Tagarchiv: Auslandabrechnung

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

8/12 für Urheber, 4/12 für Verleger: Die SUISA passt ihren Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht wieder an den in Europa gebräuchlichen Standard an. (Bild: Manu leuenberger)

Die meisten europäischen Schwestergesellschaften der SUISA wenden bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht den sogenannten «CISAC-Schlüssel» an. Die CISAC ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Die Anteile im vom Dachverband empfohlenen Verteilungsschlüssel bei Aufführungen und Sendungen betragen 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger.

Verteilungsschlüssel der SUISA

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wich in diesem Punkt bislang vom international etablierten CISAC-Standard ab. Bisher waren im Verteilungsreglement der SUISA bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderechte Anteile von 65% für Urheber und maximal 35% für Verleger festgehalten. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern wird der Komponist mit 60% und der Verleger mit 40% beteiligt.

Bei subverlegten Werken stehen dem Urheber gemäss Verteilungsreglement für Aufführungen und Sendungen 50% und dem Verleger und Subverleger zusammen die restlichen 50% zu. Bei der Herstellung von Ton- und Tonbildträgern erhalten der Urheber 40% und der Verleger und Subverleger zusammen 60%. Wobei zu erwähnen ist, dass die SUISA bei subverlegten Werken grundsätzlich die vertraglich vereinbarte Aufteilung zwischen Verleger und Subverleger übernimmt. Nur wenn diese fehlen, werden die reglementarischen Schlüssel berücksichtigt.

Anpassung an den europäischen Standard von CISAC

Der Verteilungsschlüssel der SUISA wird nun bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht an den europäischen Standard angepasst. Die Schlüssel betreffend Herstellung von Ton- und Tonbildträgern (mechanisches Recht) bleiben im Verteilungsreglement unverändert. Genau genommen ist die Anwendung des CISAC-Schlüssels von 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger keine Neuerung sondern eine Wiedereinführung.

Der europaweit gebräuchliche Schlüssel entspricht eigentlich den Bruchzahlen 8/12 (Anteil Urheber) respektive 4/12 (Anteil Verleger). Als die SUISA 1962 mit Informatiksystemen zu arbeiten begann, wollte man Dezimalstellen hinter dem Komma vermeiden. Deshalb änderte die SUISA den Schlüssel und rundete die Zahlen auf 65% respektive 35%. Die meisten anderen europäischen Gesellschaften behielten die Bruchwerte von 66,67% und 33,33% bei.

Auswirkungen der geänderten Verteilungsregeln

Dank der Anpassung des Verteilungsschlüssels erhalten die Urheber von der SUISA die Anteile vergütet, die im europäischen Raum als Standard gelten. Damit einhergehend wird für die Verleger der Anteil zwar um 1,67% geschmälert. Jedoch profitieren sowohl Verleger als auch Urheber von positiven Auswirkungen, die ihnen durch die Änderung zugut kommen.

Denn neben der Harmonisierung mit den anderen europäischen Gesellschaften ergeben sich bei der (Wieder-)Einführung des CISAC-Schlüssels für originalverlegte Werke weitere bedeutende Vorteile:

  • Bedeutende Effizienzsteigerung bei der Werkregistrierung: Die Verarbeitung der SUISA-Werke mit internationaler Beteiligung wird einfacher. Mühsame Umrechnungen bei Gemeinschaftsproduktionen mit ausländischen Urhebern entfallen.
  • Wesentliche Vereinfachung der Verarbeitung von Abrechnungen der Schwestergesellschaften: Die übereinstimmenden Verteilungsschlüssel erleichtern die Verarbeitung der Abrechnungen von ausländischen Schwestergesellschaften wesentlich.

Gültigkeit der Änderung im Verteilungsreglement

Sowohl der Vorstand der SUISA als auch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) haben dieser Änderung zugestimmt. Die neuen Verteilungsschlüssel werden ohne Rückwirkung per 1. Januar 2017 in Kraft treten. Das heisst, dass ab 1. Januar 2017 alle neu angemeldeten Werke mit dem neuen Verteilungsschlüssel registriert werden. Bei früher angemeldeten Werken bleibt der aktuelle Verteilungsschlüssel gültig. Diese Werke werden nicht umregistriert.

Der Entscheid des IGE vom 28. Juli 2016 ist publiziert unter: www.suisa.ch/shab

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Der Verteilungsschlüssel der SUISA im Aufführungs- und Senderecht wird per 1. Januar 2017 geändert. Neu beträgt bei originalverlegten Werken der Anteil des Urhebers 66,67% und jener des Verlegers 33,33%. Mit dieser Änderung wird das Verteilungsreglement an den international gebräuchlichen CISAC-Schlüssel angepasst. Text von Irène Philipp Ziebold

Neuer Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht

8/12 für Urheber, 4/12 für Verleger: Die SUISA passt ihren Verteilungsschlüssel im Aufführungs- und Senderecht wieder an den in Europa gebräuchlichen Standard an. (Bild: Manu leuenberger)

Die meisten europäischen Schwestergesellschaften der SUISA wenden bei originalverlegten Werken im Aufführungs- und Senderecht den sogenannten «CISAC-Schlüssel» an. Die CISAC ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs). Die Anteile im vom Dachverband empfohlenen Verteilungsschlüssel bei Aufführungen und Sendungen betragen 66,67% für Urheber und 33,33% für Verleger.

