Tagarchiv: Schweizer Musik

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Am 18. Juli vor 75 Jahren wurde Toni Vescoli geboren. Und am 19. September vor 55 Jahren gründete der Zürcher Musiker die legendäre Beat-Band Les Sauterelles. Diese feiert ihr Jubiläum mit einer Tournee, die an der «Beatleweek» in Liverpool beginnt. Parallel dazu tritt Toni Vescoli weiterhin mit seinen Mundart-Projekten «MacheWasiWill», «imDUO» und «Toni VESCOLI&Co» auf. Text von Gastautor Markus Ganz

Toni Vescoli: Ein vitales Jahr der Jubiläen

Toni Vescoli, SUISA-Mitglied seit 1967, hat nicht nur den schweizerischen Beat geprägt, er war auch Mundart-Pionier, Dylan-Interpret und Erzähler der Pingu-Hörspiele (Foto: Kessler)

Den GW, den Grössenwahn, habe er jedenfalls nicht bekommen, erklärte Toni Vescoli vor fünf Jahren in der Fernsehsendung «Stars extra», verlegen grinsend. Die Moderatorin Sandra Studer hatte ihn gefragt, wie es denn gewesen sei, dass er 1968 mit Les Sauterelles («Heavenly Club») sogar noch vor den Beatles («Hey Jude») in der Schweizer Hitparade gestanden habe. Damit hatte sich der Zürcher Sänger, Gitarrist und Songwriter selbst gut charakterisiert. Denn er gibt zwar bis heute offensichtlich gerne Konzerte – aber der Musik und nicht des Rampenlichts wegen.

Toni Vescoli ärgerte sich schon 1964 «masslos» darüber, dass ihr Impresario für Les Sauterelles einen zusätzlichen Namen erfand und diesen sogar grösser auf die Plakate druckte: «The Swiss Beatles». Er wollte sich aber nicht mit Stars vergleichen, sondern mit seinem eigenen Schaffen bestehen. Spätestens ab den 1970er Jahren ging er unbeirrt von Trends und Szenen seinen eigenen Weg.

Der Weg zum Beat

Die Leidenschaft für Musik hatten allerdings nicht englische Beat-Musiker, sondern amerikanische Stars wie Johnny Cash und vor allem Elvis Presley ausgelöst. Er habe solche Musik bereits Ende der fünfziger Jahre gespielt, erzählte Toni Vescoli dem Autoren in einem früheren Interview. Er sei in einem In-Café im Zürcher Niederdorf jeweils auf einem Tisch gestanden und im grösseren Rahmen manchmal von einer Dixie-Band begleitet worden. Den Wechsel zum Beat leiteten dann die Shadows mit ihrem speziellen Sound von elektrischen Gitarren ein.

Dazu brauchte er eine Band, weshalb er 1962 Les Sauterelles gegründet habe, deren gesamte Geschichte von vielen personellen Wechseln geprägt ist. Den kommerziellen Höhepunkt bringt 1968 die Single «Heavenly Club», die in den meisten europäischen Ländern sowie in den USA und in Japan veröffentlicht wurde. Bis zu 350 Konzerte pro Jahr hätten sie gegeben und manchmal bis zu sieben Stunden gespielt. Trotzdem hatte die Band mit Geldproblemen zu kämpfen, so dass Toni Vescoli 1970 in einer Todesanzeige verkündete: «Die Sauterelles sind tot».

Die legendäre Schweizer Beat-Band Les Sauterelles wurde vor 55 Jahren gegründet. 2017 feiert die Band ihr Jubiläum mit einer Tournee, die in Liverpool beginnt. (Foto: Gerhard Born)

Amerikanische Einflüsse

Es war der Folk und im speziellen Bob Dylan, der Toni Vescoli musikalisch zurück zum amerikanischen Liedgut brachte und seine Solokarriere prägte; davon zeugt auch sein Album «Bob Dylan Songs» (1993) mit Adaptionen in Zürichdeutsch. Der Folk sei zusammen mit dem Westcoast der 1970er Jahre sein Einstieg zu seiner späteren Americana-Mischung gewesen, erzählte Toni Vescoli im Interview. Aber schon seine Klassiker «Susanne» und «N1» seien eigentlich Country-Nummern gewesen, fast schon Bluegrass.

Anfang der 1980er Jahren kehrte Toni Vescoli zum Rock zurück, wurde durch Ry Cooder aber auch ein Fan des Akkordeonisten Flaco Jimenez, der dann auch auf seinem Album «Tegsass» (1999) mitspielte. Dessen Tex-Mex habe ihn an seine Jugendzeit in Peru (im Alter von vier bis neun Jahren) erinnert, als sie im Radio mexikanische Volkslieder gehört hätten. Zusammen mit dem Cajun färbte dies deutlich auf das Americana-Album «66» (2008) ab, insbesondere auf den lüpfigen Single-Titel «El Parasito».

Mundart-Pionier

Bedeutsamer als der stilistische Wandel war Toni Vescolis pionierhafter Wechsel zum Dialekt im Jahr 1970. Er war beauftragt worden, für die Enthüllung eines Tell-Denkmals der Zeitschrift Pop einen Song zu schreiben. Statt wie gewünscht einen hochdeutschen Text zu schreiben, fand er Mundart passender – und der Song kam gut an. Er schrieb weitere Mundartlieder, doch sein Produzent habe 1971 gemeint, dafür sei es noch zu früh.

Deshalb erschien sein erstes Mundartalbum erst 1974 –und Reinhard Meys Coverversion des Lieds «Susanne» noch vor Vescolis Original. Bemerkenswert ist auch sein Song «N1», mit dem er bereits 1983 den zwiespältigen Charakter der die Schweiz verbindenden Autobahn N1 (heute A1) thematisierte. «N1 Du bisch e Schtraass wo-n i hass, aber irgendwie han-i Di gern»; ein Gassenhauer zum Thema Verkehr war bereits «Scho Root» (1975) gewesen.

Bis heute bescheiden und bodenständig geblieben: Toni Vescoli. (Foto: Plain)

Neuartige Kombination

Ungewohnt war damals vor allem, dass Toni Vescoli seine Mundarttexte mit amerikanischer Musik kombinierte und damit die Liedermacher-Tradition aufbrach. Er habe damals gemerkt, dass er mit Mundart die Leute viel direkter erreichen könne. Deshalb habe er seine Musik in eine Richtung entwickelt, bei der man die Texte gut heraushörte. Dies habe ihn zum Folk geführt, den er auch alleine spielen konnte.

Als er folgerichtig einmal von einem Kleintheater engagiert wurde, merkte er, dass er keine Verstärker mehr brauchte und dass die akustische Gitarre genügte. So sei er in einer Szene gelandet, die er nicht gesucht hatte, aber wo es ihm wohl war: Er spielte danach fast 18 Jahre ohne Anlage. Irgendwann sei ihm aber die Szene, wo man ihm «gläubig an den Lippen» gehangen habe, zu nah gewesen. Er hatte wieder Lust auf die elektrische Gitarre, wovon der Song «Wäge Dir» handelt.

Worte für ein Liebeslied

Der Wechsel zum Dialekt war nicht einfach gewesen. In Mundart müsse man sich sehr gut überlegen, was man singen will, meinte Toni Vescoli im Interview. Es komme einem nicht so leicht über die Lippen, «ich liebe Dich» zu singen – auch wenn dies heute nicht mehr so peinlich wirke, wie die aktuelle Mundartszene zeige.

Toni Vescoli thematisierte die Schwierigkeit, für ein Liebeslied Worte zu finden, im Song «Lady Lo», wo er singend zum Schluss kommt: «öisi Schprach isch unbruchbar». Es sollte ein Liebeslied an seine Frau werden, erklärte Toni Vescoli, sei aber eigentlich ein Bekenntnis des textlichen Scheiterns geworden. Alles habe kitschig und plump geklungen – also habe er dies zum Thema gemacht. Wo Worte für Gefühle unbrauchbar werden, könnte rein instrumentale Musik die Lösung sein. Darauf meinte Toni Vescoli lachend, dazu sei er als Sologitarrist schlicht zu wenig gut.

Nein, dem Grössenwahn ist Toni Vescoli bis heute nicht verfallen. Und er hat auch immer wieder gezeigt, dass er weder Berührungsängste zu jungen Musikern noch anderen Stilrichtungen wie Hip-Hop hat. 2012 etwa präsentierte er auf TV SRF im Rahmen der Reihe «Cover Me» seine Interpretation von Baba Uslenders «Baustellsong». Toni Vescoli ist eben auch musikalisch jung geblieben – und so möge es bleiben!

Informationen und Live-Daten: www.vescoli.ch (u.a. Auftritte mit Les Sauterelles in Liverpool im Rahmen der „Beatleweek“ vom 25. – 28. August).

