Tagarchiv: Newcomer

Beruf und Berufung | mit Video

Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

Am Samstag, 1. April 2017, war am Festival Archipel in Genf zu erleben, weshalb Musik zugleich Beruf und Berufung ist. Tagsüber fand ein Informationstag für junge Musikschaffende statt. In 12 Inputreferaten gaben Fachspezialisten aus ihrem Erfahrungsschatz viele Tipps für den Einstieg in das Berufsleben als Musiker oder Musikerin preis.

Die Impressionen im Video zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenkatalog, der besprochen wurde. Weitere Referate an diesem erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle», der mit der Unterstützung der SUISA stattfand, waren zu hören von: Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM, Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon, François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri, Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores, Bruno Serrou – Musikkritiker und Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon.

Beruf und Berufung | mit Video

Inspiration und Profession kamen auch bei der Gesprächsrunde mit Komponisten am 1. April 2017 beim Festival Archipel vor dem Abendkonzert im Alhambra zur Sprache. Auf dem Podium ganz rechts: Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA.

Am Abend fand vor dem Konzert im Alhambra ein öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mit dabei auf dem Podium war Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA. Das Publikum im gut gefüllten Saal erfuhr, weshalb die Vergütungen für Urheberrechte gerade für Komponisten, die keine Konzertgagen erhalten, von grosser Bedeutung sind. Dank dem Entgelt für die Arbeit können Komponisten wie Hanspeter Kyburz, William Blank oder Tristan Murail Werke schaffen, wie sie im Anschluss an die Gesprächsrunde gespielt vom Lemanic Modern Ensemble im Konzert zu hören waren.

www.archipel.org, Website des Festivals

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Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen MusikFestival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Weiterlesen
Der Verlagsvertrag: Welche Punkte gilt es zu beachten?Der Verlagsvertrag: Welche Punkte gilt es zu beachten? Der Verlagsvertrag ist in der Schweiz im Obligationenrecht geregelt. Die gesetzlichen Regelungen dazu sind jedoch nicht sehr ausführlich. Speziell beim Musikverlagsvertrag kann man sich nicht einfach auf das Gesetz verlassen. Zudem können die Parteien auch eigene Vereinbarungen im Vertrag festhalten. Worauf gilt es also beim Verlagsvertrag zu achten? Weiterlesen
http://blog.suisa.ch/de/international-musizieren-zuhause-mit-der-suisa-kommunizieren/International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
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Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

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«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen Bedingungen unterwerfen müssen». Die dort gemachten Erfahrungen möchte sie allerdings ebenso wenig missen wie diejenigen von ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 für Norwegen, bei dem sie unter dem Künstlernamen Debrah Scarlett mit dem Duett-Partner Kjetil Mørland den achten Rang erreichte.

Neues ausprobieren

«Ich stelle mich eben gerne spannenden Gelegenheiten und Herausforderungen», erklärt Joanna Deborah Bussinger. «Auch wenn mir diese zunächst oft Angst machen, kann ich daraus fast immer etwas lernen.» Das gilt auch für ihr Pendeln zwischen der Schweiz und Norwegen. Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Basel auf und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach Norwegen. Im Alter von zehn Jahren entschied sie dann «auszuprobieren, wie es ist, mit dem Vater in Basel zu leben». Mit 21 Jahren zog sie wieder – «eher intuitiv» – nach Norwegen. «Es war ein Zeitpunkt, bei dem sehr viel offen war und mich nichts daran hinderte.»

Die Familie hat auch bezüglich der beruflichen Laufbahn eine grosse Rolle gespielt. «Meine Eltern haben mir immer gesagt: Wenn du etwas machen willst, dann mache es.» Prägend wirkte, dass Joanna Deborah Bussinger aus einer seit Generationen kunst- und musikliebhabenden Familie kommt: Die Mutter etwa malt und singt, der Vater spielt Klavier und schreibt Gedichte. «Ich wusste im Alter von etwa fünf Jahren noch nicht, dass ich Musikerin werden wollte, aber dass ich mich irgendwie ausdrücken muss, ob visuell oder musikalisch. Die Musik erwies sich für mich als natürlichstes Medium, als Mittel, um eine eigene Welt zu kreieren.»

Aus einem Gefühl heraus

Mit 15 Jahren begann Joanna Deborah Bussinger Piano zu spielen und Songs zu schreiben. Bald nahm sie Gesangsunterricht und besuchte in Basel neben dem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst auch den Vorkurs der Jazzschule. Zunehmend wurde sie selbst aktiv und sang etwa beim Projekt The Rumours mit. Vor allem aber wollte sie ihre eigene Musik entwickeln. Die Mitte März erschienene Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» klingt trotz der vielen stilistischen Einflüsse bemerkenswert eigenständig und ausdrucksicher, wobei nicht nur der berückende Gesang, sondern auch die träumerische Stimmung auffällt.

Joanna Deborah Bussinger hat die meisten bisherigen Songs bei sich zuhause geschrieben, allein am Piano. «Aber ich arbeite seit neustem auch mit anderen Musikern zusammen. Es ist spannend etwas auszuprobieren, das man nicht alleine zuhause machen würde, denn als Songwriter ist man in der Regel eine Art einsamer Wolf.» Die meisten Songs entstünden aus einem Gefühl heraus, das im Raum stehe und für das sie eine Melodie suche. «Daraus ergibt sich meist ein Thema, und ich merke beim Schreiben bald, in welche Richtung es gehen soll.»

Auch in 40 Jahren noch!

Musik sei zu ihrer «Sprache» geworden, weil sie von klein auf mehrere Sprachen sprach und doch keine perfekt konnte. «Die Musik erlaubte mir, mich richtig auszudrücken.» Trotzdem schreibt sie auch Songtexte, ebenso feinsinnige wie nachdenkliche, die gesungen erst recht in einem nachhallen. Sie sind stets in Englisch gehalten, obwohl dies weder ihre Mutter- noch ihre Vater-Sprache ist. «Komischerweise fühlt es sich für mich besser an, persönliche Texte auf Englisch zu schreiben. Es verleiht dem Erzählten eine gewisse Distanz, als hätte ich es schon vor drei Jahren erlebt und würde nun darüber singen.»

Joanna Deborah Bussinger hofft, dass sich ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt; sie arbeitet denn auch bereits an ihrem Debütalbum. «Ich versuche alles zu tun, was ich kann, und dies tun auch alle in meinem tollen Team, das mir in Basel, Berlin, London und Oslo hilft. Aber das Tempo soll schön langsam, nicht zu schnell sein, damit ich nicht unter kommerziellen Druck gerate. Ich möchte ja auch in 40 Jahren noch Musik machen.»

