Tagarchiv: Auszeichnung

Zwischen Melodie, Harmonie und Rhythmus vermitteln

Die FONDATION SUISA zeichnet Heiri Känzig mit ihrem Jazzpreis 2016 aus. Der Zürcher Musiker gilt als einer der herausragenden Kontrabassisten Europas. Weniger bekannt ist er als profilierter Komponist. Gastbeitrag von Markus Ganz

Heiri Kaenzig Jazzpreis 2016 FONDATION SUISA

«Sein Variantenreichtum und seine Fingerfertigkeit machen ihn zu einem Virtuosen auf seinem Instrument», schreibt die FONDATION SUISA in der Medienmitteilung zur Vergabe des Jazzpreises über den diesjährigen Gewinner Heiri Känzig. (Foto: Pablo Faccinetto)

In der internationalen Jazzszene ist Heiri Känzig wohl bekannter als in der Schweizer Öffentlichkeit. Der Kontrabassist hat eben nie die Aufmerksamkeit der breiten Masse gesucht, sondern immer mit schlichter Musikalität überzeugt. Der 1957 geborene Zürcher ging zudem der Musik wegen schon in jungen Jahren ins Ausland und lebte lange in Städten wie Wien, München und Paris. Schmunzelnd erinnert sich Heiri Känzig im Gespräch daran, dass ihn Mathias Rüegg dazu ermuntert hatte, das Gymnasium in Schiers abzubrechen und in Graz an der Musikhochschule zu studieren. Später folgte er dem Mitgründer des Vienna Art Orchestras nach Wien, das auch für ihn zum Sprungbrett in die internationale Jazzszene werden sollte.

Wien als Ausgangspunkt

Von 1977 an war Heiri Känzig 15 Jahre lang Mitglied des Vienna Art Orchestras und spielte schon auf deren Debüt, der Single (!) «Jessas na» (1978): «eine verrückte Platte». So wurde er Teil einer innovativen Szene und machte sich offensichtlich schnell eine guten Namen als Kontrabassist. Denn schon 1978 wurde er Begleitmusiker des Bebop-Trompeters Art Farmer. Seither hat Heiri Känzig mit zahlreichen Grössen des Jazz wie Art Lande, Kenny Wheeler, Lauren Newton, Billy Cobham und Ralph Towner gespielt; besonders nah stand ihm Charlie Mariano. Ungewöhnlich ist auch, dass er 1991 als erster Nicht-Franzose Mitglied des französischen «Orchestre National de Jazz» wurde.

Heiri Känzig betont aber, dass er sich nicht einfach als Jazzmusiker fühle: «Mir gefällt es, unterschiedliche Arten von Musik zu spielen». Dies zeigte er etwa mit dem «Tien Shan Schweiz Express» (mit Musikern aus Kirgistan, Chakassien, der Mongolei, der Schweiz und Österreich) oder einem Projekt mit dem algerischen Oud-Spieler Chaouk Smahi. Er hat zudem im Studio auch für Nena und Andreas Vollenweider gespielt. Tatsächlich erstaunt, dass Heiri Känzig, den man vor allem als Live-Musiker kennt, gemäss seiner Biografie auf rund 130 Alben gespielt hat. Mittlerweile seien es wohl deutlich mehr, meint er abwinkend, aber dazu zählten alleine rund dreissig mit dem Vienna Art Orchestra.

Unterschätzter Komponist

Als Konstante von Heiri Känzigs Karriere erweist sich die Zusammenarbeit mit Thierry Lang, die schon vor dessen Vertrag mit dem legendären Label Blue Note begonnen habe. Seit etwa 25 Jahren spiele er mit dem Westschweizer Pianisten zusammen, meistens im Trio, manchmal auch mit Gastmusikern, aktuell sogar mit einem Streichquartett. Und er trage zunehmend auch Kompositionen bei. Als Co-Leader wirkt Heiri Känzig zurzeit vor allem mit dem Jazz-Urgestein Chico Freeman im Duo und im «4-tet», mit dem «Cholet Kaenzig Papaux Trio» und mit Depart, dem 1985 mit Harry Sokal gegründeten Trio, in dem nun Martin Valihora Schlagzeug spielt.

Auf dem spannungsgeladenen letzten Depart-Album «Refire» (2014) stammen die meisten Stück von Heiri Känzig. Trotzdem wird er oft lediglich als «versierter Begleiter» oder ähnlich beschrieben. «Als Bassist ist man nun mal nicht der Frontman, wie es bei einem Trompeter oder Pianist eher der Fall ist», meint er gelassen. «Der Bass ist primär ein Begleitinstrument, ein tiefes zudem, das man auch rein akustisch weniger leicht wahrnimmt als andere Instrumente.» Heiri Känzig bestätigt auch, dass der Bass die Funktion hat, die verschiedenen Arten von Instrumenten zu verbinden. Und er fügt lachend an: «Wir Bassisten sind gewissermassen die Diplomaten unter den Musikern, die zwischen Melodie, Harmonie und Rhythmus vermitteln; deshalb sind wir wohl so konziliante Menschen …».

