Tagarchiv: CISAC

Sitzung des SUISA-Vorstands im April 2017

An der Frühlingssitzung setzte sich der SUISA-Vorstand mit den finanziellen Ergebnissen des Vorjahrs auseinander. Er genehmigte die Jahresrechnung 2016 der SUISA und der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge. Auf der Traktandenliste standen zudem die Genehmigung des Jahresberichts 2016 sowie die Vorbereitung der einzelnen Geschäfte der Generalversammlung vom 23. Juni 2017 in Zürich. Die internationale Verflechtung der SUISA zeigte sich in der Diskussion über die Preisgestaltung der IPI-Abonnemente. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

Sitzung des SUISA-Vorstands im April 2017

Wichtiges Traktandum an der Vorstandssitzung im Frühling: Die Vorbereitungen auf die Generalversammlung, an der die Mitglieder der SUISA über die Geschicke ihrer Genossenschaft mitbestimmen können. (Foto: Manu Leuenberger)

Die Jahresrechnung 2016 der SUISA zeigt ein für die Urheber und Verleger von Musik erfreuliches Ergebnis: Die Einnahmen aus dem Schweizer Geschäft erreichten eine neue Rekordmarke (Fr. 136,1 Mio.). Der Gesamtumsatz (Fr. 154,3 Mio.) war der höchste in der Geschichte der Genossenschaft. Der Betrag, der an die Berechtigten verteilt werden kann, stieg auf Fr. 128,9 Mio. (Vorjahr: 125 Mio.).

Jahresrechnung 2016 der Fürsorgestiftung

Die Vorstandsmitglieder bilden zusammen den Stiftungsrat der Urheber- und Verlegerfürsorge (UVF). In dieser Funktion haben sie das Ergebnis der UVF-Stiftung geprüft und genehmigt. Das Stiftungsvermögen ist gestiegen. Bevor jedoch über eine Anpassung der Versicherungsleistungen diskutiert wird, wartet man die Auswirkungen des revidierten Fürsorgereglements auf die Jahresrechnung 2017 ab (siehe auch Artikel «Neues Fürsorgereglement gültig ab 1. Januar 2017» auf dem SUISAblog).

Generalversammlung 2017 der SUISA am 23. Juni in Zürich

Die ordentliche Generalversammlung der SUISA findet dieses Jahr am Freitag, 23. Juni 2017, im Kaufleuten Festsaal in Zürich statt. Türöffnung ist um 9.45 Uhr. Die Versammlung beginnt um 11.00 Uhr.

Im ersten Teil der GV werden die vorgegebenen statutarischen Geschäfte behandelt. Im zweiten Teil der Versammlung kommen folgende aktuellen Themen zur Sprache:

SRG & Service Public

Unter dem Begriff «Service Public» wird der Auftrag der SRG und der gebührenfinanzierten Privatsender betrachtet. Verstanden wird er als ganzheitlicher Dienst an der Gesellschaft, der die Bedürfnisse in Bezug auf Bildung, Kultur und Unterhaltung der Bevölkerung abdeckt.
Die No-Billag-Initiative stellt den «Service Public» in Frage. Sie zielt nicht – wie suggeriert – auf die Abschaffung der Billag. Ihr Ziel ist es, die öffentliche-rechtliche Finanzierung von Sendungen zu stoppen. Betroffen wären die SRG und Schweizer Privatsender, die aus der Radio-/TV-Gebühr Gelder erhalten. Der Ständerat hat die Initiative in der Frühlings-Session abgelehnt. Im Nationalrat wird sie voraussichtlich im Herbst diskutiert.

Ein weiterer Vorstoss fordert, dass die SRG auf alle Radiosender verzichtet, die nicht Teil des «Service Public»-Auftrags sind. Betroffen wären die sogenannten Spartensender: Radio Swiss Pop/Classic/Jazz, Radio SRF Virus, Radio SRF Musikwelle, Radio RTS Option Musique würden verstummen. In den Programmen dieser Spartensender wird Schweizer Musik oft gespielt. Würden die Sender eingestellt, ginge viel Sendezeit für Musik von SUISA-Mitgliedern verloren.

