Camilla Sparksss: «Ein schönes Weihnachtsgeschenk» | mit Video

Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

Die 1983 geborene Musikerin zeigt sich im Gespräch sanft und herzlich ‒ nicht wild wie auf der Bühne. Bürgerlich heisst sie Barbara Lehnhoff und ist in Kanada aufgewachsen. Mit 17 zog sie ins Tessin, von wo ihre Mutter stammt, um zu studieren. Bald lernte sie den Tessiner Rockgitarristen und Songwriter Aris Bassetti kennen und lieben, begann mit ihm unter dem Bandnamen Peter Kernel zu musizieren. Dies entwickelte sich derart erfreulich, dass sie ihre langjährige Anstellung als Filmemacherin beim Tessiner Fernsehen im Jahr 2012 aufgab, um sich voll der Musik zu widmen.

«Das Tessin ist im Vergleich zu Kanada ein strategisch guter Ort, um Musik zu machen und zu touren», erklärt Barbara Lehnhoff. «Man muss nicht gleich ein Flugzeug nehmen, wie dies in Nordamerika der Fall ist.» Sie liebt zudem das deutlich wärmere Klima, was nicht nur für ihr Wohlbefinden wichtig ist. «Hier kann man zu jeder Jahreszeit einfach rausgehen, um ein Video oder ein Foto-Shooting zu machen.» Die alte Heimat beeinflusst trotzdem bis heute ihre künstlerische Vision. «Ich wuchs in einer Art Indianerreservat mit starkem Kontakt zur Natur auf ‒ sehr unterschiedlich zu Europa.»

Peter Kernel elektronisch

Die Aussage mag verwirrend klingen, dass Camilla Sparksss «weniger ein Solo- als ein Nebenprojekt von Peter Kernel» ist. Doch Barbara Lehnhoff betont, dass sie auch die Stücke von Camilla Sparksss zusammen mit Aris Bassetti komponiert. «Wir machen alles zusammen, 24 Stunden pro Tag, und wir ergänzen uns auch beim Schreiben der Songs gut. Aris pflegt einen eher melodischen italienischen Stil und kümmert sich um die Arrangements. Ich bin direkter und mehr punkig.» Diese Seite kommt bei Camilla Sparksss stärker zum Ausdruck. Dieses Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, eine Art elektronische Version von Peter Kernel zu schaffen; nicht zuletzt, um an den Konzerten weniger Equipment schleppen zu müssen. «Bei Camilla Sparksss ist die Musik verspielter und mehr auf Fun ausgelegt. Und wenn wir eine Idee haben, können wir sie am Computer sofort ausprobieren.»

Der Ursprung eines Songs liegt allerdings meist im Gitarrenspiel von Aris Bassetti, wenn er nach einer Melodie sucht. «Wir entscheiden erst im Verlauf des Songwritings, für welches Projekt wir das Stück verwenden. Falls es für Camilla Sparksss ist, wandeln wir es in einen elektronischen Song um.» Sobald sie Arrangements ausprobieren wollen, wechseln sie von der Wohnung in einen nahe gelegenen Übungsraum. «Dort können wir viel Lärm machen, weil er sich im Untergeschoss befindet», meint Barbara Lehnhoff lachend. «Wenn wir die Gesangsteile schreiben, müssen wir auch schreien können.» Sie bezeichnet den Stil von Camilla Sparksss als Hyper Pop. «Bezüglich Melodien und Arrangements kann man diese Songs zum Pop zählen. Aber wie wir an die Grenzen gehen, ist es hyper – das gehört zu unserem Punk-Approach.»

Girl-Power auf der Bühne

Camilla-Sparksss-VideostillErst am Konzert kommen die Songs richtig zur Geltung. «Die Live-Darbietung ist der Grund für alles, was wir mit den beiden Projekten tun. Erst auf der Bühne wird unser künstlerisches Schaffen vollendet.» Bei Camilla Sparksss wird es zu einer regelrechten Performance, die wie die schrille Show eines Girl-Power-Projekts wirkt. Barbara Lehnhoff singt lauthals und spielt Synthesizer zu den Rhythmen einer Schlagzeugmaschine, während eine weitere Frau dazu tanzt. «Die Tänzerin repräsentiert gewissermassen die körperliche Seite der Schlagzeugmaschine – und schwitzt entsprechend wie ein Schlagzeuger.»

Nicht zuletzt dank der vielen Konzerte können Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti seit 2012 von der Musik leben. Für einige Tourneen, die sie sogar nach Kanada und in die USA geführt haben, erhielten sie auch Unterstützung von der FONDATION SUISA. «Aber es ist hart, von der Musik zu leben», meint Barbara Lehnhoff trocken. «Und es ist nur möglich, weil wir auch alles darum herum selbst machen: die Videos, die Grafik, das Management, unser Label On The Camper Records.» Aber die beiden Musiker machen eben nicht Pop im kommerziellen Sinn. Deshalb werden sie nur selten am Radio gespielt und erhalten entsprechend nicht viel Geld. «Die Abrechnungen der SUISA sind für uns aber immer wie ein schönes Weihnachtsgeschenk», meint Barbara Lehnhoff lachend.

www.camillasparksss.com, offizielle Website

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» geben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Barbara Lehnhoff aka Camilla Sparksss wurden bereits Carrousel und Marcel Oetiker mit Video auf dem SUISAblog.ch und in der Broschüre Ausgabe 2015 (PDF, 8.17 MB) vorgestellt. Barbara Lehnhoff und Aris Bassetti gehörten als Duo Peter Kernel zu den Nominierten für den Schweizer Musikpreis 2016.

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Wo die Songs von Camilla Sparksss entstehen, war einst die Klause eines Mönchs. Noch heute wirkt die von da sichtbare Seenlandschaft idyllisch. Doch dann erkennt man, dass sie von der Nord-Süd-Autobahn und der Landepiste des Flughafens Lugano-Agno durchschnitten wird. Auch bei Camilla Sparksss ist vieles anders, als es zunächst scheint. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

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«Nichts und gar nichts schlägt den gut geschriebenen Song»

Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

Tobias Jundt Bonaparte Interview

Mit seinem neuen Projekt Mule & Man ist Tobias Jundt (liegend) zusammen mit Kid Simius (stehend) am Samstag, 17. September 2016, im Les Docks am Festival Label Suisse live zu erleben. (Foto: Melissa Jundt)

Was bedeutet Ihnen die Nomination für den Musikpreis des Bundesamtes für Kultur?
Tobias Jundt: Es ehrt mich natürlich, dass meine Kunst auch als solche erkannt und gewürdigt wird. Gerade wenn man etwas kreiert, was normalerweise eher zwischen Stuhl und Bank fällt und nicht klar eingeordnet werden kann, braucht es auch seine gute Zeit, um überhaupt als Künstler mit einer eigenen Sprache wahrgenommen zu werden. Es ist ja eigentlich unmöglich, bei der dargebotenen Vielfalt das Schaffen der einen mit dem Œuvre der anderen zu vergleichen oder zu gewichten. Aber ich bin nach 30 Jahren als Songschreiber durchaus geschmeichelt, die kulturelle Sprache meines Landes als eine mögliche musikalische Stimme mitvertreten zu dürfen.

Den Musikpreis vergibt das BAK 2016 im Vorfeld des Festivals Label Suisse. Das Festival in Lausanne bringt an 3 Tagen hauptsächlich Schweizer Musik aus verschiedenen Genres auf die Bühnen. Die Konzerte können kostenlos besucht werden. Weshalb braucht die Schweizer Musik einen Musikpreis vom BAK und ein Festival wie das Label Suisse?
Ich denke, wir können uns einfach dankbar schätzen, einem Staat angehörig zu sein, der sich die Zeit nimmt, Kunst zu würdigen, und glücklicherweise auch noch das Kleingeld in der Tasche sitzen hat, den geehrten Künstlern durch diesen Preis ihr Schaffen temporär ein gutes Stück zu vereinfachen. Alle der hier Nominierten würden auch ohne Preisverleihung unerbittlich das tun, was sie tun, und dem Wellengang des Lebens trotzen. Dass das BAK uns dabei unterstützt und ein wenig silbernen Wind in die Segel bläst, darf man dankend annehmen.
Festivals sind Orte, wo man etwas entdeckt. Zuhörer entdecken Musikkapellen, Künstler entdecken andere Künstler, Kollaborationen entstehen und der Schwyzerörgeli-Fan verliebt sich am Rande in den Stockhausen-Liebhaber. Festivals ersetzen nie das abendfüllende Konzerterlebnis eines Künstlers, aber als Disziplin des Austausches und des Aufeinanderprallens von Ausdruck sind sie sehr wichtig. Sich für eine breite und weltoffene Kultur stark machen ist immer der richtige Weg.