Virtuosität und Klang

Beim Komponieren mache er sich aber keine Gedanken über die Funktion des Basses, sondern spiele einfach, häufig zudem am Klavier. «Am Anfang einer Komposition stehen entweder Basslinien, die ich mir förmlich erspiele und die mich inspirieren. Dies sind aber eher rhythmische Ansätze, wogegen ich beim Klavier eher den harmonischen Aspekt auslote.» Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen, und doch gibt es bei der weiteren Entwicklung der Stücke eine Gemeinsamkeit. «Das Komponieren ist ein sehr spannender Vorgang, weil man nicht weiss, wohin es einen führt. Man hat keinen Schimmer, und doch sagt einem immer etwas, wo man durchgehen muss.»

In Medienberichten wird immer wieder die Virtuosität von Heiri Känzig hervorgehoben. «Und natürlich kann man sich sagen», meint er achselzuckend, «dass dies beim Bass gar keinen Sinn macht, da die tiefen Töne ohnehin oft nicht recht zu hören sind. Aber ich füge der Musik damit Farbe hinzu, manchmal schon fast ein Klanggewitter.» Dies trägt stark dazu bei, dass sein Spiel sehr individuell, einzigartig wirkt. Heiri Känzig kann sich dies allerdings nicht recht erklären. «Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass ich ganz selten kopiert habe.»

Heiri Känzig wurde 1957 geboren und wuchs in Zürich und Weiningen auf. In Graz, Wien und Zürich studierte er Musik. Seit 1990 lebt er in Meilen und ist seit 2002 Professor für Kontrabass an der Hochschule für Musik in Luzern. Die Singer-Songwriterin Anna Känzig ist seine Nichte; ein gemeinsamer Auftritt ist im Mai 2017 geplant. ‒ Der mit 15 000 Franken dotierte Jazzpreis 2016 ((2)) wird Heiri Känzig im Rahmen eines besonderen Matinée-Konzertes am Sonntag, 4. Dezember 2016 um 11 Uhr im Moods Zürich ((3)) verliehen. Heiri Känzig wird zusammen mit Chico Freeman und Thierry Lang auftreten, zuerst je im Duo, danach im Trio.
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Traditionelle Volksmusik als Basis für komplexere Kompositionen

Der Komponist und Akkordeonist Franz «Fränggi» Gehrig erhält den Preis der FONDATION SUISA 2016. Der jährlich verliehene Anerkennungspreis der Musikförderstiftung der SUISA wird 2016 in der Kategorie «neue, aktuelle Schweizer Volksmusik» vergeben. Ein Interview mit dem 30-jährigen Urner Preisträger über die Auszeichnung, sein musikalisches Schaffen und den Reiz von alter wie neuer Volksmusik.

Fraenggi-Gehrig-Preis-der-FONDATION-2016

Fränggi Gehrig begann als 8-Jähriger Akkordeon zu spielen. An der Hochschule Luzern studiert er Akkordeon im Profil Jazz mit Schwerpunkt Volksmusik und belegt das Fach Komposition. (Foto: Blatthirsch.ch)

Fränggi Gehrig, Sie werden mit dem Preis der FONDATION SUISA 2016 in der Kategorie «neue, aktuelle Schweizer Volksmusik» ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?
Fränggi Gehrig: Die Auszeichnung kam für mich total unerwartet, denn ich hatte bei der Eingabe des Preises keine Ahnung, ob ich mir überhaupt Chancen ausrechnen kann. Umso mehr freue ich mich natürlich jetzt und ich fühle mich wirklich sehr geehrt, dass ich diese Auszeichung entgegennehmen darf.

Mit der Volksmusik sind viele Traditionen verbunden. Was sind die Herausforderungen, wenn man Volksmusik neu und aktuell gestalten will?
Das Wichtigste finde ich, dass man dabei seine Wurzeln nicht vergisst. Man muss aufpassen, dass man nicht willkürlich Melodien anders harmonisiert oder rhythmisch verändert und dabei sagt, es handle sich jetzt um neue Volksmusik.
Ich glaube, dass die Verbindung zwischen «Traditionellem» und «Neuem» gar nicht gelingt, wenn man diese Traditionen nicht über eine sehr lange Zeit intensiv gelebt hat. Gerade die traditionelle Volksmusik ist sehr schwierig zu erlernen. Es braucht während Jahrzehnten etliche Freinächte und eben so viele Stunden Übung im stillen Kämmerlein, um in dieser richtig heimisch zu werden. Meine Meinung ist, dass man diesen Background benötigt, um die Volksmusik sinnvoll neu und aktuell zu gestalten.