Verteilungsschlüssel der SUISA

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Doppelmitgliedschaften: SUISA, and else?

Die SUISA nimmt die Rechte für ihre Mitglieder weltweit wahr. Den Aufwand und Ertrag einer Mitgliedschaft bei mehreren Urheberrechtsgesellschaften gilt es sorgfältig zu überprüfen und abzuwägen. Text von Claudia Kempf und Manu Leuenberger

Boy-SiriusXM-Studio-NYC-2013

Für die Rechtewahrnehmung ist es kein Problem, wenn Mitglieder von verschiedenen Verwertungsgesellschaften in der gleichen Band zusammen spielen. Ein Beispiel ist das schweizerisch-deutsche Pop-Duo Boy, im Bild bei einer Live-Performance in den Studios von SiriusXM in New York City am 3. April 2013 zu sehen. Valeska Steiner (r.) ist Mitglied bei der SUISA, Sonja Glass (l.) ist bei einer ausländischen Schwestergesellschaft angemeldet. (Foto: Rob Kim / Getty Images)

Die SUISA hat mit über 100 Schwestergesellschaften weltweit Verträge abgeschlossen. Diese Verträge bieten den SUISA-Mitgliedern einen grossen Vorteil: Sie können ausserhalb der Schweiz musikalisch tätig sein – die Abrechnung der eingespielten Urheberrechtsvergütungen erfolgt in gewohnter Weise durch ihre vertraute Gesellschaft SUISA.

Auch wer ausserhalb der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein wohnt, kann Mitglied bei der SUISA sein. Ebenso ist es möglich, zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA bei anderen Verwertungsgesellschaften Mitglied zu sein. Was es bei sogenannten Doppelmitgliedschaften zu beachten gibt, kann man in den folgenden Fragen und Antworten erfahren.

Was sollte ich mir im Vorfeld einer Doppelmitgliedschaft überlegen?
Wer zusätzlich zur Mitgliedschaft bei der SUISA noch bei einer ausländischen Schwestergesellschaft Mitglied wird, muss grundsätzlich mit einem administrativen Mehraufwand rechnen. Bei Doppelmitgliedschaften muss man sich mit den Reglementen und Formalitäten mehrerer Gesellschaften auseinandersetzen.
Zudem gilt es auch den finanziellen Mehraufwand zu berücksichtigen: Einige Gesellschaften verlangen Eintrittsgebühren respektive Jahresgebühren. Weiter können bei Schwestergesellschaften manche Dienstleistungen kostenpflichtig sein, während diese bei der SUISA durch den allgemeinen Kostenabzug auf den Abrechnungen gedeckt sind. Es empfiehlt sich, die einmaligen und regelmässig wiederkehrenden Kosten der Mitgliedschaft bei einer anderen Gesellschaft genau zu analysieren.
Weiter sollte man die möglichen Auswirkungen auf die Rentenzahlungen von der SUISA bedenken: Bei Doppelmitgliedschaften erhält man Entschädigungen direkt von anderen Gesellschaften ausbezahlt. Dadurch werden die über die SUISA abgerechneten Einnahmen geschmälert. Dies kann einen Einfluss auf die Berechnung des massgebenden Einkommens für den Rentenanspruch haben, den Sie als SUISA-Mitglied ab dem 63. Lebensjahr haben. Mehr Informationen zum SUISA-Rentensystem finden Sie unter: www.suisa.ch/fuersorge

