Tagarchiv: Label Suisse

«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song»

Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

Tobias Jundt Bonaparte Interview

Mit seinem neuen Projekt Mule & Man ist Tobias Jundt (liegend) zusammen mit Kid Simius (stehend) am Samstag, 17. September 2016, im Les Docks am Festival Label Suisse live zu erleben. (Foto: Melissa Jundt)

Was bedeutet Ihnen die Nomination für den Musikpreis des Bundesamtes für Kultur?
Tobias Jundt: Es ehrt mich natürlich, dass meine Kunst auch als solche erkannt und gewürdigt wird. Gerade wenn man etwas kreiert, was normalerweise eher zwischen Stuhl und Bank fällt und nicht klar eingeordnet werden kann, braucht es auch seine gute Zeit, um überhaupt als Künstler mit einer eigenen Sprache wahrgenommen zu werden. Es ist ja eigentlich unmöglich, bei der dargebotenen Vielfalt das Schaffen der einen mit dem Œuvre der anderen zu vergleichen oder zu gewichten. Aber ich bin nach 30 Jahren als Songschreiber durchaus geschmeichelt, die kulturelle Sprache meines Landes als eine mögliche musikalische Stimme mitvertreten zu dürfen.

Den Musikpreis vergibt das BAK 2016 im Vorfeld des Festivals Label Suisse. Das Festival in Lausanne bringt an 3 Tagen hauptsächlich Schweizer Musik aus verschiedenen Genres auf die Bühnen. Die Konzerte können kostenlos besucht werden. Weshalb braucht die Schweizer Musik einen Musikpreis vom BAK und ein Festival wie das Label Suisse?
Ich denke, wir können uns einfach dankbar schätzen, einem Staat angehörig zu sein, der sich die Zeit nimmt, Kunst zu würdigen, und glücklicherweise auch noch das Kleingeld in der Tasche sitzen hat, den geehrten Künstlern durch diesen Preis ihr Schaffen temporär ein gutes Stück zu vereinfachen. Alle der hier Nominierten würden auch ohne Preisverleihung unerbittlich das tun, was sie tun, und dem Wellengang des Lebens trotzen. Dass das BAK uns dabei unterstützt und ein wenig silbernen Wind in die Segel bläst, darf man dankend annehmen.
Festivals sind Orte, wo man etwas entdeckt. Zuhörer entdecken Musikkapellen, Künstler entdecken andere Künstler, Kollaborationen entstehen und der Schwyzerörgeli-Fan verliebt sich am Rande in den Stockhausen-Liebhaber. Festivals ersetzen nie das abendfüllende Konzerterlebnis eines Künstlers, aber als Disziplin des Austausches und des Aufeinanderprallens von Ausdruck sind sie sehr wichtig. Sich für eine breite und weltoffene Kultur stark machen ist immer der richtige Weg.

«Es braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht.»

Gegenüber der NZZ haben sie einmal gesagt, dass man in der Schweiz nur mit Mainstream-Pop-Musik oder in stark subventionierten Genres wie Jazz oder Klassik überleben könne. Was muss sich ändern, dass das vielfältige Schweizer Musikschaffen sowohl in der Heimat als auch im Ausland vermehrt gehört wird?
Ein Problem ist, dass eine nur auf die Schweiz bezogene musikalische Nische halt wirklich klein ist, sodass sie nicht als Hauptberuf sondern eher ergänzend ausgeübt werden kann. Man muss also entweder in einem absatzstarken Genre oder einem subventionierten Umfeld tätig sein, oder sich eben geografisch ein grösseres Territorium vorknöpfen. Letzteres braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht. Ausser die Motiviation für diesen künstlerischen Wahnsinn kommt von ganz tief drin, gibt es leider für die meisten Schweizer keinen dringlichen Grund hierfür, die bereits vorherrschende Lebensqualität aufs Spiel zu setzen. Man muss ja schon auch ein wenig verrückt sein, darauf zumindest temporär verzichten zu wollen, um da draussen einen harten musikalischen Acker zu bestellen. Ich treffe auf meinen Reisen immer wieder sehr aktive Auslandschweizer. Es mangelt sicher viel weniger am Talent als an der Einstellung.

