Tagarchiv: Mitgliedschaft

Stets den Überblick dank «Mein Konto»

Über 14 000 Mitglieder nutzen bereits das Mitgliederportal «Mein Konto». Mehr als die Hälfte aller Neuregistrierungen von Originalwerken wurden 2016 online angemeldet. Weshalb nutzen immer mehr Mitglieder regelmässig «Mein Konto»? Text von Claudia Kempf

Stets den Überblick dank «Mein Konto»

Über das Online-Portal «Mein Konto» haben Mitglieder persönlichen Zugang zu SUISA-Angelegenheiten per Tastendruck. (Foto: Manu Leuenberger)

Dank dem passwortgeschützten Mitgliederbereich «Mein Konto» behalten unsere Mitglieder den Überblick über die wesentlichen SUISA-Angelegenheiten wie Abrechnungen und Werkregistrierungen.

Abrechnungen als navigierbare PDFs immer in Griffweite

Alle Abrechnungen der letzten fünf Jahre können jederzeit online eingesehen werden. Die Abrechnungen im PDF-Format sind benutzerfreundlich, da innerhalb seitenlanger Abrechnungen per Mausklick navigiert werden kann: Ein Klick auf einen Werktitel im Inhaltsverzeichnis führt direkt zur detaillierten Auflistung der Werknutzungen, ein Klick auf die SUISA-Nummer zur Ton- sowie Tonbildträgerliste.

Das Abrechnungstotal eines Jahres wird kumuliert dargestellt. Auf einen Blick ist ersichtlich, welcher Betrag in einem Jahr von der SUISA abgerechnet wurde. In Zukunft können Mitglieder, die Zugang zu «Mein Konto» haben, auf den Papierversand der Abrechnungen verzichten. Wenn eine neue Abrechnung zur Verfügung steht, wird künftig eine Benachrichtigung verschickt.

Jederzeit Einsicht in persönliche Daten

Im Profil sind persönliche Daten wie die Postanschriften und Zahlungsadressen einsehbar. Dieser Bereich wird aktuell ausgebaut, damit Änderungen von den Mitgliedern direkt im Profil vorgenommen werden können. Registrierte Pseudonyme und dazugehörige IPI-Nummern sind ebenfalls in diesem Bereich aufgelistet. Für Verlagsmitglieder mit Untereditionen oder mehreren Hauptverlagen sind alle Informationen über ein Login abrufbar.

Mein Konto Werkdatenbank

Mit persönlichem Benutzerkonto können Mitglieder der SUISA über das Portal «Mein Konto» online gezielt nach provisorischen Werken suchen. (Bild: Screenshot www.suisa.ch)

Optimierte Suchfunktion für provisorische Werke

In der Werkdatenbank kann gezielt nach provisorischen Werken gesucht werden. Ein provisorisches Werk kann es geben, wenn es der SUISA auf einer Nutzungsmeldung angegeben wird, das Werk aber entweder gar nicht oder unter einem anderen Titel bei der SUISA angemeldet worden ist. Die Einnahmen für diese provisorischen Werke werden zurückgestellt und erst ausbezahlt, wenn die Werke angemeldet oder mit bestehenden Werken verknüpft worden sind. Mehr Informationen zu provisorischen Werken können im Artikel «Wieso gibt es undokumentierte Werke in meiner Werkdatenbank?» aus SUISAinfo Ausgabe 3.12 nachgelesen werden.

Effiziente Anmeldung von Werken und Subverlagsverträgen

Werke können online einfach angemeldet werden. Seit diesem Jahr kann innerhalb des Anmeldeprozesses die IPI-Nummer von SUISA-Mitgliedern gesucht und in die Anmeldung integriert werden. Für Verleger besteht seit diesem Frühjahr zudem die Möglichkeit, Subverlagsverträge über das Portal anzumelden. Dank der Anbindung an die SUISA-Systeme werden Online-Anmeldungen schneller und effizienter verarbeitet.

Mobil- und zukunftstauglich

Selbstverständlich ist die SUISA-Plattform kompatibel mit mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones. Das Mitgliederportal ist somit jederzeit und überall verfügbar.

Das Dienstleistungsangebot wird kontinuierlich ausgebaut und mit weiteren Funktionalitäten und Services bereichert. Über die Neuerungen wird regelmässig auf dem SUISAblog.ch, auf suisa.ch oder im SUISAinfo informiert.

Der Zugang zu «Mein Konto» steht jedem Mitglied der SUISA offen. Bestellen Sie jetzt ein Login für das persönliche Online-Benutzerkonto unter:

www.suisa.ch/mein-konto

Artikel zum Thema
SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorneSUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne Schneller zum Geld durch Quartalsabrechnungen, einfachere Datenerfassung per Online-Werkanmeldung, digitaler Zugang auf Abrechnungen mit «Mein Konto», mehr Effizienz durch Online-Formulare … Kommen als Nächstes die Abrechnungen in «real time»? Wird in Zukunft auf den Papierversand verzichtet? Weiterlesen
International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizierenInternational musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im ÜberblickDie Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Über 14 000 Mitglieder nutzen bereits das Mitgliederportal «Mein Konto». Mehr als die Hälfte aller Neuregistrierungen von Originalwerken wurden 2016 online angemeldet. Weshalb nutzen immer mehr Mitglieder regelmässig «Mein Konto»? Text von Claudia Kempf

Stets den Überblick dank «Mein Konto»

Über das Online-Portal «Mein Konto» haben Mitglieder persönlichen Zugang zu SUISA-Angelegenheiten per Tastendruck. (Foto: Manu Leuenberger)

Dank dem passwortgeschützten Mitgliederbereich «Mein Konto» behalten unsere Mitglieder den Überblick über die wesentlichen SUISA-Angelegenheiten wie Abrechnungen und Werkregistrierungen.

Abrechnungen als navigierbare PDFs immer in Griffweite

Alle Abrechnungen der letzten fünf Jahre können jederzeit online eingesehen werden. Die Abrechnungen im PDF-Format sind benutzerfreundlich, da innerhalb seitenlanger Abrechnungen per Mausklick navigiert werden kann: Ein Klick auf einen Werktitel im Inhaltsverzeichnis führt direkt zur detaillierten Auflistung der Werknutzungen, ein Klick auf die SUISA-Nummer zur Ton- sowie Tonbildträgerliste.

Das Abrechnungstotal eines Jahres wird kumuliert dargestellt. Auf einen Blick ist…Weiterlesen

Die über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt

Am Freitag, 23. Juni 2017, findet in Zürich die Generalversammlung unserer Genossenschaft statt. An der Generalversammlung haben die Mitglieder die Möglichkeit, über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Neben der erfreulichen Jahresrechnung 2016 der SUISA wird auch über das zusammen mit SESAC gegründete Joint Venture Mint Digital Services, die Entwicklungen bei der Revision des Urheberrechts und die Debatte um den Service public berichtet. Von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Die über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt

Zusammen mit der amerikanischen Urhebergesellschaft SESAC gründete die SUISA das Joint Venture Mint Digital Services. Das Projekt trägt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der SUISA im Online-Musikmarkt bei. Im Bild: Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA (links), und John Josephson, Vorsitzender und CEO der SESAC Holding. (Foto: Hannah McKay)

Die SUISA blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Dank dem guten Jahresergebnis können wir in diesem Jahr über Fr. 128 Mio. an die Bezugsberechtigten ausschütten. Das ist so viel wie noch nie in der jetzt über 90-jährigen Erfolgsgeschichte der Genossenschaft SUISA.

Auch auf der Kostenseite sind wir gut unterwegs. Mit einem Kostenabzug von durchschnittlich 12,37 % haben wir die Kosten im Griff. Berücksichtigt man die erneute Zusatzverteilung von 7 % als Beitrag an die Kosten, belaufen sich diese noch auf 6,75 % der Auszahlungen an die Bezugsberechtigten.

SUISA verbessert Wettbewerbsfähigkeit im Online-Musikmarkt

An der Generalversammlung haben die Mitglieder die Möglichkeit, über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Neben der erfreulichen Jahresrechnung werden wir auch das neu gegründete Projekt zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der SUISA im Online-Musikmarkt vorstellen.

Zusammen mit der amerikanischen Urhebergesellschaft SESAC haben wir im Februar 2017 Mint Digital Services als Joint Venture gegründet. Die Firma bietet Dienstleistungen im Bereich der Administration und Verarbeitung von Online-Musiklizenzen an. Damit unterstreichen wir unsere strategische Ausrichtung, für Rechteinhaber eine effiziente und kostengünstige Verwaltung anzubieten.

Aktive Beteiligung der Genossenschafter erwünscht

Auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen wird es Neues zu berichten geben. Die AGUR12 II hat zuhanden der Departementsvorsteherin im EJPD im März 2017 einen Kompromiss verabschiedet, auf dessen Konkretisierung in einer Gesetzesvorlage wir nun warten.

Nehmen Sie also teil an unserer Generalversammlung. Denn nur Ihre aktive Beteiligung sichert auch in der Zukunft eine SUISA, die als Genossenschaft für ihre Mitglieder da ist.

Auf Wiedersehen am 23. Juni 2017 im Kaufleuten Zürich.