Man kann Sie zum einen häufig am Akkordeon als Interpret von alten volkstümlichen Werken hören. Zum anderen schreiben Sie für Formationen wie Rumpus, Stegreif GmbH oder die Alpini Vernähmlassig, wo Sie ebenfalls mitspielen, auch eigene Kompositionen. Was macht für Sie den Reiz einerseits am Interpretieren von alter und anderseits am Komponieren von neuer Musik aus?
Ich mag grundsätzlich die Abwechslung und die Vielfalt an verschiedenen Projekten in meiner Tätigkeit.  Wie schon gesagt, die traditionelle, «alte» Musik ist meine Basis, damit bin ich gross geworden und ich spiele sie immer noch sehr gerne. Ich finde, diese passt auch besser in eine gemütliche Beiz, wo getanzt wird, anstatt in einen Konzertsaal. Auf der anderen Seite eignen sich meine etwas komplexeren Kompositionen besser für Konzertsituationen. Das Zielpublikum ist dabei zum Teil total verschieden, man bewegt sich praktisch in zwei Welten. Diese Abwechslung gefällt mir und gibt mir den Anreiz, nach wie vor beides zu machen und manchmal zu kombinieren.

Vor 6 Jahren sind Sie der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik beigetreten. Welchen Nutzen hat die Mitgliedschaft bei der SUISA für Sie?
Ich kann meine Werke urheberrechtlich schützen lassen und profitiere natürlich davon, wenn meine Kompositionen in der Öffentlichkeit gespielt werden.

Haben Sie bereits Idee, wozu Sie das Preisgeld, das Ihnen durch die Auszeichnung der FONDATION SUISA zuteil wird, verwenden werden?
Ich werde mir ziemlich sicher ein gutes Instrument gönnen, mit dessen Kauf ich schon länger geliebäugelt habe.

Welche der vielen Formationen, in denen Sie mitwirken, liegt Ihnen im Moment oder in der nächsten Zukunft besonders am Herzen?
Mein Ziel ist es, mein eigenes Quintett in Zukunft etwas voranzutreiben. Daneben hoffe ich, dass ich wie bisher mit meinen Formationen, Musikkolleginnen und -kollegen weiterhin viele tolle Momente erleben darf.

Offizielle Website: www.fraenggigehrig.com

Der Preis der FONDATION SUISA ist ein Anerkennungspreis, mit dem herausragendes Schaffen ausgezeichnet wird, das zur Bereicherung des musikalischen Erbes der Schweiz beiträgt. Der Preis wird von der Musikförderstiftung der SUISA jährlich in abwechselnden Kategorien vergeben und ist mit 25 000 Franken dotiert. Die letzten Preisträger waren: Aliose (Kategorie «Musique de variéte»), Gary Berger («instrumentale/vokale Komposition und Elektronik»), Ruh Musik AG («Musikverlagswesen»), Trummer («Singer/Songwriter») sowie Michel Steiner und Willi Valotti («Schweizer Volksmusik»).

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Fraenggi-Gehrig-Preis-der-FONDATION-2016

Fränggi Gehrig begann als 8-Jähriger Akkordeon zu spielen. An der Hochschule Luzern studiert er Akkordeon im Profil Jazz mit Schwerpunkt Volksmusik und belegt das Fach Komposition. (Foto: Blatthirsch.ch)

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Die Arbeit der Komponisten an Hits aus dem Schweizer Pop-Musikjahr 2015

Die Swiss Music Awards warten dieses Jahr mit einer Neuerung auf: Zum ersten Mal werden auch Songwriter geehrt. Am 12. Februar 2016 erhalten im Zürcher Hallenstadion die Komponisten und Textautoren des «Best Hit» im Namen der SUISA eine Auszeichnung. Nominiert sind «Waiting» von Nickless, «La Bambele» von Müslüm und «Hippie-Bus» von Dodo. Insgesamt 10 Komponisten und Textautoren haben zur Entstehung dieser Songs beigetragen. Text/Interviews von Erika Weibel und Giorgio Tebaldi

SMA-2016-Interpreten-Portraits

Dodo, Müslüm und Nickless (v.l.n.r.) sind zusammen mit den Komponisten und Textautoren ihrer Songs «Hippie-Bus», «La Bambele» und «Waiting» für den Best Hit an den Swiss Music Awards 2016 nominiert. (Fotos: Nadége Sanz – Dodo; Roger Reist – Müslüm; Christoph Koestlin – Nickless)

Nickless, Müslüm und Dodo dürften vielen Menschen hierzulande bekannt sein. Ihre Hits «Waiting», «La Bambele» und «Hippie-Bus» haben das Pop-Musikjahr 2015 in der Schweiz mitgeprägt. In der Öffentlichkeit weniger bekannt sind die Musiker, die ihre Songs mitkomponiert und –getextet haben. So stehen hinter «La Bambele» neben Müslüm auch Raphael Jakob und Benjamin Mühlethaler. Nickless hat beim Songwriting von «Waiting» Unterstützung erhalten von Thomas Fessler. Und bei «Hippie-Bus» waren Dodo und vier Mitkomponisten am Werk: Dominik Baumgartner, Michele Bochicchio, Marco Jeger und Florian Reichle.