Seit 2006 leben und arbeiten Sie in Berlin und haben sich dort etabliert. Wie kann man als Schweizer Songschreiber im Ausland bestehen und wie wird die Schweizer Musik Ihres Erachtens im Ausland wahrgenommen?
Die meisten Menschen dieses Sonnensystems lieben die Schweiz und das, was sie verköpert. Das vergisst man manchmal, wenn man zu lange auf dem Berg sitzt. Wenn ich für andere Künstler in Berlin oder New York Musik schreibe, fragt schlichtweg niemand danach, wo ich aufgewachsen bin. Es geht immer genau nur um eines: für die entsprechende Phase eines Künstlers das richtige Werk zu schreiben. Und da kann es um kommerziellen Erfolg oder um künstlerische Erneuerung gehen. Und wenn ich als Solokünstler Bonaparte von Beijing bis Wellington meine Songs singe, fragt auch niemand nach meiner Herkunft – obwohl ich ehrlich gesagt sehr gerne anfüge, dass ich Schweizer bin – weil es mich gerade von den meisten da draussen unterscheidet und wichtiger Teil meines Wesens ist. Um bestehen zu können, muss man einen wachsamen Geist haben und die verschiedenen Parameter der Kulturen aufsaugen und einsetzen. Jeder kann das, egal wo er herkommt.

«Ich behaupte, dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre.»

Sie wohnen in Deutschland, sind aber bei der Schweizer SUISA Mitglied. Weshalb?
Ich behaupte, – und diesen Standpunkt teilen auch einige ausländische Autoren – dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Dies sage ich mit gutem Gewissen und aus eigener Überzeugung. Ich war in der Vergangenheit in den USA auch Mitglied der BMI und betreibe einen Verlag bei der GEMA. Alles gut und recht, aber die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre. Ich mochte die Zeit unter Poto Wegener sehr und hatte durch seine Unterstützung damals auch begonnen, mich intensiver mit dem Urheberrecht zu befassen. Die guten Beziehungen zum Hause SUISA sind geblieben und ich schätze den gegenseitigen Austausch und Respekt sehr.

An der Zürcher Hochschule der Künste unterrichten Sie im Fach «Songwriting». Kann man lernen, einen Hit zu schreiben? Welche Ratschläge geben Sie den Studenten für das Komponieren mit auf den Weg?
Meistens rate ich ihnen vor allem, alles zu vergessen, was sie zu wissen glauben. Ich äussere gerne meinen Wunsch, dass sie als Menschen und nicht als Musiker Songs schreiben sollen. Natürlich helfen uns analytisches oder theoretisches Wissen und praktische Techniken, um aus musikalischen Sackgassen schneller herauszufinden. Aber im Kern der Ideenfindung unterscheidet uns nicht sehr viel von Herrn und Frau Hugentobler, welche morgens in der Dusche eine Melodie pfeifen. Man kann sich natürlich wie bei allem im Leben – sei dies die Schlägerhaltung des Golfspielers oder das Kamasutra für den Liebhaber – eine Technik aneignen, mit der man es an jedem grauen Tag der Woche schafft, gute Songs zu schreiben. Aber gute Songs gibt es eben auch viele und genug – man muss vielmehr versuchen, diese Songs mit dem gewissen Etwas zu schreiben; die Songs, welche auch nach dem Lebenswerk von Lennon-McCartney und Udo Jürgens und Igor Strawinsky und Daft Punk trotzdem in ihrem Genre noch eine Berechtigung haben, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Das gelingt nicht immer, aber dafür muss der Songwriter morgens aufstehen – für den Versuch, einen Song zu schreiben, der diese Welt auf seine Art noch bereichert.

«Das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee.»

