakat mit von Schmeissfliegen befallenem Nuggi aus den Archiven hervorgeholt wurde, mit dessen Hilfe dereinst das Heimchen aus der Wahlkabine zurück an den Herd komplementiert werden sollte.

Schweizer Jazz live

Ihre helvetische Showcase-Selektion präsentierte die Jazzahead!-Jury am 21. April im Anschluss an den ersten der vier Messetage an der Swiss Night. Stilistisch breit gefächert war diese: vom umtriebigen Klangforscher Julian Sartorius, der mit seinem «Beat Diary»-Soloprogramm und als Mitglied des Colin Vallon Trios vertreten war, bis zu den Klangflächen perforierenden Beats der Formation Plaistow.

Auch aus vorigen Jahrgängen bekannte Gesichter wie Weird Beard oder das Elina Duni Quartet waren dort zu hören, und beim Galakonzert in der Glocke liessen sich Nick Bärtsch’s Ronin und Hildegard lernt fliegen mit Standing Ovations feiern.

«Für uns ging es nach dem Showcase bei der Jazzahead! 2012 so richtig los», berichtet Matthias Wenger, der Saxophonist von Hildegard lernt fliegen. Und obgleich ein Messeauftritt nicht für alle Musiker einen ähnlich kometenhaften Aufstieg bedeutet wie den der sechsköpfigen Formation um Stimmakrobat Andreas Schaerer, füllen sich doch bei vielen die Tourkalender im Anschluss merklich.

Geschäftskontakte knüpfen und pflegen

Wer als Musiker ohne Showcase an die Messe kommt, muss sich jedoch mit anderen Mitteln bemerkbar machen. Violinist Simon Heggendorn war mit dem Kaleidoscope String Quartet bereits an der Messe Classical:Next als Showcase vertreten. «Das hat schon ein paar Kontakte mit sich gebracht, aber dort steht eher die Fachtagung im Vordergrund», so Heggendorn. «Ausserdem sind wir viel mehr eine Band als ein klassisches Streichquartett und passen darum besser hierher. Ich habe mich darum für das Matchmaking registriert.»

Mit dem «Matchmaking» ist eine Art Speed-Dating gemeint, bei dem die Bedürfnisse der Teilnehmer abgefragt werden, um sie nachher mit den richtigen Konterparts zusammenführen zu können. Einen anderen Weg wählt Kulturmanagerin Nicole Mayer: «Ich informiere mich so früh wie möglich, wer bei der Messe präsent ist und versuche, im Vorlauf Termine zu machen mit den Leuten, die für mich interessant sind, oder sie zu erkennen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Am Messestand selbst bin ich eigentlich nur, wenn ich hier einen Termin vereinbart habe.»

Gastlandauftritt auf Langzeitwirkung ausgelegt

Weniger strukturiert geht es beim alljährlichen Alpine Cocktail zu: dem Apéro, der bei Schweizer Käse und österreichischem Wein Gelegenheit zum informelleren Kennenlernen gibt. Wer eher Schweizerische Gewächse bevorzugt und dazu lieber ein Stück dunkle Schoggi nimmt, konnte in diesem Jahr zudem in der Swiss Lounge Repräsentanten der Schweizer Musikszene von Label-Mitarbeitern bis zu Stiftungsvertretern zur Gesprächsreihe «Ein Glas Wein mit …» antreffen.

969 Ausstellern (Tendenz steigend), 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern konnte sich die Schweiz in diesem Jahr an der Jazzahead! präsentieren und war dabei mit ihrer leuchtend roten Messegrafik und dem überlebensgrossen Nik-Bärtsch-Porträt, das als erster Blickfang über dem Geschehen in der Messehalle prangte, auch visuell allseits präsent.

Eine abschliessende Bilanz lässt sich noch nicht ziehen. Der «unternehmerische Erfolg» einer Messepräsenz manifestiert sich in den seltensten Fällen während oder unmittelbar nach einer Musikmesse. «Der Gastlandstatus ist vor allem auf Langzeitwirkung ausgelegt», sagt Marcel Kaufmann, Projektmanager bei der FONDATION SUISA, die gemeinsam mit Pro Helvetia und dem Schweizer Musik Syndikat SMS die Schweizer Messepräsenz organisiert. «Der Jazz aus der Schweiz geniesst international einen ausserordentlich guten Ruf. Unser Ziel war es, den Schweizer Jazz in der weltweiten Wahrnehmung noch präsenter zu machen.»

