Tagarchiv: Klassische Musik

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden ist Pianist, Komponist, Autor und … Hundertjähriger. Am 11. November 2017 kann das Ehrenmitglied der SUISA seinen 100. Geburtstag feiern. Zum Festtag lässt Gastautor Jean-Pierre Mathez das bisherige Leben und Schaffen des Jubilars Revue passieren.

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden, früherer Präsident und heute Ehrenmitglied der SUISA, kann am 11. November 2017 seinen 100. Geburtstag feiern. (Foto: Yvan Ischer)

Ford Model T Baujahr 1913 (Foto: Ryan Fletcher / Shutterstock.com)

Geboren am 11. November 1917, neun Jahre nach Beginn der Produktion des Ford T anno 1908, wird Julien-François Zbinden ein privilegierter, aufmerksamer Zeuge dieser fantastischen technischen, künstlerischen, moralischen und spirituellen Entwicklung, die das Leben der Menschen auf dieser Erde grundlegend verändert hat.

Sein musikalisches Abenteuer beginnt jedoch mit seinem heiss geliebten Klavier:

«Heute noch teilt es meine Leidenschaft der Jazzmusik und unsere schöne Komplizenschaft ist im Album ‹The Last Call…?› verewigt, in meinem 93. Lebensjahr aufgenommen. Dieses Etwas ist mein Instrument, der weit über hundertjährige Flügel Blüthner Nr. 89293, Modell 190, gebaut 1910 in Leipzig. Ihm widme ich dieses Opus 111 (die ‹Blüthner-Variationen›, verlegt bei Editions Bim PNO67, Anmerkung des Autors), das das letzte meiner Werke für Klavier sein wird.»

Selbstporträt, Linolschnitt, 1937.

Anfangs verdient Julien-François Zbinden sein Leben als Barpianist und macht sich vertraut mit seiner Leidenschaft: dem Jazz, dann mit dem Komponieren.

Im Alter von dreissig Jahren beginnt seine Karriere in der Abteilung Musik des Radio Suisse Romande, das er administrativ und mit seiner Offenheit bis zur seiner Pensionierung 1982 prägen wird. Ruhmreiche Jahre mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne, der Fanfare Perce-Oreille, klassischen und volkstümlichen Chören der Romandie, mit Stars der chanson française, von Jazzorchestern; als Teilnehmer und Moderator von Debatten tritt er stets in mutigem Respekt der Meinungen auf. Unzählige Berühmtheiten aus der Welt der Musik werden nach Lausanne eingeladen: Die Archive sind voll von Direktsendungen und Aufnahmen mit diesen berühmten Künstlern. Er hat es verstanden, allen musikalischen Genres von Qualität Tür und Tor des RSR zu öffnen und so die Romandie wie auch die französischsprachigen Länder mit einer breiten musikalischen Kultur zu bereichern.

In seinen Mittfünfzigern macht er das Pilotenbrevet und berauscht sich mit den Emotionen, die ihm seine Arabesken und die verkleinerte Vision des prosaischen Erdenlebens verschaffen.

Julien-François Zbinden vor einer Piper L4, Einführung in den Landeanflug (Glacier des Diablerets, 11.12.1975). (Foto: ZvG)

Julien-François Zbinden am Klavier, Januar 2017. (Foto: ZvG)

Als Julien-François Zbinden das Pensionsalter erreicht, verlässt er das RSR und widmet sich mit Leib und Seele der Komposition (sein Schaffen wird über hundert Werke umfassen), seinen Freundschaften, dem Reisen, dem Schreiben (eine eindrückliche Biografie und zwei kürzlich erschienene Bücher), und nicht zu vergessen, die kürzlich vorgenommene Einspielung von zwei CDs mit Jazz-Standards am Klavier (TCB Montreux) …

Er war Präsident des Tonkünstlervereins (1973–1979) und von 1987 bis 1991 des Vorstands der SUISA.

Julien-François Zbinden ist auch ein wertvolles lebendiges Gedächtnis, ein hochgelehrter Mann, der seine Zeit mit grossem Scharfsinn analysiert hat. Seine musikalischen Werke werden weltweit gespielt und sind bei grossen europäischen Verlagshäusern verlegt (seit 1988 seine neuen Werke exklusiv in der Schweiz bei Editions Bim).