Der Musiker auf der Konzertbühne ist nicht zwingend der Songschreiber, der neben dem Star im Rampenlicht häufig in Vergessenheit gerät. Wie können Komponisten in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Schatten der Interpreten treten?
Die Frage ist, ob er dies muss. Ich singe nur die Songs, die ich keinem anderen Interpreten zutrauen kann. Der psychologische Druck, der auf einen Frontmann und Interpreten zu fallen kommt, kann auf Dauer auch ganz schön anstrengend sein. Ein Songwriter kann jedoch im Hintergrund agieren, irgendwo unbemerkt an sein Klavier sitzen, um sich nur auf den Kern der Musik zu konzentrieren. Und glauben sie mir, das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee. Nichts und gar nichts schlägt den wirklich gut geschriebenen Song, der das Handwerk geschickt mit dem Orginellen verbindet. Es besteht also durchaus Hoffnung für alle, die den Teufel an die Wand gemalt glaubten. Ich bin sehr froh damit, bei der SUISA ein Dutzend Pseudonyme zu bedienen – songwriterische Rollen, in die ich je nach Stilrichtung oder Stimmung schlüpfen kann und die nicht einmal meine engsten Freunde beim Namen kennen. Ich mag es, dass das professionelle Songschreiben manchmal auch einfach ein Gehemnis zwischen mir und einem Blatt Papier bleibt. Wenn der Musiker auf der Bühne irgendwas Seltsames tut, spricht am Tag darauf jeder darüber. Wenn der Komponist nackt ein kleines Streichquartettchen komponiert und dazu zwei Gläser Erdnussbutter löffelt, interessiert es keinen. Ich finde das gut so. Wichtig ist, dass wir Komponisten uns austauschen und dass unsere Rechte im Wandel der Zeit vertreten werden.

Musik für Dritte komponieren oder wie mit Mule & Man auf der Bühne performen – was macht für Sie den Reiz der beiden Tätigkeiten aus?
Ich hatte durchaus auch elitäre Phasen in meinem Leben, in denen ich nur diese eine Art von Free Jazz oder jene Spielart von Soul als hörenswürdig empfand. Aber am Ende des Tages bin ich leider einfach ein musikalisch gequälter Polyamorist, welcher alle Arten von Musik innigst liebt und eben auch miterfinden muss. Ich finde Befriedigung genauso beim Komponieren von Streicher- oder Bläser-Arrangements, Protestsongs, Punk-Chansons, Filmmusik, elektronischer Musik, experimentellen Geräuschfrickeleien oder Countrymusik für Gehörlose. Ich mag es, dass es zwischen dem Komponisten und dem Zuhörer diese endlose Fülle an kombinatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen gibt.

Links
Bonaparte, offizielle Website
Mule & Man, offizielle Facebook-Fanseite
Label Suisse, Website des Festivals
Schweizer Musikpreis, Informationsseite des Bundesamtes für Kultur

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Tobias Jundt Bonaparte Interview

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Label Suisse 2016: 70 Künstler, 7 Bühnen und 100 000 Zuschauer

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Label-Suisse-Place-Centrale

Grosse Bühne für die Schweizer Musik: Dicht besetzter Place Central vor der Open-Air-Hauptbühne des Festivals Label Suisse in Lausanne. (Foto: Joseph Carlucci)

Schon zum 7. Mal bringt das Festival Label Suisse in Lausanne das Schweizer Musikschaffen ins Rampenlicht. Dank der Unterstützung von diversen Sponsoren wie der SUISA, dem Bundesamt für Kultur, Pro Helvetia und SRF/RSI ist der Besuch der Konzerte für das Publikum kostenfrei. Die Auswahl der auftretenden Künstler unterschiedlicher Genres bietet dem Publikum einen weitreichenden Überblick über die aktuelle schweizerische Musikszene.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat sich entschieden, im Rahmen von Label Suisse auch den Schweizer Grand Prix Musik zu verleihen. Einige der Künstler, die für den Musikpreis des BAK nominiert sind, werden auf den Bühnen des Festivals Label Suisse ihr Können zum Besten geben.

Kommen auch Sie und geniessen Sie 3 Tage lang Schweizer Musik im malerischen Lausanne am Genfersee.

Der Terminplan für Professionals sieht wie folgt aus:
Flyer Label Suisse (PDF)

Das Musikprogramm finden sie hier:
https://labelsuisse.ch/site/de/programm

Am Donnerstag, 15. September 2016, verleiht das Bundesamt für Kultur zum 3. Mal den Schweizer Grand Prix Musik. Nominiert sind 15 Musikschaffende aus der ganzen Schweiz und aus unterschiedlichen Musiksparten. Ausgezeichnet wird die Gewinnerin oder der Gewinner in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset an der Preisverleihung im Saal Métropole in Lausanne.
http://www.schweizermusikpreis.ch/de/
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Schweizer Musik als Erlebnisreise am Festival Label Suisse

86 Veranstaltungen, 7 Konzertsäle, eine Open-Air-Bühne, der «Marché de la Musique» plus die Verleihung des ersten Schweizer Musikpreises durch das Bundesamt für Kultur (BAK). Das reichhaltige Angebot am Label Suisse 2014 erforderte einen handfesten Plan für die persönliche Entdeckungs- und Genussreise durch das Festivalprogramm. Alles mitkriegen und nichts verpassen war unmöglich. Mein Plan für die 3 Tage in Lausanne: mich durch die Vielfalt des Schweizer Musikschaffens treiben lassen.