Beruhigendes Wissen

Für diesen langfristigen Plan spielt auch die SUISA eine Rolle, obwohl Joanna Deborah Bussinger erst kürzlich Mitglied geworden ist. «Ich habe zuvor den Sinn einer Mitgliedschaft bei einer Urheberrechtsgesellschaft nicht eingesehen, da ich meine Kompositionen noch nicht veröffentlicht hatte.» Dies hat sich geändert, seit sie beim Management und Label Radicalis unter Vertrag ist. Da diese Firma in Basel ansässig ist, entschied sie sich für eine Mitgliedschaft bei der SUISA, obwohl sie weiterhin in Norwegen wohnt. «So können die Spezialisten von Radicalis sehr direkt Fragen mit der SUISA abklären, die zudem dafür bekannt ist, dass die Abrechnungen schneller als bei anderen Verwertungsgesellschaften gemacht werden.» Sie weiss noch nicht, was sie konkret von der SUISA erwarten kann. «Aber ich finde es für alle Musiker toll, dass es diese Genossenschaft gibt. Denn sie vereinfacht durch ihre Arbeit unser Leben und verteidigt unsere Rechte – das zu wissen, ist beruhigend.»

Konzerte:
4. – 6. April am «Zermatt Unplugged Festival».

www.debrahscarlett.com, offizielle Website von Debrah Scarlett

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Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else? Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren. Weiterlesen
Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. «Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.» Weiterlesen
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Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Text/Interview von Manu Leuenberger

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

«Das Festival Archipel hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und es soll die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren», schreibt Marc Texier, Direktor des Genfer Festivals Archipel. (Foto: Festival Archipel / Isabelle Meister)

Marc Texier, die 26. Durchführung des Festivals Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf steht unter dem Motto «Ensemble». Was steckt hinter dieser Parole?
Marc Texier: Archipel 2017 feiert unter dem Motto «Ensemble» die wichtige Kunst des Gemeinsamen, die man gerne auch auf andere Gemeinschaften übertragen sähe und die von der jungen Musikergeneration ausgiebig praktiziert wird. Ihr möchten wir eine breite Konzertplattform bieten.

Welches ist die grössere Motivation bei der Organisation des Festivals: Der Wunsch, den zeitgenössischen Komponisten und Interpreten ein Schaufenster zu ermöglichen, oder eine breitere Zuhörerschaft für die Neue Musik zu begeistern?
Das Festival hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und ihnen den Schritt vom Studium ins Berufsleben erleichtern. Dann soll es auch die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren und einer breiten Zuhörerschaft den Weg zu dieser Neuen Musik ebnen. Das Festival folgt einer Dramaturgie und bringt lebendes Material einer sich neu erfindenden Kunst zum Klingen.

Werke von zeitgenössischen Komponisten fristen in den Programmen von traditionellen Konzerthäusern oft ein Schattendasein. Weshalb wird lieber Bach interpretiert als Neue Musik aufgeführt?
Und wenn es noch Bach wäre; aber es ist doch eher Tschaikowsky. Diese Frage müsste man den Vertretern von Orchestern und Konzerthäusern stellen. Woher kommt diese starke Zurückhaltung gegenüber dem zeitgenössischen Musikschaffen? Sie wird nicht von der Zuhörerschaft diktiert, denn diese ist neugierig, wie ich immer wieder feststellen konnte. Es sind die Strukturen, Orchester, Opernhäuser, Radios, die an der Musik festhalten, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens, im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschte. Dabei geht vergessen, dass sie damals die wichtigsten Träger der Moderne waren. Musealer Ansatz statt Entdeckungsfreude. Zum Glück gibt es viele Ausnahmen.

Im Rahmen der erstmals stattfindenden Académie Archipel Ose! unter der Leitung von Kaija Saariaho und Daniel Kawka können 6 junge Komponisten einen einwöchigen Kurs in symphonischer Komposition belegen. Wozu braucht es noch Ausbildung, wo heutzutage in der Musik sowieso keine Regeln mehr gelten und alles gestattet ist?
Edgar Varèse, einer der Väter der Neuen Musik, wollte die Regeln (die Grammatik) abbauen und nur noch den (vor allem akustischen) Gesetzen folgen. Hier stehen wir nun. Es gibt im Grunde genommen keine Regeln mehr, nur noch jene, die es zur Kanalisierung der eigenen Fantasie braucht. Doch es gelten nach wie vor die physikalischen Gesetze des Schalls, seiner Quelle und seiner Ausbreitung. Es gibt tausende Techniken der Konstruktion eines Werks, der Beherrschung seiner Form, des musikalischen Diskurses. Und schliesslich gehört auch die Informatik zum pragmatischen und notwendigen Instrumentarium der Musikkomposition. Wenn das alles mal erworben ist, dann kommt das Wesentlichste hinzu: seine Stimme zu finden, etwas Eigenes zu schaffen. Dabei helfen die Akademien, wo sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenen Werdegängen treffen: Nachdem die jungen Musiker im Konservatorium die «Gesetze» gelernt haben, entdecken sie ihr «Ich» in der Begegnung mit anderen Komponisten ihrer Generation.

Welche Herausforderungen muss ein angehender Schweizer Komponist meistern, dass seine Werke international gehört werden?
Dieselben wie ein Franzose oder eine Koreanerin. Seit dem Mauerfall und dem Zugang zahlreicher Länder zu relativem Wohlstand hat sich das Musikschaffen stark internationalisiert. Die Kandidaten für die Académie Archipel Ose! stammten aus nicht weniger als 30 Ländern von fünf Kontinenten. Von ihnen erwartet man solide theoretische und praktische Grundkenntnisse, Einfallsreichtum und Originalität, da sie ja weltweit von Akademie zu Akademie reisen, damit sie ihre Ausbildung vervollständigen und sich international bekannt machen können.

Am Samstag, 1. April 2017, wird in Koproduktion mit der SUISA ein «Journée d’orientation professionnelle» für junge Komponisten und Interpreten durchgeführt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im L’Abri ist kostenlos. Was bringt dieser Anlass einem jungen Musikschaffenden?
Als Neueinsteiger haben wir alle die beunruhigende Erfahrung gemacht, dass unsere Berufsvorstellung und die berufliche Realität auseinander klaffen. Wir können das nicht vollständig aus der Welt schaffen, doch wir helfen den jungen Musikern, Komponistinnen und Interpreten, das Umfeld kennenzulernen, in dem sie tätig sein werden. Dazu gehören auch die administrativen, rechtlichen, technischen und menschlichen Zwänge, denen sie bei der Ausübung ihrer Musik, in der sie spezifisch ausgebildet wurden, unterworfen sind. Die Computerisierung des Musikschaffens, die Entmaterialisierung der Träger, das Verschwinden der Grenzen zwischen den Kunstformen, der Ersatz der herkömmlichen Verbreitungskanäle wie TV, Radio und Printmedien durch die sozialen Netzwerke haben die Musikberufe – vom Musikkritiker zum Notenverleger und vom Orchestermusiker zum Tonschöpfer – grundlegend verändert. Die zur Tagung eingeladenen Fachpersonen werden auf diese Problematik eingehen.