Am 12. Februar werden an den Swiss Music Awards 2016 im Zürcher Hallenstadion sämtliche Komponisten und Textautoren ausgezeichnet, die den Schweizer Hit 2015 mitgeschrieben haben. Im Rahmen des «Best Hit»-Awards erhalten also die Songwriter des Siegersongs im Namen der SUISA eine der begehrten Auszeichnungen. Damit wird auch die Arbeit derjenigen Künstler, die im Hintergrund tätig sind, gewürdigt.

Wie entsteht ein Hit überhaupt? Und was braucht es für einen guten Song? Dies haben wir die drei Interpreten der nominierten Songs gefragt.

Müslüm – «La Bambele»

Musik und Text von Raphael Jakob, Benjamin Mühlethaler und Müslüm.

Wie ist dieser Song entstanden?
Müslüm: So wie die Liebe im Allgemeinen entsteht, ohne Erwartungen. Zuerst war es ein ganz einfaches Wortspiel. Dann wurden die Gedanken immer konkreter. Spielerisch verdichtete sich das Ganze zu einem Muster, wo Melodie und Inhalt eins wurden mit allem. Die Musik zu «La Bambele» komponierte ich gemeinsam mit dem Gitarristen Raphael Jakob. Benjamin Mühlethaler produzierte den Song und gab ihm den nötigen Feinschliff.«Uressenzielles», nämlich das Atmen in ein zeitgemässes Muster zu verpacken, war dabei die grösste Herausforderung.

Was braucht es deiner Meinung nach, um einen wirklich guten Song zu schreiben?
Ich denke, es gibt eine Art «universellen Intellekt», in dem der Mensch in einem Augenblick eins ist mit allem und gewisse Dinge als selbstverständlich erfährt. Ein «Hit» entsteht genau aus diesem selbstverständlichen Gefühl heraus. Das ist das Schwierige an schwerer Arbeit: Dass sie leicht erscheint.

Dodo – «Hippie-Bus»

Musik von Dominik Baumgartner, Michele Bochicchio, Dodo, Marco Jeger und Florian Reichle, Text von Dodo.

Wie ist dieser Song entstanden?
Dodo: Die Melodie zu «Hippie-Bus» hab ich in Brasilien komponiert. Ich habe in einem «Bush bungalow» in Itakare, einem Surferparadies im Norden Brasiliens, ein kleines Studio eingerichtet, wo ich alleine aber auch mit lokalen Musikern jammte. Den Text dazu schrieb ich dann aber wirklich in einem Hippie-Bus. Ich machte mit Freunden einen Ausflug ans Mittelmeer, und auf der Heimreise lag ich hinten im Bus und schrieb den Text während der Fahrt!

Was braucht es deiner Meinung nach, um einen wirklich guten Song zu schreiben?
Ein guter Song muss berühren. Glücklich machen oder traurig. Oder beides gleichzeitig. Ein solcher Song kann meiner Meinung nach nur entstehen, wenn die eigenen Gefühle während dem Schreiben echt sind.

Nickless – «Waiting»

Musik und Text von Thomas Fessler und Nickless.

Wie ist dieser Song entstanden?
Nickless: Die erste Version von «Waiting» habe ich 2012, als ich 17 Jahre alt war, in meinem Zimmer geschrieben und den Song Thomas Fessler geschickt. Er ist mein Musik-Mentor seit ich 14 war, und mit 15 habe ich ein zweijähriges Praktikum in seinem Tonstudio begonnen.
Thomas erkannte bereits damals das Potential des Stücks. Danach ging ich allerdings für eine Weile nach London, und erst anfangs 2014 arbeiteten Thomas und ich wieder am Song weiter. Zusammen mit zwei weiteren Liedern wählten wir ihn für meine erste Demo-CD aus, die bei Phonag Records landete und mir einen Plattenvertrag einbrachte. Für uns alle war klar, dass «Waiting» meine erste Single sein würde: Er war der reifste Song und wir wussten, dass er als Single funktionieren könnte.
Anfangs 2015 arbeiteten wir noch ein letztes Mal an «Waiting». Wir änderten ein paar Kleinigkeiten, und so wurde der Song dann im dritten Anlauf fertig gestellt. Ich denke, dass jedes Stück einen gewissen Abstand und Reifeprozess benötigt; so war das auch bei «Waiting».
Thomas war bei diesem Prozess enorm wichtig – er ist quasi die zweite Hälfte der Band. Die Ursprungsidee mit Text und Melodie kam zwar von mir, aber das ist nur die eine Hälfte des Kuchens. Thomas macht den Kuchen erst schmackhaft.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um einen wirklich guten Song zu schreiben?
Ich glaube, es gibt kein wirkliches Rezept, um einen guten Song zu schreiben. Es spielen viele Faktoren zusammen: Was für eine Person den Song schreibt, welches Gefühl das Lied vermittelt, was es in einem selber auslöst usw. Jeder Song braucht eine gewisse Authentizität.
Klar, manchmal ist ein Song auch einfach super witzig und trifft den aktuellen Zeitgeist. Aber selbst solche Songs vermitteln ein Gefühl, das in diesem Fall gute Laune ist. Die Inspiration von «Waiting» kam aus meinem Herzen. Ich finde, man sollte beim Songwriting keine Angst haben. Einfach darauf los schreiben, was man gerade auf dem Herzen hat oder im Kopf vorgeht – löschen kann man im Nachhinein immer.
Es gibt Musiker, die Songs für sich selber schreiben und sich von niemandem reinschwatzen lassen. Das verstehe ich natürlich. Für mich sind Feedbacks und Kritik aber enorm wichtig. Nur so kommt man weiter. Und wer weiss – man kann ja noch überrascht werden, was alles entstehen kann.