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Label Suisse 2014: Schweizer Musik im Rampenlicht. (Foto: Manu Leuenberger)

Im Zug nach Lausanne halte ich in Gedanken meine Wünsche für den Besuch am diesjährigen Label Suisse fest. Ich will Neues für mich entdecken, die Bekanntschaft zu bereits Liebgewonnenem auffrischen, mir die unterschiedlichsten Stilrichtungen anhören, kurz: für 3 Tage in das Schweizer Musikschaffen eintauchen. Mein Plan dazu: Ich lasse mich spontan durch das reichhaltige Angebot des Festivalprogramms treiben. Dabei werde ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben, schlichtweg verdrängen.

Im Hotel angekommen verkleide ich mich für den einzigen fixen Programmpunkt meiner Entdeckungs- und Genussreise. Wer zusammen mit Bundesrat Alain Berset die Vergabe des ersten Schweizer Musikpreises miterleben darf, sollte sich vielleicht etwas Schickes anziehen, sagt mir mein Taktgefühl. Elegant herausgeputzt begebe ich mich zum ersten und letzten Mal an diesem Wochenende zu Fuss auf den Aufstieg vom Stadtteil «Sous-Gare» den Hang hinauf.

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Das Berner Elektro-Duo We Love Machines, Gewinner des «Best Composition Award» der FONDATION SUISA beim Swiss Live Talents Final 2013, trat am Eröffnungstag des Label Suisse 2014 im D! Club auf. (Foto: Manuela Haltiner)

Ein Ticket für die Lausanner Métro ist beim Label Suisse ebenso Gold wert wie ein handfester Plan für die Konzertbesuche, denke ich. Übrigens meine ich damit auch einen brauchbaren Stadtplan, denn als Nichteinheimischer kann man sich in den verzweigten Gässchen zu Berg und Tal prächtig und wiederholt verlaufen. Zumal die Wege zu den verschiedenen Festival-Lokalitäten mit eindeutiger Beschilderung bestimmt kenntlicher gemacht werden können, als es dieses Jahr der Fall war.

In der Opéra de Lausanne freue ich mich am Ende der aufwändig inszenierten und mehrheitlich kurzweiligen Show mit und für den Preisträger des ersten Grand Prix Musik, Franz Treichler. Mit dem Entscheid für den «ewigmorgigen» Sänger und Chefdenker der Young Gods sei der «richtige Gewinner zur richtigen Zeit» ausgewählt worden, schreibt «Der Bund» in der Folge: «Es geht [beim Schweizer Musikpreis] um Innovation und um Strahlkraft im In- und Ausland. Der Preis geht an einen Mann, der die Zukunft der Rockmusik vorweggenommen hat.»

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Franz Treichler (Bildmitte) stand nicht nur beim Konzert von The Young Gods im Scheinwerferlicht: Der Freiburger Musiker wurde am Freitag des Festivalwochenendes mit dem erstmals verliehenen Schweizer Musikpreis vom Bundesamt für Kultur ausgezeichnet. (Foto: Giorgio Tebaldi)

Bleibt zu erwähnen: Alle Nominierten wären für mein Empfinden würdige Preisträger des erstmals vom Bundesamt für Kultur (BAK) verliehenen Schweizer Musikpreises gewesen. Angesichts der Qual der Wahl hätte ich mit niemandem aus der 7-köpfigen Jury rund um die Schwyzer Dirigentin Graziella Contratto als Präsidentin an der Spitze tauschen wollen.