Es ist zu hoffen, dass die schweizerische Musikwelt diesen aussergewöhnlichen Künstler nicht vergisst und ihn den zukünftigen Generationen der Musiker und Musikliebhaber unsereres Landes weitervermittelt.

Über Julien-François Zbinden (viel) mehr erfahren kann man unter: www.jfzbinden.ch

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Julien-François Zbinden ist Pianist, Komponist, Autor und … Hundertjähriger. Am 11. November 2017 kann das Ehrenmitglied der SUISA seinen 100. Geburtstag feiern. Zum Festtag lässt Gastautor Jean-Pierre Mathez das bisherige Leben und Schaffen des Jubilars Revue passieren.

Julien-François Zbinden: 100 Jahre alt!

Julien-François Zbinden, früherer Präsident und heute Ehrenmitglied der SUISA, kann am 11. November 2017 seinen 100. Geburtstag feiern. (Foto: Yvan Ischer)

Ford Model T Baujahr 1913 (Foto: Ryan Fletcher / Shutterstock.com)

Geboren am 11. November 1917, neun Jahre nach Beginn der Produktion des Ford T anno 1908, wird Julien-François Zbinden ein privilegierter, aufmerksamer Zeuge dieser fantastischen technischen, künstlerischen, moralischen und spirituellen Entwicklung, die das Leben der Menschen auf dieser Erde grundlegend verändert hat.

Sein musikalisches Abenteuer beginnt jedoch mit seinem heiss geliebten Klavier:

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Komposition in Zeit und Raum

Im Rahmen der Basler Biennale Zeiträume, welche neue Musik und Architektur vereint, diskutieren am Samstag, 23. September 2017, eine Komponistin und drei Komponisten in einem Publikumsgespräch, wie ihre Werke entstehen. Text von Erika Weibel

Komposition in Zeit und Raum

An der Basler Biennale für neue Musik und Architektur findet am 23. September 2017 um 15:00 Uhr unter dem Titel «Zeiträume schaffen» ein Komponistengespräch statt. (Foto: Anna Katharina Scheidegger)

Vom 16. bis zum 24. September 2017 öffnet Basel seine Tore für ein spannendes Hörerlebnis: Neue Musik erschallt in den ungewöhnlichsten Ecken und Gassen. Gross und Klein sind eingeladen, sich auf musikalische Abenteuer einzulassen. So erklingt zum Beispiel im Hallenbad ein «Wasserspiel» (Kompositionen und Improvisationen für wechselnde Besetzungen im Hallenbad Spiegelfeld Binningen), oder man kann ein Alphornkonzert auf dem Basler Münsterplatz erleben. Auch Museen, Türme, sogar Friedhöfe öffnen ihre Tore der neuen Musik und geben dem Publikum so die Gelegenheit, Raum und Zeit ganz neu wahrzunehmen.

Das Festival Zeiträume zeichnet sich damit aus, dass es Komponistinnen und Komponisten beauftragt, für vorbestimmte Räumlichkeiten Werke zu komponieren, die am Festival uraufgeführt werden. Der aufmerksame Zuhörer kommt so nicht nur in den Genuss von verschiedenen Uraufführungen, sondern er kann erleben, welchen Eindruck, welche Einwirkung der Raum auf die Arbeit der Komponistin oder des Komponisten gehabt hat.

Komponistengespräch

Eine Komponistin und drei Komponisten, deren Werke an der diesjährigen Biennale uraufgeführt werden, tauschen sich beim Publikumsgespräch «Zeiträume schaffen» vom 23. September 2017 aus. Wie sehr hat sie die Räumlichkeit bei der Komposition ihres Werks inspiriert? Wie entstehen Werke und für wen werden sie geschrieben? Die Komponistin und die Komponisten erzählen von ihrer Arbeit und geben Auskunft über ihre neuen Werke, die sie für das Festival geschaffen haben.

Eintritt frei – Reservierung erforderlich

Nehmen auch Sie die Gelegenheit wahr, um dem Gedankenaustausch unter Komponierenden zuzuhöhren und um Fragen zu stellen. Herzlich sind Sie auch zum anschliessenden Aperitif eingeladen, bei dem gerne weiter rund um das Thema Komposition in Zeit und Raum philosophiert werden kann.