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Die SUISA, eine attraktive Arbeitgeberin

Am Tag vor der Generalversammlung 2017 haben sowohl die Kommissionen für Tarife und Verteilung sowie Organisation und Kommunikation als auch der Gesamtvorstand der SUISA Sitzungen abgehalten. Gesprächsthemen waren neben anderen die Berichte der Revisionsstelle, ein neues Personalstatut für die Mitarbeitenden der SUISA und eine Resolution für einen starken Service public. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

Die SUISA, eine attraktive Arbeitgeberin

Der Vorstand der SUISA hat anlässlich seiner Sitzung im Juni 2017 ein revidiertes Personalstatut genehmigt, das den Entwicklungen im Personalmanagement Rechnung trägt, und mithilft, dass die SUISA eine attraktive Arbeitgeberin bleibt. In der Niederlassung an der Bellariastrasse in Zürich-Wollishofen (im Bild) haben die meisten Mitarbeitenden der SUISA ihren Arbeitsplatz. (Foto: SUISA)

Der 15-köpfige Vorstand ist das Steuerungs- und Prüfungsorgan der Genossenschaft SUISA. Seine Mitglieder repräsentieren die unterschiedlichen musikalischen Repertoires, Berufe und Sprachregionen der Schweiz. Alle Vorstandsmitglieder sind zudem in einer von drei Vorstandskommissionen tätig.

Einen Tag vor der Generalversammlung der SUISA trafen sich am 22. Juni 2017 die Mitglieder der Kommission für Tarife und Verteilung und anschliessend der Kommission für Organisation und Kommunikation zu ihren Sitzungen. In der zweiten Nachmittagshälfte tagte der Gesamtvorstand. Er liess sich informieren, diskutierte, wägte ab und entschied.

Berichte der Revisionsstelle

Zum Ende des Geschäftsjahres erstellte die Revisionsstelle BDO zwei Berichte: Den Erläuterungsbericht für das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum, Aufsichtsbehörde der schweizerischen Verwertungsgesellschaften, und den umfassenden Bericht an den Vorstand. Dieser ausführliche Bericht ist hilfreich, um Verbesserungspotenzial zu erkennen und entsprechende Massnahmen daraus abzuleiten.

Neues Personalstatut

Das Personalstatut für die Mitarbeitenden der SUISA wurde letztmals 2013 revidiert. Seither hat sich einiges verändert. Arbeitsrechtliche Vorschriften verlangten nach einer Zeiterfassung für Kadermitarbeitende, die Bestimmungen zur Lohnfortzahlung bei Krankheit mussten angepasst werden, die Regelung für Urheberrechte am Arbeitsergebnis wurden ausgebaut und die Revisionsstelle hatte einen Antikorruptionsartikel gefordert.

Gleichzeitig wurden die vormals strikten Präsenzzeiten durch sogenannte Servicezeiten ersetzt. Den Mitarbeitenden helfen flexible Arbeitszeiten bei der Vereinbarung von Beruf und Familie. Das Unternehmen kann mit diesem Modell Spitzen im Arbeitsanfall besser auffangen. Mitglieder und Kunden werden davon kaum etwas merken. Die Servicezeiten entsprechen den bisherigen Öffnungszeiten. Während dieser Öffnungszeiten sind die Mitarbeitenden erreichbar und die Dienstleistungen gewährleistet.

Der Vorstand hat das revidierte Personalstatut genehmigt. Damit verfügt die SUISA über ein Regelwerk, das den Entwicklungen im Personalmanagement Rechnung trägt, und mithilft, eine attraktive Arbeitgeberin zu bleiben.

SRG SSR und Service Public

Wie bereits berichtet, wachsen öffentlicher und politischer Druck auf den Service Public. Einschränkungen oder sogar die Streichung desselben hätten für die Schweizer Musikschaffenden gravierende Folgen – nicht nur finanzieller Art. Ihnen würde eine wichtige Plattform für ihre Musik und die Berichterstattung darüber entfallen.

Der Vorstand hat eine Resolution zuhanden der Generalversammlung verabschiedet. SUISA-Mitglieder fordern damit die Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf, in der Debatte über die «No Billag»-Initiative und bei Vorstössen zur Einschränkung der SRG SSR die Rolle der gebührenfinanzierten Sender zu bedenken und ihre Position nicht zu schwächen. Der Resolutionstext kann auf der Website der SUISA nachgelesen und dort auch online unterschrieben werden.

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Auf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer Musik

Sechs Spartensender der SRG sollen abgeschafft werden. Dies verlangt eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats. Für die Schweizer Musikschaffenden hätte dies verheerende Folgen. Gerade von diesen Sendern wird hiesige Musik viel gespielt und gefördert. Unterzeichnen Sie die Online-Petition «Hände weg von den Spartenradios» jetzt! Text von Giorgio Tebaldi und Manu Leuenberger

Auf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer Musik

Von den Berner Strassen auf die Bühne der Kulturfabrik in Lyss: Die Mundart-Band Troubas Kater trat im November 2015 bei der 14. Ausgabe von «8×15.» auf. An diesen Konzertabenden von SRF Virus können jeweils 8 Schweizer Bands während 15 Minuten ihr Können präsentieren und vom Publikum entdeckt werden. (Foto: SRF)

Im Februar 2017 wurden das Zürcher Duo Dabu Fantastic sowie ihr Mitkomponist Gianluca Giger an den Swiss Music Awards für den besten Hit und die beste Komposition ausgezeichnet. Die Zürcher Band gehört momentan zu den erfolgreichsten Schweizer Pop-Acts. Zu verdanken haben sie ihre Popularität zu grossen Teilen den Radiosendern der SRG, wie ihr Sänger Dabu Bucher in einem Interview mit der SRG sagte. Vor über 10 Jahren hat SRF Virus ihre Songs zum ersten Mal gespielt und damit ihre Karriere massgeblich vorangetrieben.

Auch für andere Schweizer Künstler ist der Jugendsender der SRG wichtig. Er fungiert als Sprungbrett für junge und (noch) unbekannte Musiker. Mit ihrer Konzertreihe «8×15.» beispielsweise bietet der Sender Newcomern eine wichtige Plattform. Das Musikprogramm von SRF Virus besteht zu 50% aus Schweizer Musik. Einen höheren Anteil an hiesiger Musik gibt es kaum auf einem anderen Sender zu hören.

Damit soll aber bald Schluss sein – zumindest wenn es nach der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) geht. In der Motion 17.3010 «Reduktion bei den Spartensendern im Radiobereich» fordert die KVF-N die Streichung von sechs SRG-Sendern: SRF Virus, SRF Musikwelle, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radio Swiss Pop sowie der Westschweizer Sender Option Musique sollen verstummen. Gemäss Initiativtext sind das Sender, die «keinen wirklichen Service-public-Auftrag wahrnehmen».

Service public heisst auch Förderung des Schweizer Kulturschaffens

Was unter Service public im Radio- und Fernsehbereich zu verstehen ist, hat der Bundesrat in seinem «Bericht zur Überprüfung der Definition und der Leistungen des Service public der SRG unter Berücksichtigung der privaten elektronischen Medien» untersucht. Im Bericht hält der Bundesrat fest, dass die SRG auch «eine Vielzahl von unrentablen Leistungen im Dienst der Gesellschaft» erbringt. Hierzu gehört auch die Förderung des Schweizer Films, der Schweizer Musik und der Schweizer Literatur. Ohne Gebührengelder wäre diese Förderung kaum möglich.

Gerade die Spartensender fördern die Schweizer Musik in hohem Mass – nicht nur im Pop- und Rockbereich auf SRF Virus, sondern auch im Jazz, in der klassischen und vor allem der Volksmusik mit SRF Musikwelle. Wie auf der SUISA-Website zu lesen ist, kommen die sechs Spartensender auf einen Anteil von rund 22% gespielter Schweizer Musik. Gesamthaft gesehen sind es bei allen SRG-Sendern insgesamt 20%. Zum Vergleich: Die Schweizer Privatsender kommen im Schnitt auf einen Anteil von unter 10% Schweizer Musik.

Spartensender entdecken und fördern Schweizer Musik

Die Spartensender spielen also eine zentrale Rolle, damit Schweizer Musik entdeckt und gefördert wird. Mit ihrer Berichterstattung über die aktuelle Schweizer Musikszene sind sie unersetzlich. Es ist schwer vorstellbar, dass die privaten Radiosender in die Bresche springen, wenn die Spartensender wegfallen. Die Privatradios sind kommerziell ausgerichtet und werden überwiegend durch Werbeeinnahmen finanziert. Entsprechend müssen die meisten von ihnen ihr Programm auf ein Publikum ausrichten, das vorwiegend Hits hören will. Dies bekommen auch Schweizer Musiker immer wieder zu hören, mit Aussagen wie: «Wir machen keine Hits, wir spielen sie», erzählte der Singer/Songwriter und Präsident des Vereins Musikschaffende Schweiz, Christoph Trummer, in einem Interview mit der Musikzeitschrift Musikmarkt.

Die Abschaffung der Spartensender würde die Schweizer Musikschaffenden auch finanziell treffen. Die sechs Radiosender spielten 2015 rund 550 000 Minuten Musik von Schweizer Urhebern. Laut Jahresbericht 2015 der SUISA betragen die Urheberrechtsvergütungen pro gespielter Minute auf den SRG-Sendern durchschnittlich rund Fr. 2.70. Die Urheberrechtseinnahmen für die Ausstrahlung der Werke von Schweizer Komponisten, Textautoren und Verleger auf den sechs Spartensendern beliefen sich also auf insgesamt rund 1,5 Millionen Franken. Dieses Geld erhalten nicht nur die etablierten Stars, sondern auch unbekannte Schweizer Künstler.

Fruchtbare Rahmenbedingungen für Schweizer Kultur

Würde die Motion der KVF-N angenommen, hätte dies also schwerwiegende Folgen für die Schweizer Musikszene. Es würden nicht nur wichtige Plattformen wegfallen, die ein breites Schweizer Musikschaffen präsentieren. Eine Streichung der Spartensender würde die Künstler auch finanziell treffen.