Artikel zum Thema
An der SUISA-Generalversammlung 2017 teilnehmen und mitbestimmenAn der SUISA-Generalversammlung 2017 teilnehmen und mitbestimmen Die ordentliche Generalversammlung der SUISA findet am Freitag, 23. Juni 2017, im Kaufleuten Festsaal in Zürich statt. Wie war das Geschäftsjahr 2016? Wer wird neu in die Verteilungs- und Werkkommission gewählt? Wie weiter mit dem Service public bei der SRG? Welche Ziele werden mit dem kürzlich gegründeten Unternehmen Mint Digital Services verfolgt? Weiterlesen
Kommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISAKommentar zum Jahresergebnis 2016 der SUISA Die SUISA hat das Geschäftsjahr 2016 sehr erfolgreich abschliessen können. Das Ergebnis zeigt einen Höchststand beim Ertrag aus der Nutzung von Urheberrechten im Inland. Eine Rekordsumme an Vergütungen in der über 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft kann verteilt werden. Der durchschnittliche Kostenabzug bleibt günstig, sodass rund 88 von 100 Franken Einnahmen an die berechtigten Urheber und Verleger gehen. Weiterlesen
SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorneSUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne Schneller zum Geld durch Quartalsabrechnungen, einfachere Datenerfassung per Online-Werkanmeldung, digitaler Zugang auf Abrechnungen mit «Mein Konto», mehr Effizienz durch Online-Formulare … Kommen als Nächstes die Abrechnungen in «real time»? Wird in Zukunft auf den Papierversand verzichtet? Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Am Freitag, 23. Juni 2017, findet in Zürich die Generalversammlung unserer Genossenschaft statt. An der Generalversammlung haben die Mitglieder die Möglichkeit, über die Geschicke ihrer Gesellschaft mitzubestimmen. Neben der erfreulichen Jahresrechnung 2016 der SUISA wird auch über das zusammen mit SESAC gegründete Joint Venture Mint Digital Services, die Entwicklungen bei der Revision des Urheberrechts und die Debatte um den Service public berichtet. Von Andreas Wegelin, Generaldirektor

Die über 90-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt

Zusammen mit der amerikanischen Urhebergesellschaft SESAC gründete die SUISA das Joint Venture Mint Digital Services. Das Projekt trägt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der SUISA im Online-Musikmarkt bei. Im Bild: Andreas Wegelin, Generaldirektor der SUISA (links), und John Josephson, Vorsitzender und CEO der SESAC Holding. (Foto: Hannah McKay)

Die SUISA blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Dank dem guten Jahresergebnis können wir in diesem Jahr über Fr. 128…Weiterlesen

«Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen Bedingungen unterwerfen müssen». Die dort gemachten Erfahrungen möchte sie allerdings ebenso wenig missen wie diejenigen von ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 für Norwegen, bei dem sie unter dem Künstlernamen Debrah Scarlett mit dem Duett-Partner Kjetil Mørland den achten Rang erreichte.

Neues ausprobieren

«Ich stelle mich eben gerne spannenden Gelegenheiten und Herausforderungen», erklärt Joanna Deborah Bussinger. «Auch wenn mir diese zunächst oft Angst machen, kann ich daraus fast immer etwas lernen.» Das gilt auch für ihr Pendeln zwischen der Schweiz und Norwegen. Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Basel auf und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach Norwegen. Im Alter von zehn Jahren entschied sie dann «auszuprobieren, wie es ist, mit dem Vater in Basel zu leben». Mit 21 Jahren zog sie wieder – «eher intuitiv» – nach Norwegen. «Es war ein Zeitpunkt, bei dem sehr viel offen war und mich nichts daran hinderte.»

Die Familie hat auch bezüglich der beruflichen Laufbahn eine grosse Rolle gespielt. «Meine Eltern haben mir immer gesagt: Wenn du etwas machen willst, dann mache es.» Prägend wirkte, dass Joanna Deborah Bussinger aus einer seit Generationen kunst- und musikliebhabenden Familie kommt: Die Mutter etwa malt und singt, der Vater spielt Klavier und schreibt Gedichte. «Ich wusste im Alter von etwa fünf Jahren noch nicht, dass ich Musikerin werden wollte, aber dass ich mich irgendwie ausdrücken muss, ob visuell oder musikalisch. Die Musik erwies sich für mich als natürlichstes Medium, als Mittel, um eine eigene Welt zu kreieren.»

Aus einem Gefühl heraus

Mit 15 Jahren begann Joanna Deborah Bussinger Piano zu spielen und Songs zu schreiben. Bald nahm sie Gesangsunterricht und besuchte in Basel neben dem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst auch den Vorkurs der Jazzschule. Zunehmend wurde sie selbst aktiv und sang etwa beim Projekt The Rumours mit. Vor allem aber wollte sie ihre eigene Musik entwickeln. Die Mitte März erschienene Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» klingt trotz der vielen stilistischen Einflüsse bemerkenswert eigenständig und ausdrucksicher, wobei nicht nur der berückende Gesang, sondern auch die träumerische Stimmung auffällt.

Joanna Deborah Bussinger hat die meisten bisherigen Songs bei sich zuhause geschrieben, allein am Piano. «Aber ich arbeite seit neustem auch mit anderen Musikern zusammen. Es ist spannend etwas auszuprobieren, das man nicht alleine zuhause machen würde, denn als Songwriter ist man in der Regel eine Art einsamer Wolf.» Die meisten Songs entstünden aus einem Gefühl heraus, das im Raum stehe und für das sie eine Melodie suche. «Daraus ergibt sich meist ein Thema, und ich merke beim Schreiben bald, in welche Richtung es gehen soll.»

Auch in 40 Jahren noch!

Musik sei zu ihrer «Sprache» geworden, weil sie von klein auf mehrere Sprachen sprach und doch keine perfekt konnte. «Die Musik erlaubte mir, mich richtig auszudrücken.» Trotzdem schreibt sie auch Songtexte, ebenso feinsinnige wie nachdenkliche, die gesungen erst recht in einem nachhallen. Sie sind stets in Englisch gehalten, obwohl dies weder ihre Mutter- noch ihre Vater-Sprache ist. «Komischerweise fühlt es sich für mich besser an, persönliche Texte auf Englisch zu schreiben. Es verleiht dem Erzählten eine gewisse Distanz, als hätte ich es schon vor drei Jahren erlebt und würde nun darüber singen.»

Joanna Deborah Bussinger hofft, dass sich ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt; sie arbeitet denn auch bereits an ihrem Debütalbum. «Ich versuche alles zu tun, was ich kann, und dies tun auch alle in meinem tollen Team, das mir in Basel, Berlin, London und Oslo hilft. Aber das Tempo soll schön langsam, nicht zu schnell sein, damit ich nicht unter kommerziellen Druck gerate. Ich möchte ja auch in 40 Jahren noch Musik machen.»

Beruhigendes Wissen

Für diesen langfristigen Plan spielt auch die SUISA eine Rolle, obwohl Joanna Deborah Bussinger erst kürzlich Mitglied geworden ist. «Ich habe zuvor den Sinn einer Mitgliedschaft bei einer Urheberrechtsgesellschaft nicht eingesehen, da ich meine Kompositionen noch nicht veröffentlicht hatte.» Dies hat sich geändert, seit sie beim Management und Label Radicalis unter Vertrag ist. Da diese Firma in Basel ansässig ist, entschied sie sich für eine Mitgliedschaft bei der SUISA, obwohl sie weiterhin in Norwegen wohnt. «So können die Spezialisten von Radicalis sehr direkt Fragen mit der SUISA abklären, die zudem dafür bekannt ist, dass die Abrechnungen schneller als bei anderen Verwertungsgesellschaften gemacht werden.» Sie weiss noch nicht, was sie konkret von der SUISA erwarten kann. «Aber ich finde es für alle Musiker toll, dass es diese Genossenschaft gibt. Denn sie vereinfacht durch ihre Arbeit unser Leben und verteidigt unsere Rechte – das zu wissen, ist beruhigend.»

Konzerte:
4. – 6. April am «Zermatt Unplugged Festival».

www.debrahscarlett.com, offizielle Website von Debrah Scarlett

Artikel zum Thema
«New York hat mich zu Originalität gezwungen» Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Weiterlesen
Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else? Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren. Weiterlesen
Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. «Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.» Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Debrah Scarlett war schon international bekannt, bevor sie Mitte März ihre Debüt-EP «DYS(U)TOPIA» veröffentlichte. Zuvor ist die norwegisch-schweizerische Musikerin der SUISA beigetreten. Text von Gastautor Markus Ganz

Debrah Scarlett: «Als Songwriter ist man eine Art einsamer Wolf»

Neu bei der SUISA: Joanna Deborah Bussinger, die sich den Künstlernamen Debrah Scarlett gegeben hat. (Foto: Stian Foss)

«Ich halte den Ball lieber flach und hege nicht zu grosse Erwartungen an mich und andere», meint Joanna Deborah Bussinger, auf ihre Zukunftspläne angesprochen. Diese Vorsicht hat die 23-Jährige nicht zuletzt vor der Gefahr bewahrt, zu einem kurzfristigen Popstar zu werden, der die Kontrolle über seine Karriere abgeben muss. 2013 hatte die Tochter einer norwegischen Mutter und eines schweizerisch-italienischen Vaters an der norwegischen Version der Talentshow «The Voice» teilgenommen ‒ und war ins Halbfinale gekommen.

