Tagarchiv: Music made in Switzerland

Schweizer Jazz an der Jazzahead! 2016 allseits präsent

Die Schweiz war Gastland an der Jazzahead! 2016 in Bremen. Der Schweizer Jazz präsentierte sich den 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern stilistisch breit gefächert. Ganz nach dem Motto «Schweizsuissesvizzerasvizra». Dieses stand für vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

Jazzahead-2016-Pilgrim-in-concert

Der Zürcher Saxophonist Christoph Irniger trat mit seiner Formation Pilgrim anlässlich der Swiss Night am 21. April 2016 an der Jazzahead! auf. (Foto: Ingo Wagner)

«Schweizsuissesvizzerasvizra» lautete das Motto, unter welchem das Gastland Schweiz seine vielfältige Jazzszene in Bremen präsentiert hat: Vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben.

Die kulturelle Durchmischung spiegelten im Vorgang der Messe zwei Wochen Jazzahead! Festival wieder. Quer gedacht konnte diese Vielfalt daher kommen – wie in der Figurentheaterproduktion von Dürrenmatts «Die Physiker» – oder auch mal aufsässig, wenn für die Ausstellung «Stimmvolk – Volksstimme» zur Veranschaulichung von Schweizer Abstimmungskämpfen ein Plakat mit von Schmeissfliegen befallenem Nuggi aus den Archiven hervorgeholt wurde, mit dessen Hilfe dereinst das Heimchen aus der Wahlkabine zurück an den Herd komplementiert werden sollte.

Schweizer Jazz live

Ihre helvetische Showcase-Selektion präsentierte die Jazzahead!-Jury am 21. April im Anschluss an den ersten der vier Messetage an der Swiss Night. Stilistisch breit gefächert war diese: vom umtriebigen Klangforscher Julian Sartorius, der mit seinem «Beat Diary»-Soloprogramm und als Mitglied des Colin Vallon Trios vertreten war, bis zu den Klangflächen perforierenden Beats der Formation Plaistow.

Auch aus vorigen Jahrgängen bekannte Gesichter wie Weird Beard oder das Elina Duni Quartet waren dort zu hören, und beim Galakonzert in der Glocke liessen sich Nick Bärtsch’s Ronin und Hildegard lernt fliegen mit Standing Ovations feiern.

«Für uns ging es nach dem Showcase bei der Jazzahead! 2012 so richtig los», berichtet Matthias Wenger, der Saxophonist von Hildegard lernt fliegen. Und obgleich ein Messeauftritt nicht für alle Musiker einen ähnlich kometenhaften Aufstieg bedeutet wie den der sechsköpfigen Formation um Stimmakrobat Andreas Schaerer, füllen sich doch bei vielen die Tourkalender im Anschluss merklich.

Geschäftskontakte knüpfen und pflegen

Wer als Musiker ohne Showcase an die Messe kommt, muss sich jedoch mit anderen Mitteln bemerkbar machen. Violinist Simon Heggendorn war mit dem Kaleidoscope String Quartet bereits an der Messe Classical:Next als Showcase vertreten. «Das hat schon ein paar Kontakte mit sich gebracht, aber dort steht eher die Fachtagung im Vordergrund», so Heggendorn. «Ausserdem sind wir viel mehr eine Band als ein klassisches Streichquartett und passen darum besser hierher. Ich habe mich darum für das Matchmaking registriert.»

Mit dem «Matchmaking» ist eine Art Speed-Dating gemeint, bei dem die Bedürfnisse der Teilnehmer abgefragt werden, um sie nachher mit den richtigen Konterparts zusammenführen zu können. Einen anderen Weg wählt Kulturmanagerin Nicole Mayer: «Ich informiere mich so früh wie möglich, wer bei der Messe präsent ist und versuche, im Vorlauf Termine zu machen mit den Leuten, die für mich interessant sind, oder sie zu erkennen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Am Messestand selbst bin ich eigentlich nur, wenn ich hier einen Termin vereinbart habe.»

Gastlandauftritt auf Langzeitwirkung ausgelegt

Weniger strukturiert geht es beim alljährlichen Alpine Cocktail zu: dem Apéro, der bei Schweizer Käse und österreichischem Wein Gelegenheit zum informelleren Kennenlernen gibt. Wer eher Schweizerische Gewächse bevorzugt und dazu lieber ein Stück dunkle Schoggi nimmt, konnte in diesem Jahr zudem in der Swiss Lounge Repräsentanten der Schweizer Musikszene von Label-Mitarbeitern bis zu Stiftungsvertretern zur Gesprächsreihe «Ein Glas Wein mit …» antreffen.

969 Ausstellern (Tendenz steigend), 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern konnte sich die Schweiz in diesem Jahr an der Jazzahead! präsentieren und war dabei mit ihrer leuchtend roten Messegrafik und dem überlebensgrossen Nik-Bärtsch-Porträt, das als erster Blickfang über dem Geschehen in der Messehalle prangte, auch visuell allseits präsent.

Eine abschliessende Bilanz lässt sich noch nicht ziehen. Der «unternehmerische Erfolg» einer Messepräsenz manifestiert sich in den seltensten Fällen während oder unmittelbar nach einer Musikmesse. «Der Gastlandstatus ist vor allem auf Langzeitwirkung ausgelegt», sagt Marcel Kaufmann, Projektmanager bei der FONDATION SUISA, die gemeinsam mit Pro Helvetia und dem Schweizer Musik Syndikat SMS die Schweizer Messepräsenz organisiert. «Der Jazz aus der Schweiz geniesst international einen ausserordentlich guten Ruf. Unser Ziel war es, den Schweizer Jazz in der weltweiten Wahrnehmung noch präsenter zu machen.»

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Die Schweiz war Gastland an der Jazzahead! 2016 in Bremen. Der Schweizer Jazz präsentierte sich den 2750 Fachteilnehmern und 15 000 Festivalbesuchern stilistisch breit gefächert. Ganz nach dem Motto «Schweizsuissesvizzerasvizra». Dieses stand für vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

Jazzahead-2016-Pilgrim-in-concert

Der Zürcher Saxophonist Christoph Irniger trat mit seiner Formation Pilgrim anlässlich der Swiss Night am 21. April 2016 an der Jazzahead! auf. (Foto: Ingo Wagner)

«Schweizsuissesvizzerasvizra» lautete das Motto, unter welchem das Gastland Schweiz seine vielfältige Jazzszene in Bremen präsentiert hat: Vier unterschiedliche Arten Schweiz, die doch Schnittmengen aufweisen und zusammengenommen ein bisweilen eigenwilliges, aber sicher nie einseitiges Ganzes ergeben.

Die kulturelle Durchmischung spiegelten im Vorgang der Messe zwei Wochen Jazzahead! Festival wieder. Quer gedacht konnte…Weiterlesen

Jazzahead! 2016: Der Schweizer Jazz im Fokus

Grosse Ehre für die eidgenössische Jazzszene: Die Schweiz ist das offizielle Gastland an der Jazz-Fachmesse Jazzahead! vom 21. bis 24. April und dem dazugehörigen Festival vom 7. bis 24. April 2016 in Bremen. Der Schweizer Schwerpunkt wird von der FONDATION SUISA und Pro Helvetia in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musik Syndikat organisiert. Der Projektverantwortliche der FONDATION SUISA, Marcel Kaufmann, erklärt im Gespräch, weshalb die Jazzahead! für den Schweizer Jazz wichtig ist.

Jazzahead-Aushang-Eingang

Über 3000 Teilnehmer aus 55 Ländern besuchten 2015 die Fachmesse Jazzahead! in Bremen. (Foto: Marcel Kaufmann)

Marcel Kaufmann, der Schweizer Jazz erhält dieses Jahr an der Jazzahead! eine grossartige Plattform. Was machen die FONDATION SUISA und ihre Partner, um die hiesige Jazzszene an diesem internationalen Festival zu promoten?
Marcel Kaufmann: Zunächst organisieren wir einen gemeinschaftlichen Schweizer Auftritt im Rahmen der Jazzahead! und geben der Schweiz und allen Schweizer Messeteilnehmern damit an einem zentralen Ort an der Messe ein Gesicht. Als Hauptplattform zum Finden und Gefunden werden steht der Schweizer Gemeinschaftsstand auch dieses Jahr kostenlos zur Verfügung. Über die Website der FONDATION SUISA kann man sich noch bis zu Beginn der Messe anmelden.
Zusätzlich werden dieses Jahr noch diverse andere Spots und Events den Schweizer Jazz und dessen Vertreter ins Zentrum rücken. Allen voran die «Swiss Night», die Eröffnungsnacht des Showcase-Festivals am 21. April. Hier präsentieren sich acht Schweizer Jazz-Acts dem internationalen Fachpublikum.
Als Gastland steht die Schweiz im Fokus und wird deshalb vom internationalen Messepublikum noch stärker wahrgenommen werden als in den vergangenen Jahren. Wir besitzen eine starke und ungewöhnlich vielschichtige Jazzszene. Unser Ziel ist es, unsere Qualitäten und unsere Vielseitigkeit unter dem Motto «schweizsuissesvizzerasvizra» den Menschen so zu präsentieren, dass der Nachklang unseres Auftrittes weit über das Ende der Messe anhalten wird.