Zudem steht die grundsätzliche Frage im Raum: Ist es Aufgabe des Parlaments, über Radioinhalte zu bestimmen? Oder sollte der Gesetzgeber sich nicht vielmehr darauf beschränken, den Rahmen für die Radio- und TV-Sender vorzugeben? Mit dieser Motion würde über einzelne Sendeprogramme der SRG entschieden. Das ist weit mehr als die Vorgabe von Rahmenbedingungen. Und fruchtbare Rahmenbedingungen im heimischen Land haben die Schweizer Kulturschaffenden mehr als verdient.

Die SRG betreibt seit 2006 die Internet-Musikplattform mx3, «The Swiss Music Portal». Auf dem Portal www.mx3.ch können Musiker nicht nur ihre Musik der Öffentlichkeit vorstellen, sondern die Plattform wird auch von Sendern der SRG für die Programmgestaltung genutzt. SRF 3, SRF Virus, Couleur 3, Rete Tre und Radio Rumantsch lassen Songs, die von den Künstlern auf mx3 hochgeladen werden, in ihr Programm einfliessen. 2015 waren auf mx3 rund 22 900 Bands vertreten, die ihre Musik auf das Musikportal hochgeladen haben.

Petition «Hände weg von den Spartenradios!»

Mit einer Petition sollen die zuständigen Gremien im Bundeshaus gebeten werden, von einer Schliessung der Spartensender der SRG abzusehen.

Die Petition «Hände weg von den Spartenradios!» online unterschreiben auf www.petitionen24.com

Sie können die Petition auch auf dem Unterschriftenbogen unterzeichnen (PDF).

Die Petition wird von einer breiten Interessensgemeinschaft aus der Schweizer Musikszene mitgetragen. Für den Erhalt der Spartensender setzen sich unter anderem ein: Schweizer Musikrat, Musikschaffende Schweiz, Schweizer Musiksyndikat, Schweizer Tonkünstlerverein, Schweizerischer Musikerverband SMV, Helvetia Rockt, IndieSuisse, IFPI, Schweizer Interpretengenossenschaft SIG, Orchester.ch, Eidgenössischer Jodlerverband EJV, Schweizerischer Blasmusikverband SBV, Schweizerische Chorvereinigung SCV, Verband Schweizer Volksmusik VSV.

Die Unterschrift jeder einzelnen Person zählt und ist wichtig, damit es möglich bleibt, dass Schweizer Musik auf Sendern wie Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radio SRF Virus, Radio SRF Musikwelle und Radio RTS Option Musique ausgestrahlt und entdeckt werden kann. Weitere Informationen auf der Website der Initianten der Online-Petition: www.prospartenradio.ch

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Im Februar 2017 wurden das Zürcher Duo Dabu Fantastic sowie ihr Mitkomponist Gianluca Giger an den Swiss Music Awards für den besten Hit und die beste Komposition ausgezeichnet.…Weiterlesen

Marco Zappa: 50 anni di musica

Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt hat; im Tessin – einer Region, die sich im Hinblick auf die «canzone italiana», Songs in italienischer Sprache, nie besonders hervorgetan hat.

Marco Zappa: Alles begann mit meiner Mutter, die mich als Pianist in der klassischen Musik sah. Wir wohnten damals in Bellinzona und ich war fast noch ein Kind. Ich spielte zwei Jahre lang mehr oder weniger gezwungenermassen Klavier und ich erinnere mich, dass ich es nicht mochte: Ich musste jeden Tag üben, aber ich hatte in diesem Alter ganz andere Dinge im Kopf. Bei den Pfadfindern fing ich dann an, Mundharmonika zu spielen, ein Instrument, das man im Gegensatz zum Klavier mitnehmen und mit dem man die Musik mit anderen teilen konnte. Die Schwester meiner Mutter spielte Gitarre. Sie hat mir die ersten Akkorde gezeigt, genau in der Zeit, als in Italien Adriano Celentano und die ersten „schreienden Sänger“ wüteten. Ich war von Anfang an begeistert und konnte mich sofort damit identifizieren. Ich gründete zusammen mit meinen Kollegen von der Kanti eine kleine Band, in der wir an Schulfesten spielten.

Marco Zappa (l.) und Zeno Gabaglio.

Zeno Gabaglio: Welche Möglichkeiten hatten diejenigen, die Musik machen und möglichst auch mit anderen teilen wollten?
Es gab effektiv das Bedürfnis, sich zu Musik zu treffen, aber meist ging es dabei um Volksmusik. Auch ich habe einige Jahre damit verbracht, la Verzaschina, il Boccalino und die verschiedenen Lieder, die man heute als Folk bezeichnet, zu singen und zu spielen. Für Livemusik gab es jedoch im Tessin noch ein recht gutes Angebot an Kapellen, die Unterhaltungsmusik spielten, also Gruppen (auch mit nur 4–5 Musikern), die auftraten mit einem Repertoire zwischen Jazz, Swing und Schlager. Auf dem Nachhauseweg von der Schule blieb ich immer vor den Bars in Locarno stehen, in denen sie spielten, um ihnen zuzuhören. Und ich war völlig bezaubert und lernte neue Akkorde.

Aber die Musik der Tanzkapellen war doch eine „alte“ Musik! Wie kam es, dass Marco Zappa den moderneren Weg zur Rockmusik fand?
Die E-Gitarre. An einem Abend, an dem ich mit meiner Gruppe im Oratorium in Minusio auftrat, spielte uns der Pfarrer, der das Treffen organisiert hatte, das Stück Apache von The Shadows ab, mit diesen wunderschönen Anfangstönen einer verzerrten E-Gitarre. Es war Liebe vom ersten Ton an. Da waren natürlich auch noch die Songs der Beatles! …

Neues Album «PuntEBarrier».

Die Rockkarriere von Marco Zappa geht also auf einen modernen Pfarrer zurück?
Gewissermassen schon: auf einen erleuchteten Pfarrer! Aber so – ganz plötzlich – mit dem Virus E-Gitarre infiziert, gab es für uns junge Leute ein Problem: Wie konnten wir unsere Instrumente so verändern, dass wir exakt diesen Ton hinbekamen? Ein Freund, der Elektrotechniker war, sagte mir, dass man, wenn man den unteren Teil eines Telefonhörers abschraubte (also den Teil, in den man hineinspricht), ein Mikrofon erhielt. Das tat ich und befestigte das Teil an meiner Gitarre, schloss dann die beiden Drähte an den Verstärker des alten Radios meiner Eltern an und schon hatte ich meine erste E-Gitarre. Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Stadt mit dem alten, am Moped festgemachten Radio durchquerte, auf dem Weg zu den Proben …

Kurz darauf fingst du – mit der Teenager Band – ernsthaft mit dem Musikmachen an, auch wenn du das Gravitationszentrum deines musikalischen Universums erst einige Jahre später erreichen solltest, mit dem Wechsel vom Englisch zum Italienisch. Kannst du uns diese wichtige Entwicklung erklären?
Ich war aufgewachsen mit englischen Rockstücken, die ich auf meinem Plattenspieler hörte. Ich spielte 1000 Mal die Singles ab, um die Gitarrensoli zu üben und die Texte auswendig zu lernen. Obwohl unsere Englischkenntnisse nicht überragend waren, schrieben und sangen wir in dieser Sprache, weil wir damals vor allem englischen Rock hörten. Paradoxerweise kritisiere ich heute ein wenig Musiker, die – obwohl Italienisch ihre Muttersprache ist – nur auf Englisch singen, und ich glaube, das steht mir zu, eben deshalb, weil auch ich im Grunde so angefangen habe! Die ersten beiden LPs haben wir auf Englisch gemacht, und wir waren stolz, dass EMI (die Plattenfirma der Beatles!) sie produzierte; in einer anderen Sprache als Englisch hätte sie die LPs nie mit uns produziert.

«Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig.» – Marco Zappa

Und wann hast du zum Italienisch gewechselt?
Der Übergang zum Italienischen erfolgte 1979. Um uns herum hatte sich der Musikgeschmack geändert, und auch bestimmte Verbindungen zum Konzept der «canzone italiana»; aber vor allem war es so, dass in mir ein neues Bewusstsein entstanden war: Die Sprache, die du verwendest, ist wie Instrument, das dir gehören muss. Die Worte, die du wählst, sind wie Finger auf einer Gitarre: Du musst fühlen, dass es deine sind. Wenn das nicht der Fall ist, ist das musikalische Ergebnis nicht aufrichtig. Seither ist es so: Wenn ich eine Geschichte im Dialekt erlebe, muss ich sie im Dialekt schreiben, und wenn ich sie auf Italienisch erlebe, muss ich sie auf Italienisch schreiben. Das gilt auch für die weiteren Sprachen. Das ist keine Entscheidung, die ich im Voraus treffen muss, es ist die Story selbst, die ich erzählen möchte, die mich auf den unvermeidlichen expressiven Weg führt.