Was bringt mir eine Doppelmitgliedschaft überhaupt?
Bei einer Doppelmitgliedschaft werden die Vergütungen für Nutzungen aus einem einzelnen Territorium nicht über die SUISA, sondern von der ausländischen Gesellschaft direkt abgerechnet. Zum Beispiel könnte ein Urheber, dessen Werke in Argentinien sehr häufig aufgeführt und vom Radio gesendet werden, bei der argentinischen Gesellschaft (Sadaic) direkt Mitglied werden. Aufgrund der Direktmitgliedschaft bei der Sadaic werden ihm die Vergütungen schneller nach der Aufführung respektive Sendung ausgeschüttet, da die Sadaic die Vergütungen nicht zuerst an die SUISA sondern direkt an den Urheber überweist. Die SUISA hat jedoch vor einer Weile die Abrechnungsdaten für Auslandabrechnungen neu festgelegt und besser mit den Terminen der Schwestergesellschaften abgestimmt, damit die Vergütungen schneller ausbezahlt werden.
Bei einer Direktmitgliedschaft müssen allfällige Rückfragen zu den Abrechnungen, Auszahlungen und Formalitäten vom Mitglied direkt mit der ausländischen Gesellschaft geklärt werden. Die Höhe der Vergütungen unterscheidet sich jedoch lediglich dadurch, dass die SUISA bei der Verteilung von Auslandeinnahmen einen Kostenabzug von 4% macht. Bei der Wahrnehmung der Rechte im Ausland kommen immer die im jeweiligen Land geltenden Tarife und Verteilungsregeln zur Anwendung. Der Kostenabzug von 4% entfällt bei der Direktmitgliedschaft bei einer zweiten Gesellschaft, aber lediglich für deren «Heimatgebiet», im Fallbeispiel Sadaic also für Argentinien. Für alle anderen Territorien wird die ausländische Gesellschaft jedoch ebenfalls wie die SUISA einen Kostenabzug vornehmen.
Es ist ratsam, den Aufwand und Ertrag einer Doppelmitgliedschaft sorgfältig abzuwägen. Zumal sich im Online-Bereich die Gebietsbeschränkungen auflösen und die SUISA die Online-Rechte für ihre Mitglieder in ganz Europa (und weiteren Ländern) direkt, also ohne Zwischenschritt über eine Schwestergesellschaft, wahrnehmen kann. Siehe dazu auch die nächste Frage und Antwort.

Wie sinnvoll ist es, die Online-Rechte mehreren Gesellschaften zu übertragen?
Seit August 2013 lizenziert die SUISA die Online-Rechte paneuropäisch. Das heisst: Die SUISA rechnet zum Beispiel mit iTunes das Repertoire ihrer Mitglieder für ganz Europa direkt ab. Für die SUISA-Mitglieder bedeutet das, dass sie ihre Einnahmen aus dem Online-Bereich direkt (ohne Zwischenschritt über die Schwestergesellschaften) und somit schneller erhalten. Eine Doppelmitgliedschaft für die Online-Rechte macht in diesem Fall keinen Sinn.

Muss ich die Gesellschaft wechseln, wenn ich in ein anderes Land umziehe?
Wenn im Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA keine Territorien ausgenommen wurden, nimmt die SUISA die Rechte ihrer Mitglieder unabhängig von ihrem Wohnort weltweit wahr. Man kann also Mitglied bei der SUISA sein, egal wo man lebt oder hinzieht.

Was ist bei einem Gesellschaftswechsel zu beachten?
Empfehlenswert ist, vorab die Aufnahmebedingungen der neuen Gesellschaft zu prüfen. Sämtliche Angaben und Unterlagen für die Mitgliedschaft bei der SUISA sind auf der SUISA-Website zu finden, sowohl für Urheber als auch für Verleger. Erst wenn man sicher ist, dass die Neuaufnahme klappt, sollte man die Kündigung bei der vorherigen Gesellschaft durchführen. Das gleiche Vorgehen sollte man auch wählen, wenn man bloss für ein einzelnes Gebiet bei einer zweiten Gesellschaft Mitglied werden möchte.
Ebenfalls zu beachten: die Kündigungsfristen. Bei der SUISA sind Kündigungen für einzelne Territorien mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten jeweils per 31.12. eines Jahres möglich. Weiter ist wichtig zu wissen, dass gewisse Gesellschaften im Ausland nur die Aufführungs- und Senderechte oder nur die Vervielfältigungsrechte wahrnehmen. Bevor einer Gesellschaft die Rechte entzogen werden, sollte man unbedingt prüfen, ob die neue Gesellschaft alle Rechte auch tatsächlich wahrnimmt – was bei der SUISA der Fall ist.

Wie verhält es sich mit der Doppelbesteuerung bei Doppelmitgliedschaften?
Auch steuerliche Fragen sind bei Doppelmitgliedschaften genau abzuklären. Die detaillierten Ausführungen zum Thema Doppelbesteuerung würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Möglicherweise ist es ratsam, diesbezüglich einen Steuerberater zu konsultieren. Die SUISA hat Informationen auf dem Merkblatt «Erklärungen Doppelbesteuerung» zusammengestellt, dass unter www.suisa.ch/urheberdokumente abrufbar ist.

Was passiert bei einem Gesellschaftswechsel mit meiner IPI-Nummer?
Die IPI-Nummer ist die internationale Identifikationsnummer eines Urhebers oder eines Verlags. Diese Nummer ist einmalig und bleibt unverändert, unabhängig davon, bei welcher Gesellschaft man Mitglied ist. Weitere Informationen zur IPI-Nummer sind auf der SUISA-Website im Bereich Recht & Rat oder in der Mitgliederzeitschrift SUISAinfo Ausgabe 2.12 (PDF, 3.2 MB) zu finden.