«Es braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht.»

Gegenüber der NZZ haben sie einmal gesagt, dass man in der Schweiz nur mit Mainstream-Pop-Musik oder in stark subventionierten Genres wie Jazz oder Klassik überleben könne. Was muss sich ändern, dass das vielfältige Schweizer Musikschaffen sowohl in der Heimat als auch im Ausland vermehrt gehört wird?
Ein Problem ist, dass eine nur auf die Schweiz bezogene musikalische Nische halt wirklich klein ist, sodass sie nicht als Hauptberuf sondern eher ergänzend ausgeübt werden kann. Man muss also entweder in einem absatzstarken Genre oder einem subventionierten Umfeld tätig sein, oder sich eben geografisch ein grösseres Territorium vorknöpfen. Letzteres braucht einen sehr langen Atem, einen unermüdlichen Angriffswillen und stoische Hartnäckigkeit, was das Ausleben des künstlerischen Dranges angeht. Ausser die Motiviation für diesen künstlerischen Wahnsinn kommt von ganz tief drin, gibt es leider für die meisten Schweizer keinen dringlichen Grund hierfür, die bereits vorherrschende Lebensqualität aufs Spiel zu setzen. Man muss ja schon auch ein wenig verrückt sein, darauf zumindest temporär verzichten zu wollen, um da draussen einen harten musikalischen Acker zu bestellen. Ich treffe auf meinen Reisen immer wieder sehr aktive Auslandschweizer. Es mangelt sicher viel weniger am Talent als an der Einstellung.

Seit 2006 leben und arbeiten Sie in Berlin und haben sich dort etabliert. Wie kann man als Schweizer Songschreiber im Ausland bestehen und wie wird die Schweizer Musik Ihres Erachtens im Ausland wahrgenommen?
Die meisten Menschen dieses Sonnensystems lieben die Schweiz und das, was sie verköpert. Das vergisst man manchmal, wenn man zu lange auf dem Berg sitzt. Wenn ich für andere Künstler in Berlin oder New York Musik schreibe, fragt schlichtweg niemand danach, wo ich aufgewachsen bin. Es geht immer genau nur um eines: für die entsprechende Phase eines Künstlers das richtige Werk zu schreiben. Und da kann es um kommerziellen Erfolg oder um künstlerische Erneuerung gehen. Und wenn ich als Solokünstler Bonaparte von Beijing bis Wellington meine Songs singe, fragt auch niemand nach meiner Herkunft – obwohl ich ehrlich gesagt sehr gerne anfüge, dass ich Schweizer bin – weil es mich gerade von den meisten da draussen unterscheidet und wichtiger Teil meines Wesens ist. Um bestehen zu können, muss man einen wachsamen Geist haben und die verschiedenen Parameter der Kulturen aufsaugen und einsetzen. Jeder kann das, egal wo er herkommt.

«Ich behaupte, dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre.»

Sie wohnen in Deutschland, sind aber bei der Schweizer SUISA Mitglied. Weshalb?
Ich behaupte, – und diesen Standpunkt teilen auch einige ausländische Autoren – dass die Schweiz eine der besten Urheberrechtsgesellschaften der Welt hat. Dies sage ich mit gutem Gewissen und aus eigener Überzeugung. Ich war in der Vergangenheit in den USA auch Mitglied der BMI und betreibe einen Verlag bei der GEMA. Alles gut und recht, aber die SUISA ist, wo ich als Komponist hingehöre. Ich mochte die Zeit unter Poto Wegener sehr und hatte durch seine Unterstützung damals auch begonnen, mich intensiver mit dem Urheberrecht zu befassen. Die guten Beziehungen zum Hause SUISA sind geblieben und ich schätze den gegenseitigen Austausch und Respekt sehr.

An der Zürcher Hochschule der Künste unterrichten Sie im Fach «Songwriting». Kann man lernen, einen Hit zu schreiben? Welche Ratschläge geben Sie den Studenten für das Komponieren mit auf den Weg?
Meistens rate ich ihnen vor allem, alles zu vergessen, was sie zu wissen glauben. Ich äussere gerne meinen Wunsch, dass sie als Menschen und nicht als Musiker Songs schreiben sollen. Natürlich helfen uns analytisches oder theoretisches Wissen und praktische Techniken, um aus musikalischen Sackgassen schneller herauszufinden. Aber im Kern der Ideenfindung unterscheidet uns nicht sehr viel von Herrn und Frau Hugentobler, welche morgens in der Dusche eine Melodie pfeifen. Man kann sich natürlich wie bei allem im Leben – sei dies die Schlägerhaltung des Golfspielers oder das Kamasutra für den Liebhaber – eine Technik aneignen, mit der man es an jedem grauen Tag der Woche schafft, gute Songs zu schreiben. Aber gute Songs gibt es eben auch viele und genug – man muss vielmehr versuchen, diese Songs mit dem gewissen Etwas zu schreiben; die Songs, welche auch nach dem Lebenswerk von Lennon-McCartney und Udo Jürgens und Igor Strawinsky und Daft Punk trotzdem in ihrem Genre noch eine Berechtigung haben, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Das gelingt nicht immer, aber dafür muss der Songwriter morgens aufstehen – für den Versuch, einen Song zu schreiben, der diese Welt auf seine Art noch bereichert.

«Das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee.»

Der Musiker auf der Konzertbühne ist nicht zwingend der Songschreiber, der neben dem Star im Rampenlicht häufig in Vergessenheit gerät. Wie können Komponisten in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Schatten der Interpreten treten?
Die Frage ist, ob er dies muss. Ich singe nur die Songs, die ich keinem anderen Interpreten zutrauen kann. Der psychologische Druck, der auf einen Frontmann und Interpreten zu fallen kommt, kann auf Dauer auch ganz schön anstrengend sein. Ein Songwriter kann jedoch im Hintergrund agieren, irgendwo unbemerkt an sein Klavier sitzen, um sich nur auf den Kern der Musik zu konzentrieren. Und glauben sie mir, das Allerwichtigste, was es überhaupt gibt, noch immer und heute erst recht, ist die musikalische Idee. Nichts und gar nichts schlägt den wirklich gut geschriebenen Song, der das Handwerk geschickt mit dem Orginellen verbindet. Es besteht also durchaus Hoffnung für alle, die den Teufel an die Wand gemalt glaubten. Ich bin sehr froh damit, bei der SUISA ein Dutzend Pseudonyme zu bedienen – songwriterische Rollen, in die ich je nach Stilrichtung oder Stimmung schlüpfen kann und die nicht einmal meine engsten Freunde beim Namen kennen. Ich mag es, dass das professionelle Songschreiben manchmal auch einfach ein Gehemnis zwischen mir und einem Blatt Papier bleibt. Wenn der Musiker auf der Bühne irgendwas Seltsames tut, spricht am Tag darauf jeder darüber. Wenn der Komponist nackt ein kleines Streichquartettchen komponiert und dazu zwei Gläser Erdnussbutter löffelt, interessiert es keinen. Ich finde das gut so. Wichtig ist, dass wir Komponisten uns austauschen und dass unsere Rechte im Wandel der Zeit vertreten werden.

Musik für Dritte komponieren oder wie mit Mule & Man auf der Bühne performen – was macht für Sie den Reiz der beiden Tätigkeiten aus?
Ich hatte durchaus auch elitäre Phasen in meinem Leben, in denen ich nur diese eine Art von Free Jazz oder jene Spielart von Soul als hörenswürdig empfand. Aber am Ende des Tages bin ich leider einfach ein musikalisch gequälter Polyamorist, welcher alle Arten von Musik innigst liebt und eben auch miterfinden muss. Ich finde Befriedigung genauso beim Komponieren von Streicher- oder Bläser-Arrangements, Protestsongs, Punk-Chansons, Filmmusik, elektronischer Musik, experimentellen Geräuschfrickeleien oder Countrymusik für Gehörlose. Ich mag es, dass es zwischen dem Komponisten und dem Zuhörer diese endlose Fülle an kombinatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen gibt.

Links
Bonaparte, offizielle Website
Mule & Man, offizielle Facebook-Fanseite
Label Suisse, Website des Festivals
Schweizer Musikpreis, Informationsseite des Bundesamtes für Kultur

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Der internationale Erfolg mit Bonaparte ist der vorläufige Höhepunkt der bereits lange andauernden Songschreiberkarriere von Tobias Jundt. Aus seiner Feder stammen mehrere hundert Titel, in grosser stilistischer Vielfalt geschrieben auch für oder zusammen mit anderen Künstlern. Sein Wissen und seine Erfahrungen als Komponist gibt der in Berlin lebende Berner als Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach «Songwriting» weiter. Ein Interview mit dem SUISA-Mitglied, das 2016 für den Grand Prix Musik nominiert ist und am Festival Label Suisse in Lausanne mit seiner neuen Formation Mule & Man auftritt.