Und schliesslich die Musik. Es ist so, dass du dich sehr schnell von der jugendlichen Konvention des Englischen gelöst hast, und genau so war es mit deiner ausschliesslich an der Rockmusik orientierten Vision von Musik. Du hast dich auf die Suche nach weniger vorhersehbaren und zweifellos gewagteren Lösungen gemacht. Wer hat dich in diese Richtung gebracht?
Wegen dem Wechsel zu italienischen Texten wählte ich eine ungewöhnliche musikalische Aufmachung: ein Trio mit Flöte und Cello. Vielleicht wollte ich damals unbewusst etwas machen, das auch meiner Mutter gefallen würde. Die Ausrichtung Band schien klassisch zu sein, aber der Geist war eindeutig dem Rock verschrieben, auch wenn damals viele der Meinung waren, dass man nur mit einer Stratocaster mit Verzerrung Rockmusik machen konnte. Seither habe ich stets versucht, mich für die musikalische Zusammenarbeit mit immer neuen Musikern, Instrumenten und Ideen zu öffnen. Das Prinzip ist das gleiche, das auch für den Text gilt: Die Story, die du erzählen willst, suggeriert unterschiedliche technische und poetische Lösungen – und manchmal gibt sie diese auch vor. Denn wenn du jedes Mal die gleichen Steine verwendest und sie immer auf die gleiche Weise übereinander setzt, kommt immer die gleiche Mauer dabei heraus.

www.marcozappa.ch, offizielle Website


Marco Zappa: 50 anni di musica

Cinquant’anni di carriera: l’unica duratura carriera della canzone svizzera che si sia svolta dentro (ma anche sopra, sotto e accanto) alla lingua italiana. Questo è il dato incontrovertibile – e incontrovertibilmente fondamentale – che riguarda Marco Zappa, e che ancora una volta in questo inizio di 2017 ripropone il cantautore bellinzonese al centro della cultura musicale della Terza Svizzera. Con un nuovo disco con 18 inediti – «PuntEBarrier» – e con un tour nazionale che inizierà il prossimo 14 marzo al Teatro Sociale di Bellinzona. Intervista/testo: Zeno Gabaglio

L’occasione è dunque imperdibile per incontrare Marco e fare qualche passo indietro, per farci raccontare com’è iniziato e come si è sviluppato il suo rapporto con la creatività musicale; in una regione – il Ticino – che dal punto di vista della canzone in lingua italiana non aveva mai offerto esempi illuminanti.

Marco Zappa: È iniziato tutto da mia madre, che mi vedeva come interprete-pianista in ambito classico. Abitavamo ancora a Bellinzona ed ero appena un bambino. Ho suonato due anni quasi per forza il pianoforte e mi ricordo che non mi piaceva: dovevo studiare ogni giorno ma avevo ben altre cose per la testa, a quell’età. Negli scout ho poi cominciato a suonare l’armonica a bocca, uno strumento che, a differenza del pianoforte, si poteva portare in giro e con cui si poteva condividere la musica. La sorella di mia madre suonava invece la chitarra, e fu lei a mostrarmi i primi accordi, proprio nel periodo in cui in Italia imperversavano Celentano e i primi “cantanti urlatori”. Mi sono subito appassionato e immedesimato, raccogliendo i miei compagni di ginnasio in un piccolo gruppo con cui suonavamo alle feste degli studenti.

Zeno Gabaglio: Che possibilità c’erano per chi voleva fare musica, e magari anche condividerla con gli altri?
Il bisogno di trovarsi attorno al fare musica effettivamente c’era, ma in genere si rivolgeva alla musica popolare. Anch’io ho passato diversi anni a cantare e suonare la Verzaschina, il Boccalino e le varie canzoni che oggi diremmo folk. Per la musica dal vivo in Ticino c’era però ancora una buona offerta di orchestre di musica leggera, cioè gruppi (di anche solo 4-5 elementi) che si esibivano in repertori tra il jazz, lo swing e la canzone; tornando a casa da scuola mi fermavo sempre ad ascoltarli davanti ai bar di Locarno in cui si esibivano, restando sempre affascinato dalla musica che facevano ed imparando accordi nuovi.

Ma quella delle orchestrine era comunque una musica «vecchia»! Cosa portò invece Marco Zappa sulla strada ben più moderna del rock?
La chitarra elettrica. Durante una serata in cui – con il mio gruppo – suonammo all’Oratorio di Minusio, il prete che organizzava l’incontro diffuse dall’impianto il brano Apache degli Shadows, con quei meravigliosi suoni iniziali di chitarra elettrica riverberata. Fu un colpo di fulmine, e poi, naturalmente, le canzoni dei Beatles! …

Quindi all’origine del percorso rock di Marco Zappa ci fu la modernità di un prete?
In un certo senso sì: di un prete illuminato! Ma contagiato così – all’improvviso – dal germe della chitarra elettrica, per noi giovanissimi rimaneva un problema: come trasformare i nostri strumenti per cercare di ottenere esattamente quel suono lì? Un amico elettrotecnico mi disse che dalla cornetta del telefono, svitando la parte inferiore (cioè quella in cui si parlava), si poteva ricavare un microfono. Così feci, togliendolo e incollandolo alla chitarra, collegai poi i due fili risultanti all’amplificatore della radio dei miei genitori e ottenni la mia prima chitarra elettrica. Ancora mi ricordo quando attraversavo la città con la vecchia radio legata sul motorino per andare a fare le prove …

Di lì a poco – con la band Teenagers – avresti cominciato a fare le cose decisamente sul serio, anche se il centro gravitazionale del tuo universo musicale lo avresti raggiunto qualche anno più tardi, passando dalla lingua inglese a quella italiana. Ci puoi spiegare questa tua fondamentale evoluzione?
Ero cresciuto ascoltando pezzi rock inglesi sul mio giradischi, ascoltando mille volte i 45 giri per imparare gli assoli di chitarra e memorizzare i testi. E se anche la conoscenza della lingua era per tutti approssimativa, si scriveva e si cantava in inglese proprio perché i nostri ascolti di quel periodo erano focalizzati sul rock britannico. Oggi paradossalmente critico un po’ quei musicisti che – pur essendo di lingua madre italiana – cantano solo in inglese, e credo di poterlo fare proprio perché anch’io, in fondo, ho cominciato così. I primi due LP li realizzammo in inglese, e l’orgoglio fu che a produrceli c’era la EMI (la casa discografica dei Beatles!) che senza l’inglese non ce li avrebbe mai prodotti.

«Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero.» – Marco Zappa

E l’italiano quando arrivò?
Il passaggio all’italiano è avvenuto nel 1979. Attorno a noi erano cambiati certi gusti musicali e certi rapporti con l’idea della canzone; ma soprattutto avevo maturato io una nuova consapevolezza: la lingua che usi è come uno strumento, che ti deve appartenere. Le parole che scegli sono come le tue dita su una chitarra: devi sentirle tue, e se non è così il risultato musicale non sarà sincero. Da allora se una storia la vivo in dialetto, non posso che scriverla in dialetto, e se la vivo in italiano, devo scriverla in italiano, e così per le altre lingue. Non si tratta di una scelta obbligatoria e a priori che mi impongo prima di scrivere qualcosa, ma è la stessa storia che voglio raccontare a portarmi sull’inevitabile strada linguistico-espressiva.

Infine la musica. Perché se è vero che ti sei presto allontanato dalla convenzione giovanilistica dell’inglese, altrettanto hai fatto da una visione musicale esclusivamente rock, andando a cercare soluzioni meno scontate e – indubbiamente – più ardite. Chi ti ha spinto in questa direzione?
Proprio per la svolta testuale in italiano scelsi una veste musicale inusitata: un trio con flauto e violoncello. Forse inconsciamente volevo fare qualcosa che piacesse anche a mia madre. La formazione sembrava classica, ma lo spirito era chiaramente rock, anche se per molti si poteva fare rock solo usando una Stratocaster con distorsione. Da allora ho sempre cercato di aprirmi a collaborazioni musicali con musicisti, strumenti e idee ogni volta diversi, e il principio è lo stesso che vale per il testo: è la storia da raccontare che suggerisce – a volte imponendole – soluzioni tecniche e poetiche differenti. Perché altrimenti se usi ogni volta gli stessi mattoni e ogni volta li sovrapponi allo stesso modo, il risultato sarà sempre lo stesso muro.

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Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Die einzige nachhaltige Karriere der Schweiz rund um die «canzone italiana» – in all ihren Dimensionen. Ein unbestreitbarer und zweifellos auch wesentlicher Fakt über den Liedermacher Marco Zappa aus Bellinzona, der Anfang dieses Jahres erneut in den Mittelpunkt der Musikkultur der italienischen Schweiz rückt. Mit dem neuen Album «PuntEBarrier», das 18 unveröffentlichte Songs enthält, und einer Schweizer Tournee, die am 14. März 2017 im Teatro Sociale Bellinzona startet. Interview/Text von Zeno Gabaglio – La versione italiana del testo si trova sotto.

Marco Zappa: 50 anni di musica

Interview mit Marco Zappa im Studio MarcoZappaMusic in Sementina. (Fotos: Manu Leuenberger)

50 Jahre Musik: Dies ist eine gute Gelegenheit, um Marco zu treffen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir lassen uns von ihm erzählen, wie alles begann und wie sich seine Beziehung zur musikalischen Kreativität entwickelt…Weiterlesen

Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video

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Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre langjährige Anstellung als Filmemacherin beim Tessiner Fernsehen im Jahr 2012 aufgab, um sich voll der Musik zu widmen.