Macht eine SUISA-Mitgliedschaft Sinn, wenn meine Werke ausschliesslich in einem ausländischen Territorium genutzt werden?
Wenn das gesamte Repertoire eines Urhebers ausschliesslich in einem einzigen Land ausserhalb der Schweiz und Liechtenstein genutzt wird, kann es unter Umständen mehr Sinn machen, wenn eine Mitgliedschaft bei der entsprechenden Gesellschaft dieses Landes beantragt wird. Dies ist aber sehr situationsabhängig. Eine gute Beratung lohnt sich nicht nur in diesem Fall: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SUISA-Mitgliederabteilung stehen für Auskünfte rund um (Doppel-)Mitgliedschaften und Gesellschaftswechsel gerne zur Verfügung:

Urheber
d/e: authors(at)suisa(dot)ch
f: authorsF(at)suisa(dot)ch
i: autori(at)suisa(dot)ch

Verleger
alle Sprachen: publishers(at)suisa(dot)ch

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Ein weltweites Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder

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Bastian-Baker-live-HardRockCafe-Santiago

Der Lausanner Singer/Songwriter Bastian Baker, seit 2011 bei der SUISA, spielte anlässlich seiner Lateinamerika-Tournee im Frühling 2015 im Hard Rock Café in Santiago, Chile. Durch eine Mitgliedschaft bei der SUISA können Urheber ihre Rechte durch ein Netzwerk bestehend aus über 100 ausländischen Schwestergesellschaften weltweit wahrnehmen lassen. (Foto: Lorena Weber)

Die SUISA hat mit über 100 ausländischen Schwestergesellschaften Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen. Dadurch vertritt sie in der Schweiz und in Liechtenstein das Repertoire von rund 2 Millionen Urhebern und Verlegern aus der ganzen Welt. Gleichzeitig tragen diese Verträge dazu bei, dass im Ausland eingespielte Urheberrechtsvergütungen den SUISA-Mitgliedern zukommen.

Zusammenarbeit der Verwertungsgesellschaften

Das Grundprinzip der internationalen Zusammenarbeit zwischen den Verwertungsgesellschaften funktioniert nach diesem Beispiel: Für ein Konzert in der Schweiz oder Liechtenstein zieht die SUISA beim Veranstalter das Geld für die Urheberrechte der aufgeführten Werke ein. Wenn die Komponisten der Werke bei einer ausländischen Gesellschaft Mitglied sind, leitet die SUISA das Geld an jene Gesellschaften weiter. Diese wiederum zahlen die Vergütungen gemäss ihren Verteilungsreglementen an ihre Mitglieder aus, die am Werk beteiligt sind.

Dank den Gegenseitigkeitsverträgen findet der Geldfluss auch umgekehrt statt: Für das Konzert im Ausland, bei dem Werke von SUISA-Mitgliedern aufgeführt werden, zieht die lokale Gesellschaft des jeweiligen Landes das Geld ein, leitet es an die SUISA weiter, welche es hier an die berechtigten SUISA-Mitglieder verteilt.

Wo immer auch die musikalische Tätigkeit oder Nutzung stattfindet: Durch dieses weltumspannende Netz kann die SUISA die Rechte für ihre Mitglieder fast überall wahrnehmen. Alles, was es dazu braucht, ist ein Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA. Mit dem Wahrnehmungsvertrag übertragen Urheber ihre Rechte der SUISA grundsätzlich für die ganze Welt.

Wahrnehmungsvertrag mit der SUISA

Der Wahrnehmungsvertrag in Verbindung mit den allgemeinen Wahrnehmungsbedingungen/AWB) ist das wichtigste Bindeglied zwischen der SUISA und ihren Mitgliedern. Mit dem Abschluss dieses Vertrages wird die SUISA beauftragt, wichtige vermögensrechtliche Urheberrechte in der Schweiz und im Ausland (über die Schwestergesellschaften) treuhänderisch zu verwalten.

Man kann die Abtretung seiner Rechte an die SUISA gebietsmässig beschränken. Man kann auch mehreren Gesellschaften beitreten, zum Beispiel um von einer anderen Gesellschaft ein bestimmtes geographisches Gebiet wahrnehmen zu lassen. Beides ist aber mit Nachteilen verbunden: Bei der Ausnahme von Gebieten muss sich der Urheber in den ausgenommenen Ländern selbst um die Geltendmachung seiner Rechte kümmern oder eben die Wahrnehmung einer anderen Gesellschaft anvertrauen. Bei Doppelmitgliedschaften muss man die Formalitäten verschiedener Gesellschaften – vor allem bezüglich Werkanmeldungen – erfüllen und sich mit den Fragen der Doppelbesteuerung und den verschiedenen Verteilungsreglementen, Statuten, etc. befassen.

Die SUISA empfiehlt, in der Regel keine Ausnahmen vorzunehmen, es sei denn man sei in einem ausländischen Territorium längerfristig besonders erfolgreich. (Weitere Informationen hierzu im Artikel «International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren» aus der Rubrik «Gut zu wissen».) Der Vorteil für das Mitglied ist, dass es nur einen Ansprechpartner hat und sich auch nicht mit verschiedenen Konditionen und Regelungen auseinandersetzen muss. Zudem werden dank dem einmaligen Abschluss eines Wahrnehmungsvertrags mit der SUISA die Rechte weltweit bereits so umfassend wie möglich wahrgenommen.