«Gewinnen wollte ich gar nicht», meint sie lächelnd, «denn sonst hätte ich mich problematischen…Weiterlesen

SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Schneller zum Geld durch Quartalsabrechnungen, einfachere Datenerfassung per Online-Werkanmeldung, digitaler Zugang auf Abrechnungen mit «Mein Konto», mehr Effizienz durch Online-Formulare … Kommen als Nächstes die Abrechnungen in «real time»? Wird in Zukunft auf den Papierversand verzichtet? Von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Aus dem Proberaumkeller mit dem Tablet bei der SUISA ein Werk anmelden oder die elektronische Abrechnung anschauen? Dank dem Webportal «Mein Konto» ist das möglich. (Foto: Archimede / Shutterstock.com)

In den letzten Jahren hat die SUISA bereits wichtige Massnahmen umgesetzt, die mehr Effizienz und Qualität bei den Mitgliederservices brachten. Die Darstellung der Abrechnungen wurde überarbeitet. Seit dem Redesign enthalten sie detailliertere Informationen als zuvor. Die Abrechnungen wurden dadurch transparenter. Im Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Seither erhalten die Mitglieder die ihnen zustehenden Vergütungen mindestens vier Mal pro Jahr ausbezahlt.

Seit 2015 stehen den Mitgliedern über das Webportal «Mein Konto» ihre Abrechnungen elektronisch zu Verfügung. Beim Angebot der Online-Dienstleistungen, die die Mitglieder über «Mein Konto» nutzen können, ist Anfang März 2017 ein Update mit Verbesserungen vorgenommen worden: die Werkanmeldung wurde vereinfacht, bei den eigenen Werken kann spezifisch nach Rollen (z. B. Arrangeur) gesucht werden, Subverlagsverträge können neu online gemeldet werden und das Layout des Webportals wurde für die diversen Endgeräte optimiert.

Eine Werkanmeldung bei der SUISA mit dem Tablet von unterwegs, aus dem heimischen Proberaumkeller oder während der Besprechung mit den Ko-Autoren irgendwo im Ausland? Dank «Mein Konto» ist das alles machbar.

Vom Papierversand zum elektronischen Versand

Zunehmend wird auch bei Formularen das Papier durch Online-Erfassung ersetzt. Die elektronische Datenverarbeitung ermöglicht eine effiziente Bearbeitung. Was technisch machbar und sinnvoll ist, wird bei der SUISA hinsichtlich der angebotenen Mitgliederservices regelmässig überprüft. Dabei steht stets auch die Frage im Vordergrund, was die Interessen und Wünsche der Mitglieder sind.

Wollen die Mitglieder der SUISA alle Abrechnungen bzw. Abrechnungsdetails auf Papier zugeschickt erhalten? Oder überwiegt unter den Mitgliedern die Meinung, dass es nur noch elektronische Abrechnungen geben sollte?

Es liegt auf der Hand, dass Kosten gespart werden können, wenn die Abrechnungen nicht mehr ausgedruckt auf Papier per Post verschickt würden. Gegen einen Verzicht auf Papierversand spricht die Tatsache, dass bis anhin nur ca. die Hälfte der aktiven Mitglieder über ein Log-in für «Mein Konto» verfügt. Zudem ist bekannt, dass von einigen Mitglieder die Abrechnungen auf Papier als weiterhin notwendig erachtet wird.

Unter Berücksichtigung solcher Aspekte werden die Mitgliederservices derzeit diskutiert und insbesondere die Vor- und Nachteile der verschiedenen Angebote abgewogen. Entscheide werden im Lauf des Jahres 2017 gefällt werden.

Abrechnungen in «real time»?

Hin und wieder werden wir von Mitgliedern gefragt, ob wir Abrechnungen in «real time» planen. Dies würde bedeuten, dass sobald die Urheberrechtsentschädigung z. B. für ein Konzert einkassiert ist, diese unmittelbar an die Berechtigten verteilt wird. Es gäbe keine Abrechnungstermine mehr für alle, sondern jedes Mitglied würde sein Geld erhalten, sobald es zur Verfügung steht.

Die technologischen Voraussetzungen könnten – mit erheblichem Aufwand – dafür entwickelt werden. Der ganze Verarbeitungsprozess vom Inkasso bis zur Verteilung wäre neu zu analysieren. Insbesondere unser Verteilungsreglement müsste grundlegend geändert werden, da heute viele Bestimmungen nicht für eine Echtzeit-Abrechnung geschaffen sind.

So bleibt abzuklären, ob eine solche Umstellung auch wirklich dem Bedürfnis einer Vielzahl unserer Mitglieder entspricht und ob nicht schon die Quartalsabrechnungen dem Gebot der Effizienz genügen?

Mehr Service, mehr Beratung

Die Dienstleistungen für Mitglieder stehen auf jeden Fall bei der SUISA weiterhin auf dem Prüfstand. Die Devise lautet: so viel Service wie möglich! Zahlreiche Automatisierungsprozesse in der Datenverarbeitung konnten – wie bereits erwähnt – durch neue EDV-Applikationen eingeführt werden. Sie ermöglichen eine effizientere Bearbeitung und bieten die Chance, die gewonnenen Ressourcen anders zu nutzen.

Diese frei gewordene Zeit wird für eine kompetente und persönliche Beratung unserer Mitglieder eingesetzt. Neben aller Effizienzsteigerungen ist der persönliche Kontakt zu unseren Mitgliedern der SUISA weiterhin ein zentrales Anliegen. Die Qualitätssicherung der SUISA-Mitgliederservices werden wir nicht aus den Augen verlieren.

Artikel zum Thema
Die Abrechnungstermine 2017 der SUISA im Überblick Die SUISA-Mitglieder, deren Werke aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder online häufig genutzt werden, können sich mindestens vier Mal pro Jahr über die Vergütungen für ihre Arbeit des Textens und Komponierens oder für ihre verlegerische Tätigkeit freuen. Die erfolgreich eingeführten Quartalsabrechnungen werden 2017 beibehalten. Die wenigen Anpassungen dienen dem Ziel, die Einnahmen rasch und kosteneffizient zu verteilen. Weiterlesen
Mittendrin und voll dabei, die Dienstleistungen für Mitglieder zu verbessern Ein Blick auf das Dienstleistungsangebot der SUISA für ihre Mitglieder zeigt: Während den letzten Jahren gab es Neuerungen, die mehr Effizienz und Qualität gebracht haben. Dazu gehören die detaillierteren Abrechnungen, das Webportal «Mein Konto» und auch die Digitalisierung der Mitgliederdossiers. Mit den Verbesserungen steckt die SUISA mittendrin in einem kontinuierlichen Prozess – und ist voll dabei, wie der Blick nach vorne zeigt: Neu gibt es Quartalsabrechnungen. «Mein Konto» wird weiterentwickelt. Die Werkdatenbank wird technologisch modernisiert. Zudem werden die Mitgliederservices der SUISA grundsätzlich überdacht. Weiterlesen
Neue Online-Formulare für Kunden der SUISA Seit Anfang 2016 stellt die SUISA ihren Kunden neue Online-Formulare zur Verfügung. Das Ziel des neuen Dienstleistungsangebots ist, den Musiknutzenden die Anmeldungen zu erleichtern. Für die SUISA ist die Online-Datenerfassung wegen der effizienten Verarbeitungsmöglichkeit auch von Nutzen. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schneller zum Geld durch Quartalsabrechnungen, einfachere Datenerfassung per Online-Werkanmeldung, digitaler Zugang auf Abrechnungen mit «Mein Konto», mehr Effizienz durch Online-Formulare … Kommen als Nächstes die Abrechnungen in «real time»? Wird in Zukunft auf den Papierversand verzichtet? Von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

SUISA-Mitgliederservices: ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Aus dem Proberaumkeller mit dem Tablet bei der SUISA ein Werk anmelden oder die elektronische Abrechnung anschauen? Dank dem Webportal «Mein Konto» ist das möglich. (Foto: Archimede / Shutterstock.com)

In den letzten Jahren hat die SUISA bereits wichtige Massnahmen umgesetzt, die mehr Effizienz und Qualität bei den Mitgliederservices brachten. Die Darstellung der Abrechnungen wurde überarbeitet. Seit dem Redesign enthalten sie detailliertere Informationen als zuvor. Die Abrechnungen wurden dadurch transparenter. Im Herbst 2015 führte die SUISA Quartalsabrechnungen ein. Seither erhalten die Mitglieder die ihnen zustehenden Vergütungen mindestens vier Mal pro Jahr ausbezahlt.

Seit 2015 stehen…Weiterlesen

«New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Gastbeitrag von Markus Ganz

Manuel Gagneux: «New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Nun wird dieses Album offiziell weltweit veröffentlicht und bald auch international live vorgestellt.