«Das Tessin ist im Vergleich zu Kanada ein strategisch guter Ort, um Musik zu machen und zu touren», erklärt Barbara Lehnhoff. «Man muss nicht gleich ein Flugzeug nehmen, wie dies in Nordamerika der Fall ist.» Sie liebt zudem das deutlich wärmere Klima, was nicht nur für ihr Wohlbefinden wichtig ist. «Hier kann man zu jeder Jahreszeit einfach rausgehen, um ein Video oder ein Foto-Shooting zu machen.» Die alte Heimat beeinflusst trotzdem bis heute ihre künstlerische Vision. «Ich wuchs in einer Art Indianerreservat mit starkem Kontakt zur Natur auf ‒ sehr unterschiedlich zu Europa.»

Peter Kernel elektronisch

Die Aussage mag verwirrend klingen, dass Camilla Sparksss «weniger ein Solo- als ein Nebenprojekt von Peter Kernel» ist. Doch Barbara Lehnhoff betont, dass sie auch die Stücke von Camilla Sparksss zusammen mit Aris Bassetti komponiert. «Wir machen alles zusammen, 24 Stunden pro Tag, und wir ergänzen uns auch beim Schreiben der Songs gut. Aris pflegt einen eher melodischen italienischen Stil und kümmert sich um die Arrangements. Ich bin direkter und mehr punkig.» Diese Seite kommt bei Camilla Sparksss stärker zum Ausdruck. Dieses Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, eine Art elektronische Version von Peter Kernel zu schaffen; nicht zuletzt, um an den Konzerten weniger Equipment schleppen zu müssen. «Bei Camilla Sparksss ist die Musik verspielter und mehr auf Fun ausgelegt. Und wenn wir eine Idee haben, können wir sie am Computer sofort ausprobieren.»

Der Ursprung eines Songs liegt allerdings meist im Gitarrenspiel von Aris Bassetti, wenn er nach einer Melodie sucht. «Wir entscheiden erst im Verlauf des Songwritings, für welches Projekt wir das Stück verwenden. Falls es für Camilla Sparksss ist, wandeln wir es in einen elektronischen Song um.» Sobald sie Arrangements ausprobieren wollen, wechseln sie von der Wohnung in einen nahe gelegenen Übungsraum. «Dort können wir viel Lärm machen, weil er sich im Untergeschoss befindet», meint Barbara Lehnhoff lachend. «Wenn wir die Gesangsteile schreiben, müssen wir auch schreien können.» Sie bezeichnet den Stil von Camilla Sparksss als Hyper Pop. «Bezüglich Melodien und Arrangements kann man diese Songs zum Pop zählen. Aber wie wir an die Grenzen gehen, ist es hyper – das gehört zu unserem Punk-Approach.»

Girl-Power auf der Bühne

Camilla-Sparksss-VideostillErst am Konzert kommen die Songs richtig zur Geltung. «Die Live-Darbietung ist der Grund für alles, was wir mit den beiden Projekten tun. Erst auf der Bühne wird unser künstlerisches Schaffen vollendet.» Bei Camilla Sparksss wird es zu einer regelrechten Performance, die wie die schrille Show eines Girl-Power-Projekts wirkt. Barbara Lehnhoff singt lauthals und spielt Synthesizer zu den Rhythmen einer Schlagzeugmaschine, während eine weitere Frau dazu tanzt. «Die Tänzerin repräsentiert gewissermassen die körperliche Seite der Schlagzeugmaschine – und schwitzt entsprechend wie ein Schlagzeuger.»

Nicht zuletzt dank der vielen Konzerte können Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti seit 2012 von der Musik leben. Für einige Tourneen, die sie sogar nach Kanada und in die USA geführt haben, erhielten sie auch Unterstützung von der FONDATION SUISA. «Aber es ist hart, von der Musik zu leben», meint Barbara Lehnhoff trocken. «Und es ist nur möglich, weil wir auch alles darum herum selbst machen: die Videos, die Grafik, das Management, unser Label On The Camper Records.» Aber die beiden Musiker machen eben nicht Pop im kommerziellen Sinn. Deshalb werden sie nur selten am Radio gespielt und erhalten entsprechend nicht viel Geld. «Die Abrechnungen der SUISA sind für uns aber immer wie ein schönes Weihnachtsgeschenk», meint Barbara Lehnhoff lachend.

www.camillasparksss.com, offizielle Website

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» geben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Barbara Lehnhoff aka Camilla Sparksss wurden bereits Carrousel und Marcel Oetiker mit Video auf dem SUISAblog.ch und in der Broschüre Ausgabe 2015 (PDF, 8.17 MB) vorgestellt. Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti gehörten als Duo Peter Kernel zu den Nominierten für den Schweizer Musikpreis 2016.

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Marcel-Oetiker-Video_PosterMarcel Oetiker: «Beim Reisen werde ich oft inspiriert» | mit Video Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Weiterlesen
Carrousel-Video-PosterCarrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Weiterlesen
Wo-neue-Musik-entsteht-CoverDie SUISA ist da, wo neue Musik entsteht Mehr als 80 neue Werke melden die Mitglieder durchschnittlich jeden Tag bei der SUISA an. Mit ihrer Dienstleistung verschafft die SUISA den Komponisten und Textautoren Freiraum, um neue Musik zu schaffen. Als Bindeglied zwischen den Urhebern und jenen, die Musik ausserhalb des privaten Rahmens nutzen, ermöglicht sie, dass Musik öffentlich aufgeführt, gesendet oder online angeboten und dadurch vom Publikum entdeckt werden kann. Diesen Gedanken will die SUISA in ihrer Kommunikation verstärkt hervorheben. Weiterlesen
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Label Suisse 2016: 70 Künstler, 7 Bühnen und 100 000 Zuschauer

Rock, Pop, Folk, elektronische Musik, Hip-Hop, Jazz, Chanson, Chorgesang und klassische Musik: Schweizer Musik so weit das Ohr reicht. Gleichzeitig interessante Panels und Gelegenheiten, um sich unter Musik-Professionals zu treffen und vernetzen.

Label-Suisse-Place-Centrale

Grosse Bühne für die Schweizer Musik: Dicht besetzter Place Central vor der Open-Air-Hauptbühne des Festivals Label Suisse in Lausanne. (Foto: Joseph Carlucci)

Schon zum 7. Mal bringt das Festival Label Suisse in Lausanne das Schweizer Musikschaffen ins Rampenlicht. Dank der Unterstützung von diversen Sponsoren wie der SUISA, dem Bundesamt für Kultur, Pro Helvetia und SRF/RSI ist der Besuch der Konzerte für das Publikum kostenfrei. Die Auswahl der auftretenden Künstler unterschiedlicher Genres bietet dem Publikum einen weitreichenden Überblick über die aktuelle schweizerische Musikszene.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat sich entschieden, im Rahmen von Label Suisse auch den Schweizer Grand Prix Musik zu verleihen. Einige der Künstler, die für den Musikpreis des BAK nominiert sind, werden auf den Bühnen des Festivals Label Suisse ihr Können zum Besten geben.

Kommen auch Sie und geniessen Sie 3 Tage lang Schweizer Musik im malerischen Lausanne am Genfersee.

Der Terminplan für Professionals sieht wie folgt aus:
Flyer Label Suisse (PDF)

Das Musikprogramm finden sie hier:
https://labelsuisse.ch/site/de/programm

Am Donnerstag, 15. September 2016, verleiht das Bundesamt für Kultur zum 3. Mal den Schweizer Grand Prix Musik. Nominiert sind 15 Musikschaffende aus der ganzen Schweiz und aus unterschiedlichen Musiksparten. Ausgezeichnet wird die Gewinnerin oder der Gewinner in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset an der Preisverleihung im Saal Métropole in Lausanne.
http://www.schweizermusikpreis.ch/de/
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Label-SuisseSchweizer Musik als Erlebnisreise am Festival Label Suisse 86 Veranstaltungen, 7 Konzertsäle, eine Open-Air-Bühne, der «Marché de la Musique» plus die Verleihung des ersten Schweizer Musikpreises durch das Bundesamt für Kultur (BAK). Das reichhaltige Angebot am Label Suisse 2014 erforderte einen handfesten Plan für die persönliche Entdeckungs- und Genussreise durch das Festivalprogramm. Alles mitkriegen und nichts verpassen war unmöglich. Mein Plan für die 3 Tage in Lausanne: mich durch die Vielfalt des Schweizer Musikschaffens treiben lassen. Weiterlesen
Label-Suisse-2008Festival Label Suisse: Am Pulsschlag der Schweizer Musik im Herzen von Lausanne Vom 19. bis 21. September 2014 findet in Lausanne zum 6. Mal das Musikfestival Label Suisse statt. Auf 8 Bühnen in 7 Lokalitäten im Zentrum der olympischen Hauptstadt präsentiert das Festival an drei Tagen eine breite Palette schweizerisches Musikschaffens. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Im schriftlichen Interview gibt Julien Gross, Präsident des organisierenden Vereins von Label Suisse, Auskunft über das aussergewöhnliche Festival. Weiterlesen
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Traditionelle Volksmusik als Basis für komplexere Kompositionen

Der Komponist und Akkordeonist Franz «Fränggi» Gehrig erhält den Preis der FONDATION SUISA 2016. Der jährlich verliehene Anerkennungspreis der Musikförderstiftung der SUISA wird 2016 in der Kategorie «neue, aktuelle Schweizer Volksmusik» vergeben. Ein Interview mit dem 30-jährigen Urner Preisträger über die Auszeichnung, sein musikalisches Schaffen und den Reiz von alter wie neuer Volksmusik.