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«Domi Chansorn – ganz grosses Kino», meinte das Schweizer Fernsehen einmal. Am Label Suisse entwarf der Emmentaler seine Klangleinwand im Club Le Romandie. (Foto: Manuela Haltiner)

Apropos Qual der Wahl: Ein flüchtiger Blick auf das Label-Suisse-Programm ruft mir in Erinnerung, dass das Festival inzwischen in vollem Gang ist. Die Kollegen haben bereits We Love Machines und Domi Chansorn gehört. Soeben haben Anna Aaron und Polar gespielt. Jetzt steht die Legende Dieter Meier auf der Bühne. Zu Wolfman und Camilla Sparksss wurde mir geraten. Der Jazzer Tobias Preisig sei ein Geheimtipp …

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Rockig, rotzig, unbekümmert: erfrischender Auftritt des Genfer Frauenduos The Chikitas zu später Stunde am ersten Festivaltag. (Foto: Giorgio Tebaldi)

Vom Apéro riche nach der Preisverleihung mache ich mich auf den Weg zur Place de l’Europe. Dort ist mit Verpflegungsständen und Open-Air-Bühne gleich nebenan so eine Art Zentrum des Festivals. Die Zeit reicht noch für den erfrischend unbekümmerten Auftritt des Genfer Frauenrockduos The Chikitas im Club Le Romandie. Die letzten Takte von Stress, der auf der Open-Air-Bühne auf der Place Centrale gefeiert wird, nehme ich mit auf den Rückweg zur Nachtruhe im Hotel.

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Die Bieler Band Pegasus begeisterte mit ihrem Auftritt am Samstagnachmittag das Publikum auf der Place Centrale. (Foto: Manu Leuenberger)

Am Samstag stehen insgesamt 33 Veranstaltungen auf dem Programm. Bereits um 11 Uhr startet der musikalische Reigen mit dem Kiosque à Musiques, bei dem unter anderem die Landstreichmusik, die Klezmer-Jazz-Formation Yanac und das Orchester Les Délices de Suzy mit Chansonnière Yvette Théraulaz zu hören sind.

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Im Atrium der EJMA gab es schmissige Folk-Pop-Volkslieder mit rätoromanischen Texten von Corin Curschellas und ihren Mitmusikern zu hören. (Foto: Manu Leuenberger)

In der warmen Nachmittagssonne bringt die Bieler Popband Pegasus das Publikum von Jung bis Alt auf der Place Centrale zum Mitsingen und Mitklatschen. Auf zufällig mitgehörten Rat von neben mir stehenden Besuchern begebe ich mich in die EJMA, die «École de Jazz et de Musique Actuelle». Dort entdecke ich die schmissigen Folk-Pop-Volkslieder von Corin Curschellas und ihren Mitmusikern und bin davon begeistert.

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Die Big Band de Suisse Romande spielte mit dem Gast-Solisten Erik Truffaz am Samstag auf der Open-Air-Bühne. (Foto: Manu Leuenberger)

Mir fällt ein, wie zuvor jemand witzelte: «Blasmusik klingt für mich immer nach Guggenmusik.» Das Gegenteil beweist am Frühabend die Big Band de Suisse Romande mit ihrem Gast-Solisten Erik Truffaz. Ich pilgere weiter in die Kirche St-François, wo das Vokal-Ensemble La Sestina aus Neuchâtel Choralstücke des spanischen Renaissance-Komponisten Francisco Guerrero durch die gotischen Bögen des einstigen Franziskanerklosters schweben lässt.

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Das Ensemble La Sestina liess mit seinem Choral-Gesang in der Kirche St-François die Musik der Renaissance aufleben. (Foto: Manu Leuenberger)

Nach einem Happen zu essen von einem der vielen Verpflegungsstände rund ums Festivalzentrum kann ich mir The Young Gods auf der Open-Air-Bühne nicht entgehen lassen. Danach stehen unzählige Menschen vor dem D! Club für The Animen Schlange. Soll ich jetzt noch mit dem Shuttle-Bus ins Les Docks fahren und mir Rootwords anhören? Einen Fussmarsch ins ehemalige Kino Le Bourg zum Konzert vom Imperial Tiger Orchestra unternehmen? Oder doch lieber auf den Auftritt von Kadebostany auf der Open-Air-Bühne warten? Es hat leicht zu regnen begonnen. Ich bin erschöpft. Deshalb entscheide ich mich für die Rückkehr ins Hotel. Morgen ist ein weiterer Festivaltag …

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Der Sonntagmorgen am Label Suisse: Das Orchestre de Chambre de Lausanne, Franz Treichler und Erik Truffaz bringen «Avant l’aube», ein symphonisches Gedicht für Orchester, Trompete und Elektronik zur Aufführung. (Foto: Manu Leuenberger)

Auf dem Weg zum SUISA Contact Corner im etwas abgelegenen «Marché de la Musique» (Bourg-Plage) umfliessen mich am Sonntagmorgen die Klänge von «Avant l’aube», dem Klassik-Jazz-Elektro-Projekt von Erik Truffaz mit Franz Treichler und dem Orchestre de Chambre de Lausanne.