Breite stilistische Einflüsse

Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem musikalischen Haus in Basel auf, in dem stets ein Piano zum Klimpern einlud, wie sich der 28-Jährige beim Interview in seinem kühlen und düsteren Übungskeller in Kleinbasel erinnert. Die Mutter ist eine afroamerikanische Sängerin, der Schweizer Vater spielt seit vielen Jahren Perkussion in der Salsa-Formation Picason und in der Funk-Band Grand Mother’s Funck.

Sie schickten den Sohn in den Saxofon-Unterricht, doch mit diesem Instrument konnte Manuel Gagneux nichts anfangen. Mit 15 begann er Gitarre zu spielen, weil er Rock und Metal liebte – und immer noch liebt. Bald auch Black Metal, «weil es damals die extremste Musik war», wie er lachend gesteht. «Natürlich weiss ich längst, dass am Black Metal vieles fragwürdig ist.»

Herausforderung gesucht

Manuel Gagneux bewies bereits mit den drei erstaunlich vielseitigen und poppigen Alben seines Soloprojekts Birdmask, dass er sich stilistisch nicht eingrenzen lassen will. Diese entstanden grösstenteils in New York, wohin er 2012 gezogen war, weil er in der Basler Musikszene zu wenig Herausforderung fand. «Wenn man in New York etwas macht, kann man sicher sein, dass es jemanden gibt, der dies besser macht. Das fordert einen eine gewisse Demut ab, hat mich aber auch zu Originalität gezwungen, was ich schätzte.»

Auf der Suche nach einem neuen kreativen Ansatz ging er auch ungewöhnliche Wege. Er postete im Internet-Forum 4chan die Frage nach zwei unvereinbaren Musikstilen, die er dann im Sinn einer Übung in einer halben Stunde in einem Song kombinieren würde. Jemand antwortete «Black Metal and nigger music», was Manuel Gagneux mit seiner afroamerikanischen Mutter zwar nicht lustig, aber musikalisch anregend fand.

Unvereinbares zusammenbringen

Also begab sich der Sänger und Multiinstrumentalist auf die Suche nach ursprünglichem Material der Black Music und wurde vor allem im Online-Archiv des amerikanischen Ethnologen Alan Lomax fündig. Er liess sich beispielsweise von den Liedern der Sklaven auf den Feldern inspirieren und sang Teile davon abgewandelt nach, kombinierte sie mit Metal-Riffs und setzte auf drei Songs auch elektronische Sounds ein.

Durch Trial & Error habe er die unterschiedlichen Elemente zusammengebracht, erzählt Manuel Gagneux. «Die ersten Songs gerieten schrecklich», erinnert er sich und verdreht die Augen. «Aber irgendwann merkte ich, dass ich die Stücke am besten mit Spiritual music eröffne, weil diese einladend wirkt: Man will mitwippen, mitmachen. Die Metal music hingegen kann man als Faust ins Gesicht verstehen, und damit kann man der Musik dann enormen Schub verleihen.»

Aus Soloprojekt wird eine Band

Manuel Gagneux spielte alles selbst ein, einzig die Drums sind programmiert, «weil ich kein begnadeter Schlagzeuger bin». Er nahm auch alles selbst mit dem Laptop und «einem einfachen Mikrofon» auf und mischte es. «Ich habe nur schlechtes Equipment benutzt», meint er lachend, «aber das war auch ein Vorteil».

Was er damit wohl meint: Die Aufnahmen klingen wahrlich nicht perfekt, doch erhöht das auch die Authentizität. Um die Songs auf der kommenden Tournee packend darbieten zu können, hat er nun mit fünf Musikern eine Band zusammengestellt, für die er bereits neues Material schreibt – das Album ist ja nur 25 Minuten lang.

«Man kommt nicht darum herum»

Bevor die Karriere richtig losgeht, hat sich Manuel Gagneux noch bei der SUISA angemeldet. Schon früh hätten ihm seine Eltern gesagt, er müsse unbedingt Mitglied werden. «Ich habe das früher belächelt. Und ich stand der SUISA ambivalent gegenüber, weil mir einige Bands erzählt haben, dass sie nicht gebucht würden von Klubs, wenn sie SUISA-Abgaben bezahlen müssen.»

Nun habe ihm aber sein Manager David Burger von ReeImusic die Mitgliedschaft ans Herz gelegt, weil man nicht darum herumkomme. Er macht sich noch keine Vorstellungen davon, was ihm das konkret bringen kann. «Ich bin Neumitglied und habe deshalb keine Ahnung, was ich erwarten kann.»

Tournee-Daten in der Schweiz und Umgebung:
14. April 2017 Czar Fest Basel, 3. Mai 2017 Magnolia Milano, 4. Mai 2017 Usine Genf; zudem sind im Sommer Festival-Auftritte geplant.

www.zealandardor.com, offizielle Website von Zeal & Ardor

Artikel zum Thema
«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song» Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftrat. Weiterlesen
International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Der Basler Musiker Manuel Gagneux hat mit dem höchst ungewöhnlichen Stilmix seines Projekts Zeal & Ardor internationales Aufsehen erregt. Vor kurzem ist der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger der SUISA beigetreten. Gastbeitrag von Markus Ganz

Manuel Gagneux: «New York hat mich zu Originalität gezwungen»

Neu bei der SUISA: der in Basel lebende Manuel Gagneux von Zeal & Ardor. (Foto: Matthias Willi)

Scheinbar aus dem Nichts tauchte letztes Jahr Zeal & Ardor mit einem Mix aus Gospel, Sklavengesang, Blues und Black Metal auf. Nichts habe dieses Jahr «so eigenartig, unergründlich und wundervoll» geklungen wie «Devil Is Fine» von Zeal and Ardor, schrieb das renommierte amerikanische Magazin Rolling Stone unter dem Titel «Best Metal Records of 2016 So Far». Nun wird dieses Album offiziell weltweit veröffentlicht und bald auch international live vorgestellt.

Breite stilistische Einflüsse

Aus dem Nichts kam dieses Soloprojekt von Manuel Gagneux aber nicht. Dieser wuchs in einem…Weiterlesen

«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song»

Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

Tobias Jundt Bonaparte Interview

Mit seinem neuen Projekt Mule & Man ist Tobias Jundt (liegend) zusammen mit Kid Simius (stehend) am Samstag, 17. September 2016, im Les Docks am Festival Label Suisse live zu erleben. (Foto: Melissa Jundt)

Was bedeutet Ihnen die Nomination für den Musikpreis des Bundesamtes für Kultur?
Tobias Jundt: Es ehrt mich natürlich, dass meine Kunst auch als solche erkannt und gewürdigt wird. Gerade wenn man etwas kreiert, was normalerweise eher zwischen Stuhl und Bank fällt und nicht klar eingeordnet werden kann, braucht es auch seine gute Zeit, um überhaupt als Künstler mit einer eigenen Sprache wahrgenommen zu werden. Es ist ja eigentlich unmöglich, bei der dargebotenen Vielfalt das Schaffen der einen mit dem Œuvre der anderen zu vergleichen oder zu gewichten. Aber ich bin nach 30 Jahren als Songschreiber durchaus geschmeichelt, die kulturelle Sprache meines Landes als eine mögliche musikalische Stimme mitvertreten zu dürfen.

Den Musikpreis vergibt das BAK 2016 im Vorfeld des Festivals Label Suisse. Das Festival in Lausanne bringt an 3 Tagen hauptsächlich Schweizer Musik aus verschiedenen Genres auf die Bühnen. Die Konzerte können kostenlos besucht werden. Weshalb braucht die Schweizer Musik einen Musikpreis vom BAK und ein Festival wie das Label Suisse?
Ich denke, wir können uns einfach dankbar schätzen, einem Staat angehörig zu sein, der sich die Zeit nimmt, Kunst zu würdigen, und glücklicherweise auch noch das Kleingeld in der Tasche sitzen hat, den geehrten Künstlern durch diesen Preis ihr Schaffen temporär ein gutes Stück zu vereinfachen. Alle der hier Nominierten würden auch ohne Preisverleihung unerbittlich das tun, was sie tun, und dem Wellengang des Lebens trotzen. Dass das BAK uns dabei unterstützt und ein wenig silbernen Wind in die Segel bläst, darf man dankend annehmen.
Festivals sind Orte, wo man etwas entdeckt. Zuhörer entdecken Musikkapellen, Künstler entdecken andere Künstler, Kollaborationen entstehen und der Schwyzerörgeli-Fan verliebt sich am Rande in den Stockhausen-Liebhaber. Festivals ersetzen nie das abendfüllende Konzerterlebnis eines Künstlers, aber als Disziplin des Austausches und des Aufeinanderprallens von Ausdruck sind sie sehr wichtig. Sich für eine breite und weltoffene Kultur stark machen ist immer der richtige Weg.

«Es braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht.»