Welche Veranstaltungen aus dem diesjährigen Festivalprogramm werden Sie sich persönlich auf keinen Fall entgehen lassen?
Ich werde selbstverständlich alle besuchen und kann diese Frage daher schlecht beantworten. Als Kenner der Neuen Musik würde ich die Kreationen unserer vier wichtigsten zeitgenössischen Komponisten auf keinen Fall verpassen wollen: Murail, Kyburz, Gervasoni und Blank im Rahmen des Konzerts des Lemanic Modern Ensemble am 1. April. Wenn ich eine Einführung in mir unbekannte zeitgenössische Musik wünschte und in einem angenehmen Ambiente unterschiedlichen Künstlern Fragen stellen wollte, würde ich mir den Nachmittag des 2. Aprils mit den «salons de musique», die sich der Kontrabassklarinette und dem Schlagzeug widmen, nicht entgehen lassen.

www.archipel.org, Website des Festivals

«Journée d’orientation professionnelle»
Ich bin ein junger Komponist, ein Interpret am Anfang meiner Karriere. Wo kann ich meine Ausbildung vervollständigen? An welcher Akademie? Wie stelle ich mich vor? Ich habe ein Ensemble gegründet: Wie mache ich es bekannt, wie entwickle und leite ich es? Muss ich mich bei einer Verwertungsgesellschaft anmelden? Sind Papier- oder entmaterialisierte Editionen besser? Kann ich meine Musik frei im Internet aufschalten? Wie arbeite ich interdisziplinär? Wo verbreite ich meine Arbeit? Diese Fragen und viele mehr stellen sich die jungen Künstler am Anfang ihres Berufslebens. Wir versuchen, sie im Rahmen von Treffen mit Juristen, Verlegerinnen, Lehrpersonen, Musikproduzenten zu beantworten. Die Tagung unter der Federführung der SUISA soll den Berufseinstieg junger Musikerinnen und Musiker erleichtern. Sie steht allen offen. (Text: Festival Archipel)
Samstag, 1. April 2017 im L’Abri – A2, freier Eintritt
10:00-10:10 h Begrüssungsrede Bernard Meier – Präsident des Verbands Archipel, verantwortlich für die Workshops der Musikhochschule HEM
10:10-10:30 h Nicolas Pont – Leiter des Rechtsdienstes der SUISA
10:30-10:50 h David Johnson – zuständig für das Westschweizer Büro von Swissperform
10:50-11:10 h Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM
11:20-11:40 h Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon
11:40-12:00 h Andri Hardmeier – Leiter der Abteilung Musik von Pro Helvetia
12:00-12:20 h François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri
Pause
13:30-13:50 h Marc Texier – Direktor von Archipel
13:50-14:10 h Daniel Zea – Komponist und Gründungsmitglied des Ensembles Vortex
14:10-14:30 h Tzairi Santos Garcia – verantwortlich für die Digitalentwicklung bei Outhere Music
14:30-14:50 h Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores
15:00-15:20 h Bruno Serrou – Musikkritiker
15:20-15:40 h Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon
15:40-16.00 h Zusammenfassung/Debriefing
Komponisten im Gespräch
Mit Hanspeter Kyburz, Stefano Gervasoni, William Blank, Tristan Murail, Xavier Dayer. Moderiert von Marc Texier.

Samstag, 1. April 2017, 20h
Alhambra, freier Eintritt

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Die Tarifverhandlungen 2016 im Überblick Während andere Unternehmen im Weihnachtsgeschäft am meisten zu tun haben, ist im «Verkauf» der SUISA die arbeitsintensivste Zeit das Frühjahr – dann nämlich müssen die Tarifverhandlungen zum Abschluss gebracht werden und die Genehmigungen der Tarife gültig ab 1. Januar des folgenden Jahres bei der Eidgenössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten beantragt werden. Weiterlesen
4 Tipps, wie du zu deinen Konzert-Tantiemen kommst – Auch deine selber geschriebenen Songs werden live an Konzerten gespielt? Ein Konzert mit deiner Musik ist etwas wert! Die Konzert-Gage ist der Lohn dafür, dass du live spielst. Für das Komponieren der Songs hast du ebenfalls etwas verdient: Das sind deine Tantiemen. Die SUISA kann für dich das Einziehen der Tantiemen übernehmen. Weiterlesen
Marcel Oetiker: «Beim Reisen werde ich oft inspiriert» | mit Video Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Weiterlesen
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Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

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20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über die letzten 20 Jahre ist das Festival M4music zu einem wichtigen Stelldichein der schweizerischen Pop-Musikbranche geworden. Zum Jubiläum bietet das Festival bei der Ausgabe 2017 zahlreiche Networking-Gelegenheiten, Informationsveranstaltungen, Abendkonzerte sowie eine Showcase Stage für junge Schweizer Talente. Diese Vielfalt an Aktivitäten ermöglichen es dem Publikum, einen fundierten und breit gefächerten Einblick auf das aktuelle Musikgeschehen zu erhaschen. Text von Erika Weibel

20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

Die SUISA engagiert sich beim Festival M4music schon seit Jahren. Auch in diesem Jahr können Musikschaffende auf zwei Panels direkt vom Fachwissen von SUISA-Mitarbeitenden profitieren und am alljährlichen Professional-Apéro netzwerken. Zudem unterstützt die SUISA die Showcase Stage, auf der Schweizer Newcomer ihre Musik dem Festivalpublikum präsentieren können.

Die FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, ist Hauptpartnerin der etablierten Demotape Clinic, die im Rahmen des Festivals M4music stattfindet. In den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic werden die besten Songs unter den eingesandten Demos mit den «FONDATION SUISA Awards» ausgezeichnet. Zudem wird gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent der Hauptpreis «Demo of the Year» verliehen. Die Award-Show findet am Samstag, 1. April 2017, um 19.00 Uhr in der Box im Schiffbau statt. Im selben Rahmen verleiht die FONDATION SUISA gemeinsam mit den Solothurner Filmtagen und M4music auch die Preise für die Best Swiss Video Clips 2017.