Werkraum Warteck PP / Restaurant Don Camillo, Burgweg 7, 4058 Basel
23. September, 15:00 Uhr
Gesprächsteilnehmende: Beat Gysin, Junghae Lee, Mario Pagliarani, Balthasar Streiff
Moderation: Bernhard Günther

Weitere Informationen und Programm des Festivals Zeiträume finden Sie unter: www.zeitraeumebasel.com

Das Komponistengespräch wird unterstützt von der SUISA.

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Im Rahmen der Basler Biennale Zeiträume, welche neue Musik und Architektur vereint, diskutieren am Samstag, 23. September 2017, eine Komponistin und drei Komponisten in einem Publikumsgespräch, wie ihre Werke entstehen. Text von Erika Weibel

Komposition in Zeit und Raum

An der Basler Biennale für neue Musik und Architektur findet am 23. September 2017 um 15:00 Uhr unter dem Titel «Zeiträume schaffen» ein Komponistengespräch statt. (Foto: Anna Katharina Scheidegger)

Vom 16. bis zum 24. September 2017 öffnet Basel seine Tore für ein spannendes Hörerlebnis: Neue Musik erschallt in den ungewöhnlichsten Ecken und Gassen. Gross und Klein sind eingeladen, sich auf musikalische Abenteuer einzulassen. So erklingt zum Beispiel im Hallenbad ein «Wasserspiel» (Kompositionen und Improvisationen für wechselnde Besetzungen im Hallenbad Spiegelfeld Binningen), oder man kann ein Alphornkonzert auf dem Basler Münsterplatz erleben. Auch Museen, Türme, sogar Friedhöfe öffnen ihre Tore…Weiterlesen

Beruf und Berufung | mit Video

Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

Am Samstag, 1. April 2017, war am Festival Archipel in Genf zu erleben, weshalb Musik zugleich Beruf und Berufung ist. Tagsüber fand ein Informationstag für junge Musikschaffende statt. In 12 Inputreferaten gaben Fachspezialisten aus ihrem Erfahrungsschatz viele Tipps für den Einstieg in das Berufsleben als Musiker oder Musikerin preis.

Die Impressionen im Video zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Themenkatalog, der besprochen wurde. Weitere Referate an diesem erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle», der mit der Unterstützung der SUISA stattfand, waren zu hören von: Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM, Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon, François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri, Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores, Bruno Serrou – Musikkritiker und Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon.

Beruf und Berufung | mit Video

Inspiration und Profession kamen auch bei der Gesprächsrunde mit Komponisten am 1. April 2017 beim Festival Archipel vor dem Abendkonzert im Alhambra zur Sprache. Auf dem Podium ganz rechts: Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA.

Am Abend fand vor dem Konzert im Alhambra ein öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mit dabei auf dem Podium war Xavier Dayer, Vorstandspräsident der SUISA. Das Publikum im gut gefüllten Saal erfuhr, weshalb die Vergütungen für Urheberrechte gerade für Komponisten, die keine Konzertgagen erhalten, von grosser Bedeutung sind. Dank dem Entgelt für die Arbeit können Komponisten wie Hanspeter Kyburz, William Blank oder Tristan Murail Werke schaffen, wie sie im Anschluss an die Gesprächsrunde gespielt vom Lemanic Modern Ensemble im Konzert zu hören waren.

www.archipel.org, Website des Festivals

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Wie gründe und betreibe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik? Von wem erhalte ich Fördergelder für meine Musikprojekte? Wozu ist die SUISA und die Swissperform da? Wie vertreibe ich meine Werke im Internet? Impressionen vom erstmals durchgeführten «Journée d’orientation professionnelle» am Festival Archipel 2017. Text, Foto und Video von Manu Leuenberger

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Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

Bereits zum 26. Mal lädt das Festival Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 nach Genf zum Rendez-vous mit dem zeitgenössischen Musikschaffen ein. Erstmals engagiert sich dieses Jahr die SUISA beim Festival Archipel. Mit Unterstützung der SUISA findet am 1. April 2017 ein Informationstag für junge Musikschaffende sowie eine öffentliche Gesprächsrunde mit Komponisten statt. Mehr im schriftlich geführten Interview mit dem Festivaldirektor Marc Texier. Text/Interview von Manu Leuenberger