Die FONDATION SUISA, Pro Helvetia und das Schweizer Musik Syndikat haben im Zusammenhang mit der Jazzahead! 2016 die Website www.switzerland-jazzahead.com ins Leben gerufen. Was ist das Ziel dieser Website?
Die Website ist ein Kompass und Info-Tool zur Schweizer Partnerland-Präsenz an der jazzahead! 2016. Hier kann man sich vor und während der Messe jederzeit einen Überblick über das Schweizer Programm verschaffen und sich seine persönlichen Highlights herauspicken. Dazu beleuchtet die Website die Künstlerinnen und Künstler, gibt Auskunft zur Schweizer Teilnehmerschaft in Bremen und enthält auch allgemeine Informationen rund um das Thema Jazz in und aus der Schweiz. Und natürlich gibt es auf der Website auch Musik zu hören.

Die Freude war gross, als letztes Jahr die Schweiz als Gastland der Jazzahead! 2016 bekanntgegeben wurde. Wie ist es dazu gekommen, dass der Schweiz diese Ehre zuteil wurde?
Das Partnerland wird durch die Messeleitung bestimmt. Dabei legt die Jazzahead! grossen Wert darauf, dass die Wahl aufgrund von künstlerischen, und nicht etwa finanziellen Kriterien erfolgt. Die Schweiz hat sich in Bremen in den vergangenen Jahren als starke Jazz-Nation bemerkbar gemacht. So gab es kaum ein anderes Land, von dem es mehr Showcase-Acts ins offizielle Programm schafften: In fünf Jahren waren es 14 Bands, hinzu kommen acht dieses Jahr. Mit Hildegard lernt fliegen schaffte 2012 eine Band dank einem Jazzahead!-Showcase den internationalen Durchbruch.
Ausserdem ist die Fachteilnehmerzahl aus der Schweiz seit 2011 Jahr für Jahr gestiegen. Und schliesslich dürfte auch das jahrelange Engagement der FONDATION SUISA und Pro Helvetia mit der Schweizer Gemeinschaftspräsenz seinen Teil dazu beigesteuert haben.
Alles in allem hat sich die Schweiz für diese Ehre wohl auf gut schweizerische Art empfohlen: mit Qualität und Kontinuität.

Weshalb sollte man als Schweizer Jazzmusiker oder Veranstalter von Jazz-Konzerten an der Jazzahead! anwesend sein?
Für Musiker ist es besonders interessant, einen der heissbegehrten Showcase-Plätze zu erwischen. Diese werden jeweils zwischen September und November ausgeschrieben und anschliessend von einer unabhängigen Jury bestimmt. Das Fachpublikum ist hochkarätig bestückt mit Veranstaltern von renommierten internationalen Festivals und Clubs. Aber auch Label-Chefs und Jazzjournalisten sind jeweils in grosser Zahl vor Ort. Zudem gibt es im Gegensatz zu anderen Showcase-Festivals nur wenige Bühnen, so dass sich das Publikum nicht allzu sehr verteilt.
Konnte man für sich keinen Showcase ergattern, so lohnt es sich dennoch, die Messe zu besuchen, denn das oben erwähnte Fachpublikum ist auch tagsüber da. Man trifft sich, man begegnet sich auf dem Gang oder am Stand. Die grosse Kunst besteht darin, Kontakte zu knüpfen. Hier versuchen wir, eine gewisse Hilfestellung zu bieten.
Für Veranstalter mit internationaler Ausrichtung ist das Showcase-Festival ein Must. Es gibt keinen zweiten Ort, an dem man als Jazz-Veranstalter mit so vielen Vertretern derselben Berufsgattung aus den unterschiedlichsten Nationen in Kontakt kommt. Aber natürlich auch mit vielversprechenden Künstlerinnen und Künstlern und deren Entourage. Diese Beziehungen werden geknüpft und gepflegt.
Ein langjähriger Jazzahead!-Teilnehmer hatte es mir gegenüber einmal so beschrieben: «Nirgends lässt sich der Puls des internationalen Jazz besser fühlen als an der Jazzahead!.»

Wie kann sich ein Besucher vorbereiten, damit er den grösstmöglichen Nutzen vom Messebesuch erzielen kann?
Die Antwort steckt eigentlich schon in der Frage drin: Das A und O ist die Vorbereitung. Wer an die Jazzahead! mit leerem Terminkalender reist, der hat es schwer. Die Agenden sind meist schon vor der Messe gefüllt. Deshalb ist es unbedingt zu empfehlen, die Teilnehmerdatenbank frühzeitig durchzugehen und Termine zu vereinbaren. Gleichzeitig sollte man das Messe- und Festivalprogramm genau studieren. Zum einen, um sich interessante Konzerte und Konferenzen zu merken. Zum anderen aber auch, um abschätzen zu können, wo man vielleicht auch noch «zufällig» auf jemanden stossen könnte, den man im Vorfeld nicht erreicht hat. Mein Tipp: Die Cocktail-Empfänge der Länderstände sind dafür bestens geeignet.
Zudem gilt die Regel: An der Jazzahead! wartet niemand auf dich! Das heisst: Wenn ich meine Musik oder meine Dienstleistung an den Mann oder die Frau bringen will, dann muss ich etwas vorzuweisen haben: Promo-Material, Aufnahmen und Videos gehören ins Gepäck. Und ebenso wichtig: Ich muss eine Geschichte zu erzählen haben. Ansonsten wird es schwierig. Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht.
Der Schweizer Gemeinschaftsstand bietet die Möglichkeit zur Präsentation von Promo- und Info-Material, aber auch Sitzgelegenheiten für Meetings mit künftigen Geschäftspartnern. Und dies kostenlos. Das Standpersonal ist gerne behilflich beim Knüpfen von Kontakten und Weiterreichen von Informationen.

Die FONDATION SUISA ist mittlerweile zum neunten Mal an der Jazzahead! dabei. Welche Erfahrungen habt Ihr in den vergangenen Jahren mit Eurer Präsenz an dieser Musikfachmesse gemacht? Wieviele Besucher nutzen die Infrastruktur, welche die FONDATION SUISA an der Jazzahead! anbietet?
In erster Linie gelang es uns der Welt zu zeigen, dass eine grossartige und international konkurrenzfähige Schweizer Jazzszene existiert. Als Gastland wollen wir diese Einsicht beim internationalen Publikum nachhaltig zementieren.
Die Jazzahead! ist längst zu einer der wichtigsten Drehscheiben des internationalen Jazz-Business geworden und erlebt als Messe einen eigentlichen Boom. So hat sich die Gesamtzahl der Fachteilnehmer innerhalb der letzten sechs Jahren von 1500 auf 3000 Personen verdoppelt – Tendenz steigend. Wir haben diesen Trend frühzeitig erkannt und uns entsprechend gut positioniert. Der Gemeinschaftsstand ist zum «Schweizer Domizil» geworden, zur ersten Anlaufstation für die internationalen Fachteilnehmer, wenn es um Kontakte oder Informationen geht. Wir stellen deshalb mit Zufriedenheit fest, dass wir mit unseren Fördermassnahmen auf dem richtigen Weg sind. Das bestätigen uns auch Jahr für Jahr die Schweizer Teilnehmer. Für dieses Jahr haben wir bereits über 60 Anmeldungen für unseren Stand. Allerdings ruhen wir uns auf diesen Erfolgszahlen nicht aus. Wir bleiben wachsam, was die Veränderungen in der Jazzszene angeht, und wir nehmen auch konstruktive Kritik unserer Mitaussteller ernst. Das Ziel ist und bleibt es, den Schweizer Jazz auf diesem internationalen Parkett bestmöglichst zu repräsentieren.

Was sind für Dich die Highlights der diesjährigen Jazzahead! – abgesehen vom Schweizer Schwerpunkt?
Ich freue mich sehr auf die Swiss Night vom 21. April. Die Schweizer Showcase-Acts werden ein starkes Zeichen setzen für das Partnerland Schweiz, da bin ich überzeugt. Aber auch das Gala-Konzert in der Bremer Glocke mit Nik Bärtsch’s Ronin und Hildegard lernt fliegen wird zweifellos ein Highlight.

Weiterführende Informationen:
www.switzerland-jazzahead.com
Informationsseite der FONDATION SUISA zur Jazzahead!
www.jazzahead.de (offizielle Website der Musikmesse)

Jazzahead-2015-Schweizer-StandRückblick und Ausblick auf die jazzahead! Die 10. jazzahead! vom 23. bis 26. April 2015 in Bremen bescherte einige Neuigkeiten: eine neue Location, einen neuen Teilnehmerrekord und einen neuen Schweizer Gemeinschaftsstand. Ganz zum Schluss folgte dann auch noch die Bekanntgabe des Partnerlands der nächsten jazzahead!: An der Messe 2016 wird die Jazzszene der Schweiz im Mittelpunkt stehen. Weiterlesen
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Grosse Ehre für die eidgenössische Jazzszene: Die Schweiz ist das offizielle Gastland an der Jazz-Fachmesse Jazzahead! vom 21. bis 24. April und dem dazugehörigen Festival vom 7. bis 24. April 2016 in Bremen. Der Schweizer Schwerpunkt wird von der FONDATION SUISA und Pro Helvetia in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musik Syndikat organisiert. Der Projektverantwortliche der FONDATION SUISA, Marcel Kaufmann, erklärt im Gespräch, weshalb die Jazzahead! für den Schweizer Jazz wichtig ist.