Géraldine Savary, Ständerätin und SUISA-Vorstandsmitglied, wird die politischen Debatten rund um den «Service Public» kommentieren.

SUISA rüstet sich für die Zukunft

Die SUISA hat zusammen mit der US-amerikanischen Gesellschaft SESAC das Joint Venture Mint Digital Services gegründet. Das Unternehmen übernimmt die Abrechnung und Administration des Online-Lizenzierungsgeschäfts von SESAC und SUISA und bietet seine Dienstleistungen auch Verlagen und Verwertungsgesellschaften an. Mit Warner/Chappell Music bezieht bereits ein Major-Verlag Dienstleistungen von Mint Digital Services. Andreas Wegelin wird über diesen wichtigen Schritt in die Zukunft und die Folgen für die SUISA und ihre Mitglieder berichten.

IPI-System: Was darf es kosten?

SUISA bietet den CISAC-Gesellschaften seit 1969 das elektronische Weltverzeichnis der Urheber/Verleger an. Die technische Infrastruktur des Interested Parties Information (IPI) System gehört der SUISA. SUISA stellt den Schwestergesellschaften, die das System nutzen, für die Dienstleistung jährlich Rechnung.

Das IPI-System ist Teil der IT-Tools der CISAC. Der CISAC-Verwaltungsrat hat die Kosten der IT-Tools überprüft. Dabei war das IPI von diesen Systemen im Jahr 2014 das teuerste. Zwar wurden die Abonnements-Preise für das IPI-System schon früher einmal gesenkt. Trotzdem verlangt das Management Board des internationalen Dachverbandes erneut, dass die Preise nach unten angepasst werden. Andernfalls, so wird angetönt, würde ein Konkurrenz-System aufgebaut.

Die Vorstandsmitglieder haben über den Handlungsspielraum beraten zwischen fairen, kostendeckenden Preisen und dem Willen der SUISA, das IPI weiterhin mit einem hohen Qualitätsstandard zu betreiben. Der Wert des Systems hängt davon ab, dass alle Verwertungsgesellschaften ihre Daten in diesem einen System eingeben und es damit das weltweit zuverlässige Identifikationssystem für die Urheber und Rechtsinhaber ist und bleiben soll.

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Auf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer MusikAuf den Spartensendern der SRG lebt die Schweizer Musik Sechs Spartensender der SRG sollen abgeschafft werden. Dies verlangt eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats. Für die Schweizer Musikschaffenden hätte dies verheerende Folgen. Gerade von diesen Sendern wird hiesige Musik viel gespielt und gefördert. Unterzeichnen Sie die Online-Petition «Hände weg von den Spartenradios» jetzt! Weiterlesen
SUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-EinnahmenSUISA rechnet 2017 mit markantem Anstieg bei den Streaming-Einnahmen Zuoberst auf der Traktandenliste der Sitzung des SUISA-Vorstands vom Dezember 2016 stand das Budget für das nächste Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte mit Genugtuung fest, dass sich die positive Entwicklung aus den letzten Jahren in Bezug auf die Einnahmen fortsetzt (+3,2%). Der Aufwand bleibt stabil und die Verteilsumme erhöht sich leicht (+2,91%). Weiterlesen
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An der Frühlingssitzung setzte sich der SUISA-Vorstand mit den finanziellen Ergebnissen des Vorjahrs auseinander. Er genehmigte die Jahresrechnung 2016 der SUISA und der Stiftung Urheber- und Verlegerfürsorge. Auf der Traktandenliste standen zudem die Genehmigung des Jahresberichts 2016 sowie die Vorbereitung der einzelnen Geschäfte der Generalversammlung vom 23. Juni 2017 in Zürich. Die internationale Verflechtung der SUISA zeigte sich in der Diskussion über die Preisgestaltung der IPI-Abonnemente. Bericht aus dem Vorstand von Dora Zeller

Sitzung des SUISA-Vorstands im April 2017

Wichtiges Traktandum an der Vorstandssitzung im Frühling: Die Vorbereitungen auf die Generalversammlung, an der die Mitglieder der SUISA über die Geschicke ihrer Genossenschaft mitbestimmen können. (Foto: Manu Leuenberger)