Rechtewahrnehmung im Ausland

Bei den Urheberrechtsvergütungen aus internationaler musikalischer Tätigkeit ist die SUISA wesentlich auf die Zusammenarbeit mit den ausländischen Schwestergesellschaften angewiesen. Dabei ist zu beachten, dass Inkasso und Verteilung der Entschädigungen in jedem Land unterschiedlich gehandhabt werden und anders geregelt sind.

Die Rechtewahrnehmung im Ausland durch Schwestergesellschaften erfolgt zwangsläufig nach den im jeweiligen Land geltenden Vorschriften, Tarifen, Verteilungsregeln und Verträgen. Jede Schwestergesellschaft legt ihre Arbeitsweise autonom fest. Deshalb kann die SUISA die lückenlose Wahrnehmung der Rechte nicht gewährleisten und für die Tätigkeit der Schwestergesellschaften im Ausland keine Haftung übernehmen. Die SUISA ist nicht verpflichtet, im Ausland selbst tätig zu werden. Sind in einem Land mehrere Schwestergesellschaften aktiv, so schliesst die SUISA einen oder mehrere Gegenseitigkeitsverträge mit der Schwestergesellschaft oder den Schwestergesellschaften ihrer Wahl ab.

Die SUISA kann ihren Mitgliedern jene Entschädigungen überweisen, die ihr von den Schwestergesellschaften effektiv ausbezahlt worden sind. Bekannte Nutzungen im Ausland werden der zuständigen Gesellschaft gemeldet. Wir empfehlen darum, die SUISA zu informieren, wenn man musikalisch im Ausland aktiv wird. Es lohnt sich, vom weltweiten Netz für die Rechte der SUISA-Mitglieder Gebrauch zu machen.

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Musik kennt keine Grenzen. Auch im örtlichem Sinn: Ist der Sprung ins Ausland einmal geschafft, kann ein gut funktionierendes Netzwerk von lokalen Helfern von grossem Nutzen sein. Das gilt insbesondere für die administrativen Arbeiten und dabei vor allem auch für Urheberrechte, die nicht bar vor Ort in die Hände ausbezahlt werden können. Die SUISA ist weltweit vernetzt und setzt sich in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Schwestergesellschaften dafür ein, die Rechte der SUISA-Mitglieder möglichst umfassend wahrzunehmen. Text von Irène Philipp Ziebold

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Der Lausanner Singer/Songwriter Bastian Baker, seit 2011 bei der SUISA, spielte anlässlich seiner Lateinamerika-Tournee im Frühling 2015 im Hard Rock Café in Santiago, Chile. Durch eine Mitgliedschaft bei der SUISA können Urheber ihre Rechte durch ein Netzwerk bestehend aus über 100 ausländischen Schwestergesellschaften weltweit wahrnehmen lassen. (Foto: Lorena Weber)

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International musizieren, zu Hause mit der SUISA kommunizieren

Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Text von Claudia Kempf, Wolfgang Rudigier und Manu Leuenberger

Da-Cruz-Travel-to-Montreal-2014

Schnappschuss von der Reise zum Konzert im Ausland: Die Berner Band Da Cruz auf dem Weg nach Kanada zu ihrem Auftritt im Sommer 2014 am Montreal Jazz Festival. (Foto: Peter Hertig)

Eine Konzerttournee im Ausland. Airplay auf Radiosendern ausserhalb der Schweiz. Mit Komponisten über die Landesgrenzen hinaus zusammenarbeiten. Der oft genannte Traum von der internationalen musikalischen Tätigkeit geht für einige SUISA-Mitglieder in Erfüllung.

Die SUISA erhält vermehrt Anfragen in Bezug auf Urheberrechtsvergütungen aus dem Ausland und Werkanmeldungen bei internationalen Kollaborationen. Die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um die Aktivitäten im Ausland oder die Zusammenarbeit mit ausländischen Komponisten werden im Folgenden beantwortet.

Abrechnungen aus dem Ausland

Wie werden Nutzungen im Ausland an die Suisa weiterverrechnet?
Grundsätzlich verrechnen unsere ausländischen Schwestergesellschaften die Urheberrechtsvergütungen automatisch, basierend auf ihren Tarifen und ihrem Verteilungsreglement, an uns weiter.

Wann bekomme ich die Entschädigungen aus dem Ausland ausbezahlt?
Grundsätzlich rechnet eine Schwestergesellschaft jeweils im Folgejahr die Nutzung an die SUISA ab. Beispiel: Für ein Konzert, das heute im Ausland stattfindet, wird die Entschädigung im Verlauf des Jahres 2016 an die SUISA abgerechnet. Sobald die Abrechnung an die SUISA erfolgt ist, wird die Entschädigung beim nächsten Termin für Auslandabrechnugen an die bezugsberechtigten SUISA-Mitglieder verteilt.