«SUISA und Swiss Music Awards zeichnen erstmals auch Songwriter aus», SUISAnews
Swiss Music Awards, Website

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SMA-2016-Interpreten-Portraits

Dodo, Müslüm und Nickless (v.l.n.r.) sind zusammen mit den Komponisten und Textautoren ihrer Songs «Hippie-Bus», «La Bambele» und «Waiting» für den Best Hit an den Swiss Music Awards 2016 nominiert. (Fotos: Nadége Sanz – Dodo; Roger Reist – Müslüm; Christoph Koestlin – Nickless)

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Lionel Friedli, ein vielseitiger Impulsgeber

Die FONDATION SUISA hat Lionel Friedli mit dem diesjährigen Jazzpreis ausgezeichnet. Der Bieler Schlagzeuger kombiniert in seinem dynamischen Spiel die Wucht des Rock mit den Freiheiten des Jazz. Damit prägt er die Musik vieler unterschiedlicher Gruppen. Gastbeitrag von Markus Ganz

Lionel-Friedli

Ein «Sideman», der «jedem Projekt, in dem er mitspielt, einen Mehrwert verleiht», sagt die Jury des Jazzpreises der FONDATION SUISA über den diesjährigen Gewinner Lionel Friedli. (Foto: Fabrice Nobs)

Trotz unzähliger Konzerte ist Lionel Friedli in einer breiteren Öffentlichkeit noch wenig bekannt. Der 40-jährige Bieler hat eben keine eigene Band. Und in den vielen Gruppen, in denen der gefragte Musiker spielt, drängt er sich nicht in den Vordergrund. Er versteht sich bescheiden als begleitender «Sideman» ‒ und bewirkt mit seinem wuchtigen und doch vielfältigen Spiel doch viel mehr, weil er Impulse an seine Mitmusiker zu geben versteht. Lionel Friedli ist auch deshalb schwer zu fassen, weil er nicht ein reiner Jazz-Schlagzeuger ist. Er gehört zu einer neuen Generation von Jazzmusikern, die einen breiten stilistischen Hintergrund haben und diesen in ihr Spiel einfliessen lassen.

Frühe Prägung

«Jazz war der Soundtrack meiner Kindheit, weil meine Eltern Jazz-Fans waren und deshalb oft solche Musik zuhause lief», erklärt Lionel Friedli. «Diese klangliche Umgebung hat mich aber eher unbewusst beeinflusst, denn ich war schon früh ein Fan von Madonna und Michael Jackson, später kamen James Brown und Rockmusiker hinzu.» Im Alter von 15 bis 18 habe er Jazz schliesslich altmodisch gefunden. Durch ein Album von John Pattitucci fand er zurück zum Jazz, insbesondere zur Fusion, war fasziniert von der Virtuosität. «Dadurch wurde ich angestachelt, die Vinylsammlung meiner Eltern neu zu entdecken. Ich hörte mir die Musik nun mit neuen Ohren an ‒ bewusst.» Und Lionel Friedli begeisterte sich bald für wegweisende Jazzer wie John Coltrane, Charlie Parker und Miles Davis. Dann kam eine Phase, in der er vom Free Jazz angezogen wurde.