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«Im Blues spiegelt sich die Seele»

Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Text von Michael Welti

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Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

«Mein Vater spielte Gitarre und sang – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm», schreibt Yannick Nanette. Er ist die eine Hälfte von The Two; einer Band, die sich dem Blues verschrieben hat. «Im Blues, in seiner ganzen Tiefe und befreiten Wahrheit, spiegelt sich die Seele», schreibt er weiter. In der Musik und da, wo sie ihn hinführt, findet er zu sich selbst.

Yannick Nanette wuchs im Inselstaat Mauritius auf. «Mein Onkel hörte oft Louis Armstrong, Fats Domino und Big Bill Broonzy. Ich verstand nicht viel von dem, was gesagt wurde, ich war noch klein. Aber ich liebte den Rhythmus, die Bewegung, die Ausdruckskraft», erinnert sich der Künstler. «Doch neben diesen Bezügen zu den USA entdeckte ich ein ähnliches Timbre in der traditionellen mauritischen Musik, dem Sega, mit der Stimme von ‹Ti-Frère› oder – neuer – bei Eric Triton: dieselbe wilde Stärke, eine fröhliche Ernsthaftigkeit und der Wunsch nach Unabhängigkeit. Das ist auch völlig verständlich, denn der Sega geht ebenfalls auf die Zeit der Sklaverei zurück.

«Der Blues ist heute noch sehr präsent», schreibt Yannick Nanette. «Man muss nur den Fernseher einschalten und sich die Bilder der Menschen anschauen, die sich im Namen von Komfort und Individualismus gegenseitig auffressen. Die Sklaverei der 1800er-Jahre ist vorbei. Die von Billie Holiday besungenen ‹strange fruits› hängen nicht mehr, doch über uns schwebt die im Mensch schlummernde Monstruosität in ihrer ganzen Bandbreite. Die moderne Knechtschaft ist farbenblind. Es geht nicht um schwarz oder weiss; die Baumwolle von heute heisst Geld, und der Mensch krümmt sich, um ihm zu dienen.»

Sweet Dirty Blues

Mit 13 Jahren begann Yannick Nanette Gitarre zu spielen und zu singen. Vier Jahre später entdeckte er die Mundharmonika im Bus Richtung Port-Louis. Hinter ihm sass regelmässig ein Mundharmonikaspieler namens Ignace. «Während der einstündigen Fahrt wirbelten und swingten die Töne auf der Hinterbank. Das war unglaublich!» Yannick war fasziniert und fragte den Musiker, ob er ihm das Mundharmonikaspiel beibringen könnte. Der Mann sagte zu.

Heute lebt der 33-jährige Yannick in Lausanne. Die zusammen mit seinem Freund Thierry Jaccard gegründete Band The Two veröffentlichte 2014 ihr erstes Album, «Sweet Dirty Blues». Inzwischen haben die beiden über 130 Konzerte gespielt, unter anderem an Festivals in Kroatien, Dänemark, Italien und Frankreich.

SUISA-Mitgliedschaft

Im Moment finanziert Yannick Nanette einen Teil seiner Lebenskosten mit Musik. «Ich bin zurzeit am Studieren und arbeite nebenbei wenige Prozente als Lehrkraft. Die beiden Standbeine bringen just so viel ein, dass ich mich ernähren und meine Versicherungen usw. bezahlen kann. Philosophisch betrachtet verdiene ich mein Leben und lebe dank der Musik», fügt Nanette bei.

Die SUISA-Mitgliedschaft hat für Yannick Nanette einen grossen Vorteil: «Ich kann die Rechtewahrnehmung delegieren im Wissen, dass sich eine kompetente und langjährige Organisation wie die SUISA darum kümmert. Das ist eine Erleichterung und entlastet mich zeitlich. Die eingesparte Zeit kann ich ins Musikschaffen investieren. Ich bin zufrieden und hoffe, dass die SUISA weiterhin so gute Arbeit leisten wird. Ausserdem erwarte ich von der SUISA Transparenz, denn gegenseitiges Vertrauen ist für die Kontinuität wichtig.»

www.the-two.ch, offizielle Website von The Two

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Yannick Nanette ist 2015 neu der SUISA beigetreten. Der Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler aus Mauritius lebt in Lausanne und bildet zusammen mit Thierry Jaccard die Blues-Band The Two, die schon am Zermatt Unplugged und am Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. In den USA erreichte das Duo den Halbfinal der International Blues Challenge in Memphis. Text von Michael Welti

Y-Nanette-Photo

Neu bei der SUISA: der in Lausanne lebende Yannick Nanette. (Foto: Y. Nanette)

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Carrousel: «Manchmal hilft ein Toy-Piano bei der Suche nach der Melodie» | mit Video

Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat und für die Musik brauchen», erklärt Sophie Burande. Anders als in einer Stadt können sie sich hier viel Raum leisten, sogar für die Lagerung des Live-Equipments. «Wir können hier zudem Lärm machen, ohne Nachbarn zu stören. Und der Wald ist nah, so dass wir zwischendurch spontan einen Spaziergang machen können». Der Hauptgrund aber ist gemäss Léonard Gogniat, dass «wir auf dem Land aufgewachsen sind und uns in der Natur wohler fühlen». Tatsächlich wuchs er in den nahen Franche-Montagnes auf, während Sophie Burande aus der französischen Auvergne stammt. Doch offensichtlich fühlt sie sich hier wie zuhause, denn die Landschaften ähnelten sich stark.

Die umfunktionierte Wohnung in Courtételle hat sich als Rückzugsort bewährt, um konzentriert an der Musik arbeiten zu können. «Wir bringen von unseren Tourneen viele Eindrücke nach Hause und können diese hier in Ruhe ordnen und als Grundlage für die Lieder verwenden», erläutert Léonard Gogniat. Dies bedeutet nicht, dass die Musik nur hier entsteht. Für das aktuelle, dritte Studioalbum «L’euphorie» gingen die Beiden auch je eine Woche nach Südfrankreich und nach Amsterdam, um «aus der gewohnten Umgebung herauszukommen und neue Einflüsse einzubringen».

Text und Melodie beim Komponieren miteinander verbunden

Ausgangspunkt eines neuen Lieds kann ein Graffiti auf einer Mauer oder ein Satz in der Zeitung sein, erklärt Léonard Gogniat. «Dies bringt mich auf eine Idee und dann auf ein Thema, zu dem ich nach Worten suche. Und da die Gitarre nie weit weg ist, beginne ich Akkorde zu spielen, woraus sich die Basis eines neuen Lieds ergibt.» Dann suchen die Beiden meist gemeinsam nach der passenden Melodie. «Manchmal hilft es dabei, auf einem Toy-Piano repetitiv Akkorde zu spielen», fügt Sophie Burande an. Sie erklärt auch, weshalb Musik und Text für sie so stark miteinander verbunden sind. «Wenn mir Worte in den Sinn kommen, muss ich sie im Kopf gleich singen, und damit ergibt sich bereits ein Ansatz für die Melodie. Diese kann sich danach allerdings noch komplett verändern, weil sie letztlich zum Text passen muss.»

Manchmal gefällt den Beiden eine daraus entstandene Demoversion eines Lieds nicht mehr. «Dann versuchen wir meist, den Text zu behalten, und ändern stattessen die Instrumente und die Arrangements», erklärt Léonard Gogniat «So entstehen oft mehrere Versionen eines Lieds mit demselben Text; manchmal erkennt man das ursprüngliche Lied dann gar nicht mehr.» Diesen Vorrang des Texts gegenüber der Musik erklärt er mit dem Gebrauch der Muttersprache, zumal diese an sich bereits über eine gewisse Musikalität verfüge. «Wir singen französisch, weil wir etwas sagen und Gefühle vermitteln wollen, auch eine gewisse Poesie. Die Texte sagen aber nicht, wie man denken oder handeln soll. Sie sind offener, damit sich die Hörer eigene Bilder zu den Texten machen können.»

Ausarbeitung und Entstehung von Songs im Ping-Pong-Verfahren

Carrousel-Video-PosterFür das aktuelle Album «L’euphorie» hat Carrousel erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet. «Wir waren an einen Punkt gelangt, wo wir uns von den ersten beiden Alben lösen wollten, um uns nicht zu wiederholen», erklärt Léonard Gogniat. «Wir waren an eine Grenze gestossen, was den möglichen Einsatz von zusätzlichen Instrumenten und Arrangements betrifft.» Die Beiden wählten Jean-Louis Piérot, weil dieser selbst Musiker ist und schon für Künstler wie Bashung, Etienne Daho und Miossec gearbeitet hat, deren Musik sie lieben. Und die Erwartungen haben sich erfüllt, «auch wenn wir oft überrascht waren, welche neue Farben die Lieder angenommen haben».