Was soll ich tun, wenn eine Nutzung im Ausland nicht abgerechnet wurde?
Wenn Vergütungen aus dem Ausland im Jahr nach der erfolgten Nutzung nicht abgerechnet wurden und Sie sicherstellen möchten, dass eine Überprüfung durch die Schwestergesellschaft vorgenommen wird, können Sie die Nutzung bei der SUISA melden.

Welche Informationen braucht die SUISA, wenn Nutzungen gemeldet werden?
Bei Konzerten:
Datum der Aufführung, Adresse des Konzertlokals, Adresse des Veranstalters und Programm der gespielten Werke.
Bei Sendungen: Datum der Ausstrahlung, Liste der ausgestrahlten Werke, möglichst genaue Kontaktangaben zu den Radio- respektive Fernsehstationen.
Bei Tonträgern: Datum der Veröffentlichung, Liste der verwendeten Werke auf dem Tonträger, genaue Kontaktangaben zum Tonträgerhersteller (meistens das Label).
Bei Internetnutzungen: Link zur Nutzung des Werkes, Datum, seit dem das Werk online erhältlich ist, Angaben zum Anbieter.

Wie kann ich Nutzungen direkt bei der Verwertungsgesellschaft jenes Landes melden, in dem die Nutzung stattgefunden hat?
Unter Schwestergesellschaften hat man vereinbart, dass Anfragen oder Meldungen von Mitgliedern immer über jene Gesellschaft erfolgen müssen, bei der die Urheber oder die Verleger als Mitglied angemeldet sind. SUISA-Mitglieder müssen sich für Auskünfte über Konzerte im Ausland immer an die SUISA wenden. Es ist nutzlos, die Verwertungsgesellschaften im Ausland direkt zu kontaktieren.

Meine Lieder werden häufig von «kleineren» Radiosendern gespielt. Wieso erhalte ich für diese Sendungen nur selten eine Vergütung?
Bei den meisten privaten Radiostationen im Ausland wird das Programm nicht bis auf jede tatsächliche Werknutzung abgerechnet. Der Grund dafür ist, dass der Aufwand für die detaillierte Programmauswertung den Ertrag pro einzelner Ausstrahlung bei Weitem übersteigt. In solchen Fällen wenden die meisten Schwestergesellschaften ein sogenanntes «Sampling»-Verfahren an. Bei diesem Verfahren wird das Programm der betroffenen Radiosender jeden Monat an Stichtagen im Detail ausgewertet. Die an diesen Tagen ausgestrahlten Werke werden in die Abrechnung miteinbezogen. Werkaufführungen an anderen Tagen, die bei den Stichproben nicht erfasst werden, bleiben bei der Abrechnung aussen vor.

Bei Fragen zu den Abrechnungen aus dem Ausland stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter:
intdistribution(at)suisa(dot)ch

Werkanmeldung bei internationalen Kooperationen

Wer muss ein Werk anmelden, wenn es von mehreren Urhebern zusammen komponiert wurde und die Beteiligten bei anderen Verwertungsgesellschaften als der SUISA Mitglied sind?
Im Prinzip muss ein Werk nur einmal von einem der Beteiligten bei seiner Gesellschaft angemeldet werden. Danach ist es für die anderen Verwertungsgesellschaften in einer internationalen Werkdatenbank ersichtlich. Am besten meldet man das Werk bei jener Gesellschaft an, in deren Gebiet das Werk hauptsächlich genutzt wird.
Das heisst zum Beispiel: Ein SUISA-Mitglied arbeitet mit einem bekannten deutschen Autor zusammen. Die Tonträgerproduktion mit den Songs aus der Kooperation erscheint erstmals in Deutschland. Dann macht es Sinn, dass der deutsche/französische Miturheber das Werk bei der deutschen Gesellschaft GEMA anmeldet.
Nach der Anmeldung bei der ausländischen Gesellschaft ist ein Werk in der internationalen Werkdatenbank «CIS-Net Powered by FastTrack» ersichtlich. Wenn Vergütungen aus dem Ausland für nicht bei der SUISA registrierte Werke eintreffen, konsultieren wir die internationale Datenbank und dokumentieren das Werk für die korrekte Verteilung in unserem System nach.
Dieser Prozess kann einige Zeit beanspruchen. Hilfreich für die zeitnahe Registrierung in den Systemen der SUISA ist in solchen Fällen eine kurze schriftliche Mitteilung an uns. Ein E-Mail mit Angabe des Werktitels und der Gesellschaft, bei der das Werk bereits angemeldet wurde, genügt. Die restlichen Informationen zum Werk können aus der internationalen Werkdatenbank entnommen und in unseren System für die Verteilung nach dem SUISA-Verteilungsreglement dokumentiert werden.
Bei verlegten Werken läuft die Werkanmeldung üblicherweise über den Verleger und dessen Subverleger.