Fraenggi-Gehrig-Preis-der-FONDATION-2016

Fränggi Gehrig begann als 8-Jähriger Akkordeon zu spielen. An der Hochschule Luzern studiert er Akkordeon im Profil Jazz mit Schwerpunkt Volksmusik und belegt das Fach Komposition. (Foto: Blatthirsch.ch)

Fränggi Gehrig, Sie werden mit dem Preis der FONDATION SUISA 2016 in der Kategorie «neue, aktuelle Schweizer Volksmusik» ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?
Fränggi Gehrig: Die Auszeichnung kam für mich total unerwartet, denn ich hatte bei der Eingabe des Preises keine Ahnung, ob ich mir überhaupt Chancen ausrechnen kann. Umso mehr freue ich mich natürlich jetzt und ich fühle mich wirklich sehr geehrt, dass ich diese Auszeichung entgegennehmen darf.

Mit der Volksmusik sind viele Traditionen verbunden. Was sind die Herausforderungen, wenn man Volksmusik neu und aktuell gestalten will?
Das Wichtigste finde ich, dass man dabei seine Wurzeln nicht vergisst. Man muss aufpassen, dass man nicht willkürlich Melodien anders harmonisiert oder rhythmisch verändert und dabei sagt, es handle sich jetzt um neue Volksmusik.
Ich glaube, dass die Verbindung zwischen «Traditionellem» und «Neuem» gar nicht gelingt, wenn man diese Traditionen nicht über eine sehr lange Zeit intensiv gelebt hat. Gerade die traditionelle Volksmusik ist sehr schwierig zu erlernen. Es braucht während Jahrzehnten etliche Freinächte und eben so viele Stunden Übung im stillen Kämmerlein, um in dieser richtig heimisch zu werden. Meine Meinung ist, dass man diesen Background benötigt, um die Volksmusik sinnvoll neu und aktuell zu gestalten.

Man kann Sie zum einen häufig am Akkordeon als Interpret von alten volkstümlichen Werken hören. Zum anderen schreiben Sie für Formationen wie Rumpus, Stegreif GmbH oder die Alpini Vernähmlassig, wo Sie ebenfalls mitspielen, auch eigene Kompositionen. Was macht für Sie den Reiz einerseits am Interpretieren von alter und anderseits am Komponieren von neuer Musik aus?
Ich mag grundsätzlich die Abwechslung und die Vielfalt an verschiedenen Projekten in meiner Tätigkeit.  Wie schon gesagt, die traditionelle, «alte» Musik ist meine Basis, damit bin ich gross geworden und ich spiele sie immer noch sehr gerne. Ich finde, diese passt auch besser in eine gemütliche Beiz, wo getanzt wird, anstatt in einen Konzertsaal. Auf der anderen Seite eignen sich meine etwas komplexeren Kompositionen besser für Konzertsituationen. Das Zielpublikum ist dabei zum Teil total verschieden, man bewegt sich praktisch in zwei Welten. Diese Abwechslung gefällt mir und gibt mir den Anreiz, nach wie vor beides zu machen und manchmal zu kombinieren.

Vor 6 Jahren sind Sie der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik beigetreten. Welchen Nutzen hat die Mitgliedschaft bei der SUISA für Sie?
Ich kann meine Werke urheberrechtlich schützen lassen und profitiere natürlich davon, wenn meine Kompositionen in der Öffentlichkeit gespielt werden.

Haben Sie bereits Idee, wozu Sie das Preisgeld, das Ihnen durch die Auszeichnung der FONDATION SUISA zuteil wird, verwenden werden?
Ich werde mir ziemlich sicher ein gutes Instrument gönnen, mit dessen Kauf ich schon länger geliebäugelt habe.

Welche der vielen Formationen, in denen Sie mitwirken, liegt Ihnen im Moment oder in der nächsten Zukunft besonders am Herzen?
Mein Ziel ist es, mein eigenes Quintett in Zukunft etwas voranzutreiben. Daneben hoffe ich, dass ich wie bisher mit meinen Formationen, Musikkolleginnen und -kollegen weiterhin viele tolle Momente erleben darf.

Offizielle Website: www.fraenggigehrig.com

Der Preis der FONDATION SUISA ist ein Anerkennungspreis, mit dem herausragendes Schaffen ausgezeichnet wird, das zur Bereicherung des musikalischen Erbes der Schweiz beiträgt. Der Preis wird von der Musikförderstiftung der SUISA jährlich in abwechselnden Kategorien vergeben und ist mit 25 000 Franken dotiert. Die letzten Preisträger waren: Aliose (Kategorie «Musique de variéte»), Gary Berger («instrumentale/vokale Komposition und Elektronik»), Ruh Musik AG («Musikverlagswesen»), Trummer («Singer/Songwriter») sowie Michel Steiner und Willi Valotti («Schweizer Volksmusik»).

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Aliose«Der Preis der FONDATION SUISA 2015 gibt uns einen Schub für die Zukunft!» Das Duo Aliose erhält den diesjährigen Preis der FONDATION SUISA für seine herausragenden Leistungen im musikalischen Genre «Musique de variété». Seit dem Erscheinen ihres Debütalbums 2009 haben Aliose mehr als 250 Konzerte, davon ein Drittel ausserhalb der Schweiz, gespielt. Begegnet sind sich Alizé Oswald und Xavier Michel vor über 10 Jahren bei einem Workshop für Autoren, Komponisten und Interpreten. Die Preisträgerin und der Preisträger haben uns schriftlich Auskunft über ihre Musik, das Komponieren, den Preisgewinn und ihr nächstes Album gegeben. Weiterlesen
Lionel-FriedliLionel Friedli, ein vielseitiger Impulsgeber Die FONDATION SUISA hat Lionel Friedli mit dem Jazzpreis 2015 ausgezeichnet. Der Bieler Schlagzeuger kombiniert in seinem dynamischen Spiel die Wucht des Rock mit den Freiheiten des Jazz. Damit prägt er die Musik vieler unterschiedlicher Gruppen. Weiterlesen
Fondation-Jubiläum-Klangturm25 Jahre FONDATION SUISA – eine Erfolgsgeschichte Die FONDATION SUISA, die gemeinnützige Musikförderstiftung der SUISA, feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung 1989 hat sie das Schweizer Musikschaffen im In- und Ausland mit über 36 Millionen Franken unterstützt. Gründungsmitglied Roy Oppenheim wirft im SUISAblog einen persönlichen Blick zurück. Weiterlesen
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Fraenggi-Gehrig-Preis-der-FONDATION-2016

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Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video

Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat und für die Musik brauchen», erklärt Sophie Burande. Anders als in einer Stadt können sie sich hier viel Raum leisten, sogar für die Lagerung des Live-Equipments. «Wir können hier zudem Lärm machen, ohne Nachbarn zu stören. Und der Wald ist nah, so dass wir zwischendurch spontan einen Spaziergang machen können». Der Hauptgrund aber ist gemäss Léonard Gogniat, dass «wir auf dem Land aufgewachsen sind und uns in der Natur wohler fühlen». Tatsächlich wuchs er in den nahen Franche-Montagnes auf, während Sophie Burande aus der französischen Auvergne stammt. Doch offensichtlich fühlt sie sich hier wie zuhause, denn die Landschaften ähnelten sich stark.

Die umfunktionierte Wohnung in Courtételle hat sich als Rückzugsort bewährt, um konzentriert an der Musik arbeiten zu können. «Wir bringen von unseren Tourneen viele Eindrücke nach Hause und können diese hier in Ruhe ordnen und als Grundlage für die Lieder verwenden», erläutert Léonard Gogniat. Dies bedeutet nicht, dass die Musik nur hier entsteht. Für das aktuelle, dritte Studioalbum «L’euphorie» gingen die Beiden auch je eine Woche nach Südfrankreich und nach Amsterdam, um «aus der gewohnten Umgebung herauszukommen und neue Einflüsse einzubringen».

Text und Melodie beim Komponieren miteinander verbunden

Ausgangspunkt eines neuen Lieds kann ein Graffiti auf einer Mauer oder ein Satz in der Zeitung sein, erklärt Léonard Gogniat. «Dies bringt mich auf eine Idee und dann auf ein Thema, zu dem ich nach Worten suche. Und da die Gitarre nie weit weg ist, beginne ich Akkorde zu spielen, woraus sich die Basis eines neuen Lieds ergibt.» Dann suchen die Beiden meist gemeinsam nach der passenden Melodie. «Manchmal hilft es dabei, auf einem Toy-Piano repetitiv Akkorde zu spielen», fügt Sophie Burande an. Sie erklärt auch, weshalb Musik und Text für sie so stark miteinander verbunden sind. «Wenn mir Worte in den Sinn kommen, muss ich sie im Kopf gleich singen, und damit ergibt sich bereits ein Ansatz für die Melodie. Diese kann sich danach allerdings noch komplett verändern, weil sie letztlich zum Text passen muss.»

Manchmal gefällt den Beiden eine daraus entstandene Demoversion eines Lieds nicht mehr. «Dann versuchen wir meist, den Text zu behalten, und ändern stattessen die Instrumente und die Arrangements», erklärt Léonard Gogniat «So entstehen oft mehrere Versionen eines Lieds mit demselben Text; manchmal erkennt man das ursprüngliche Lied dann gar nicht mehr.» Diesen Vorrang des Texts gegenüber der Musik erklärt er mit dem Gebrauch der Muttersprache, zumal diese an sich bereits über eine gewisse Musikalität verfüge. «Wir singen französisch, weil wir etwas sagen und Gefühle vermitteln wollen, auch eine gewisse Poesie. Die Texte sagen aber nicht, wie man denken oder handeln soll. Sie sind offener, damit sich die Hörer eigene Bilder zu den Texten machen können.»