Jazzahead-Aushang-Eingang

Über 3000 Teilnehmer aus 55 Ländern besuchten 2015 die Fachmesse Jazzahead! in Bremen. (Foto: Marcel Kaufmann)

Marcel Kaufmann, der Schweizer Jazz erhält dieses Jahr an der Jazzahead! eine grossartige Plattform. Was machen die FONDATION SUISA und ihre Partner, um die hiesige Jazzszene an diesem internationalen Festival zu promoten?
Marcel Kaufmann: Zunächst organisieren wir einen gemeinschaftlichen Schweizer Auftritt im Rahmen der Jazzahead! und geben…Weiterlesen

Hetzen, hadern und hoffen an der Womex

Die FONDATION SUISA stellt in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia seit 2006 an der Musikmesse Womex einen Schweizer Stand. Doch was bringt die Teilnahme an einer solchen Messe überhaupt? Ane Hebeisen von der Berner Gruppe Da Cruz hat den Selbstversuch gemacht. Ein ungeschönter Erfahrungsbericht aus Budapest. Text von Gastautor Ane Hebeisen

Womex-2015-Gruppenfoto

Mitten im Geschehen an der Womex 2015 in Budapest (v.l.n.r.): Gastautor Ane Hebeisen und Mariana Da Cruz (beide von der Band Da Cruz), Arnaud di Clemente (Bee-Flat im Progr), Mauro Abbühl (Artlink). (Foto: Eric van Nieuwland)

Der Schweizer Stand an der Musikmesse Womex in Budapest ist heillos überlaufen. Man hat – zusammen mit den Österreichern – zum Apéro geladen und damit eine Menge Publikum angelockt. Es gibt Käse, Trockenfleisch, Wein, und es werden Kleingespräche geführt. Beliebteste Themen: Der Zustand des helvetischen Konzertmarktes und die Fantasie-Preise Budapester Taxichauffeure. Am Rande des Menschenauflaufs verhandelt die Bookerin des Zürcher Clubs Moods mit einer französischen Konzertagentur, unweit davon wieseln die Berner Veranstalter von Bee-Flat durch die Menge, und der Manager von Sophie Hunger trifft Leute, die irgendwie wichtig aussehen. Kurz setzt eine österreichische Kapelle zu einem Ständchen an, wird aber vom Sicherheitsdienst der Kongresshalle schnell zum Schweigen gebracht. Am Tage soll dem Business gefrönt werden, Musik gibts dann am Abend.

Das Dilemma ist bekannt. Als Musiker bietet es sich an, heutzutage nicht mehr nur Tonkunst-Kreateur, sondern empfehlenswerterweise auch noch Booker, Manager, Öffentlichkeitsarbeiter und Labelmanager zu sein. Und weil das so ist, macht es sich nicht schlecht, ab und zu eine solche Messe zu besuchen. Also auf in den Kampf. Ziel: die Sommersaison 2016 mit einigen Festival-Engagements aufzumöbeln.

Die gute Nachricht hier an der Womex: Open Airs wie das Glastonbury, Sziget oder Roskilde haben Abgesandte nach Budapest geschickt, die auf der Suche nach neuen Bands sind. Die schlechte Nachricht: Sie ziehen es vor, inkognito durch die Messe zu schleichen. Wenn sie mal stehen bleiben, haben sie trotzdem jählings einen Pulk «flüchtiger Bekannter» um sich, die ihnen CDs und Kataloge zustecken wollen. Das muss anstrengend sein. Man lässt sie besser in Ruhe.

Weltmusik ein Marketing-Begriff für musikalisch Exotisches

Von den diversen Musikmessen und Showcase-Festivals gehört die Womex zu den älteren, und wegen der Nische, die sie bedient, vielleicht nicht zu den hippsten. Doch die Womex wird unterschätzt. Sie findet jedes Jahr in abwechselnden Städten statt und ist die weltgrösste Messe für die so genannte World Music. Ein Begriff, der vor fast 30 Jahren von Marketing-Verantwortlichen englischer Plattenfirmen kreiert wurde und jene Musik schubladisieren sollte, die nicht ins gemeine angloamerikanische Pop-Rock-Schema passte.

Ein Begriff auch, dem noch immer das ungute Nimbus-Konglomerat aus Jute-Romantik, Drittwelt-Exotismus und kulturellem Neo-Kolonialismus anhaftet. Doch die Weltmusik ist längst zu einem Dach geworden, unter welchem sich vom Global-Pop eines Manu Chao, zu den elektro-ethnologischen Studien einer Björk bis zum brasilianischen Favela-Funk oder dem mongolischen Zitherspieler alles tummelt. Weltmusik ist, was in den Ohren des Westlers exotisch klingt.

Wer also in irgendeiner Weise etwas musikalisch Exotisches zu bieten hat, ist hier richtig. Treffen wird man bestimmt jemanden, der einen weiterbringen kann. Die Womex-Gemeinde ist zu einer verschworenen Familie zusammengewachsen, Radioredaktoren suchen hier nach neuer Musik, Veranstalter, die keine Lust haben, ihr Konzertprogramm bloss nach den Newsletter der diversen Agenturen zusammenzustellen, sind hier anwesend. Und weil die britische Hype-Maschinerie in den letzten Jahren etwas ins Stottern geraten ist, kommen mittlerweile auch die wichtigsten Major-Festivals nicht mehr umhin, die Welt etwas breiter nach Trouvaillen abzutasten.

Seriöse Vorbereitung auf Musikmesse ein Muss

Wenn es eine Spezies gibt, die an Musikmessen sehr ungünstige Popularitätswerte aufweist, dann sind das die Bandvertreter, die jedem Dahergelaufenen ungefragt Tonträger entgegenstrecken und dazu Auszüge aus der Band-Bio rezitieren. Es gilt sich vorzubereiten. Es gilt, bereits Wochen vor der Messe in aufwändigen Recherchearbeiten herauszufinden, welche der anwesenden Konzertveranstalter, Agenturen oder Festival-Booker auf der gleichen Wellenlänge liegen, und dann gilt es, mit diesen ein kurzes Treffen zu arrangieren.

Die Womex hat dafür eine Internetplattform eingerichtet, auf welcher stöbern darf, wer sich akkreditiert hat. Hier ist jeder Teilnehmer aufgeführt, meist mitsamt direktem Mailkontakt, manchmal auch mit Foto. Wer kein Meeting will, den trifft man bestimmt bei einer Zigarettenpause oder am Abend an den Konzerten, wo die hippsten Afro-Beat-Bands der Welt neben kambodschanischen Mickey-Mouse-M.I.A.s, brasilianischen Hip-Hop-Emporkömmlingen oder chinesischen Metal-Bands um die Wette spielen.

Geschäftstreffen an der Womex von verheissungsvoll bis vage

Zurück zur Messe. Die Stimme ist wund, der Kopf brummt. Die Meetings sind bisher ganz prima verlaufen. Der Herr von einem grossen Open Air in Luxemburg hat sich die zugesandten Links brav im Vorfeld angehört und optioniert ein Datum im Juli. Bloss sein Geschäftspartner könnte die Sache noch zum Kippen bringen. Er erzählt aufgebracht, dass er während der Globus-Krawalle in Zürich inhaftiert worden ist und seither die Schweiz meidet wie der Teufel das Weihwasser. Ich gebe mich betroffen und hoffe, auf späte Milde.

Auch ein Festival in Amsterdam und ein grosses Stadtfest in Hannover reservieren ein Datum im Sommer. Letzteres soll jedes Jahr etwa 15 000 Menschen anziehen. Auch ein Veranstalter aus Helsinki ist vom Gehörten derart angetan, dass er die Band für ein Festival im Mai engagieren möchte. Und die Gesandtschaft eines türkischen Grossveranstalters, der die grössten Open Airs des Landes organisiert, bringt gleich noch zwei Festivalveranstalter aus Israel ans Meeting mit. Man habe über die Band gesprochen und gleich entschlossen, gemeinsam etwas in die Wege zu leiten.

Anderes bleibt vage. Zum Beispiel die Franzosen. Das Festival Jazz à Vienne zeigt Interesse, man melde sich dann aber bei Bedarf selber. Ebenso das Festival Les Suds à Arles. Und Roskilde? Aneinander vorbeigeschwirrt und gegrüsst. Mehr nicht. Glastonbury? Der Herr wurde nicht gesichtet. Sziget? Ein Gespräch mit einem Booker hat ergeben, dass die World-Bühne des Festivals eher konservativ programmiert werde; schwierig für eine Band mit einem Laptop im Instrumentarium.

Aufwand für Messebesuch und Hartnäckigkeit bei der Nachbetreuung kann sich lohnen

Es ist wie immer wenn man von einer Musikmesse heimkehrt: Die unzähligen Visitenkärtchen werden sorgfältig verstaut, die diversen Meetings Revue passiert, und man wähnt sich in der behaglichen Gewissheit, dass die Weltkarriere wohl in Griffnähe scheint. Drei Wochen später wird man feststellen, dass die neugeknüpften Freundschaften und Geschäftsbeziehungen doch nicht ganz so stabil sind wie gedacht, dass das Nachhaken weit harziger ist als angenommen. Das wird auch dieses Jahr so sein.

Doch vergangene Jahre haben gezeigt, dass sich der Aufwand und eine gewisse Hartnäckigkeit lohnen. Konzerte am Montréal Jazz Festival, am Fernwärme Open Air in Wien, am Festival Fiest’A Sète, am World Village in Helsinki oder am Festival d’éte de Quebec, sind durch die Präsenz an der Womex zustande gekommen. Auch unsere Agenturen in Frankreich und Italien sind hier auf uns aufmerksam geworden, nachdem wir 2009 in Kopenhagen ein Showcase gespielt haben.