Sämtliche Informationsveranstaltungen und die Darbietungen auf der Showcase Stage sind für das Publikum kostenlos.

Panels am M4music 2017 mit SUISA-Beteiligung

Freitag, 31.3.2017, 14:45 Uhr, Matchbox
Urheberrechtsstreitgespräch: Sampling, Remix, Mashup

Samples und Remixes sind in der Musikbranche weit verbreitet. Dennoch führt gerade dieses Thema oft zu emotionalen Diskussionen und wirft auch bei Profimusikern Fragen auf: Was darf man, was darf man nicht? Wo muss man ab wann bei wem welche Rechte einholen? Fragen, die in Zeiten der Digitalisierung an neuer Schärfe gewinnen. Kann das geltende Urheberrechtsgesetz hier zeitgemässe Antworten liefern? Das Panel wird präsentiert von der SUISA.

Samstag, 1.4.2017, 17:45 Uhr, Matchbox
Blockchain: Mehr als ein Hype?

Blockchain ist die Technologie der Stunde. Kein anderes Thema beflügelt die Phantasien von Gründern, Investoren und IT-Strategen wie das der Digitalwährung Bitcoin entlehnte Konzept. In der Finanzindustrie spricht man der Blockchain das Potenzial zu, ganze Wirtschaftszweige grundlegend zu verändern. Die Blockchain ermöglicht blitzschnelle und fälschungssichere Transaktionen ohne Zwischenhändler. Das sorgt auch für Diskussionen in der Musikindustrie: Einnahmen könnten damit automatisch und sicher unter Rechteinhabern verteilt und die Kräfteverhältnisse auch in der Musikbranche kräftig verändert werden. Doch wie funktioniert die Blockchain genau? Diese Veranstaltung vermittelt Einstiegswissen und diskutiert die Chancen und Herausforderungen für Musiker und Verwertungsgesellschaften. Am Gespräch teilnehmen wird als Referent Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA.

www.m4music.ch

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«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
Zweiter Anlauf für die Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes Der Vorentwurf des Bundesrats für eine Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes hat sich in der Vernehmlassung als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in der Folge erneut eine Arbeitsgruppe einberufen. Die AGUR12 II soll bis Ende 2016 entlang des bereits seit mehr als 2 Jahren feststehenden Kompromisses der AGUR12 konkrete Gesetzesvorschläge ausarbeiten. Weiterlesen
Texte zu Musik: «Erlaubt ist, was gelingt» Die FONDATION SUISA schreibt ihren mit 25 000 Franken dotierten Anerkennungspreis dieses Jahr für Textautorinnen und Textautoren musikalischer Werke aus. Was aber zeichnet einen gelungenen Songtext aus? Gastautor Markus Ganz im Gespräch mit dem Journalisten Jean-Martin Büttner. Weiterlesen
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20 Jahre M4music – und die SUISA mittendrin

Über 700 Songs wurden für die Demotape Clinic 2016 eingesandt. Veronica Fusaro (Bild) erhielt für den Song «Come To Naught» den Hauptpreis «Demo of the Year» und den «FONDATION SUISA Award» in der Kategorie Pop. (Foto: Alessandro Della Bella)

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«New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Gastbeitrag von Markus Ganz

Manuel Gagneux: «New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Nun wird dieses Album offiziell weltweit veröffentlicht und bald auch international live vorgestellt.

Breite stilistische Einflüsse

Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem musikalischen Haus in Basel auf, in dem stets ein Piano zum Klimpern einlud, wie sich der 28-Jährige beim Interview in seinem kühlen und düsteren Übungskeller in Kleinbasel erinnert. Die Mutter ist eine afroamerikanische Sängerin, der Schweizer Vater spielt seit vielen Jahren Perkussion in der Salsa-Formation Picason und in der Funk-Band Grand Mother’s Funck.

Sie schickten den Sohn in den Saxofon-Unterricht, doch mit diesem Instrument konnte Manuel Gagneux nichts anfangen. Mit 15 begann er Gitarre zu spielen, weil er Rock und Metal liebte – und immer noch liebt. Bald auch Black Metal, «weil es damals die extremste Musik war», wie er lachend gesteht. «Natürlich weiss ich längst, dass am Black Metal vieles fragwürdig ist.»

Herausforderung gesucht

Manuel Gagneux bewies bereits mit den drei erstaunlich vielseitigen und poppigen Alben seines Soloprojekts Birdmask, dass er sich stilistisch nicht eingrenzen lassen will. Diese entstanden grösstenteils in New York, wohin er 2012 gezogen war, weil er in der Basler Musikszene zu wenig Herausforderung fand. «Wenn man in New York etwas macht, kann man sicher sein, dass es jemanden gibt, der dies besser macht. Das fordert einen eine gewisse Demut ab, hat mich aber auch zu Originalität gezwungen, was ich schätzte.»

Auf der Suche nach einem neuen kreativen Ansatz ging er auch ungewöhnliche Wege. Er postete im Internet-Forum 4chan die Frage nach zwei unvereinbaren Musikstilen, die er dann im Sinn einer Übung in einer halben Stunde in einem Song kombinieren würde. Jemand antwortete «Black Metal and nigger music», was Manuel Gagneux mit seiner afroamerikanischen Mutter zwar nicht lustig, aber musikalisch anregend fand.

Unvereinbares zusammenbringen

Also begab sich der Sänger und Multiinstrumentalist auf die Suche nach ursprünglichem Material der Black Music und wurde vor allem im Online-Archiv des amerikanischen Ethnologen Alan Lomax fündig. Er liess sich beispielsweise von den Liedern der Sklaven auf den Feldern inspirieren und sang Teile davon abgewandelt nach, kombinierte sie mit Metal-Riffs und setzte auf drei Songs auch elektronische Sounds ein.

Durch Trial & Error habe er die unterschiedlichen Elemente zusammengebracht, erzählt Manuel Gagneux. «Die ersten Songs gerieten schrecklich», erinnert er sich und verdreht die Augen. «Aber irgendwann merkte ich, dass ich die Stücke am besten mit Spiritual music eröffne, weil diese einladend wirkt: Man will mitwippen, mitmachen. Die Metal music hingegen kann man als Faust ins Gesicht verstehen, und damit kann man der Musik dann enormen Schub verleihen.»

Aus Soloprojekt wird eine Band

Manuel Gagneux spielte alles selbst ein, einzig die Drums sind programmiert, «weil ich kein begnadeter Schlagzeuger bin». Er nahm auch alles selbst mit dem Laptop und «einem einfachen Mikrofon» auf und mischte es. «Ich habe nur schlechtes Equipment benutzt», meint er lachend, «aber das war auch ein Vorteil».