Ausarbeitung und Entstehung von Songs im Ping-Pong-Verfahren

Carrousel-Video-PosterFür das aktuelle Album «L’euphorie» hat Carrousel erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet. «Wir waren an einen Punkt gelangt, wo wir uns von den ersten beiden Alben lösen wollten, um uns nicht zu wiederholen», erklärt Léonard Gogniat. «Wir waren an eine Grenze gestossen, was den möglichen Einsatz von zusätzlichen Instrumenten und Arrangements betrifft.» Die Beiden wählten Jean-Louis Piérot, weil dieser selbst Musiker ist und schon für Künstler wie Bashung, Etienne Daho und Miossec gearbeitet hat, deren Musik sie lieben. Und die Erwartungen haben sich erfüllt, «auch wenn wir oft überrascht waren, welche neue Farben die Lieder angenommen haben».

Die Zusammenarbeit lief im Ping-Pong-Verfahren ab, erinnert sich Léonard Gogniat. «Wir haben Jean-Louis Piérot zuerst die Basis-Demos geschickt, die wir nur mit Gitarre und Gesang aufgenommen haben. Der Produzent hat dann einiges als Vorschlag hinzugefügt und uns die Lieder zurückgeschickt. Einiges fanden wir super, anderes haben wir geändert und mit weiteren Vorschlägen zurückgeschickt.» So ging es hin und her ‒ und dann ins Studio.

Neu war den Beiden das Ping-Pong-Verfahren nicht, wie Léonard Gogniat mit einem Beispiel illustriert. «Wenn Sophie einen Liedtext geschaffen hat, kommt sie damit zu mir. Ich kann ihr dann vielleicht passende Musik dazu liefern. Wir versuchen dann diese Teile zusammenzubringen, bis es aufgeht.“ Sophie Burande ergänzt, dass dieses Verfahren auch helfe, «Blockaden zu lösen und die Musik zu bereichern, weil alle ‒ auch der Produzent ‒ so ihre speziellen Qualitäten einbringen können».

SUISA ein Partner für den Lebensunterhalt als Berufsmusiker

Seit 2012 können die Beiden «allein von der Musik, von unserer Passion leben». Aus Sophie Burandes Worten spricht nicht nur Stolz, sondern auch die Erleichterung, dass sie nicht mehr wegen Nebenjobs Konzertanfragen ablehnen müssen wie einst. Das Ausland hat für Carrousel schnell an Bedeutung gewonnen, vor allem was die Konzerte betrifft. Umso wichtiger ist es für Léonard Gogniat, dass «die SUISA ein Partner ist, der sich um die Abgeltungen kümmert». Er relativiert aber auch: «Die Ausschüttungen der SUISA sind für uns bisher eher eine Art Bonus». Sophie Burande findet es aber wichtig, dass «die SUISA für die Anerkennung jener Arbeit sorgt, die man nicht sieht ‒ das Schreiben der Kompositionen».

www.carrousel-musique.com

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» gaben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel werden Marcel Oetiker, Camilla Sparksss, Oliver Waespi und Eriah auf dem SUISAblog.ch und in der 2015 erstmals erschienenen Broschüre (PDF, 8.17 MB) vorgestellt.

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Marcel Oetiker: «Beim Reisen werde ich oft inspiriert» | mit Video Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. «Ich bin beruflich meist mit dem ÖV unterwegs und fahre oft über Zürich», erklärt der 1979 geborene Komponist und Schwyzerörgeli-Virtuose aus Altendorf. «Und Reisen kann sehr inspirierend sein. Ich halte meine Ideen dann nach Möglichkeit auf dem Laptop oder einem Blatt Papier fest». Weiterlesen
Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
«Der Preis der FONDATION SUISA 2015 gibt uns einen Schub für die Zukunft!» Das Duo Aliose erhält den diesjährigen Preis der FONDATION SUISA für seine herausragenden Leistungen im musikalischen Genre «Musique de variété». Seit dem Erscheinen ihres Debütalbums 2009 haben Aliose mehr als 250 Konzerte, davon ein Drittel ausserhalb der Schweiz, gespielt. Begegnet sind sich Alizé Oswald und Xavier Michel vor über 10 Jahren bei einem Workshop für Autoren, Komponisten und Interpreten. Die Preisträgerin und der Preisträger haben uns schriftlich Auskunft über ihre Musik, das Komponieren, den Preisgewinn und ihr nächstes Album gegeben. Weiterlesen
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Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat…Weiterlesen

Kultur und Medien in der Westschweiz

Im Grossen und Ganzen entwickelt sich die Lage positiv. Die Kultur- und Kunstschaffenden werden von unseren Medien stärker beachtet und akzeptiert. Es hat ein Bewusstseinswandel stattgefunden: Die Westschweizer Kulturschaffenden werden nicht mehr systematisch mit jenen aus Paris (oder London, New York usw.) verglichen. Ihre Qualitäten und auch die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, sind ernst zu nehmen – da ist man sich inzwischen einig. Carte Blanche von Claude Prélo, Präsident der Académie Romande

Claude-Prelo-Portrait

Claude Prélo, Präsident der Académie Romande, ist seit 1959 Mitglied der SUISA. (Foto: zVg)

Mich interessiert in erster Linie die Situation der «Chansonniers», Autoren, Komponisten (ob Interpreten oder nicht). In diesem Bereich ergeben sich gegenüber den Schriftstellern, Poeten, Dramaturgen, den Filmemachern, den klassischen Komponisten und den Opernsängern die grössten Probleme, weil es hier keine Kriterien gibt (im Gegensatz zum Operngesang, beispielsweise). Und genau deshalb füllen andere Merkmale diese Lücke: Bekanntheitsgrad, technische Perfektion, letztlich – direkt oder indirekt – auch Glück. Oder manchmal schlicht Anmut und Charme …

Wenden wir uns nun den unbekannten oder lokal bekannten Künstlerinnen und Künstlern zu. Sie gehen für ihren Lebensunterhalt einer Arbeit nach und haben neben dieser Anstellung nur wenig Zeit übrig. Für die Produktion einer CD benötigen sie mehrere Jahre: vielleicht fünf, manchmal auch zehn (solche Beispiele gibt es einige). Sie müssen alles selber machen, die Musik von Grund auf beherrschen und mehrere Instrumente spielen. Sie sind vielleicht sogar für die Tonaufnahme und die Tonmischung zuständig und entwerfen selber die Hülle und das Booklet ihrer CD, was viele Arbeitsstunden erfordert.

Diese Leistung ist bewundernswert und verdient Respekt und sollte unterstützt und nicht mit Missachtung, Stillschweigen (keine Antwort) oder mit Antworten abgetan werden wie «Ihre Chansons sind unfertig» oder «sie können 80 Jahre alt werden und ihre Stücke werden nicht gespielt werden». Hat man sie sich überhaupt angehört? Nicht immer, wie wir wissen. Wenn Ja: Wurden sie vom Anfang bis zum Ende gehört? Selten, bekanntlich. BESTENFALLS EIN EINZIGES MAL. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, mit jenen Chansons zu konkurrieren, die man seit Jahrzehnten, möglicherweise sogar seit über 50 Jahren zu hören bekommt!

Deshalb waren die meisten Programmleiter lange Zeit nicht in der Lage, die Qualität neuer Lieder zu bewerten: Es wurden nur die (alt-)bekannten Werke nach ihrem wahren Wert beurteilt (sogar in Paris, während des goldenen Zeitalters des «Show-biz», gab es nur wenige Experten, die beim Hören unbekannter Chansons voraussagen konnten, welche den Zuhörern gefallen und bei einer grossen Verbreitung vermutlich sogar erfolgreich sein würden). Solche Fähigkeiten setzen ein gutes Gespür und eine entsprechende Ausbildung voraus. Doch auch hier tut sich was.

Was die Westschweizer Künstler betrifft, so wussten sie lange ganz genau, dass all ihre Kompositionen, ALLES, WAS SIE MACHTEN, von vornherein als «ungenügend», «veraltet» und «nicht ins Programm passend» taxiert würde.

Noch heute leiden einige von ihnen unter langjährigen starken Depressionen, die in gewissen Fällen sogar zum Suizid führten. Dies, obwohl die kreativen Kunstschaffenden nichts Schlechtes machen, das wissen sie.

Wie gesagt: Ihre Alben hätten nie mit den OFFIZIELLEN Produktionen aus Paris und anderen Metropolen verglichen werden dürfen.