Gegenüber der NZZ haben sie einmal gesagt, dass man in der Schweiz nur mit Mainstream-Pop-Musik oder in stark subventionierten Genres wie Jazz oder Klassik überleben könne. Was muss sich ändern, dass das vielfältige Schweizer Musikschaffen sowohl in der Heimat als auch im Ausland vermehrt gehört wird?
Ein Problem ist, dass eine nur auf die Schweiz bezogene musikalische Nische halt wirklich klein ist, sodass sie nicht als Hauptberuf sondern eher ergänzend ausgeübt werden kann. Man muss also entweder in einem absatzstarken Genre oder einem subventionierten Umfeld tätig sein, oder sich eben geografisch ein grösseres Territorium vorknöpfen. Letzteres braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht. Ausser die Motiviation für diesen künstlerischen Wahnsinn kommt von ganz tief drin, gibt es leider für die meisten Schweizer keinen dringlichen Grund hierfür, die bereits vorherrschende Lebensqualität aufs Spiel zu setzen. Man muss ja schon auch ein wenig verrückt sein, darauf zumindest temporär verzichten zu wollen, um da draussen einen harten musikalischen Acker zu bestellen. Ich treffe auf meinen Reisen immer wieder sehr aktive Auslandschweizer. Es mangelt sicher viel weniger am Talent als an der Einstellung.

Seit 2006 leben und arbeiten Sie in Berlin und haben sich dort etabliert. Wie kann man als Schweizer Songschreiber im Ausland bestehen und wie wird die Schweizer Musik Ihres Erachtens im Ausland wahrgenommen?
Die meisten Menschen dieses Sonnensystems lieben die Schweiz und das, was sie verköpert. Das vergisst man manchmal, wenn man zu lange auf dem Berg sitzt. Wenn ich für andere Künstler in Berlin oder New York Musik schreibe, fragt schlichtweg niemand danach, wo ich aufgewachsen bin. Es geht immer genau nur um eines: für die entsprechende Phase eines Künstlers das richtige Werk zu schreiben. Und da kann es um kommerziellen Erfolg oder um künstlerische Erneuerung gehen. Und wenn ich als Solokünstler Bonaparte von Beijing bis Wellington meine Songs singe, fragt auch niemand nach meiner Herkunft – obwohl ich ehrlich gesagt sehr gerne anfüge, dass ich Schweizer bin – weil es mich gerade von den meisten da draussen unterscheidet und wichtiger Teil meines Wesens ist. Um bestehen zu können, muss man einen wachsamen Geist haben und die verschiedenen Parameter der Kulturen aufsaugen und einsetzen. Jeder kann das, egal wo er herkommt.

«Ich behaupte, dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre.»

Sie wohnen in Deutschland, sind aber bei der Schweizer SUISA Mitglied. Weshalb?
Ich behaupte, – und diesen Standpunkt teilen auch einige ausländische Autoren – dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Dies sage ich mit gutem Gewissen und aus eigener Überzeugung. Ich war in der Vergangenheit in den USA auch Mitglied der BMI und betreibe einen Verlag bei der GEMA. Alles gut und recht, aber die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre. Ich mochte die Zeit unter Poto Wegener sehr und hatte durch seine Unterstützung damals auch begonnen, mich intensiver mit dem Urheberrecht zu befassen. Die guten Beziehungen zum Hause SUISA sind geblieben und ich schätze den gegenseitigen Austausch und Respekt sehr.

An der Zürcher Hochschule der Künste unterrichten Sie im Fach «Songwriting». Kann man lernen, einen Hit zu schreiben? Welche Ratschläge geben Sie den Studenten für das Komponieren mit auf den Weg?
Meistens rate ich ihnen vor allem, alles zu vergessen, was sie zu wissen glauben. Ich äussere gerne meinen Wunsch, dass sie als Menschen und nicht als Musiker Songs schreiben sollen. Natürlich helfen uns analytisches oder theoretisches Wissen und praktische Techniken, um aus musikalischen Sackgassen schneller herauszufinden. Aber im Kern der Ideenfindung unterscheidet uns nicht sehr viel von Herrn und Frau Hugentobler, welche morgens in der Dusche eine Melodie pfeifen. Man kann sich natürlich wie bei allem im Leben – sei dies die Schlägerhaltung des Golfspielers oder das Kamasutra für den Liebhaber – eine Technik aneignen, mit der man es an jedem grauen Tag der Woche schafft, gute Songs zu schreiben. Aber gute Songs gibt es eben auch viele und genug – man muss vielmehr versuchen, diese Songs mit dem gewissen Etwas zu schreiben; die Songs, welche auch nach dem Lebenswerk von Lennon-McCartney und Udo Jürgens und Igor Strawinsky und Daft Punk trotzdem in ihrem Genre noch eine Berechtigung haben, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Das gelingt nicht immer, aber dafür muss der Songwriter morgens aufstehen – für den Versuch, einen Song zu schreiben, der diese Welt auf seine Art noch bereichert.

«Das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee.»

Der Musiker auf der Konzertbühne ist nicht zwingend der Songschreiber, der neben dem Star im Rampenlicht häufig in Vergessenheit gerät. Wie können Komponisten in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Schatten der Interpreten treten?
Die Frage ist, ob er dies muss. Ich singe nur die Songs, die ich keinem anderen Interpreten zutrauen kann. Der psychologische Druck, der auf einen Frontmann und Interpreten zu fallen kommt, kann auf Dauer auch ganz schön anstrengend sein. Ein Songwriter kann jedoch im Hintergrund agieren, irgendwo unbemerkt an sein Klavier sitzen, um sich nur auf den Kern der Musik zu konzentrieren. Und glauben sie mir, das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee. Nichts und gar nichts schlägt den wirklich gut geschriebenen Song, der das Handwerk geschickt mit dem Orginellen verbindet. Es besteht also durchaus Hoffnung für alle, die den Teufel an die Wand gemalt glaubten. Ich bin sehr froh damit, bei der SUISA ein Dutzend Pseudonyme zu bedienen – songwriterische Rollen, in die ich je nach Stilrichtung oder Stimmung schlüpfen kann und die nicht einmal meine engsten Freunde beim Namen kennen. Ich mag es, dass das professionelle Songschreiben manchmal auch einfach ein Gehemnis zwischen mir und einem Blatt Papier bleibt. Wenn der Musiker auf der Bühne irgendwas Seltsames tut, spricht am Tag darauf jeder darüber. Wenn der Komponist nackt ein kleines Streichquartettchen komponiert und dazu zwei Gläser Erdnussbutter löffelt, interessiert es keinen. Ich finde das gut so. Wichtig ist, dass wir Komponisten uns austauschen und dass unsere Rechte im Wandel der Zeit vertreten werden.

Musik für Dritte komponieren oder wie mit Mule & Man auf der Bühne performen – was macht für Sie den Reiz der beiden Tätigkeiten aus?
Ich hatte durchaus auch elitäre Phasen in meinem Leben, in denen ich nur diese eine Art von Free Jazz oder jene Spielart von Soul als hörenswürdig empfand. Aber am Ende des Tages bin ich leider einfach ein musikalisch gequälter Polyamorist, welcher alle Arten von Musik innigst liebt und eben auch miterfinden muss. Ich finde Befriedigung genauso beim Komponieren von Streicher- oder Bläser-Arrangements, Protestsongs, Punk-Chansons, Filmmusik, elektronischer Musik, experimentellen Geräuschfrickeleien oder Countrymusik für Gehörlose. Ich mag es, dass es zwischen dem Komponisten und dem Zuhörer diese endlose Fülle an kombinatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen gibt.

Links
Bonaparte, offizielle Website
Mule & Man, offizielle Facebook-Fanseite
Label Suisse, Website des Festivals
Schweizer Musikpreis, Informationsseite des Bundesamtes für Kultur

Artikel zum Thema
Bastian-Baker-live-HardRockCafe-SantiagoEin weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder  Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Weiterlesen
Label-Suisse-Place-CentraleLabel Suisse 2016: 70 Künstler, 7 Bühnen und 100 000 Zuschauer  Rock, Pop, Folk, elektronische Musik, Hip-Hop, Jazz, Chanson, Chorgesang und klassische Musik: Schweizer Musik so weit das Ohr reicht. Gleichzeitig interessante Panels und Gelegenheiten, um sich unter Musik-Professionals zu treffen und vernetzen. Weiterlesen
Label-Suisse_IntroSchweizer Musik als Erlebnisreise am Festival Label Suisse  86 Veranstaltungen, 7 Konzertsäle, eine Open-Air-Bühne, der «Marché de la Musique» plus die Verleihung des ersten Schweizer Musikpreises durch das Bundesamt für Kultur (BAK). Das reichhaltige Angebot am Label Suisse 2014 erforderte einen handfesten Plan für die persönliche Entdeckungs- und Genussreise durch das Festivalprogramm. Alles mitkriegen und nichts verpassen war unmöglich. Mein Plan für die 3 Tage in Lausanne: mich durch die Vielfalt des Schweizer Musikschaffens treiben lassen. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

Tobias Jundt Bonaparte Interview

Mit seinem neuen Projekt Mule & Man ist Tobias Jundt (liegend) zusammen mit Kid Simius (stehend) am Samstag, 17. September 2016, im Les Docks am Festival Label Suisse live zu erleben. (Foto: Melissa Jundt)

Was bedeutet Ihnen die Nomination für den Musikpreis des…Weiterlesen

«Im Blues spiegelt sich die Seele»

Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Text von Michael Welti

Y-Nanette-Photo

Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

«Mein Vater spielte Gitarre und sang – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», schreibt Yannick Nanette. Er ist die eine Hälfte von The Two; einer Band, die sich dem Blues verschrieben hat. «Im Blues, in seiner ganzen Tiefe und befreiten Wahrheit, spiegelt sich die Seele», schreibt er weiter. In der Musik und da, wo sie ihn hinführt, findet er zu sich selbst.