Die Zusammenarbeit lief im Ping-Pong-Verfahren ab, erinnert sich Léonard Gogniat. «Wir haben Jean-Louis Piérot zuerst die Basis-Demos geschickt, die wir nur mit Gitarre und Gesang aufgenommen haben. Der Produzent hat dann einiges als Vorschlag hinzugefügt und uns die Lieder zurückgeschickt. Einiges fanden wir super, anderes haben wir geändert und mit weiteren Vorschlägen zurückgeschickt.» So ging es hin und her ‒ und dann ins Studio.

Neu war den Beiden das Ping-Pong-Verfahren nicht, wie Léonard Gogniat mit einem Beispiel illustriert. «Wenn Sophie einen Liedtext geschaffen hat, kommt sie damit zu mir. Ich kann ihr dann vielleicht passende Musik dazu liefern. Wir versuchen dann diese Teile zusammenzubringen, bis es aufgeht.” Sophie Burande ergänzt, dass dieses Verfahren auch helfe, «Blockaden zu lösen und die Musik zu bereichern, weil alle ‒ auch der Produzent ‒ so ihre speziellen Qualitäten einbringen können».

SUISA ein Partner für den Lebensunterhalt als Berufsmusiker

Seit 2012 können die Beiden «allein von der Musik, von unserer Passion leben». Aus Sophie Burandes Worten spricht nicht nur Stolz, sondern auch die Erleichterung, dass sie nicht mehr wegen Nebenjobs Konzertanfragen ablehnen müssen wie einst. Das Ausland hat für Carrousel schnell an Bedeutung gewonnen, vor allem was die Konzerte betrifft. Umso wichtiger ist es für Léonard Gogniat, dass «die SUISA ein Partner ist, der sich um die Abgeltungen kümmert». Er relativiert aber auch: «Die Ausschüttungen der SUISA sind für uns bisher eher eine Art Bonus». Sophie Burande findet es aber wichtig, dass «die SUISA für die Anerkennung jener Arbeit sorgt, die man nicht sieht ‒ das Schreiben der Kompositionen».

www.carrousel-musique.com

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Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» gaben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Sophie Burande und Léonard Gogniat von Carrousel werden Marcel Oetiker, Camilla Sparksss, Oliver Waespi und Eriah auf dem SUISAblog.ch und in der 2015 erstmals erschienenen Broschüre (PDF, 8.17 MB) vorgestellt.

 

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Farbig, quirlig und charmant klingen die Chansons von Carrousel. Kaum vorstellbar, dass sie in der kargen und einsamen Landschaft des Juras entstehen und nicht in den Gassen von Paris. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir es in Paris sechs Monate versucht», erzählt Sophie Burande lachend mit ihrer glasklaren und doch warmen Stimme. «Dank einem Stipendium des Kantons Jura konnten wir ein halbes Jahr in Paris leben und arbeiten.» Sie und ihr Lebenspartner Léonard Gogniat fanden das energiegeladene Leben durchaus anregend, auch das reiche Kulturangebot. «Aber letztlich zogen wir es vor, in die Schweiz zurückzukehren.»

Wohnort im Jura geeignet für konzentrierte Arbeit an der Musik

In der Nähe von Delémont haben die beiden Musiker bessere Voraussetzungen gefunden. «Wir haben hier alles komfortabel beieinander, was wir privat...Weiterlesen

Adieu grosser Jörg Schneider!

Jörg Schneider gehörte ohne Zweifel zu den beliebtesten Schauspielern der Schweiz. Überdies führte er unter anderem Regie, lieh seine Stimme der Figur «Kasperli» und schrieb Märchen und Musicals. Als Textautor von über 200 Liedern, deren Musik er teilweise auch selbst komponierte, war er seit langem Mitglied bei der SUISA. Ende August 2015 ist Jörg Schneider im Alter von 80 Jahren gestorben. Nachruf von Gastautorin Monika Kaelin

Joerg Schneider Portrait

Jörg Schneider, im Bild in einer Aufnahme von 2013, schrieb viele Liedtexte und komponierte bei einigen auch die Musik dazu. (Foto: Christoph Kaminski)

Viel zu früh musste er von uns gehen. Er, der sich immer gesund ernährte, nie über die Stränge haute, sondern sich voll und ganz den Brettern, die die Welt bedeuten, verschrieben hatte. Jörg Schneider war Perfektionist in Person, übersetzte unzählige Stücke aus dem Englischen und Hochdeutschen ins Schweizerdeutsche, schrieb über 200 Liedtexte, spielte in all seinen Boulevard-Eigenproduktionen die Hauptrolle, war in TV-Serien wie «Polizischt Wäckerli» und in «Motel» als Koni Frei erfolgreich, überzeugte beim Soap-Dauerbrenner «Lüthi und Blanc» als Buchhalter Oskar Wehrli, führte nebenbei Regie, schrieb Märchen und Musicals, lieh seine Stimme der Figur «Kasperli» und musste sich nach über 55 Jahren Bühnenpräsenz mit einem Schlag der unheilbaren Krankheit Krebs entgegenstellen.

Keine leichte Aufgabe für einen quirligen und arbeitsfreudigen Ausnahmekünstler, der sich als ausgebildeter Lehrer und danach diplomierter Berufsschauspieler eigentlich der Klassik verschrieben hatte, schliesslich aber in der leichten Muse sein grosses Publikum fand und jahrelang Millionen von Schweizer Zuschauern erfolgreich begeisterte. Der Volksschauspieler war Bühnenschaffender vor und hinter den Kulissen, der schrieb, produzierte und auch inszenierte. Von Natur aus war der waschechte Zürcher ein fröhlicher Mensch. Wenn ihn etwas störte, räumte er die Begebenheit mit einem sarkastischen Spruch und einem Lachen aus dem Weg.

Vielseitiger Ausnahmekünstler

Die Vielseitigkeit des Ausnahmekünstlers Jörg Schneider zeigt sich besonders eindrücklich bei einem Blick auf seine rege künstlerische Tätigkeit. An der Seite von Ruedi Walter wirkte Jörg Schneider als Wladimir in der vielbeachteten Aufführung des Beckett-Stücks «Warte uf de Godot» in der Mundart-Adaption von Urs Widmer mit. Im Sommertheater Winterthur sowie im Freilufttheater Hohe Promenade in Zürich spielte er in vielen weiteren klassischen Theaterstücken mit.

1963 startete er seine TV-Karriere als junger Schauspieler in «Vico, ist’s wahr?» und reiste an der Seite von Vico Torriani durch die Schweiz. Der grosse Durchbruch gelang ihm ab 1966 mit dem Hörspiel, der Bühnenproduktion und der TV-Serie «Polizischt Wäckerli».

Unvergesslich bleibt Jörg Schneider als Vater von 41 Kasperli-Geschichten, die Generationen von Kindern begeisterten und noch heute ein Renner sind. Für die Zürcher Märchenbühne und das Opernhaus Zürich sind unter seiner Beteiligung unzählige Kindermusicals und -märchenspiele entstanden.

Zürcher Wirkungsstätten waren auch das Schauspielhaus, das Corso-Theater, das Theater am Hechtplatz und vorwiegend das Bernhard-Theater. Im Musical «Z wie Züri» durfte ich 1976 zum ersten Mal als Schauspielerin und Sängerin an seiner Seite mitwirken. Jörg gab mir bei dieser Produktion viele Tipps und erklärte mir zum Beispiel, wie ich etwas sagen sollte, damit ich eine Pointe auf sicher hatte. Seine Ratschläge wurden für mich zur besten Schauspielschule, die ich je erleben durfte, denn ich lernte direkt beim Spielen auf der Bühne.

Grossartiges Lebenswerk

Es folgten in den kommenden Jahren jährlich viele weitere Stücke, die Jörg Schneider im Bernhard-Theater mit seinem Ensemble aufführte und auf Tournee in der Schweiz erfolgreich spielte. 2014 musste er schliesslich aus gesundheitlichen Gründen seine Abschiedstournee mit der Dialekt-Tragikomödie «Häppi Änd» abbrechen. In dieser harten, mit Schmerzen verbundenen Leidenszeit drehte er noch tapfer zusammen mit dem ebenfalls kürzlich verstorbenen Matthias Gnädinger und unter der Regie von Paul Riniker den Kinofilm «Usfahrt Oerlike».Der Film erhielt den «Prix du Public» an den 50. Solothurner Filmtagen, wo das grossartige Schaffen von Jörg Schneider mit Standing Ovations geehrt wurde. Zwei Mal war Jörg Schneider mit dem Prix Walo ausgezeichnet worden: 1995 als Schauspieler, 2014 für sein Lebenswerk.