Eine Woche nach der Messe haben sich die Türken gemeldet. Alles sei auf guten Wegen. Man habe die zugesteckte CD schon oft angehört und möge sie. Und ein spanisches Festival hat ebenfalls angeklopft. Mit der Frage, ob die Band irgendwoher finanzielle Unterstützung bekomme. Wenn ja, sei man interessiert. Ja, die Krise. Sie hat auch vor der Weltmusik nicht Halt gemacht. Das Verhandeln kann beginnen.

www.womex.com

Der Autor Ane Hebeisen spielt bei der Berner Gruppe Da Cruz und ist Journalist bei der Tageszeitung «Der Bund».

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Womex-2015-Gruppenfoto

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Die Schweiz ist jazzahead!-Partnerland 2016

Die jazzahead! in Bremen ist das wichtigste internationale Jazz-Fachtreffen des Jahres. Der Partnerland-Status 2016 bietet der Schweiz die Mögichkeit, die hiesige Jazzszene in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

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Der Schweizer Gemeinschaftsstand an der diesjährigen jazzahead! in Bremen. 2016 wird die Schweiz offizielles Partnerland der jazzahead! sein! (Foto: Marcel Kaufmann)

Der Schweizer Gemeinschaftsstand wartet auf Ihre Anmeldung

Die FONDATION SUISA und Pro Helvetia offerieren allen Schweizer Fachteilnehmenden die Möglichkeit, sich zum vergünstigten Tarif von 120 Euro (exkl. MwSt) für die jazzahead! zu akkreditieren und dazu kostenlos den Schweizer Gemeinschaftsstand in Halle 6 als Plattform und Treffpunkt an der Messe zu nutzen.

Ab sofort können Sie sich online als Mitaussteller anmelden: www.fondation-suisa.ch/jazzahead

Info-Veranstaltung jazzahead! 2016 am Jazzfestival Willisau

Das Schweizer Musik Syndikat (SMS) läd ein zum Info-Anlass jazzahead! 2016 im Rahmen des Sommer-Apéros am Jazzfestival Willisau am 29. August 2015 von 17.00 bis 19.30 Uhr in der Stadtmühle Willisau. Informationen dazu erhalten Sie über: info(at)musiksyndikat(dot)ch

Weitere Informationen zum Partnerland-Programm 2016 folgen. Für Fragen wenden Sie sich an: messen(at)fondation-suisa(dot)ch

www.jazzahead.de

Der Schweizer Schwerpunkt in Bremen wird von der FONDATION SUISA und Pro Helvetia in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musik Syndikat (SMS) koordiniert.

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Die jazzahead! in Bremen ist das wichtigste internationale Jazz-Fachtreffen des Jahres. Der Partnerland-Status 2016 bietet der Schweiz die Mögichkeit, die hiesige Jazzszene in ihrer ganzen Vielfalt zu präsentieren. Text von Urs Schnell, FONDATION SUISA

jazzahead2015-Schweizer-Stand

Der Schweizer Gemeinschaftsstand an der diesjährigen jazzahead! in Bremen. 2016 wird die Schweiz offizielles Partnerland der jazzahead! sein! (Foto: Marcel Kaufmann)

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Info-Veranstaltung jazzahead! 2016 am Jazzfestival Willisau

Das Schweizer Musik Syndikat (SMS) läd ein zum Info-Anlass jazzahead! 2016 im Rahmen des Sommer-Apéros…Weiterlesen

Midem 2015: Sommer-Premiere top oder flop?

Mit Vertretern aus 75 Ländern und drei neuen Länderständen – Südafrika, Israel und Elfenbeinküste – hat die Musikmesse Midem im Jahr 2015 zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Tore im Sommer geöffnet.

Midem2015-OutsideView

Die Midem fand 2015 zum ersten Mal nicht im Winterhalbjahr sondern vom 5. bis 8 Juni statt. (Foto: zVg / Midem.com)

Nachfolgend ein kurzer Vergleich zwischen der Wintermesse 2014 und dem diesjährigen Sommer-Musikanlass anhand einiger Kennzahlen:

Midem 2014 2015
Teilnehmer 6150 5500
Aussteller 1236 1100
Länder 75 75
Länderpavillons 39 35
Konzerte 46 34
Journalisten 185 145
Konferenzen 120 93
(Angaben von Reed Midem)
Teilnehmer am Schweizer Gemeinschaftsstand
Firmen 37 25
Personen 62 41
(Angaben von FONDATION SUISA)

Jubiläum: 50 Jahre Midem

Nächstes Jahr feiert die Midem einen runden Geburtstag – die 50. Midem – félicitations! Was wird sich ändern, was bleibt gleich? Gut informierte Quellen haben bestätigt, dass die Midem mindestens die folgenden fünf Jahre im Sommer im Palais von Cannes stattfinden soll. Zudem soll sie werktags angesetzt werden und lässt somit den Musikbranchenvertretern die Wochenenden frei. Die Midem 2016 findet von Freitag, 3. bis Montag, 6. Juni 2016 Dienstag, 28. Juni bis Freitag, 1. Juli 2016 statt.

Teilnehmer am Schweizer Gemeinschaftsstand 2015 zur Midem

Im Anschluss an die diesjährige Messe haben wir einige Teilnehmer am Schweizer Gemeinschaftsstand gefragt, wie sie die Midem 2015 erlebt haben und ob sie voraussichtlich an der nächsten Messe wieder teilnehmen werden.

Midem2015-Oberholzer-Philipp

Marcel Oberholzer (Yes Music AG) und Irène Philipp (SUISA).

Marcel Oberholzer, Yes Music AG, www.djbobo.ch:

«Nachdem ich nun seit 19 Jahren jeweils im Januar oder Februar die Midem besucht habe, finde ich persönlich, dass der Termin im Juni nicht optimal angesetzt ist. Es gilt nun abzuwägen, wie weit sich die Jahresplanungen der Labels an diese neue Messezeit anpassen können oder werden.

Für Newcomer ist das ‹Midem Networking Village› sehr interessant, denn es zeigt die ganze Bandbreite der Musikindustrie 2015. Panels, Networking und Conferences können Business-Neulingen eine moderne und umfassende Übersicht verschaffen. Durch die vielen trendigen und zukunftsorientierten Ideen hat sich meiner Meinung nach das Durchschnittsalter der Midem-Teilnehmer etwas verjüngt.

Mit den älteren und langjährigen Business-Partnern steht man heutzutage aufgrund ‹moderner Kommunikationsmittel› täglich im Kontakt und muss nicht mehr auf das klassische ‹Jahres-Meeting› anlässlich der Midem warten. Diese Situation ist bestimmt auch ein Grund für den Besucherrückgang an der Messe. Trotzdem werden an der Midem sehr viele neue und erfolgversprechende Kontakte geknüpft.

Als Teilnehmer am Schweizer Stand der FONDATION SUISA kann man stark davon profitieren, dass man die eigenen Business-Kontakte direkt zu sich an den Stand einladen kann – das macht die Meetings stressfreier und man kann mehr Personen treffen und Termine vereinbaren, da man nicht von Halle zu Halle oder von Hotel zu Hotel pilgern muss.

Ausserdem kriegt man durch das SUISA-Standpersonal jederzeit eine professionelle und gleichzeitig kollegiale Unterstützung. Den Messestand kann man durchaus als echtes Bijou bezeichnen, denn zur grossen Standfläche gehören auch die Meeting-Plätze draussen auf dem Messe-Balkon, welche eine wunderbare Aussicht auf den Yachthafen und die Altstadt von Cannes bieten – eine traumhafte Location mit echtem Côte-d’Azur-Flair für Geschäftsmeetings.

Der Slogan ‹Music made in Switzerland› wird also am Schweizer Stand so richtig vorgelebt und in die Musikwelt hinausgetragen.»

Midem2015-Schuemichen-Lanzinger

Pia Schümichen (l.) und Annette Lanzinger (beide Dr. Sauter Musikverlag GmbH).

Dr. Sauter Musikverlag GmbH, www.sautermusik.de:

«Wir finden den Monat Juni eigentlich ganz ok – fanden es aber schade, dass trotz dem tollen Wetter draußen so wenig geboten wurde, wie zum Beispiel Auftritte von kleineren Bands in den Kneipen rundherum. Wir haben nur zufällig eine Band in einer kleinen Bar gesehen – und das war cool.

Nach unserer Einschätzung gab es zudem auch nicht mehr Besucher als im Januar.
Die Themen der diesjährigen Vorträge waren unserer Meinung nach zu einseitig – Synch, Streaming. Insgesamt fanden wir die Midem im Juni gut. Leider werden es jedes Jahr weniger Messeteilnehmer und somit werden auch die Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen, geringer. Wir haben festgestellt, dass zwar einige Kollegen vor Ort sind, sie sich aber nicht für die Messe akkreditieren, sondern ihre Termine einfach außerhalb der Messe vereinbaren. Das liegt sicher auch an den hohen Kosten für die Akkreditierung.»

Stefan Planta, TBA/Phonag:

«Ob wir nächstes Jahr die Midem besuchen, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt bestimmen.»

Midem2015-Martinuzzi-Prinz-Hoerhager

V.l.n.r.: Giancarlo Martinuzzi, Andy Prinz, David Hörhager.