Yannick Nanette wuchs im Inselstaat Mauritius auf. «Mein Onkel hörte oft Louis Armstrong, Fats Domino und Big Bill Broonzy. Ich verstand nicht viel von dem, was gesagt wurde, ich war noch klein. Aber ich liebte den Rhythmus, die Bewegung, die Ausdruckskraft», erinnert sich der Künstler. «Doch neben diesen Bezügen zu den USA entdeckte ich ein ähnliches Timbre in der traditionellen mauritischen Musik, dem Sega, mit der Stimme von ‹Ti-Frère› oder – neuer – bei Eric Triton: dieselbe wilde Stärke, eine fröhliche Ernsthaftigkeit und der Wunsch nach Unabhängigkeit. Das ist auch völlig verständlich, denn der Sega geht ebenfalls auf die Zeit der Sklaverei zurück.

«Der Blues ist heute noch sehr präsent», schreibt Yannick Nanette. «Man muss nur den Fernseher einschalten und sich die Bilder der Menschen anschauen, die sich im Namen von Komfort und Individualismus gegenseitig auffressen. Die Sklaverei der 1800er-Jahre ist vorbei. Die von Billie Holiday besungenen ‹strange fruits› hängen nicht mehr, doch über uns schwebt die im Mensch schlummernde Monstruosität in ihrer ganzen Bandbreite. Die moderne Knechtschaft ist farbenblind. Es geht nicht um schwarz oder weiss; die Baumwolle von heute heisst Geld, und der Mensch krümmt sich, um ihm zu dienen.»

Sweet Dirty Blues

Mit 13 Jahren begann Yannick Nanette Gitarre zu spielen und zu singen. Vier Jahre später entdeckte er die Mundharmonika im Bus Richtung Port-Louis. Hinter ihm sass regelmässig ein Mundharmonikaspieler namens Ignace. «Während der einstündigen Fahrt wirbelten und swingten die Töne auf der Hinterbank. Das war unglaublich!» Yannick war fasziniert und fragte den Musiker, ob er ihm das Mundharmonikaspiel beibringen könnte. Der Mann sagte zu.

Heute lebt der 33-jährige Yannick in Lausanne. Die zusammen mit seinem Freund Thierry Jaccard gegründete Band The Two veröffentlichte 2014 ihr erstes Album, «Sweet Dirty Blues». Inzwischen haben die beiden über 130 Konzerte gespielt, unter anderem an Festivals in Kroatien, Dänemark, Italien und Frankreich.

SUISA-Mitgliedschaft

Im Moment finanziert Yannick Nanette einen Teil seiner Lebenskosten mit Musik. «Ich bin zurzeit am Studieren und arbeite nebenbei wenige Prozente als Lehrkraft. Die beiden Standbeine bringen just so viel ein, dass ich mich ernähren und meine Versicherungen usw. bezahlen kann. Philosophisch betrachtet verdiene ich mein Leben und lebe dank der Musik», fügt Nanette bei.

Die SUISA-Mitgliedschaft hat für Yannick Nanette einen grossen Vorteil: «Ich kann die Rechtewahrnehmung delegieren im Wissen, dass sich eine kompetente und langjährige Organisation wie die SUISA darum kümmert. Das ist eine Erleichterung und entlastet mich zeitlich. Die eingesparte Zeit kann ich ins Musikschaffen investieren. Ich bin zufrieden und hoffe, dass die SUISA weiterhin so gute Arbeit leisten wird. Ausserdem erwarte ich von der SUISA Transparenz, denn gegenseitiges Vertrauen ist für die Kontinuität wichtig.»

www.the-two.ch, offizielle Website von The Two

Artikel zum Thema
Amadou_Diolo«Ich schätze die Unterstützung der SUISA für die Künstler sehr»  Montreux Jazz Festival, Rock Oz’Arènes, Jazz Parade – Amadou Diolo war in den letzten Jahren an namhaften Schweizer Festivals vertreten. Seit diesem Jahr ist er Mitglied bei der SUISA. In der aktuellen Ausgabe des Mitgliedermagazins SUISAinfo haben wir den Künstler porträtiert. Lesen Sie hier das ganze Interview. Weiterlesen
Open_Air_Buehne4 Tipps, wie du zu deinen Konzert-Tantiemen kommst  Der Open-Air-Sommer läuft auf Hochtouren. Unmittelbar danach steht das Winterhalbjahr mit vielen Indoor-Konzerten vor den Club-Türen. Auch deine selber geschriebenen Songs werden live an Konzerten gespielt? Hier sind 4 Tipps, wie du zu deinen Tantiemen kommst. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Text von Michael Welti

Y-Nanette-Photo

Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

«Mein Vater spielte Gitarre und sang – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», schreibt Yannick Nanette. Er ist die eine Hälfte von The Two; einer Band, die sich dem Blues verschrieben hat. «Im Blues, in seiner ganzen Tiefe und befreiten Wahrheit, spiegelt sich die Seele», schreibt er weiter. In der Musik und da, wo sie ihn hinführt, findet er zu sich…Weiterlesen

Mittendrin und voll dabei, die Dienstleistungen für Mitglieder zu verbessern

Ein Blick auf das Dienstleistungsangebot der SUISA für ihre Mitglieder zeigt: Während den letzten Jahren gab es Neuerungen, die mehr Effizienz und Qualität gebracht haben. Dazu gehören die detaillierteren Abrechnungen, das Webportal «Mein Konto» und auch die Digitalisierung der Mitgliederdossiers. Mit den Verbesserungen steckt die SUISA mittendrin in einem kontinuierlichen Prozess – und ist voll dabei, wie der Blick nach vorne zeigt: Neu gibt es Quartalsabrechnungen. «Mein Konto» wird weiterentwickelt. Die Werkdatenbank wird technologisch modernisiert. Zudem werden die Mitgliederservices der SUISA grundsätzlich überdacht. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

I-Philipp-2014

Irène Philipp Ziebold leitet das Departement «Mitgliederdienste und Verteilung» seit Juli 2010 als Direktorin. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Ab 2016 rechnet die SUISA einen grossen Teil der Einnahmen vierteljährlich ab. Mit diesen neuen Quartalsabrechnungen im März, Juni, September und Dezember verteilt die SUISA die Urheberrechtsvergütungen rascher an die Mitglieder. Zusätzlich wird die Übersichtlichkeit der Abrechnungen gesteigert. Dank der Zusammenfassung diverser Abrechnungssparten können ausserdem die Kosten reduziert werden.

Online-Dienstleistungen für Mitglieder

Unsere Strategie bezüglich Online-Dienstleistungen für Mitglieder beruht auf drei Pfeilern: Zum einen gibt es grundsätzlich unsere Websites (www.suisa.ch und www.suisablog.ch), auf denen wir vielfältige Informationen veröffentlichen. Zum anderen entwickeln wir Online-Formulare für einen effizienten Meldeprozess. Drittens bieten wir den Mitgliedern mit «Mein Konto» einen elektronischen Zugang/Einblick in ihre Daten und Abrechnungen.

Das Webportal «Mein Konto» wird in den nächsten Jahren laufend weiterentwickelt. So soll es unter anderem möglich werden, dass Stammdaten vom Mitglied selber aktualisiert, Nutzungsanfragen online gestellt, Kontoauszüge jederzeit generiert und zusätzliche Abrechnungsfunktionalitäten angeboten werden können.

Im Zuge der neuen IT-Strategie wird auch die Werkdatenbank der SUISA in eine moderne Technologie überführt. Damit erhalten wir eine bessere Performance, vermeiden verschiedene Medienbrüche und erreichen die vollständige Integration in die EDV-Zielarchitektur. Das alles trägt wesentlich zur Effizienzsteigerung bei.

Mitgliederservices auf dem Prüfstand

Zuguterletzt überdenken wir unsere Mitgliederservices. Bei all unseren Bemühungen, unsere Dienstleistungen zu optimieren, handelt es sich um einen Balanceakt zwischen Quantität und Qualität. Fast eine Verdoppelung der Mitgliederzahlen in zehn Jahren, fünfmal mehr Werkanmeldungen in derselben Zeit, ohne dass die Einnahmen im gleichen Verhältnis wachsen – diese Tatsache stellt die SUISA in Bezug auf die Mitgliederservices immer wieder vor neue Herausforderungen.

Die Qualität muss stimmen und die Kosten müssen unter Kontrolle sein! Für 2016 haben wir ein Projekt gestartet, das zum Ziel hat, einen Dienstleistungskatalog zu erstellen, aus dem hervorgeht, zu welchen Bedingungen wir künftig welche Dienstleistungen unseren Mitgliedern anbieten wollen.

Mittendrin und voll dabei: Gewisse Meilensteine liegen hinter uns, die anderen packen wir an. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!