Der Jazz war auch wichtig für Lionel Friedlis musikalische Ausbildung. «Da ich schon als Primarschüler von Schlagzeugern fasziniert war und ständig auf Karton trommelte, suchte meine Mutter nach einem passenden Lehrer am Konservatorium Biel.» Sie stiess auf Norbert Pfammatter, der den damals Elfjährigen zu unterrichten begann ‒ und etliche Jahre später auch zu seinen Dozenten an der Musikhochschule Luzern gehörte. Der bekannte Jazzmusiker brachte ihm schon zu Beginn nicht nur Jazz-Rhythmen bei. «Ich lernte die Grundlagen, und dazu gehörten etwa auch afro-kubanische Rhythmen, die ich selbst selten einsetze. Aber sie waren als Koordinationsübungen für das unabhängige Spiel der Glieder sehr wichtig.»

Dichte und Dynamik

Aus der oft zu hörenden Wucht von Lionel Friedlis Spiel spricht deutlich der Rock. «Ich mag das Binäre dieses Genres», bestätigt der Bieler, «aber ich will damit improvisieren können.» Es kann denn auch nicht überraschen, dass er von ähnlich orientierten Schlagzeugern wie Jim Black und Joey Baron schwärmt. Und wie bei diesen ist nicht die reine Wucht das Ziel, sondern die Dynamik, die er damit in die Musik bringen kann. Dazu gehört, dass er die Dichte seines Spiels variiert, «um die Textur der Musik zu verändern». Weniger offensichtlich ist der Einfluss des Hip-Hop. «Ich habe ihn erst spät entdeckt», gesteht Lionel Friedli. «Aber mir wurde klar, dass auch er Wurzeln im Jazz hat und heute einen ähnlichen Spirit der Alternative bietet, eine andere Perspektive auf die Politik etwa.» Dass Lionel Friedli auch einen musikalischen Bezug zu diesem Genre hat, zeigt sich in einer begeisterten Aufzählung von den Beastie Boys über Dr. Dre («diese Beats!») bis zu D’Angelo mit Questlove («grandios»). «Bis heute gefällt mir einiges, aber die Attitüde nervt mich oft.»

Lionel Friedli spielt in unüberschaubar vielen Bands. «Wenn sich ein Zeitfenster öffnet und eine interessante Anfrage kommt, mache ich mit», erklärt er schmunzelnd. «Deshalb kann ich ‒ abgesehen von gelegentlichen Vertretungen im Musikunterricht ‒ allein vom Musizieren leben.» Schwierigkeiten bei der menschlichen und musikalischen Integration kenne er trotz der vielen Projekte nicht, da es meist um eine langfristige Zusammenarbeit gehe. «Ich bin nicht ein Session-Dummer. Passend zur Musik der jeweiligen Gruppe versuche ich verschiedene Aspekte meines Spiels einzusetzen. Es ist ein Prozess, der vor allem in den Proben geschieht.» Wenn mit Partituren gearbeitet wird, versucht er seinen Part baldmöglichst auswendig zu lernen. «Ich fühle mich danach freier und kann mich darauf konzentrieren, was rund um mich geschieht, und darauf reagieren.»

Mehr Abenteuer

Ein eigenes Projekt hat Lionel Friedli nach wie vor nicht, obwohl er sich eines wünsche. «Ich will es nicht erzwingen. Es muss sich von alleine ergeben aus der Lust und der Dringlichkeit.» Und eigentlich, meint er augenzwinkernd, komme das Duo Qoniak mit Vincent Membrez einem Soloprojekt schon recht nahe. Was er sich denn sonst noch wünsche? «Noch mehr Abenteuer mit noch mehr Musikern», antwortet er, ohne zu zögern, «denn der Austausch ist mir sehr wichtig». Vor zu vielen Konzerten fürchtet er sich nicht. Zurzeit seien es so 120 bis 130 pro Jahr, es seien auch schon 150 gewesen, aber Cracks wie Jim Black spielten bis zu 230. «Toll fände ich vor allem, wenn ich noch mehr international auftreten könnte. Ich habe schon in Südamerika und in China gespielt, was ich inspirierend fand.»

Lionel Friedli wurde 1975 in Moutier geboren, seit Anfang der 1980er Jahre lebt er in Biel. Mit elf Jahren erhielt er erstmals Schlagzeugunterricht, 2005 schloss er seine Ausbildung an der Musikhochschule Luzern im Bereich Jazz ab. Bereits seit 1998 spielt er im Trio seines Mitstudenten Lucien Dubuis, mit dem er schon sieben Alben eingespielt und auch international viele Konzerte gegeben hat. Lionel Friedli ist schon mit Musikern wie Heiri Känzig, Vera Kappeler, Marc Ribot und Colin Vallon aufgetreten. Zurzeit gehört er u.a. folgenden Formationen an: Sarah Buechi Shadow Garden, Christy Doran’s New Bag, Elgar (mit Hans Koch und Flo Stoffner), Max Frankl Quartet, OZMO (mit Vincent Membrez und Pedro Lenz), Merz feat. Sartorius Drum Ensemble und Whisperings (mit Fred Frith). Am 25. November 2015 wurde ihm von der FONDATION SUISA der mit 15 000 Franken dotierte Jazzpreis verliehen. Damit wird innovatives und kreatives Schaffen im Schweizer Jazz honoriert.