Andy Prinz, Andy Prinz Publishing, www.andyprinz-publishing.com:

«Die Midem 2015 war für uns ein voller Erfolg. Zweifelsohne war die Atmosphäre zu dieser Jahreszeit viel entspannter, und das hat sich positiv auf unser Business ausgewirkt.

Wir werden definitiv an der nächsten MIDEM teilnehmen, auch dank der hervorragenden Konditionen via FONDATION SUISA als Mitaussteller.»

Midem2015-Brunko-White

Pascal Brunko und Violeta White.

Pascal Brunko und Violeta White, Damp Music, www.damp-music.com:

«Für uns ist die Midem sehr erfolgreich verlaufen. Am Stand der FONDATION SUISA war für die Treffen mit unseren Kunden alles sehr gut vorbereitet und die Terrasse war ein willkommener Luxus. Das SUISA-Team am Stand war sehr nett und dynamisch und hat uns viele nützliche Hinweise für eine erfolgreiche Midem 2015 gegeben. Wir freuen uns schon auf 2016!»

Serge Gauya Management / SG Productions Editions (SGPE International), www.sergegauya.com:

«Ich fand den Stand wie immer gut und habe die professionelle Atmosphäre, zu der das ganze Team beigetragen hat, sehr geschätzt. Wenn ich ich dieser Zeit nicht gerade gebucht bin, bin ich auch 2016 wieder mit dabei, kann es aber noch nicht mit Sicherheit sagen.»

Midem2015-Jones-Ruessel-Allain

V.l.n.r.: Sabine Jones (SJ Consultancy) Marcus Ruessel (Gigmit) und Michel Allain (Fasttrack).

Sabine Jones, SJ Consultancy, sjconsultancy.net:

«Als selbständige Konsulentin, deren Kundenstamm schwerpunktmässig in der Schweiz, Deutschland und Österreich, aber auch weitläufiger – USA, Brasilien – angesiedelt ist, macht der Midem-Besuch als Gelegenheit fürs Networking durchaus Sinn. Beklagenswert war heuer leider die Tatsache, dass viele Teilnehmer wohl lieber ‹ohne Pass› dem schönen Wetter in Meetings ausserhalb des Palais frönten, anstatt den Weg zu den Ständen zu finden. Selbst gute Panels waren nicht immer voll besucht – was eventuell auch daran lag, dass eine Vortragsbuehne mitten im Korridor angelegt war.

Aus meiner Sicht wäre eine Midem im März oder April sinnvoll, aber im Hochsommer wird sie darunter leiden, dass Ferienzeit ist und einige meiner Businesskontakte schon heuer angedeutet haben, dass bei ihnen der Juni- oder Juli-Termin zu kurz vor der Hauptabrechnung oder anderen ‹important dates› liegt, und sie daher nicht teilnehmen. Daher kann es sein, dass auch ich meine Teilnahme für 2016 ueberdenke, da es immerhin eine sehr grosse Investition ist, denn Cannes in der Hochsaison ist schon etwas anderes als an den bisherigen Januar-Terminen.»

Rudi Schedler Musikverlag GmbH, www.schedlermusic.com:

«Wir entscheiden erst im Frühjahr 2016, ob beziehungsweise an welchem Stand wir wiederum teilnehmen.»

Stephan Heim, Head of Marketing & Administration www.adon.ch:

«Persönlich finde ich, dass eine Midem im Sommer sehr viel Sinn macht, ich fand es angenehmer und vor allem auch kreativer und offener als im Februar. Grund: Im Sommer werden die Lokale am Strand in die Midem miteinbezogen, es gibt open air Showcases und die Messe wird so mehr raus getragen, was ich sehr sinnvoll finde. Und ja, nächstes Jahr nehmen wir voraussichtlich unbedingt wieder teil.»

Midem2015-Kruesi-Sauder-Heim

V.l.n.r.: Andreas Krüsi (Adon), Sabrina Sauder, Stephan Heim (Adon).

Sabrina Sauder, www.sabrinasauder.ch:

«Die Midem nun zum ersten Mal im Sommer war zwar toll, weil ich sie gleich mit ein paar Tagen Urlaub verbinden konnte, jedoch hatte ich den Eindruck, dass der neue Termin noch weniger Leute aus der Musik-Industrie nach Cannes gebracht hat. Viele waren wahrscheinlich mit ihren Künstlern auf Tournee und so ist die Teilnehmerzahl nochmals geschrumpft. Ich muss auch ehrlich sagen, dass diese warmen Temperaturen mich eher an den Strand getrieben haben als ins Messegelände.

Der SUISA-Stand war wie eh und je top ausgerüstet und mit super nettem Personal versehen. Auch der Apéro war der absolute Renner! Ebenfalls geschätzt habe ich den eigenen Rooter, den ihr besorgt habt. Endlich mal funktionierendes Internet!

Ich kann noch nicht sagen, ob ich an der nächsten Midem teilnehmen werde. Dieses Jahr hat es mich von den anwesenden Personen her nicht so überzeugt und es lässt sich nur schwer abschätzen, ob das mit einem noch späteren Termin wirklich besser wird …»

Walter Holzbaur, www.wintrup.de:

«Die Midem war auch für uns ziemlich ‹heiss› und so haben wir die meiste Zeit im Carlton und umliegenden Strandbars verbracht. Schade eigentlich, denn die Gastfreundschaft am Schweizer Stand ist ja immer großartig! Der Termin im nächsten Jahr ist noch schlechter als der diesjährige. Ob und wie wir teilnehmen, werden wir erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, wir warten mal ab wie die Tendenz sich entwickelt. Die Midem ist inzwischen in zwei Lager gespalten, das eine befindet sich im Palais und bei den dort stattfindenden nicht besonders interessanten Panels, das andere und für uns wesentlich wichtigere im Carlton und Umgebung – da reichen dann auch 2 Tage im 30-Minuten Takt.»

Midem2015-Schnell-Schiess-Wegener

V.l.n.r.: Urs Schnell (FONDATION SUISA), Martin Schiess (K-tel), Poto Wegener (SWISSPERFORM).

Martin Schiess, Managing Director, www.k-tel.ch:

«Midem 2016: Dienstag, 28. Juni bis Freitag, 1. Juli 2016 finde ich kein gutes Datum, anfangs Juni wie in diesem Jahr war o.k.. Zudem geht mir bei einer Messe, die vollständig unter der Woche stattfindet, zu viel Zeit verloren. Wochenende war perfekt. Wenn die Messe wie angekündigt stattfindet, werde ich voraussichtlich nicht teilnehmen.»

Grégoire Liechti, www.sidomusic.com:

«Das Midem-Büro hatte es angekündigt: ‹Der führende internationale Business-Event für die Musikwelt findet künftig zu einem neuen Zeitpunkt statt!› Nun ist Juni, wir treffen uns bei sommerlichen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein in Cannes.

Mir persönlich hat diese Midem sehr gefallen, auch wenn tatsächlich weniger Besucher da waren als auch schon. Wie jedes Jahr konnte ich unsere ausländischen Partner und die von uns vertretenen Verleger treffen, aber auch neue Leute kennenlernen. Nur an der Midem können wir am gleichen Tag Verleger aus einem Schwellenland (Urheberrechte) und einen in London ansässigen Creative Director treffen.

Noch ist es zu früh, etwas über die nächste Midem zu sagen. Aber angesichts des angekündigten Datums kann man schon jetzt davon ausgehen, dass vielleicht sogar noch weniger Leute kommen werden als 2015.»

Midem2015-Gelewski-Liechti

V.l.n.r.: Lysander Gelewski (Mymusicrights) und Grégoire Liechti (Sidomusic).

Lysander Gelewski, Mymusicrights Sàrl, www.mymusicrights.ch:

«Midem 2015 – eine kleine persönliche Nachlese: Ich gebe es offen zu, nach 8 Stunden Key Notes, Speedmeetings, Legal Summit und bilateralen Verhandlungen mit Sub-Verlegern aus aller Welt war es eine Wohltat, gleich vor dem Palais des Festivals in die weichen Wogen des warmen Mittelmeers zu springen. ‹No regrets› also bezüglich meteorologischer Migration der Midem vom Januar in den Juni.

Ich betrachte es als grosses Privileg, dass wir immer noch über einen eigenen Schweizer Stand mit stets freundlichem, hilfsbereitem und kompetentem Personal verfügen. So gut gelegen, dass meine Geschäftspartner meist wünschten: ‹Can we meet on the nice terrace of the Swiss stand?› Andererseits ist es schade, dass Jahr für Jahr weitere Länder- oder Firmenstände verschwinden. Und viele Meetings in Hotellobbies verschoben werden.

Für unsere kleine Firma habe ich eine gute Balance aus Informationsveranstaltungen und geschäftlichen Sitzungen gefunden. Spannend und hochkarätig besetzt waren für mich vor allem: die ‹Legal Workshops› mit Schwergewicht auf Revision des amerikanischen Copyright Act, neuste Entwicklungen auf EU-Ebene, strategische Ausrichtung der grossen Verwertungsgesellschaften, internationaler Datenaustausch, usw. Viel neues Know-how nach Hause mitnehmen konnte ich von den zahlreichen ‹Synch-Sessions›. Ein auch für Schweizer Musik wichtiger Zukunftsmarkt.