 Artikel zum Thema
Mein-Konto-IllustrationNeue Online-Services in «Mein Konto» für SUISA-Mitglieder  Seit Juni 2015 stehen den Mitgliedern der SUISA über das persönliche Online-Benutzerkonto neue Services zur Verfügung: «Mein Konto» bietet neu Abrechnungen im PDF-Format, Einsicht in persönliche Daten und eine verbesserte Werksuche. Weiterlesen
Ausland-Zahlungsverkehr-DEMusik, ein internationales Geschäft! Auch für SUISA-Mitglieder?  In der Schweiz wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Die höchsten Einnahmen aus dem Ausland fliessen aus den direkten Nachbarländern in die Schweiz. Die SUISA setzt sich auch für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein. Das ist nicht immer einfach. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ein Blick auf das Dienstleistungsangebot der SUISA für ihre Mitglieder zeigt: Während den letzten Jahren gab es Neuerungen, die mehr Effizienz und Qualität gebracht haben. Dazu gehören die detaillierteren Abrechnungen, das Webportal «Mein Konto» und auch die Digitalisierung der Mitgliederdossiers. Mit den Verbesserungen steckt die SUISA mittendrin in einem kontinuierlichen Prozess – und ist voll dabei, wie der Blick nach vorne zeigt: Neu gibt es Quartalsabrechnungen. «Mein Konto» wird weiterentwickelt. Die Werkdatenbank wird technologisch modernisiert. Zudem werden die Mitgliederservices der SUISA grundsätzlich überdacht. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

I-Philipp-2014

Irène Philipp Ziebold leitet das Departement «Mitgliederdienste und Verteilung» seit Juli 2010 als Direktorin. (Foto: Juerg Isler, isler-fotografie.ch)

Ab 2016 rechnet die SUISA einen grossen Teil der Einnahmen vierteljährlich ab. Mit diesen neuen Quartalsabrechnungen im März, Juni, September und Dezember verteilt die SUISA die…Weiterlesen

Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else?

Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Text von Claudia Kempf und Manu Leuenberger

Boy-SiriusXM-Studio-NYC-2013

Für die Rechtewahrnehmung ist es kein Problem, wenn Mitglieder von verschiedenen Verwertungsgesellschaften in der gleichen Band zusammen spielen. Ein Beispiel ist das schweizerisch-deutsche Pop-Duo Boy, im Bild bei einer Live-Performance in den Studios von SiriusXM in New York City am 3. April 2013 zu sehen. Valeska Steiner (r.) ist Mitglied bei der SUISA, Sonja Glass (l.) ist bei einer ausländischen Schwestergesellschaft angemeldet. (Foto: Rob Kim / Getty Images)

Die SUISA hat mit über 100 Schwestergesellschaften weltweit Verträge abgeschlossen. Diese Verträge bieten den SUISA-Mitgliedern einen grossen Vorteil: Sie können ausserhalb der Schweiz musikalisch tätig sein – die Abrechnung der eingespielten Urheberrechtsvergütungen erfolgt in gewohnter Weise durch ihre vertraute Gesellschaft SUISA.

Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren.

Was sollte ich mir im Vorfeld einer Doppelmitgliedschaft überlegen?
Wer zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA noch bei einer ausländischen Schwestergesellschaft Mitglied wird, muss grundsätzlich mit einem administrativen Mehraufwand rechnen. Bei Doppelmitgliedschaften muss man sich mit den Reglementen und Formalitäten mehrerer Gesellschaften auseinandersetzen.
Zudem gilt es auch den finanziellen Mehraufwand zu berücksichtigen: Einige Gesellschaften verlangen Eintrittsgebühren respektive Jahresgebühren. Weiter können bei Schwestergesellschaften manche Dienstleistungen kostenpflichtig sein, während diese bei der SUISA durch den allgemeinen Kostenabzug auf den Abrechnungen gedeckt sind. Es empfiehlt sich, die einmaligen und regelmässig wiederkehrenden Kosten der Mitgliedschaft bei einer anderen Gesellschaft genau zu analysieren.
Weiter sollte man die möglichen Auswirkungen auf die Rentenzahlungen von der SUISA bedenken: Bei Doppelmitgliedschaften erhält man Entschädigungen direkt von anderen Gesellschaften ausbezahlt. Dadurch werden die über die SUISA abgerechneten Einnahmen geschmälert. Dies kann einen Einfluss auf die Berechnung des massgebenden Einkommens für den Rentenanspruch haben, den Sie als SUISA-Mitglied ab dem 63. Lebensjahr haben. Mehr Informationen zum SUISA-Rentensystem finden Sie unter: www.suisa.ch/fuersorge

Was bringt mir eine Doppelmitgliedschaft überhaupt?
Bei einer Doppelmitgliedschaft werden die Vergütungen für Nutzungen aus einem einzelnen Territorium nicht über die SUISA, sondern von der ausländischen Gesellschaft direkt abgerechnet. Zum Beispiel könnte ein Urheber, dessen Werke in Argentinien sehr häufig aufgeführt und vom Radio gesendet werden, bei der argentinischen Gesellschaft (Sadaic) direkt Mitglied werden. Aufgrund der Direktmitgliedschaft bei der Sadaic werden ihm die Vergütungen schneller nach der Aufführung respektive Sendung ausgeschüttet, da die Sadaic die Vergütungen nicht zuerst an die SUISA sondern direkt an den Urheber überweist. Die SUISA hat jedoch vor einer Weile die Abrechnungsdaten für Auslandabrechnungen neu festgelegt und besser mit den Terminen der Schwestergesellschaften abgestimmt, damit die Vergütungen schneller ausbezahlt werden.
Bei einer Direktmitgliedschaft müssen allfällige Rückfragen zu den Abrechnungen, Auszahlungen und Formalitäten vom Mitglied direkt mit der ausländischen Gesellschaft geklärt werden. Die Höhe der Vergütungen unterscheidet sich jedoch lediglich dadurch, dass die SUISA bei der Verteilung von Auslandeinnahmen einen Kostenabzug von 4% macht. Bei der Wahrnehmung der Rechte im Ausland kommen immer die im jeweiligen Land geltenden Tarife und Verteilungsregeln zur Anwendung. Der Kostenabzug von 4% entfällt bei der Direktmitgliedschaft bei einer zweiten Gesellschaft, aber lediglich für deren «Heimatgebiet», im Fallbeispiel Sadaic also für Argentinien. Für alle anderen Territorien wird die ausländische Gesellschaft jedoch ebenfalls wie die SUISA einen Kostenabzug vornehmen.
Es ist ratsam, den Aufwand und Ertrag einer Doppelmitgliedschaft sorgfältig abzuwägen. Zumal sich im Online-Bereich die Gebietsbeschränkungen auflösen und die SUISA die Online-Rechte für ihre Mitglieder in ganz Europa (und weiteren Ländern) direkt, also ohne Zwischenschritt über eine Schwestergesellschaft, wahrnehmen kann. Siehe dazu auch die nächste Frage und Antwort.

Wie sinnvoll ist es, die Online-Rechte mehreren Gesellschaften zu übertragen?
Seit August 2013 lizenziert die SUISA die Online-Rechte paneuropäisch. Das heisst: Die SUISA rechnet zum Beispiel mit iTunes das Repertoire ihrer Mitglieder für ganz Europa direkt ab. Für die SUISA-Mitglieder bedeutet das, dass sie ihre Einnahmen aus dem Online-Bereich direkt (ohne Zwischenschritt über die Schwestergesellschaften) und somit schneller erhalten. Eine Doppelmitgliedschaft für die Online-Rechte macht in diesem Fall keinen Sinn.

Muss ich die Gesellschaft wechseln, wenn ich in ein anderes Land umziehe?
Wenn im Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA keine Territorien ausgenommen wurden, nimmt die SUISA die Rechte ihrer Mitglieder unabhängig von ihrem Wohnort weltweit wahr. Man kann also Mitglied bei der SUISA sein, egal wo man lebt oder hinzieht.

Was ist bei einem Gesellschaftswechsel zu beachten?
Empfehlenswert ist, vorab die Aufnahmebedingungen der neuen Gesellschaft zu prüfen. Sämtliche Angaben und Unterlagen für die Mitgliedschaft bei der SUISA sind auf der SUISA-Website zu finden, sowohl für Urheber als auch für Verleger. Erst wenn man sicher ist, dass die Neuaufnahme klappt, sollte man die Kündigung bei der vorherigen Gesellschaft durchführen. Das gleiche Vorgehen sollte man auch wählen, wenn man bloss für ein einzelnes Gebiet bei einer zweiten Gesellschaft Mitglied werden möchte.
Ebenfalls zu beachten: die Kündigungsfristen. Bei der SUISA sind Kündigungen für einzelne Territorien mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten jeweils per 31.12. eines Jahres möglich. Weiter ist wichtig zu wissen, dass gewisse Gesellschaften im Ausland nur die Aufführungs- und Senderechte oder nur die Vervielfältigungsrechte wahrnehmen. Bevor einer Gesellschaft die Rechte entzogen werden, sollte man unbedingt prüfen, ob die neue Gesellschaft alle Rechte auch tatsächlich wahrnimmt – was bei der SUISA der Fall ist.