Festival Archipel: Rendez-vous mit der zeitgenössischen Musik

«Das Festival Archipel hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und es soll die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren», schreibt Marc Texier, Direktor des Genfer Festivals Archipel. (Foto: Festival Archipel / Isabelle Meister)

Marc Texier, die 26. Durchführung des Festivals Archipel vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf steht unter dem Motto «Ensemble». Was steckt hinter dieser Parole?
Marc Texier: Archipel 2017 feiert unter dem Motto «Ensemble» die wichtige Kunst des Gemeinsamen, die man gerne auch auf andere Gemeinschaften übertragen sähe und die von der jungen Musikergeneration ausgiebig praktiziert wird. Ihr möchten wir eine breite Konzertplattform bieten.

Welches ist die grössere Motivation bei der Organisation des Festivals: Der Wunsch, den zeitgenössischen Komponisten und Interpreten ein Schaufenster zu ermöglichen, oder eine breitere Zuhörerschaft für die Neue Musik zu begeistern?
Das Festival hat einen doppelten Auftrag: Es soll talentierte junge Künstlerinnen und Künstler ausfindig machen und ihnen den Schritt vom Studium ins Berufsleben erleichtern. Dann soll es auch die zeitgenössische Musik in all ihren Formen präsentieren und einer breiten Zuhörerschaft den Weg zu dieser Neuen Musik ebnen. Das Festival folgt einer Dramaturgie und bringt lebendes Material einer sich neu erfindenden Kunst zum Klingen.

Werke von zeitgenössischen Komponisten fristen in den Programmen von traditionellen Konzerthäusern oft ein Schattendasein. Weshalb wird lieber Bach interpretiert als Neue Musik aufgeführt?
Und wenn es noch Bach wäre; aber es ist doch eher Tschaikowsky. Diese Frage müsste man den Vertretern von Orchestern und Konzerthäusern stellen. Woher kommt diese starke Zurückhaltung gegenüber dem zeitgenössischen Musikschaffen? Sie wird nicht von der Zuhörerschaft diktiert, denn diese ist neugierig, wie ich immer wieder feststellen konnte. Es sind die Strukturen, Orchester, Opernhäuser, Radios, die an der Musik festhalten, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens, im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschte. Dabei geht vergessen, dass sie damals die wichtigsten Träger der Moderne waren. Musealer Ansatz statt Entdeckungsfreude. Zum Glück gibt es viele Ausnahmen.

Im Rahmen der erstmals stattfindenden Académie Archipel Ose! unter der Leitung von Kaija Saariaho und Daniel Kawka können 6 junge Komponisten einen einwöchigen Kurs in symphonischer Komposition belegen. Wozu braucht es noch Ausbildung, wo heutzutage in der Musik sowieso keine Regeln mehr gelten und alles gestattet ist?
Edgar Varèse, einer der Väter der Neuen Musik, wollte die Regeln (die Grammatik) abbauen und nur noch den (vor allem akustischen) Gesetzen folgen. Hier stehen wir nun. Es gibt im Grunde genommen keine Regeln mehr, nur noch jene, die es zur Kanalisierung der eigenen Fantasie braucht. Doch es gelten nach wie vor die physikalischen Gesetze des Schalls, seiner Quelle und seiner Ausbreitung. Es gibt tausende Techniken der Konstruktion eines Werks, der Beherrschung seiner Form, des musikalischen Diskurses. Und schliesslich gehört auch die Informatik zum pragmatischen und notwendigen Instrumentarium der Musikkomposition. Wenn das alles mal erworben ist, dann kommt das Wesentlichste hinzu: seine Stimme zu finden, etwas Eigenes zu schaffen. Dabei helfen die Akademien, wo sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenen Werdegängen treffen: Nachdem die jungen Musiker im Konservatorium die «Gesetze» gelernt haben, entdecken sie ihr «Ich» in der Begegnung mit anderen Komponisten ihrer Generation.

Welche Herausforderungen muss ein angehender Schweizer Komponist meistern, dass seine Werke international gehört werden?
Dieselben wie ein Franzose oder eine Koreanerin. Seit dem Mauerfall und dem Zugang zahlreicher Länder zu relativem Wohlstand hat sich das Musikschaffen stark internationalisiert. Die Kandidaten für die Académie Archipel Ose! stammten aus nicht weniger als 30 Ländern von fünf Kontinenten. Von ihnen erwartet man solide theoretische und praktische Grundkenntnisse, Einfallsreichtum und Originalität, da sie ja weltweit von Akademie zu Akademie reisen, damit sie ihre Ausbildung vervollständigen und sich international bekannt machen können.