Im März 2015 erschien sein letztes Werk, die Autobiografie «Äxgüsi». Nach seiner Leidenszeit als Krebskranker schlief Jörg Schneider am 22. August 2015 in den Armen seiner geliebten Frau Romy friedlich zu Hause in Wetzikon ein, befreit von Schmerzen und mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Er war ein guter Mensch und wird uns Schauspielkollegen und seinem geliebten Publikum sehr fehlen. Danke lieber Jörgli für alles, was Du für uns ein Leben lang mit Freude, Liebe und Engagement geschaffen hast.

In Freundschaft Deine
Monika Kaelin

Monika Kaelin ist Komponistin, Texterin, Sängerin, Entertainerin und Moderatorin sowie Theater-, Musik- und Event-Organisatorin, Präsidentin des Vereins Show Szene Schweiz und TV-Produzentin des Prix Walo. Von 1999 bis 2015 war sie Mitglied des Vorstandes der SUISA.

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Jörg Schneider gehörte ohne Zweifel zu den beliebtesten Schauspielern der Schweiz. Überdies führte er unter anderem Regie, lieh seine Stimme der Figur «Kasperli» und schrieb Märchen und Musicals. Als Textautor von über 200 Liedern, deren Musik er teilweise auch selbst komponierte, war er seit langem Mitglied bei der SUISA. Ende August 2015 ist Jörg Schneider im Alter von 80 Jahren gestorben. Nachruf von Gastautorin Monika Kaelin

Joerg Schneider Portrait

Jörg Schneider, im Bild in einer Aufnahme von 2013, schrieb viele Liedtexte und komponierte bei einigen auch die Musik dazu. (Foto: Christoph Kaminski)

Viel zu früh musste er von uns gehen. Er, der sich immer gesund ernährte, nie über die Stränge haute, sondern sich voll und ganz den Brettern, die die Welt bedeuten, verschrieben hatte. Jörg Schneider war Perfektionist in Person, übersetzte unzählige Stücke aus dem Englischen...Weiterlesen

Marcel Oetiker: «Beim Reisen werde ich oft inspiriert» | mit Video

Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Ich bin beruflich meist mit dem ÖV unterwegs und fahre oft über Zürich», erklärt der 1979 geborene Komponist und Schwyzerörgeli-Virtuose aus Altendorf. «Und Reisen kann sehr inspirierend sein. Ich halte meine Ideen dann nach Möglichkeit auf dem Laptop oder einem Blatt Papier fest».

Marcel Oetiker glaubt auch nicht, dass Einflüsse wie solche Geräusche die neue Schweizer Volksmusik geprägt haben, zu der er gezählt wird. Wichtiger ist seiner Meinung nach, dass man Musik studiert und das Gelernte bewusst beim Komponieren anwendet ‒ «dies vermag auch diesem Genre eine neue Perspektive zu öffnen».

Von Volksmusik zum Jazz-Studium

Marcel Oetiker ist ein gutes Beispiel dafür. Der Autodidakt spielte bereits in sehr jungen Jahren traditionelle Ländlermusik und stieg in dieser Szene rasch auf. So kam er in einen Bereich, wo man sich mehr an der Musik selbst als am Unterhaltungswert orientiert.

«Aus einem Status Quo ein spürbares Maximum herauszuholen, das den vielen Wiederholungen so lange wie möglich standhält – das war und ist die Ebene der Volksmusik, die mich faszinierte.» Diesen Ansatz hat er bis heute beibehalten.

Er lernte neue Möglichkeiten kennen durch das Jazz-Studium an der Berner Hochschule der Künste, das er mit einem Master in Komposition und Theorie abschloss. «Der Jazz bietet eine viel differenziertere Harmonik und insbesondere ein Theoriemodell, um die verschiedenen harmonischen Wirkungen der Musik kontrollieren und niederschreiben zu können.» Sogar eine gewisse Nähe zur Neuen Musik ist manchmal herauszuhören, denn er möchte das ganze Spektrum der kompositorischen Möglichkeiten ausnützen können.

Von Notation zu akustischen Partituren

Marcel-Oetiker-Video_VorschauDies hat auch die Kompositionsweise von Marcel Oetiker verändert. Er geht nur noch selten von einem klassischen Motiv aus, weil er nicht in diesem spezifischen Kompositionsstil verbleiben möchte. So kommt er auch zunehmend von der üblichen Notation weg und versucht vermehrt, «ganz auf der akustischen Ebene zu verbleiben». Er liefert den ausführenden Musikern als Annäherung beispielsweise eine akustische Partitur, die er mit Instrumenten oder Geräuschen schafft.

Marcel Oetiker entwickelt auch Werke für mehrere Musiker. «Es ist nicht wie bei einer typischen Band, wo man zusammen an einem Stück tüftelt. Die Kompositionen entstehen aus spezifischen Begebenheiten heraus und sind nicht immer durchgängig notiert, sondern bestehen beispielsweise auch aus Anweisungen.» Trotzdem betont Marcel Oetiker, dass die Stücke meistens sehr durchdacht sind und wenig Freiheiten lassen.

Zuoberst die Musik, erst dann das Geld

Marcel Oetiker ist Berufsmusiker. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit leitet er verschiedene Ensembles und unterrichtet an verschiedensten Bildungsstätten. «Wollte ich schnell reich werden, dürfte ich nicht in solch ungewöhnlichen Musikgebieten tätig sein. Ich hatte nie vor, von der Musik zu leben – sondern für die Musik.»

Umso mehr schätzt er, dass er die Wahrung seiner Urheberrechte der SUISA überlassen kann. «Sie nimmt mir sehr viele administrative Belange ab. Das ist, was ich brauche, um mich noch mehr auf die Musik konzentrieren zu können.». Beeindruckt hat ihn vor allem die Beratung. «Ich habe immer eine hilfreiche Antwort erhalten, wenn ich mit einer Frage an sie gelangt bin. Und ich habe dafür nie eine Rechnung erhalten ‒ wo gibt es das noch?»

www.marceloetiker.com

Wo-neue-Musik-entsteht_Cover«Wo neue Musik entsteht»

Der Wert der Ideen der Musikschaffenden ist das Herzstück der Arbeit der SUISA. Für die Broschüre «Wo neue Musik entsteht» gaben fünf Persönlichkeiten und Gruppen aus verschiedenen Musikgenres und Sprachregionen der Schweiz Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess und ihre musikalische Tätigkeit. Neben Marcel Oetiker werden Camilla Sparksss, Oliver Waespi, Eriah und Carrousel auf dem SUISAblog.ch und in der 2015 erstmals erschienenen Broschüre (PDF, 8.17 MB) vorgestellt.

 

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  1. Julien Gilliand sagt:

    Finde das Gespräch interessant und spannend, leider finde ich die Bilder nicht optimal, wie z.B. Bildausschnitte, Kameraführung und Farben sind zu wenig ausgearbeitet und ausgesucht… Zum Teil auch sehr sehr wackelige Bilder, dass mehr Verwirrung stiftet als was anderes…
    Bei der Mikrophonierung hätte ich Anstecker gewählt, die weniger Nebengeräusche aufnehmen. Wenn keine Vorhanden waren, dann hätte ich die Richt-Mikrophone nicht auf die Gleise gerichtet, da sobald ein Zug kommt, man ihn kaum mehr versteht, Zudem finde ich, gehören sie nicht ins Bild (es ist ja keine PK…) Vielleicht hätte es ein geeigneter Interview-Platz auch nicht schlecht getan…

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Beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke brausen Züge vorbei, kreischen in den Kurven, ächzen beim Anfahren und beim Bremsen. Doch Marcel Oetiker hat diesen Ort nicht als Treffpunkt gewählt, weil solche Geräusche manche Künstler zu kreativen Höhenflügen anregen. Text von Gastautor Markus Ganz; Video von Manu Leuenberger

«Ich bin beruflich meist mit dem ÖV unterwegs und fahre oft über Zürich», erklärt der 1979 geborene Komponist und Schwyzerörgeli-Virtuose aus Altendorf. «Und Reisen kann sehr inspirierend sein. Ich halte meine Ideen dann nach Möglichkeit auf dem Laptop oder einem Blatt Papier fest».