Alles rosarot und eitel Sonnenschein? Nein, buchstäblich sauer stiessen mir die Preiserhöhungen in Hotels und Restaurants auf. 10 bis 30% Prozent sind die Norm. Eine kleine Anekdote: Am Dienstag nach der Midem sassen wir zu zweit in der Rue Saint-Antoine auf einer der kitschigen Terrassen: Das gleiche Menü war einmal mit € 33 und einmal mit € 39 angegeben. Peinlich berührt sagte unser Garçon: ‹Sorry, € 39 war der Preis während der Midem …› Es geht nicht um ein paar Euros, sondern um dieses unangenehme Gefühl, das Polo Hofer im ‹Kiosk› so schön besungen hat.

Zähneknirschend werde ich wohl auch 2016 nach Cannes reisen. Denn die Midem bleibt die Musik-Messe par excellence, auch wenn sie sich vom ‹Deal-Maker› zum ‹Trend-Setter› gewandelt hat. Und wer kann schon dem Charme von Erika, Nadia und Marcel am Schweizer Stand widerstehen?»

Sofern nicht anders vermerkt, Fotos von Erika Weibel und Marcel Kaufmann.

Der Schweizer Gemeinschaftsstand an der Midem wird in Zusammenarbeit organisiert von der Stiftung Phonoproduzierende, der FONDATION SUISA und der SUISA.

Update, 1.3.2016: Der Veranstaltungstermin der Midem 2016 wurde nach Publikation dieses Beitrags verschoben. Die Messe findet vom 3. bis 6. Juni 2016 statt. Die Daten sind im Text korrigiert.

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  1. Nina sagt:

    Hallo!

    Die MIDEM 2016 findet vom 3.-6. Juni 2016 statt, und nicht wie hier steht, vom 28. Juni – 1. Juli 2016 …

    Nina

    • Manu Leuenberger sagt:

      Liebe Nina
      Vielen Dank für den Hinweis. Der Veranstaltungstermin der Midem 2016 wurde nach Publikation dieses Beitrags verschoben. Die neuen Daten haben wir nun im Beitrag ergänzt.
      Manu Leuenberger, Kommunikation SUISA

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Mit Vertretern aus 75 Ländern und drei neuen Länderständen – Südafrika, Israel und Elfenbeinküste – hat die Musikmesse Midem im Jahr 2015 zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Tore im Sommer geöffnet.

Midem2015-OutsideView

Die Midem fand 2015 zum ersten Mal nicht im Winterhalbjahr sondern vom 5. bis 8 Juni statt. (Foto: zVg / Midem.com)

Nachfolgend ein kurzer Vergleich zwischen der Wintermesse 2014 und dem diesjährigen Sommer-Musikanlass anhand einiger Kennzahlen:

Midem 2014 2015
Teilnehmer 6150 5500
Aussteller 1236 1100
Länder 75 75
Länderpavillons 39 35
Konzerte 46 34
Journalisten 185 145
Konferenzen 120 93
(Angaben von Reed Midem)
Teilnehmer am Schweizer Gemeinschaftsstand
Firmen 37 25
Personen 62 41
(Angaben von FONDATION SUISA)

Jubiläum: 50 Jahre Midem

Nächstes Jahr feiert die Midem einen runden Geburtstag – die 50. Midem – félicitations! Was wird sich ändern, was bleibt gleich? Gut informierte Quellen haben bestätigt, dass die Midem mindestens die folgenden fünf Jahre im Sommer im Palais von Cannes stattfinden soll. Zudem soll sie werktags angesetzt werden und lässt somit den Musikbranchenvertretern…Weiterlesen

Präsentation ist Innovation: die vierte Ausgabe der Classical:NEXT

Es war schon ein mutiger Schritt von Veranstalter Piranha Arts, die Classical:NEXT nach zwei Ausgaben vom altehrwürdigen Wiener Parkett an einen neuen Ort zu verlegen. Der Umzug in die Rotterdamer Konzerthalle de Doelen könnte sich aber auch als cleverer Schachzug herausstellen. Denn im Geist der niederländischen Hafenstadt mit ihrer wagemutigen, bunten und modernen Architektur spiegelt sich das Ziel des Musiktreffens anschaulich wieder: die Präsentation aktueller und innovativer Strömungen und Unternehmungen der internationalen Klassik-Szene. Gastbeitrag von Lisa Nolte

Classical-Next-2015-Kaleidoscope-String-Quartet

Beim Showcase des Schweizer Kaleidoscope String Quartets an der Classical:NEXT 2015 blieb unerwartet ein Stuhl leer. Für die kurzfristig zum Streichtrio-Programm umarrangierte Performance gab es begeisterten Applaus. (Foto: Eric van Nieuwland)

Vom 20. bis 23. Mai 2015 hat in Rotterdam die vierte Ausgabe der Musikmesse Classical:NEXT stattgefunden. Seit nun drei Jahren dabei gewesen ist die Schweiz mit ihrem von der FONDATION SUISA mitgetragenen Gemeinschaftsstand. Und wie die gesamte Classical:NEXT mit ihren rund 1000 Teilnehmern, kann auch «Music made in Switzerland» 2015 einen kleinen Rekord verzeichnen: Insgesamt 20 Ensembles, Labels, Veranstalter, Verbände und Stiftungen aus unterschiedlichsten Landesteilen haben den Weg ins De Doelen gefunden – vom Lucerne Festival über die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen und die Basler Madrigalisten bis hin zu DC Audio Engineering.

Viel Betrieb am Schweizer Gemeinschaftsstand

Dass sich der etwas weitere Weg bis in die Niederlande immer noch auszahlt, beweisen die Standteilnehmer, die zum wiederholten Mal zur Messe anreisen und die «Pop-up-Büros», die sie sich im Arcadis Zaal im ersten Stock eingerichtet haben, rege für Meetings nutzen. Dass Gastland Kanada seine Zelte gleich neben dem Schweizer Stand aufgeschlagen hat, trägt sicher zu dem gleichmässigen Strom von Laufkundschaft an diesem etwas abgelegen Standort bei. Richtig voll wird es aber erst zum Tradition gewordenen Apéro «Alpine cocktail» von Schweiz und Österreich, der sogar Jasper Renema, den Kulturreferenten der Schweizer Botschaft, ins De Doelen lockt.

Von den Erfahrungen der alteingesessenen C:N-Teilnehmer können indes die Neuzuwächse profitieren. So beschreibt Felix Heri, Co-Geschäftsleiter der Basel Sinfonietta, seine erste Erfahrung hier: «Die Atmosphäre ist sehr speziell. Es ist wahnsinnig viel los und man kann praktisch pausenlos unterwegs sein zwischen Konferenz und Ständen. Für das Netzwerk ist es super, einen Insider wie Etienne Abelin zur Seite zu haben, der als Türöffner helfen kann, Kontakte zu knüpfen.»

Der Violinist Etienne Abelin fügt sich als Mitglied der Showcase-Jury dieses Jahr in die Reihe der Schweizer Aushängeschilder bei der C:N. Er hält die Umlegung der Messe nach Rotterdam für einen guten Schritt: «Klassik wird hier ganz anders gedacht, als das oft in den deutschsprachigen Ländern der Fall ist. Es wird grosser Wert auf eine organische Verbindung von Inhalt, Präsentation und Kommunikation gelegt. Vermittlung ist in gewisser Weise mitgedacht und nicht vom Inhalt getrennt.»

Showcase-Konzerte und Innovation Awards

Dass die Präsentation bei der C:N eine vorrangige Rolle spielt, wird eindrücklich sichtbar in den Showcase-Konzerten: Videokunst, atmosphärisches Bühnenlicht oder Kehlkopfgesag, begleitet von expressiver Bewegungswut kurz vorm Ausdruckstanz bieten dabei nur einige der zahlreichen Reize fürs Auge.

Fast traditionell wirkt zwischen diesen inszenierten Konzerten der Auftritt des Schweizer Kaleidoscope String Quartet – wäre da nicht der Kunstgriff, mit dem die Formation überrascht. Denn in Ermangelung der zweiten Geige musste das Quartett kurzfristig seine Stücke zum Streichtrio-Programm umarrangieren. Dass die drei verbliebenen Musiker es in ihrer Performance dennoch in keinem Moment an Engagement fehlen lassen, wird dafür am Ende mit besonders begeistertem Applaus und Jubelrufen belohnt.

Zu einem letzten Höhepunkt der Schweizer Präsenz 2015 in Rotterdam bei der Abschlussgala wird die Verleihung des ersten Innovation Awards. Dessen Träger kürt die «Classical:NEXT-Community» (wie die Veranstalter gern das Gesamt aller Akkreditierten seit der ersten Messeausgabe nennen) per Online-Abstimmung. Ein erster Platz ging an das Ark Nova-Projekt des Lucerne Festival, das mit einer aufblasbaren Konzerthalle Musik ins erdbeben- und tsunamigeschüttelte Tohoku-Gebiet in Japan brachte. «Innovation kann in jedem Moment und überall entstehen», so Lucerne Festival-Intendant Michael Haefliger, «sie findet statt an den Schnittstellen von Kunst, Gemeinschaft und Zweck.»