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Womex-2015-GruppenfotoHetzen, hadern und hoffen an der Womex Die FONDATION SUISA stellt in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia seit 2006 an der Musikmesse Womex einen Schweizer Stand. Doch was bringt die Teilnahme an einer solchen Messe überhaupt? Ane Hebeisen von der Berner Gruppe Da Cruz hat den Selbstversuch gemacht. Ein ungeschönter Erfahrungsbericht aus Budapest. Weiterlesen
Jazzpreis-2014-hilaria-kramer-liveTrompeterin Hilaria Kramer erhält den Jazzpreis 2014 der FONDATION SUISA Der Jazzpreis der FONDATION SUISA wird für innovatives und kreatives Schaffen im Schweizer Jazz verliehen. 2014 geht der mit 15 000 Schweizer Franken dotierte Preis an die Trompeterin und Komponistin Hilaria Kramer. Weiterlesen

 

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Die Schweiz war Gastland an der Jazzahead! 2016 in Bremen. Der Schweizer Jazz präsentierte sich den 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern stilistisch breit gefächert. Ganz nach dem Motto «Schweizsuissesvizzerasvizra». Dieses stand für vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

Jazzahead-2016-Pilgrim-in-concert

Der Zürcher Saxophonist Christoph Irniger trat mit seiner Formation Pilgrim anlässlich der Swiss Night am 21. April 2016 an der Jazzahead! auf. (Foto: Ingo Wagner)

«Schweizsuissesvizzerasvizra» lautete das Motto, unter welchem das Gastland Schweiz seine vielfältige Jazzszene in Bremen präsentiert hat: Vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben.

Die kulturelle Durchmischung spiegelten im Vorgang der Messe zwei Wochen Jazzahead! Festival wieder. Quer gedacht konnte…Weiterlesen

Rückschau auf das Festival M4music 2016 aus SUISA-Sicht

Mitte April 2016 fand die 19. Ausgabe des Festivals M4music statt. Die SUISA war auch dieses Jahr als Partner mit von der Partie und präsentierte unter anderem je eine Podiumsdiskussion in Lausanne und Zürich. Zudem konnten Musikschaffende am traditionellen Professionals-Apéro von der SUISA und Swissperform ihre Beziehungen pflegen. Text von Michael Welti

M4music-2016-Schiffbau

Das diesjährige M4music lockte rund 6000 Musikbegeisterte und 850 Professionals nach Zürich und Lausanne. (Foto: Migros Kulturprozent)

Neben zahlreichen Konzerten mit Schweizer und internationalen Acts bot das Festival M4music auch dieses Jahr ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Workshops und Panels. Die SUISA beteiligte sich an der Organisation von zwei Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen im hiesigen Musikgeschäft.

Lausanne: Debatte zu Konzertvergütungen im Le Romandie

M4music-2016-Panel-Le-Romandie

Podiumsdiskussion über das Veranstalten von Konzerten in der Schweiz am M4music-Festival in Lausanne mit (v.l.n.r.): Gil Vassaux, Yvan Jaquemet, Patrick David, Michael Drieberg, Nadia Demont und Stéphane Gobbo (Moderation). (Foto: Erika Weibel)

Am Eröffnungstag des Festivals fand im Lausanner Club Le Romandie ein Panel zum Thema «Konzerte veranstalten in der Schweiz: Ausser Spesen nichts gewesen?» statt. Zu Beginn des Panels verdeutlichte Nadia Demont von der SUISA in Lausanne anhand eines Beispiels, dass mehrere Urheber an einem Titel beteiligt sein können.

Bei 20 Titeln von Johnny Hallyday können insgesamt 49 Bezugsberechtigte beteiligt sein, erklärte Demont. Die Gage für den Auftritt geht an den Interpreten Johnny Hallyday. Durch die Vergütung über die SUISA werden auch die Komponisten und Textautoren für ihre Arbeit bezahlt.

Die Diskussionsteilnehmer am Panel in Lausanne unterhielten sich angeregt über das Tarifsystem der SUISA, in dem einige Verbesserungspotential sahen. So wurde zum Beispiel angemerkt, dass nicht transparent sei, wem wie viel Rabatt auf die geforderten Entschädigungen gewährt werde. Dabei ging vergessen, dass die genauen Tarifkonditionen unter anderem auf der SUISA-Website für alle öffentlich einsehbar sind.

Auch die Höhe der zu bezahlenden Entschädigungen für Urheberrechte wurde von den Konzertveranstaltern kritisiert. Das ganze finanzielle Risiko liege beim Veranstalter und die Gewinnmargen seien tief. Wobei Michael Drieberg (Live Music Production) anmerkte: «Die schönen Zeiten mit U2 und Tina Turner sind vorbei. Heute ist es die Realität, dass man wenig verdient.»

Zürich: Urheberrecht im Online-Zeitalter

M4music-2016-Panel-Moods

Die Gesprächsrunde an dem von der SUISA präsentierten Panel am M4music in Zürich (v.l.n.r.): Willi Egloff, Martin Steiger, Marina Villa (Moderation), Patrick Dehmer, Fabian Niggemeier. (Foto: Erika Weibel)

Am Nachmittag des zweiten Festivaltags fand im Moods im Zürcher Schiffbau das Podiumsgespräch zur Frage: «Wie viel Urheberrecht braucht’s im Internet?» statt. Welche Rolle spielt das Urheberrecht im Zusammenhang mit den digitalen technologischen Entwicklungen? Hindert es die Kreativität oder macht sie diese erst möglich, da die Urheber für ihre Arbeit Geld bekommen?