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Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

8/12 für Urheber, 4/12 für Verleger: Die SUISA passt ihren Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht wieder an den in Europa gebräuchlichen Standard an. (Bild: Manu leuenberger)

Die meisten europäischen Schwestergesellschaften der SUISA wenden bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht den sogenannten «CISAC-Schlüssel» an. Die CISAC ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Die Anteile im vom Dachverband empfohlenen Verteilungsschlüssel bei Aufführungen und Sendungen betragen 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger.

Verteilungsschlüssel der SUISA

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wich in diesem Punkt bislang vom international etablierten CISAC-Standard ab. Bisher waren im Verteilungsreglement der SUISA bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderechte Anteile von 65% für Urheber und maximal 35% für Verleger festgehalten. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern wird der Komponist mit 60% und der Verleger mit 40% beteiligt.

Bei subverlegten Werken stehen dem Urheber gemäss Verteilungsreglement für Aufführungen und Sendungen 50% und dem Verleger und Subverleger zusammen die restlichen 50% zu. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern erhalten der Urheber 40% und der Verleger und Subverleger zusammen 60%. Wobei zu erwähnen ist, dass die SUISA bei subverlegten Werken grundsätzlich die vertraglich vereinbarte Aufteilung zwischen Verleger und Subverleger übernimmt. Nur wenn diese fehlen, werden die reglementarischen Schlüssel berücksichtigt.

Anpassung an den europäischen Standard von CISAC

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wird nun bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht an den europäischen Standard angepasst. Die Schlüssel betreffend Herstellung von Ton- und Tonbildträgern (mechanisches Recht) bleiben im Verteilungsreglement unverändert. Genau genommen ist die Anwendung des CISAC-Schlüssels von 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger keine Neuerung sondern eine Wiedereinführung.

Der europaweit gebräuchliche Schlüssel entspricht eigentlich den Bruchzahlen 8/12 (Anteil Urheber) respektive 4/12 (Anteil Verleger). Als die SUISA 1962 mit Informatiksystemen zu arbeiten begann, wollte man Dezimalstellen hinter dem Komma vermeiden. Deshalb änderte die SUISA den Schlüssel und rundete die Zahlen auf 65% respektive 35%. Die meisten anderen europäischen Gesellschaften behielten die Bruchwerte von 66,67% und 33,33% bei.

Auswirkungen der geänderten Verteilungsregeln

Dank der Anpassung des Verteilungsschlüssels erhalten die Urheber von der SUISA die Anteile vergütet, die im europäischen Raum als Standard gelten. Damit einhergehend wird für die Verleger der Anteil zwar um 1,67% geschmälert. Jedoch profitieren sowohl Verleger als auch Urheber von positiven Auswirkungen, die ihnen durch die Änderung zugut kommen.

Denn neben der Harmonisierung mit den anderen europäischen Gesellschaften ergeben sich bei der (Wieder-)Einführung des CISAC-Schlüssels für originalverlegte Werke weitere bedeutende Vorteile:

  • Bedeutende Effizienzsteigerung bei der Werkregistrierung: Die Verarbeitung der SUISA-Werke mit internationaler Beteiligung wird einfacher. Mühsame Umrechnungen bei Gemeinschaftsproduktionen mit ausländischen Urhebern entfallen.
  • Wesentliche Vereinfachung der Verarbeitung von Abrechnungen der Schwestergesellschaften: Die übereinstimmenden Verteilungsschlüssel erleichtern die Verarbeitung der Abrechnungen von ausländischen Schwestergesellschaften wesentlich.

Gültigkeit der Änderung im Verteilungsreglement

Sowohl der Vorstand der SUISA als auch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) haben dieser Änderung zugestimmt. Die neuen Verteilungsschlüssel werden ohne Rückwirkung per 1. Januar 2017 in Kraft treten. Das heisst, dass ab 1. Januar 2017 alle neu angemeldeten Werke mit dem neuen Verteilungsschlüssel registriert werden. Bei früher angemeldeten Werken bleibt der aktuelle Verteilungsschlüssel gültig. Diese Werke werden nicht umregistriert.