Videoportrait über Lionel Friedli auf Art-tv.ch

 

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  1. JM Tschanz sagt:

    Fait vraiment plaisir de voir ce super batteur récompensé !

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Die FONDATION SUISA hat Lionel Friedli mit dem diesjährigen Jazzpreis ausgezeichnet. Der Bieler Schlagzeuger kombiniert in seinem dynamischen Spiel die Wucht des Rock mit den Freiheiten des Jazz. Damit prägt er die Musik vieler unterschiedlicher Gruppen. Gastbeitrag von Markus Ganz

Lionel-Friedli

Ein «Sideman», der «jedem Projekt, in dem er mitspielt, einen Mehrwert verleiht», sagt die Jury des Jazzpreises der FONDATION SUISA über den diesjährigen Gewinner Lionel Friedli. (Foto: Fabrice Nobs)

Trotz unzähliger Konzerte ist Lionel Friedli in einer breiteren Öffentlichkeit noch wenig bekannt. Der 40-jährige Bieler hat eben keine eigene Band. Und in den vielen Gruppen, in denen der gefragte Musiker spielt, drängt er sich nicht in den Vordergrund. Er versteht sich bescheiden als begleitender «Sideman» ‒ und bewirkt mit seinem wuchtigen und doch vielfältigen Spiel doch viel mehr, weil er Impulse an seine...Weiterlesen

«Die Songs sind das Wichtigste von allem» | mit Video

We Love Machines aus Bern gewannen mit ihrem Song «Silver Eyes» bei der ersten Austragung des nationalen Musikförderwettbewerbs Swiss Live Talents den «FONDATION SUISA Award» für die beste Komposition. Die Nominierten für den Kompositionspreis bei der diesjährigen Durchführung des Wettbewerbs sind nun bekannt.

Die FONDATION SUISA vergibt im Rahmen des nationalen Förderwettbewerbs Swiss Live Talents einen Award für die beste Komposition. Die Vergabe des «FONDATION SUISA Awards» an einem Musikwettbewerb, der ansonsten Live-Talente für herausragende Leistungen auf der Konzertbühne auszeichnet, erfolgt mit gutem Grund: Zu einer tollen Live-Band gehören auch herausragende Songs. Überzeugende und unverwechselbare Eigenkompositionen hinterlassen beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Berner Duo We Love Machines letzter Preisträger

Bei der ersten Austragung von Swiss Live Talents ging die Auszeichnung für die beste Komposition an das Elektro-Duo We Love Machines. Den prämierten Song «Silver Eyes» gaben die Berner Musiker bei ihrem Auftritt an der Awards Show im November 2013 auch live zum Besten. Im Interview am Preisverleihungsabend erzählte Daniel Werder von We Love Machines über die musikalische Arbeit des Duos, dessen andere Hälfte Timo Loosli ist. Ausschnitte aus dem Gespräch und von der Live-Performance des Siegersongs sind im Video zu sehen und zu hören.

Die zweite Durchführung des Förderwettbewerbs für Schweizer Live-Musiktalente befindet sich gegenwärtig in der Schlussphase. Am 14. November 2015 werden im Bierhübeli in Bern die Auszeichnungen vergeben. Erneut verleiht die Musikförderungstiftung der SUISA einen Award für die beste Komposition.

Nominationen für 2015

Die Nominierten für den «FONDATION SUISA Award» beim Swiss-Live-Talents-Wettbewerb 2015 sind (in alphabetischer Reihenfolge der Werktitel):

«Castle In The Snow», Kadebostany
Musik: Guillaume Bozonnet; Text: Amina Cadelli

«We Ain’t Dead Yet», Pablo Nouvelle
Musik: Fabio Friedli; Text: Jean Norma Martine

«Won’t Be Tamed», Wolfman
Musik: Angelo Repetto, Katerina Stoykova; Arrangement: Hans-Jakob Mühlethaler

Bei der Verleihung der diesjährigen Swiss Live Talents Awards werden Klischée, die Kummerbuben, From Kid, Serafyn, Flex Fab, Emilie Zoé und Pigeons on the gate live auf der Bierhübeli-Bühne zu erleben sein. Fantickets für den Anlass sind im Vorverkauf erhältlich.

Die SUISA und die FONDATION SUISA unterstützt den vom Verein SwissAmp organisierten nationalen Förderwettbewerb Swiss Live Talents.

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We Love Machines aus Bern gewannen mit ihrem Song «Silver Eyes» bei der ersten Austragung des nationalen Musikförderwettbewerbs Swiss Live Talents den «FONDATION SUISA Award» für die beste Komposition. Die Nominierten für den Kompositionspreis bei der diesjährigen Durchführung des Wettbewerbs sind nun bekannt.