Marcel Oetiker glaubt auch nicht, dass Einflüsse wie solche Geräusche die neue Schweizer Volksmusik geprägt haben, zu der er gezählt wird. Wichtiger ist seiner Meinung nach, dass man Musik studiert und das Gelernte bewusst beim Komponieren anwendet ‒ «dies vermag auch diesem Genre eine neue...Weiterlesen

Die Evergreens von Beny Rehmann leben weiter

Beny Rehmann, der beliebte Schweizer Trompeter, Bandleader und Komponist, ist im vergangenen Dezember im Alter von 78 Jahren gestorben. Evergreens wie die «Schiffsfeger-Polka», «Oh Katharina», «Morgenmuffel» oder «Jeden Tag geht die Sonne auf» leben weiter und bleiben der Nachwelt als sein musikalisches Vermächtnis erhalten. Nachruf von Gastautor Hans «Housi» Bracher

Beny-Rehmann-Trompete

Der im Dezember 2014 verstorbene Beny Rehmann war seit 1967 Mitglied bei der SUISA. (Foto: StudioArt.ch)

Beny Rehmann wurde am 11. September 1936 in Kaisten AG als 12. von 13 Kindern geboren. Mit 16 Jahren erhielt er von seinem Bruder eine Trompete geschenkt. Er absolvierte die Rekrutenschule als Trompeter, wurde von Georges Hofer als Solotalent entdeckt und in die Musikgesellschaft Strengelbach (MGS) aufgenommen.

Am Silvester 1962/63 hatte er mit einem Quartett, «Die lustigen Tiroler Musikanten», seinen ersten Auftritt. Der Auftritt mit Stücken wie «Tanz beim Dorfwirt» oder «Die Dorfschöne» von Slavko Avsenik war ein Riesenerfolg. Beny hatte im Radio ein Live-Konzert mit den «Original-Oberkrainern» gehört und war davon so begeistert, dass er sich mit mir zusammentat, um diese wunderbare Art Musik zu spielen. Nur wenige kannten damals in der Schweiz den mitreissenden Oberkrainer-Sound. Eine Musik, die ihren Ursprung in der slowenischen Folklore hat.

Erfolgreich mit eigenen Kompositionen

Ermutigt durch den Erfolg am Silvester 1962/63 begann Beny Rehmann mit eigenen Kompositionen. Bewusst betonte er dabei seinen eigenen Stil, indem er zu Akkordfolgen griff, die in der slowenischen Volksmusik nicht vorkommen.

Beny-Rehmann-Tiroler-Musikanten

Eines der ersten Fotos des Quartetts «Die lustigen Tiroler Musikanten», mit Trompeter Beny Rehmann links, Ueli Aebi mitte, Albert König rechts und Housi Bracher vorne, aufgenommen im Jahr 1963 (Foto: zVg / Privatarchiv Hans Bracher)

1965 nahm er mit seinen «lustigen Tiroler Musikanten» am damals bekannten Blick-Festival teil und belegte am Final im Kursaal Bern hinter Paola del Medico und dem Eugster-Quartett den dritten Platz. Erste Schallplattenaufnahmen waren die Folge.

Beny nannte seine Formation neu «Beny Rehmann Quintett», erweiterte das Ensemble auf ein Sextett, baute die Musikstilrichtungen aus und trat sich schliesslich unter dem Namen «Beny Rehmann Showorchester» auf.

Rund 4000 Live-Konzerte gespielt

Mit rund 4000 Live-Konzerten, Radio-und Fernsehauftritten bei SRF, ORF, ZDF, ARD, beispielsweise acht mal Musikantenstadel mit Karl Moik, war er aus der damaligen Showszene nicht mehr wegzudenken.

Beny Rehmann war ein Pionier in der Szene. So wagte er sich anfangs der 80er-Jahre trotz negativer Voraussagen von diversen Schweizer Konzertagenten auf eine Herbsttournee mit zwanzig Auftritten in bekannten Schweizer Konzertsälen. Das Fazit: Ausverkaufte Konzerte!

Hits von Beny Rehman wurden zu Evergreens

Seine Aufnahmen wurden 16 Mal mit Gold, 7 Mal mit Platin und 1 Mal mit Doppelplatin ausgezeichnet. 1984 erhielt er den Prix Walo als bester Schweizer Showstar. 2012 wurde er nochmals mit einem Prix Walo ausgezeichnet, dieses Mal mit dem Ehrenpreis.

Evergreens wie die «Schiffsfeger-Polka», «Dreamland», «Morgenmuffel», «Jeden Tag geht die Sonne auf» oder «Oh Katharina» leben weiter und bleiben der Nachwelt als sein musikalisches Vermächtnis erhalten.

Mit der goldenen Trompete Menschen glücklich gemacht

Beny Rehmann war ein offener, ehrlicher, bescheidener, aber auch ehrgeiziger und pedantischer Musiker. Er erhielt grosse Unterstützung von seiner Familie, die ihm alles bedeutete. Seine ganze Seele und sein ganzes Herz legte er in die Kompositionen. Benys brillantes, gefühlvolles Spiel mit der goldenen Trompete war unverkennbar.

Seit dem 19.12.2014 ist Beny Rehmann nicht mehr unter uns. Gesundheitliche Probleme haben ihm seit Jahren zu schaffen gemacht.

Danke Beny, dass ich dich über viele Jahrzehnte als Musikerkollege begleiten und Zehntausende von Menschen mit deiner Musik glücklich machen konnte.

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Beny Rehmann, der beliebte Schweizer Trompeter, Bandleader und Komponist, ist im vergangenen Dezember im Alter von 78 Jahren gestorben. Evergreens wie die «Schiffsfeger-Polka», «Oh Katharina», «Morgenmuffel» oder «Jeden Tag geht die Sonne auf» leben weiter und bleiben der Nachwelt als sein musikalisches Vermächtnis erhalten. Nachruf von Gastautor Hans «Housi» Bracher

Beny-Rehmann-Trompete

Der im Dezember 2014 verstorbene Beny Rehmann war seit 1967 Mitglied bei der SUISA. (Foto: StudioArt.ch)

Beny Rehmann wurde am 11. September 1936 in Kaisten AG als 12. von 13 Kindern geboren. Mit 16 Jahren erhielt er von seinem Bruder eine Trompete geschenkt. Er absolvierte die Rekrutenschule als Trompeter, wurde von Georges Hofer als Solotalent entdeckt und in die Musikgesellschaft Strengelbach (MGS) aufgenommen.

Am Silvester 1962/63 hatte er mit einem Quartett, «Die lustigen Tiroler Musikanten», seinen ersten Auftritt. Der Auftritt mit Stücken wie «Tanz...Weiterlesen

«Ich schätze die Unterstützung der SUISA für die Künstler sehr»

Montreux Jazz Festival, Rock Oz’Arènes, Jazz Parade – Amadou Diolo war in den letzten Jahren an namhaften Schweizer Festivals vertreten. Seit diesem Jahr ist er Mitglied bei der SUISA. In der aktuellen Ausgabe des Mitgliedermagazins SUISAinfo haben wir den Künstler porträtiert. Lesen Sie hier das ganze Interview.

Amadou_Diolo

Mit seinem Stil hat er sich einen Platz in der Schweizer Musiklandschaft erobert: Amadou Diolo (Foto: www.studio.41.ch)

Sie stammen aus dem Senegal. Wie sind Sie in die Schweiz gekommen?
Ich lebe nun seit zehn Jahren in der Schweiz. Ich bin wegen meiner jetzigen Frau, die Schweizerin ist, hierhin gezogen.

Woher stammt Ihre Begeisterung für die Musik?
Ich stamme aus einer Familie von Griots, also von westafrikanischen Sängern. Mein Vater ist ein grosser Musiker und Kora-Spieler (Kora ist eine traditionelle westafrikanische Stegharfe, Anmerkung des Verfassers). Und dann hatte ich natürlich musikalische Vorbilder: Beeinflusst haben mich vor allem Bob Marley sowie die afrikanischen Künstler Mory Kanté und Alpha Blondy. Diese Einflüsse vermische ich mit meinen kulturellen Wurzeln, indem ich für meine Musik die Kora einsetze. Das Resultat ist meine eigene Version des Afro-Reggaes, der in den Grundzügen eine Mischung von Reggae und afrikanischen Rhythmen ist.

Sie haben bereits an vielen namhaften Schweizer Festivals gespielt. Ihre Musik stösst hierzuland auf grossen Anklang.
Das stimmt. Mit meinem Stil habe ich mir einen Platz in der Schweizer Musiklandschaft erobert. Viele grosse Festivals wie das Montreuz Jazz Festival, Rock Oz‘Arènes oder Jazz Parade haben mich mit offenen Armen empfangen. Es ist schön, dass meine Musik gut ankommt. Es steckt aber auch harte Arbeit dahinter – Tag für Tag.

Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie Mitglied bei der SUISA sind?
Ich schätze die Unterstützung der SUISA für die Künstler sehr. Es ist für mich wichtig, dass sich die SUISA für die Rechte und die Arbeit der Musiker einsetzt. Ich alleine könnte mich nicht um all das kümmern, was die SUISA für mich macht. Es ist gut zu wissen, dass es bei der SUISA Leute gibt, die für uns Künstler und unsere Arbeit da sind.