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Es war schon ein mutiger Schritt von Veranstalter Piranha Arts, die Classical:NEXT nach zwei Ausgaben vom altehrwürdigen Wiener Parkett an einen neuen Ort zu verlegen. Der Umzug in die Rotterdamer Konzerthalle de Doelen könnte sich aber auch als cleverer Schachzug herausstellen. Denn im Geist der niederländischen Hafenstadt mit ihrer wagemutigen, bunten und modernen Architektur spiegelt sich das Ziel des Musiktreffens anschaulich wieder: die Präsentation aktueller und innovativer Strömungen und Unternehmungen der internationalen Klassik-Szene. Gastbeitrag von Lisa Nolte

Classical-Next-2015-Kaleidoscope-String-Quartet

Beim Showcase des Schweizer Kaleidoscope String Quartets an der Classical:NEXT 2015 blieb unerwartet ein Stuhl leer. Für die kurzfristig zum Streichtrio-Programm umarrangierte Performance gab es begeisterten Applaus. (Foto: Eric van Nieuwland)

Vom 20. bis 23. Mai 2015 hat in Rotterdam die vierte Ausgabe der Musikmesse Classical:NEXT stattgefunden. Seit nun drei Jahren dabei gewesen ist die Schweiz…Weiterlesen

Rückblick und Ausblick auf die jazzahead!

Die 10. jazzahead! vom 23. bis 26. April 2015 in Bremen bescherte einige Neuigkeiten: eine neue Location, einen neuen Teilnehmerrekord und einen neuen Schweizer Gemeinschaftsstand. Ganz zum Schluss folgte dann auch noch die Bekanntgabe des Partnerlands der nächsten jazzahead!: An der Messe 2016 wird die Jazzszene der Schweiz im Mittelpunkt stehen. Text von Marcel Kaufmann, FONDATION SUISA

Jazzahead-2015-Schweizer-Stand

«Music made in Switzerland» im Zentrum des Geschehens an der jazzahead!: Der zentral gelegene Schweizer Gemeinschaftsstand an der diesjährigen Musikfachmesse in Bremen war ein Dreh- und Angelpunkt. 2016 wird die Schweiz offizielles Partnerland der jazzahead! sein! (Foto: Marcel Kaufmann)

Es war höchste Zeit für mehr Platz: Zu ihrer Jubiläumsausgabe gönnte sich die jazzahead! einen Umzug in die grösseren Hallen 6 und 7 der Messe Bremen. Der internationale Fach-Event für Jazz war über die letzten Jahre derart rasant gewachsen, dass die bisher belegten Räumlichkeiten im Congress Centrum für die mittlerweile über 3000 Besucherinnen und Besucher nicht mehr genügend Fläche boten.

Aus 55 Ländern waren sie angereist, die Festival- und Club-Booker, die Vertreter von Labels, Verlagen, Export-Offices, Medienschaffende, Künstlerinnen und Künstler und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Jazzszene. Sie alle nutzten die 10. jazzahead! zwischen dem 23. und dem 26. April 2015 zum Aufbau und zur Pflege von Geschäftsbeziehungen, zum Musikhören und zum Musikmachen.

«Music made in Switzerland» an der Musikfachmesse

Vom erweiterten Platzangebot in der neuen Messehalle profitierten auch jene 42 Schweizer Personen und Institutionen, die sich für den vergrösserten Gemeinschaftsstand von der FONDATION SUISA und Pro Helvetia angemeldet hatten. An prominenter Lage im Herzen der Messehalle verlieh der Stand unter dem Motto «Music made in Switzerland» der Schweizer Delegation ein gemeinsames Gesicht und gab im Messe-Getümmel eine gute Drehscheibe zum Finden und Gefundenwerden ab.

Vier Schweizer Formationen hatten einen Platz im offiziellen Showcase-Programm erhalten und konnten sich auf diesem Weg live dem internationalen Fachpublikum präsentieren. Der Berner Kontrabassist Bänz Oester und seine Rainmakers überzeugten das Publikum am Freitagabend. Die Zürcher Band Weird Beard um Saxophonist Florian Egli, das Luzerner Fischermanns Orchestra und das Florian Favre Trio aus der Westschweiz gaben ihr Können am Samstag zum Besten.

Schweiz ist Partnerland der jazzahead! 2016

Am Morgen des letzten Messsetages wurde bekanntgegeben, welche Nation im nächsten Jahr das offizielle Partnerland des Anlasses sein wird. Das Partnerland-Programm rückt jedes Jahr eine bestimmte Nation und deren Jazzszene in den Fokus. An der jazzahead! 2016 wird die Schweiz im Mittelpunkt stehen! Diesen Sonderstatus hatte dieses Jahr das Partnerland Frankreich inne. In den Jahren zuvor waren bereits Spanien, die Türkei, Israel und Dänemark im Rampenlicht gestanden.

Der Schweizer Schwerpunkt an der jazzahead! 2016 in Bremen wird von der FONDATION SUISA, der Musikförderstiftung der SUISA, und Pro Helvetia in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musik Syndikat (SMS) organisiert. Nächstes Jahr findet die internationale Jazz-Musikfachmesse vom 21. bis 24. April 2016 statt.

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Die 10. jazzahead! vom 23. bis 26. April 2015 in Bremen bescherte einige Neuigkeiten: eine neue Location, einen neuen Teilnehmerrekord und einen neuen Schweizer Gemeinschaftsstand. Ganz zum Schluss folgte dann auch noch die Bekanntgabe des Partnerlands der nächsten jazzahead!: An der Messe 2016 wird die Jazzszene der Schweiz im Mittelpunkt stehen. Text von Marcel Kaufmann, FONDATION SUISA

Jazzahead-2015-Schweizer-Stand

«Music made in Switzerland» im Zentrum des Geschehens an der jazzahead!: Der zentral gelegene Schweizer Gemeinschaftsstand an der diesjährigen Musikfachmesse in Bremen war ein Dreh- und Angelpunkt. 2016 wird die Schweiz offizielles Partnerland der jazzahead! sein! (Foto: Marcel Kaufmann)

Es war höchste Zeit für mehr Platz: Zu ihrer Jubiläumsausgabe gönnte sich die jazzahead! einen Umzug in die grösseren Hallen 6 und 7 der Messe Bremen. Der internationale Fach-Event für Jazz war über die letzten Jahre derart…Weiterlesen

Mit Rabatt an die Klassik-Fachmesse Classical:NEXT 2015 in Rotterdam

Classical:NEXT ist das internationale Fachforum für klassische und zeitgenössische Musik. Die nächste Ausgabe der Messe findet vom 20. – 23. Mai 2015 im «De Doelen International Congress Centre» in Rotterdam, Holland, statt. Jetzt kann man sich für den Schweizer Gemeinschaftsstand «music made in switzerland» anmelden. Text von Marcel Kaufmann, FONDATION SUISA, und Manu Leuenberger

Classical-Next-Takenouchi-Showcase

Neben der Stand-Messe und dem Konferenzprogramm sind Showcase-Konzerte der dritte Schwerpunktbereich der Fachmesse Classical:NEXT. Im Bild: Der japanische Pianist Hiroaki Takenouchi beim Showcase an der Messe 2014 in Wien. (Foto: Eric van Nieuwland)

Die Organisatoren der Fachmesse Classical:NEXT haben sich zum Ziel gesetzt, die Vertreter aus allen Bereichen der klassischen und zeitgenössischen Musikwelt zu einem jährlichen Treffen für Begegnungen und Entdeckungen zusammenzuführen. Seit der ersten Austragung der Messe 2012 verzeichnen die Veranstalter kontinuierlich steigende Besucherzahlen. Letztes Jahr in Wien haben 900 Fachbesucher aus über 40 Ländern an der Messe teilgenommen. Insgesamt waren 550 Firmen der Klassikbranche vertreten.

2015 findet Classical:NEXT zum vierten Mal statt. Vom 20. – 23. Mai 2015 treffen sich die Branchenfachleute der klassischen und zeitgenössischen Musikwelt im «De Doelen International Congress Centre» in Rotterdam, Holland. Die FONDATION SUISA, Pro Helvetia und die Schweizerische Interpretengenossenschaft SIG stellen den Schweizer Teilnehmenden an der Classical:NEXT den Gemeinschaftsstand «music made in switzerland» und den Schweizer Rabatt-Code für die Registrierung zur Verfügung. Schweizer Mitausstellende profitieren mit dem Rabatt-Code von einem Preisnachlass von EUR 50.- pro Akkreditierung.

Alle Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie unter:
www.fondation-suisa.ch/classicalnext

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Classical:NEXT ist das internationale Fachforum für klassische und zeitgenössische Musik. Die nächste Ausgabe der Messe findet vom 20. – 23. Mai 2015 im «De Doelen International Congress Centre» in Rotterdam, Holland, statt. Jetzt kann man sich für den Schweizer Gemeinschaftsstand «music made in switzerland» anmelden. Text von Marcel Kaufmann, FONDATION SUISA, und Manu Leuenberger

Classical-Next-Takenouchi-Showcase

Neben der Stand-Messe und dem Konferenzprogramm sind Showcase-Konzerte der dritte Schwerpunktbereich der Fachmesse Classical:NEXT. Im Bild: Der japanische Pianist Hiroaki Takenouchi beim Showcase an der Messe 2014 in Wien. (Foto: Eric van Nieuwland)

Die Organisatoren der Fachmesse Classical:NEXT haben sich zum Ziel gesetzt, die Vertreter aus allen Bereichen der klassischen und zeitgenössischen Musikwelt zu einem jährlichen Treffen für Begegnungen und Entdeckungen zusammenzuführen. Seit der ersten Austragung der Messe 2012 verzeichnen die Veranstalter kontinuierlich steigende Besucherzahlen. Letztes Jahr in Wien…Weiterlesen

Die Midem 2014 – back to growth?