Am Samstag, 1. April 2017, wird in Koproduktion mit der SUISA ein «Journée d’orientation professionnelle» für junge Komponisten und Interpreten durchgeführt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im L’Abri ist kostenlos. Was bringt dieser Anlass einem jungen Musikschaffenden?
Als Neueinsteiger haben wir alle die beunruhigende Erfahrung gemacht, dass unsere Berufsvorstellung und die berufliche Realität auseinander klaffen. Wir können das nicht vollständig aus der Welt schaffen, doch wir helfen den jungen Musikern, Komponistinnen und Interpreten, das Umfeld kennenzulernen, in dem sie tätig sein werden. Dazu gehören auch die administrativen, rechtlichen, technischen und menschlichen Zwänge, denen sie bei der Ausübung ihrer Musik, in der sie spezifisch ausgebildet wurden, unterworfen sind. Die Computerisierung des Musikschaffens, die Entmaterialisierung der Träger, das Verschwinden der Grenzen zwischen den Kunstformen, der Ersatz der herkömmlichen Verbreitungskanäle wie TV, Radio und Printmedien durch die sozialen Netzwerke haben die Musikberufe – vom Musikkritiker zum Notenverleger und vom Orchestermusiker zum Tonschöpfer – grundlegend verändert. Die zur Tagung eingeladenen Fachpersonen werden auf diese Problematik eingehen.

Welche Veranstaltungen aus dem diesjährigen Festivalprogramm werden Sie sich persönlich auf keinen Fall entgehen lassen?
Ich werde selbstverständlich alle besuchen und kann diese Frage daher schlecht beantworten. Als Kenner der Neuen Musik würde ich die Kreationen unserer vier wichtigsten zeitgenössischen Komponisten auf keinen Fall verpassen wollen: Murail, Kyburz, Gervasoni und Blank im Rahmen des Konzerts des Lemanic Modern Ensemble am 1. April. Wenn ich eine Einführung in mir unbekannte zeitgenössische Musik wünschte und in einem angenehmen Ambiente unterschiedlichen Künstlern Fragen stellen wollte, würde ich mir den Nachmittag des 2. Aprils mit den «salons de musique», die sich der Kontrabassklarinette und dem Schlagzeug widmen, nicht entgehen lassen.

www.archipel.org, Website des Festivals

«Journée d’orientation professionnelle»
Ich bin ein junger Komponist, ein Interpret am Anfang meiner Karriere. Wo kann ich meine Ausbildung vervollständigen? An welcher Akademie? Wie stelle ich mich vor? Ich habe ein Ensemble gegründet: Wie mache ich es bekannt, wie entwickle und leite ich es? Muss ich mich bei einer Verwertungsgesellschaft anmelden? Sind Papier- oder entmaterialisierte Editionen besser? Kann ich meine Musik frei im Internet aufschalten? Wie arbeite ich interdisziplinär? Wo verbreite ich meine Arbeit? Diese Fragen und viele mehr stellen sich die jungen Künstler am Anfang ihres Berufslebens. Wir versuchen, sie im Rahmen von Treffen mit Juristen, Verlegerinnen, Lehrpersonen, Musikproduzenten zu beantworten. Die Tagung unter der Federführung der SUISA soll den Berufseinstieg junger Musikerinnen und Musiker erleichtern. Sie steht allen offen. (Text: Festival Archipel)
Samstag, 1. April 2017 im L’Abri – A2, freier Eintritt
10:00-10:10 h Begrüssungsrede Bernard Meier – Präsident des Verbands Archipel, verantwortlich für die Workshops der Musikhochschule HEM
10:10-10:30 h Nicolas Pont – Leiter des Rechtsdienstes der SUISA
10:30-10:50 h David Johnson – zuständig für das Westschweizer Büro von Swissperform
10:50-11:10 h Johannes Knapp – Direktor des STV/ASM
11:20-11:40 h Damien Pousset – Gründer des Labels Aeon
11:40-12:00 h Andri Hardmeier – Leiter der Abteilung Musik von Pro Helvetia
12:00-12:20 h François Passard (Direktor) und Alain Renaud (Leiter des Produktionsstudios) von L’Abri
Pause
13:30-13:50 h Marc Texier – Direktor von Archipel
13:50-14:10 h Daniel Zea – Komponist und Gründungsmitglied des Ensembles Vortex
14:10-14:30 h Tzairi Santos Garcia – verantwortlich für die Digitalentwicklung bei Outhere Music
14:30-14:50 h Lucas Fagin – Komponist und Ko-Direktor von Babelscores
15:00-15:20 h Bruno Serrou – Musikkritiker
15:20-15:40 h Marie-Christine Papillon – Direktorin des Verlagshauses Papillon
15:40-16.00 h Zusammenfassung/Debriefing
Komponisten im Gespräch
Mit Hanspeter Kyburz, Stefano Gervasoni, William Blank, Tristan Murail, Xavier Dayer. Moderiert von Marc Texier.