Wie verhält es sich mit der Doppelbesteuerung bei Doppelmitgliedschaften?
Auch steuerliche Fragen sind bei Doppelmitgliedschaften genau abzuklären. Die detaillierten Ausführungen zum Thema Doppelbesteuerung würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Möglicherweise ist es ratsam, diesbezüglich einen Steuerberater zu konsultieren. Die SUISA hat Informationen auf dem Merkblatt «Erklärungen Doppelbesteuerung» zusammengestellt, dass unter www.suisa.ch/urheberdokumente abrufbar ist.

Was passiert bei einem Gesellschaftswechsel mit meiner IPI-Nummer?
Die IPI-Nummer ist die internationale Identifikationsnummer eines Urhebers oder eines Verlags. Diese Nummer ist einmalig und bleibt unverändert, unabhängig davon, bei welcher Gesellschaft man Mitglied ist. Weitere Informationen zur IPI-Nummer sind auf der SUISA-Website im Bereich Recht & Rat oder in der Mitgliederzeitschrift SUISAinfo Ausgabe 2.12 (PDF, 3.2 MB) zu finden.

Macht eine SUISA-Mitgliedschaft Sinn, wenn meine Werke ausschliesslich in einem ausländischen Territorium genutzt werden?
Wenn das gesamte Repertoire eines Urhebers ausschliesslich in einem einzigen Land ausserhalb der Schweiz und Liechtenstein genutzt wird, kann es unter Umständen mehr Sinn machen, wenn eine Mitgliedschaft bei der entsprechenden Gesellschaft dieses Landes beantragt wird. Dies ist aber sehr situationsabhängig. Eine gute Beratung lohnt sich nicht nur in diesem Fall: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SUISA-Mitgliederabteilung stehen für Auskünfte rund um (Doppel-)Mitgliedschaften und Gesellschaftswechsel gerne zur Verfügung:

Urheber
d/e: authors(at)suisa(dot)ch
f: authorsF(at)suisa(dot)ch
i: autori(at)suisa(dot)ch

Verleger
alle Sprachen: publishers(at)suisa(dot)ch

Artikel zum Thema
Neue Online-Services in «Mein Konto» für SUISA-MitgliederNeue Online-Services in «Mein Konto» für SUISA-Mitglieder Seit Juni 2015 stehen den Mitgliedern der SUISA über das persönliche Online-Benutzerkonto neue Services zur Verfügung: «Mein Konto» bietet neu Abrechnungen im PDF-Format, Einsicht in persönliche Daten und eine verbesserte Werksuche. Weiterlesen
International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizierenInternational musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Weiterlesen
Weshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sindWeshalb Mitglieder der SUISA nicht melden müssen, wenn ihre Werke auf Youtube sind Wie, wo und wann kann man der SUISA seine Werke auf Youtube melden, haben Mitglieder so oder ähnlich in letzter Zeit oft gefragt. Weshalb Urheber der SUISA keine Meldungen über ihre Werke auf der Videoplattform zuzuschicken brauchen, erklären wir in der nachfolgenden Antwort auf eine Mitgliederanfrage. Weiterlesen
Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Text von Claudia Kempf und Manu Leuenberger

Boy-SiriusXM-Studio-NYC-2013

Für die Rechtewahrnehmung ist es kein Problem, wenn Mitglieder von verschiedenen Verwertungsgesellschaften in der gleichen Band zusammen spielen. Ein Beispiel ist das schweizerisch-deutsche Pop-Duo Boy, im Bild bei einer Live-Performance in den Studios von SiriusXM in New York City am 3. April 2013 zu sehen. Valeska Steiner (r.) ist Mitglied bei der SUISA, Sonja Glass (l.) ist bei einer ausländischen Schwestergesellschaft angemeldet. (Foto: Rob Kim / Getty Images)

Die SUISA hat mit über 100 Schwestergesellschaften weltweit Verträge abgeschlossen. Diese Verträge bieten den SUISA-Mitgliedern einen grossen Vorteil: Sie können ausserhalb der Schweiz musikalisch tätig sein – die Abrechnung der eingespielten Urheberrechtsvergütungen…Weiterlesen

Neue Online-Services in «Mein Konto» für SUISA-Mitglieder

Seit Juni 2015 stehen den Mitgliedern der SUISA über das persönliche Online-Benutzerkonto neue Services zur Verfügung: «Mein Konto» bietet neu Abrechnungen im PDF-Format, Einsicht in persönliche Daten und eine verbesserte Werksuche. Text von Claudia Kempf

Mein-Konto-Illustration

Das Mitgliederportal «Mein Konto» wurde mobil- und zukunftstauglich gemacht. Das persönliche Online-Benutzerkonto bietet SUISA-Mitgliedern Schritt für Schritt neue Funktionen. (Bild: Manu Leuenberger)

Die SUISA baut schrittweise das Angebot der Online-Dienstleistungen für ihre Mitglieder aus. Der passwortgeschützte Mitgliederbereich «Mein Konto» wurde von Grund auf neu entwickelt. Die überarbeitete Plattform ermöglicht in Zukunft Funktionen, die einen fliessenden Austausch mit Backoffice und anderen IT-Systemen der SUISA voraussetzen.

Abrechnungen als PDF und Einsicht in persönliche Daten

Die erste Version des neu programmierten Online-Portals bietet den SUISA-Mitgliedern in einigen Bereichen erweiterte Möglichkeiten:

Neu können Mitglieder alle ihre Abrechnungen der letzten fünf Jahre online einsehen. Die Abrechnungen werden im PDF-Format zum Download zur Verfügung gestellt.

Persönlichen Daten wie beispielsweise die Postanschriften und Zahlungsadressen sind ersichtlich. Auch die registrierten Pseudonyme und dazugehörige IPI-Nummern sind im Bereich «Profil» aufgelistet.

Für Verlagsmitglieder mit Untereditionen oder mehreren Hauptverlagen wurden alle Informationen zusammengefasst. Die zusammengeführten Daten sind übersichtlich über ein Login abrufbar.

Optimierte Funktionen

Zusätzlich wurden Funktionen der früheren Version überarbeitet und optimiert. Die Suche in der Werkdatenbank verfügt über erweiterte Möglichkeiten. Es kann jetzt gezielt nach provisorischen registrierten Werken gesucht werden. Ein Werk gilt als provisorisch registriert, wenn die SUISA aufgrund einer Nutzungsmeldung davon Kenntnis hat, das Werk aber vom Urheber oder Verleger entweder gar nicht oder unter einem anderen Titel bei der SUISA angemeldet worden ist.

Weiter werden neu auch die Subverleger in der Werkdatenbank angezeigt. Zudem ist die Online-Werkanmeldung angepasst und mit weiterführenden Eingabefeldern ergänzt worden.

Mobil- und zukunftstauglich

Selbstverständlich ist die «Mein-Konto»-Plattform kompatibel mit mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones. Das Dienstleistungsangebot im Online-Benutzerkonto soll im Verlauf der nächsten 4 Jahre kontinuierlich ausgebaut und mit weiteren Funktionalitäten und Services bereichert werden. Über die Neuerungen wird regelmässig auf dem SUISAblog.ch, auf suisa.ch oder im SUISAinfo informiert werden.

Der Zugang zu «Mein Konto» steht jedem Mitglied der SUISA offen. Das Login zum persönlichen Online-Benutzerkonto kann bestellt werden unter:

d: www.suisa.ch/mein-konto
f: www.suisa.ch/mon-compte
i: www.suisa.ch/il-mio-conto
e: www.suisa.ch/my-account

Artikel einklappen

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es etwas dauern. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines verfassten Kommentars. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, die den Nutzungsbedingungen widersprechen, nicht zu veröffentlichen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Seit Juni 2015 stehen den Mitgliedern der SUISA über das persönliche Online-Benutzerkonto neue Services zur Verfügung: «Mein Konto» bietet neu Abrechnungen im PDF-Format, Einsicht in persönliche Daten und eine verbesserte Werksuche. Text von Claudia Kempf

Mein-Konto-Illustration

Das Mitgliederportal «Mein Konto» wurde mobil- und zukunftstauglich gemacht. Das persönliche Online-Benutzerkonto bietet SUISA-Mitgliedern Schritt für Schritt neue Funktionen. (Bild: Manu Leuenberger)

Die SUISA baut schrittweise das Angebot der Online-Dienstleistungen für ihre Mitglieder aus. Der passwortgeschützte Mitgliederbereich «Mein Konto» wurde von Grund auf neu entwickelt. Die überarbeitete Plattform ermöglicht in Zukunft Funktionen, die einen fliessenden Austausch mit Backoffice und anderen IT-Systemen der SUISA voraussetzen.

Abrechnungen als PDF und Einsicht in persönliche Daten

Die erste Version des neu programmierten Online-Portals bietet den SUISA-Mitgliedern in einigen Bereichen erweiterte Möglichkeiten:

Neu können Mitglieder alle ihre Abrechnungen der letzten fünf Jahre online einsehen. Die Abrechnungen…Weiterlesen