Was er damit wohl meint: Die Aufnahmen klingen wahrlich nicht perfekt, doch erhöht das auch die Authentizität. Um die Songs auf der kommenden Tournee packend darbieten zu können, hat er nun mit fünf Musikern eine Band zusammengestellt, für die er bereits neues Material schreibt – das Album ist ja nur 25 Minuten lang.

«Man kommt nicht darum herum»

Bevor die Karriere richtig losgeht, hat sich Manuel Gagneux noch bei der SUISA angemeldet. Schon früh hätten ihm seine Eltern gesagt, er müsse unbedingt Mitglied werden. «Ich habe das früher belächelt. Und ich stand der SUISA ambivalent gegenüber, weil mir einige Bands erzählt haben, dass sie nicht gebucht würden von Klubs, wenn sie SUISA-Abgaben bezahlen müssen.»

Nun habe ihm aber sein Manager David Burger von ReeImusic die Mitgliedschaft ans Herz gelegt, weil man nicht darum herumkomme. Er macht sich noch keine Vorstellungen davon, was ihm das konkret bringen kann. «Ich bin Neumitglied und habe deshalb keine Ahnung, was ich erwarten kann.»

Tournee-Daten in der Schweiz und Umgebung:
14. April 2017 Czar Fest Basel, 3. Mai 2017 Magnolia Milano, 4. Mai 2017 Usine Genf; zudem sind im Sommer Festival-Auftritte geplant.

www.zealandardor.com, offizielle Website von Zeal & Ardor

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Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Gastbeitrag von Markus Ganz

Manuel Gagneux: «New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Nun wird dieses Album offiziell weltweit veröffentlicht und bald auch international live vorgestellt.

Breite stilistische Einflüsse

Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem…Weiterlesen

Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards | mit Video

Der Newcomer Nickless und der renommierte Produzent Thomas Fessler gewannen den ersten Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards 2016. Der gemeinsam komponierte Siegersong «Waiting» ist nicht vom Himmel gefallen sondern bedeutete viel Arbeit im Teamwork. Auch bei den Swiss Music Awards 2017 zeichnet die SUISA die Leistung der Komponisten und Textautoren mit einer Auszeichnung aus.

Die erste Auszeichnung für Songwriter bei den Swiss Music Awards ging an einen Newcomer und einen Routinier: Der 21-jährige Zürcher Nickless und der Produzent Thomas Fessler erhielten den Preis für den gemeinsam komponierten Song «Waiting».

Hinter dem Song steckt neben Inspiration viel Arbeit, die sich über eine lange Zeitdauer erstreckte. «Waiting» erreichte im April 2015 als Höchstposition Platz 14 in der Schweizer Single-Hitparade und wurde 2016 mit dem Swiss Music Award in der Kategorie «Best Hit» ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit der SUISA wurden im Rahmen dieser Kategorie 2016 erstmals auch die Komponisten und Textautoren geehrt. Durch den Preis für Songwriter bei den Swiss Music Awards könne das Publikum merken, dass Songs nicht vom Himmel fielen sondern viel Arbeit und Herzblut darin stecke, meinte der Produzent Thomas Fessler im Interview. Nickless freute sich über die Bestätigung für das Werk, die er durch die Auszeichnung erhalten habe.

«Hinter jedem grossem Hit stehen Komponisten und Textautoren», sagt Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA. «Für die SUISA ist es wichtig, dass auch die Arbeit dieser Urheber an den Swiss Music Awards gewürdigt wird.» Deshalb wird 2017 zum zweiten Mal ein Award an die Songwriter des Siegertitels in der Kategorie «Best Hit» vergeben.

Nominiert für den Swiss Music Award 2017 in der Kategorie «Best Hit» und damit auch für die Auszeichnung für Songwriter sind folgende Künstler respektive Songs:

«Angelina»
Komponisten und Textautoren: Andreas «DJ Arts» Christen, Dabu Bucher, Gianluca Giger
Interpret: Dabu Fantastic

«Thank You»
Komponisten und Textautoren: Arie Storm, DJ Antoine, Eric Lumière, Fabio «Mad Mark» Antoniali
Interpret: DJ Antoine

«Monbijou»
Komponisten und Textauoren: Joachim Piehl, Lucien Spielmann, Manillio
Interpret: Manillio

Die Auszeichnung für Songwriter wird im Namen der SUISA, der Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, vergeben anlässlich der Preisverleihung der Swiss Music Awards am 10. Februar 2017 im Hallenstadion in Zürich.

Nickless, Website
571 Recording Studios, Website
Swiss Music Awards, Website

Die SUISA ist Mitglied des Vereins Press Play. Der 2012 gegründete Verein ist offizieller Preisverleiher der Swiss Music Awards.

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Rückschau auf das Festival M4music 2016 aus SUISA-Sicht

Mitte April 2016 fand die 19. Ausgabe des Festivals M4music statt. Die SUISA war auch dieses Jahr als Partner mit von der Partie und präsentierte unter anderem je eine Podiumsdiskussion in Lausanne und Zürich. Zudem konnten Musikschaffende am traditionellen Professionals-Apéro von der SUISA und Swissperform ihre Beziehungen pflegen. Text von Michael Welti

M4music-2016-Schiffbau

Das diesjährige M4music lockte rund 6000 Musikbegeisterte und 850 Professionals nach Zürich und Lausanne. (Foto: Migros Kulturprozent)

Neben zahlreichen Konzerten mit Schweizer und internationalen Acts bot das Festival M4music auch dieses Jahr ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Workshops und Panels. Die SUISA beteiligte sich an der Organisation von zwei Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen im hiesigen Musikgeschäft.

Lausanne: Debatte zu Konzertvergütungen im Le Romandie

M4music-2016-Panel-Le-Romandie

Podiumsdiskussion über das Veranstalten von Konzerten in der Schweiz am M4music-Festival in Lausanne mit (v.l.n.r.): Gil Vassaux, Yvan Jaquemet, Patrick David, Michael Drieberg, Nadia Demont und Stéphane Gobbo (Moderation). (Foto: Erika Weibel)

Am Eröffnungstag des Festivals fand im Lausanner Club Le Romandie ein Panel zum Thema «Konzerte veranstalten in der Schweiz: Ausser Spesen nichts gewesen?» statt. Zu Beginn des Panels verdeutlichte Nadia Demont von der SUISA in Lausanne anhand eines Beispiels, dass mehrere Urheber an einem Titel beteiligt sein können.