Samstag, 1. April 2017, 20h
Alhambra, freier Eintritt

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Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Vorstands der SUISA zu Sitzungen in Kommissionen und im Plenum. Ein Teil der Traktanden steht wiederkehrend zu einem vorgegebenen Zeitpunkt im Jahr an: Im Frühling ist die Jahresrechnung des vergangenen Geschäftsjahres ein wichtiger Punkt. Im Dezember wird das Budget für das Folgejahr definiert. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller und Manu Leuenberger

Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Momentaufnahme aus einem Konzert mit Werken von Claude Vivier und Karlheinz Stockhausen am letzten Festival Archipel in Genf: 2017 wird die SUISA in Zusammenarbeit mit dem Festival ein Sponsoring-Projekt durchführen. (Foto: Raphaëlle Mueller)

Weitere Themen ergeben sich aus dem Geschäftsgang, wie zum Beispiel Änderungen im Verteilungsreglement, Einzelheiten zu Tarifverhandlungen oder die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.

Einen festen Platz auf der Tagesordnung der Kommission Finanzen und Kontrolle hat die Budgetkontrolle. Die Kontrolle der Zahlen des laufenden Geschäftsjahres anlässlich der Vorstandssitzungen im Oktober 2016 ergab ein positives Bild: Per Stand 31. August 2016 sind die Einnahmen gegenüber dem Budget übertroffen sowie die Ausgaben unter Kontrolle.

Der Präsident der zuständigen Vorstandskommission konnte zufrieden feststellen, dass sich die Gesamteinnahmen aus dem Inland positiv entwickelten und sowohl das Budget als auch die Einnahmen des Vorjahres übertrafen. Dieser Trend zeichnete sich bereits im Bericht über das laufende Geschäftsjahr an der Generalversammlung vom Juni ab.

Aktuelles Geschäftsjahr bislang zufriedenstellend

Bei den Senderechten (Fr. 44,6 Mio.) zeigte der neue Tarif S (Privatsender) Wirkung. Bei den Aufführungsrechten (Fr. 33,4 Mio.) trugen vor allem Tarif E (Kino) und GT 3a (Hintergrundunterhaltung) zum guten Resultat bei. Unter den Erwartungen blieben die Vervielfältigungsrechte (Fr. 4,2 Mio.), was den Markt widerspiegelt.

Die Vergütungsansprüche (Fr. 5,3 Mio.) stiegen an – auch wegen der Leerträgervergütung auf den Smartphones (Tarif GT 4e). Zwar wurden weniger Geräte verkauft, doch die Speicherkapazitäten sind grösser geworden. Die Entwicklung im Online Bereich (Fr. 4,6 Mio.) bestätigt ebenfalls eine Markttendenz: Die Einnahmen aus Streaming-Nutzungen wurden höher, während jene aus Download-Nutzungen rückläufig waren.

Noch ist das Jahr nicht zu Ende. Auf Faktoren wie unregelmässige Zahlungseingänge, Rekurse in Tarifverhandlungsprozessen oder Marktentwicklungen hat die SUISA oft kaum Einfluss. Dennoch sind Vorstand und Geschäftsleitung zuversichtlich, dass die budgetierten Zahlen bis Ende 2016 erreicht, vielleicht sogar übertroffen werden.