Label-Suisse_SUISA-Contact-Corner

Mitarbeiter der SUISA standen am Contact Corner für Fragen und Auskünfte zur Verfügung. (Foto: Manu Leuenberger)

Im «Marché de la Musique» ist der Betrieb das ganze Wochenende über leider nicht sehr gross. Am Contact Corner der SUISA ergeben sich dennoch einige interessante Gespräche. Vereinzelt sieht man auch ein paar bekannte Gesichter aus der Schweizer Musikszene in angeregte Diskussionen vertieft.

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Im «Marché de la Musique» angetroffen: Der Berner Singer/Songwriter und Präsident des Vereins Musikschaffende Schweiz Christoph Trummer (l.) im Gespräch mit SUISA-Vorstandsmitglied und Irascible-Music-CEO Christian Wicky (r.). (Foto: Manu Leuenberger)

Gerade als ich mich vom charmanten Bourg-Plage und von den Business-Themen verabschiedet habe, um wieder in die Welt der Musik einzutauchen, erreicht mich wie von einem anderen Stern eine unerwartete Nachricht von zu Hause. Aus privaten Gründen muss ich viel zu früh die Heimreise antreten.

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Er brachte massenweise Familien vor die Open-Air-Bühne auf der Place Centrale und zauberte ein Strahlen auf die Gesichter von Klein bis Gross: Kinderlieder-Star Henri Dès. (Foto: Giorgio Tebaldi)

Vom Kollegen kriege ich tags darauf berichtet, wie der welsche Kinderlieder-Star Henri Dès bei seinem Auftritt die Massen mobilisiert und für strahlende Kinder- wie Elterngesichter sorgt. Hin und her kreisen auf der Rückfahrt die Gedanken, wohin mich meine Entdeckungs- und Genussreise noch geführt hätte. Zu den Jazzrebellen Lukas Niggli und Andreas Schaerer? Zum wiedergeborenen Metal-Trio Coroner? Zum Klang- und Rhythmustüftler Julian Sartorius? Keltischer Pop von den Walliser Anach Cuan? Das Heimspiel von Bastien Baker? Energiegeladener Rock von den Hathors aus Winterthur? …

A la prochaine, Label Suisse!

Die SUISA und die FONDATION SUISA haben das Festival Label Suisse 2014 finanziell unterstützt.

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86 Veranstaltungen, 7 Konzertsäle, eine Open-Air-Bühne, der «Marché de la Musique» plus die Verleihung des ersten Schweizer Musikpreises durch das Bundesamt für Kultur (BAK). Das reichhaltige Angebot am Label Suisse 2014 erforderte einen handfesten Plan für die persönliche Entdeckungs- und Genussreise durch das Festivalprogramm. Alles mitkriegen und nichts verpassen war unmöglich. Mein Plan für die 3 Tage in Lausanne: mich durch die Vielfalt des Schweizer Musikschaffens treiben lassen.

Label-Suisse_Intro

Label Suisse 2014: Schweizer Musik im Rampenlicht. (Foto: Manu Leuenberger)

Im Zug nach Lausanne halte ich in Gedanken meine Wünsche für den Besuch am diesjährigen Label Suisse fest. Ich will Neues für mich entdecken, die Bekanntschaft zu bereits Liebgewonnenem auffrischen, mir die unterschiedlichsten Stilrichtungen anhören, kurz: für 3 Tage in das Schweizer Musikschaffen eintauchen. Mein Plan dazu: Ich lasse mich spontan durch das reichhaltige Angebot...Weiterlesen

Triff die SUISA am Contact Corner am Festival Label Suisse

Der Countdown läuft: Noch 3 Tage bis am 19.9. der Startschuss zum 6. Label Suisse in Lausanne fällt und die Stadt drei Tage lang ganz im Zeichen der Schweizer Musik steht. Du kannst die SUISA am Label Suisse persönlich treffen: Am Samstag- und Sonntagnachmittag des Festivalwochenendes werden Mitarbeiter der SUISA am Contact Corner für Fragen und Auskünfte zur Verfügung stehen. Du findest den SUISA Contact Corner im «Marché de la Musique» unter dem Viaduktbogen östlich der Bessières-Brücke.