Der Entscheid des IGE vom 28. Juli 2016 ist publiziert unter: www.suisa.ch/shab

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VR-Aenderung-VK1CD2CD_v2Revision der Verteilungsklassen 1C/1D und 2C/2D Die Regeln für die Verteilung der Urheberrechtsvergütungen für gesendete Musik in Fernseh-Sendeprogrammen der SRG und von TV-Privatsendern werden teilweise geändert. Die Anpassungen im Verteilungsreglement der SUISA betreffen die Verteilungsklassen 1C, 1D, 2C und 2D. Weiterlesen
VerlagsvertragDer Verlagsvertrag: Welche Punkte gilt es zu beachten? Der Verlagsvertrag ist in der Schweiz im Obligationenrecht geregelt. Die gesetzlichen Regelungen dazu sind jedoch nicht sehr ausführlich. Speziell beim Musikverlagsvertrag kann man sich nicht einfach auf das Gesetz verlassen. Zudem können die Parteien auch eigene Vereinbarungen im Vertrag festhalten. Worauf gilt es also beim Verlagsvertrag zu achten? Weiterlesen
Abrechnungstermine_2016_DEAbrechnungstermine 2016: Mitglieder erhalten ihre Vergütungen rascher Ab 2016 rechnet die SUISA anstatt nur zweimal zukünftig viermal pro Jahr ab. Die Mitglieder erhalten dadurch rascher ihre Vergütungen. Dank der Integration verschiedener Abrechnungssparten in eine Abrechnung kann die SUISA zudem ihre Verarbeitungsprozesse vereinfachen und damit die Kosteneffizienz steigern. Weiterlesen
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Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

8/12 für Urheber, 4/12 für Verleger: Die SUISA passt ihren Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht wieder an den in Europa gebräuchlichen Standard an. (Bild: Manu leuenberger)

Die meisten europäischen Schwestergesellschaften der SUISA wenden bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht den sogenannten «CISAC-Schlüssel» an. Die CISAC ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Die Anteile im vom Dachverband empfohlenen Verteilungsschlüssel bei Aufführungen und Sendungen betragen 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger.

Verteilungsschlüssel der SUISA

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Musik, ein internationales Geschäft! Auch für SUISA-Mitglieder?

In der Schweiz wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Die höchsten Einnahmen aus dem Ausland fliessen aus den direkten Nachbarländern in die Schweiz. Die SUISA setzt sich auch für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein. Das ist nicht immer einfach. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

Ausland-Zahlungsverkehr-DE

Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

Bei jährlichen Einnahmen der SUISA von CHF 125 Mio. aus der Verwertung von Urheberrechten in der Schweiz und Liechtenstein fliessen aus dem Ausland rund CHF 11 Mio. in die Schweiz. Dabei wird der Inlandumsatz nicht nur durch die Musik von SUISA-Mitgliedern erzielt: Die SUISA hat mit rund 100 Schwestergesellschaften auf der ganzen Welt Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge vertritt die SUISA in der Schweiz und Liechtenstein auch das Musikrepertoire von Mitgliedern der ausländischen Schwestergesellschaften.

Tatsache ist: Bei uns wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Im Vergleich zum Inlandumsatz sind die rund CHF 11 Mio. Einnahmen zu Gunsten der SUISA-Mitglieder aus dem Ausland wesentlich geringer. Die höchsten Beträge aus dem Ausland flossen in den letzten Jahren aus den direkten Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Aber sind CHF 11 Mio. aus dem Ausland wirklich genug? Werden die Rechte unserer Mitglieder mit dem gleichen Nachdruck und der gleichen Sorgfalt wahrgenommen wie wir das in der Schweiz für die ausländischen Rechteinhaber tun? Wie setzt sich die SUISA für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein?