Sponsoring-Engagement im Bereich Klassik geplant

In der Vorstandskommission für Organisation und Kommunikation wurden die Sponsoring-Engagements der SUISA für das Jahr 2017 besprochen. Generell beteiligt sich die SUISA nur bei wenigen Gelegenheiten als Sponsor. Die Engagements der SUISA verfolgen in der Regel einen gezielten Zweck.

Hauptsächlich soll das Bewusstsein für das kompositorische Schaffen und den kulturellen wie ökonomischen Wert dieser kreativen Arbeit in der Öffentlichkeit verankert werden. Weiter sind die Vermittlung von Wissen über das Urheberrecht und die Tätigkeit der SUISA die Hauptanliegen bei Sponsoring-Beteiligungen. Dazu werden meistens spezifische Projekte umgesetzt, bei denen Komposition, SUISA und Urheberrecht zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen oder Anlässen in einer konkreten Form thematisiert wird.

Neu ist ein Sponsoring-Engagement im Bereich der klassischen Musik vorgesehen. Der Vorstand begrüsste das Vorhaben. Geplant ist für 2017 ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Festival Archipel. Das Festival für zeitgenössisches Musikschaffen findet vom 24. März bis 2. April 2017 in Genf statt.

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Edito-AW-Jun-2016-Drums-backstageNachhaltiges Wachstum für die Mitglieder Genossenschaften zeichnen sich durch solides Wirtschaften aus. Dies gilt auch für die SUISA. Die Genossenschaft der Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik hat 2015 ihre Einnahmen leicht gesteigert. Von diesem Geld verteilt die SUISA rund 88% an die Rechteinhaber. Insgesamt sind es 125 Millionen Franken. Die Genossenschaft leistet damit einen substanziellen Beitrag an das finanzielle Auskommen ihrer Mitglieder. Nachfolgend eine Analyse des Jahresergebnisses. Weiterlesen
Vorstandsbericht-April-2016Zusätzliche Verteilung von 7 Prozent im Jahr 2016 Wichtige Themen an der Sitzung des SUISA-Vorstands im April waren der Jahresabschluss, der Jahresbericht und die Vorbereitung der Generalversammlung, die am Freitag, 24. Juni 2016, in Bern stattfinden wird. Der Vorstand der SUISA hat sich an seiner Sitzung im April vorrangig mit dem Jahresabschluss 2015 beschäftigt. Er wird zum ersten Mal nach neuen Rechnungslegungsstandards (Swiss GAAP FER) dargestellt. Weiterlesen
Electron-Flyer_1200pDie SUISA ist am Electron Festival in Genf dabei Die SUISA ist bei der 13. Ausgabe des Electron Festivals zum ersten Mal als Partner dabei und veranstaltet zusammen mit den Festivalmachern ein Panel zum Thema: «Wieso bezahlen Veranstalter auch die SUISA – und wer bekommt das Geld?» Das Festival für elektronische Kultur findet vom 24. bis 27. März 2016 in Genf statt und bietet neben Liveacts und DJs auch Installationen, Workshops und Konferenzen. Weiterlesen
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Viermal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Vorstands der SUISA zu Sitzungen in Kommissionen und im Plenum. Ein Teil der Traktanden steht wiederkehrend zu einem vorgegebenen Zeitpunkt im Jahr an: Im Frühling ist die Jahresrechnung des vergangenen Geschäftsjahres ein wichtiger Punkt. Im Dezember wird das Budget für das Folgejahr definiert. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller und Manu Leuenberger

Sitzung des SUISA-Vorstands: Einnahmen, Budget und Klassik-Sponsoring

Momentaufnahme aus einem Konzert mit Werken von Claude Vivier und Karlheinz Stockhausen am letzten Festival Archipel in Genf: 2017 wird die SUISA in Zusammenarbeit mit dem Festival ein Sponsoring-Projekt durchführen. (Foto: Raphaëlle Mueller)

Weitere Themen ergeben sich aus dem Geschäftsgang, wie zum Beispiel Änderungen im Verteilungsreglement, Einzelheiten zu Tarifverhandlungen oder die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.

Einen festen Platz auf der Tagesordnung der Kommission Finanzen und Kontrolle hat die Budgetkontrolle. Die Kontrolle der Zahlen…Weiterlesen