Just in dem Jahr, in dem Che Guevara erschossen wurde, der Sechs-Tage-Krieg über die Schwarz-Weiss-Mattscheiben flimmerte, der Zeichentrickfilm «Das Dschungelbuch» die Kinderherzen eroberte und die Beatles ihr legendäres, drogengeschwängertes «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band»-Album veröffentlichten, anno 1967, setzte sich die aufstrebende Musikindustrie an der sonnenverwöhnten Côte d’Azur in Südfrankreich selbst ein Denkmal in Form einer Musikfachmesse – die Midem war geboren. Gastbeitrag von Andy Prinz

Midem 2014 Teilnehmer

Man trifft sich in Cannes (v.l.n.r.): Cla Nett (Schweizerische Interpretengenossenschaft), Gastautor Andy Prinz, Sergio Fertitta, Devijo alias Giancarlo Martinuzzi. (Foto: Andy Prinz)

Die geballte Ladung Musikindustrie

Jahr für Jahr pilgern Tausende von Verlegern, Labels, Musikern, Produzenten, Managern und Journalisten nach Cannes in das 3-tägige Mekka der Musikindustrie, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Musik zu lizenzieren, Verträge abzuschliessen oder Beziehungen mit bestehenden Geschäftspartnern aus aller Welt bei einem gemeinsamen Essen zu pflegen.

Die Atmosphäre an der französischen Riviera lädt dazu förmlich ein, und das beschauliche Cannes strahlt auch in der Krisenzeit des Musikbusiness noch eine gehörige Portion Glamour aus; dabei trotzen die teils horrenden Preise in den Grand Hotels, wo sich die einflussreichen A&Rs und Musikmanager die Klinke reichen, der stürmischen See mit stolzer Brust. Überteuerte Drinks und 10-Euro-Cappuccinos schmecken zwar nicht besser, aber sie beruhigen das Gemüt.

Dank der Möglichkeit am Schweizer Gemeinschaftsstand zu stark reduzierten Tarifen als Aussteller teilnehmen zu können, sind die Eintrittspreise an die Fachmesse im Palais glücklicherweise bezahlbar geworden. Die global grösste und beständigste Musikfachmesse leidet zwar ebenfalls an jährlich schwindenden Besucherzahlen und auch die aufstrebenden, inhaltshungrigen Technologieunternehmen vermögen die fehlende Präsenz der Musiklabels nicht zu kompensieren. Es wird jedoch trotzdem viel geboten.

Zum einen besteht die Midem aus der Fachmesse, die leider stark an Bedeutung verliert, und zum anderen aus den Konferenzen und dem Festival. Insgesamt tummeln sich über 6400 Teilnehmer aus aller Welt – umgeben von der salzigen Mittelmeerluft – im temporären Schmelztiegel der Musikindustrie. The show must go on!

Midem 2014 Panel

Illustre Gäste und grosse Themenbandbreite an den Panels der Musikfachmesse. (Foto: Andy Prinz)

An den Panels im Palais erzählen illustre Gäste wie Rita Ora oder Boris Blank von ihren Erfahrungen in der Musikindustrie und ihrem Umgang mit neuen Formen der Vermarktung. Die Bandbreite an Themen ist gross, doch oft reicht die Zeit nicht aus, da die Meetings Vorrang haben und man die meisten Panels auch bequem von zuhause aus im Netz anschauen kann. Ein Highlight in diesem Jahr war definitiv die Keynote mit der A&R-Legende und dem Gründer von Sire Records (Warner), Seymour Stein.

Carlton, Majestic und Co.

Obschon die Major-Companies und meisten Labels zum Leidwesen der Messeveranstalter im grosszügig angelegten Palais durch Absenz brillieren, sind sie dennoch in Cannes vorzufinden, jedoch in den strandnahen Grand Hotels wie dem Majestic oder Carlton.

Dort findet das eigentliche Business statt, fernab von der Messe. Zutritt wird den Hotelgästen und Besitzern eines Fachmesseausweises gewährt – und genau deshalb ist es von Vorteil, solch einen Pass zu besitzen, auch wenn man auf die Messe praktisch verzichten möchte.

Zahlreiche Meetings werden in den Hotel-Lobbies abgehalten und wichtige (zukünftige) Partnerschaften bei einem Nachtessen in den umliegenden Restaurants besiegelt. Dabei bietet die gesundgeschrumpfte Musikindustrie auch seine Vorteile, denn die Teilnehmerzahl ist überschaubarer geworden, und in der fast schon familiär scheinenden Umgebung läuft man sich eher mal über den Weg.

Networking ist nach wie vor das A und O – und je mehr Leute man kennt, desto leichter fällt es, neue Bekanntschaften zu machen und seine eigenen Visitenkarten in alle Welt zu streuen.

Empfehlenswert ist es, sich die frühen Morgenstunden frei zu halten, am Nachmittag Start-Ups und interessante News an der Messe zu erspähen und spätnachmittags und abends in den Lobbies zu verweilen, nach Speis und Trank beim Süd-Franzosen, der seine eigene Küche – ehrlich gesagt – meist überschätzt.

To be or not to be

Ja, Cannes ist ein teures Pflaster und ja, Spotify-Abrechnungen schmerzen. Und wer zu den Ewiggestrigen gehört, der mag sich im Musikbusiness 2.0 verloren fühlen. Unsere Welt ist globalisierter und vernetzter denn je; der persönliche Kontakt mit bestehenden und neuen Partnern in der Sonnenstube des winterlichen Europas ist aber nach wie vor Gold wert und zahlt sich aus.

Gerade in der heutigen, medial reizüberfluteten Zeit mit Hang zum Kommunikations-Overkill, geprägt von überflüssigen Status-Updates, geniessen persönliche Beziehungen und Erfahrungen wieder einen höheren Stellenwert. Und der MIDEM gelingt es nach wie vor, Persönlichkeiten der globalen Musikindustrie aus den verschiedensten Genres für wenige Tage an einem Ort zu vereinen.

Alte Freunde treffen sich und schwelgen in schönen Erinnerungen – die Selbstbeweihräucherung der Musikindustrie weist heilende Kräfte auf. Und wer noch nicht genug davon hat, der liest wiedermal das Kapitel «Midem» im Klassiker «Kill your friends» von John Niven

Midem 2014 Schweizer Gemeinschaftsstand

Networking am Schweizer Gemeinschaftsstand an der Midem 2014. (Foto: Andy Prinz)

Am Schweizer Gemeinschaftsstand im Palais kann man übrigens auch hervorragend mit Landsleuten networken oder die eine oder andere Frage mit den Verwertungs- oder Interpretengesellschaften klären. Ausserdem bietet der Stand auch wertvolle Tools (z.B. WiFi und Schliessfach) und Meeting-Infrastruktur.

Verleger und Lizenzen

Ein ehemaliger Schweizer Boss eines Major-Unternehmens bemerkte einmal augenzwinkernd, die Midem sei nur für Penner und Verleger. Das ist stark übertrieben, doch lässt sich nicht bestreiten, dass die Midem sehr verlagsorientiert ist und die mangelnde Präsenz an Labels zusehends viele davon abhält, nach Cannes zu fahren, da es offensichtlich an Möglichkeiten zur Weiterlizenzierung des eigenen Katalogs fehlt.

Die Technologieunternehmen oder Grosskonzerne wie Google füllen diese Lücke nur mangelhaft aus; obwohl das Thema der Stunde „YouTube-Monetarisierung“ heisst. Umso erfolgreicher werden genrespezifische Messen wie beispielsweise die ADE in Amsterdam oder Get-Togethers à la SXSW in den USA.

Business ist in der global vernetzen Welt von heute 365 Tage im Jahr realisierbar. Es braucht aber auch Plattformen, sowohl national wie international. Künstler träumen auch heute noch von Plattenverträgen, A&Rs von erfolgreichen Signings, Verleger von spannenden neuen Synch-Deals und IT-Firmen von neuen Rekord-Nutzerzahlen. Vielleicht ist gerade jetzt die Teilnahme an einer Fachmesse wie der Midem wichtiger denn je!

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Just in dem Jahr, in dem Che Guevara erschossen wurde, der Sechs-Tage-Krieg über die Schwarz-Weiss-Mattscheiben flimmerte, der Zeichentrickfilm «Das Dschungelbuch» die Kinderherzen eroberte und die Beatles ihr legendäres, drogengeschwängertes «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band»-Album veröffentlichten, anno 1967, setzte sich die aufstrebende Musikindustrie an der sonnenverwöhnten Côte d’Azur in Südfrankreich selbst ein Denkmal in Form einer Musikfachmesse – die Midem war geboren. Gastbeitrag von Andy Prinz

Midem 2014 Teilnehmer

Man trifft sich in Cannes (v.l.n.r.): Cla Nett (Schweizerische Interpretengenossenschaft), Gastautor Andy Prinz, Sergio Fertitta, Devijo alias Giancarlo Martinuzzi. (Foto: Andy Prinz)

Die geballte Ladung Musikindustrie

Jahr für Jahr pilgern Tausende von Verlegern, Labels, Musikern, Produzenten, Managern und Journalisten nach Cannes in das 3-tägige Mekka der Musikindustrie, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Musik zu lizenzieren, Verträge abzuschliessen oder Beziehungen mit bestehenden Geschäftspartnern aus aller Welt bei einem gemeinsamen…Weiterlesen