Label-Suisse-Auskunft-Information

(Foto: Manu Leuenberger)

Du bist Musikschaffende/r und fragst dich…

  • was die SUISA für dich als Komponist/in tun kann?
  • wie du zu deinem Geld kommst, wenn deine Songs am Radio gespielt werden?
  • was genau auf deinen SUISA-Abrechnungen steht?
  • ob sich eine Mitgliedschaft als DJ lohnt?

Du bist Musiknutzer und fragst dich…

  • was du tun musst, um ein Konzert zu veranstalten zu dürfen?
  • ob du der SUISA melden musst, wenn am Weihnachtsessen deiner Firma eine Band spielt?
  • ob du eine Erlaubnis der SUISA brauchst, um eine CD herstellen zu lassen?
  • was du beachten musst, wenn du ein Werbevideo mit geschützter Musik vertonen willst?

Solche Fragen und alles was du sonst zum Thema SUISA wissen möchtest, beantworten wir dir am 20.9. und 21.9. am SUISA Contact Corner am Label Suisse.

Wir freuen uns auf deinen Besuch!

SUISA Contact Corner am Festival Label Suisse in Lausanne
Samstag und Sonntag, 20./21.9.2014
von 12 – 17 Uhr, Bourg-Plage

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Label-Suisse-2008-The-Invinczible-Show

Ein Blick von der Open-Air-Bühne im Zentrum von Lausanne, aufgenommen während dem Konzert von DJ Vincz Lee und Gästen («The Invinczible Show») am Label-Suisse-Festival 2008. (Foto: Jérôme Genet)

Julien Gross, was motiviert dich und dein Team, ein Festival zu veranstalten, dass voll und ganz der Schweizer Musik gewidmet ist?
Für die Weiterentwicklung der Schweizer Musik ist es essentiell, dass die Öffentlichkeit eine starke Verbindung zur Schweizer Musikszene hat. Wir wollen die Fülle der Schweizer Musik und die Kreativität unserer Künstler hervorheben. Zudem soll die Vielfältigkeit des Programms einen Austausch über geografischen Grenzen und Sprachbarrieren hinweg ermöglichen.
Seit einem Jahrzehnt erhält die Schweizer Musik immer mehr Anerkennung. Die Vergabe des ersten Schweizer Musikpreises durch das Bundesamt für Kultur (BAK) dieses Jahr ist ein weiterer Beweis. Das sieht man aber auch an den Festivals, bei denen immer mehr Schweizer Künstler auf dem Programm stehen. Natürlich hoffen wir, dass Label Suisse ebenfalls zu dieser Entwicklung beiträgt.

Wie kommt es, dass der Eintritt zu allen Konzerten kostenlos ist?
Das Gratis-Konzept ist seit der ersten Ausgabe eines der Grundprinzipien des Festivals. Wir sind fest davon überzeugt, dass dies zum Entdecken anregt und ein breiteres Publikum für die zahlreichen Stilrichtungen anzieht, die Label Suisse anbietet. Ausserdem soll der kostenlose Eintritt den Familien ermöglichen, dass ihre Kinder Konzerte erleben können, die sie sich zum Standardpreis finanziell vielleicht nicht hätten leisten können.

Du arbeitest auch für das Paléo Festival Nyon. Was ist anders, wenn man ein Festival nur mit Schweizer Künstlern organisiert?
Der grösste Unterschied besteht in der Anzahl verschiedener Stilrichtungen, die wir im Programm haben. Für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Programmgestaltern und den Veranstaltungsorten, an denen das Festival drei Tage lang über die Bühne geht, mussten wir einen Modus Operandi festsetzen. Ganz wichtig für uns ist, dass wir mit Profis zusammenenarbeiten können, die das ganze Jahr über in diesem Bereich tätig sind.