Bei 20 Titeln von Johnny Hallyday können insgesamt 49 Bezugsberechtigte beteiligt sein, erklärte Demont. Die Gage für den Auftritt geht an den Interpreten Johnny Hallyday. Durch die Vergütung über die SUISA werden auch die Komponisten und Textautoren für ihre Arbeit bezahlt.

Die Diskussionsteilnehmer am Panel in Lausanne unterhielten sich angeregt über das Tarifsystem der SUISA, in dem einige Verbesserungspotential sahen. So wurde zum Beispiel angemerkt, dass nicht transparent sei, wem wie viel Rabatt auf die geforderten Entschädigungen gewährt werde. Dabei ging vergessen, dass die genauen Tarifkonditionen unter anderem auf der SUISA-Website für alle öffentlich einsehbar sind.

Auch die Höhe der zu bezahlenden Entschädigungen für Urheberrechte wurde von den Konzertveranstaltern kritisiert. Das ganze finanzielle Risiko liege beim Veranstalter und die Gewinnmargen seien tief. Wobei Michael Drieberg (Live Music Production) anmerkte: «Die schönen Zeiten mit U2 und Tina Turner sind vorbei. Heute ist es die Realität, dass man wenig verdient.»

Zürich: Urheberrecht im Online-Zeitalter

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Die Gesprächsrunde an dem von der SUISA präsentierten Panel am M4music in Zürich (v.l.n.r.): Willi Egloff, Martin Steiger, Marina Villa (Moderation), Patrick Dehmer, Fabian Niggemeier. (Foto: Erika Weibel)

Am Nachmittag des zweiten Festivaltags fand im Moods im Zürcher Schiffbau das Podiumsgespräch zur Frage: «Wie viel Urheberrecht braucht’s im Internet?» statt. Welche Rolle spielt das Urheberrecht im Zusammenhang mit den digitalen technologischen Entwicklungen? Hindert es die Kreativität oder macht sie diese erst möglich, da die Urheber für ihre Arbeit Geld bekommen?

Schnell wurde am Panel klar, dass die Diskussion rund um das Urheberrecht komplex ist. Zum einen sollen geschützte Inhalte nutzbar sein, und zum anderen sollen die Urheber für Ihre Arbeit fair entschädigt werden.

Kritik am Verwertungsmodell der Filmindustrie

Die Ursache für Verstösse gegen das Urheberrecht im Internet habe oft mit mangelndem Unrechtsbewusstsein oder Unwissenheit der User zu tun, wurde im Gespräch festgehalten. Auch Verwertungsmodelle mit zeitversetzten Veröffentlichungsterminen wie es die Filmindustrie noch anwende, wurden als mögliche Anregung zu missbräuchlichem Nutzerverhalten genannt.

Willi Egloff vom Schweizerischer Verband der FilmproduzentInnen entgegnete, dass es sich Filmproduzenten finanziell nicht leisten könnten, einen Film weltweit zum gleichen Zeitpunkt in mehreren Sprachen zu veröffentlichen. Die Produktionskosten für einen günstigen Schweizer Film würden etwa 1 Million Schweizer Franken betragen, meinte Egloff. Diese Aufwände seien nur an der Kinokasse und eben durch die Verwertung mit zeitversetzter Veröffentlichung wieder einspielbar.

Gegen das Unrechtsbewusstsein und die Unwissenheit der User könnten Warnhinweise eine nützliche Massnahme sein, meinte Fabian Niggemeier von der SUISA. Zum Beispiel im Fall, wenn die Eltern als Inhaber eines Internet-Anschlusses durch einen Warnhinweis erfahren, dass sich ihre Kinder im Netz widerrechtlich verhalten.

Revision des Urheberrechts nötig

Ob und wie das Blocken von Websites, die gegen das Urheberrecht verstossen, nötig oder machbar ist, war man sich unter den Diskussionsteilnehmern nicht einig. Übereinstimmung hingegen bestand in der Meinung, dass das Urheberrechtsgesetz an die Realitäten des Internets angepasst werden muss.

Das Schweizer Urheberrechtsgesetz sollte jedoch wie bisher technologieneutral sein, mahnte Fabian Niggemeier. Im aktuellen Vorschlag zur Gesetzesrevision ist zum Beispiel die Peer-to-peer- Technologie erwähnt. Das macht keinen Sinn: «In zehn Jahren ist diese Technologie nicht mehr relevant», meinte Fabian Niggemeier. Dafür gäbe es andere, neue Technologien – und jedes Mal müsste danach in einem langwierigen Prozess das Gesetz wieder angepasst werden.

Professional-Apéro, Showcase Stage und Demotape Clinic

Der SUISA-/Swissperform-Professional-Apéro am M4music in Zürich wurde auch dieses Jahr von zahlreichen Musikschaffenden besucht und genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu pflegen. Zur Netzwerkpflege diente auch der «Coffee and Cake by SUISA» am M4music in Lausanne, der dieses Jahr zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Die SUISA beteiligte sich auch als Partner an der von Swissperform organisierten Showcase Stage. Auf diese Bühne präsentierten sich am Freitag und am Samstag in Zürich Schweizer Bands und Musiker dem interessierten Publikum.

An der diesjährigen Demotape Clinic erhielt Veronica Fusaro & Band aus Thun den Hauptpreis «Demo of the Year 2016» für den Song «Come To Naught». Die «FONDATION SUISA Awards» in den Sparten Rock, Pop, Urban und Electronic gingen an:

  • Kategorie Pop: Veronica Fusaro & Band (BE) für «Come To Naught»
  • Kategorie Electronic: Audio Dope (BS) für «Unconditional (feat. Emilia Anastazja)»
  • Kategorie Rock: John Gailo (ZH) für «Brain»
  • Kategorie Urban: Pink Flamingo (GE) für «She Goes»
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MaMA-2015-GruppenfotoZusammenarbeit am MaMA: Ein Erfolg, der sich bestätigt Am Donnerstag, 15. Oktober 2015, hat der dritte Swiss Business Mixer am MaMA Festival in Paris stattgefunden. Anschliessend hat sich Marc Ridet für ein kurzes Interview zur Verfügung gestellt. Marc Ridet ist Direktor des Swiss Music Exports, zuständig vor allem für die Unterstützung von Schweizer Künstlern, die im frankophonen Musikmarkt Fuss fassen wollen. Weiterlesen
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«Der Kleine Prix Walo ist ein schönes Erfolgserlebnis für die Seerugge Feger»

Die Seerugge Feger aus dem Kanton Thurgau haben den Kleinen Prix Walo 2015 in der Kategorie Volksmusik gewonnen. Der Songschreiber der Band, Philipp Manser, ist vor Kurzem neu der SUISA beigetreten. Eine Spurensuche, wie der «Feger-Sound» entsteht und was man damit erreichen kann.