Sie selber setzen sich im Rahmen der Organsiation «Soutien Senegal» auch für andere ein. Welche Rolle spielt Ihre Musik bei Ihrem humanitären Engagement?
Dank meiner Musik kann ich mich für die Bevölkerung im Senegal einsetzen, vor allem für die Armen. Ich kann über die Dinge im Senegal singen, die mich bewegen. Im April nächstes Jahr werde ich mit meiner Band in den Senegal reisen und vor allem auch in Schulen auftreten.

Was sind Ihre nächsten Pläne?
Im Moment sind wir dabei, eine Tournee durch Belgien zu organisieren. Hauptsächlich bin ich im Moment aber damit beschäftigt, mit meiner Band mein zweites Album aufzunehmen, das am 2. Mai erscheint und im Azimut in Estavayer-le-Lac vorgestellt wird. Zusammen mit meiner Band bin ich daran, neue Songs zu komponieren und einzustudieren. Im Februar möchten wir mit den Aufnahmen fertig sein. Vom 3. bis 20. April 2015 werden wir ausserdem einige Konzerte im Senegal und in Gambia geben. Das Ziel dieser Tournee ist der musikalische Austausch zwischen der Schweiz und diesen afrikanischen Ländern.

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Ihren Projekten.

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Montreux Jazz Festival, Rock Oz’Arènes, Jazz Parade – Amadou Diolo war in den letzten Jahren an namhaften Schweizer Festivals vertreten. Seit diesem Jahr ist er Mitglied bei der SUISA. In der aktuellen Ausgabe des Mitgliedermagazins SUISAinfo haben wir den Künstler porträtiert. Lesen Sie hier das ganze Interview.

Amadou_Diolo

Mit seinem Stil hat er sich einen Platz in der Schweizer Musiklandschaft erobert: Amadou Diolo (Foto: www.studio.41.ch)

Sie stammen aus dem Senegal. Wie sind Sie in die Schweiz gekommen?
Ich lebe nun seit zehn Jahren in der Schweiz. Ich bin wegen meiner jetzigen Frau, die Schweizerin ist, hierhin gezogen.

Woher stammt Ihre Begeisterung für die Musik?
Ich stamme aus einer Familie von Griots, also von westafrikanischen Sängern. Mein Vater ist ein grosser Musiker und Kora-Spieler (Kora ist eine traditionelle westafrikanische Stegharfe, Anmerkung des Verfassers). Und dann hatte ich natürlich musikalische...Weiterlesen

«Die europäischen Komponisten stehen auf einer Ebene mit den weltbesten Filmkomponisten»

Derzeit sind alle Augen der Filmmusiker gegen Hollywood gerichtet. Am 4. November werden in der Filmmetropole die «Hollywood Music in Media Awards» vergeben. Mit dabei ist das SUISA-Mitglied Josué Vergara. Der in Spanien lebende Komponist, der gleich mit drei Songs nomininiert ist, spricht im Interview darüber, wie schwierig es ist, für nichtamerikanische Komponisten im US-Markt Fuss zu fassen, was die Downloads aus illegalen Quellen für Filmmusikkomponisten bedeuten und weshalb er SUISA-Mitglied ist, obwohl er in Spanien lebt.

Josueé_Vergara

Josué Vergara (Foto: Alicia Jorge)

Herzlichen Glückwunsch! Sie sind dieses Jahr gleich mit drei Kompositionen für die «Hollywood Music in Media Awards» (HMMA) nominiert. Damit gehören Sie zu den wenigen Europäern, die es auf die Liste der Nominierten schafften. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Vielen Dank. Diese drei Nominierungen sind das Resultat harter Arbeit und grosser Anstrengungen über die ganzen letzten Jahre. Es stimmt, dass nur wenige Europäer nominiert werden. Die «Hollywood Music in Media Awards» werden in Los Angeles vergeben. Deshalb denke ich, dass diese Auszeichnungen in den USA eine viel wichtigere Rolle spielen als in Europa. Ich leite daraus ebenfalls ab, dass sich ein Grossteil des Geschehens in der Filmindustrie in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt in Hollywood abspielt. Da ist es nur logisch, dass die meisten Nominierten nicht aus Europas kommen. Eine spanische Nominierung ist deshalb sehr willkommen und ermutigt mich, meinen Weg weiterzugehen. Warum dieser Erfolg? Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Vielleicht, weil die Amerikaner etwas anderes suchen, ein Musikgenre ganz anderer Couleur, wer weiss… Auf jeden Fall bin ich aber sehr zufrieden mit dem Resultat und dem Vertrauen, welches die Verantwortlichen bei den HMMA durch die drei Nominierungen in meine Musik gesetzt haben.

Wenn ein Europäer einen Academy Award, also einen Oscar, gewinnt, verleiht das seiner Karriere im Film-Business meist deutlichen Auftrieb. Haben die HMMA in der Filmmusikszene eine ähnlich grosse Bedeutung?
Während ein Oscar die Karriere eines Schauspielers oder Regisseurs tatsächlich deutlich beflügeln kann, muss man zugeben, dass die Auszeichnungen in der Filmmusikbranche nicht dieselbe Medienwirksamkeit haben. Beispielsweise kennt fast jeder noch James Cameron, den Regisseur von «Titanic», während sich die breite Masse kaum an den Komponisten James Horner erinnert, obwohl beide einen Oscar gewonnen haben. Die HMMA sind im Bereich der Filmmusik sicher die bedeutendsten Preise unserer Zeit, und die Nominierungen helfen den Komponisten zweifellos. Ich denke aber, dass das Medienecho darauf momentan noch weit von dem eines Oscars entfernt ist. Gleichzeitig muss ich einräumen, dass meine Musik seit den Nominierungen schon mehr Bekanntheit erlangt hat.

Hollywood ist der Dreh- und Angelpunkt der internationalen Filmindustrie, welche auch die Filmmusik einschliesst. Ist es schwierig für einen europäischen Filmmusikkomponisten, sich auf dem amerikanischen Markt zu etablieren?
Ja. Wenn sich ein europäischer Komponist auf dem amerikanischen Markt etabliert, dann steht er auf einer Ebene mit den besten Filmmusikkomponisten der Welt. Die Konkurrenz ist gross und sehr talentiert, was es schwieriger macht, erfolgreich zu sein. Andererseits ist Hollywood auch der gemeinsame Nenner der Filmbranche, weshalb dort viel mehr Projekte laufen als an anderen Orten. Dieser letzte Aspekt ist sehr positiv und interessant.

Die Musik- und Filmemacher leiden unter den kostenlosen Download-Angeboten im Internet. Welche Rolle spielen diese illegalen Plattformen bei Ihrer Tätigkeit als Komponist konkret?
Die kostenlosen Downloads von illegalen Internet-Plattformen sind bedauernswert und stellen für die Komponisten und die Musikbranche allgemein ein schwerwiegendes Problem dar. Allerdings denke ich, dass Filmmusik momentan weniger häufig illegal heruntergeladen wird. Diesem Missbrauch fällt vor allem die Pop-Musik zum Opfer. Die Regierungen müssen ernsthafte Gegenmassnahmen ergreifen, damit dies nicht ewig so weitergeht.

Sie leben in Spanien, sind aber Mitglied der SUISA. Haben Sie nie darüber nachgedacht, sich der spanischen Verwertungsgesellschaft SGAE anzuschliessen?
Ich bin seit mehr als 20 Jahren SUISA-Mitglied. Ich bin jetzt 36 Jahre alt und war sehr jung, als die SUISA begann, meine Rechte zu verwerten. Auch wenn ich in Spanien leben, habe ich nie daran gedacht, Mitglied der SGAE zu werden. Ich bin mit der SUISA sehr zufrieden, die Kommunikation ist einfach und praktisch. Für mich ist die SUISA zudem eine sehr verlässliche Gesellschaft, die meine Rechte perfekt verwertet. Ausserdem musste die SGAE aufgrund ihrer internen Probleme in den letzten Jahren viel durchmachen. Aber auch wenn ich jetzt in Spanien, in Valencia, lebe, habe ich doch mehr als 15 Jahre, meine ganze Jugend, in Genf verbracht. Ich habe viele gute Erinnerungen daran und viele Freunde in der Schweiz. Und ich habe von der Schweiz viel gelernt. Ich bin für meine Ausbildung, die Hilfe und die Werte, die ich in der Schweiz erfahren habe, sehr dankbar. Das ist einer der Gründe, warum ich der SUISA treu bleibe.