Die FONDATION SUISA vergibt im Rahmen des nationalen Förderwettbewerbs Swiss Live Talents einen Award für die beste Komposition. Die Vergabe des «FONDATION SUISA Awards» an einem Musikwettbewerb, der ansonsten Live-Talente für herausragende Leistungen auf der Konzertbühne auszeichnet, erfolgt mit gutem Grund: Zu einer tollen Live-Band gehören auch herausragende Songs. Überzeugende und unverwechselbare Eigenkompositionen hinterlassen beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Berner Duo We Love Machines letzter Preisträger

Bei der ersten Austragung von Swiss Live Talents ging die Auszeichnung für die beste Komposition an das Elektro-Duo We Love Machines. Den prämierten Song «Silver Eyes»...Weiterlesen

Swiss Live Talents 2015: Live-Talente aus der Schweiz im Rampenlicht | mit Video

Am 14. November 2015 werden im Berner Bierhübeli zum zweiten Mal die Swiss Live Talent- Awards vergeben. Dieser Förderwettbewerb zeichnet Schweizer Künstler aus, die auf der Bühne Herausragendes leisten. Neben 7 Awards in verschiedenen Sparten sowie einem Publikumspreis ehrt auch dieses Jahr wieder die FONDATION SUISA die beste Komposition. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Alain Margot

Livemusik in der Schweiz boomt. Letztes Jahr fanden über 1 600 Konzertveranstaltungen mit rund 3 000 Künstlern und Bands statt. Mehr als ein Drittel der auftretenden Künstler kamen aus der Schweiz (Zahlen: SMPA-Index 2014). Den Schweizer Live-Talenten widmet sich der nationale Förderwettbewerb Swiss Live Talents. Nach der ersten Durchführung 2013 werden die Awards des zweijährlichen Wettbewerbs am 14. November 2015 im Berner Bierhübeli erneut vergeben.

Am Swiss-Live-Talents-Wettbewerb werden insgesamt neun Auszeichnungen vergeben. In den Sparten «Urban/Hip-Hop/Groove/Reggae», «Electro/Dance», «Rock/Metal», «Pop/Indie/Folk/Songwriting» und «National Language», «Best Emerging Talents» sowie «Best Live Acts» wird eine internationale & nationale Jury aus Fachleuten jeweils aus fünf Nominierten einen Sieger pro Kategorie bekanntgeben. Das Publikum hat zudem die Möglichkeit, den Publikumspreis «Artist Of The Year» zu wählen.

Ausserdem würdigt die FONDATION SUISA, die Musikförderstiftung der SUISA, mit dem «FONDATION SUISA Award» die beste Komposition und damit das kreative Schaffen der Komponisten und Textautoren.

Öffentliche Award Show mit Live-Bands

Insgesamt haben über 650 Künstler und Bands an den diesjährigen Swiss Live Talents teilgenommen. Wer mit einem Award ausgezeichnet wird, entscheidet sich am 14. November 2015 an der Award Show im Bierhübeli in Bern. Neben der Vergabe der Awards wird es auch Live-Auftritte der Bands und Künstler Klischée, Kummerbuben, From Kid, Serafyn, Flex Fab, Emilie Zoë und Pigeons on the Gate geben.

Der Anlass steht nicht nur Künstlern und Professionals aus dem Musikbereich sondern auch Freunden guter Livemusik offen. Fantickets für die Award-Show sind für CHF 10.- bei Starticket erhältlich. Die SUISA, die Genossenschaft der Komponisten und Verleger von Musik, ist auch dieses Jahr wieder Partner von Swiss Live Talents.

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Am 14. November 2015 werden im Berner Bierhübeli zum zweiten Mal die Swiss Live Talent- Awards vergeben. Dieser Förderwettbewerb zeichnet Schweizer Künstler aus, die auf der Bühne Herausragendes leisten. Neben 7 Awards in verschiedenen Sparten sowie einem Publikumspreis ehrt auch dieses Jahr wieder die FONDATION SUISA die beste Komposition. Text von Giorgio Tebaldi; Video von Alain Margot

Livemusik in der Schweiz boomt. Letztes Jahr fanden über 1 600 Konzertveranstaltungen mit rund 3 000 Künstlern und Bands statt. Mehr als ein Drittel der auftretenden Künstler kamen aus der Schweiz (Zahlen: SMPA-Index 2014). Den Schweizer Live-Talenten widmet sich der nationale Förderwettbewerb Swiss Live Talents. Nach der ersten Durchführung 2013 werden die Awards des zweijährlichen Wettbewerbs am 14. November 2015 im Berner Bierhübeli erneut vergeben.

Am Swiss-Live-Talents-Wettbewerb werden insgesamt neun Auszeichnungen vergeben. In den Sparten «Urban/Hip-Hop/Groove/Reggae», «Electro/Dance», «Rock/Metal»,...Weiterlesen