Was ist speziell zu beachten, wenn ich bei der SUISA Werke anmelde, an denen Mitglieder von anderen Verwertungsgesellschaften mitbeteiligt sind?
Damit die Miturheber von ausländischen Verwertungsgesellschaften ebenfalls eine Vergütung erhalten, ist es wichtig, dass die Co-Autoren eindeutig identifiziert werden. Dazu benötigen wir bei der Werkanmeldung zusätzlich zu den vollständigen Namen der Miturheber entweder deren IPI-Nummer oder deren Geburtsdatum und die Angabe der Gesellschaft, bei der sie Mitglied sind. Für den umgekehrten Fall gilt das Gleiche: Wenn einer der Co-Autoren die Anmeldung des gemeinsam geschriebenen Werks bei einer ausländischen Gesellschaft übernimmt, dann informieren Sie ihn vorgängig unbedingt über Ihre eigene IPI-Nummer, Ihr Geburtsdatum und Ihre Mitgliedschaft bei der SUISA.
Klären Sie bitte auch ab, ob die Anteile der Miturheber verlegt sind, und nennen Sie bei der Werkanmeldung die Namen eventueller Verleger, wenn möglich mit Angabe der IPI-Nummern der jeweiligen Verlage.

Ich habe festgestellt, dass der Co-Autor das Werk entgegen der Abmachung nicht bei der ausländischen Gesellschaft angemeldet hat. Was soll ich tun?
Sie können das Werk bei der SUISA direkt anmelden. Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang die Online-Werkanmeldung: Auf diesem Weg müssen Sie das Werkanmeldungsformular nicht von allen Beteiligten unterzeichnen lassen, was bei internationalen Kooperationen im Nachhinein oft schwierig ist.

Welcher Verteilungsschlüssel wird bei Werken, an denen Autoren aus verschiedenen Gesellschaften beteiligt sind, berücksichtigt?
Werke, an denen SUISA-Mitglieder beteiligt sind, werden von der SUISA gemäss dem Verteilungsreglement der SUISA dokumentiert. Die ausländische Gesellschaft des Co-Autors wird die Werke in der Regel nach ihrem Verteilungsreglement registrieren. Das Verteilungsreglement der SUISA erlaubt es, dass die Urheber untereinander die Beteiligung frei vereinbaren können. Dies ist nicht bei allen Gesellschaften möglich. Es kann deshalb vorkommen, dass ein Werk bei einer ausländischen Gesellschaft mit einem anderen Verteilungsschlüssel als bei der SUISA registriert ist.

Bei Fragen rund um die Mitgliedschaft und die Werkdokumentation steht Ihnen die Mitgliederabteilung gerne zur Verfügung:
Urheber
d/e: authors(at)suisa(dot)ch
f: authorsF(at)suisa(dot)ch
i: autori(at)suisa(dot)ch
Verleger
alle Sprachen: publishers(at)suisa(dot)ch
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Wie komme ich zu meinen Urheberrechtsvergütungen für meine Konzerte im Ausland? Was muss ich bei der Werkanmeldung beachten, wenn der Co-Autor meines Songs Mitglied bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft ist? Wichtige und häufige Fragen rund um die internationale musikalische Tätigkeit werden hier beantwortet. Text von Claudia Kempf, Wolfgang Rudigier und Manu Leuenberger

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Schnappschuss von der Reise zum Konzert im Ausland: Die Berner Band Da Cruz auf dem Weg nach Kanada zu ihrem Auftritt im Sommer 2014 am Montreal Jazz Festival. (Foto: Peter Hertig)

Eine Konzerttournee im Ausland. Airplay auf Radiosendern ausserhalb der Schweiz. Mit Komponisten über die Landesgrenzen hinaus zusammenarbeiten. Der oft genannte Traum von der internationalen musikalischen Tätigkeit geht für einige SUISA-Mitglieder in Erfüllung.

Die SUISA erhält vermehrt Anfragen in Bezug auf Urheberrechtsvergütungen aus dem Ausland und Werkanmeldungen bei internationalen Kollaborationen. Die wichtigsten und…Weiterlesen

Musik, ein internationales Geschäft! Auch für SUISA-Mitglieder?

In der Schweiz wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Die höchsten Einnahmen aus dem Ausland fliessen aus den direkten Nachbarländern in die Schweiz. Die SUISA setzt sich auch für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein. Das ist nicht immer einfach. Text von Irène Philipp Ziebold, Direktorin

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Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

Bei jährlichen Einnahmen der SUISA von CHF 125 Mio. aus der Verwertung von Urheberrechten in der Schweiz und Liechtenstein fliessen aus dem Ausland rund CHF 11 Mio. in die Schweiz. Dabei wird der Inlandumsatz nicht nur durch die Musik von SUISA-Mitgliedern erzielt: Die SUISA hat mit rund 100 Schwestergesellschaften auf der ganzen Welt Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen. Aufgrund dieser Verträge vertritt die SUISA in der Schweiz und Liechtenstein auch das Musikrepertoire von Mitgliedern der ausländischen Schwestergesellschaften.