Welche Bedeutung haben Ihrer Meinung nach die Urheberrechtsvergütungen, also die Vergütungen von der SUISA, für Ihr Einkommen als Filmmusikkomponist?
Für mich als Filmmusikkomponisten sind die Urheberrechtsvergütungen ein wichtiges Thema. Auch wenn es stimmt, dass ich dieses Jahr dreifach in Hollywood nominiert wurde, stehe ich immer noch am Anfang meiner Karriere. Ich komponiere schon seit Langem Musik, aber das Komponieren von Filmmusik ist für mich etwas Neues. Ich muss noch viel lernen, und ich muss bekennen, dass ich bezüglich der Verwertung audiovisueller Rechte nicht ganz auf dem Laufenden bin. Deshalb habe ich kürzlich die SUISA kontaktiert, um diesbezüglich alle wichtigen Informationen einzuholen.

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Derzeit sind alle Augen der Filmmusiker gegen Hollywood gerichtet. Am 4. November werden in der Filmmetropole die «Hollywood Music in Media Awards» vergeben. Mit dabei ist das SUISA-Mitglied Josué Vergara. Der in Spanien lebende Komponist, der gleich mit drei Songs nomininiert ist, spricht im Interview darüber, wie schwierig es ist, für nichtamerikanische Komponisten im US-Markt Fuss zu fassen, was die Downloads aus illegalen Quellen für Filmmusikkomponisten bedeuten und weshalb er SUISA-Mitglied ist, obwohl er in Spanien lebt.

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Josué Vergara (Foto: Alicia Jorge)

Herzlichen Glückwunsch! Sie sind dieses Jahr gleich mit drei Kompositionen für die «Hollywood Music in Media Awards» (HMMA) nominiert. Damit gehören Sie zu den wenigen Europäern, die es auf die Liste der Nominierten schafften. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
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In Gedenken an Erwin Ernst Kunz

Musiker, Dirigent, Komponist, Arrangeur, Musiktheoretiker – Erwin Ernst Kunz, oft nur Ernst Kunz genannt, war ein musikalischer Tausendsassa und hat mit seinem vielseitigen Talent und Können in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens seine Spuren hinterlassen. Am 11. Juli 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 97 Jahren gestorben.

Erwin-Ernst-Kunz

Erwin Ernst Kunz am Kontrabass bei Musikaufnahmen im Oktober 1988. (Foto: Rolf W. Kunz)

Erwin Ernst Kunz, geboren am 24. März 1917, ist zusammen mit den Brüdern Jakob und Willy im damals ländlichen Uster / ZH aufgewachsen. Als 10-Jähriger erhielt er von der Mutter sein erstes Instrument geschenkt: eine alte, defekte Handorgel. Ein Ustermer Musiklehrer stellte ihm ein bespielbares Instrument zur Verfügung und erteilte dem Knaben Unterricht. Die ärmlichen Verhältnisse in der Arbeiterfamilie boten für musische Betätigungen wenig Spielraum. Ein weitsichtiger Vormund ermöglichte ihm, die Aufnahmeprüfung an das Zürcher Konservatorium zu absolvieren, die er als 17-Jähriger erfolgreich bestand.

Im Rekordtempo zum Berufsmusiker gereift

Gesegnet mit der Gabe des absoluten Musikgehörs erlernte Ernst Kunz das Rüstzeug für den Sprung in ein Sinfonieorchester im Rekordtempo. Mit 20 Jahren wurde er in das Tonhalle-Orchester aufgenommen, dem er als Tubist und Kontrabassist von 1937 bis zur Pensionierung im Jahr 1982 treu blieb. Mit vitalem Interesse studierte er als junger Musiker die Kompositionstechniken der grossen Meister wie Wagner, Brahms oder Bruckner und bildete sich in musiktheoretischen Fächern weiter. Internationale Berufssinfonieorchester von Wien, Mailand, Berlin, über Peking bis Buenos Aires engagierten den Tubisten gerne als Zuzüger. Unter Musikerkollegen war er umgangssprachlich als «Tuba-Kuenz» bekannt.

Neben seiner Tätigkeit als Orchestermusiker engagierte und wirkte der vielseitige Musiker in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens. Er dirigierte diverse Berufsmusik- und Amateurformationen wie auch Chöre und amtete als Korrepetitor für Opernsänger und -sängerinnen. Ebenso war er als musikalischer Aufnahmeleiter für Musikstudios tätig: Unter anderem war er verantwortlich für die Produktion einer CD-Reihe mit Schweizer Liedern und Märschen, die anlässlich der 700-Jahre-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft entstand («Kantons-Märsche aus der ganzen Schweiz» Vol. 1 + Vol. 2, «Schweizer-Lieder aus allen Kantonen» Vol. 1 + Vol. 2, alle erschienen bei K-Tel, 1991).

Vielseitig engagiert: Von Volksmusik über Gefangenenchor bis zu Kinderliedern

Über viele Jahre hinweg war Ernst Kunz sonntäglicher Organist und Chorleiter in der Strafanstalt Regensdorf. Unter seinem Dirigat nahm der Chor zusammen mit dem Bläserkorps der Heilsarmee und Solisten anfangs der 1970er-Jahre eine Sammlung an Weihnachtsliedern auf, die mit beachtlichem Erfolg auf dem Tonträger «Der Gefangenenchor der Strafanstalt Regensdorf singt Weihnachtslieder» (Ex-Libris-Verlag) vertrieben wurde.

Regelmässig und zu seinem persönlichen Vergnügen trat er mit Volksmusik-Formationen auf und spielte Tuba oder Kontrabass unter anderem bei der Länderkapelle Edi Bär, der Freudenberger Dorfmusik von Otto Würsch oder der Seldwyler Dorfmusik von Jakob Farner. Nach seiner Pensionierung beim Tonhalle-Orchester unterrichtete er als Lehrer für Tuba am Konservatorium Luzern.

Zeit seines Lebens war E. Ernst Kunz auch als Komponist, Arrangeur und Texter aktiv. Seit 1964 war er Mitglied bei der SUISA. Er komponierte Märsche, Orchester- und Chor-Stücke, Singspiele und schrieb unzählige Orchestrierungen, Arrangements und Bearbeitungen. Eine besondere Vorliebe hatte er für Kinderlieder: Die vielen Lieder, die er geschrieben und vertont hat, wurden im Buch «Kinderlieder: wenn die Kinder singen, lacht der Himmel froh, alle Engel singen laut ein Jubilo» (erschienen im Jahr 2000) verewigt.

Mit «Heavenly Club» und Les Sauterelles Teil der Schweizer Popmusik-Geschichte

Nicht zu letzt war der musikalische Tausendsassa auch an einem veritablen Stück Schweizer Popmusik-Geschichte mitbeteiligt: Für das Album «View To Heaven» von Les Sauterelles verfasste Ernst Kunz die Streicher-Arrangements und dirigierte ein 16-köpfiges Streichorchester bei den Aufnahmen im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg. Zu den von Ernst Kunz orchestrierten Songs gehört auch die Single «Heavenly Club», die es 1968 auf Platz Nr. 1 der Schweizer Hitparade schaffte. Die Single gilt als erste Schweizer Produktion, die in den offiziellen Schweizer Charts den Spitzenplatz erreichte. Dank dem Album mitsamt der Hitsingle gelang den Sauterelles der internationale Durchbruch.

Das erfüllte Leben für die Musik hat im hohen Alter von 97 Jahren ein Ende genommen: Am 11. Juli 2014 ist Erwin Ernst Kunz gestorben.

Wir danken Rolf W. Kunz, dem Neffen des Verstorbenen, für die umfangreichen biographischen Angaben zum Leben und Schaffen von Erwin Ernst Kunz.

 

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Musiker, Dirigent, Komponist, Arrangeur, Musiktheoretiker – Erwin Ernst Kunz, oft nur Ernst Kunz genannt, war ein musikalischer Tausendsassa und hat mit seinem vielseitigen Talent und Können in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens seine Spuren hinterlassen. Am 11. Juli 2014 ist das langjährige SUISA-Mitglied im Alter von 97 Jahren gestorben.

Erwin-Ernst-Kunz

Erwin Ernst Kunz am Kontrabass bei Musikaufnahmen im Oktober 1988. (Foto: Rolf W. Kunz)

Erwin Ernst Kunz, geboren am 24. März 1917, ist zusammen mit den Brüdern Jakob und Willy im damals ländlichen Uster / ZH aufgewachsen. Als 10-Jähriger erhielt er von der Mutter sein erstes Instrument geschenkt: eine alte, defekte Handorgel. Ein Ustermer Musiklehrer stellte ihm ein bespielbares Instrument zur Verfügung und erteilte dem Knaben Unterricht. Die ärmlichen Verhältnisse in der Arbeiterfamilie boten für musische Betätigungen wenig Spielraum. Ein weitsichtiger Vormund ermöglichte...Weiterlesen