Schnell wurde am Panel klar, dass die Diskussion rund um das Urheberrecht komplex ist. Zum einen sollen geschützte Inhalte nutzbar sein, und zum anderen sollen die Urheber für Ihre Arbeit fair entschädigt werden.

Kritik am Verwertungsmodell der Filmindustrie

Die Ursache für Verstösse gegen das Urheberrecht im Internet habe oft mit mangelndem Unrechtsbewusstsein oder Unwissenheit der User zu tun, wurde im Gespräch festgehalten. Auch Verwertungsmodelle mit zeitversetzten Veröffentlichungsterminen wie es die Filmindustrie noch anwende, wurden als mögliche Anregung zu missbräuchlichem Nutzerverhalten genannt.

Willi Egloff vom Schweizerischer Verband der FilmproduzentInnen entgegnete, dass es sich Filmproduzenten finanziell nicht leisten könnten, einen Film weltweit zum gleichen Zeitpunkt in mehreren Sprachen zu veröffentlichen. Die Produktionskosten für einen günstigen Schweizer Film würden etwa 1 Million Schweizer Franken betragen, meinte Egloff. Diese Aufwände seien nur an der Kinokasse und eben durch die Verwertung mit zeitversetzter Veröffentlichung wieder einspielbar.

Gegen das Unrechtsbewusstsein und die Unwissenheit der User könnten Warnhinweise eine nützliche Massnahme sein, meinte Fabian Niggemeier von der SUISA. Zum Beispiel im Fall, wenn die Eltern als Inhaber eines Internet-Anschlusses durch einen Warnhinweis erfahren, dass sich ihre Kinder im Netz widerrechtlich verhalten.

Revision des Urheberrechts nötig

Ob und wie das Blocken von Websites, die gegen das Urheberrecht verstossen, nötig oder machbar ist, war man sich unter den Diskussionsteilnehmern nicht einig. Übereinstimmung hingegen bestand in der Meinung, dass das Urheberrechtsgesetz an die Realitäten des Internets angepasst werden muss.

Das Schweizer Urheberrechtsgesetz sollte jedoch wie bisher technologieneutral sein, mahnte Fabian Niggemeier. Im aktuellen Vorschlag zur Gesetzesrevision ist zum Beispiel die Peer-to-peer- Technologie erwähnt. Das macht keinen Sinn: «In zehn Jahren ist diese Technologie nicht mehr relevant», meinte Fabian Niggemeier. Dafür gäbe es andere, neue Technologien – und jedes Mal müsste danach in einem langwierigen Prozess das Gesetz wieder angepasst werden.

Professional-Apéro, Showcase Stage und Demotape Clinic

Der SUISA-/Swissperform-Professional-Apéro am M4music in Zürich wurde auch dieses Jahr von zahlreichen Musikschaffenden besucht und genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu pflegen. Zur Netzwerkpflege diente auch der «Coffee and Cake by SUISA» am M4music in Lausanne, der dieses Jahr zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Die SUISA beteiligte sich auch als Partner an der von Swissperform organisierten Showcase Stage. Auf diese Bühne präsentierten sich am Freitag und am Samstag in Zürich Schweizer Bands und Musiker dem interessierten Publikum.

An der diesjährigen Demotape Clinic erhielt Veronica Fusaro & Band aus Thun den Hauptpreis «Demo of the Year 2016» für den Song «Come To Naught». Die «FONDATION SUISA Awards» in den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic gingen an:

  • Kategorie Pop: Veronica Fusaro & Band (BE) für «Come To Naught»
  • Kategorie Electronic: Audio Dope (BS) für «Unconditional (feat. Emilia Anastazja)»
  • Kategorie Rock: John Gailo (ZH) für «Brain»
  • Kategorie Urban: Pink Flamingo (GE) für «She Goes»
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Mitte April 2016 fand die 19. Ausgabe des Festivals M4music statt. Die SUISA war auch dieses Jahr als Partner mit von der Partie und präsentierte unter anderem je eine Podiumsdiskussion in Lausanne und Zürich. Zudem konnten Musikschaffende am traditionellen Professionals-Apéro von der SUISA und Swissperform ihre Beziehungen pflegen. Text von Michael Welti

M4music-2016-Schiffbau

Das diesjährige M4music lockte rund 6000 Musikbegeisterte und 850 Professionals nach Zürich und Lausanne. (Foto: Migros Kulturprozent)

Neben zahlreichen Konzerten mit Schweizer und internationalen Acts bot das Festival M4music auch dieses Jahr ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Workshops und Panels. Die SUISA beteiligte sich an der Organisation von zwei Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen im hiesigen Musikgeschäft.

Lausanne: Debatte zu Konzertvergütungen im Le Romandie

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