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Philipp Manser im Proberaum der Seerugge Feger: Im Keller des elterlichen Wohnhauses feilt die Band ein Mal wöchentlich an Songs und Sound. (Foto: Manu Leuenberger)

«Der Sieg beim Kleinen Prix Walo ist ein weiteres schönes Erfolgserlebnis für die Seerugge Feger», sagt Philipp Manser. Er ist der Leadsänger und spielt Schwyzerörgeli im Quartett, das neben ihm aus seinem Bruder Fabian Manser (Gesang, Schlagzeug) sowie den Cousins Tobias Manser (Gesang, Schwyzerörgeli) und Sandro Holenstein (Gesang, E-Bass) besteht. Mit der Band Seerugge Feger haben die Musiker, alle zwischen 23 bis 25 Jahre alt, den Kleinen Prix Walo 2015 in der Kategorie Volksmusik gewonnen.

Der Erfolg beschränkt sich nicht nur auf den Pokal, den Prix-Walo-Stern, den sie beim Final im Dezember 2015 im aargauischen Birr als Gewinner entgegennehmen durften und «auf den man als Erinnerungstück zurückschauen kann». Die Teilnahme am Nachwuchswettbewerb brachte sie in Kontakt mit Leuten aus dem Musikgeschäft. «Zudem wurde und wird dadurch über unsere Gruppe in den Medien berichtet», freut sich Philipp Manser: «Wir dürfen auch an der Gala des ‹grossen› Prix Walo mit dabei sein und werden dort auftreten können.»

Beim Songschreiben kommt zuerst der Text

Am Final des Kleinen Prix-Walo haben die Seerugge Feger das Stück «Alles was i bruch» zum Besten gegeben. Ein Stück, das Philipp Manser komponiert und getextet hat. «Das hat mich persönlich sehr gefreut, dass wir die Jury mit einem selbst geschriebenen Titel überzeugen konnten», sagt der 23-Jährige.

Bei der Gründung vor fünf Jahren hiess die Band zunächst Seerugge-Trio. Mit der Erweiterung zum Quartett wenig später wurde sie in Seerugge Feger umbenannt. Auf der Website der Gruppe sind die Funktionen der Bandmitglieder klar definiert. Fabian ist zuständig für das Booking. Sandro kümmert sich um die Finanzen. Tobias zeichnet verantwortlich für die Technik. Philipp ist der Songschreiber.

«Meine Cousins und mein Bruder mögen meine Stücke mit schweizerdeutschem Text», sagt Philipp Manser, «meistens jedenfalls kriege ich von ihnen für meine Textideen den Daumen hoch gezeigt.» Ein neues Stück fängt der Songschreiber der Seerugge Feger mit dem Text an. Der Text gibt eine Atmosphäre, eine Stimmung für den Song vor. Daraus entsteht eine Melodie. Um die Melodie herum wird die Begleitung, das Arrangement geschaffen.

Schwyzerörgeli ersetzen Gitarren

Jeden Montag trifft sich die Band zur gemeinsamen Probe. Die sorgsam verklebten Eierkartons an der Decke zeugen von enthusiastischer Handarbeit bei der Einrichtung des Übungsraums im Keller des Wohnhauses, in dem Philipp Manser zusammen mit seinem Bruder noch bei den Eltern in Hörhausen im Thurgau in ländlicher Umgebung lebt.

Bei den Proben kriegen die Bandmitglieder die musikalischen Ideen zu den Texten zu hören. «Ich sehe es ihren Gesichtern schon nach wenigen Takten an, ob für die Idee Begeisterung oder keine Begeisterung besteht», erzählt Philipp Manser. Gefällige Ideen werden ausgearbeitet oder Änderungsvorschläge gemeinsam besprochen und die Stücke angepasst.

«Wir wollen, dass unsere Songs den typischen ‹Feger-Sound› haben», sagt der Songschreiber Manser. «Vom Prinzip her übernehmen wir Gitarrensachen auf dem Schwyzerörgeli, soweit das möglich ist, und Schlagzeug und Bass spielen einen speziellen Groove.» Ihre Musik soll modern daherkommen, ist das erklärte Ziel der vier Musiker, die auf ihrer Website als Lieblingsbands Coldplay, AC/DC und Status Quo angeben.

Auftritte im Fernsehen und im Vatikan

Der «Feger-Sound» wird immer mehr Hörern volkstümlicher Musik bekannt. «Wir durften mit der Band schon einige schöne Dinge erleben», erzählt Philipp Manser. Gerne und lebhaft erinnert er sich an die Auftritte in der Sendung «Samstig-Jass» im Schweizer Fernsehen, beim Fest zum 1. August der Schweizer Garde im Vatikan in Rom, und natürlich an den Nachwuchswettbewerb des «Musikantenstadl», dank dem sie Ende 2014 in der 4-stündigen TV-Gala «Silvesterstadl» in Graz auftreten konnten.

Im Zusammenhang mit dem Auftritt im «Silvesterstadl» nahmen die Seerugge Feger ihr erstes Album auf. Die CD «Made in Switzerland» entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Uwe Altenried, dem Ex-Keyboarder der Klostertaler, und ist seit 2015 erhältlich. Eine neue CD befindet sich in Entstehung.

Aus Versehen erst erst seit Kurzem bei der SUISA

Das erste Schwyzerörgeli bekam Philipp Manser von seinem Onkel geschenkt. Dieser gab ihm im Bubenalter auch den ersten Unterricht. In der Folge wurde er mehrere Jahre lang an der Musikschule auf dem Instrument unterrichtet. Die ersten eigenen Stücke habe er für die Formation Die jungen Manser Buebe im Alter von 16 oder 17 Jahren komponiert, vermutet er, kann sich an das genaue Jahr aber nicht mehr erinnern.

Der SUISA ist Philipp Manser erst im Herbst 2015 beigetreten. «Das war ein Versehen», erklärt er, «wir sind davon ausgegangen, dass mich die Plattenfirma längst angemeldet hat.» Als er bei der SUISA etwas nachfragen wollte, ist das Versehen aufgefallen und die Anmeldung wurde nachgeholt.

Mittlerweile hat er im Frühling die erste Abrechnung von der SUISA erhalten. Mit den ausbezahlten Vergütungen kann er keine grossen Sprünge machen. Den Lebensunterhalt vom Musikmachen zu bestreiten, steht für ihn im Moment ohnehin nicht zur Diskussion.