Inwiefern ist es für euch wichtig, dass die Veranstaltung von der SUISA und der FONDATION SUISA unterstützt wird?
Die Anerkennung der Schweizer Musikszene wird auch dadurch erreicht, dass die Öffentlichkeit ein besseres Verständnis davon hat, welche grundlegende Rolle die SUISA in der Schaffenskette und punkto Anerkennung der Arbeit der Schweizer Künstler spielt. Die Zusammenarbeit zwischen Label Suisse und der SUISA macht es möglich, diese Arbeit in den Vordergrund zu stellen.

Weshalb hat Radio Télévision Suisse die Festivalorganisation letztes Jahr an die Verein «Label Suisse pour la mise en valeur des musiques suisses» übergeben?
Radio Télévision Suisse wollte seine Investitionen wieder mehr auf sein Kerngeschäft, die Gestaltung des Sendeprogramms, konzentrieren. Das Organisieren eines Musikfestivals ist ein anderes Paar Schuhe. Dennoch besteht weiterhin eine sehr intensive Zusammenarbeit mit RTS wie auch mit der Stadt Lausanne, die beide das Festival stark unterstützen. Dank der wertvollen Hilfe von RTS und den Sendern der SRG SSR werden wir dieses Jahr von Lausanne aus erstmals mehrere Dutzend Stunden Schweizer Musik ins ganze Land übertragen: Parallel zu RTS werden auch RSI, SRF und RTR die Sendungen übertragen.

Was für Zukunftspläne gibt es für das Festival?
Label Suisse muss jetzt seine Strukturen festigen und an seiner Bekanntheit in der Deutschschweiz arbeiten. Wenn das Festival seine Mission, die Schweizer Musikszene sichtbarer zu machen, erfolgreich erfüllen will, braucht es eine stärkere Präsenz auf der anderen Seite des Röstigrabens.

Welche Konzerte im diesjährigen Programm möchtest du persönlich unbedingt miterleben?
Auf keinen Fall verpassen möchte ich Dieter Meier, den Pionier der elektronischen Musik, das Mondrian Ensemble, eine Formation aus Basel, die seit fast 15 Jahren den Brückenschlag zwischen zeitgenössischer und klassischer Musik vollführt, und weiter Plaistow, ein Genfer Trio, das Jazz, Rock und Elektro verschmelzen lässt.

Zum Festivalprogramm Label Suisse 2014

SUISA Contact Corner am Label Suisse 2014

Die SUISA und die FONDATION SUISA unterstützen das Festival, das sich voll und ganz der Schweizer Musik verschrieben hat. Am Samstag- und Sonntagnachmittag des Festivalwochenendes stehen Mitarbeiter der SUISA am Contact Corner im Rahmen des «Marché de la musique» unter dem Viaduktbogen östlich der Bessières-Brücke (Bourg-Plage) für Fragen und Auskünfte zu Dienstleistungen und Tätigkeit der SUISA zur Verfügung. Nutze die Gelegenheit und triff uns am Label Suisse!

SUISA Contact Corner am Festival Label Suisse in Lausanne
Samstag und Sonntag, 20./21.9.2014
von 12 – 17 Uhr, Bourg-Plage

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Vom 19. bis 21. September 2014 findet in Lausanne zum 6. Mal das Musikfestival Label Suisse statt. Auf 8 Bühnen in 7 Lokalitäten im Zentrum der olympischen Hauptstadt präsentiert das Festival an drei Tagen eine breite Palette schweizerisches Musikschaffens. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Im schriftlichen Interview gibt Julien Gross, Präsident des organisierenden Vereins von Label Suisse, Auskunft über das aussergewöhnliche Festival.

Label-Suisse-2008-The-Invinczible-Show

Ein Blick von der Open-Air-Bühne im Zentrum von Lausanne, aufgenommen während dem Konzert von DJ Vincz Lee und Gästen («The Invinczible Show») am Label-Suisse-Festival 2008. (Foto: Jérôme Genet)

Julien Gross, was motiviert dich und dein Team, ein Festival zu veranstalten, dass voll und ganz der Schweizer Musik gewidmet ist?
Für die Weiterentwicklung der Schweizer Musik ist es essentiell, dass die Öffentlichkeit eine starke Verbindung zur Schweizer Musikszene hat. Wir wollen...Weiterlesen