Wahrnehmung der Rechte von SUISA-Mitgliedern im Ausland

In den Gegenseitigkeitsverträgen mit über 100 ausländischen Schwestergesellschaften werden die entsprechenden Rechte übertragen und deren Wahrnehmung garantiert. Dieser Verpflichtung muss nachgekommen werden, andernfalls liegt eine Vertragsverletzung vor.

In der Praxis werden alle Nutzungsmeldungen an unsere Schwestergesellschaften in einer Datenbank erfasst. Dieses Datenbanksystem namens „CaseManagement“ generiert automatische Reminder an die Schwestergesellschaften, wenn diese nicht innerhalb einer gesetzten Frist antworten. Je nach Fall schreibt die SUISA zusätzlich die Schwestergesellschaften separat an oder kontaktiert die zuständigen Mitarbeitenden der Gesellschaften telefonisch.

Zusammenarbeit mit ausländischen Schwestergesellschaften

Zwischen den Schwestergesellschaften werden Tausende von Nutzungsmeldungen ausgetauscht. Diese zu bearbeiten, benötigt viel Zeit. Manchmal können daraus langwierige Abklärungen entstehen, wenn zum Beispiel die Musiknutzung der Gesellschaft im Ausland noch gar nicht bekannt war, der Veranstalter die für eine Lizenzierung notwendigen Angaben noch nicht geliefert hat oder die gestellte Rechnung nicht bezahlt worden ist. Gerne würden wir unseren Mitgliedern schnellere Antworten beziehungsweise Nachverrechnungen liefern, doch die einzelnen Gesellschaften (wie auch wir selber) brauchen zuweilen Monate für diese Untersuchungen.

In vielen Fällen ist es auch mangels Kenntnissen der Tarife und Verteilungsreglemente der Schwestergesellschaften schwierig zu erkennen, ob diese das Inkasso und die Verteilung richtig und angemessen erledigt haben. Durch persönliche Gespräche, Besuche vor Ort und Einsicht in die entsprechenden Tarife und Reglemente, sofern sie dann auch veröffentlicht sind, können wir die Abrechnungen unserer ausländischen Schwestergesellschaften auf deren Korrektheit prüfen.

Applikation für internationale Nutzungsmeldungen unter CISAC-Mitgliedern

Da alle Verwertungsgesellschaften mehr oder weniger mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, sucht man auf internationaler Ebene nach Lösungen und Verbesserungen. Eine neue Applikation namens «Live Performance Notification», entwickelt von der Firma «FastTrack, the Digital Copyright Network», soll CISAC-Mitgliedern den Austausch von internationalen Nutzungsmeldungen erleichtern. CISAC (Confédération Internationale des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs) ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften. Über das neue Tool können sich die Gesellschaften innerhalb des bereits existierenden Systems («CIS-Net Powered by FastTrack», Common Information System der CISAC) gegenseitig informieren, wenn Werke ihrer Mitglieder in den jeweiligen Gebieten der Gesellschaften genutzt werden.

Mittels dieser Applikation können Nutzungsdaten (Zeit, Ort etc.) sowie die aufgeführten Werke (Repertoire-Liste) erfasst und der entsprechenden Gesellschaft übermittelt werden. Ein integriertes Trackingsystem ermöglicht eine Übersicht über den Status der übermittelten Anfragen. Zusätzlich generiert das System automatische Mahnungen, falls Anfragen nicht in der vorgesehenen Zeit beantwortet werden.

Das neue System ist eine zusätzliche Hilfe bei den weiterhin grossen Anstrengungen, die von der SUISA unternommen werden, um die Wahrnehmung der Rechte ihrer Mitglieder auch im Ausland zu gewährleisten. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn die Musik unserer Mitglieder international noch mehr Anerkennung und Gehör findet. Damit aus den rund CHF 11 Mio. Einnahmen aus dem Ausland bald mehr wird.

Die SUISA hält neben anderen ausländischen Verwertungsgesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an der technischen Dienstleistungsfirma FastTrack, the Digital Copyright Network.

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In der Schweiz wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Die höchsten Einnahmen aus dem Ausland fliessen aus den direkten Nachbarländern in die Schweiz. Die SUISA setzt sich auch für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein. Das ist nicht immer einfach. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

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Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

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