Kleiner Prix Walo weiterer Meilenstein für Seerugge Feger

«Wir sprechen ab und zu in der Band darüber, wie wir reagieren würden, wenn sich die Chance auf den grossen Durchbruch ergäbe», sagt Philipp Manser. Vorderhand arbeiten die Bandmitglieder alle noch in einem anderen Hauptberuf und betreiben die Musik nebenher.

Seit der Veröffentlichung der ersten CD letztes Jahr spielt die Band durchschnittlich drei bis vier Konzerte pro Monat. Die Konzertanfragen nehmen zu, häufig können die Musiker aus Zeitgründen nicht zusagen.«Wir sind zufrieden und gut ausgelastet, so wie es im Moment läuft», sagt Philipp Manser. Die Seerugge Feger nehmen Schritt für Schritt in ihrer Musikkarriere. Der Gewinn des Kleinen Prix Walo 2015 ist ein weiterer Meilenstein auf ihrem Weg.

www.seeruggefeger.ch, offizielle Band-Website

Der Prix Walo wird seit 1974 vom Verein Show Szene Schweiz vergeben. Mit der Auszeichnung werden die erfolgreichsten Schweizer Unterhaltungskünstlerinnen und –künstler in verschiedenen Sparten – von Pop/Rock, Hip Hop, Jazz/Blues, Blasmusik über Kabarett/Comedy, Film-, Bühnen- bis TV-Produktion und Schauspieler – geehrt. Die 42. Preisverleihung des Prix Walo findet am Sonntag, 8. Mai 2016, im Kongresshaus Zürich statt und wird live auf Star TV ausgestrahlt. Die SUISA unterstützt den Verein Show Szene Schweiz.

Mit dem Nachwuchswettbewerb Prix-Walo-Sprungbrett und der Verleihung des Kleinen Prix Walo sollen Schweizer Talente aus der der Showszene gefördert werden. Informationen inklusive Anmeldemöglichkeit für die Prix-Walo-Sprungbrett-Veranstaltungen 2016 finden sich auf der Website des Prix Walo.

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Philipp-Manser-Portraet_2

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MusicNet 2015 in Lugano: Ein 360°-Event der Musik

Vom 16. bis 18. Januar 2015 hat in Lugano die 6. Ausgabe von MusicNet stattgefunden. Die einzige Musikmesse der italienischsprachigen Schweiz widmete sich wie immer drei Tage lang der Musik in allen Facetten. Veranstaltet und beworben wurde der Event von der «Area del turismo ed eventi della città di Lugano». Die Organisatoren verzeichneten beim diesjährigen Anlass 18 000 Besucher.

MusicNet-2015-Charlie-Roe-live

«Die SUISA unterstützt unabhängige Künstler und Künstlerinnen wie mich dabei, sich in der komplizierten Welt der Urheberrechte zurechtzufinden», sagt die Tessiner Singer/Songwriterin Charlie Roe, die zusammen mit ihrer Band beim SUISA-Apéro am Eröffnungsabend der MusicNet auftrat. (Foto: Erika Weibel)

MusicNet besteht seit jeher aus drei Bereichen: Musikmesse, Tanzbereich mit Tanzschulen und Bewegungs-Workshops sowie Live-Konzerten an den Abenden. Bei der diesjährigen Ausgabe konnten sowohl der Tanzbereich als auch die Live-Konzerte einen grossen Erfolg verbuchen. Bei den Tanz-Workshops wurde eifrig mitgetanzt und die Konzerte am Abend wurden rege besucht.

Die Messeaussteller an der MusicNet bestehen traditionell aus einem bunten Mix von Instrumenten-Verkäufern, den wichtigsten im Tessin ansässigen Radiostationen, Musikverlegern aus Italien und der Schweiz, lokalen Bands, die sich selbst promoten, und Firmen, die in anderen Bereichen des Musikbusiness tätig sind. Auch die SUISA ist seit drei Jahren mit einem Stand an der einzigen Musikmesse in der italienischsprachigen Schweiz präsent. Leider war bei der diesjährigen 6. Ausgabe ein erheblicher Rückgang bei der Anzahl der Messestände festzustellen.

Networking mit der SUISA an der MusicNet

Zum zweiten Mal hat die SUISA am Eröffnungsabend der Messe in Zusammenarbeit mit der «Area del turismo ed eventi della città di Lugano» Musikschaffende, Politiker und Konzertveranstalter zu einem informellen Umtrunk eingeladen. Der Apéro hat den zahlreichen Besuchern die Möglichkeit gegeben, bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Musikalisch abgerundet wurde der Anlass mit einem Auftritt vom SUISA-Mitglied Charlie Roe.

Vielseitiges Tessiner Musikschaffen beim Bandwettbewerb

Neben verschiedenen Konzerten von gestandenen Musikern aus der Schweiz und Italien wurden die Darbietungen von 33 Tessiner Newcomerbands, die sich im Bandwettbewerb «Palco ai giovani» die Bühne streitig machten, neugierig bestaunt und leidenschaftlich bejubelt. Der Bandwettbewerb «Palco ai giovani» findet seit 1994 statt und dient jungen Tessiner Musikern als Sprungbrett. Die grosse Anzahl und Vielseitigkeit der Bands, die in den letzten zwanzig Jahren bei diesem Wettbewerb aufgetreten sind, zeigt auf, wie ergiebig das Tessiner Musikschaffen ist.

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Vom 16. bis 18. Januar 2015 hat in Lugano die 6. Ausgabe von MusicNet stattgefunden. Die einzige Musikmesse der italienischsprachigen Schweiz widmete sich wie immer drei Tage lang der Musik in allen Facetten. Veranstaltet und beworben wurde der Event von der «Area del turismo ed eventi della città di Lugano». Die Organisatoren verzeichneten beim diesjährigen Anlass 18 000 Besucher.

MusicNet-2015-Charlie-Roe-live

«Die SUISA unterstützt unabhängige Künstler und Künstlerinnen wie mich dabei, sich in der komplizierten Welt der Urheberrechte zurechtzufinden», sagt die Tessiner Singer/Songwriterin Charlie Roe, die zusammen mit ihrer Band beim SUISA-Apéro am Eröffnungsabend der MusicNet auftrat. (Foto: Erika Weibel)

MusicNet besteht seit jeher aus drei Bereichen: Musikmesse, Tanzbereich mit Tanzschulen und Bewegungs-Workshops sowie Live-Konzerten an den Abenden. Bei der diesjährigen Ausgabe konnten sowohl der Tanzbereich als auch die Live-Konzerte einen grossen Erfolg verbuchen. Bei…Weiterlesen