Tatsache ist: Bei uns wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. Im Vergleich zum Inlandumsatz sind die rund CHF 11 Mio. Einnahmen zu Gunsten der SUISA-Mitglieder aus dem Ausland wesentlich geringer. Die höchsten Beträge aus dem Ausland flossen in den letzten Jahren aus den direkten Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Aber sind CHF 11 Mio. aus dem Ausland wirklich genug? Werden die Rechte unserer Mitglieder mit dem gleichen Nachdruck und der gleichen Sorgfalt wahrgenommen wie wir das in der Schweiz für die ausländischen Rechteinhaber tun? Wie setzt sich die SUISA für die Rechte ihrer Mitglieder im Ausland ein?

Wahrnehmung der Rechte von SUISA-Mitgliedern im Ausland

In den Gegenseitigkeitsverträgen mit über 100 ausländischen Schwestergesellschaften werden die entsprechenden Rechte übertragen und deren Wahrnehmung garantiert. Dieser Verpflichtung muss nachgekommen werden, andernfalls liegt eine Vertragsverletzung vor.

In der Praxis werden alle Nutzungsmeldungen an unsere Schwestergesellschaften in einer Datenbank erfasst. Dieses Datenbanksystem namens „CaseManagement“ generiert automatische Reminder an die Schwestergesellschaften, wenn diese nicht innerhalb einer gesetzten Frist antworten. Je nach Fall schreibt die SUISA zusätzlich die Schwestergesellschaften separat an oder kontaktiert die zuständigen Mitarbeitenden der Gesellschaften telefonisch.

Zusammenarbeit mit ausländischen Schwestergesellschaften

Zwischen den Schwestergesellschaften werden Tausende von Nutzungsmeldungen ausgetauscht. Diese zu bearbeiten, benötigt viel Zeit. Manchmal können daraus langwierige Abklärungen entstehen, wenn zum Beispiel die Musiknutzung der Gesellschaft im Ausland noch gar nicht bekannt war, der Veranstalter die für eine Lizenzierung notwendigen Angaben noch nicht geliefert hat oder die gestellte Rechnung nicht bezahlt worden ist. Gerne würden wir unseren Mitgliedern schnellere Antworten beziehungsweise Nachverrechnungen liefern, doch die einzelnen Gesellschaften (wie auch wir selber) brauchen zuweilen Monate für diese Untersuchungen.

In vielen Fällen ist es auch mangels Kenntnissen der Tarife und Verteilungsreglemente der Schwestergesellschaften schwierig zu erkennen, ob diese das Inkasso und die Verteilung richtig und angemessen erledigt haben. Durch persönliche Gespräche, Besuche vor Ort und Einsicht in die entsprechenden Tarife und Reglemente, sofern sie dann auch veröffentlicht sind, können wir die Abrechnungen unserer ausländischen Schwestergesellschaften auf deren Korrektheit prüfen.

Applikation für internationale Nutzungsmeldungen unter CISAC-Mitgliedern

Da alle Verwertungsgesellschaften mehr oder weniger mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, sucht man auf internationaler Ebene nach Lösungen und Verbesserungen. Eine neue Applikation namens «Live Performance Notification», entwickelt von der Firma «FastTrack, the Digital Copyright Network», soll CISAC-Mitgliedern den Austausch von internationalen Nutzungsmeldungen erleichtern. CISAC (Confédération Internationale des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs) ist der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften. Über das neue Tool können sich die Gesellschaften innerhalb des bereits existierenden Systems («CIS-Net Powered by FastTrack», Common Information System der CISAC) gegenseitig informieren, wenn Werke ihrer Mitglieder in den jeweiligen Gebieten der Gesellschaften genutzt werden.

Mittels dieser Applikation können Nutzungsdaten (Zeit, Ort etc.) sowie die aufgeführten Werke (Repertoire-Liste) erfasst und der entsprechenden Gesellschaft übermittelt werden. Ein integriertes Trackingsystem ermöglicht eine Übersicht über den Status der übermittelten Anfragen. Zusätzlich generiert das System automatische Mahnungen, falls Anfragen nicht in der vorgesehenen Zeit beantwortet werden.

Das neue System ist eine zusätzliche Hilfe bei den weiterhin grossen Anstrengungen, die von der SUISA unternommen werden, um die Wahrnehmung der Rechte ihrer Mitglieder auch im Ausland zu gewährleisten. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn die Musik unserer Mitglieder international noch mehr Anerkennung und Gehör findet. Damit aus den rund CHF 11 Mio. Einnahmen aus dem Ausland bald mehr wird.

Die SUISA hält neben anderen ausländischen Verwertungsgesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an der technischen Dienstleistungsfirma FastTrack, the Digital Copyright Network.

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Die SUISA vertritt in der Schweiz und Liechtenstein aufgrund von Gegenseitigkeitsverträgen mit rund 100 Schwestergesellschaften das Musikrepertoire von Urhebern aus der ganzen Welt. Hierzuland wird viel mehr ausländische Musik gespielt als Musik unserer Mitglieder im Ausland. (Grafik: Crafft Kommunikation AG)

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