Schauen wir uns das Leben eines bekannten Künstlers aus der Pariser Region, aus Amerika usw. einmal näher an. Oft wurde er in eine Künstlerfamilie hineingeboren, vielleicht war ein Elternteil bereits ein Star! Er kann sich VOLLZEIT und mit ganzer Energie seiner künstlerischen Tätigkeit widmen. Er ist berühmt, wohlhabend und in ein Beziehungsnetz eingebettet (das ja bekanntlich austauschbar ist). Die Technik, das Material, die Versorgung bieten ihm keine Probleme. Die besten Autoren, Komponisten, Instrumentatoren, Musiker und Studios stehen ihm zur Verfügung. Bei Bedarf kann er die Dienste der bekanntesten Gesangslehrer und Fachärzte für Stimm- und Sprechpflege sowie bewährter Coiffeure, Visagisten, Fotografen und Schneider anfordern. Manchmal (oder regelmässig) importiert man eigens für ihn bekannte Musikproduktionen aus den Vereinigten Staaten, Brasilien oder anderswoher, deren Erfolg im Voraus gesichert ist. Ausserdem kümmern sich die wichtigsten Labels um die psychologischen und wirtschaftlichen Aspekte der Produktion, Präsentation und Promotion seiner CDs. Und es kann sogar durchaus sein, dass besagter Künstler auf dem Titelblatt von «France Dimanche», «Ici Paris» oder «Paris Match» erscheint!

Glücklicherweise gehören die Vergleiche zwischen den Westschweizer und den «offiziellen» Künstlern aus grossen Ländern heute der Vergangenheit an. Denn solche Vergleiche waren aus den oben genannten Gründen völlig irrational und unsinnig und schlossen gleich sämtliche Schweizer Kulturschaffenden aus. So sagte ein lokaler Radiomacher einmal: «Wenn ich eine CD aus der Westschweiz erhalte, höre ich sie mir nicht einmal an. Sie wandert gleich in den Müll!»

Ein älterer «Chansonnier» aus der Romandie beklagte sich einst: «Dass wir mit unseren Chansons keine internationalen Stars werden können, ist das Eine. Aber dass wir GAR NICHTS daraus machen können, das werden wir nie akzeptieren können!»

Doch langsam aber sicher beginnt sich eine Idee durchzusetzen: die eines viersprachigen Landesradios, das sich (ausschliesslich) den Schweizer Kulturen – insbesondere ihrer Musik widmet. Unseres Erachtens ist ein Sender eigens für die Westschweizer Musikkultur unerlässlich. Er könnte der Diskriminierung der Musik aus der Romandie endlich ein Ende setzen.
Was spricht dagegen? Eine berechtigte Frage! …

Abschliessend wäre es interessant zu wissen, ob die Deutschschweizer Kunstschaffenden unter der Konkurrenz aus Berlin und unsere italienischsprachigen Kollegen unter jener aus Rom (oder Mailand?) leiden, wie das bei uns mit Paris der Fall ist.

Diese Carte Blanche spiegelt die persönliche Meinung des Autors und muss sich nicht zwingend mit jener der Redaktion oder der SUISA decken.

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Im Grossen und Ganzen entwickelt sich die Lage positiv. Die Kultur- und Kunstschaffenden werden von unseren Medien stärker beachtet und akzeptiert. Es hat ein Bewusstseinswandel stattgefunden: Die Westschweizer Kulturschaffenden werden nicht mehr systematisch mit jenen aus Paris (oder London, New York usw.) verglichen. Ihre Qualitäten und auch die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, sind ernst zu nehmen – da ist man sich inzwischen einig. Carte Blanche von Claude Prélo, Präsident der Académie Romande

Claude-Prelo-Portrait

Claude Prélo, Präsident der Académie Romande, ist seit 1959 Mitglied der SUISA. (Foto: zVg)

Mich interessiert in erster Linie die Situation der «Chansonniers», Autoren, Komponisten (ob Interpreten oder nicht). In diesem Bereich ergeben sich gegenüber den Schriftstellern, Poeten, Dramaturgen, den Filmemachern, den klassischen Komponisten und den Opernsängern die grössten Probleme, weil es hier keine Kriterien gibt (im Gegensatz…Weiterlesen

Swiss Business Mixer: «Für Bands sehr wichtige und nützliche Events»

Die Schweizer Bands From Kid und Stevans sind am letztjährigen MaMA in Paris im Rahmen des offiziellen Festivalprogramms aufgetreten. Zudem spielten sie Showcases am Swiss Business Mixer. Der Networking-Anlass, organisiert von der FONDATION SUISA und Swiss Music Export, will Schweizer Musikschaffenden die Türen ins Ausland öffnen. Im Interview sagen From Kid und Stevans: «Solche Anlässe sind sehr nützlich und wichtig.»

Stevans live

Stevans waren am MaMA Festival 2014 sowohl bei einem Showcase am Swiss Business Mixer als auch bei einem Konzert im offiziellen Festivalprogramm zu hören. (Foto: Effigie Studio)

 3 Fragen an Yvan Franel, Sänger, Gitarrist und Pianist bei Stevans

Ihr habt 2014 am MaMA teilgenommen und konntet sogar im offiziellen Festivalprogramm auftreten. Wie kam es dazu?
Wir haben in Frankreich einen Vertrag mit einem ganz neuen Label, R17, unterzeichnet, das letzten Sommer einen Vertreter der Booking-Agentur Bobun Production zu unserem Konzert am Montreux Jazz Festival eingeladen hat. Die Agentur war von unserer Darbietung begeistert und hat sich dafür eingesetzt, dass wir am MaMa-Festival auftreten können. Ziel ist es, dass uns so viele Leute wie möglich aus der französischen und internationalen Musikszene kennen, damit wir 2015 zahlreiche Konzert-Engagements bekommen.

Die FONDATION SUISA und der SME hat auch letztes Jahr einen Swiss Business Mixer am MaMA organisiert, an dem ihr zusätzlich ein Showcase gespielt habt. Was meint ihr: Sind solche Business Mixer nützlich? Würdet ihr andern Musikern raten, diese Anlässe zu besuchen?
Der MaMA-Business-Mixer ist mehr als nützlich, er ist sogar wegweisend! Schweizer Künstler brauchen finanzielle Unterstützung, um auch im Ausland bekannt zu werden und zu zeigen, wie viele unglaubliche Talente es in unserem kleinen Land gibt. Auch wenn man es ins Radio geschafft hat und schon recht präsent ist, braucht es zum Weiterkommen stetig weitere Unterstützung. Wir sind ein bisschen wie ein kleines Start-up-Unternehmen, das Hilfe von aussen braucht, bevor es richtig rentabel wird. Der MaMA-Business-Mixer hilft auch, Kontakte zu knüpfen, was ebenfalls sehr wichtig ist.

Was sind eure nächsten Projekte und Konzerte?
Unsere Ziele für 2015 sind Frankreich, Deutschland und andere Länder, in denen man beginnt, sich für uns zu interessieren. Aber solange noch nichts bestätigt ist, sollte man auch noch nicht darüber sprechen. Ich glaube, dass Stevans eine sehr gute Zukunft bevorsteht, und das freut mich!

FromKid live Les Trois Baudets Paris 2014

Die Schweizer Band From Kid bei ihrem Auftritt am MaMA Festival 2014 im Club «Les Trois Baudets» in Paris. (Foto: Damian Caduff)

3 Fragen an Andrin und Gian Reto von From Kid

Ihr habt letztes Jahr am MaMA teilgenommen und konntet sogar im offiziellen Festivalprogramm auftreten. Wie kam es dazu?
Wir haben uns dafür einfach beworben und wurden daraufhin in das wunderschöne «Les Trois Baudets» in Paris eingeladen. Was uns sehr gefreut hat.

Die FONDATION SUISA und der SME hat auch 2014 einen Swiss Business Mixer am MaMA organisiert, an dem ihr zusätzlich ein Showcase gespielt habt. Was meint ihr: Sind solche Business Mixer nützlich? Würdet ihr andern Musikern raten, diese Anlässe zu besuchen?
Wir finden, dass solche Anlässe für Bands sehr wichtig sind, wenn man im Ausland Fuss fassen möchte. Einerseits ist es eine spannende Erfahrung in anderen Ländern zu spielen. Andererseits sind solche Anlässe natürlich auch nützlich, um neue Kontakte zu knüpfen und sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Daher können wir auch anderen Musikern empfehlen, solche Anlässe zu besuchen.

Was sind eure nächsten Projekte und Konzerte?
Am 30. Januar werden wir unser Debutalbum releasen. Damit verbunden ist eine Tour durch Deutschland und Österreich im kommenden April. Zusätzlich stehen natürlich auch noch viele Konzerte in der Schweiz an. Unser Wunsch ist es auch, für jeden Song auf dem Album einen Videoclip zu produzieren. Auch dieses Projekt wird uns für die kommenden Monaten beschäftigen.

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Die Schweizer Bands From Kid und Stevans sind am letztjährigen MaMA in Paris im Rahmen des offiziellen Festivalprogramms aufgetreten. Zudem spielten sie Showcases am Swiss Business Mixer. Der Networking-Anlass, organisiert von der FONDATION SUISA und Swiss Music Export, will Schweizer Musikschaffenden die Türen ins Ausland öffnen. Im Interview sagen From Kid und Stevans: «Solche Anlässe sind sehr nützlich und wichtig.»

Stevans live

Stevans waren am MaMA Festival 2014 sowohl bei einem Showcase am Swiss Business Mixer als auch bei einem Konzert im offiziellen Festivalprogramm zu hören. (Foto: Effigie Studio)

 3 Fragen an Yvan Franel, Sänger, Gitarrist und Pianist bei Stevans

Ihr habt 2014 am MaMA teilgenommen und konntet sogar im offiziellen Festivalprogramm auftreten. Wie kam es dazu?
Wir haben in Frankreich einen Vertrag mit einem ganz neuen Label, R17, unterzeichnet, das letzten Sommer einen Vertreter der Booking-Agentur Bobun…Weiterlesen